25. März 2021

Höf­lich­keit ist die kul­ti­vier­tes­te Form der Heu­che­lei; kein Wun­der, dass sie immer mehr aus der Mode kommt.

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Da die Medi­en gezwun­gen sind, die AfD stän­dig zu ver­teu­feln, ent­geht dem deut­schen Publi­kum eine der letz­ten gro­ßen Komö­di­en die­ses Landes.

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An ihrer Dop­pel­zün­gig­keit sollt ihr sie erkennen.

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Was wäh­rend eines Lock­downs alles an den Tag kommt!

Long-Covid meint prak­tisch das genaue Gegen­teil von lan­ge oder Wer hat den Längs­ten?; es geht dar­um, dass die­ses Coro­na­vi­rus, anders als bis­he­ri­ge Grip­pe- und Seu­chen­er­re­ger oder das HIV-Frücht­chen, das Lie­bes­le­ben der Erkrank­ten beeinträchtigt.

Die schrei­ben übri­gens nicht des­halb so komisch, weil der SARS-CoV-2-Kol­le­ge auch das Cere­brum befällt, son­dern aus wirk­lich erns­ten Gründen:

Illus­triert ist der Arti­kel mit einem vor dem dro­hen­den Außer-Atem- und des­halb wahr­schein­lich wie­der-nicht- Kom­men im Gram erstarr­ten typisch deut­schen Doppel-er:sie.

Jes­ses!

Apro­pos reprä­sen­ta­ti­ve Bild­aus­wahl. Bei Danisch fand ich die­ses Berufsschullehrbuchcover.

So sieht es bekannt­lich aus in der deut­schen Arbeitswelt.

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(Netz­fund)

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In die­sem Dia­ri­um wird bis­wei­len mit der Maxi­me ope­riert, man möge nicht immer gleich Nie­der­tracht oder Bos­heit als Motiv eines wider­sin­ni­gen Tuns unter­stel­len, wenn auch Dumm­heit als Erklä­rung hin­rei­chen kön­ne. Umge­kehrt trifft das natür­lich auch auf Intel­li­genz als Motiv sinn­vol­len Han­delns zu. Das ist die größ­te aller Bin­sen, aber da wir in einer Zeit der Schlei­fung säm­li­cher natür­li­cher Unter­schie­de leben – aus Bos­heit oder Dumm­heit? –, wes­halb uns qua­si täg­lich ein­ge­trich­tert oder auch ‑getrig­gert wird, dass nicht nur alle Ras­sen, Ehni­en, Stäm­me, Clans und Volks­kon­struk­te, son­dern auch alle Indi­vi­du­en irgend­wie gleich begabt sind, wes­halb gera­de das deut­sche Abitur dritt­weltaug­lich gestal­tet wird, da wir, sage ich, in einer sol­chen Zeit leben, muss ich eigens dar­auf hin­wei­sen, dass Intel­li­genz ande­re Resul­ta­te zei­tigt als Dumm­heit (selbst­ver­ständ­lich auch, wenn sich bei­de im Bösen versuchen).

Wozu die­se Vor­re­de? Deshalb:

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Es besteht ein belast­ba­rer Grund dafür, war­um sämt­li­che Kri­tik an Mer­kel abprallt: weil ihr aus ihrer Per­spek­ti­ve wahr­schein­lich nichts miss­lingt, son­dern alles gelingt.

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Von mei­nen Jokus über das theo­re­ti­sche Ver­hal­ten einer Grü­nen­frak­ti­on im römi­schen Senat zu Zei­ten der begin­nen­den Völ­ker­wan­de­rung (Acta vom 23. März) fühlt sich Leser *** ange­spro­chen, spe­zi­ell der Slo­gan „Wir for­dern sepa­ra­te Ther­men­ta­ge für Langobard*innen!” hat ihm „einen der schöns­ten Lacher seit Lan­gem” ent­lockt. Dass ihn gera­de die ursprüng­lich an der unte­ren Elbe sie­deln­den Lang­bär­te affi­zie­ren, hat gute und vor allem schö­ne Gründe.

„Wur­de doch mei­ne Freun­din ***, damals, vor fünf­und­zwan­zig Jah­ren, Medi­zin­stu­den­tin und heu­te Dia­be­to­lo­gin in ***, Toch­ter eines ex-katho­li­schen, SPD-wäh­len­den Ger­ma­nis­ten, der sei­nen Vol­vo als ‚lin­ken sozio­lo­gi­schen Mer­ce­des’ bezeich­ne­te – ein hoch­in­tel­li­gen­ter, humor­vol­ler Mann… –, wur­de doch *** nicht müde, mir den Groß­raum Lüne­burg als die alte Hei­mat der Lan­go­bar­den nahe­zu­brin­gen. Es gibt hier einen lan­go­bar­di­schen Fried­hof bei Bol­ter­sen, den nie­mand kennt. Sie kann­te ihn.

Auch sie hat­te, stets grün wäh­lend, den Humor, fast acht Jah­re mit einem noto­ri­schen Franz-Josef-Strauß-Fan zu ertra­gen und die­sem die Lom­bar­dei zu zei­gen und die Tos­ka­na, die Geschlech­ter­tür­me der Guel­fen, und sich in Ita­li­en, von Ein­hei­mi­schen beflir­tet, als die ’stra­ßen­kö­ter­blon­de lan­go­bar­di­sche Sen­sa­ti­on’ zu bezeichnen.

Es gab also frü­her Lin­ke mit Humor. Das mit den Ther­men­ta­gen haben sie erst in den letz­ten zwan­zig Jah­ren erwor­ben, zeit­gleich mit ihrer abso­lu­ten Humor­lo­sig­keit, deren Vor­aus­set­zung frei­lich die noto­ri­sche Recht­ha­be­rei und Herrsch­sucht gepaart mit der pani­schen Angst vor dem eige­nen Schei­tern und der eige­nen Lächer­lich­keit ist, wel­che zusam­men gleich­zei­tig die idea­le Grund­la­ge für auto­ri­tä­res Geba­ren bil­den. Und exakt das sag­te ich ***, als sie mein­te, die­se Eigen­schaf­ten auf mich aus­wei­ten zu wol­len. Mann soll sich also von Bil­dung und Glau­be und Schön­heit nicht täu­schen las­sen. Die Rie­fen­stahl hät­te ich auch nicht geheiratet.

Inso­fern einen Toast auf die lin­ken Lan­go­bard­in­nen! Und ich blei­be ein strik­ter Geg­ner sepa­ra­ter Ther­men­ta­ge.”

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