Milliardärssozialismus

Leser *** weist mich auf die­sen Blog­bei­trag hin.

Hier besteht ein Miss­ver­ständ­nis, was den Begriff „Sozia­lis­mus” angeht. Ich ver­su­che, die­ses Miss­ver­ständ­nis in einer Rede aus­zu­räu­men, die ich am 24. Sep­tem­ber zum Wahl­kampf­ab­schluss in Chem­nitz hielt. Näm­lich diese:

 

Was ist poli­ti­scher Extre­mis­mus? Nach der all­ge­mein gül­ti­gen Defi­ni­ti­on der Ver­such, das par­la­men­ta­ri­sche Sys­tem, die Demo­kra­tie und den Rechts­staat abzu­schaf­fen. Der Ver­fas­sungs­schutz­be­richt lis­tet unter sol­chen Bestre­bun­gen den Links­ex­tre­mis­mus, den Rechts­ex­tre­mis­mus und den Isla­mis­mus auf. Der für die Demo­kra­tie gefähr­lichs­te Extre­mis­mus fehlt jedoch: der Globalismus.

Was wol­len die Glo­ba­lis­ten? Ihr Man­tra lau­tet: frei­er Fluss von Waren und Dienst­leis­tun­gen, frei­er Fluss von Infor­ma­tio­nen, frei­er Fluss von Men­schen. Schaf­fung der der One World. In den Ohren vie­ler Men­schen klingt das ver­hei­ßungs­voll. Die Glo­ba­lis­ten, sagen sie, wol­len doch nur Gutes für die Mensch­heit. Tat­säch­lich? Alles, was die Völ­ker und Natio­nen in ihrer Eigen­art aus­macht, steht den Glo­ba­lis­ten im Wege: Gren­zen, Iden­ti­tä­ten, das Selbst­be­stim­mungs­recht der Völ­ker, die natio­na­le Sou­ve­rä­ni­tät, der Natio­nal­staat und des­sen Insti­tu­tio­nen. Was der Demos will, inter­es­siert sie nicht. Glo­ba­lis­ten sind Anti­de­mo­kra­ten, die Ihnen die Welt­de­mo­kra­tie versprechen.

Aus ihrer Sicht muss auf die­sem Pla­ne­ten ein umfas­sen­der Gro­ßer Aus­gleich her­bei­ge­führt wer­den, der sowohl die Lebens­ver­hält­nis­se, den Reich­tum (ihren eige­nen aus­ge­nom­men), die Res­sour­cen und letzt­lich sogar die gene­ti­sche Aus­stat­tung der Völ­ker betrifft. Die ganz har­ten Hun­de unter den Gleich­ma­chern wün­schen sich sogar den pla­ne­ta­ri­schen Ein­heits­men­schen, die ulti­ma­ti­ve Pro­me­na­den­mi­schung. Dann gäbe es näm­lich kei­nen Ras­sis­mus mehr. Der Vor­schlag ist etwa so ein­leuch­tend wie die Idee, sämt­li­che Rot‑, Weiß- und Rosé­wei­ne der Erde zusam­men­zu­kip­pen, um den neid­frei trink­ba­ren Welt­ein­heits­wein herzustellen.

Wer sind die Glo­ba­lis­ten? Unse­re Gesin­nungs­gou­ver­nan­ten ver­su­chen der­zeit, den Begriff auf den Index der schmut­zi­gen Wor­te zu set­zen. Sie benut­zen dafür den Bau­ern­fän­ger­trick – par­don, es heißt ja nicht Bau­ern­fän­ger, son­dern: Bäue­rin­nen- und Bau­ern­fän­ge­rin­nen und ‑fän­ger –, sie benut­zen also den Trick, den Begriff mit der Mär von der „jüdi­schen Welt­ver­schwö­rung” in eins zu set­zen und ihn so anti­se­mi­tisch zu kon­ta­mi­nie­ren. Zuletzt bewarf man den neu­en Staats­feind Nr. 2 Hans-Georg Maaßen mit jenem Unflat, weil er das Wort ver­wen­de­te. Mari­na Weis­band, die deut­sche Gre­ta, twit­ter­te: „Glo­ba­lis­ten ist ein Code­wort für Juden“.

