Wenn der Rassismus wiederkehrt…

…, wird er sich vor­stel­len mit den Wor­ten: Ich bin der Antirassismus.

Babys zei­gen also mit drei Mona­ten die ers­ten Zei­chen von „Ras­sis­mus” (zu deutsch: sie begin­nen zu unter­schei­den). Bereits fünf­jäh­ri­ge wei­ße Kin­der haben eine star­ke Vor­ein­ge­nom­men­heit zuguns­ten des Weiß­seins ent­wi­ckelt. Schwar­ze nicht? Es bleibt also ein Zeit­fens­ter von vier Jah­ren und neun Mona­ten, um die Klei­nen von ihren gene­ti­schen Prä­gun­gen zu befrei­en. Dem ste­hen frei­lich die bereits vor­ur­teils­ge­präg­ten Eltern im Wege, wes­halb am Ende wohl nur kol­lek­ti­ve staat­li­che Dres­sur hel­fen wird. Es gab ja im 20. Jahr­hun­dert groß­an­ge­leg­te Ver­su­che in die­se Rich­tung, an die sich anknüp­fen lässt. „Equi­ty” bedeu­tet übri­gens Gerech­tig­keit oder Fair­ness. Und Ari­zo­na ist eigent­lich ein nor­ma­les Land, in dem man offen Waf­fen tra­gen und auch mit ins Lokal neh­men kann, die Repu­bli­ka­ner stel­len den Gou­ver­neur, aber wenn ein Wahn sich ein­mal aus­brei­tet, lässt er sich schwer stoppen.

Bereits unmit­tel­bar nach der Geburt sol­len die Eltern – die wei­ßen Eltern natür­lich – damit anfan­gen, ihren Kin­dern ras­sis­ti­sche Ein­stel­lun­gen abzu­trai­nie­ren. Dane­ben wirkt der Ku-Klux-Klan gera­de­zu alt­mo­disch altersgruppengerecht.

„Alle wei­ßen Men­schen sind weiß im Kon­text einer Gesell­schaft, die fort­wäh­rend far­bi­ge Men­schen auf­grund ihrer Ras­se benach­tei­ligt.” Also kol­lek­tiv schul­dig und nur durch kol­lek­ti­ve Umer­zie­hung zu sozia­li­sie­ren. (Man fragt sich immer wie­der, war­um so vie­le Men­schen „von Far­be” in die­se ras­sis­ti­sche Gesell­schaft stre­ben, nach Ari­zo­na spe­zi­ell his­pa­ni­sche Ein­wan­de­rer.) Wei­ße „kön­nen schwar­ze Freun­de, Part­ner (!) oder Kin­der (!) haben und immer noch Ras­sis­ten sein”. So leicht sol­len die lang­na­si­gen Bleich­ge­sich­ter nicht davon­kom­men. Die ame­ri­ka­ni­sche Gesell­schaft ist dadurch gekenn­zeich­net, dass alle Wei­ßen alle Nicht­wei­ßen dis­kri­mi­nie­ren, und zwar ab der Geburt, sogar wenn sie spä­ter bun­te Kin­der haben. Es gibt für sie kein Ent­rin­nen. Ver­lo­ge­ner, düm­mer, aggres­si­ver und nie­der­träch­ti­ger kann sich Ras­sis­mus kaum äußern.

„The world has real­ly gone mad”, schreibt ein Kom­men­ta­tor dazu. Nicht die Welt, die west­li­che Zivi­li­sa­ti­on wird ver­rückt. Die Wahn­sin­ni­gen umtan­zen ihre mit wei­ßen Schä­deln geschmück­ten Totem­pfäh­le ja nicht nur in der Neu­en Welt.

Aber nichts, kein wei­ßes Fla­gel­lan­ten­tum, kei­ne Selbst­ver­leug­nung, kei­ne Anbie­de­rung, kein anti­ras­sis­ti­sches Geplärr, wird unse­re blü­ten­wei­ßen, poren­tief gehirn­ge­wa­sche­nen Sol­t­aus im Fal­le eines Bür­ger­kriegs vor ihrer Haut­far­be ret­ten. Und wahr­schein­lich haben es die­se tris­ten Oppor­tu­nis­ten – sieht der Bube nicht aus wie der ewi­ge HJler? – nicht anders verdient.

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