24. Mai 2021

Hans-Georg Maaßen, die­ser arge Schelm, schreibt der Münch­ner Mer­kur, pro­vo­ziert schon wie­der, sogar maxi­mal, indem er die Wahr­heit behauptet.

Sogleich war ein Sozi zur Stel­le, um die dritt­wirrs­te The­se nach „In Thü­rin­gen wur­de auf Kanz­le­rin­nen­wei­sung eine demo­kra­ti­sche Wahl rück­gän­gig gemacht” und „Anna­le­na B. hat nur ein Vor­di­plom in Poli­tik­wis­sen­schaft” zu rügen.

Ich wüss­te da ein paar Kan­di­da­ten, bei denen ein ech­ter Hal­tungs­jour­na­list nach­fra­gen soll­te, ob sie immer noch zu ihrer wir­ren The­se ste­hen, dass vier Fin­ger, wenn es die Kanz­le­rin gebie­tet, nicht auch mal fünf sein können.

Als ein­zi­ge Hetz­jag­den aller Zei­ten, die ohne einen Krat­zer abgin­gen, ste­hen die Chem­nit­zer Pogro­me längst im Gui­ness-Buch der Rekor­de. Da kön­nen die Maaßens leug­nen, wie sie wollen.

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Es war ein gro­ßer Feh­ler der Gast­ar­bei­ter, nicht anstel­le von Deutsch­land ihre eige­nen Län­der aufzubauen.

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Merke(l): Wer den Begriff „Glo­ba­lis­ten” ver­wen­det, ist ein Anti­se­mit; wer „Scheiß Juden!” ruft, übt Israelkritik.

(Bernd Zel­ler)

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Die unter­schwel­li­ge Maxi­me des Indi­vi­dua­lis­ten: Einer von dei­ner Sor­te ist genug.

Die unter­schwel­li­ge Maxi­me des ernäh­rungs­be­wuss­ten Absti­nenz­lers: Wenn das Leben schon kei­ne Freu­de macht, soll es wenigs­tens mög­lichst lan­ge dauern.

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Frau Gif­fey tritt vier Mona­te vor den Bun­des­tags­wah­len zurück, bei vol­len Bezü­gen ver­steht sich, nach­dem es zuvor Mona­te gedau­ert hat­te, bis sie ihren zusam­men­pla­gi­ier­ten Dok­tor­ti­tel abge­legt hat, übri­gens mit dem lapi­da­ren Hin­weis, dass sie auch ohne aka­de­mi­schen Grad die­sel­be Gra­na­te an Exper­ti­se und Kom­pe­tenz sei. Mit die­sem groß­mü­ti­gen Ver­zicht auf buch­stäb­lich nichts will die über­führ­te Betrü­ge­rin sich als Bür­ger­meis­te­rin für den „Reichs­hauptslum” (Don Alp­hon­so) emp­feh­len, und das nennt die­ser nicht ganz flüg­ge Vogel, Betrei­ber irgend­ei­ner Agen­tur, womög­lich auf Akqui­se, einen „Beweis von Charakterstärke”.

Und ein Press­strolch exer­ziert an die­sem Fal­le sein elas­ti­sches Bewer­tungs­ver­mö­gen vor.

PS: Scham‑, aber nicht rek­tal­schleim­be­freit: der Süd­deut­sche Beob­ach­ter bei der Schadensbegrenzung.

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Unser täg­li­ches Schnat­te­rinchen gib uns auch heute.

Der­glei­chen Gehirn­ober­flä­chen­ver­brei­tun­gen erle­digt natür­lich ihr Büro, aber man ahnt, dass auch hier die alte Regel aus der Wirt­schaft gilt: First Class hires First Class, Second Class hires Third Class.

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Im neu­en Heft von Tichys Ein­blick schreibt der Jour­na­list Alex­an­der Wal­l­asch über einen Vater, des­sen ein­zi­ger Sohn von einem syri­schen Asyl­be­wer­ber tot­ge­schla­gen wur­de, vor einem Ein­kaufs­zen­trum in Wit­ten­berg, und der sich nun auf der Suche nach Gerech­tig­keit bis zum Bun­des­ver­fas­sungs­ge­richt geklagt hat. Einer jener furcht­ba­ren Juris­ten, wie sie die­ses Land seit Jahr­zehn­ten schock­wei­se her­vor­bringt, hat­te den bereits vor­her wegen Kör­per­ver­let­zung auf­fäl­lig gewor­de­nen Tot­schlä­ger zu zwei har­ten Jah­ren Bewäh­rung ver­ur­teilt. Der Fall inter­es­siert natür­lich in jenem Lan­de, des­sen hoch­ent­wick­l­te Mit­leids­kul­tur regel­mä­ßig die eige­nen Lands­leu­te aus­nimmt, kein ande­res Medi­um und kein „brei­tes gesell­schaft­li­ches Bündnis”.

