28. April 2021

Um einen bestimm­ten Typus Leser in Rage zu brin­gen, genügt es bereits, ein ele­gant und geschmack­voll ein­ge­rich­te­tes Haus zu beschreiben.

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„Ante coitum omne ani­mal est Tristan.”
(Anton Kuh)

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Bereits im ver­gan­ge­nen Juni hat­te der US-Film­ver­band die Men­schen sen­si­bel vorgewarnt.

Das Publi­kum besaß also Zeit, um zu reagieren.

So wie die Genos­sen Medi­en­schaf­fen­den Zeit beka­men, an ihren Über­schrif­ten zu feilen.

Was waren die Oscar­ver­lei­hun­gen frü­her noch ein­tö­nig, unkri­tisch weiß, slee­py (bzw. slum­be­rous) und männ­lich, kul­tur­un­sen­si­bel, ungroo­vig, exklu­si­vis­tisch, hete­ro­nor­ma­tiv, ras­sis­tisch, sexis­tisch, ableis­tisch, trans‑, queer‑, gyno- und wahr­schein­lich islamophob!

Spä­tes­tens 2025 soll die Diver­si­tät durch­ge­setzt sein. Schließ­lich gehö­ren auch ent­völ­ker­te Gebie­te zu den eroberten.

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Wer den hei­li­gen Ernst und die unbe­stech­li­che Sach­kun­de deut­schen Minis­te­ri­al­be­am­ten­tums kennt, stellt kei­ne dum­men War­um-Fra­gen, wenn aus­ge­rech­net das Bun­des­amt für Bevöl­ke­rungs- und Kata­stro­phen­schutz zu einer unkon­ven­tio­nel­len Akti­on aufruft.

Das ist kei­nes­wegs als Reak­ti­on auf das mut­maß­li­che Spei­sen­an­ge­bot der Bun­des­tags­kan­ti­ne nach der Macht­er­grei­fung der Grü­nen gedacht, hat aber durch­aus mit der grü­nen Zukunft zu tun.

Denn, wie die grü­ne Bun­des­tags­ab­ge­ord­ne­te Syl­via Kot­ting-Uhl sag­te: Die Ener­gie­ver­sor­gung der Zukunft wird „fle­xi­bel und span­nend”. Ein Not­fall­koch­buch kann dann durch­aus hilf­reich sein.

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Ist eine Aus­sa­ge auch ras­sis­tisch, wenn sie stimmt?

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Da wir die Wirk­lich­keit nicht ändern kön­nen, ändern wir die Spra­che. Da wir den Men­schen ihre All­tags­er­fah­run­gen nicht neh­men kön­nen, erklä­ren wir sie für unty­pisch. Da wir die Unter­schie­de nicht abschaf­fen kön­nen, bestra­fen wir ihre Erwäh­nung. Aus Evi­den­zen machen wir Vor­ur­tei­le, aus Tat­sa­chen Kon­struk­te und aus Wahr­heit und Lüge eine Fra­ge der Riskoabwägung.

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Es gibt sie noch, die guten Nachrichten.

Heißt das jetzt, dass land­auf, land­ab die Beleg­schaf­ten gan­zer Redak­tio­nen umsonst ihre Münd­chen den nahr­haf­ten Zit­zen der Kanz­le­rin ent­ge­gen­ge­spitzt haben?

Ja und nein.

„Die von Wirt­schafts­mi­nis­ter Peter Alt­mai­er (CDU) geplan­te Sub­ven­tio­nie­rung von Print­me­di­en in der Höhe von 220 Mil­lio­nen Euro kommt nicht zum Monats­en­de – und auch nicht in die­ser Legis­la­tur­pe­ri­ode”, lau­tet die Mel­dung. Aller­dings schei­tert der Schmier­ver­such nicht an der Schmier­ab­sicht, son­dern, da nur Ver­la­ge pro­fi­tie­ren soll­ten, die ein zustel­lungs­fä­hi­ges Print­pro­dukt anbie­ten, an der Ungleich­be­hand­lung der digi­ta­len Anbie­ter. Immer­hin geht es ja um Steuergeld.

