22. Mai 2021, Geburtstag Richard Wagners

Anna­le­na B., Lebens­lauf­kos­me­ti­ke­rin, Netz­ex­per­tin, „Völ­ker­recht­le­rin der Her­zen” (so eine Lese­rin bei Danisch) und mei­ne momen­ta­ne Lieb­lingstö­rin, wur­de im TV gefragt: „Wo ist Ihnen heu­te schon Euro­pa im All­tag begegnet?”

Ant­wort: „Über­all, mor­gens beim Ste­cker-in-die-Steck­do­se-ste­cken, dass es Nor­mun­gen gibt und man nicht tau­send ver­schie­de­ne Ste­cker haben muss.”

Wie hier schon beschrie­ben, ent­steht in die­sem Rum­pel­köpf­chen Wirk­lich­keit nach Wunsch täg­lich neu, dies­mal eben das Ste­cker­erb­zer­würf­nis u.a. mit dem Franz­mann, das erst die EU, die hier dreist mit „Euro­pa” in eins gesetzt wird („dumm­dreist” meint Leser ***, auf die Unbe­wusst­heit die­ser Gleich­set­zung insis­tie­rend), durch frie­dens­stif­ten­de Ver­ein­heit­li­chung besei­tigt hat. So denkt sich Schnat­te­rinchen die Welt: Frü­her war Zer­würf­nis und Cha­os, heu­te haben wir EU-Nor­men. Eine Art von Fan­ta­sy. Sie denkt bei Euro­pa an die EU, bei der EU an Nor­mie­rung, das war’s. Habeck dach­te noch an Inter­rail und gren­zen­lo­ses Rei­sen. Das ist die neue Genera­ti­on. Hät­te man mich gefragt, ich hät­te gesagt: Ich habe heu­te mor­gen in Cha­teau­bri­ands Memoi­ren gele­sen, Fres­co­bal­di gehört, danach mein eng­li­sches Sak­ko über­ge­zo­gen – wir haben ja Mai und glo­bal worming, das hältst du nur im Tweed aus – und für den Abend einen lecke­ren Rot­wein aus dem Rouss­il­lon gekauft. Hat alles mit Euro­pa zu tun, aber nichts mit der EU.

Wenn die Baer­bocks das Sagen haben, wer­den sie bestimmt ver­su­chen, auch die Sak­kos und den Wein zu ver­ein­heit­li­chen und klim­ge­recht zu limi­tie­ren. Die Musik und die Schrif­ten wei­ßer Supre­ma­tis­ten sind ja prak­tisch heu­te schon geächtet.

***

Noch dazu.

„Unsin­ni­ge Fra­ge.” „Aus­ge­wie­se­ne Exper­tin”. Fantasy.

Und hier eine Schwes­ter im Geis­te, ähn­lich begabt, als erfolg­rei­che Frau eben­falls vom Patri­ar­chat und von Rech­ten geschmäht bzw. gejagt, aber von ihren Genos­sen noch rüh­rend verteidigt.

***

– Drei mal vier ist zwölf.
– Sie wis­sen schon, wes­sen Bei­fall Sie mit die­ser Aus­sa­ge riskieren?

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