3. April 2021

Wer den hie­si­gen Medi­en folg­te, kam nicht umhin, den Angriff auf eine Poli­zei­sper­re am Washing­to­ner Kapi­tol mit dem gewalt­sa­men Ein­drin­gen angeb­li­cher und tat­säch­li­cher Donald Trump-Anhän­ger in das Par­la­ments­ge­bäu­de am 6. Janu­ar zu asso­zi­ie­ren. Dabei hät­te die Tat­sa­che, dass der Angrei­fer aus dem Auto stieg und mit einem Mes­ser um sich stach, einen Wink geben können.

(Hier.)

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„In der Stadt sind kei­ne Pilgernden.”
Ver­kün­de­ten Mel­den­de bzw. mel­de­ten Ver­kün­den­de den Zuse­hen­den der Tages­schau, also den Tages­schaus­chau­en­den, am Kar­frei­tag, dem 2. April, aus Jeru­sa­lem (Urus­ha­lim).

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Neu­er Begriff: Messerstecher*innen. Auch Mes­ser­ste­chen­de.

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Wel­ches Inter­es­se die Grü­nen an Schul­schlie­ßun­gen und der Sen­kung des Wahl­al­ters haben.

Die Auf­klä­rung ist been­det. Wahr­schein­lich auch die Evolution.

Ande­rer­seits fin­det, zumin­dest aus der War­te eines dafür emp­fäng­li­cher Zeit­ge­nos­sen, eine Evo­lu­ti­on der Komik statt, wie die­se Commedia scioc­ca aus Iden­ti­täts­lim­bo und Begriffs­schöp­fungs­s­lap­s­tik recht über­zeu­gend demonstriert.

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Man­che glaub­ten, ori­gi­nell zu sein, als sie Frau Mer­kel „Hon­eckers spä­te Rache an der BRD” nann­ten. Das tat Klaus Bit­ter­mann, dem man nicht zu nahe tre­ten wird, wenn man ihn als einen radi­ka­len Lin­ken bezeich­net („er ist inzwi­schen eher ein Rechts­an­ti­deut­scher wie die Jungs von Baha­mas”, meint Freund ***), bereits in der taz vom 5. Okto­ber 2005.

Was Bit­ter­mann sei­ner­zeit lei­te­te, war aller­dings die Gemei­ne Zono­pho­bie als spe­zi­el­le Aus­stül­pung der All­ge­mei­nen Ger­ma­no­pho­bie und kei­nes­wegs der Anti­so­zia­lis­mus; er besaß damals nicht die gerings­te Fähr­te und Wit­te­rung, dass die grau­si­ge „Trau­er­wei­de” bin­nen andert­halb Jahr­zehn­ten wirk­lich jedem feuch­ten lin­ken Traum in dem von ihr regier­ten Sied­lungs­ge­biet zur Wirk­lich­keit ver­hel­fen und am Ende auch noch die eige­ne Par­tei demo­lie­ren würde.

Wer nun meint, es sei immer­hin schön, dass die Gars­ti­ge noch mit­er­le­ben muss, was sie ange­rich­tet hat, ver­kennt womög­lich, dass ihr die CDU so schnup­pe ist wie das Volk, auf das sie vier­mal ihren Amts­eid abge­legt hat. Unse­re gro­ße poli­ti­sche Rode­or­ei­te­rin wird ein­fach abstei­gen von dem Pferd, das sie zuschan­den gerit­ten hat, und sich nicht ein­mal nach ihm umdre­hen. Und ich kann ihre Ver­ach­tung des kas­trier­ten, fet­ten und lah­men­den Gauls sogar eine biss­chen verstehen.

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Die Nazi­men­ta­li­tät auf Nazi­su­che, heu­te: Stadt­ver­wal­tung Norderstedt.

