13. Januar 2021

„Kos­mo­po­li­tis­mus ist die zeit­ge­nös­si­sche Ver­brä­mung des Dün­kels gegen die Armen.”
Arne Kolb

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Der Süd­deut­sche Beob­ach­ter froh­lockt meldet:

Flur­ge­spräch im Bundestag:
„Was mei­nen Sie, wird der Ver­fas­sungs­schutz die AfD als Ver­dachts­fall einstufen?”
„Ich bit­te Sie, es ist Wahl­jahr. Wozu sonst der gan­ze Zirkus?”

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Der Bun­des­tag möge beschlie­ßen: Als Ras­sist soll fort­an jeder gel­ten, der sich gegen die aller­letz­te Ände­rung des Grund­ge­set­zes aus­spricht, näm­lich die Ein­fü­gung des Sat­zes „Alle Men­schen wer­den Schwes­tern” in des­sen Präambel.

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Wäh­rend drau­ßen im Lan­de Rei­se­ver­bo­te, nächt­li­che Aus­gangs­sper­ren, Alko­hol­ver­bo­te und Kon­takt­be­schrän­kun­gen ver­hängt sind, Restau­rants, Muse­en und Thea­ter geschlos­sen wur­den, Poli­zei­hun­dert­schaf­ten Rodel­bah­nen räu­men, Laut­spre­cher­durch­sa­gen die Mas­ken­pflicht ver­kün­den, Ver­samm­lungs- und Demons­tra­ti­ons­ver­bo­te gel­ten – die Unan­tast­bar­keit der Woh­nung aber nicht mehr –, wäh­rend die Medi­en Angst schü­ren zur Vor­sicht mah­nen und Zeit­ge­nos­sen, die Zwei­fel an die­sen Ein­schrän­kun­gen äußern, als Leug­ner, Unmen­schen und Staats­fein­de geschmäht wer­den, ist, wie die „Jury der sprach­kri­ti­schen Akti­on” bekannt­gab, „Coro­na-Dik­ta­tur” zum „Unwort des Jah­res 2020” gekürt worden.

Das letz­te, damals noch inof­fi­zi­el­le Unwort des Jah­res in der DDR soll „Oppo­si­ti­ons­grup­pen” gehei­ßen haben.

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Noch zum Vorigen:

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Söder: ein Seu­chen­be­kämp­fer, um den uns die Welt beneidet.

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Man muss sich inmit­ten von Diver­si­fi­zie­rern an jede tat­säch­li­che Dif­fe­renz klam­mern wie ein Schiff­brü­chi­ger an den Rettungsring.

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Der Lin­ke empört sich mehr über ein fal­sches Wort als über einen abge­schnit­te­nen Kopf.

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„Wenn ich einem Schwein MERKEL auf den Rücken täto­wie­re, bin ich dann ein Mer­kel-Fan?”, ver­wun­dert sich Leser ***, der mir die­ses Fund­stück zuschickte.
Fra­gen über Fragen…

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Wie stel­len Sie sich den typi­schen „ver­schwun­de­nen” min­der­jäh­ri­gen „Geflüch­te­ten” – also prak­tisch dop­pelt Geflüch­te­ten – vor? Die Zeit hilft het­ze­ri­schen Asso­zia­tio­nen über die­sen neu­en Typus Spring­ins­feld auf die Sprünge:

Der Maxi­me: Kei­ne fal­schen Asso­zia­tio­nen wecken! folgt auch der BR:

Die schän­de­ri­schen Hän­de aus dem Land­kreis Regens­burg waren frei­lich doch etwas pig­men­tier­ter (aber ist das nicht egal? Oder wol­len Sie Vor­ur­tei­le schü­ren und Was­ser auf Müh­len schütten?).

Auch der kanz­ler­amts­na­he Ber­li­ner Tages­spie­gel will kei­ne fal­schen Vor­stel­lun­gen wecken.

Bei Danisch erfah­ren wir den unge­än­der­ten Namen:

„Lügen­pres­se” hieß übri­gens das Unwort des Jah­res 2014.

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Anti­fa und Anti­ras­sis­ten haben viel gemein­sam: Sie ent­ste­hen als Reak­ti­on, wer­den immer stär­ker, je schwä­cher ihr Geg­ner wird, und wenn er ver­schwun­den ist, haben Sie ihn mime­tisch kopiert.

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Leser *** fragt sich „immer mehr, inwie­weit es blas­phe­misch ist AH mit AM zu ver­glei­chen? Irgend­wie nicht seri­ös, aber mich treibt es um, im Sin­ne von Ernst Nol­te: das Unver­steh­ba­re ver­steh­bar zu machen.