Als Rechts­fun­da­men­ta­list nei­ge ich ja zu der Ansicht, dass ein ein­zi­ger sol­cher Fall aus­rei­chen wür­de, die gesam­te Will­kom­mens­po­li­tik zu dis­kre­di­tie­ren. Ande­re mögen ande­rer Ansicht dar­über sein, wie vie­le tot­ge­schla­ge­ne (ver­letz­te, ver­ge­wal­tig­te, über­fal­le­ne, aus­ge­raub­te) Lands­leu­te für die „Ret­tung” von „Flücht­lin­gen” geop­fert wer­den dür­fen. Viel­leicht soll­te man in einem ohne­hin quo­ten­fi­xier­ten Land Quo­ten dafür fest­le­gen? Auf jeden zehn­ten Schutz­su­chen­den eine Straf­tat, auf jeden fünf­zigs­ten eine Ver­ge­wal­ti­gung etc.? Soviel muss uns die Ret­tung von Men­schen­le­ben doch wert sein. Gera­de uns Deut­schen mit unse­rer Geschichte.

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Apro­pos. Beim thü­rin­gi­schen AfD-Vor­sit­zen­den Björn Höcke wur­den die­ser Tage Poli­zis­ten vor­stel­lig, mel­den meh­re­re Medi­en betont sach­lich und mit iden­ti­schem Wort­laut. Die Staats­an­walt­schaft Mühl­hau­sen hat­te eine Haus­durch­su­chung ange­ord­net. Auf Höckes Face­book-Sei­te sei ein Bild der Men­schen­fi­sche­rin Caro­la Racke­te gepos­tet wor­den, einer der weni­gen lin­ken Frau­en, die sich noch für jun­ge, viri­le, bis­wei­len (!) auch (!) sexis­ti­sche Män­ner ein­setzt, mit der Zei­le: „Ich habe Fol­ter, sexu­el­le Gewalt, Men­schen­han­del und Mord impor­tiert.” Der thü­rin­gi­sche Meis­ter Uri­an könn­te damit „Flücht­lin­ge” pau­schal als Kri­mi­nel­le stig­ma­ti­siert haben, lau­te der Ver­dacht der Staats­an­walt­schaft. Das fie­le wohl dann unter Tätervolksverhetzung.

Damit offi­zi­ell staats­an­walt­schaft­li­che Ermitt­lun­gen gegen Höcke auf­ge­nom­men wer­den konn­ten, hat­te der Jus­tiz­aus­schuss des Land­tags im Dezem­ber ver­gan­ge­nen Jah­res sei­ne Immu­ni­tät auf­ge­ho­ben. So weit die Meldung.

Die­ser Face­book-Post, das ist für jeden lese­kun­di­gen (!) Sechst­kläss­ler erkenn­bar, meint nicht zwin­gend sämt­li­che „Flücht­lin­ge” – um die Aus­sa­ge ein­zu­lö­sen, genü­gen die legen­dä­ren Ein­zel­fäl­le. Wie eine sol­ches State­ment eine Haus­durch­su­chung recht­fer­ti­gen soll, was genau gesucht wird – Waf­fen? Racke­tes ver­schwun­de­nes Log­buch mit Anga­ben über ihren Bei­fang? Fotos von Höckes Kin­dern beim „Flücht­ling und Gendarm”-Spielen? – ist eine Fra­ge, die man in einem Rechts­staat stel­len könn­te, in einer sich mäh­lich zur DDR 2.0 trans­for­mie­ren­den Gesell­schaft aber tun­lichst unter­las­sen soll­te, wenn man nicht will, dass eines Tages die Volks­po­li­zei bei einem sel­ber klin­gelt. Als Grund für eine Haus­durch­su­chung genügt es in Kein-schö­ner-Land ja inzwi­schen, als Rich­ter ein Urteil zu fällen …

…, das in jedem zwei­ten US-Bun­des­staat gel­ten­des Recht wäre.

Ohne­hin braucht ein deut­scher Staats­an­walt für Haus­durch­su­chun­gen kei­ne Grün­de, son­dern Wei­sun­gen. Bezie­hungs­wei­se, wenn er die Kar­rie­re noch vor sich hat: Witterung.

PS: Höcke hat sich zur Durch­su­chung geäu­ßert. Der Beschluss, schreibt er auf sei­ner Face­book­sei­te, sei laut Datums­s­tem­pel am 5. Febru­ar 2021 erlas­sen wor­den. „Daß die Haus­durch­su­chung erst mehr als drei Mona­te spä­ter statt­fin­den soll­te und die­ser Vor­gang unmit­tel­bar in die Wahl­kampf­zeit fällt, mag man für einen Zufall hal­ten.” Der in den Medi­en zitier­te inkri­mi­nier­te Satz, heißt es wei­ter, habe mit dem Tat­vor­wurf nichts zu tun. „Zen­tra­le Bedeu­tung hat fol­gen­der Satz des ursprüng­li­chen Face­book-Bei­tra­ges: ‚Mit sol­chen Kri­mi­nel­len kön­nen sich nun die Men­schen in Euro­pa her­um­schla­gen – eine Ver­ant­wor­tung dafür, wen Racke­te da gesetz­wid­rig auf den Kon­ti­nent geschafft hat, über­nimmt sie natür­lich nicht.’ ” Im Ori­gi­nal­bei­trag bezie­he sich die­se Äuße­rung auf den kon­kre­ten Fall von drei „Flücht­lin­gen”, die wegen schwers­ter Straf­ta­ten ver­ur­teilt wur­den, aber nicht auf „Flücht­lin­ge” als solche.

