20. Juli 2021

„Die Lösung ver­leiht dem Pro­blem eine kom­ple­xe Struktur.”
Nicolás Gómez Dávila

***

Eine eng­li­sche Hydro­lo­gin, die zu den Ent­wick­lern des Euro­päi­schen Hoch­was­ser-Warn­sys­tems gehört, hat erklärt, die Flut­ka­ta­stro­phe im Ahr­tal und am Rhein sei so früh und genau vor­her­ge­sagt wor­den, dass die in ihr umge­kom­me­nen Men­schen recht­zei­tig gewarnt und geret­tet hät­ten wer­den können.

Die ers­ten Alarm­si­gna­le sei­en bereits neun Tage vor dem Unglück von Satel­li­ten erfasst wor­den. Vier Tage vor den Flu­ten habe das Euro­päi­sche Hoch­was­ser-Warn­sys­tem (Efas) die Regie­run­gen der Bun­des­re­pu­blik und Bel­gi­ens gewarnt. 24 Stun­den vor­her sei den deut­schen Stel­len zudem prä­zi­se ange­kün­digt wor­den, wel­chen Gebie­ten eine Über­flu­tung drohe.

Han­nah Clo­ke, so der Name der Lady, Pro­fes­so­rin für Hydro­lo­gie an der bri­ti­schen Uni­ver­si­tät Rea­ding, spricht von „monu­men­ta­lem Systemversagen”.

***

„Die deut­sche Spra­che kennt kaum Wor­te für die Ver­wüs­tung, die ange­rich­tet ist”, rang die Kanz­le­rin bei ihrem spä­ten Besuch des Kata­stro­phen­ge­bie­tes nach Wor­ten, wobei man nicht recht weiß, inwie­weit sie in die­ser Fra­ge aus­sa­ge­kräf­tig ist – ihr Metier ist ja eher das Ange­rich­te­te als sol­ches, wäh­rend sie an den Klip­pen der Spra­che ver­läss­lich, aber ver­blüf­fend fol­gen­los schei­tert. „Wir wer­den uns die­ser Natur­ge­walt ent­ge­gen­stem­men, kurz­fris­tig”, setz­te sie hin­zu – für knapp 170 Men­schen war sogar das kurz­fris­ti­ge Ent­ge­gen­stem­men nicht kurz­fris­tig genug –, „aber eben auch mit­tel- und lang­fris­tig”, und zwar durch Kli­ma­schutz, Kli­ma­schutz, Kli­ma­schutz! Denn der HErr hat die­se Sint­flut gesandt, um die Umwelt­säue zu strafen.

Wir wer­den uns der Natur­ge­walt kurz­fris­tig ent­ge­gen­stem­men – so for­mu­lie­ren zu kön­nen ist in gewis­ser Wei­se doch sin­gu­lär, auch im lite­ra­ri­schen Sin­ne (den­ken wir an Frau Stöhr), zumal als Füh­re­rin einer Repu­blik, deren Laut­spre­cher fast alle ihre Meri­ten durch nach­träg­li­ches Ent­ge­gen­stem­men erwor­ben zu haben wähnen.

***

Natür­lich lau­fen der­zeit die Hir­ne derer heiß, die im Gewäh­ren­las­sen des Hoch­was­sers eine Art Pearl Har­bor der Kli­ma­ma­fia sehen – es wur­de ja über­dies gemel­det, dass man Tal­sper­ren voll- und schließ­lich über­lau­fen ließ, anstatt das Was­ser noch recht­zei­tig abzu­las­sen. Sogar der Ver­zicht des WDR auf jeg­li­che War­nung oder Live-Bericht­erstat­tung wür­de sich per­fekt in die­se Gro­ße Erzäh­lung vom mut­wil­li­gen Gesche­hen­las­sen fügen. So schreibt Leser ***:

„Man hat aus Fuku­shi­ma gelernt, daß man ein gro­ßes Ereig­nis braucht, um etwas (schnel­len Atom­aus­stieg) durch­zu­set­zen. Jetzt hat man ein Ereig­nis (Hoch­was­ser) durch geziel­te Maß­nah­men her­bei­ge­führt (Tal­sper­ren auf 100%, feh­len­de Info-Wei­ter­ga­be) und in der Aus­wir­kung ver­schlim­mert (Weg­bei­ßen von Bau­ern mit Tech­nik und orts­frem­den Feu­er­weh­ren), weil man einen Anlaß für den Kli­ma-Lock­down braucht.

