6. August 2021

„Wer die Welt ret­ten will, ist krank.”
Nor­bert Bolz

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Davon abge­se­hen, dass es voll­kom­men aus­sichts­los ist, ermit­teln zu wol­len, wie sich die Geschich­te „wirk­lich” (Ran­ke) zuge­tra­gen hat, tei­len sich die his­to­risch Inter­es­sier­ten letzt­lich in zwei Grup­pen: die­je­ni­gen, die das geschicht­li­che Per­so­nal im Guten wie im Bösen als bei­spiel­haft und ver­wandt emp­fin­den, wor­aus nichts folgt außer einer gewis­sen Abnei­gung gegen Uto­pis­ten, und die­je­ni­gen, die es kri­ti­sie­ren und ver­ur­tei­len, weil sie von einer bes­se­ren Welt und ihrer wesent­li­chen Rol­le dar­in träumen.

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Mel­dung der Stunde.

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„Team­fä­hig­keit”: höchs­te Sardinentugend.

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Wie man Begrif­fe mit Attri­bu­ten ver­dirbt: Sozia­le Gerech­tig­keit. Sozia­ler Rechtsstaat.

Die Gerech­tig­keit und der Rechts­staat sind das Eisen, das Attri­but „sozi­al” ist die Schla­cke, die es verunreinigt.

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Man wird die Ener­gie­wen­de nur unvoll­stän­dig begrei­fen, wenn man sie als poli­ti­sches Pro­jekt betrach­tet, als Kli­ma­ret­tungs­pro­jekt, als grü­nes Pro­jekt; man muss sie viel­mehr als wirt­schaft­li­ches Pro­jekt begrei­fen, als eine von grü­nen Siren­ge­sän­gen ledig­lich accom­pa­gnier­te ganz gro­ße Steu­er­geld­ab­greif- und Subventionsgaunerei.

Auch bei der Coro­na­kri­se drängt sich all­mäh­lich die Fra­ge auf, ob der aku­te Impf­druck tat­säch­lich erzeugt wird, weil es ein Virus gibt – oder viel­leicht nur zu vie­le Impf­do­sen? Von Herr­schafts­ge­lüs­ten hier ein­mal aus­nahms­wei­se abgesehen.

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„Wir sind uns ja alle einig, dass der Pro­zess des Imp­fens län­ger gehen muss, mehr­fach gehen muss, auch meh­re­re Jah­re gehen muss, um tat­säch­lich einen Impf­erfolg zu haben. Kei­ner darf jetzt glau­ben: Zwei­mal gepiekst, und das war’s schon.”

Also sprach, leicht keckernd beim Wort „gepiekst”, unser Södolf, aero­sol­sen­si­bel aus Mün­chen zuge­schal­tet bei Anne Will.

Die Imp­fung schützt nicht, wie ver­spro­chen, vor Anste­ckung, sie schützt auch nicht, wie ver­hei­ßen, vor der Über­tra­gung des Virus durch den Geimpf­ten an ande­re Geimpf­te oder Unge­impf­te, sie schützt eben­falls nicht vor Neu­erkran­kung und Spi­ta­li­sie­rung, auch nicht vor schwe­ren Ver­läu­fen, sie schützt streng­ge­nom­men über­haupt nicht, zumin­dest nicht ver­läss­lich – außer viel­leicht vor staat­li­chen Repres­sa­li­en, aller­dings nur so lan­ge, bis sich in den Polit­bü­ros, Behör­den und Zen­tra­len her­um­ge­spro­chen hat, dass sie nicht ver­läss­lich schützt; dann heißt es: „Piek­sen, piek­sen, piek­sen, und immer an den End­sieg denken!”

Wir sind uns ja alle einig. Wer könn­te sol­che zäh­ne­ble­cken­den Hyän­chen nicht lieben?

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Gute Nach­rich­ten kom­men aus Isra­el: Für eine Imp­fung, die nicht wirkt, hat sie sich erstaun­lich gut verkauft.

(Mehr hier.)

Viel­leicht muss man einen alten jüdi­schen Witz aktua­li­sie­ren. Zu dem jüdi­schen Pfand­lei­her, der im Ster­ben liegt, kommt nicht mehr der katho­li­sche Geist­li­che mit dem Kru­zi­fix, son­dern der mobi­le Impf­arzt, und der Pfand­lei­her sagt ange­sichts der über ihm schwe­ben­den Sprit­ze: „Also dafür kann ich Ihnen lei­der nicht mal einen Sche­kel geben.”

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Die­se Alu­hü­te hören nicht auf:

Aber nix da!

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Als ein­zi­ge Gazet­te lügt der­zeit noch frech Bild.

