Die Sonntage immer …!

Leser *** ködert mich mit fol­gen­dem Panegyrikus:

„Vor zwei Wochen haben Sie mit einer sehr trau­ri­gen Nach­richt an einen schon fast ver­ges­se­nen Brauch erin­nert, ‚ein Tag den Küns­ten’. Einen Blog als Gesamt­kunst­werk konn­te nur Klo­n­ovs­ky. Mich schmerzt der kon­ti­nu­ier­li­che Ver­lust von Kunst im All­ge­mei­nen, bei Ihnen tut er mir beson­des weh. Ich bin des­halb so frei und bie­te Ihnen Kunst aus eige­ner Pro­duk­ti­on an. Gratuitamente.

Es sind nur fünf Bil­der, die Sie bei Gefal­len gern für Ihren Blog ver­wen­den können.

1. Die Hym­ne. (Es zeigt die Füh­re­rin Euro­pas und sei­ner über­see­ischen Kolonien.)
2. Böse Zei­ten oder Stin­ke­fisch im Bauhaus.
3. Auf­marsch der Nul­len. (Mit Lyrik­frag­men­ten von Karl Marx, Xavier Naidoo und mir)
4. Emi­lia Galot­ti, ein deut­sches Trauerspiel.
5. Gei­fer oder Faust, der Tra­gö­die ers­ter Teil.

Im Ori­gi­nal sind die Abbil­dun­gen Lein­wand­bil­der (95x75 cm), diver­se Zei­chen­tech­ni­ken und Ölfar­be, Blatt­gold, Papier.”

An die­se Wor­te fügt Maler *** – er gibt sich den Nom de Plu­me Josef­ma­ria Hund­ge­burt – Abbil­dun­gen der besag­ten fünf Bil­der, die in einer Wei­se col­la­giert und arran­giert sind, die womög­lich der jewei­li­gen The­ma­tik ange­mes­sen ist, aber mir kei­nen Genuss und allen­falls ein gal­li­ges Ver­gnü­gen berei­ten. Da aber der Lüge­n­äther von Tag zu Tag dich­ter und die Lügen von Tag zu Tag dre­cki­ger werden:

und mein Ekel täg­lich wächst, will ich von mei­nen Schön­heits­kri­te­ri­en kurz­zei­tig abse­hen. Ich gestat­te mir, Nume­ro drei und fünf hier ein­rü­cken; letzt­ge­nann­tes Opus steht nach der Aus­kunft sei­nes Schöp­fers „in der Tra­di­ti­on des Regie­thea­ters”: „Im obe­ren Bild­teil, den Sphä­ren des Äthers, schwe­ben die Erz­engel. Ein schlei­mi­ger Kar­rie­rist in Gestalt einer Mario­net­te hat den Platz des vom Dich­ter ver­ges­se­nen vier­ten Erz­engels ergat­tert. Der Wel­ten­len­ker, groß im Bild, offen­bart sich uns im Mys­te­ri­um sei­ner Tri­ni­tät, als Vater, als Sohn und als unhei­li­ger Geist der hin­ter­fot­zi­gen Des­in­for­ma­ti­on.  Unter ihm schlie­ßen die zwei ‚Unauf­steig­ba­ren’ ihren Pakt. Dabei wer­den sie von den Himm­li­schen mit Gei­fer und Häme über­schüt­tet. Dem Mer­kel­sei­bei­uns sind zu allem Übel von der Mario­net­te, die zum obers­ten Trä­ger der Hal­tung und des Ker­zen­lichts beför­dert wur­de, die Hexen aus­ge­spannt wor­den. Fas­sungs­los blät­tert der arme Teu­fel im Ori­gi­nal­text des Dra­mas. Zum Plat­zen mit Botox auf­ge­spritzt und bis zur Inkon­ti­nenz mit Sen­dungs­ei­fer auf­ge­pumpt, rei­ten die Besen­akro­ba­tin­nen ihre Atta­cke wider den bra­ven Famu­lus mit Aus­wurf und Aus­fluss, getrie­ben vom unhei­li­gen Geist der hin­ter­fot­zi­gen Desinformation.”

Viel­leicht was fürs Kanz­ler­amt oder das Foy­er der EZB?

 

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