6. Juni 2021

Kur­ze Durch­sa­ge der Bun­des­not­brem­se­rin: Schen­ken Sie der Feind­pro­pa­gan­da kei­ne Auf­merk­sam­keit! Wir wis­sen genau, was wir tun! Sie erfah­ren die Grün­de zur rech­ten Zeit (in den Mona­ten nach der Bun­des­tags­wahl), aber nicht mehr von mir!

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Heu­te ist The­men­tag „Ras­sis­mus”, näher­hin: „antiasia­ti­scher Rassismus”.

In einem schlech­ter­dings para­dig­ma­ti­schen Arti­kel zeigt sich die Zeit auch zu die­sem deli­ka­ten The­ma gewohnt informiert.

In Atlan­ta geschah etwas ähn­li­ches wie in Hanau: Ein Ein­zel­gän­ger, 21 Jah­re alt, weiß und wirr, offen­bar evan­ge­li­ka­ler Fana­ti­ker, erschoss am 16. März in drei Mas­sa­ge­stu­di­os acht Men­schen, dar­un­ter sechs asia­ti­sche Frau­en. Die bei­den ande­ren Opfer waren eine wei­ße Frau und ein wei­ßer Mann, außer­dem ver­letz­te der Schüt­ze noch einen his­pa­ni­schen Mann. Das Tat­mo­tiv kann also nicht hun­dert­pro­zen­tig als „antiasia­ti­scher Ras­sis­mus” beschrie­ben wer­den. Als tief­gläu­bi­ger Christ, gab der para­no­ide Täter in einem ers­ten Ver­hör an, habe er die von Asia­tin­nen betrie­be­nen Ein­rich­tun­gen als eine „Ver­su­chung” wahr­ge­nom­men und den Fre­vel „eli­mi­nie­ren” wollen.

Ame­ri­ka wird oft um den Brauch der Todes­stra­fe beneidet.

Die Ermitt­ler stu­fen den Fall als „Hass­ver­bre­chen” ein. Bis geklärt ist, ob es Zufall war, dass er spe­zi­ell die­se fri­vo­len Stät­ten ange­grif­fen hat, oder ob er gezielt Asia­tin­nen umbrin­gen woll­te, bleibt die Fra­ge offen, ob die Tat nun durch antiasia­ti­schen Ras­sis­mus moti­viert war oder sich gene­rell gegen Frau­en rich­te­te, die gewis­se Diens­te anbieten.

Für die Zeit-Autorin ist die Sache indes klar: Nicht weil es sich um Freu­den­mäd­chen han­del­te, son­dern um Asia­tin­nen, wur­den sie umge­bracht. Sonst käme sie näm­lich nicht in ihrer Sto­ry wei­ter und zu deren nächs­ter unum­gäng­li­cher Weg­mar­ke: dem Deutschlandbezug.

Wenn ein ame­ri­ka­ni­scher Amok­läu­fer sechs Asia­tin­nen und zwei Wei­ße erschießt, ist das die Kon­se­quenz wei­ßer Vor­herr­schaft, wobei nur die asia­ti­schen Toten Opfer „unse­rer” – also der west­li­chen, folg­lich auch der deut­schen Gesell­schaft – sind; die bei­den ande­ren sind qua­si ver­wech­sel­te Täter. Der alte Gau­ner Kapi­ta­lis­mus ist eben­falls irgend­wie invol­viert. Zeit­geist kann intel­lek­tu­ell sehr quä­lend sein.

Nach­dem die Autorin Virus und Sexus und auch Ame­ri­ka und ’schland zu einem Brei ver­rührt hat, kann sie die Asia­pho­bie im Gefol­ge von Covid-19 mit den his­to­ri­schen Wur­zeln der Asia­ten­ge­ring­schät­zung als Würz­mi­schung unter wei­te­rem Rüh­ren hinzugeben.