Im Hetz­laut: „Die Regie­rung behaup­tet, dass Schwe­dens Coro­na-Kurs geschei­tert ist.
Fakt ist: Seit einem Jahr ver­läuft die schwe­di­sche Todes­kur­ve par­al­lel zur deut­schen. Mit dem Unter­schied, dass Deutsch­land sechs Mona­te im Lock­down war, aber Schwe­den kei­nen ein­zi­gen Tag.
Vor andert­halb Mona­ten erklär­te die Gro­Ko (unter­stützt von öffent­lich-recht­li­chen Fuß­ball-Kom­men­ta­to­ren) die EM-Spie­le in Lon­dons vol­len Sta­di­en für Wahn­sinn und Mas­sen­mord mit Ansage.
Fakt ist: Seit drei Wochen sin­ken in Groß­bri­tan­ni­en die Fall­zah­len, seit Tagen lee­ren sich auch die Krankenhäuser.
Ja, Coro­na war vor allem für unse­re Senio­ren ein gefähr­li­ches Virus und ist es für die unge­impf­ten von ihnen noch immer.
Doch nahe­zu alles, womit uns die Regie­rung Angst macht, wur­de von der Rea­li­tät kom­plett widerlegt.”

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Doch kei­ne Ban­ge, unse­re Staats­fun­ker und Grü­nen­funk­tio­nä­re sind wachsam!

„Wer­den die Tugendesel stö­ßig? Haben wir die päd­ago­gi­sche Schutz­mann­schaft der Zivi­li­sa­ti­on so weit, dass sie blank­zieht?”, spricht gegen Ende sei­nes Davos-Auf­ent­hal­tes mein alter Kame­rad Leo Naphta.

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Aber die rus­si­sche Ein­mi­schung in den deut­schen Wahl­kampf wird immer schlim­mer und bös­ar­ti­ger. RT meldet:

(Wei­ter hier.)

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Noch mehr Hetze.

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Und der erst!

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(Netz­fund)

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Also sprach Karl Heinz Boh­rer – R.I.P. – erfah­rungs­ge­sät­tigt über die 68er, sar­do­nischwei­se im Inter­view mit dem Maga­zin des Süd­deut­schen Beob­ach­ters. Ja und wenn deren Väter erst den Krieg gewon­nen hätten!

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Eine Leip­zi­ger Buch­hand­lung am Vor­tag der Machtergreifung.

Die Fra­ge ist nur: Wes­sen Machtergreifung?

Wer den Men­schen weis­zu­ma­chen ver­sucht, dass die­ser klei­ne Hau­fen Stig­ma­ti­sier­ter und Aus­ge­grenz­ter eine Gefahr für die Repu­blik dar­stellt, steht den Nazis zumin­dest deut­lich näher als jene.

PS: „Immer­hin sind zwei Bücher von Hamed Abdel-Samad und eines von Susan­ne Schrö­ter zu finden.”
(Leser ***)

PPS: Inter­es­sant – wenn­gleich aus Angst vor Kon­takt­schuld und bit­te­ren Wahr­hei­ten nicht wirk­lich gut besucht – wäre ein Work­shop unter dem Mot­to: „AfD-Ange­hö­ri­ge berich­ten über ihre Diskrimierungserfahrungen.”

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(Netz­fund)

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Kaum sind ihre kärg­li­chen Ali­men­te um ein paar Cents erhöht wor­den, bedan­ken sich die Öffis stracks mit einer Bildungsoffensive.

„Etwa.”

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Die Zukunft Deutschlands …

… wird wohl lei­der nicht im Par­la­ment bestimmt. Ui.

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Framing mit Fotos. Wie wir seit 2015 wis­sen, stran­den vor allem jun­ge, unbe­glei­te­te und lern­eif­ri­ge Mir­gan­ten­mäd­chen mit ihren Argonaut:innenbooten an den Gesta­den von ’schland. Und wie wir ohne­hin wis­sen, ist Hoch­be­ga­bung eher Frau­en­sa­che. (Man­che frei­lich sind so schüch­tern, dass man ihre Fähig­kei­ten ohne Quo­ten nie erspür­te bzw. zu spü­ren bekäme.)

Vie­le von die­sen zar­ten Pflänz­chen haben an der Ham­bur­ger Relo­ti­us­spit­ze Auf­nah­me gefun­den und lie­fern seit­her im Tagestakt Nach­wei­se ihrer weit über­durch­schnitt­li­chen Talen­te, sogar bei der Aus­wahl reprä­sen­ta­ti­ver Sym­bol­bil­der. Trotz­dem trans­por­tiert das Foto natür­lich ein sexis­ti­sches Ste­reo­typ: Die Leh­re­rin wird auf ihre Rol­le als attrak­ti­ve, wei­ße und gebär­fä­hi­ge Cis-Frau festgelegt.

 

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