Das eigent­li­che Motiv der Haus­durch­su­chung – Bei­fang – ließ Minis­ter­prä­si­dent Bodo Rame­low (SED) durchblicken:
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Wenn die „Fak­ten­che­cker” von Cor­rec­tiv schon Anfang August 1961 auf Sen­dung gewe­sen wären, hät­ten sie wohl geschrie­ben: Es kur­sie­ren Behaup­tun­gen, die DDR-Füh­rung pla­ne angeb­lich, quer durch Ber­lin einen Grenz­zaun zu zie­hen, den West­teil der Stadt abzu­rie­geln, den Per­so­nen­ver­kehr zwi­schen bei­den Tei­len zum Erlie­gen zu brin­gen und Aus­rei­sen von DDR-Bür­gern in den Wes­ten unmög­lich zu machen. Die meis­ten der auf­ge­stell­ten Behaup­tun­gen sind falsch, (Kom­ma) oder es fehlt ein wesent­li­cher Kon­text. Sie ste­hen nicht im SED-Pro­gramm, Staats­chef Ulb­richt hat sie aus­drück­lich demen­tiert, und Mate­ri­al für einen so lan­gen Zaun stün­de in Ost­ber­lin gar nicht zur Verfügung.

Am bes­ten gefällt mir die­ser Passus.

Die Ableh­nung siche­rer Her­kunfts­staa­ten – also die Rück­nah­me des Asyl­kom­pro­mis­ses von 1993 – ver­wan­delt auto­ma­tisch ille­ga­le in lega­le Migra­ti­on. Im fide­len Zusam­men­spiel mit dem Glo­ba­len Migra­ti­ons­pakt gibt es dann nur noch lega­le Migran­ten (Steu­er­flücht­lin­ge aus Deutsch­land womög­lich aus­ge­nom­men). Nach grü­nen Vor­stel­lun­gen darf jeder kom­men, ganz legal. Cor­rec­tiv hat also recht.

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Ein Bekann­ter, der von der Ent­schei­dung der säch­si­schen Kul­tur­sta­at­mi­nis­te­rin gele­sen hat, den Ver­trag mit Chris­ti­an Thie­le­mann als Diri­gent der Staats­ka­pel­le Dres­den nicht zu ver­län­gern, sag­te mir fern­münd­lich etwa Fol­gen­des: „Der Grund, war­um irgend­wel­che aus dem Bil­dungs­p­re­ka­ri­at stam­men­de Quatsch­tan­ten so etwas par ord­re du muf­ti ent­schei­den kön­nen, liegt dar­in, dass es kei­ne Mäze­ne mehr gibt. Wer heut­zu­ta­ge Geld ver­dient, geht shop­pen, Golf spie­len, rich­tet sich mit dus­se­li­gen Desin­ger­mö­beln ein, kauft irgend­wel­che idio­ti­schen Sta­tus­sysmbo­le, inter­es­siert sich einen Dreck für Kul­tur und Zivi­li­sa­ti­on – das ist ja fest mit­ein­an­der ver­wo­ben – und ist weder bereit noch see­lisch imstan­de, irgend­wel­che mäze­na­ten­haf­ten Taten zu vol­brin­gen. Gäbe es noch Pri­vat­leu­te als gro­ße Spen­der für die Sem­per­oper und die Staats­ka­pel­le, dann könn­ten die­se Quas­sel­tan­ten nicht selbst­herr­lich sol­che Ent­schei­dun­gen tref­fen. Wenn aber die Spit­ze der Gesell­schaft, und das sind ja meis­tens auch die­je­ni­gen, die das Geld ver­die­nen und die gro­ßen Betrie­be haben, zum bil­dungs­fer­nen Pöbel her­ab­sinkt, dann kann natür­lich die Poli­tik­ka­nail­le sol­che irren Ent­schei­dun­gen treffen.”

PS: „Man mag den Umstand bedau­ern, dass es kei­ne Mäze­ne mehr gibt. Doch den Schluss, dass die gut­ver­die­nen­den Schich­ten der Gesell­schaft zum bil­dungs­fer­nen Pöbel her­ab­sin­ken, hal­te ich für vor­schnell. Viel­mehr soll­te man sich fra­gen, war­um sich die­se Schich­ten für die Kul­tur in einer zum bil­dungs­fer­nen Pöbel her­ab­ge­sun­ke­nen Gesell­schaft enga­gie­ren soll­ten, die zudem von Quatsch­tan­ten diri­giert wird.”

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