Abnei­gung – Weg­se­hen – Hyper­se­xua­li­sie­rung. Hat die Gute, eine Asia­tin übri­gens, aber Ras­se Her­kunft hin oder her, Wahl­hei­mat und Arbeits­stel­le zei­gen auch ihre Wir­kung, hat die Gute kei­nen Res­sort­lei­ter, der noch mal drü­ber­liest? Oder schweigt der Schelm bloß aus Angst davor, für einen antiasia­ti­schen Ras­sis­ten gehal­ten zu werden?

Fol­gen wir der Jour­na­lis­tin auf einer klei­nen Abschweifung:

Das mag schon sein, doch darf ich hier schüch­tern die Fra­ge ein­streu­en, wie vie­le wei­ße Euro­päe­rin­nen über Jahr­hun­der­te als Skla­vin­nen ver­kauft wur­den und die ori­en­ta­li­schen Harems bevöl­ker­ten, wo sie in ihrer unbe­grenz­ten Ver­füg­bar­keit (= Wil­lig­keit) kei­nes­wegs nur die Phan­ta­sie ihrer Besit­zer reiz­ten? Aber ver­ges­sen wir nie­mals: Es gibt kei­nen Ras­sis­mus gegen Weiße!

So funk­tio­niert die Markt­wirt­schaft, und des­halb gehört sie zum Bes­ten, was Men­schen erfun­den haben – nur die Lin­ken haben etwas dage­gen und wür­den die Frau­en gern dar­an hin­dern, auf die­se Wei­se ihre Lebens­um­stän­de zu ver­bes­sern, weil sie das über den Staat regeln und die bür­ger­li­che Ehe am liebs­ten ganz abschaf­fen wol­len. Die Pro­sti­tu­ti­on, ihre Frei­wil­lig­keit vor­aus­ge­setzt, ist ein Gewer­be wie jedes ande­re auch, und sie hat min­des­tens so viel zur Zivi­li­sa­ti­on bei­getra­gen wie sämt­li­che Par­tei­en in sämt­li­chen Län­dern zu sämt­li­chen Zei­ten. Sich dar­über zu mokie­ren, dass wei­ße Män­ner asia­ti­sche Pro­sti­tu­ier­te kau­fen, ist unge­fähr so sinn­voll wie sich zu beschwe­ren, dass sie asia­ti­sche Autos kau­fen. Wenn ein wei­ßer Mann eine Lotus­blü­te aus Fern­ost indes hei­ra­tet, bedient er sich ihres Kör­pers kei­nes­wegs mehr bzw. hef­ti­ger, als wenn er eine wei­ße Frau ehe­licht, wobei ihm die Asia­tin in den Stun­den dazwi­schen wahr­schein­lich weni­ger auf den Wecker geht als ihre von lau­ter när­ri­schen Vor­stel­lun­gen über das, was ihr zusteht, durch­drun­ge­ne bleich­ge­sich­ti­ge Gattungsgenossin.

Ein paar Absät­ze spä­ter erhebt die Zeit-Schwes­ter Kla­ge über die US-Trup­pen, weil deren Anwe­sen­heit in ver­schie­de­nen asia­ti­schen Län­dern die Pro­sti­tu­ti­on dort­selbst för­der­te, aber jetzt auf den tie­fen inne­r­asia­ti­schen Ras­sis­mus hin­zu­wei­sen, zum Bei­spiel die Per­for­mance der Japa­ner in Chi­na 1937ff. – goo­geln Sie Rape of Nan­king –, fie­le sicher­lich unter whata­bou­tism. (Ein viel­leicht noch span­nen­de­res, weil viel­fäl­ti­ge­res The­ma wäre übri­gens der inner­schwar­ze Ras­sis­mus.) Es ist auch immer wie­der auf­schluss­reich, Chi­ne­sen oder Japa­nern zuzu­hö­ren, wenn sie von Schwar­zen und Mos­lems spre­chen und was sie davon hal­ten, die­se Grup­pen in ihre Län­der ein­wan­dern zu las­sen; dane­ben wirkt eine Unter­hal­tung an einem ost­deut­schen AfD-Wahl­stand gera­de­zu linksversifft.

