Zur Fußball-EM

Was gab es Posi­ti­ves beim ver­lo­re­nen Auf­takt­spiel der deut­schen Natio­nalmann­schaft?

Naiv beant­wor­te­te ich die Fra­ge ges­tern gesprächs­hal­ber damit, dass die Spie­ler immer­hin nicht vor Beginn der Par­tie nie­der­knie­ten, um dem anti­ras­sis­ti­schen Göt­zen oder Moloch zu hul­di­gen, wie es bei­spiels­wei­se die Bel­gi­er vor dem Spiel gegen Russ­land taten und angeb­lich auch die Por­tu­gie­sen und weiß der Gei­er wer noch alles (ich schaue mir das Geki­cke sel­ten an).

„Das Nie­der­knien gilt als Soli­da­ri­sie­rung mit der ‚Black Lives Matter’-Bewegung als Zei­chen gegen Ras­sis­mus und spe­zi­ell ras­sis­ti­sche Poli­zei­ge­walt”, erläu­tert der Tages­spie­gel kun­dig sei­nen ver­blie­be­nen Lesern. Ich gestat­te mir die Anmer­kung, dass schwar­ze Män­ner 6,5 Pro­zent der US-ame­ri­ka­ni­schen Bevöl­ke­rung stel­len, aber 52 Pro­zent aller Mor­de ver­üben, dass anno 2018 von 2925 in Über­see ermor­de­ten Schwar­zen 2600 ande­ren Schwar­zen zum Opfer fie­len und zwei Drit­tel aller von Cops getö­te­ten Men­schen – weiß sind.

„Wäh­rend die bel­gi­schen Spie­ler das taten, blie­ben die Fuß­bal­ler der rus­si­schen Mann­schaft hin­ge­gen ste­hen; eini­ge rus­si­sche Fans pfif­fen und buh­ten die Bel­gi­er sogar aus. Der Grund: Das Nie­der­knien gilt als poli­ti­sche Ges­te, die im Fuß­ball eigent­lich ver­bo­ten ist.”

Ja, die acht­ba­ren Rus­sen wis­sen noch, was sich gehört und wo die Pro­pa­gan­da anfängt, läs­tig zu wer­den. Die Sport­schau habe berich­tet, so der Tages­spie­gel wei­ter, dass der Euro­päi­sche Fuß­ball­ver­band (Uefa) als Aus­rich­ter der Euro­pa­meis­ter­schaft mit­ge­teilt habe: „Jeder Spie­ler, der eine Gleich­stel­lung von Men­schen for­dert, indem er sich nie­der­kniet, hat die Erlaub­nis dazu.”

Falls indes ein from­mer Christ auf die­se Wei­se innig für den Sieg beten oder Gott für ein Hackentrick­tor dan­ken will – auf die Fuß­soh­len, Freundchen!

Aber zurück zu mei­ner Ant­wort, die ich eben als naiv bezeich­ne­te. War­um? Mein Gesprächs­part­ner klär­te mich auf: Wäre die ohne­hin von den meis­ten Deutsch­län­der­würst­chen kaum noch mit gro­ßer Sym­pa­thie oder gar Empa­thie bedach­te „Mann­schaft” tat­säch­lich unter der Zeit­geist­last in die Knie gesun­ken, eine bes­se­re Wahl­kampf­un­ter­stüt­zung hät­te sich die AfD kaum wün­schen kön­nen. Das leuch­te­te mir sofort ein. Womög­lich hat sogar das Kanz­ler­amt ange­ru­fen und gesagt: Leu­te, kniet euch bloß nicht hin. Spart euch das bis zu der Zeit, wenn ihr im Regen­bo­gen­kleid­chen auf­lauft und einen Strich­code als Rücken­num­mer tragt.

Und jetzt ab zum Trai­ning der Kranz­nie­der­le­gung im geg­ne­ri­schen Straf­raum für den unwahr­schein­li­chen Fall eines deut­schen Sieges!

PS weil’s so schön ist:

PPS: „Wuss­ten Sie”, fragt Leser ***, „dass die eng­li­sche Fuß­ball­na­tio­nal­mann­schaft am 14. 5. 1938 in Ber­lin geschlos­sen den Hit­ler­gruß zeigte?”

Wie sich die Bil­der glei­chen Zei­ten ändern!

***

Der noch.

(Netz­fund)

 

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