Wo war Wanderwitz?

„Wan­d’­rer heißt mich die Welt.”
(Wotan, „Sieg­fried”, 1. Auf­zug, 2. Szene)
„Mir genügt mein Witz.”
(Mime, ebenda)

Vor ein paar Tagen kün­dig­te ich in den Acta und auf mei­ner Wahl­kampf­web­sei­te an, dass ich am 29. Juni mit Mar­co Wan­der­witz, dem Ost­be­auf­trag­ten der Bun­des­re­gie­rung, auf Ein­la­dung der Senio­ren­uni­on Chem­nitz öffent­lich dis­ku­tie­ren wer­de. Wer nicht zum Bür­ger­dia­log in Chem­nitz-Ein­sie­del erschien, war der Herr Wan­der­witz. Unge­fähr zwei Stun­den vor Beginn sag­te er ab – wegen angeb­lich dro­hen­der Gewitter.

Es wäre ohne­hin erstaun­lich gewe­sen, wenn der Mann sich einem offe­nen Gespräch hät­te stel­len wol­len. Aus die­sem Grund hat­te die Senio­ren­uni­on mich als Über­ra­schungs­gast vor­ge­se­hen, was mir lei­der nicht mit­ge­teilt wur­de; ich hät­te also mei­nen Auf­tritt gar nicht öffent­lich ankün­di­gen dür­fen. So wird wohl jemand Wind bekom­men und sei­ne Schlüs­se gezo­gen haben. Zwar schien wäh­rend des gesam­ten Bür­ger­dia­logs, den ich nun allein bestrei­ten muss­te, die Son­ne über Ein­sie­del, doch dass Herr „Wan­der­kneif” (Leser ***) einem Gewit­ter aus dem Wege gehen woll­te, bleibt der plau­si­bels­te Absagegrund.

Scha­de eigent­lich, ich hät­te ihn gern mit die­ser und eini­gen ande­ren sei­ner Aus­sa­gen konfrontiert:

Der gebür­ti­ge Karl-Marx-Städ­ter Wan­der­witz hat voll­kom­men recht: Es gibt Ost­deut­sche, die nicht in der Demo­kra­tie ange­kom­men sind.

 

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