Trei­ben wir also ein biss­chen whata­bou­tism. In Chi­na ent­stan­den um die Wen­de zum 20. Jahr­hun­dert uto­pi­sche Ras­sen­mi­schungs­vor­stel­lun­gen, die an heu­ti­ge pro­gres­sis­ti­sche Phan­ta­sien von einer ein­heit­li­chen glo­ba­len Misch­eth­nie erin­nern. Der Revo­lu­tio­när Kang Yowei woll­te die gel­be und wei­ße Ras­se ver­ei­nen, um eine glo­bal domi­nan­te Eli­te zu züch­ten. „Die Stär­ke der Wei­ßen ist ohne Fra­ge gewal­tig und in ihrer Art uner­reicht; auf der ande­ren Sei­te aber sind die Gel­ben zahl­rei­cher und ihnen an Weis­heit über­le­gen”, pos­tu­lier­te er. Nur „die Brau­nen und die Schwar­zen” sei­en „him­mel­weit ver­schie­den” und lie­ßen sich „schwer amalgamieren”.

Das mao­is­ti­sche Chi­na ent­sand­te in den 1970er und 80er Jah­ren 250.000 Ver­trags­ar­bei­ter nach Tan­sa­nia und Sam­bia, um die schwar­zen Völ­ker im Kampf gegen den wei­ßen Kolo­nia­lis­mus zu unter­stüt­zen, spe­zi­ell beim Bau der Tan-Sam-Eisen­bahn. Die Gast­ar­bei­ter mie­den alle per­sön­li­chen Kon­tak­te zu den Ein­hei­mi­schen, schlos­sen weder Freund- noch Lieb­schaf­ten, und als sie abzo­gen, lie­ßen sie kei­ne Nach­kom­men dort zurück. War das nun ein­fa­cher, sozu­sa­gen Holz­klas­se-Ras­sis­mus, oder struk­tu­rel­ler? – und wenn ja, sei­tens der Asia­ten oder der Schwarzen?

Umge­kehrt ver­lie­ßen fast alle Afri­ka­ner, die Anfang der 1960er Jah­re zum Stu­di­um nach Chi­na gegan­gen waren, das Land rasch wie­der. Chi­ne­sin­nen, die sich mit Afri­ka­nern ange­freun­det hat­ten, erhiel­ten aus­nahms­wei­se die Erlaub­nis, mit ihnen zu gehen. „Bin­nen Jah­res­frist kehr­te ein Teil der aus­ge­wan­der­ten Bräu­te nach Chi­na zurück und beklag­te sich öffent­lich dar­über, daß das afri­ka­ni­sche Essen unge­nieß­bar sei. Zudem habe sich in Afri­ka her­aus­ge­stellt, daß die Ehe­gat­ten jeweils schon meh­re­re Frau­en hat­ten”, schreibt Frank Böckel­mann in sei­nem Buch „Die Gel­ben, die Schwar­zen, die Wei­ßen” (Erst­aus­ga­be 1998 in Enzens­ber­gers „Ande­rer Biblio­thek”). Antiasia­ti­scher oder antisch­war­zer Ras­sis­mus? So vie­le Fragen…

In Japan kam nach 1945 eine sechs­stel­li­ge Zahl von Kin­dern zur Welt, deren Väter ame­ri­ka­ni­sche Besat­zungs­sol­da­ten waren, und vie­le davon hat­ten natur­ge­mäß schwar­ze Väter. Die Müt­ter sol­cher Misch­lin­ge setz­ten die Kin­der ent­we­der ein­fach aus, ver­such­ten, sie irgend­wo abzu­ge­ben – oder sie wur­den aus dem Land getrie­ben; von Letz­te­ren emi­grier­ten vie­le nach Bra­si­li­en. Ein Teil der Misch­lings­kin­der wur­de von ame­ri­ka­ni­schen oder euro­päi­schen Fami­li­en adop­tiert. Kein ein­zi­ges Kind fand japa­ni­sche Adop­tiv­el­tern. Ein hal­bes Jahr­hun­dert spä­ter führ­te Böckel­mann für sein erwähn­tes Buch, dem ich die­ses düs­te­re Fak­tum ent­nahm, zahl­rei­che Inter­views mit in Deutsch­land leben­den Asia­ten. Sei­ne Gesprächs­part­ner, erfuhr er, emp­fän­den den Ein­tritt eines Schwar­zen in eine japa­ni­sche Fami­lie wahl­wei­se als Kata­stro­phe oder als Schan­de. Sie wür­de „wei­nen bis zum Tod, wenn ihre Toch­ter mit einem Neger nach Hau­se käme”, gab eine der befrag­ten Frau­en zu Pro­to­koll. Böckel­mann zitiert einen japa­ni­schen Anthro­po­lo­gen mit den Wor­ten: „Huma­nis­mus ist eine Sache, der phy­sio­lo­gi­sche Wider­wil­le vor bestimm­ten Men­schen eine andere.”

