24. November 2020

Man spürt die Absicht, und man ist verstimmt:

Bildschirmfoto 2020 11 23 um 21.37.41

Bildschirmfoto 2020 11 23 um 21.39.35

Bildschirmfoto 2020 11 23 um 21.40.01

Mer­ke: Nicht die Stam­mes­ver­bän­de der Goten, Van­da­len, Lan­go­bar­den und Sue­ben erober­ten Westrom, son­dern „Grup­pen” von „Män­nern”, die „geglaubt” haben, eine Gemein­schaft zu sein. Jam­mer­scha­de, dass man den Ala­richs und Gei­se­richs die­se The­se nicht um die strup­pi­gen Bär­te schmie­ren kann, da wür­den die Kon­strukt­kö­ni­ge (dux Gotho­rum) und Speer­fürs­ten aber mit den Augen rol­len und die Stier­hör­ner zum neo- oder post­struk­tu­ra­lis­ti­schen Thing bla­sen las­sen! (Titel­vor­schlag für ein auf der Ber­li­ner Volks(!)bühne zu spie­len­des Stück: „Der ein­ge­bil­de­te West­go­te”.) Ob die­ses neue „Nar­ra­tiv” trotz sei­ner glo­ba­lis­mus­from­men Erwünschtheit tat­säch­lich die Migra­ti­ons­dul­dungs­be­reit­schaft in ’schland för­dert, darf frei­lich bezwei­felt werden.

                                 ***

Ihre Kir­chen­steu­er­gel­der bei der Arbeit:

Bildschirmfoto 2020 11 24 um 11.57.16

                                 ***

Bildschirmfoto 2020 11 25 um 13.51.48

Bildschirmfoto 2020 11 25 um 14.02.46

(Link)

Ihre Steu­er­gel­der bei der Arbeit:

Bildschirmfoto 2020 11 25 um 14.06.44

                                 ***

„Zur Zeit wei­le ich in Ost­ra­va und muss täg­lich am Abend Anti-Coro­na-Demos erle­ben, also sol­che, die sich gegen die Maß­nah­men der tsche­chi­schen Regie­rung rich­ten”, schreibt Leser ***. „Was glau­ben Sie sind die Schlag­wör­ter der Demons­tran­ten? ‚Vor­schlag­ham­mer’ und ‚Nazis raus’, das aber in ein­wand­frei­em Deutsch. Also bei uns in Deutsch­land sind die Demons­tran­ten mit dem glei­chen Anlie­gen die Nazis, die man in Ost­ra­va in der Regie­rung vermutet.

Die Welt wird immer schlimmer.”

                                 ***

Wäh­rend vie­le Euro­pä­er kaum mehr eine Lan­des­gren­ze ohne Coro­na-Restrik­tio­nen über­que­ren dür­fen, ist der umge­kehr­te Weg sperr­an­gel­weit offen:

Bildschirmfoto 2020 11 24 um 12.05.23

Wie stets han­delt es sich vor allem um Frau­en und Kin­der (Video), die sich strikt an die Abstands­re­geln hal­ten. Dass auch dort Ihre Steu­er- und Kir­chen­steu­er­gel­der mit von der Par­tie sind, weil Onkel Geor­ge ja nicht die gesam­te glo­ba­le Huma­ni­tät spon­sern kann, aber irgend­wer die Hotels und Bus­se bezah­len muss, darf als nicht ganz unwahr­schein­lich gelten.

 
                                 ***

Die Bevöl­ke­rung Afri­kas wächst alle zwölf Tage um eine Mil­li­on Men­schen. Das heißt, die ca. andert­halb Mil­lio­nen Migran­ten, die Deutsch­land seit 2015 auf­ge­nom­men hat, wer­den dort in acht­zehn Tagen nach­ge­bo­ren. Für Afri­ka ist der deut­sche Will­kom­mens­rausch irrele­vant. Er wird dort nicht ein­mal bemerkt. 

Der Ver­hal­tens­bio­lo­ge Ire­nä­us Eibl-Eibes­feldt hat bereits 1996 in einem Inter­view mit einen „Sys­tem­jour­na­lis­ten” vor­ge­schla­gen, „daß sich Euro­pa unter Ein­be­zie­hung Ost­eu­ro­pas groß­räu­mig abschot­tet und die Armuts­län­der der Drit­ten Welt durch Hil­fen all­mäh­lich im Niveau hebt. Wenn wir im Jahr 1,5 Mil­lio­nen Men­schen aus der Drit­ten Welt auf­näh­men, wür­de das dort über­haupt nichts ändern – das gleicht der Bevöl­ke­rungs­über­schuß in einer Woche wie­der aus, solan­ge es kei­ne Gebur­ten­kon­trol­le gibt. Man kann gegen eine Bevöl­ke­rungs­ex­plo­si­on in die­sem Aus­maß sonst nichts tun, bes­ten­falls das Pro­blem impor­tie­ren, wenn man dumm ist.”

