Alexander Gauland …

… hat im Bun­des­tag wäh­rend der Afgha­ni­stan-Debat­te die wich­tigs­te Fra­ge zum The­ma gestellt. Die Wor­te von Ver­tei­di­gungs­mi­nis­te­rin Anne­gret Kramp-Kar­ren­bau­er auf­grei­fend, die den Bun­des­wehr-Ein­satz im Nach­hin­ein damit begrün­det hat­te, dass es ohne ihn „wahr­schein­lich bis heu­te kei­ne Schu­len für Mäd­chen und kei­ne Frau­en in höchs­ten Ämtern” in Afgha­ni­stan gäbe, sag­te der AfD-Fraktionsvorsitzende:

„Mit ande­ren Wor­ten: Um Geschlech­ter­ge­rech­tig­keit in die mus­li­mi­sche Welt zu tra­gen, muss­ten deut­sche Män­ner dort ihr Leben las­sen. Wie vie­le afgha­ni­sche Frau­en in höchs­ten Ämtern wie­gen eigent­lich einen toten deut­schen Sol­da­ten auf?”

Exakt dar­um geht es. Popu­lis­ten sind der Ansicht, dass kein ein­zi­ger deut­scher Sol­dat für die Gleich­be­rech­ti­gung von Frau­en am Hin­du­kusch ster­ben soll, weil näm­lich über­haupt kein deut­scher Sol­dat dort etwas zu suchen hat. In Zah­len: Null. Was meint die poli­ti­sche Konkurrenz?

Kein Gedan­ke, kein Argu­ment, nicht ein­mal im Ansatz. Nur pöbeln, rülp­sen, sich aus­kot­zen, mit Dreck wer­fen – wie eine Hor­de Pavia­ne. Saw­san Che­bli trägt ein typi­sches „Argu­ment” pro­gres­si­ver Frau­en vor: Ihr sei schlecht gewor­den. Als Lar­ry Sum­mers 2006 von sei­nem Job als Har­vard-Prä­si­dent zurück­tre­ten muss­te, weil er die simp­le Wahr­heit aus­ge­spro­chen hat­te, dass sich Män­ner mehr für Natur­wis­sen­schaf­ten inter­es­sie­ren als Frau­en, reti­rier­te sogar eine Pro­fes­so­rin, bestimmt eine Fach­kraft aus den „Huma­nities”, auf die­ses Affekt­ni­veau. Unter Infan­ti­len und Pri­mi­ti­ven gel­ten Affek­te als Argu­men­te. Vie­len wird frei­lich schlecht, wenn sie Che­bli, Mer­kel oder Lau­ter­bach hören. Was nun?

Ich wie­der­ho­le des­halb die Fra­ge: Wie vie­le deut­sche Sol­da­ten soll­ten für den heh­ren Zweck der Frau­engleich­stel­lung in der isla­mi­schen Welt ihr Leben geben dür­fen? Zehn, hun­dert, tau­send? Mehr? Und war­um eigent­lich immer nur Män­ner? Unter den 59 Gefal­le­nen war kei­ne ein­zi­ge Frau. Wol­len Bun­des­wehr­mä­dels nicht gern ihr Blut geben für die Befrei­ung ihrer mus­li­mi­schen Geschlechts­ge­nos­sin­nen aus den Fes­seln von Patri­ar­chat und Scha­ria (gera­de weil die das offen­bar mehr­heit­lich gar nicht wün­schen)? Ich will eine Ant­wort. Eine ana­lo­ge Ant­wort wäre auch auf die Fra­ge fäl­lig, wie vie­le Deut­sche für die soge­nann­te Flücht­lings­ret­tung auf dem Altar der täg­li­chen Gewalt­kri­mi­na­li­tät geop­fert wer­den dür­fen. Über­haupt wie vie­le Migran­ten nach Kein-schö­ner-Land-in-die­ser-Zeit kom­men dür­fen sol­len, wenn „Mensch­lich­keit kei­ne Ober­gren­ze kennt” und nie­mand, auch kein Mes­ser­ste­cher, Grup­pen­ver­ge­wal­ti­ger oder Ter­ro­rist, „ille­gal ist”: Eine Mil­li­on? Fünf Mil­lio­nen? Zwan­zig? Hundert?

Aber für eine Ant­wort sind die­se tris­ten Figu­ren eben zu fei­ge. Sie sind nicht imstan­de, ihre Poli­tik schlüs­sig zu begrün­den. Des­halb mora­li­sie­ren sie, ver­kau­fen Illu­sio­nen oder stig­ma­ti­sie­ren, schimp­fen und drohen.

 

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