Soweit das. Phy­sio­lo­gi­scher Wider­wil­le war es aber gera­de nicht, was der west­li­che Sexist und Ras­sist beim Anblick einer fern­öst­li­chen Maid emp­fin­det, son­dern hyper­se­xua­li­sier­tes Ver­lan­gen. Des­to schlimmer!

Wie die gedul­di­gen Leser die­ses Dia­ri­ums wis­sen, habe ich ein Fai­ble für Asia­ten, spe­zi­ell für die klu­gen Ost­asia­ten, die schlau genug waren, den west­li­chen Denk- und Tech­nik­fort­schritt zuerst zu adap­tie­ren und dann in eige­ner Regie wei­ter­zu­füh­ren, aber nie so töricht, die­sen Pro­zess mit der Über­nah­me der west­li­chen Deka­denz zu bezah­len, von der sie spä­tes­tens seit fünf­zig Jah­ren ziem­lich genau wis­sen, wohin sie füh­ren wird, näm­lich zum schlei­chen­den Aus­ster­ben der Euro­pä­er und ihrer Zivi­li­sa­ti­on (von Kul­tur will man schon nicht mehr reden). Und auch die Mai­den aus Fern­ost fin­de ich oft sehr rei­zend – nie haben sie Cel­lu­li­te! –, ohne sie frei­lich mehr zu hyper­se­xua­li­sie­ren als jeden ande­ren Frau­en­ty­pus auch bzw. ohne­hin. Das nur fürs Pro­to­koll, damit nie­mand meint, ich wür­de hier irgend­ein Ver­ständ­nis für Hass­at­ta­cken gegen Asia­ten und ihre Wei­ber aufbringen.

In letz­ter Zeit las ich nur öfter von ras­sis­tisch moti­vier­ten Angrif­fen auf Asia­ten in den USA, bei denen die Täter Schwar­ze waren. Ohne jeden Anlass wur­de bei­spiels­wei­se in San Fran­cis­co ein 84jähriger gebür­ti­ger Thai­län­der auf offe­ner Stra­ße umge­bracht (mit Video hier). Danisch hat öfter über die­sen neue Form von Ras­sen­hass geschrie­ben (etwa hier oder hier). Der Arti­kel im Ham­bur­ger Welt­blatt für Päd­ago­gin­nen bei­der­lei Geschlechts, aber im sel­ben Kli­mak­te­ri­um, erwähnt den Asia­ten­hass der Schwar­zen aller­dings mit kei­ner Sil­be – das wür­de die Zeit-Leser:*_In ja nur verunsichern.

Für den Ras­sis­mus gegen Asia­ten in Über­see liegt ein deut­lich hand­fes­te­rer und reprä­sen­ta­ti­ve­rer Grund vor als mas­ku­li­ne Keusch­heits­psy­cho­sen oder irra­tio­na­le Viren­angst: der gute alte Neid.

