30. Dezember 2020

Kri­ti­sche Weiß­seins­for­schung, Prak­ti­kum:

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(Es war ein­mal in Ame­ri­ka, zu Zei­ten, als sich Trump-Sup­por­ter noch frech auch die Stra­ße trauten.)

Die theo­re­ti­sche Vor­ar­beit – wenn man es denn Arbeit nen­nen will – wird schon seit lan­gem geleis­tet. „The white race is the can­cer of human histo­ry; it is the white race and it alo­ne – it’s ideo­lo­gies and inven­ti­ons – which era­di­ca­tes auto­no­mous civi­liz­a­ti­ons whe­re­ver it spreads, which has upset the eco­lo­gi­cal balan­ce of the pla­net, which now threa­tens the very exis­tence of life its­elf.” Also schrieb die nahe­zu blü­ten­wei­ße Sus­an Son­tag anno 1967 im New Yor­ker Kom­mu­nis­ten­blatt Par­ti­san Review. („Die wei­ße Ras­se ist der Krebs der Mensch­heits­ge­schich­te; es ist die wei­ße Ras­se und nur sie allein – ihre Ideo­lo­gien und Erfin­dun­gen –, die auto­no­me Zivi­li­sa­tio­nen über­all dort aus­rot­tet, wo sie sich aus­brei­tet, was das öko­lo­gi­sche Gleich­ge­wicht des Pla­ne­ten gestört hat und jetzt die Exis­tenz des Lebens selbst bedroht.”)

Spä­ter „wider­rief” Son­tag die Aus­sa­ge, inter­es­san­ter­wei­se mit der Begrün­dung, sie habe damit „Krebs­pa­ti­en­ten ver­leum­det” (schwar­ze zumal); noch spä­ter „schrieb sie ein gan­zes Buch gegen die Ver­wen­dung von Krank­heit als Meta­pher” (eng­li­sche Wikipedia). 

PS: Leser *** ver­weist auf eine Arti­kel im Har­vard Maga­zi­ne:

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Einer der Autoren des Buches „When Race Beco­mes Real: Black and White Wri­ters Con­front Their Per­so­nal His­to­ries”, der mar­xis­ti­sche His­to­ri­ker Noel Igna­tiev, der in Har­vard stu­dier­te und am Mas­sa­chu­setts Col­le­ge of Art and Design lehr­te, berich­tet von der Grün­dung des Maga­zins Race Trai­tor, des­sen ers­te Aus­ga­be im Herbst 1992 mit dem Slo­gan „Ver­rat an Weiß­heit ist Loya­li­tät gegen­über der Mensch­heit” auf dem Titel erschien. 

„The goal of aboli­shing the white race is on its face so desi­ra­ble that some may find it hard to belie­ve that it could incur any oppo­si­ti­on other than from com­mit­ted white supre­macists”, schrieb der 2019 lei­der von uns gegan­ge­ne Igna­tiev – was macht’s, ein Wei­ßer weni­ger –, zu deutsch: „Das Ziel, die wei­ße Ras­se abzu­schaf­fen, ist auf den ers­ten Blick so wün­schens­wert, dass es eini­gen schwer fällt zu glau­ben, es kön­ne eine ande­re Oppo­si­tio­nen dage­gen geben als enga­gier­te wei­ße Suprematisten.” 

Und wei­ter:
Race Trai­tor wird sei­nen Fokus auf das Weiß­sein nicht auf­ge­ben … Die Redak­teu­re mein­ten es so, als sie einem Leser ant­wor­te­ten: ‚Machen Sie sich kei­ne fal­schen Vor­stel­lun­gen: Wir beab­sich­ti­gen, auf die toten wei­ßen Män­ner und die leben­den und auch die Frau­en so lan­ge ein­zu­dre­schen, bis das sozia­le Kon­strukt, das als die wei­ße Ras­se bekannt ist, zer­stört ist – nicht dekon­stru­iert, son­dern zerstört.’ ”

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Das pro­tes­tan­ti­sche Glau­bens­be­kennt­nis: Wenn du dich gegen­über Min­der­hei­ten – die dem­nächst auch Mehr­hei­ten sein kön­nen – schul­dig fühlst und öffent­lich Buße tust, bist du aus­er­wählt. Selbst­hass ist gottgefällig. 