Wenn ich für die glo­ba­lis­ti­schen Eli­ten Bei­spie­le nen­nen soll, fal­len mir spon­tan Namen ein wie Barack Oba­ma, Hil­la­ry Clin­ton, Al Gore, Kame­la Har­ris, Bill Gates, Geor­ges Soros,  Jus­tin Tru­deau, Anto­nio Guter­rez, Manu­el Bar­ro­so, Marc Zucker­berg, Ange­la Mer­kel oder Chris­ti­ne Lagar­de. Und als deut­sches Boden­per­so­nal Anna­le­na B. und ihre Trup­pe. Beson­ders vie­le Juden waren das jetzt nicht. Las­sen Sie sich also nicht ins Bocks­horn jagen.

Im Übri­gen ist es völ­lig aus­sichts­los, die Glo­ba­li­sie­rung zu fei­ern, aber gleich­zei­tig ihren Beför­de­rern und Nutz­nie­ßern kei­nen Namen zuzu­ge­ste­hen bzw. deren Exis­tenz als Ver­schwö­rungs­theo­rie abzu­tun. Es gibt Glo­ba­lis­ten, und sie selbst machen kein Hehl daraus.

Die Glo­ba­lis­ten sind stein­rei­che oder zumin­dest poli­tisch ein­fluss­rei­che Welt­ver­bes­se­rer, die sich mit lin­ken Welt­ver­bes­se­rern zusam­men­tun, weil sich bei­de Sei­ten für beru­fen hal­ten, das Schick­sal des Pla­ne­ten in die Hand zu neh­men. Natür­lich ver­trägt sich das präch­tig mit den Geschäfts­in­ter­es­sen der einen und den ideo­lo­gi­schen Moti­ven der ande­ren Sei­te. Die einen ver­die­nen gut, die ande­ren füh­len sich gut. Die­se Ver­bin­dung aus Rei­chen und Lin­ken ist die bizarrs­te Alli­anz, seit­dem das Deut­sche Kai­ser­reich Lenins Bol­sche­wi­ken unter­stütz­te, um sich die Ost­front vom Hal­se zu schaffen.

Wie der Name schon sagt, den­ken Glo­ba­lis­ten im pla­ne­ta­ri­schen Maß­stab. Alles, was sie ankün­di­gen, ist XXXL. Als pro­ba­ten Hebel haben sie den Kli­ma­wan­del erkannt. Hans-Joa­chim Schell­nhu­ber, Vor­sit­zen­der des wis­sen­schaft­li­cher Bei­rats der Bun­des­re­gie­rung „Glo­ba­le Umwelt­ver­än­de­rung”, Mit­glied des Welt­kli­ma­ra­tes und zeit­wei­se Bera­ter der Welt­bank, for­dert eine „Gro­ße Trans­for­ma­ti­on“ der gesam­ten Indus­trie­ge­sell­schaft, um das Kli­ma zu ret­ten. Klaus Schwab, Grün­der und Vor­sit­zen­der des Welt­wirt­schafts­fo­rums in Davos, auf des­sen Gäs­te­lis­te man alle fin­det, die poli­tisch und wirt­schaft­lich einen Namen haben, träumt vom „Gre­at Reset” („Der gro­ße Neustart”).

Der „Gro­ße Neu­start”, ver­spricht Schwab, wer­de „die Grund­la­gen für eine gerech­te­re, nach­hal­ti­ge­re und wider­stands­fä­hi­ge­re Zukunft” schaf­fen. „Wir müs­sen die Wirt­schaft in dem kur­zen noch ver­blei­ben­den Zeit­fens­ter dekar­bo­ni­sie­ren“, erteilt Schwab Bescheid. Im Diens­te die­ses edlen Zie­les flie­gen er und sei­ne Mil­lio­närs- bzw. Mil­li­ar­därs­freun­de mit ihren Pri­vat­jets unter ande­rem regel­mä­ßig nach Davos. Jedes Land der Erde müs­se sich am „Gre­at reset” betei­li­gen, sta­tu­iert der Trä­ger aller Bun­des­ver­dienst­kreu­ze von ein­fach bis mit Eichen­laub. „Alle Aspek­te unse­rer Gesell­schaf­ten und Volks­wirt­schaf­ten” müss­ten „umge­stal­tet” wer­den. „Die glo­ba­le Gesund­heits­kri­se hat die feh­len­de Nach­hal­tig­keit unse­res alten Sys­tems in Bezug auf den sozia­len Zusam­men­halt, den Man­gel an Chan­cen­gleich­heit und Inklu­si­vi­tät offen­ge­legt. Auch kön­nen wir den Miss­stän­den von Ras­sis­mus und Dis­kri­mi­nie­rung nicht den Rücken kehren.“