Asia­ten oder bes­ser: Ost­asia­ten sind – im Schnitt, immer nur im Schnitt – flei­ßi­ger, streb­sa­mer, weni­ger kri­mi­nell und vor allem intel­li­gen­ter als z.B. Wei­ße, um hier nur die Spit­ze des Eis­ber­ges zu nen­nen. Mit Intel­li­genz ist neben dem vage kate­go­ri­sier­ba­ren Lebens­er­folg spe­zi­ell deren mess­ba­re Vari­an­te gemeint (zum bes­se­ren Abschnei­den von Asia­ten bei Intel­li­genz­tests hier, ein biss­chen scrol­len). Inso­fern ist es logisch, dass sie auch bes­ser ver­die­nen – im Schnitt, immer nur im Schnitt – und die bes­se­ren Jobs bekom­men. Die ame­ri­ka­ni­sche IT-Indus­trie und das Sili­con Val­ley zum Bei­spiel wür­den ohne Asia­ten nicht funk­tio­nie­ren. Schwar­ze und Lati­nos haben bei den Auf­nah­me­prü­fun­gen an den Unis und bei Job­be­wer­bun­gen gegen Asia­ten folg­lich schlech­te­re Kar­ten (im Schnitt, immer nur im Schnitt). Des­we­gen gibt es unter ame­ri­ka­ni­schen Lin­ken inzwi­schen antiasia­ti­sche Refle­xe, „denn wer sei­ne Mathe­haus­auf­ga­ben a) macht und b) auch noch rich­tig macht, der ist weiß und Ras­sist. Bas­ta” (Danisch). In Über­see kur­siert schon seit län­ge­rem der Spruch: Zei­ge mir etwas, das du beson­ders gut kannst, und ich zei­ge dir einen Asia­ten, der es bes­ser kann. Der unan­ge­foch­te­ne Pri­mus in der Klas­se mei­nes Jüngs­ten, um ins Pri­vat­an­ek­do­ti­sche zu schwei­fen, ist ein Süd­ko­rea­ner, er hat nur Ein­sen, lernt nie und spielt meis­tens am Händi.

Wenn ver­schie­de­ne Ras­sen oder Eth­ni­en oder Grup­pen inner­halb einer Gesell­schaft ver­schie­de­ne Lebens­sti­le aus­prä­gen, sich in ihrem Lebens­er­folg und in ihren Bega­bun­gen – im Schnitt, immer nur im Schnitt! – unter­schei­den, dann muss aus lin­ker Sicht „struk­tu­rel­ler Ras­sis­mus” die Ursa­che sein, so wie gewis­se femi­nis­tisch ver­strahl­te Müt­ter glau­ben, sie hät­ten bei der uni­sex-Erzie­hung ihrer Kin­der ver­sagt, wenn sich der Jun­ge als Jun­ge und das Mäd­chen als Mäd­chen ent­wi­ckelt. Dass zwi­schen den von Ras­sis­ten Ras­sen genann­ten Grup­pen tat­säch­lich grund­le­gen­de Unter­schie­de exis­tie­ren, wäre ja eine Sün­de gegen den hei­li­gen Geist der sozia­lis­ti­schen Gleich­heit oder, wie es im „Natio­na­len Akti­ons­plan gegen Ras­sis­mus” heißt: „Gleich­wer­tig­keit”. Aber das ist nur Nebel, sie mei­nen Gleich­heit, und da jeder täg­lich die evi­den­ten Unter­schie­de fest­stellt, wird deren Erwäh­nung als „Ras­sis­mus“ gebrand­markt bzw. als „struk­tu­rel­ler Ras­sis­mus“ nicht ganz unras­sis­tisch den Struk­tu­ren der Wei­ßen unter­ge­ju­belt. Wenn ein Mos­lem die Woh­nung, wenn Schwar­zer den Job nicht bekommt, kann es nur struk­tu­rel­ler Ras­sis­mus sein.

Wie ver­trägt sich nun aber der Erfolg der asia­ti­schen Ein­wan­de­rer – im Schnitt, immer nur im Schnitt! – mit der Behaup­tung, unse­re Gesell­schaft sei „struk­tu­rell rassistisch”?

