18. Februar 2021

Unter den Men­schen, die Hux­leys „Bra­ve New World” bevöl­kern, gilt es als äußerst unan­stän­dig, die frü­he­re Exis­tenz von Eltern zu erwäh­nen – die Embryo­nen ent­wi­ckeln sich dort in künst­li­chen Gebär­müt­tern (!), „Fla­schen” genannt, denn das Wort „Mut­ter” ist ja schmut­zig, und ich erin­ne­re mich noch leb­haft, wie sehr mich das bei der Erst­lek­tü­re empörte.
Und nun lesen Sie bit­te das.
Son­dern: „Men­schen­milch”. Die Uni-Kli­ni­ken von Sus­sex und Brighton, lesen wir bei Bri­git­te Mom (!) „ermu­ti­gen ihre Ange­stell­ten, auf den Geburts­sta­tio­nen ab sofort eine geschlechts­neu­tra­le Spra­che zu ver­wen­den, um die Viel­falt ihrer Patient*innen zu wür­di­gen. Damit sich auch trans­se­xu­el­le Gebä­ren­de ange­spro­chen und zuge­hö­rig füh­len, wur­den sogar neue Begrif­fe kreiert.”

Ärz­te und Heb­am­men sol­len neben den her­kömm­li­chen auch „dis­kri­mi­nie­rungs­freie” und trans­freund­li­che Begrif­fe ver­wen­den: „Per­son” etwa statt „Frau”, „Geburts­el­tern­teil” (birt­hing parent) statt „Mut­ter”. Das Wort „Mut­ter­milch” (bre­ast­milk) kön­ne durch „Men­schen­milch” (human milk) oder „Milch des stil­len­den Eltern­teils” (milk from the fee­ding parent) ersetzt wer­den. „Eltern­teil” oder „Co-Eltern­teil” soll als Alter­na­ti­ve für „Vater” ver­wen­det wer­den. Und nie­mand lacht.

Sie haben ein­fach einen Knall. Und der brei­tet sich bis nach Aus­tra­li­en aus (die ANU ist die Aus­tra­li­an Natio­nal Uni­ver­si­ty in der Haupt­stadt Canberra):

Es gibt kei­nen Vater, der ein Kind zur Welt bringt, das ist bio­lo­gisch unmög­lich. Jemand, der sich für einen Vater hält, obwohl er eine Gebär­mut­ter hat und sei­ne Brüs­te Milch geben, obliegt einer Pri­vat­pas­si­on oder ‑obses­si­on, so wie sich man­cher für Napo­le­on hält oder ich mich für eine les­bi­sche schwar­ze Afgha­nin, die im Kör­per eines wei­ßen Cis-Sexis­ten ein­ge­sperrt ist (und zwar lebens­läng­lich), aber schon auf­grund der äußers­ten Sel­ten­heit die­ser Pas­si­on und aus Grün­den der guten Manie­ren soll­te man die All­ge­mein­heit nicht damit behel­li­gen und sich gera­de bei einem solch ele­men­ta­ren, in die Bezir­ke des Chto­ni­schen rei­chen­den Phä­no­men wie der Mut­ter­schaft in Zurück­hal­tung üben. Ich habe kei­ne Ahnung, wie vie­le Per­so­nen über­haupt auf Erden exis­tie­ren, die „Men­schen­milch” (zu) geben (glau­ben), ich habe aber eine recht genaue Vor­stel­lung davon, wann ein Bogen über­spannt wird. „Mut­ter” ist das ele­men­tars­te Men­schen­wort. Wer dar­an rührt, soll­te sich auf eini­ges gefasst machen; fra­gen Sie einen belie­bi­gen mus­li­mi­schen Nachbarn.

Fal­ten wir fürs ers­te die Hän­de und seuf­zen: Co-Eltern­teil, ver­gib ihnen, denn sie wis­sen nicht, was sie tun.