Das Mar­ty­ri­um am Ende war nicht geplant.

Wie kann jemand glau­ben, der Teu­fel exis­tie­re nicht?

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Denn sie wis­sen nicht, was sie tun bzw. herbei­me­ta­phern (oder gera­de doch):

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Der Ein­trag vom 28. Dezem­ber zur geschlech­ter­sen­si­blen Spra­che der Natio­nal­so­zia­lis­ten hat Lese­rin *** ani­miert, einen wei­te­ren Beleg beizusteuern:

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(Es han­delt sich um ein Ange­bot aus einem online-Antiquariat.)

Leser *** wie­der­um macht dar­auf auf­merk­sam, dass auch und sogar der Füh­rer dem Stein­mei­er­deutsch tau­send Jah­re vor­aus­eil­te; sei­ne letz­te (Rund­funk-)Rede am 30. Janu­ar 1945 eröff­ne­te er mit den Wor­ten: „Deut­sche Volks­ge­nos­sen und Volksgenossinnen.”

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Es läuft:

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Wol­len Sie etwa behaup­ten, alle Mus­li­me sei­en lega­lis­ti­sche Isla­mis­ten? – Nein. Aber Leu­te, die eine Quo­te für sie for­dern – Frau Ata­mann meint Mus­li­me, nicht bei­spiels­wei­se Viet­na­me­sen – und auch sonst alles Deut­sche ver­ab­scheu­en, kom­men dafür in Frage.

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Nun wird es wohl erst recht kein Tages­schau-The­ma…

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Blei­ben wir bei der kei­nes­wegs statt­fin­den­den, aber wün­schens­wer­ten Islamisierung:

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Zunächst ein­mal könn­te man mei­nen, das hän­ge vom Stadt­teil ab. Man hört von Gegen­den, wo eher Frau­en ohne Kopf­tuch … – na, geschenkt. Ich läse auch gern eine Sta­tis­tik, wie vie­le Kopf­tuch­trä­ge­rin­nen ver­gan­ge­nes Jahr in ’schland ver­ge­wal­tigt wur­den – ich mei­ne, von Frem­den (auch grup­pen­wei­se auf­tre­ten­den) –, und wie vie­le Mädels ohne die sturm­fes­te Hau­be den uner­wünsch­ten Lie­bes­dienst sei­tens ihnen bis dato nicht bekann­ter eth­nisch Unähn­li­cher über sich erge­hen las­sen muss­ten. Nur so aus Wiss­be­gier und gren­zen­lo­ser Hetzlust.

Aber war­um „dop­pelt Angst”? Zie­hen wir einen Ori­ent­ken­ner zu Rate.

„ ‚Hchou­ma’ (gespro­chen ‚Schu­ma’) ist das marok­ka­ni­sche Wort für Schan­de, Tabu, Scham. Es gilt vor allem der Sexua­li­tät, haupt­säch­lich der weib­li­chen”, schreibt Samu­el Schirm­beck in sei­nem Buch „Gefähr­li­che Tole­ranz. Der fata­le Umgang der Lin­ken mit dem Islam” (das im sel­ben Schwei­zer Ver­lag erschie­nen ist wie das vor­ges­tern hier aus­führ­lich gewür­dig­te Hein­sohn-Opus über die Ungleich­ver­tei­lung der Klugen).

„Das The­ma Sexua­li­tät anzu­ge­hen, ist hchou­ma”, zitiert der lang­jäh­ri­ge ARD-Alge­ri­en­kor­re­spon­dent die marok­ka­ni­sche Autorin Sou­ma­ya Naa­ma­ne Gues­sous. „Das Wort hchou­ma braucht nicht aus­ge­spro­chen zu wer­den, die hchou­ma dik­tiert, kon­trol­liert, steht hin­ter vie­len Hand­lun­gen. Sie ist ein Kodex, dem man sich anpasst, ohne nachzudenken.”