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„Sicher­lich ist Ihnen der glor­rei­che Auf­tritt der Co-Vor­sit­zen­den der Lin­ken bei Lanz nicht ent­gan­gen”, schreibt Leser ***. „Eini­ge Medi­en hat­ten ja berich­tet, daß die lin­ke Maid ins­be­son­de­re durch Ahnungs­lo­sig­keit geglänzt hat. Was aber weni­ge (genau genom­men kei­ner) bemerkt zu haben schei­nen, ist, daß die von ihr ins Auge gefaß­te Gren­ze von 80.000 Euro, ab der der (neue) Spit­zen­steu­er­satz von 50 % grei­fen soll, erheb­lich über der bis­he­ri­gen Gren­ze liegt. Bis­her bezahlt man unge­fähr ab dem 58.000sten Euro näm­lich schon den Spit­zen­steu­er­satz. Daß auch Lanz das nicht so rich­tig ver­stan­den hat, ist scha­de, sonst hät­te er sie auch dies­be­züg­lich ein­mal fest­na­geln kön­nen. Aber ver­mut­lich denkt er wie vie­le Deut­sche (und Hen­nig-Well­sow), daß man ein­fach einen ein­zi­gen Steu­er­satz auf sein zu ver­steu­ern­des Ein­kom­men (zvE) bezahlt.

Die­se Auf­fas­sung ist aber falsch. Viel­mehr ermit­telt man das zvE (Brut­to­lohn, Miet­ein­künf­te etc. abzüg­lich Wer­bungs­kos­ten, Son­der­aus­ga­ben etc.) und wen­det dann in klei­nen Schrit­ten einen stei­gen­den Steu­er­satz an. Das bedeu­tet, daß auch ein Ein­kom­mens­mil­lio­när für die ers­ten tau­send Euro (bis 58.000 Euro) nicht den Spit­zen­steu­er­satz bezahlt, son­dern das­sel­be wie jemand, der genau 58.000 Euro zVE hat. Man kann dann info­hal­ber einen Durch­schnitts­steu­er­satz berech­nen, bei einem zvE von 58.000 Euro liegt die­ser bei rund 27 %. Der Ein­kom­mens­mil­lio­när hat dann natür­lich einen Durch­schnitts­steu­er­satz jen­seits von 40 %.
So ist das Modell in Deutsch­land nun mal. Hen­nig-Well­sow hat auch dies offen­sicht­lich über­haupt nicht ver­stan­den. Erschre­ckend ist aber, daß die Grü­nen-Vor­sit­zen­den nicht viel mehr Ahnung haben (Kobold-Anna­le­na oder Ent­fer­nungs­pau­scha­len-Robert), aber die Medi­en einen Lap­sus nach dem ande­ren durch­ge­hen las­sen und die Bevöl­ke­rung des­halb davon wenig bis nichts davon erfährt. Mir graut schon vor Sep­tem­ber, wenn die Grü­nen in der Regie­rung sein werden.”

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Als Adden­dum zu mei­nen bei­den Ser­mo­nes über die soge­nann­te deut­sche „Erin­ne­rungs­kul­tur”, die ich für auto­ag­gres­siv, ver­lo­gen, his­to­risch uner­gie­big und inter­es­sen­ge­steu­ert hal­te (Acta vom 30. März und 20. März, jeweils ein bis­serl scrol­len), zwei aktu­el­le Kaprio­len derselben:

(Stel­len Sie sich vor, irgend­ein Schlä­fer hät­te das Attri­but „deut­sche” ver­ges­sen! Wobei, Genos­sen Medi­en­schaf­fen­de an der Relo­ti­us­spit­ze: Ist deut­sche Ver­bre­chen nicht bei­na­he ein Pleonasmus?)

Das ein­zi­ge Ziel die­ser gan­zen Choo­se ist die För­de­rung der Iden­ti­täts­zirrho­se durch Ver­ab­rei­chung immer neu­er Erb­schuld­do­sen, inzwi­schen an eine Genera­tio­nen, die nicht ein­mal die DDR aus eige­nem Erle­ben kennt.

„Deut­sche Erin­ne­rungs­kul­tur ist wie Ritzen.”
(Leser ***)

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