Und mit Blick auf die Auf­nah­me­län­der: „Wenn man über Immi­gra­ti­on Mino­ri­tä­ten auf­baut, die sich abgren­zen und ein ande­res Fort­pflan­zungs­ver­hal­ten zei­gen, wird das Gleich­ge­wicht gestört. Immi­gra­ti­ons­be­für­wor­ter sagen: Die wer­den sich anglei­chen. Nur: War­um soll­ten sie eigent­lich? Deren Inter­es­se kann doch nur sein, so stark zu wer­den, daß sie bei Wah­len eine Pres­su­re-Grup­pe dar­stel­len, die ihre Eigen-inter­es­sen durch­set­zen kann.”

Stel­len wir wei­ter in Rech­nung, dass, ers­tens, nicht die Bedürf­tigs­ten, son­dern die Stärks­ten nach Euro­pa durch­kom­men – die Miga­ti­ons­wel­le funk­tio­niert rein sozi­al­dar­wi­nis­tisch, die wirk­lich Bedürf­ti­gen blei­ben zurück – und, zwei­tens, wie der deut­sche Ent­wick­lungs­hil­fe­mi­nis­ter Gerd Mül­ler im Juli 2016 sag­te, ein in Afri­ka ein­ge­setz­ter Dol­lar (oder Euro) „die drei­ßig­fa­che Wir­kung hat wie ein in Deutsch­land ein­ge­setz­ter Dol­lar”, wäh­rend, drit­tens, die Auf­nah­me­län­der, wenn sie sich wei­ter als Über­lauf­be­cken der Bevöl­ke­rungs­ex­plo­si­on anbie­ten, eines Tages über­haupt nie­man­dem mehr hel­fen kön­nen, lie­gen die von Eibl-Eibes­feldt skiz­zier­ten Schluss­fol­ge­run­gen auf der Hand. Alex­an­der Gau­land hat mehr­fach im Bun­des­tag und in Reden vor­ge­schla­gen, den soge­nann­ten Soli in einen Afri­ka-Fonds umzu­wan­deln, im Gegen­zug aber die ille­ga­le Migra­ti­on zu been­den (die lega­le ori­en­tiert sich an den Bedürf­nis­sen des Auf­nah­me­lan­des und wird gere­gelt, nicht ein­fach hin­ge­nom­men). Die­se Gel­der müss­ten frei­lich nicht mehr nach dem Gieß­kan­nen­prin­zip der Ent­wick­lungs­hil­fe ver­teilt, son­dern gezielt in Infra­struk­tur, Aus­bil­dung und Hil­fen für Not­lei­den­de inves­tiert wer­den. Im Gegen­zug könn­te der hilfs­be­rei­te Teil der Deut­schen ruhi­gen Gewis­sens all­abend­lich sein Haupt betten.

Ich habe schon ein­mal den gha­nai­schen Prä­si­den­ten Nana Addo Dank­wa Aku­fo-Addo zitiert, der 2017 bei einem Tref­fen mit Emma­nu­el Macron sag­te:
„Die Grund­la­ge für poli­ti­sche Ent­schei­dun­gen in unse­rem Land, unse­rer Regi­on, unse­rem Kon­ti­nent kann ein­fach nicht mehr län­ger die Fra­ge sein, was uns die west­li­che Welt, Frank­reich oder die Euro­päi­sche Uni­on oder sonst eine Hilfs­ebe­ne an Unter­stüt­zung geben kann. Es wird nicht funk­tio­nie­ren. Es hat nie funk­tio­niert und es wird nie funktionieren. (…)

Es ist ein­fach nicht gut für ein Land wie Gha­na, heu­te 60 Jah­re nach sei­ner Unab­hän­gig­keit, dass die Bud­gets für Bil­dung und Gesund­heit noch immer von der Groß­zü­gig­keit euro­päi­scher Steu­er­zah­ler abhän­gen. Nach so einer lan­gen Zeit soll­ten wir doch eigent­lich in der Lage sein, unse­re Grund­be­dürf­nis­se selbst zu finanzieren. (…)

Sie dür­fen ger­ne geben und wir sind dank­bar für alle Maß­nah­men, die Frank­reich über die Mit­tel sei­ner Steu­er­zah­ler für uns ergreift. Sie dür­fen das ger­ne wei­ter­ma­chen. Einem geschenk­ten Gaul schaut man nicht ins Maul. Nur, die­ser Kon­ti­nent, nach all dem, was pas­siert sein mag, ver­fügt noch immer über 30 Pro­zent aller natür­li­chen Res­sour­cen auf der Welt. Der Kon­ti­nent ver­fügt über einen sehr weit­läu­fi­gen frucht­ba­ren Boden. Er beher­bergt die jüngs­te Bevöl­ke­rung aller Kon­ti­nen­te auf der Welt. Die­se Ener­gie und Dyna­mik kön­nen wir unmit­tel­bar sehen. Es geht um die­se jun­gen Män­ner, die so viel Wider­stands­kraft und Ideen­reich­tum zei­gen bei der Über­que­rung der Saha­ra. Sie fin­den Wege, auf kaum schwimm­fä­hi­gen Boo­ten das Mit­tel­meer zu über­que­ren.
Die­se Ener­gie, von genau die­ser Ener­gie wol­len wir, dass sie sich in unse­ren Län­dern entfaltet. (…) 

