16. März 2021

„Sol­da­tin­nen sind Mörderinnen!”
(Leser ***)

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Wer heu­te noch DDR-Ver­glei­che zieht, möge sich einer Selbst­prü­fung unter­zie­hen: Die­se Art von Humor – er war sei­ner­zeit vor allem in sei­ner rumä­ni­schen Ver­si­on berühmt – hat Erich der Ein­zi­ge weder beses­sen noch befördert.

Obwohl sie im eigent­li­chen Sin­ne kei­nen Blog betreibt. Das passt. Sie ist ja auch deut­sche Kanz­le­rin, obwohl sie mit dem Sou­ve­rän des Grund­ge­set­zes im eigent­li­chen Sin­ne nichts anfan­gen kann. H. Maas ist Außen­mi­nis­ter, obwohl er kei­ne Ahnung von Poli­tik im eigent­li­chen Sin­ne hat. Karl Lau­ter­bach flim­mert täg­lich als Exper­te über die Bild­schir­me, obwohl er im eigent­li­chen Sin­ne nicht ganz knus­per ist. Wir haben rei­hen­wei­se Abge­ord­ne­te und sogar Minis­ter, die einen Dok­tor­ti­tel führ(t)en, obwohl sie im eigent­li­chen Sin­ne nie pro­mo­viert wur­den. Frau Gif­fey ist immer noch Minis­te­rin, obwohl sie im eigent­li­chen Sin­ne eine Betrü­ge­rin ist. Jan Böh­mer­mann und Oli­ver Wel­ke wer­den als Komi­ker gehan­delt, obwohl sie im eigent­li­chen Sin­ne Pro­pa­gan­dis­ten sind. Die Bun­des­wehr leis­tet sich den Namen Armee, obwohl sie im eigent­li­chen Sin­ne kei­ne ist. Die Deut­schen beleh­ren den Rest der Welt über die Zukunft, obwohl sie kaum mehr Kin­der zeu­gen, also im eigent­li­chen Sin­ne zukunfts­los sind. Die Deut­schen rui­nie­ren für das Kli­ma ihre Auto­mo­bil­in­dus­trie, obwohl das Kli­ma im eigent­li­chen Sin­ne davon nichts mit­be­kommt. Frau­en müs­sen mit Quo­ten geför­dert wer­den, obwohl sie den Män­nern im eigent­li­chen Sin­ne min­des­tens eben­bür­tig sind. Migran­ten sind nicht kri­mi­nel­ler als Deut­sche, obwohl sie es im eigent­li­chen Sin­ne durch­aus sind, indem sie mehr Straf­ta­ten bege­hen. Und so weiter.

Auch wenn die Kanz­le­rin im eigent­li­chen Sin­ne kei­ne Gedich­te schreibt, wäre jetzt wohl ein Lyrik­preis drin.

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Es ist eine Bin­se, dass die Ver­hin­de­rung einer deutsch-rus­si­schen Alli­anz immer im Inter­es­se des Wes­tens lag, zunächst der Entente, danach der USA. Der ame­ri­ka­ni­sche Geo­stra­te­ge und Mili­tär­be­ra­ter Geor­ge Frie­man etwa erklär­te anno 2015, dass sich deut­sches Kapi­tal und deut­sche Tech­nol­gie nicht mit rus­si­schen Roh­stof­fen und rus­si­scher Man­power ver­bin­den dürf­ten, sei die US-ame­ri­ka­ni­sche Maxi­me im Zwei­ten Welt­krieg und im Kal­ten Krieg gewe­sen, die­se Ver­bin­dung sei die ein­zi­ge, die Ame­ri­ka bedro­hen kön­ne, was, unaus­ge­spro­chen oder nicht, immer noch gilt.

Die Alli­anz­phan­ta­sie Fried­mans grün­det auf Vor­aus­set­zun­gen, die inzwi­schen ins Rut­schen gekom­men sind. Die Rus­sen haben die Res­sour­cen, die Deut­schen die Tech­no­lo­gien? Teil zwei der Aus­sa­ge stimmt kaum mehr; sowohl in der Mili­tär- und Rake­ten­tech­nik als auch in punc­to Ener­gie­er­zeu­gung (Atom­ener­gie) sind die Rus­sen den Deut­schen inzwi­schen weit vor­aus, in der Künst­li­chen Intel­li­genz womög­lich eben­falls. Rus­si­sche Schü­ler schnei­den bei TIMSS-Tests bes­ser ab als deut­sche – 2015 schaff­ten es 1.560.000 rus­si­sche Schü­ler in die Kate­go­rie „advan­ced”, 19,8 Pro­zent der Getes­te­ten, wäh­rend es in Deutsch­land 190.000 bzw. 5,3 Pro­zent waren –, das heißt, es gibt dort deut­lich mehr mathe­ma­tisch hoch­be­gab­te Kin­der und Jugend­li­che als im bes­ten Deutsch­land ever.

