Aufbewahren für alle Zeit!

Neu­lich sag­te ich in einer Rede, wenn das grü­ne Schnat­te­rinchen ins Kanz­ler­amt ein­zö­ge (dann wohl: „Kanzler*innenamt”), wür­de sie immer­hin einen Super­la­tiv mit­brin­gen: die nied­rigs­te dort jemals gemes­se­ne Intelligenz.

Ach­gut hat dan­kens­wer­ter­wei­se die ener­gie­po­li­ti­schen und all­ge­mein inge­nieurs­tech­ni­schen Aus­füh­run­gen Anna­le­nas bei Maisch­ber­ger doku­men­tiert. Ich muss das über­neh­men, es ist zu goldig.

Maisch­ber­ger: „Sie sagen, der Spei­cher ist im Netz. Wo denn?”
Baer­bock: „Nein, auch da wür­de ich ger­ne, wenn man schon mal so ne Sen­dung hat, eini­ges klar­stel­len. Ich hab in den letz­ten vier Wochen, seit­dem ich Kanz­ler­kan­di­da­tin bin, Hef­tigs­tes erlebt. Ich hab auch eige­ne Feh­ler gemacht, das, äh, dar­aus lernt man, dazu muss man ste­hen, aber was ich schon krass fin­de, ist die­se Art von Shit­s­torm, wo über Fake News – wir ken­nen das aus den USA – Din­ge behaup­tet wer­den. Und das Argu­ment, was Sie jetzt vor­brin­gen, der Spei­cher ist am Netz, das kenn ich schon seit drei Jah­ren, von der AfD sehr, sehr deut­lich betrie­ben. Ich habe bei einer Deutsch­land­funk-Sen­dung im Radio, als es über die Fra­ge Ener­gie und dass ja nicht immer die Son­ne scheint und so, äh, gesagt, dass natür­lich in Zukunft der gesam­te Ener­gie­markt, das gesam­te Ener­gie­markt-Design neu gedacht wer­den muss.
Da gibt es nicht mehr Atom­kraft­wer­ke und Koh­le­kraft­wer­ke, die lau­fen durch, son­dern wir haben vola­ti­le Ener­gie, das heißt, Wind ist nur, wenn Wind weht, logi­scher­wei­se, und Son­ne ist nur, wenn die Son­ne scheint, wir haben Grund­last durch Bio­mas­se, und wir haben, und das ist neu, äh, das ist auch inter­es­sant für Start-ups und Unter­neh­men, zum Bei­spiel Rechen­zen­tren, gro­ße Super­märk­te, die dann als Ener­gie­er­zeu­ger in den Markt reinkommen.
Und wenn eine Küh­lung, zum Bei­spiel, bei einem rie­sen­gro­ßen, äh, Pro­du­zen­ten von minus 22 Grad in Zukunft dann auf 20 Grad, minus 20 Grad run­ter­kühlt, dann ist das Hühn­chen immer noch kalt, aber wir kön­nen an der Grund­last das Netz, und das war mein Punkt, so sta­bi­li­sie­ren, dass sich im Netz die unter­schied­li­chen Akteu­re aus­glei­chen. Ver­kürzt: Ja, das Netz wird in Zukunft – [wen­det sich an Inves­tor Frank The­len] Sie ver­dre­hen die Augen, aber so isses –, in Zukunft wird das Netz eine Rol­le auch bei der Spei­che­rung spie­len. Und weil Sie Spei­cher auch ange­spro­chen haben, gerne …”
Maisch­ber­ger unter­bricht: „Mhm, ich hal­te, ich hal­te mal ganz kurz fest: Es gibt die­se Spei­cher, die das so, so wie das klingt, die gibt es noch nicht, das ist ja der Punkt gewe­sen von Herrn The­len. Es gibt …” – Baer­bock: „Ja, aber das hab ich auch nie behaup­tet …” – Maisch­ber­ger: „Ja, so klang das eben, die­ses Zitat, das heißt also …” – The­len: „Aber in Ihrem Parteiprogramm …”
Baer­bock: „Na ja, im Par­tei­pro­gramm, also, wir kön­nen da ger­ne auch noch mal Satz für Satz durch­ge­hen, da geht’s genau um den Punkt, äh, dass das Ener­gie­markt-Design neu regu­liert wer­den muss. Wenn wir über Spei­cher reden, da gibt’s, natür­lich gibt es Spei­cher, ich war bei zig Fir­men, die die her­stel­len. Das Pro­blem ist gera­de, dass – und das ist poli­tisch gewollt, von den Par­tei­en, die der­zeit regie­ren, [dreht sich zu The­len] Sie sind aber ein Fan auch der FDP – die sagen im Prin­zip, über Steu­ern reden wir gar nicht. Es gibt ’ne Dop­pel­be­las­tung von Spei­chern. Das Pro­blem ist da ja der­zeit, die­je­ni­gen, die sich klu­ger­wei­se erfun­den haben, wir spei­chern Strom.
Wenn der Strom ein­mal in Spei­cher rein­geht, zahlt er alle Abga­ben und Steu­ern, und wenn er wie­der raus­geht, zahlt er das auch. Das ist unwirt­schaft­lich! Kein logisch den­ken­des Unter­neh­men sagt, damit kann ich den Markt gene­rie­ren. Das heißt, wir müs­sen an die­sem Punkt ein­fach die Gesetz­ge­bung ändern, und die ist nicht durch Zufall da, son­dern die ist bewusst da, damit Spei­cher der­zeit nicht wett­be­werbs­fä­hig sind, um alte, fos­si­le Kraft­wer­ke zu sichern. Und das müs­sen wir ändern, und das steht – sehr knapp, aber auf den Punkt – auch in unse­rem Wahlprogramm.”
Grund­last durch Bio­mas­se. Rechen­zen­tren als Ener­gie­er­zeu­ger. Im Netz glei­chen sich die unter­schied­li­chen Akteu­re aus. Mur­meln Sie die­se Wor­te vor sich hin, wenn Sie der­einst black­out­be­dingt zwei Tage im Lift fest­ste­cken soll­ten. Viel­leicht hört Sie ja jemand.
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