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Eigent­lich wäre es kaum mehr als eine kur­ze Mel­dung wert. Die AfD-nahe Desi­de­ri­us-Eras­mus-Stif­tung erhält ab der nächs­ten Legis­la­tur­pe­ri­ode Zuschüs­se aus dem Steu­er­topf wie die poli­ti­schen Stif­tun­gen der poli­ti­schen Kon­kur­ren­ten auch, etwa die Hein­rich-Böll-Stif­tung der Grü­nen oder die Rosa-Luxem­burg-Stif­tung der Lin­ken. Die Höhe der Unter­stüt­zungs­zah­lun­gen bemisst sich am Anteil der Wäh­ler­stim­men. So sehen es die Gepflo­gen­hei­ten vor, aber die Gepflo­gen­hei­ten sehen auch vor, dass die AfD einen Bun­des­tags­vi­ze­prä­si­den­ten stellt, und bis heu­te wird der größ­ten Oppo­si­ti­ons­par­tei die­ser Pos­ten ver­wei­gert. Mit einer gewis­sen Logik beplär­ren nun lin­ke Steu­er­geld­ab­grei­fer die staat­li­che Finan­zie­rung einer rech­ten Stif­tung. Gegen eine unde­mo­kra­ti­sche Par­tei müs­se man zu unde­mo­kra­ti­schen Mit­teln grei­fen, also prak­tisch die Demo­kra­tie in Tei­len abschaf­fen, sonst sei sie bedroht, lau­tet bekannt­lich das dep­pen­fän­ge­ri­sche Argu­ment der kon­kur­renz­scheu­en Dexiophobiker.
Kame­rad Arthur Abra­mo­vych hat sich in die­ser Mena­ge­rie umge­schaut und führt die tie­fen­ver­gau­ner­te Kam­pa­gne der Anne-Frank-Bil­dungs­stät­te gegen die Eras­mus-Stif­tung in einem sehens­wer­ten Video (hier) vor bzw. ad absurdum.
Das For­mat, des­sen ers­te Fol­ge Abra­mo­vych aus dem Bun­des­tag sen­det, heißt „Dum­me Juden – klu­ge Juden”, ein Titel, an des­sen Ent­ste­hung ich nicht unbe­tei­ligt war (nichts irri­tiert sowohl Anti­se­mi­ten als auch Phi­lo­se­mi­ten so sehr wie die Tat­sa­che, dass es dum­me Juden gibt), und eine Pas­sa­ge will ich zitie­ren. Dort repli­ziert der stell­ver­tre­ten­de Vor­sit­zen­de der Juden in der AfD (JAfD) auf die Bemer­kung des Päd­ago­gik-Pro­fes­sors Micha Brum­lik, es hand­le sich bei den JAfD um eine „klei­ne sek­ten­haf­te Grup­pie­rung”, mit fol­gen­dem Gedankenspiel:
„Lasst ein­fach die Bevöl­ke­rung des ein­zi­gen jüdi­schen Staats dar­über abstim­men, wem sie näher steht: uns als Juden in der AfD oder einem Brum­lik, der regel­mä­ßig Israel­boy­kot­teu­re wie zuletzt den links­ra­di­ka­len Post­ko­lo­nia­lis­ten Achil­le Mbem­be in Schutz nimmt. Und das Ergeb­nis einer sol­chen Umfra­ge wür­de äußerst unlieb­sam aus­fal­len für Brum­lik, denn dann stän­de er als der Sek­tie­rer da, denn er ist es, der einer ziem­lich klei­nen Cli­que inner­halb des Juden­tums ange­hört, die natür­lich in der Öffent­lich­keit sehr prä­sent ist, weil sie vom Main­stream außer­halb Isra­els pro­mo­ted wird. Dabei müss­te Brum­lik es bes­ser wis­sen, denn unter den gan­zen Clowns, die in dem Video der Anne-Frank-Bil­dungs­stät­te auf­tre­ten, ist er mit Abstand der intel­lek­tu­ell Satisfaktionsfähigste.”
Der Zir­kus, in dem die besag­ten Clowns ange­stellt sind, scheint übri­gens ein sehr spe­zi­el­ler Arbeit­ge­ber zu sein.