Was mag dem deut­schen wis­sen­schaft­lich-tech­no­lo­gi­schen Geni­us die Schwin­gen gebro­chen haben, der trotz des Intel­li­genz-Ader­las­ses durch die natio­nal­so­zia­lis­ti­sche Juden­ver­fol­gung bis in die 1980er Jahr noch recht ika­risch unter­wegs war? 1980 wur­de eine Par­tei gegrün­det, deren Auf­stieg par­al­lel zum wirt­schaft­li­chen, tech­no­lo­gi­schen und geis­ti­gen Abstieg Deutsch­lands ver­läuft. Die Grü­nen haben von Anfang an mit hyä­nen­haf­tem Eifer alles bekämpft und desta­bi­li­siert, was Deutsch­land nach der Höl­len­fahrt des Drit­ten Rei­ches wie­der stark und inter­na­tio­nal aner­kannt gemacht hat­te, poli­tisch, wirt­schaft­lich, tech­no­lo­gisch, aber auch sozio­kul­tu­rell. Koin­zi­denz oder Kau­sa­li­tät? Oder bei­des zusam­men und kreuz­wei­se? Allem, was nach 1945 noch stand, ist inzwi­schen das Mark aus­ge­bla­sen wor­den, wie es Franz Josef Strauß befürch­te­te, als er 1986 als Gast­red­ner auf dem CDU-Par­tei­tag sag­te: „Wenn die­se Bun­des­re­pu­blik Deutsch­land einen fun­da­men­ta­len Wan­del in Rich­tung Rot-Grün voll­zie­hen wür­de, dann wäre unse­re Arbeit der letz­ten vier­zig Jah­re umsonst gewe­sen, dann wäre das Schick­sal der Leben­den unge­wiss, und die Zukunft der kom­men­den Genera­tio­nen wür­de auf dem Spie­le stehen.”

Ein Ver­schwö­rungs­theo­re­ti­ker könn­te ins Grü­beln kom­men, wel­che Rol­le die Ame­ri­ka­ner dabei spiel­ten. Doch letzt­lich dürf­te sich deren Ein­fluss in Gren­zen gehal­ten haben; wie bei der soge­nann­ten Ver­gan­gen­heits­be­wäl­ti­gung haben sie bestimmt rasch erkannt, dass es das Bes­te ist, die Deut­schen die Sache – also sich – sel­ber erle­di­gen zu las­sen. Auf den deut­schen Eska­pis­mus ist heu­te so viel Ver­lass wie frü­her auf die deut­sche Inge­nieurs­kunst. Anna­le­na B. als Kanz­ler­kan­di­da­tin – hat Tha­lia viel­leicht Kli­os Platz eingenommen?

Dem­nächst ver­hilft womög­lich ein goßer Teil des im Sud sei­ner unsühn­ba­ren Schuld gegar­ten Rest­vol­kes von Tech­nik­fein­den, Kli­ma­hys­te­ri­kern, Faschis­ten­hal­lu­zi­nie­rern und kin­der­lo­sen Xeno­phi­len den Nolens-volens-Tes­ta­ments­voll­stre­ckern des Füh­rers zur ers­ten Kanz­ler­schaft. Ein fas­zi­nie­rend Schau­spiel, hoch­ko­misch und gottbekotzenswürdig.

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„Ihr Par­la­ment hat mitt­ler­wei­le 709 Mit­glie­der, aber nur noch eine erlaub­te Mei­nung. Das, so sagen sie, wäre eine wehr­haf­te Demokratie.”
(Dirk Maxeiner)

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Zur wei­te­ren Dia­lek­tik (doch­doch) von Koin­zi­denz und Kausalität.

(Ich dan­ke Lese­rin *** für die Zusendung.)

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In Kri­sen­zei­ten muss sich die jour­na­lis­ti­sche Wach­sam­keit auch auf Unru­he­stif­ter und Rechts­ab­weich­ler in der eige­nen Bran­che richten.

Dass sie sich auf ihre Reich­wei­ten­stei­ge­rung kapri­zie­re und dabei die geis­ti­ge Ruhe­sti­fung ver­nach­läs­si­ge, kann man der Frank­fur­ter Rund­schau ja nicht unterstellen.

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Auch bei Inter­view­fra­gen und ‑ein­wür­fen wach­sam zu sein, gehört zu den Haupt­tu­gen­den des Haltungsjournalisten.

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Kei­ne Woche ohne Corona!

Der Epi­de­mio­lo­ge John Ioann­i­dis, Pro­fes­sor in Stan­ford, hat nach der Aus­wer­tung von Daten aus 14 Län­dern fest­ge­stellt, dass ein Lock­down sich gering bis über­haupt nicht auf die Infek­ti­ons­kur­ve aus­wirkt. Die Zeit­schrift Natu­re sekun­diert:

Ein „Irr­tum” oder „Trug­schluss” also.

„A recent mathe­ma­ti­cal model has sug­gested that stay­ing at home did not play a domi­nant role in redu­cing COVID-19 trans­mis­si­on. (…) With our results, we were not able to exp­lain if COVID-19 mor­ta­li­ty is redu­ced by stay­ing at home in ~ 98% of the com­pa­ri­sons after epi­de­mio­lo­gi­cal weeks.”