„Die Haus­halts­po­li­ti­ker der Regie­rungs­frak­tio­nen stopp­ten am Diens­tag den ent­spre­chen­den Antrag. Das Minis­te­ri­um erklär­te, es habe ’nach inten­si­ver Prü­fung der verfassungs‑, haus­halts- und bei­hil­fe­recht­li­chen Umstän­de und nach sorg­fäl­ti­ger Abwä­gung aller betrof­fe­nen Inter­es­sen’ ent­schie­den, das Pro­gramm zur För­de­rung der digi­ta­len Trans­for­ma­ti­on des Ver­lags­we­sens ’nicht weiterzuverfolgen’.”

Aber wenn erst die Grü­nen mit­re­gie­ren, wer­den sie bestimmt neue Ver­su­che unter­neh­men, um die von rechts bedroh­te lin­ke Medi­en­viel­falt zu fördern.

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Unbe­dingt för­de­rungs­wür­dig ist und bleibt die Regionalpresse.

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Mit­un­ter durch­fährt einen Jour­na­lis­ten die unbe­wuss­te Selbst­er­kennt­nis wie ein nächt­li­cher Schauder.

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War­um die „Fri­days for Future”-Tumultanten sich fast aus­s­schließ­lich aus jun­gen Men­schen rekru­tie­ren? Die Älte­ren haben ein­fach schon zu vie­le Welt­un­ter­gän­ge hin­ter sich.

„Den Flach­spruch ‚Wir haben die Erde nur von unse­ren Kin­dern gelie­hen’ kann sich der Nach­wuchs in die Haa­re schmie­ren. Die Erde gehört den Erwach­se­nen, wie bereits ein kur­zer Blick ins Grund­buch beweist. Das ist auch gut so, denn Kin­der wür­den den Pla­ne­ten in Null­kom­ma­nichts kaputt­hau­en, wie jedes Spielzeug.”
(Robert von Loewenstern)

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Kom­men wir nach so viel Lebens­ernst zur hei­te­ren Muse. Beim eins­ti­gen Erb­feind schla­ckern die Kno­chen aus Bam­mel vor dem, was sie frü­her auf der ande­ren Rhein­sei­te alle Jah­re von Neu­em mit Ver­ve und Elan getrie­ben haben: Guer­re civi­le. Der Deutsch­land­funk mel­det:

Was mögen die Mili­tärs Schreck­li­ches geschrie­ben haben? Ich zitie­re aus dem Brief:

„Die Stun­de ist ernst, Frank­reich ist in Not, meh­re­re töd­li­che Gefah­ren bedro­hen es. Wir, die wir auch im Ruhe­stand Sol­da­ten Frank­reichs blei­ben, kön­nen unter den gegen­wär­ti­gen Umstän­den dem Schick­sal unse­res schö­nen Lan­des gegen­über nicht gleich­gül­tig bleiben.

Unse­re Tri­ko­lo­ren sind nicht nur ein Stück Stoff, sie sym­bo­li­sie­ren seit Jahr­hun­der­ten die Tra­di­ti­on derer, die, unab­hän­gig von ihrer Haut­far­be oder ihrem Glau­ben, Frank­reich gedient und ihr Leben gege­ben haben. Auf die­sen Flag­gen fin­den wir in gol­de­nen Buch­sta­ben die Wor­te ‚Ehre und Vater­land’. Unse­re heu­ti­ge Ehre liegt dar­in, den Zer­fall unse­res Hei­mat­lan­des anzuprangern.

Der Zer­fall zeigt sich allein dar­in, dass ein bestimm­ter Anti­ras­sis­mus das Ziel ver­folgt, auf unse­rem Boden Unbe­ha­gen und sogar Hass zwi­schen den Gemein­schaf­ten zu erzeu­gen. Sie spre­chen von Ras­sis­mus (im Ori­gi­nal: racia­lisme), Indi­ge­nis­mus und deko­lo­nia­len Theo­rien, aber was die­se hass­erfüll­ten Fana­ti­ker wol­len, ist ein Ras­sen­krieg. Sie ver­ach­ten unser Land, sei­ne Tra­di­tio­nen, sei­ne Kul­tur und wol­len, dass es sich auf­löst, indem sie ihm sei­ne Ver­gan­gen­heit und sei­ne Geschich­te neh­men, ob sie nun Sta­tu­en alten mili­tä­ri­schen und zivi­len Ruh­mes angrei­fen oder jahr­hun­der­te­al­te Wörter.