Und dann fal­len doch schon eini­ge Din­ge auf die min­des­tens ver­gleich­bar erschei­nen. Sebas­ti­an Haff­ner schrieb über Luden­dorff in Die deut­sche Revo­lu­ti­on 1918. mit L. tritt zum ers­ten­mal ein neu­er Zug im deut­schen Wesen her­vor – ein Zug von kalt-beses­se­ner Über­trei­bung und Schick­sals­her­aus­for­de­rung, ein ‚Alles oder Nichts’, das das Mot­to einer gan­zen Klas­se war und das seit­dem aus der deut­schen Geschich­te nicht wie­der ver­schwun­den ist.

Auch ihr Zer­stö­rungs­werk ist ja in der Sum­me, wenn auch unblu­tig, so doch gewal­tig. Die mitt­ler­wei­le offen zuta­ge tre­ten­de Lust mit immer wei­te­ren, ver­schäf­te­ren Lock­downs ver­brann­te Erde zu hin­ter­las­sen, gleicht den Nero­be­feh­len ihres Vorgängers.

Ich höre grund­sätz­lich erst 5 Minu­ten nach 12 auf. Der Unter­schied zwi­schen Füh­rer und Füh­re­rin liegt dar­in, dass Mer­kel die­sen Satz nie sagen wür­de. Eigent­lich erstaunt das Fest­ge­fah­re­ne ihrer Poli­tik, weil das Kenn­zei­chen doch immer dar­in bestand, fle­xi­bel heu­te das Gegen­teil von ges­tern zu behaup­ten und so am nächs­ten Berg nicht zu schei­tern, son­dern ihn zu umschif­fen. Die­sel­be Fähig­keit zeich­ne­te Hit­ler ja in den 30er Jah­ren aus. Aber es gibt bei sol­chen Natu­ren schein­bar einen Punkt, an dem der Spie­ler in ihnen alles nur noch auf einen Zug set­zen kann. Viel­leicht hängt das mit dem Gefühl des Aus­er­wähl­tseins zusam­men und wird von den Prot­ago­nis­ten eigent­lich als Opfer beklagt. Ich muss die­se Last tra­gen, und die­se Ent­schei­dun­gen treffen…

Wenn der über­lie­fer­te Satz von 2015 stimmt: Es ist mir egal, ob ich dar­an schuld bin, das die Flücht­lin­ge hier sind: Jetzt sind sie halt da - dann ist die­ser Satz die ers­te gül­ti­ge Illus­tra­ti­on zu jenem Vaban­que, das nur das Wir schaf­fen das kennt, und des­sen Schei­tern dar­um spä­ter immer total ist. In der ungnä­di­gen Beschimp­fung …dann ist das nicht mehr mein Deutsch­land, fin­det sich eine ande­re Parallele.

Von dort ist es gedank­lich nicht weit zu dem berüch­tig­ten: wenn das deut­sche Volk sich nicht wert erweist…. dann soll es untergehen.

Und geht nicht die Füh­re­rin jetzt das tota­le Risi­ko; im Grun­de gibt es für sie kein Zurück: kei­ne noch so mer­kel­haf­te Vol­te kann alles bis­he­ri­ge Coro­na­ge­sche­hen als Irr­tum erklä­ren; wel­che Lust am Hasard zeigt sich da? Ist es der­sel­be Wahn­sinn, der den Füh­rer ritt im Dezem­ber 41, weni­ge Tage nach dem ers­ten Wet­ter­leuch­ten vor Mos­kau den USA den Krieg zu erklä­ren? Ist es wie­der jenes ‚Alles oder Nichts’, das die Deut­schen befällt, wenn sie mit dem Rücken zu Wand stehen?

Hängt es mit dem Typus zusam­men, der doch äußer­lich alle Eigen­schaf­ten die sie unzwei­fel­haft haben müs­sen unsicht­bar macht? Ist die­se immer sicht­ba­re Durch­schnitt­lich­keit zu Beginn einer sol­chen Kar­rie­re hilf­reich, oder sogar not­wen­dig, um die zu Beginn töd­li­chen Beiß­re­fle­xe der Kon­kur­ren­ten aus­zu­schal­ten? Zunächst wer­den sie unter­schätzt und ver­lacht: sie­he Chap­lin – wenn man merkt, wozu sie fähig sind, ist es zu spät. Ohne Zwei­fel hat­ten bei­de gro­ßen per­sön­li­chen Mut und Fähig­kei­ten, ER bewies ihn schon im WK1, sie, als sie als unschein­ba­rer Schat­ten sich zu Kohls Gefol­ge gesell­te und nach und nach ein Heer von poli­ti­schen Lei­chen hin­ter­ließ. Wahr­schein­lich ist es die Abwe­sen­heit von mensch­li­chen Zügen, die Maschi­nen­haf­tig­keit ihres Seins, dass sol­che Men­schen weni­ger anfäl­lig für Feh­ler im poli­ti­schen Raum macht, als andere.”