Das Her­un­ter­fah­ren des öffent­li­chen Lebens, das uns Mil­li­ar­den­sum­men kos­tet, vie­le Klein­un­ter­neh­men rui­niert und des­sen Neben­wir­kun­gen auf die Gesund­heit der Bevöl­ke­rung womög­lich mehr Scha­den anrich­ten als die Pan­de­mie selbst, hat womög­lich nicht das Gerings­te bewirkt.

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Wie der Süd­deut­sche Beob­ach­ter mel­det, mokiert sich ein grü­ner Münch­ner Lokal­re­gie­rungs­po­li­ti­ker gleich­wohl über die lasche Gang­art der Poli­zei gegen die Demons­tra­ti­on der soge­nann­ten „Quer­den­ker”.

Ein ange­häng­ter Kom­men­tar beklagt sodann

Wie poli­zei­li­ches Han­deln und jour­na­lis­ti­sches Kom­men­tie­ren bes­ser har­mo­nie­ren kön­nen, hat­ten im Novem­ber die Ber­li­ner Poli­zei mit ihren Was­ser­wer­fern und eine Cha­rak­ter­na­tur bei der Zeit vorgeführt.

Als ein typi­scher bis reprä­sen­ta­ti­ver Besu­cher des Klei­nen Eck­la­dens blickt Leser *** über den deut­schen Tel­ler­rand, oben­drein dort­hin, wo die Ord­nungs­macht durch­greift, Sie dür­fen gern raten, ob es sich um Weiß­russ­land oder Hol­land handelt.

Abstands­re­geln las­sen sich näm­lich durchsetzen.

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Zum Vori­gen.

Leser ***, Medi­zi­ner, macht mich auf den bel­gi­schen Viro­lo­gen Geert Van­den Bos­sche auf­merk­sam, eine soge­nann­te Kory­phäe in sei­ner Bran­che, vor­mals bei der Gates-Stif­tung und der glo­ba­len Impfal­li­anz Gavi tätig, der auf gro­ße Neben­wir­kun­gen der Covid-19-Impf­stof­fe hin­weist oder sie behaup­tet (hier und hier); ich ver­mag das nicht einzuschätzen.

Die­se Impf­stof­fe, heißt es unter Ver­weis auf einen Vor­trag, den Bos­sche am 2. März auf dem Inter­na­tio­na­len Impf­gip­fel in Ohio hielt – Titel: „War­um soll­ten die aktu­el­len Covid-19-Impf­stof­fe nicht zur Mas­sen­imp­fung wäh­rend einer Pan­de­mie ver­wen­det wer­den?” –, erzeu­gen „bei eini­gen Men­schen Neben­wir­kun­gen oder ver­ur­sa­chen in sel­te­ne­ren Fäl­len den Tod. Die­se Fest­stel­lun­gen sind mitt­ler­wei­le weit­hin aner­kannt. Es könn­te aber schlim­mer kom­men: Die lau­fen­de Impf­kam­pa­gne könn­te die Zahl der Virus-Neu­in­fek­tio­nen mit­tel- und lang­fris­tig dra­ma­tisch in die Höhe trei­ben. Dafür wür­de ein Effekt sor­gen, über den sich unver­ständ­li­cher­wei­se nur weni­ge Gedan­ken machen: die Immu­n­e­vas­i­on ― ein Vor­gang, mit dem Viren dem mensch­li­chen Immun­sys­tem zum Bei­spiel durch Muta­ti­on aus­wei­chen. Nicht nur wür­de der Impf­stoff damit die beab­sich­tig­te Wir­kung ver­feh­len, er wür­de auch unser natür­li­ches Immun­sys­tem mas­siv schädigen.”

Was mich betrifft, so speist sich mei­ne Aver­si­on gegen die Imp­fung weni­ger aus sach­li­chen Beden­ken als viel­mehr aus der Art und Wei­se, wie man mich dazu zwin­gen will, sowie aus mei­nem Miss­trau­en gegen die Ideen der staat­li­chen bzw. staats­from­men Akteu­re von Mer­kel bis Lau­ter­bach, von Spahn bis Wieh­ler (Dros­ten hal­te ich für kom­pe­tent, aber kor­rum­piert). Wie wäre es, wenn sich die Medi­zi­ner, Viro­lo­gen und ande­re Kun­di­ge unter den Lesern dazu durch­rän­gen, mei­ne Beden­ken zu zer­streu­en oder zu stützen?

***

Ver­le­ser der Woche.

Es geht natür­lich um Art. 1 GG. Ich hat­te gele­sen „nicht realistisch”.

***

Zur Wie­der­vor­la­ge.

„Wir haben es zuge­las­sen, dass unser Medi­um durch diri­gis­ti­sche Ein­grif­fe miss­braucht wur­de. Dadurch wur­de das Ver­trau­en vie­ler Zuschau­er und nicht zuletzt zahl­rei­cher Mit­ar­bei­ter im Fern­se­hen erschüt­tert. Dafür bit­ten wir die Bür­ger um Entschuldigung.”

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