In eigener Sache

Was sucht ein Schrift­stel­ler in der Poli­tik? Ich ver­knei­fe mir die Gegen­fra­ge, was ein Poli­ti­ker in der Poli­tik sucht, und ant­wor­te mit einem Lite­ra­ten, einem der bes­ten oben­drein, Gust­ave Flau­bert, der am 13. Novem­ber 1872 an sei­nen Freund Iwan Tur­gen­jew die gefü­gel­ten Wor­te schrieb:

„Ich  habe immer ver­sucht, in einem Elfen­bein­turm zu leben, aber ein Meer von Schei­ße schlägt an sei­ne Mau­ern, genug, ihn zum Ein­sturz zu bringen.”

Ich könn­te aber auch die fol­gen­de Kli­en­tel als Motiv in Vor­schlag brin­gen, wobei die Ver­bin­dung zum oben­ste­hen­den Zitat selbst­er­klä­rend ist (auch wenn die grü­ne Spitzel‑, Denun­zi­an­ten- und Ten­denz­voll­stre­cker­trup­pe hier gera­de fin­giert, sich vor irgend­je­man­dem schüt­zen zu müssen):

Rat­haus Chem­nitz, Ein­gang zur Tole­ran­ten- und Bunt­heits­frak­ti­on. Dass sie Anti­se­mi­ten nicht rein­las­sen, bezweif­le ich übri­gens; ihre Par­tei und ihre Claque wim­meln davon. Hin­ter die­ser Tür fin­den Sie mit hoher Sicher­heit kei­nen Men­schen, der jemals in einem seriö­sen Beruf gear­bei­tet, etwas – außer fri­sier­ten Sta­tis­ti­ken – erfun­den, Arbeits­plät­ze geschaf­fen oder irgend­ei­ne Sache her­ge­stellt hat, für die ande­re Leu­te frei­wil­lig ihr Geld herausrückten.

Im Augen­blick berei­te ich mei­ne Wahl­kam­pa­gne für das Chem­nit­zer Bun­des­tags-Direkt­man­dat vor. Da mich dort buch­stäb­lich nie­mand kennt, wer­de ich kräf­tig trom­meln müs­sen. Auch wenn die Par­tei und ich sel­ber ein biss­chen was in den Topf wer­fen, wird das ohne Spen­den nicht funktionieren.

Wer also mei­nen Wahl­kampf finan­zi­ell unter­stüt­zen will, kann dies unter fol­gen­der Bank­ver­bin­dung tun:

Alter­na­ti­ve für Deutschland/Kreisverband Chemnitz
Spar­kas­se Chemnitz
IBAN: DE25 8705 0000 0710 0345 39
BIC: CHEKDE81XXX

Das Kenn­wort lau­tet nicht „Hase, du bleibst hier!”, son­dern der Ein­fach­heit hal­ber „Wahl­kampf Klo­n­ovs­ky”. Auf Wunsch wird selbst­ver­ständ­lich eine Spen­den­quit­tung aus­ge­stellt; dann müss­ten Sie bit­te Ihre Anschrift mit angeben.

Allen, die bereits mei­nem ers­ten Auf­ruf gefolgt sind und zum Teil über­aus groß­zü­gig gespen­det haben, dan­ke ich mit Verbeugung.

PS: Bei der Leser­um­fra­ge nach dem bes­ten Wahl­kampf­slo­gan – es ging um den grif­figs­ten, ein­präg­sams­ten, nicht um den wit­zigs­ten oder ori­gi­nells­ten – hat übri­gens „Cou­ra­ge für Chem­nitz” gewon­nen. Unter die­sem Titel wird die Kam­pa­gne lau­fen. Die bes­ten ande­ren „Claims” wer­den dort einfließen.

 

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