Schirm­beck fährt fort: „Das Getö­se um die Frau der mus­li­mi­schen Welt hallt nun auch nach Deutsch­land. Was für ein Trom­mel­feu­er zur Ver­tei­di­gung des ‚Kopf­tu­ches’. Dahin­ter steckt: Die Frau als Quel­le der ‚Unzucht’. Die Frau als Besitz, als ‚Saat­feld’ des Man­nes. (Sure 2:223). Die Frau als Gehor­sa­me. Die Frau als Jung­frau. Die Frau als Haupt­frau. Die Frau als Neben­frau. Die Frau als Gläu­bi­ge. Die Frau als Ungläu­bi­ge. Die Frau als Rei­ne. Die Frau als Unrei­ne. Die Frau als zu Ver­hül­len­de. (Für eini­ge Gegen­den der mus­li­mi­schen Welt wäre noch hin­zu­zu­fü­gen: Die Frau als zu Stei­ni­gen­de.) Der mus­li­mi­sche Mann aber geht frank und frei sei­ner Wege, auch mit offe­nem Hemd, die ver­pack­te Frau neben ihm.”

Sou­ma­ya Naa­ma­ne Gues­sous: „Die Ehre des Man­nes inkar­niert sich im vor jeder Besu­de­lung bewahr­ten Kör­per der Frau. Auf die­ser Grund­la­ge wird die weib­li­che Sexua­li­tät streng kon­trol­liert oder sogar erstickt, damit der Kör­per der Frau intakt gehal­ten wird bis zu dem Tag, an dem er sei­nem legi­ti­men Eigen­tü­mer zukommt: dem Ehemann.”

Schirm­beck fährt fort: „Die­ser Kon­trol­le dient das ‚Kopf­tuch’ (wie Niqab und Bur­ka). Die­ser Kon­trol­le dient die deut­sche Lin­ke. (…) Man bringt dem jun­gen Mäd­chen bei, sei­ne Geni­ta­li­en ‚mehr zu hüten als sei­ne Augen‘. Sie muss sich intakt hal­ten, bis sie voll­stän­dig dem Ehe­mann gehört.” – Die inzwi­schen zu Deutsch­land gehö­ren­de Schei­dung auf afgha­nisch stellt die Ehre des Man­nes und den Rechts­frie­den wie­der her, und kein deut­sches Recht kann dar­an etwas ändern. – „So hat mir eine Frau berich­tet: ‚Mei­ne Mut­ter hat mir erklärt, dass ich mich nie von einem Mann berüh­ren las­sen darf, denn mein Kör­per gehört nicht mir, er gehört dem­je­ni­gen, der mich hei­ra­ten wird.’ Aus die­ser Ein­stel­lung erklä­ren sich die ‚Ehren­mor­de’, über die als ers­te in Deutsch­land Nec­la Kelek berich­te­te, wofür sie von Lin­ken als ‚Ras­sis­tin’ beschimpft wur­de. (…) ‚Das jun­ge Mäd­chen lernt, dass sein Kör­per eine Quel­le von Pro­ble­men ist, ange­fan­gen bei der Mens­trua­ti­on, die ver­bor­gen wer­den muss, bis zur Jung­fräu­lich­keit, die um jeden Preis bewahrt wer­den muss.’ Für alles das steht das ‚Kopf­tuch’, das bestimm­te Lin­ke für ein ‚Stück Stoff’ hal­ten, um das man nicht so viel Auf­he­bens machen sol­le. Der Kör­per unrein, die Scham, eine Frau zu sein, das Min­der­wer­tig­keits- und Schuld­ge­fühl, die Unter­drü­ckung eige­nen sexu­el­len ’sün­di­gen’ Begeh­rens, das eige­ne Geschlecht als Gebrauchs­ar­ti­kel des Man­nes, die Mem­bra­ne als Aus­hän­ge­schild der Fami­li­en­eh­re: Die­ser unsäg­li­che Sud aus Scham- und Schuld­ge­fühl, all das wird von deut­schen ‚Kopftuch’-Feministinnen zur ‚Selbst­be­stim­mung’ mus­li­mi­scher Frau­en hochstilisiert.”