Ähn­lich, fährt Leser *** fort, sei „auch die völ­li­ge Abwe­sen­heit von vor­stell­ba­rem Pri­va­tis­si­mo. Es gibt die­se Men­schen gar nicht, wie mal jemand sag­te: Sie exis­tie­ren nur in ihrer Politik.

Auch der Füh­rer­kult ging ja (wie bei Sta­lin) angeb­lich gar nicht auf ihn zurück; der Füh­rer leb­te ein­fach mit Braun­hemd, ohne Aus­schwei­fun­gen, nicht anders die Füh­re­rin, die zehn Jah­re in der Poli­tik brauch­te, bis sie einen anstän­di­gen Haar­schnitt hin­be­kam, wahr­schein­lich gern Wir­sing­e­in­topf isst und das Gefühl ver­brei­tet, ihr Ruf als Wel­ten­len­ke­rin könn­te ihr sogar pein­lich sein. Doch ihre ver­stei­ner­te Mie­ne, wenn sie, sel­ten genug, im Par­la­ment kri­ti­siert wird, sagt etwas ande­res. Was sie der Welt hin­ter­las­sen außer Rui­nen­fel­dern sind Kari­ka­tu­ren; Locke und Bärt­chen und Raute.

Ich fra­ge mich, was sagt das alles über uns, die Deut­schen aus­sagt? Im Grun­de ist das ja auch schreck­lich, wenn es eine gewis­sen Deter­mi­niert­heit als Volk gibt, zudem fan­ge ich an, für die Alli­ier­ten Ver­ständ­nis zu ent­wi­ckeln: dass man ein Volk, das sol­che Figu­ren her­vor­bringt und ihnen auch noch hin­ter­her­läuft, ein­he­gen muß, ist vor­stell­bar.”

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Die Auf­fas­sung, Geschmack sei etwas Sub­jek­ti­ves und qua­si ein Men­schen­recht, hat dazu geführt, dass der Kunst­ge­schmack zer­stört wor­den ist. Durch sie sind sämt­li­che Kri­te­ri­en abge­schafft oder für über­holt erklärt wor­den, und heu­te füh­len sich vie­le Men­schen bei­spiels­wei­se von Bil­dern emo­tio­nal ange­spro­chen, ohne recht erklä­ren zu kön­nen, war­um eigent­lich und war­um es sich stets um sol­che Wer­ke han­delt, deren Pro­du­zen­ten bei den Laut­spre­chern des Zeit­geis­tes hoch im Kurs ste­hen. („Doch bei nähe­rer Betrachtung/Wächst mit dem Prei­se auch die Ach­tung”, Wil­helm Busch). Der Geschmack folgt Kri­te­ri­en und muss geschult wer­den; der sub­jek­ti­ve Geschmack indes gehorcht Moden und ist im Hand­um­dre­hen da. Bezeich­nen­der­wei­se keh­ren die Besu­cher moder­ner Ver­nis­sa­gen den Aus­stel­lungs­stü­cken – die man amü­san­ter­wei­se „Arbei­ten” nennt, obwohl ihre Her­stel­lung kaum noch Arbeit erfor­dert – nach kur­zer Zeit den Rücken zu, um mit den ande­ren Sich­ab­wen­dern ins Gespräch zu kom­men. Wozu soll­te jemand auch einen auf vier, sechs oder zehn Qua­drat­me­tern Lein­wand ver­teil­ten Hau­fen von Farb­kleck­sen län­ger anschau­en? Einen Ver­meer indes, neh­men wir die Milch­magd mit ihren 45 mal 40 Zen­ti­me­tern, kann man ein Jahr lang stu­die­ren. Allein der Nagel in der Wand zu Häup­ten der Dienst­magd ist mehr wert als der gesam­te Cezanne.

Wenn irgend­ein Jahr­hun­dert der Male­rei unver­zicht­bar ist, dann das siebzehnte.

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„Der Femi­nis­mus beginnt damit, alle Essen­tia­lis­men über Bord zu wer­fen, und endet mit dem bio­lo­gis­ti­schen Geschwätz über tes­to­ste­ron­ge­steu­er­te Männer.”
Noch­mals Arne Kolb

 

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