15. November 2020

Was für eine ver­rück­te Idee, die Sexua­li­tät – das Kol­lek­tivs­te, Gleich­ma­che­rischs­te über­haupt – zur Indi­vi­dua­li­tät zu rechnen.

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Mit wel­cher Inten­ti­on ich ges­tern das Video von John Voight ver­öf­fent­licht habe, fra­gen meh­re­re Leser. Zunächst ein­mal sei der Mann ein Schau­spie­ler, gehö­re also nach mei­ner bis­wei­len hier vor­ge­tra­ge­nen Ein­schät­zung zu einer Berufs­grup­pe beson­ders cha­mä­leo­nes­ker und meist nicht sehr intel­li­gen­ter Men­schen mit wenig eige­ner Urteils­kraft (stimmt); außer­dem sei es nicht sehr wahr­schein­lich, dass Trump noch bewei­sen wer­de, der Wahl­sieg Bidens sei durch Betrug zustan­de­ge­kom­men, womit das State­ment des Mimen nichts wei­ter sei als eine unge­deck­te Behaup­tung mit radi­ka­len Schlüs­sen. Indem er den poli­ti­schen Geg­ner als „Satan” bezeich­ne, gehö­re Voight sel­ber zu den Spal­tern und Bür­ger­krie­gern wie auf der ande­ren Sei­te die BLM-Ran­da­lie­rer oder Frau Ocasio-Cortez.

Ja, mag sein. Was mir aber beson­ders gefiel an Voights Wor­ten, war gera­de die Erwäh­nung Satans. Als Ver­eh­rer und heim­li­cher Erb­schlei­cher Joseph de Mais­tres, wel­cher bekannt­lich in den Jako­bi­nern Agen­ten des Teu­fels erblick­te – und wel­cher Nicht-Sata­nist wür­de ihm da wider­spre­chen? –, betrach­te ich die der­zeit von der bekann­ten Alli­anz ins Werk gesetz­te Zer­stö­rung der west­li­chen Zivi­li­sa­ti­on als Teu­fels­werk, wor­über ich hier ja regel­mä­ßig schrei­be. Dia­bo­los ist der Ver­wir­rer – sei­ne irdi­schen Eife­rer grei­fen alles an und wer­fen alles durch­ein­an­der, was Men­schen trägt und ihnen Halt gibt: Geschlecht, Fami­lie, Iden­ti­tät, Kul­tu­ren, Natio­nen, Tra­di­tio­nen, Insti­tu­tio­nen, inzwi­schen sogar die („wei­ßen­ge­mach­ten”) Natur­ge­set­ze. Der Anti­christ, heißt es, wer­de an der Rhe­to­rik von Frie­de, Freu­de, Eier­ku­chen und Men­schen­rech­ten zu erken­nen sein – sei­ne irdi­schen Die­ner offen­ba­ren sich damit sekündlich.

  1. Zugleich sind sie von Umer­zie­hungs- und Ver­nich­tungs­phan­ta­sien beses­sen (Alex­an­der Wendt hat eine klei­ne Kol­lek­ti­on zusam­men­ge­stellt). Die­se Welt-Gleich­schal­ter und Diver­si­vi­täts-Har­py­ien, die alles mar­gi­na­li­sie­ren, brand­mar­ken, exkom­mu­ni­zie­ren und letzt­lich besei­ti­gen wol­len, was ihren Plä­nen zuwi­der­läuft, haben sich im Kul­tur­be­trieb, an den Uni­ver­si­tä­ten, in den Medi­en, im Sili­con Val­ley, in den meis­ten Par­tei­en, in den DGOs (D = Deep), Kir­chen und in den glo­ba­len Kon­zer­nen durch­ge­setzt. Die west­li­chen Frei­hei­ten haben sie längst geschleift. Was kommt, wer­den Dik­ta­tu­ren sein, wie smart auch immer ver­packt. Inso­fern fin­de ich Voights Wor­te angemessen.

Im Übri­gen betrach­te ich sein State­ment als ein klei­nes Kor­rek­tiv für den Unflat, den Nar­ren­kol­le­gen wie Robert de Niro oder Geor­ge Cloo­ney über Donald Trump aus­kü­bel­ten. Oder hier­zu­lan­de fana­ti­sche Trot­tel wie der Steg­ner (ein Leser hat ein­mal des­sen Äuße­run­gen über den US-Prä­si­den­ten kom­pi­liert; man muss sich immer vor Augen hal­ten, von wem die­se Klas­si­fi­zie­run­gen stammen):

Bildschirmfoto 2020 11 15 um 10.31.02

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Noch dazu.

„Grüß Gott, Herr Klo­n­ovs­ky, in Anbe­tracht der aktu­el­len Situa­ti­on erlau­be ich mir fest­zu­stel­len, daß Sie schon letz­tes Jahr den rich­ti­gen Rie­cher hat­ten:
‚Man wird ein­mal sagen: Die Trump-Jah­re waren die fried­lichs­ten in der jün­ge­ren Geschich­te der USA, ein spä­te Erho­lungs­pha­se, bevor das Land aus­ein­an­der­fiel’ (Acta vom 12. Sep­tem­ber 2019).”