Der Zer­fall zeigt sich im Isla­mis­mus und den Hor­den in den Vor­städ­ten, die Tei­le des Lan­des von der Nati­on ablö­sen wol­len, um sie in Gebie­te zu ver­wan­deln, wo Dog­men gel­ten, die gegen unse­re Ver­fas­sung ver­sto­ßen. Jeder Fran­zo­se ist jedoch über­all in Frank­reich zu Hau­se, unab­hän­gig von sei­nem Glau­ben oder sei­nem Unglau­ben. Es darf kei­ne Stadt und kei­nen Bezirk geben, wo die Geset­ze der Repu­blik nicht gelten. (…)

Die Gefah­ren wach­sen, die Gewalt nimmt von Tag zu Tag zu. Wer hät­te vor zehn Jah­ren vor­aus­ge­sagt, dass ein Leh­rer nach dem Ver­las­sen sei­ner Schu­le ent­haup­tet wer­den wür­de? Wir, die Die­ner der Nati­on, die immer bereit waren, unse­re Haut zu Mark­te zu tra­gen, kön­nen ange­sichts sol­cher Zustän­de kei­ne pas­si­ven Beob­ach­ter sein.

Es ist uner­läss­lich, dass die­je­ni­gen, die unser Land regie­ren, den Mut fin­den, die­se Gefah­ren aus­zu­mer­zen (à l’éradication de ces dan­gers). Um dies zu errei­chen, reicht es oft aus, bestehen­de Geset­ze unnach­gie­big anzuwenden. (…)

Wenn ande­rer­seits nichts unter­nom­men wird, wird sich die Nach­läs­sig­keit wei­ter­hin unauf­halt­sam in der Gesell­schaft aus­brei­ten und letzt­end­lich eine Explo­si­on ver­ur­sa­chen, die das Ein­grei­fen unse­rer akti­ven Kame­ra­den zum Schutz unse­rer zivi­li­sa­to­ri­schen Wer­te und unse­rer Lands­leu­te auf dem Ter­ri­to­ri­um der Nati­on zur Fol­ge haben wird.

Es bleibt kei­ne Zeit mehr, um zu zögern, sonst wird mor­gen ein Bür­ger­krieg die­sem wach­sen­den Cha­os ein Ende set­zen, und die Todes­fäl­le, für die Sie die Ver­ant­wor­tung tra­gen wer­den, wer­den in die Tau­sen­de gehen.”

Wir schrei­ben das Jahr 454. In einem Brand­brief an den Senat for­dern Vete­ra­nen der Legio X mili­tä­ri­sche Maß­nah­men gegen die Van­da­len. Eine römi­sche Sena­to­rin ver­langt dar­auf­hin Sank­tio­nen der Mili­tär­füh­rung gegen Van­dalo­pho­bie. Wird sie sich mit Gei­se­rich ver­bün­den? Wohin flieht sie im Juni 455? Wir berich­ten weiter.

***

Irgend­wie zum Vorigen.

Leser ***, „neu­er­dings Emi­grant in der Schweiz” (das scheint ein ech­ter Trend zu sein), reagiert mit einer gewis­sen Zeit­ver­zö­ge­rung auf mei­ne Bemer­kung im Acta-Ein­trag zu den Mor­den in Boulden/Colorado, war­um eigent­lich nach dem Bata­clan-Mas­sa­ker nie­mand auf die Idee kam, die „Waf­fen-Lob­by” anzu­kla­gen und schreibt: „Dar­auf kam tat­säch­lich weder irgend­ein US-Bol­sche­wik noch die Über­ge­schnapp­te. Nein, die Reak­ti­on war viel per­fi­der. Einen Tag noch den Mas­sa­kern in Paris hol­te die EU-Admi­nis­tra­ti­on eine Ver­schär­fung des EU-Waf­fen­ge­set­zes aus der Schublade.