„Im Gespräch mit ehe­ma­li­gen Mit­ar­bei­te­rin­nen wird aber schnell klar, dass die BS Anne Frank schon jah­re­lang Mit­ar­bei­ten­de (sic!) ein­schüch­tert und nach Guts­her­ren­art aus­nutzt”, schreibt die Frank­fur­ter Rund­schau. „Es herr­sche zudem ein ‚auto­ri­tä­rer Führungsstil’.”

Gut ist man ja schon per Satzung.

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Sie lügen und lügen und lügen …
Jeder Volon­tär erkennt, dass an die­sem Pos­ting der Mimin aber auch gar nichts anti­se­mi­tisch war; sie steht nur poli­tisch nicht auf der Sei­te von Biden, Har­ris, Big Data und BLM.
Und des­halb lügen sie und lügen und lügen.
***

„In den Nie­der­lan­den”, schreibt Leser ***, Schwei­zer, „galt seit 23. 1. eine nächt­li­che Aus­gangs­sper­re, wegen Coro­na. Jetzt hat ein Ver­wal­tungs­ge­richt in Den Haag der Kla­ge der Grup­pe ‚Virus­wahr­heit’ statt­ge­ge­ben und die sofor­ti­ge Auf­he­bung der Mass­nah­me ange­ord­net. Zum Ver­gleich mit Deutsch­land: Die Nie­der­lan­de haben eine Inzi­denz von ca. 140, Deutsch­land etwa 59.

Der schwei­zer Gewer­be­ver­band for­dert vehe­ment Locke­run­gen zum 1. März (ich habe Ihnen von Köp­pels Auf­ruf zum zivi­len Unge­hor­sam berich­tet), er schliesst sich damit der ‚Eco­no­mie­su­is­se’ und zahl­rei­chen ande­ren Ver­bän­den an. Die Poli­ti­ker gera­ten stark unter Druck und deu­ten bereits vor­sich­tig Locke­run­gen zum 1.3. an (s. z.B. ‚20min’: ‚Die­se Coro­na­mass­nah­men könn­ten bald wie­der fal­len’). Die 7‑Ta­ge-Inzi­denz in der Schweiz liegt weit über der Deutsch­lands, bei jetzt 92.

Die Mass­nah­men ein­zel­ner Staa­ten gegen Coro­na fol­gen nicht pri­mär dem Ernst der Krank­heits­la­ge in die­sen Län­dern – sie kor­re­lie­ren viel­mehr zum Grad der Angst und Ner­vo­si­tät, sowie dem poli­ti­schen Wil­len zur Ein­schrän­kung der Bewe­gungs­frei­heit und dem Wider­stand dagegen.

Sie bie­ten damit einen präch­ti­gen sozio­lo­gi­schen Indi­ka­tor für den Zustand der poli­ti­schen Kul­tur in den ein­zel­nen Ländern.”

PS: In Russ­land sind Geschäf­te und Restau­rants übri­gens geöff­net, und eine Freun­din, die vor ein paar Tagen aus Schwe­den heim­kehr­te, berich­tet von dort dasselbe.

