R.I.P.

Die­ser Ein­trag wird den einen oder ande­ren Leser wahr­schein­lich über­ra­schen oder sogar befrem­den, aber für mich ist es wie eine Erin­ne­rung aus Frie­dens­zei­ten. Heu­te las ich näm­lich, dass der Komi­ker Karl Dall gestor­ben ist. Im Som­mer 1994 habe ich ihn in Kam­pen auf Sylt besucht und ein leicht rup­pi­ges Inter­view mit ihm geführt (ein biss­chen in dem Ton, den er sei­nen Talk-Gäs­ten gegen­über anschlug; als Typ war er mir sym­pa­thisch). Wie alle Clowns – also auch der Betrei­ber des Klei­nen Eck­la­dens – war Dall aus dem Bewusst­sein der, wie er es sel­ber nann­te, Beschis­sen­heit der mensch­li­chen Exis­tenz her­aus komisch. Emi­nent fest­hal­tens­wert scheint mir die Ant­wort auf mei­ne Fra­ge, ob er eigent­lich ein glück­li­cher Mensch sei: „Ein direk­tes Glücks­ge­fühl hat­te ich manch­mal, wenn ich einen in der Bir­ne hat­te.” (Zum Inter­view geht es hier.)

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