Mit ande­ren Wor­ten: Die Bür­ger in Paris wer­den von mos­le­mi­schen Ter­ro­ris­ten mit voll­au­to­ma­ti­schen Kriegs­waf­fen ange­grif­fen, und die EU bemüht sich ste­hen­den Fußes, ihre recht­s­treu­en Legal­waf­fen­be­sit­zer wei­ter zu entwaffnen.

Die Lin­ke hasst den frei­en, bewaff­ne­ten Bür­ger. Er ist ihren tota­li­tä­ren, feuch­ten Träu­men im Wege. Dass die Lei­chen­ber­ge des zwan­zigs­ten Jahr­hun­derts von Regie­run­gen und nicht von Bür­gern zu ver­ant­wor­ten sind, stört sie nie die Boh­ne. Das wis­sen wir.

Der zwei­te Zusatz­ar­ti­kel der ame­ri­ka­ni­schen Ver­fas­sung (Second Amend­ment) wird den Durch­marsch der ame­ri­ka­ni­schen Lin­ken ver­hin­dern. Genau so war er von Geor­ge Washing­ton und Ben­ja­min Fran­k­lin auch gedacht – am Ende des Tages ist die ver­fas­sungs­mä­ßig ver­brief­te Frei­heit das Papier nicht wert, auf dem es steht, und muß robust ver­tei­digt wer­den kön­nen. Die­ses ‚Sicher­heits­ven­til’ haben die Väter des Grund­ge­set­zes nicht bedacht. Obwohl immer­hin Gus­tav Hei­ne­mann das Zitat zuge­schrie­ben wird, dass ein ‚Staat immer nur so frei ist wie sei­ne Waffengesetze’.

Nun sind wir hilf­los der auf­zie­hen­den Tyran­nei aus­ge­lie­fert. Die indok­tri­nier­te Waf­fe­n­aver­si­on der Deut­schen wird sich bald rächen.”

***

Der Gleich­klang der Paro­len – hät­ten Sie’s gewusst?

(Quel­le; ich dan­ke Leser *** für den Hinweis.)

***

Zu der Haus­durch­su­chung bei einem sich in sei­ner staats­feind­li­chen Unab­hän­gig­keit suh­len­den Wei­ma­rer Richter

schreibt Leser ***, sel­ber Jurist im Staatsdienst:

„Sei­en wir froh, daß die schon län­ger eska­la­tiv betrie­be­ne Gesin­nungs­jus­tiz (= straf­recht­li­che Ver­fol­gung oppo­si­tio­nel­ler Äuße­run­gen, haupt­säch­lich über § 130 und § 86a StGB) inzwi­schen den Kern­be­reich, näm­lich die Jus­tiz sel­ber, erreicht hat. Die Sache spitzt sich also lang­sam zu. Viel­leicht wird beim nächs­ten Mal beim BVerfG durch­sucht, da las­sen sich  man­che Ent­schei­dun­gen durch­aus auch als Rechts­beu­gung inter­pre­tie­ren… Umge­kehrt gehört schon seit län­ge­rem gegen den GBA wegen Straf­ver­ei­te­lung im Amt ermit­telt, weil er nach wie vor kei­ne Ermitt­lun­gen gemäß § 105 I Nr. 3 StGB wegen des erzwun­ge­nen Rück­tritts des Thü­rin­ger MP Kem­me­rich im Febru­ar 2020 durch­führt. Kem­me­rich wur­de sei­ner­zeit effek­tiv bedroht, und die Kanz­le­rin hat dazu den Frei­brief aus­ge­stellt. In der Straf­rechts­dog­ma­tik heißt das Bei­hil­fe, evtl. sogar Anstif­tung. Immer­hin ein Ver­bre­chen. Die gute Nach­richt ist: Das Gan­ze ver­jährt nicht so schnell…”

***

Den „Glücks­fall frem­den Den­kens” (Joa­chim Fest) kann nur ein Mensch schät­zen, der sel­ber denkt. Der Rest jus­tiert bloß sei­ne Refle­xe am jeweils gel­ten­den Zeit­geist aus. Das erklärt das Miss­trau­en und den Hass, den Kol­lek­tiv­we­sen gegen­über Den­ken­den an den Tag legen.

 

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