***

Das liest man doch gern:
Das auch:
„Alles in allem”, resü­miert der Text, „tra­gen wir einen Che­mie­cock­tail vor Nase und Mund, der nie auf sei­ne Gif­tig­keit und nie­mals auf etwai­ge Lang­zeit­wir­kun­gen unter­sucht wurde.”
Wenn’s denn der Volks­ge­sund­heit dient.
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Kli­ma­wan­del Wet­ter­wech­sel: Im Vor­der­grund eine Art Thü­rin­ger Wald, im Hin­ter­grund die Akro­po­lis (ja, die).
In Isra­el fällt übri­gens auch gera­de Schnee – סקי הייל!
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Im aktu­el­len Spie­gel gibt es eine sati­ri­sche Zukunfts­schau auf ein AfD-regier­tes Deutsch­land, wie bei nahe­zu sämt­li­chen Spie­gel-Arti­keln mit völ­lig ver­blüf­fen­der, für den Leser kaum vor­her­seh­ba­rer Ten­denz, Absatz für Absatz ori­gi­nell, lei­der hin­ter der Bezahl­schran­ke. Nur eine Peti­tes­se merkt Freund ***, Jude, an: „Es wird behaup­tet, das Ver­hält­nis zu ‚Tel Aviv’ wer­de sich ver­schlech­tern: Allein die Wort­wahl zeigt schon auf, war­um sich das Ver­hält­nis im Gegen­teil ver­bes­sern wür­de, denn den Israe­lis ist es ziem­lich schnup­pe, wie­vie­le erin­ne­rungs­kul­tu­rel­le Kro­ko­dils­trä­nen hier­zu­lan­de ver­gos­sen wer­den, wich­ti­ger ist, dass man ihnen das Recht zuge­steht, sich ihre eige­ne Haupt­stadt zu wählen.”
Es kann eben nicht alles stim­men, was Qua­li­täts­jour­na­lis­ten schrei­ben, nicht ein­mal im Wahr­heits­er­fin­dungs­haupt­amt an der Ham­bur­ger Relotiusspitze.
Alex­an­der Gau­land hat sich übri­gens im Som­mer 2019 in einer Rede zu den feuch­ten Phan­ta­sien vie­ler Lin­ker über die „Macht­er­grei­fung” der #noafd geäu­ßert und gesagt: „Was wird pas­sie­ren, wenn erst­mals AfD-Poli­ti­ker in Minis­te­ri­en ein­zie­hen? In den Medi­en und im Netz kann man ja amü­san­te Pro­phe­zei­un­gen lesen, über Fackel­zü­ge, die Abschaf­fung des Rechts­staa­tes und die sofort ein­set­zen­de Ver­fol­gung der Oppo­si­ti­on – also prak­tisch ‚Fri­days for Future’, Netz­werk­durch­set­zungs­ge­setz und Anti­fa von rechts. (…) Soll­ten Sie Freun­de oder Bekann­te haben, die sich vor der Macht­er­grei­fung der AfD ängs­ti­gen, sagen Sie denen bit­te: Unter der AfD wird nie­mand ver­folgt – die Ver­fol­ger bekom­men bloß kein Geld vom Staat mehr.”
***
Damit jeder weiß, mit wem die CDU und auch Herr Söder künf­tig regie­ren wollen.
***
Ende Juni mel­de­te die Welt, die Rol­ling Stones woll­ten Donald Trump ver­bie­ten, eines ihrer Lie­der für sei­nen Wahl­kampf zu verwenden.
Der Gesin­nungs­ter­ror der glo­ba­len Zivil­ge­sell­schaft trifft auch die rei­chen Künst­ler, wie man an Frau Row­ling stu­die­ren konn­te, wobei ich nicht beur­tei­len kann, inwie­weit sich Mick & Keith nun der Image­po­li­tur unter­war­fen – die Tole­ran­ten hät­ten sie ja mit einem uri­gen Schei­ßesturm überk­ü­belt und Tau­sen­de ihrer Plat­ten öffent­lich ver­brannt oder geschred­dert – oder aus ehr­li­cher Ableh­nung han­del­ten. Trump woll­te übri­gens den Titel „You can’t always get, what you want” spie­len las­sen. Weit bes­ser hät­te „Salt of the earth” gepasst, gera­de­zu das Lied auf die „Some­whe­res” (wenn wir mal von den heu­ti­gen „Stay-at-home-voters” abse­hen), also der Haupt­kli­en­tel Trumps, die unter Biden und Har­ris wohl zuneh­mend in die Obdach­lo­sen­sta­tis­tik ein­ge­hen wird, the rag-tag, the white trash. Vor­ge­tra­gen wird es aus der Per­spek­ti­ve eines „Any­whe­res” („They look so stran­ge”), die ers­ten Zei­len sind lite­ra­risch von höchs­tem Karat. 
Let’s drink to the hard working people
Let’s drink to the low­ly of birth
Rai­se your glass to the good and the evil
Let’s drink to the salt of the earth
Say a pray­er for the com­mon foot soldier
Spa­re a thought for his back brea­king work
Say a pray­er for his wife and his children
Who burn the fires and who still till the earth
And when I search a faceless crowd
A swir­ling mass of gray and black and white
They don’t look real to me
In fact, they look so strange
Rai­se your glass to the hard working people
Let’s drink to the uncoun­ted heads
Let’s think of the wavering millions
Who needs lea­ding, but get gam­blers instead
Spa­re a thought for the stay-at-home voter
His empty eyes gaze at stran­ge beau­ty shows
And a para­de of the gray sui­ted grafters
A choice of can­cer or polio
Let’s drink to the hard working people
Let’s think of the low­ly of birth
Spa­re a thought for the rag tag­gy people
Let’s drink to the salt of the earth
Let’s drink to the hard working people
Let’s drink to the salt of the earth
Let’s drink to the two thousand million
Let’s think of the hum­ble of birth
Aber womög­lich kann Donald mit die­sem Lied nichts anfan­gen, weil er absti­nent lebt. Nobo­dy is perfect.
***
„Sehr geehr­ter Herr Klo­n­ovs­ky, am 15. Febru­ar schrie­ben Sie: ‚Im Jahr 2019 wur­de der 29jährige Omar Bin Sul­tan Al Ola­ma zum Staats­mi­nis­ter für Künst­li­che Intel­li­genz ernannt. Ein sol­ches Amt gibt es bis­lang nir­gend­wo sonst in der Welt.’ Dies mag zwar kor­rekt sein, zeigt aber doch auch den per­ma­nen­ten Anti­fe­mi­nis­mus der Ara­ber, dafür einen Mann (Gott sei Dank kein alter, wei­ßer) zu neh­men. Unab­hän­gig davon, was die­ser Herr wirk­lich im Bereich KI drauf hat, sind wir hier im Land doch schon wesent­lich fort­schritt­li­cher. Wir haben hier Doro­thee Gise­la Rena­te Maria Bär als Staats­mi­nis­te­rin bei der Bun­des­kanz­le­rin und Beauf­trag­te der Bun­des­re­gie­rung für Digi­ta­li­sie­rung (Stm*inbdBuBdBfD), die zwar kaum den Schim­mer einer Ahnung von die­sem Metier hat, aber trotz hin­zu­kom­men­der Viel­fach­be­las­tung als Abge­ord­ne­te, Mut­ter und Haus­frau mit der, ihr von der Kanz­le­rin zuge­wie­se­nen Kom­pe­tenz (so etwas geht in Poli­ti­ker­krei­sen) die Digi­ta­li­sie­rung, wie alles, was die Kanz­le­rin zur Chef­sa­che erklärt, in sieg­rei­che Höhen füh­ren wird.