Die Fra­ge aller Fra­gen lau­tet, wer die­sen struk­tu­rel­len Ras­sis­mus über­haupt aus­übt. Die üblen Struk­tu­ren natür­lich, und arge Wei­ße haben sie geschaf­fen. Und zwar alle! – inklu­si­ve Mathe­ma­tik, Phy­sik, Sta­tik und Sta­tis­tik. Aber war­um sind Ost­asia­ten die erfolg­reichs­ten Stu­den­ten in den struk­tu­rell ras­sis­ti­schen Struk­tu­ren z.B. der USA? War­um domi­nie­ren sie in den Natur­wis­sen­schaf­ten und der IT-Bran­che? Gehen die struk­tu­rell ras­sis­ti­schen Struk­tu­ren am Ende wie die west­li­che Tech­nik all­mäh­lich in die Hän­de der soge­nann­ten Gel­ben über (die gel­be Gefahr)?

Und was tun unse­re Nivel­lie­rer, wenn eines Tages gene­tisch nach­ge­wie­sen wür­de, dass nicht nur zwi­schen Indi­vi­du­en, son­dern auch zwi­schen Grup­pen oder – hor­ri­bi­le dic­tu! – Ras­sen (obwohl es die, gera­de in den kun­di­gen Geis­tes­wis­sen­schaf­ten, über­haupt nicht gibt) signi­fi­kan­te Bega­bungs­un­ter­schie­de exis­tie­ren? Wenn Gott sich end­gül­tig als Bio­lo­gist entpuppt?

Im Deutsch­land­funk steht ein als „Phi­lo­soph” prä­sen­tier­ter wis­sen­schaft­li­cher Mit­ar­bei­ter am Insti­tut für Phi­lo­so­phie der Hein­rich-Hei­ne-Uni­ver­si­tät Düs­sel­dorf beim Ver­fas­sen eines Gast­bei­tra­ges vor der näm­li­chen Frage.

Die nahe­lie­gends­te Ant­wort ist des Teu­fels. Struk­tu­rel­ler Ras­sis­mus hält die Schwar­zen unten, und Ras­sis­ten behaup­ten, sie sei­en für ihr Schick­sal min­des­tens mit­ver­ant­wort­lich. Der Lebens­er­folg von Asia­ten ist ein dop­pel­tes Mys­te­ri­um. Dass vie­le asia­ti­sche Län­der zur sel­ben Zeit ihre Unab­hän­gig­keit erlang­ten wie die ehe­ma­li­gen Kolo­nien in Afri­ka, heu­te aber wirt­schaft­lich weit­aus erfolg­rei­cher daste­hen – das Para­de-Ver­gleichs­paar der zugleich und auf unge­fähr dem­sel­ben Level Gestar­te­ten bil­den Gha­na und Süd­ko­rea –, kann nur einen Grund haben: Des­to schlim­mer für die Wirklichkeit.

***

„Seid bereit! – Immer bereit!”, lau­te­te der Gruß der Jun­gen Pio­nie­re in der DDR.

„Bereit, wenn Sie es sind!”, zitier­te wie­der­um Han­ni­bal Lec­ter süf­fi­sant die zuvor regel­mä­ßig an ihn gerich­te­ten Wor­te der Cops, ehe er dem einen der bei­den die Leber her­aus­schnitt, um sie zu ver­spei­sen und sich so für sei­ne bevor­ste­hen­de Flucht zu stärken.

Ich fin­de, bei­de Asso­zia­tio­nen fügen sich ganz gut zusammen.

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Framing.

Zwei von 830.000 Syre­rin­nen? Aber getreu dem Mann-beißt-Hund-Prin­zip fokus­sie­ren Medi­en das Außer­ge­wöhn­li­che. Natür­lich prä­sen­tie­ren sich die bei­den züch­tig ver­hüllt. Hät­te das Ver­häng­nis im Hosen­an­zug 2015 ff. 830.000 Thai­län­de­rin­nen ins Land geholt, wäre alles anders. Vie­le mei­ner Kum­pa­ne hät­ten Ted­dys an den Bahn­hö­fen geschwenkt und auf kör­per­na­he Dienst­leis­tun­gen gehofft, ob nun mit oder ohne Trau­schein. Die­se antiasia­ti­sche Rassistenbande!

 

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