29. August 2021

Das Bun­des­ver­fas­sungs­ge­richt in einem Bild.

(Leser *** weist dar­auf hin, dass die­se Zeich­nung die Titel­sei­te des aktu­el­len Cice­ro ziert.)

***

„Bereit, weil ihr es seid”, lau­tet der Wahl­kampf­slo­gan der Grü­nen. Ob die­se Neo­so­zia­lis­ten wis­sen, in wel­chen Spu­ren sie wandeln?

„Immer bereit!”, war die Ant­wort, die wir im Chor zu geben hat­ten (Sozia­lis­ten lie­ben das gleich­ge­schal­te­te Kollektiv).

Zu den Grü­nen passt aber auch eine ande­re Ver­si­on, näm­lich Han­ni­bal Lec­tors an die Adres­se eines gefes­sel­ten Poli­zis­ten gerich­te­tes „Bereit, wenn Sie es sind”, bevor der dem Mann die Leber her­aus­schnei­det und verspeist.

Die Leber führt uns zu Prometheus.

***

Paes­tum, Kampanien.

„Der Bar­bar zer­stört nur. Der Tou­rist entweiht.”
Nicolás Gómez Dávila

Die­ser Satz kam mir beim Durch­strei­fen der Rui­nen­land­schaft, die ein Goe­the sich noch in völ­li­ger Unge­stört­heit erschlie­ßen und anver­wan­deln konn­te, in den Sinn. (Ich weiß, er galt letzt­lich auch mir.)

Was Don Nicolás zwar geahnt hat, aber nicht mehr erle­ben muss­te, sind die Ent­wei­her der soge­nann­ten Diver­si­ty, die nicht eher ruhen wer­den, bis sie vor jedem abend­län­di­schen Kul­tur­denk­mal eine Warn­ta­fel auf­ge­stellt haben, auf der geschrie­ben steht, dass es sich um eine Schöp­fung wei­ßer ras­sis­ti­scher Supre­ma­tis­ten und par­t­ri­ar­cha­li­scher Sexis­ten han­delt. Womög­lich war die Spren­gung der Bud­dha-Figu­ren von Bami­y­an durch die Tali­ban das klei­ne­re Übel.

***

Wel­che Kunst­wer­ke hat die Wokeness geschaf­fen, wel­che Archi­tek­tur, wel­che Erfin­dun­gen, wel­che tech­ni­schen Errun­gen­schaf­ten ver­dan­ken wir ihr?

***

PS: „Über die bar­ba­ri­sche Zer­stö­rung und weit mehr als nur tou­ris­ti­sche Ent­wei­hung abend­län­di­scher Leis­tun­gen und Kul­tur­denk­mä­ler bzw. über die Wokeness brau­chen wir nicht zu dis­ku­tie­ren”, schreibt Lese­rin ***. „Aber der Satz: ‚Womög­lich war die Spren­gung der Bud­dha-Figu­ren von Bami­y­an durch die Tali­ban das gerin­ge­re Übel’ über­sieht, dass der Hass gegen die eige­ne wie auch jede ande­re Kul­tur und Geschich­te ein Merk­mal der Gegen­wart ist, das von (im wei­te­ren Sin­ne) woken Abriss­bir­nen inner­halb der abend­län­di­schen Welt aus­geht und von Gleich­ge­son­ne­nen in ande­ren Kul­tur­krei­sen auf­ge­nom­men wird. Die Spren­gung der Bud­dha-Sta­tu­en, die all­zu gigan­tisch und künst­le­risch ver­mut­lich mit­tel­mä­ßig, aber sehr wohl kul­tur­ge­schicht­li­che Denk­mä­ler waren, gehört in die­sel­be Rei­he wie die Ver­su­che, die klas­si­sche, euro­päi­sche Musik zu ver­bie­ten, wie das Umschrei­ben noch der harm­lo­ses­ten ‚Unwör­ter’ in der Lite­ra­tur, sofern sie älter als eine Genera­ti­on ist, wie die gefähr­lich erfolg­rei­chen Ver­su­che, die Geis­tes- und Sozi­al­wis­sen­schaf­ten zu wei­te­ren Abtei­lun­gen des Hal­tungs­jour­na­lis­mus zu ernied­ri­gen und sogar MINT-For­schern, die ech­te For­scher sind, The­men vor­zu­schrei­ben. Ob abend­län­di­sche Zer­set­zer Pla­ton aus der Pflicht­lek­tü­re der Phi­lo­so­phie­stu­den­ten ver­ban­nen wol­len, weil die Büs­te auf einen alten, wei­ßen Mann schlie­ßen lässt, ob halb-abend­län­di­sche, offe­ner ahnungs­lo­se BLM-Akti­vis­ten in Bel­gi­en eine Juli­us-Cäsar-Sta­tur angrei­fen und in Eng­land ein ankla­gen­des ‚Slave owner’ auf ein Denk­mal aus­ge­rech­net der Köni­gin Vic­to­ria schmie­ren, oder ob nicht-abend­län­di­sche Akteu­re wie die Tali­ban Denk­mä­ler einer ande­ren Reli­gi­on als ihrer eige­nen spren­gen, es ist immer das­sel­be Phä­no­men. Es ist ein Hass gegen die Geschich­te und gegen die Kul­tur als sol­che. Die­se Leu­te wol­len, dass die Geschich­te noch ein­mal mit Men­schen anfängt, die noch vor den frü­hes­ten Homo-sapi­ens-Men­schen und deren Kul­tur gelebt haben, und die natür­lich anders gelebt haben, als die gegen­wär­ti­gen Alles­zer­trüm­me­rer ihnen zuschrei­ben. Aber das ist schon weni­ger wich­tig, um die anti­wei­ße, anti­kul­tu­rel­le und anti­men­sch­li­che Tob­sucht der iden­ti­täts­lin­ken Akti­vis­ten zu ver­ste­hen. Über kurz oder lang wer­den die auch isla­mi­sche Kul­tur­denk­mä­ler ver­bie­ten und zerstören.”

 

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