Endlich: Die Dialektik kehrt zurück!

Es wird käl­ter, weil es wär­mer wird.

„Ich ver­mu­te, da wer­den noch gan­ze Genera­tio­nen unter Schnee­mas­sen den Hit­ze­tod ster­ben”, schreibt ehr­fürch­tig Leser *** und steu­ert gleich eine Rei­he von Anschluss-Ana­lo­gien bzw. dia­lek­ti­scher Varia­tio­nen über ein The­ma der Hl. Gre­ta bei:
„7. Super­bowl-Gewinn unter­mau­ert Bra­dys noto­ri­sche Erfolglosigkeit”
„0:6 zeigt Stär­ke der Mannschaft”
„Stei­gen­de Kri­mi­na­li­tät belegt Zunah­me an Sicherheit”
„Sin­ken­de Infek­ti­ons­zah­len deu­ten auf immer anste­cken­de­res Virus”
„Dra­ma­ti­scher Wirt­schafts­ein­bruch unter­streicht Stär­ke der deut­schen Wirtschaft”
„Rekord­in­fla­ti­on beweist Sta­bi­li­tät des Euros”

To be continued …

PS. Falls mir ein Schlau­mei­er jetzt schreibt, aber das kön­ne doch tat­säch­lich so sein, kom­ple­xe Sys­te­me und so: Klar kann das stim­men. Ich sage ja zum Klimawandel!

PPS: „Je mehr Wär­me-Ener­gie im Sys­tem ist, des­to vola­ti­ler wird das Sys­tem. Das bedeu­tet, dass sich die Wet­ter­ex­tre­me (Aus­schlä­ge in bei­de Rich­tun­gen) welt­weit häu­fen werden.”
Leser ***

PPPS: „Ja stimmt, als vor paar Jah­ren unse­re Erde so viel Wär­me-Ener­gie hat­te, waren die bei­den Pole des­halb eis­frei”, spot­tet Leser ***.

PPPPS: „Ich selbst bin zwar theo­re­ti­scher Phy­si­ker und habe nume­ri­sche Simu­la­tio­nen pro­gram­miert, aber ich wür­de mir nicht anma­ßen, so tief­ge­hen­de Begrün­dun­gen zu lie­fern”, inter­ve­niert Leser ***. „ ‚Je mehr Wär­me-Ener­gie im Sys­tem ist, des­to vola­ti­ler wird das Sys­tem. Das bedeu­tet, dass sich die Wet­ter­ex­tre­me (Aus­schlä­ge in bei­de Rich­tun­gen) welt­weit häu­fen wer­den’ – das kann man unmög­lich so pau­schal behaup­ten. Wenn es über­all gleich warm ist und der­sel­be Luft­druck herrscht, gibt es kei­nen Wind und ergo auch kei­ne Stür­me. Wind (und auch Stür­me) sind Aus­gleichs­strö­mun­gen zwi­schen Gebie­ten unter­schied­li­chen Luft­drucks, und für die Stär­ke ist im wesent­li­chen der Luft­druck­gra­di­ent zwi­schen die­sen Gebie­ten entscheidend.

Wenn nun der Kli­ma­wan­del die Pole stär­ker betrifft als den Äqua­tor, dann kann es zwar sein, dass der glo­ba­le Mit­tel­wert der Tem­pe­ra­tur ins­ge­samt gestie­gen ist, aber die mitt­le­re Tem­pe­ra­tur­dif­fe­renz zwi­schen pola­ren und äqua­to­ria­len Luft­mas­sen sinkt, ergo die glo­ba­len Wind­sys­te­me sich abschwächen.

Ich habe nicht die gerings­te Ahnung, ob das so ein­tre­ten wird, das ist eine unbe­wie­se­ne Hypo­the­se, aber genau­so unbe­wie­sen ist die Behaup­tung, es wer­de eine Häu­fung der Wet­ter­ex­tre­me geben, nur weil die Durch­schnitts­tem­pe­ra­tur gestie­gen ist.

Mag sein, dass die Natur plötz­lich im völ­li­gen Still­stand ver­harrt und der Mensch ganz allein für den Kli­ma­wan­del ver­ant­wort­lich ist. Und selbst wenn: Aus dem Ome­lett wer­den kei­ne gan­zen Eier mehr. Wenn ich fahr­läs­sig auf Glatt­eis aus­ge­rutscht bin und mir das Bein gebro­chen habe, ist das zwar sau­blöd und wäre viel­leicht ver­meid­bar gewe­sen, aber hel­fen wird mir dann ein Gips und Ruhig­stel­lung des Bei­nes, und nicht das Gequa­ke über Glatt­eis oder den Was­ser­ge­halt der Atmosphäre.

Was also hilft ist z.B. der Bau von Dei­chen, die Erfor­schung von Nähr­pflan­zen, die mit ver­än­der­ten kli­ma­ti­schen Bedin­gun­gen aus­kom­men, der Bau von Häu­sern, die mit den neu­en Extrem­wet­ter­la­gen pro­blem­los klar­kom­men, wenn sie denn ein­tre­ten, und, am aller­wich­tigs­ten: Die Erschlie­ßung von Ener­gie­quel­len, die uns Unmen­gen bil­li­ger Ener­gie lie­fern kön­nen, um all die Maß­nah­men auch durch­füh­ren zu kön­nen, und das sind ganz bestimmt nicht irgend­wel­che Windmühlen.

Und wenn nun die­se Extrem­wet­ter­la­gen so häu­fig wer­den: Hat einer mal nach­ge­dacht, was das für die Not­fall­ver­sor­gung bedeu­tet? Es wird dann oft auch kei­nen Strom geben. Was machen dann die Not­ärz­te und Feu­er­wehr­kräf­te, wenn ihr Akku nach einer Ret­tungs­fahrt leer ist und die­ser man­gels Strom nicht neu auf­ge­la­den wer­den kann?

Dass der Mensch bei­trägt zum Kli­ma­wan­del, kann nicht ernst­haft bestrit­ten wer­den. Aber das ist nicht die Fra­ge. Die Fra­ge ist: Kann der Mensch auf Jahr­hun­der­te hin­aus das glo­ba­le Wet­ter­ge­sche­hen kon­trol­lie­ren? Denn fra­gen Sie ein­mal die eif­ri­gen Pre­di­ger und Jün­ger der Hei­li­gen Gre­ta, was das Wort ‚Kli­ma’ über­haupt bedeu­tet. Noch kei­nen habe ich getrof­fen, der die Defi­ni­ti­on des Wor­tes tat­säch­lich kannte.
Der deut­sche Bil­dungs­bür­ger han­tiert also in hei­li­gem Ernst mit Wör­tern, deren Bedeu­tung er gar nicht ver­stan­den hat. Dann kann ja nichts mehr schiefgehen.”

 

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