Wir wol­len, dass jun­ge Afri­ka­ner in Afri­ka bleiben. (…)

Wir müs­sen uns die Fra­ge stel­len, was wir in die­sem 21. Jahr­hun­dert unter­neh­men müs­sen, damit Afri­ka weg­kommt von sei­ner unter­wür­fi­gen Bet­tel­hal­tung um Hil­fe, Wohl­tä­tig­keit und Geld­zah­lun­gen. Bedenkt man den Reich­tum des afri­ka­ni­schen Kon­ti­nents, dann müss­ten eigent­lich wir ande­re mit Geld unterstützen.”

 

                                 ***

So kann man es auch sehen:

„Sehr geehr­ter Herr Klo­n­ovs­ky, falls Sie wirk­lich ein Markt­ra­di­ka­ler wären, müss­ten Sie fol­ge­rich­tig ein Fan des chi­ne­si­schen Sys­tems sein. In Chi­na herrscht Markt­ra­di­ka­lis­mus, wie er bei uns nur im spä­te­ren 19. Jahr­hun­dert anzu­tref­fen war. Der Mie­ter ist in der Pra­xis recht­los gegen­über dem Ver­mie­ter, der Arbei­ter gegen­über dem Arbeit­ge­ber, die Gewerk­schaf­ten betrach­ten sich als ver­län­ger­ten Arm der Regie­rung, die Sozi­al­hil­fe reicht gera­de ein­mal, um nicht zu ver­hun­gern – Geld fürs Woh­nen müs­sen Sie als Chi­ne­se selbst auf­brin­gen, oder auf der Stras­se oder bei Ver­wand­ten hausen. 
 
Rege­lun­gen für die Indus­trie gibt es nicht – aus­ser dort, wo zu wenig Bestechungs­geld gezahlt wird oder wo die Par­tei gera­de ein Exem­pel sta­tu­ie­ren will (z.B. an Orten, an denen Par­tei­ta­ge statt­fin­den – da wer­den sämt­li­che Fabri­ken, die irgend­wel­che Emis­sio­nen pro­du­zie­ren, schon mal für einen Monat ein­fach geschlos­sen, selbst­ver­ständ­lich ohne Ent­schä­di­gung). Ob Sie nach einer Straf­tat in den Knast kom­men, ent­schei­det Ihr Geld­beu­tel – also der Markt. Jeman­den besof­fe­nen tot­zu­fah­ren und juris­tisch dafür unbe­hel­ligt zu blei­ben, kos­tet, je nach Gegend, so etwa um eine Mil­li­on Ren­min­bi. In Shang­hai, um nur ein Bei­spiel zu nen­nen, sind schät­zungs­wei­se zwei Drit­tel aller Gebäu­de ohne Geneh­mi­gung der Behör­den gebaut wor­den – das gibt hor­ren­de Pro­ble­me bei der Rechts­durch­set­zung etwa bei Ver­käu­fen. An die Gerich­te kön­nen Sie sich als Besit­zer eines ille­ga­len Baus ja kaum wenden. 
 
Nun, Chi­ne­sen beherr­schen die Kunst, sich immer irgend­wie durch­zu­wurs­teln – ’si può semp­re arran­gi­ar­si’ hoch zehn (ich muss mal mei­ne Frau fra­gen, wie das in chi­ne­sisch heisst). 
 
Kurz: Es gibt hier in Mit­tel­eu­ro­pa kei­nen ‚Markt’ – hier herrscht der Sozia­lis­mus. Wer hier für den Markt ist, ist Dissident. 
 
Mit schwy­ze­ri­schen Grüs­sen, 
Leser ***”
Total
0
Shares
Vorheriger Beitrag

23. November 2020

Nächster Beitrag

Zur Nacht

Ebenfalls lesenswert

24. Oktober 2019

                        Dezem­ber 1973                                                        Janu­ar 1977                      Dezem­ber 1979 Man darf die Sache nicht falsch ver­ste­hen: Auch eine Abküh­lung wäre dia­lek­ti­sche…

9. August 2020

Man redet viel von irgend­wel­chen Men­schen­rech­ten, doch das ers­te und ele­men­tars­te Recht eines Men­schen inner­halb einer zivi­li­sier­ten Gesell­schaft…

27. Februar 2019

Das Ver­wal­tungs­ge­richt Köln hat mit sei­nem gest­ri­gen Beschluss dem Bun­des­amt für Ver­fas­sungs­schutz unter­sagt, öffent­lich zu äußern oder zu…