Hier bewirkt also ein Hoch­was­ser das Glei­che wie ein Tsu­na­mi: Man kann sofort etwas durch­set­zen, was sonst viel schwe­rer durch­setz­bar wäre. Ist eine Ver­schwö­rungs­theo­rie, natür­lich klingt es viel bes­ser, wenn man nur Dumm­heit ver­mu­tet und kei­ne Absicht.”

Ich nei­ge gleich­wohl zur Ver­si­on zwei (der untä­tig Her­um­sit­zen­de ist übri­gens ein Rechts­po­pu­list; sieht man auch an der Uniform).

Die Inkom­pe­ten­ten schie­ben ihr Ver­sa­gen auf den Kli­ma­wan­del. Ein Land, des­sen soge­nann­te Eli­ten sich mit Gen­der­spra­che, Tam­pon-Behäl­tern auf Män­ner­toi­let­ten, Frau­en­quo­ten und der Psych­ia­tri­sie­rung von Migran­ten­ge­walt beschäf­ti­gen, steht der Ver­blö­dung min­des­tens so offen wie das vie­ler­orts ver­sie­gel­te, mit Häu­sern in alten Fluss­bet­ten zuge­bau­te Ahr­tal der Flut.
#cana­il­lok­ra­tie #kre­ti­nis­mus

Ver­gleich­ba­res sei auch in der Coro­na­kri­se gesche­hen, meint Freund ***. Statt bei­spiels­wei­se Luft­fil­ter in Schu­len ein­zu­bau­en oder gezielt die Senio­ren­hei­me zu schüt­zen, habe man zur gro­ßen Gieß­kan­ne gegrif­fen und die Gesamt­be­völ­ke­rung mit Inzi­den­zen, Mas­ken­pflicht, Lock­downs etc. über­schüt­tet. Die Reak­ti­on auf Extrem­wet­ter­er­eig­nis­se fol­ge einem ähn­li­chen Mus­ter: Der kon­kre­te Schutz kon­kre­ter Men­schen, etwa durch Dei­che, unbe­bau­te Über­lauf­flä­chen, ein taug­li­ches Vor­warn­sys­tem usw., wer­de ver­nach­läs­sigt; statt­des­sen über­bö­ten sich die Poli­ti­kus­se nun­mehr in der Ankün­di­gung har­ter kli­ma­po­li­ti­scher Maß­nah­men, was ihnen zudem den unüber­biet­ba­ren Vor­teil ver­schaf­fe, dass sich deren Effek­te erst in der Zukunft zeig­ten, wenn die meis­ten der Ver­an­las­ser längst ihre Pen­sio­nen genössen.

***

Übri­gens:

Hoch­was­ser­mar­ken in Han­no­ve­risch Münden.

Leser *** sen­det die­ses Ana­lo­gon aus Passau.

***

Trotz­dem wer­den juve­ni­le Nichts­nut­ze wei­ter­hin glau­ben, sie stemm­ten sich mit ihren Frei­tags­ge­be­ten sowohl kurz‑, als auch mit­tel­fris­tig den men­schen­ge­mach­ten Natur­ge­wal­ten der Gene­ral­welt­ver­bren­nung entgegen.

Und die Dir­ne sprach: ich heiße
Lui­sa, ich bin aus Hamburg,
Und mein Stamm sind die Klimaner,
Wel­che strei­ken, wenn sie hüpfen.

(„Wel­che hüp­fen, wenn sie strei­ken”, gin­ge auch.)

Wie man mit die­sen ers­ten Strei­ken­den der Welt­ge­schich­te, die nie gear­bei­tet haben und es zu gro­ßen Tei­len nie tun wer­den, ange­mes­sen umgeht, zeigt die­se Anspra­che.

***

Für die Akten.

#cana­il­lok­ra­tie #kre­ti­nis­mus

***

„Wie sich der klei­ne Moritz die Welt­ge­schich­te vor­stellt – – genau so ist sie!”
Anton Kuh

 

Total
1
Shares
Vorheriger Beitrag

Das Wort zum Sonntag

Nächster Beitrag

Ein Wort an die Jugend

Ebenfalls lesenswert

24. Juli 2019

„Volk ohne Traum.”(Uwe Stei­m­le)                                     *** Hoher, aber vor allem lie­ber Besuch im Bundestag:                                        …

2. Juli 2018

Am 12. Juni ver­brei­te­te ich an die­ser Stel­le die Nach­richt, die CDU habe das Ende der Ära Mer­kel…

16. März 2018

Der Dumm­kopf weiß nicht, dass er dumm ist, sonst wäre er ja klug, und das ist die trau­rigs­te,…

11. Oktober 2018

Omid Nou­ripour von den Grü­nen sag­te heu­te im Bun­des­tag: „Es war die gan­ze Zeit die Rede von der…