Zur VAE-Son­de – ich habe vor Mona­ten den Start im Fern­se­hen gese­hen – den­ke ich aber auch, dass der Anteil der VAE über­schätzt berich­tet wird: Die Son­de dürf­te wei­test­ge­hend von japa­ni­schen Inge­nieu­ren ent­wi­ckelt und gebaut wor­den sein. Die Soft­ware dürf­te eben­falls wei­test­ge­hend von japa­ni­schen IT-lern pro­gram­miert wor­den sein. Die Trä­ger­ra­ke­te ist rein japa­nisch. Der Welt­raum­bahn­hof ist rein japa­nisch. Das VAE-Kon­troll­zen­trum bestand beim Start aus unge­fähr 7 Her­ren in tra­di­tio­nel­ler Klei­dung, die vor ihren Com­pu­ter­ti­schen stan­den und sich ges­ten­reich freu­ten. Von einem japa­ni­schen Kon­troll­zen­trum und was die­ses für den Start bei­getra­gen hat, war nicht die Rede. Doch wenn das aus­reicht, was die VAE auf­ge­bo­ten hat, war­um sit­zen dann bei ame­ri­ka­ni­schen Rake­ten­starts so vie­le, meh­re­re Dut­zend, Men­schen vor Moni­to­ren? Feh­len­de Effi­zi­enz? Feh­len­de Erfahrung?