Immer­hin gibt es über 70 Mil­lio­nen Trump-Wäh­ler, es ist immer noch Hoff­nung, vie­le davon sind bewaff­net – in der Kri­se kauft der Ame­ri­ka­ner Waf­fen, der Fran­zo­se Rot­wein, der Deut­sche Klo­pa­pier – und zumin­dest in der ana­lo­gen Sphä­re nicht so leicht ins Gat­ter der Bra­ve New World zu trei­ben wie der bra­ve, für den Marsch in jede Art Bocks­horn berei­te Germane.

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Immer noch zum Vori­gen und damit nie­mand meint, Trump-Kri­ti­ker kämen hier nicht zu Wort:

„Auch ich habe mich 2016 sehr über den Sieg Trumps gefreut” schreibt Leser ***, „muss­te aber ein­se­hen, dass wir, also die Ame­ri­ka­ner und wir Ein­woh­ner der peri­phe­re­ren Pro­vin­zen des ame­ri­ka­ni­schen Impe­ri­ums, belo­gen wurden.

Sicher, er hat kei­ne neu­en schwach­sin­ni­gen Krie­ge ange­fan­gen, immer­hin, und aus euro­päi­scher Per­spek­ti­ve war viel­leicht wirk­lich nicht alles schlecht am oran­ge­nen Mann. Aber wo ist die Mau­er, wo wur­den die Macht der Inter­net­kar­tel­le auch nur ange­tas­tet, wo hat­te das von Anfang an gewalt­tä­ti­ge Vor­ge­hen gegen sei­ne Anhän­ger auch nur die gerings­ten Konsequenzen?

Schau­en Sie sich bei Inter­es­se die kur­zen Video­schnip­sel an, die das Gesche­hen im Nach­gang des ‚Mil­lion­Ma­ga­March’ zei­gen; man hat es zwar mitt­ler­wei­le dut­zend­fach gese­hen, wie ein Mob aus Anti­fa oder BLM-Pöbel ein­zel­ne Trump-Anhän­ger abdrängt, bepö­belt und atta­ckiert, man kennt es ja auch hier­zu­lan­de zu genü­gend,  aber trotz eines gewis­sen Gewöh­nungs­ef­fekts bleibt es doch ver­stö­rend (hier, hier, hier). Trump ist auch kurz vor­bei­ge­fah­ren, bis er dann zum Gol­fen ver­schwun­den ist, immer­hin mehr als er die vier Jah­re davor getan hat, als es beim Twee­ten blieb.

Es gibt der­lei Sze­nen noch belie­big mehr. Ange­sichts die­ser unwür­di­gen Zustän­de befrie­digt es mich, dass der Con-Man die Wahl nun ver­lo­ren hat, und das letzt­lich weil 5% sei­ner Kern­wäh­ler­grup­pe der wei­ßen Män­ner die Schnau­ze voll hat­ten. Dass Trump das ein oder ande­re für Isra­el getan hat, ist im Sin­ne einer all­ge­me­nen Sym­pa­thie für die­ses von Iden­ti­täts­zwei­feln weit­ge­hend unge­plag­te Land schön, aber doch letzt­lich nicht sein eigent­li­ches Man­dat als ame­ri­ka­ni­scher Prä­si­dent gewe­sen. Gera­de der Ver­gleich mit Net­an­ya­hu zeigt doch, was für eine Luft­num­mer Trump war.”

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Was uns Slee­py Joe statt­des­sen besche­ren wird, däm­mert all­mäh­lich sogar der ARD:

Bildschirmfoto 2020 11 15 um 11.56.35

Außer­dem: Ver­schär­fung der Inter­net­zen­sur, Kampf gegen Weiß und natür­lich Neuwählerakquise:

Bildschirmfoto 2020 11 15 um 11.55.20

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Bildschirmfoto 2020 11 15 um 10.00.25

Wenn Echo­kam­mern in Echo­kam­mern als Echo­kam­mern geschmäht werden…

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Apro­pos teuf­lisch: In der Oper Mann­heim ist Puc­ci­nis Cio-Cio-San, bekann­ter als Madama But­ter­fly, inzwi­schen ein Junge:

Cio Cio Trans

Bezie­hungs­wei­se ein Herm­aphro­dit, der/die/das ein Kind zur Welt bringt. Ein­fach so aus Wich­tig­tue­rei, künst­le­ri­scher Impo­tenz, Kul­tur­schi­cke­ria-Beschlei­me­rei und Zer­stö­rungs­not­durft. Und das dump­fe teut­sche Publi­kum nimmt es hin, wie es die Mas­ken hin­nimmt, die Steu­ern, die Asyl­for­de­rer und deren Sit­ten, die Strom­prei­se, den Lock­down, Mer­kels Stam­mel- und Stum­mel­deutsch, Stein­mei­ers Gesei­er und die Regen­tän­ze der grü­nen Gauner… 

 
Écra­sez l’infâme!

PS: Frei­lich haben sich die Satans­fel­la­tio­nie­rer und Alles­ver­dre­her auch die­ser For­mel längst bemäch­tigt. (Nichts gegen Gebur­ten­kon­trol­len übri­gens, sofern sie dort statt­fin­den, wo auch die Bevöl­ke­rungs­ex­plo­sio­nen stattfinden.)
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