Eigent­lich müss­te ich hier schrei­ben: Kei­ne wei­te­ren Fra­gen, euer Ehren. Aber eine Bemer­kun­gen noch unter uns Bet­sch­wes­tern: Kennt jemand eine deut­sche Lin­ke, Grü­ne oder pro­tes­tan­ti­sche Pfäf­fin, die nicht bes­ser gesenk­ten Blicks und züch­tig ver­schlei­ert her­um­lie­fe, der indi­vi­du­el­le Scham­ge­füh­le durch­aus stün­den (die scham­lo­sen kol­lek­ti­ven Schuld­ge­füh­le haben sie sich ja wil­lig and­res­sie­ren las­sen), und die nicht als Eigen­tum eines from­men, ero­tisch anspruchs­ar­men und emi­nent fort­pflan­zungs­wil­li­gen Bär­ti­gen ihren idea­len Platz hie­nie­den fände?

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Kom­men wir zum aktu­el­len The­ma Nr. 2 (nach den Damenstiefeln).

Zumin­dest der Kre­ti­nis­mus wird pandemisch:

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Die Ex hat­te gewarnt:

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Bedenk­lich viel­leicht, aber womit?

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Wo immer es eine Gele­gen­heit gibt, sich mit mora­li­schen Dop­pel­stan­dards zu bla­mie­ren, ist das publi­zis­ti­sche Frei­korps von der Ham­bur­ger Relo­ti­us­spit­ze dabei:

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Nie­mand hat die Absicht, eine Impf­pflicht einzuführen:

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Der­ar­ti­ges kann natür­lich nur ein Sozia­list vor­schla­gen. In die­sem Fal­le han­delt es sich um Sal­va­dor Illa, nicht Gene­ral- aber irgend­ein Sekre­tär der Sozia­lis­ti­schen Par­tei Kata­lo­ni­ens und über­dies Gesund­heits­mi­nis­ter, der spa­ni­sche Spahn prak­tisch, wobei er von sei­ner Phy­sio­gno­mie her – und wohl nicht nur von die­ser – einen famo­sen Spie­gel-Kolum­nis­ten abgäbe.

Der deut­sche Gesund­heits­mi­nis­ter hat sich bin­nen 48 Stun­den auch umentschieden:

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Ver­schwö­rungs­theo­rien sind das eine …

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„Ich fra­ge mich”, fragt Leser *** sich und damit mich mali­zi­ös, „war­um Sie plötz­lich auf­ge­hört haben die täg­li­chen Coro­na-Toten zu nen­nen. Jetzt, da wir pro Tag mehr haben als Tote durch Asyl­be­wer­ber pro Jahr wäre das doch interessant.”

Nun, geehr­ter Herr, ich zähl­te gewis­ser­ma­ßen laut mit, als es nie­mand ande­res tat; inzwi­schen ist es über­flüs­sig gewor­den. Mir ging es um den Beleg, dass Covid-19 eine Grip­pe ist, eine schwe­re Grip­pe, aber kei­ne Seu­che, und eine Grip­pe bricht sai­so­nal zur kal­ten Jah­res­zeit aus. Das Virus hat bizar­re Eigen­schaf­ten und tötet auf sehr unan­ge­neh­me Wei­se. Gleich­wohl ist es für die meis­ten Men­schen der­zeit – es kann immer Muta­tio­nen geben – eher unge­fähr­lich. Wir wer­den nicht ewig Lock­down spie­len kön­nen, weil Grip­pe ist. 

                                  ***

Las­sen wir aber die erns­ten Sei­ten des Lebens in die­sen Zei­ten nicht, wie man sagt, zu kurz kommen:

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Wie hieß noch mal der weib­li­che Ochse?

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