Des­sen unge­ach­tet: Nichts gegen Inge­nieu­rin­nen in isla­mi­schen Staa­ten. Die habe ich mehr­fach bei tech­ni­schen Bespre­chun­gen erlebt. Etwas ein­ge­schränkt im Zustän­dig­keits­be­reich, aber nicht im Wis­sen über die­sen. Jedoch ist dies auch, län­der­ty­pisch, bei männ­li­chen Inge­nieu­ren so. Die haben dort aus­rei­chend Men­schen, die beschäf­tigt wer­den müs­sen, und so bekommt jeder den klei­nen Teil eines Fach­ge­bie­tes zuge­wie­sen, wel­ches in Deutsch­land einer allein abdeckt. So saßen dort gewöhn­lich vier deut­schen Inge­nieu­ren – bit­te als gene­ri­sches Mas­ku­li­num lesen – in wech­seln­der Beset­zung bis zu zwei Dut­zend Inge­nieu­re des Auf­trag­ge­bers gegenüber.

Fest­zu­stel­len ist auch, dass mus­li­mi­sche Inge­nieu­rin­nen bei Dienst­rei­sen nach Deutsch­land hier ganz anders geklei­det auf­tra­ten (selbst eine im Hei­mat­land mit einem an hie­si­ge Non­nen­tracht erin­nen­dem Out­fit auf­tre­ten­de) und trotz mehr­ma­li­gem Hin­weis, beim im Gas­tro-Warm­hal­te­be­häl­ter des Buf­fets ange­bo­te­nen Fleisch han­de­le es sich um Schwei­ne­fleisch, das Schnit­zel aßen und auf dem Weih­nachts­markt nicht nur einen Pott Feu­er­zan­gen­bow­le bzw. Glüh­wein tran­ken (jene im Non­nen-Look-Ali­ke aller­dings nicht).

Dazu ein Bild aus den VAE.”

***

Set­zen Sie die Bril­le ab, Mädel, die hat ein Wei­ßer erfunden!

***

„Ken­nen Sie”, fragt Leser ***, „die Net­flix-Serie ‚Brid­ge­rton’? Nein? Kei­ne Angst, das ist kei­ne Bil­dungs­lü­cke. Aber die scheint sehr beliebt zu sein. Sie spielt unter eng­li­schen Ade­li­gen im frü­hen 19. Jahr­hun­dert, also als der Ras­sis­mus im Ver­gleich zu heu­te in hoher Blü­te stand.

Und was macht man als bra­ver, poli­tisch kor­rek­ter Seri­en­ma­cher? Man bekämpft natür­lich Ras­sis­mus. Also wur­den ver­schie­de­ne Adli­ge, u.a. die Figur eines ‚Duke of Has­tings’ und einer ‚Lady Dan­bu­ry’, von schwar­zen Schau­spie­lern dar­ge­stellt! Man stel­le sich das vor: Um heu­ti­gen Ras­sis­mus zu bekämp­fen, stellt man im Effekt die Gesell­schaft des frü­hen 19. Jahr­hun­derts in Eng­land als so tole­rant dar, dass es schwar­ze Her­zö­ge und schwar­ze ade­li­ge Damen gege­ben hät­te!  Sogar Köni­gin Char­lot­te (1744–1818) wur­de als ’schwarz’ dar­ge­stellt (es gab ver­schie­dent­lich Gerüch­te, dass sich eine nord­afri­ka­ni­sche Linie in ihre Vor­fah­ren ver­irrt hät­te, das ist für His­to­ri­ker pure, implau­si­ble Spe­ku­la­ti­on, die auf nichts Hand­fes­tem fußt).

Die­se blind­wü­ti­gen Ras­sis­mus­be­kämp­fer sind der­ma­ßen däm­lich, dass man fast schon Mit­leid mit ihnen bekom­men könnte.”

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