Damit hat der Welt­wirt­schafts­fo­rums­vor­sit­zen­de die wich­tigs­ten Punk­te der glo­ba­lis­ti­schen Agen­da umris­sen: Coro­na, Welt­kli­ma­ret­tung, „Anti­ras­sis­mus”, Glo­ba­le Migra­ti­on, Frie­de, Freu­de und nicht zu ver­ges­sen: den gut ver­rühr­ten Eier­ku­chen der Bra­ve New World.

Men­schen mit dem öko­lo­gi­schen Fuß­ab­druck gan­zer afri­ka­ni­scher Klein­städ­te haben den mäch­tigs­ten Trend der Zeit erkannt und wol­len sich pri­vat mög­lichst unge­scho­ren durch die dro­hen­den Kata­rak­te einer „anti­ras­sis­ti­schen”, anti­markt­wirt­schaft­li­chen, anti­west­li­chen Kul­tur­re­vo­lu­ti­on navi­gie­ren – was am bes­ten gelingt, wenn man ein­fach an der Spit­ze mitmarschiert.

Egal, wie gut gemeint die Tag­träu­me von One World und Glo­bal Gover­nan­ce sein mögen, sie lau­fen dar­auf hin­aus, dass eine Hand­voll Men­schen Ent­schei­dun­gen über die Geschi­cke von Mil­li­ar­den ande­ren tref­fen soll. Die abson­der­li­che Logik dahin­ter lau­tet: Wenn erst die gan­ze Welt so zen­tra­lis­tisch wie eine DDR funk­tio­niert oder wie Vene­zu­la, dann sind wir end­lich in der Lage, das Kli­ma, die Mee­re und neben­bei noch Afri­ka zu retten.

Der Deal zwi­schen den Rei­chen und den Lin­ken läuft so, dass die Groß­un­ter­neh­men sich als Voll­stre­cker des lin­ken Zeit­geis­tes anbie­ten und die Lin­ken sie dafür in Ruhe las­sen. West­li­che Unter­neh­men haben heu­te mehr Angst vor Image­ver­lus­ten durch den Twit­termob als vor stei­gen­den Ener­gie­prei­sen. Des­halb his­sen sie Regen­bo­gen­fah­nen, kämp­fen gegen „rechts”, eta­blie­ren in ihren Fir­men das gesam­te Diversity‑, Quoten‑, Gender‑, und Anti­dis­kri­mie­rungs­ge­döns – die Com­pli­an­ce-Vor­schrif­ten von Goog­le, Face­book et al. sind ein­drucks­vol­le Bei­spie­le dafür. In all die­sen Fir­men darfst du als Ange­stell­ter kein fal­sches Wort sagen. Wer sich nicht poli­tisch kor­rekt ver­hält, wird gar nicht erst ein­ge­stellt, und dank der Spu­ren, die jeder im Netz hin­ter­lässt, gilt das auf Jah­re rück­wir­kend. Das ist ein Vor­ge­schmack auf die gleich­ge­schal­te­te Welt der Glo­ba­lis­ten. Im Gegen­zug kön­nen die Mil­li­ar­därs­so­zia­lis­ten unbe­hel­ligt von den Lin­ken ihre Geschäf­te machen. Die Lin­ken spa­ren sie bei ihrer per­ma­nen­ten Sys­tem­kri­tik ein­fach aus. Sie wol­len ohne­hin den Kapi­ta­lis­mus nicht mehr stür­zen, son­dern bewirtschaften.

Ich habe eben den Begriff Mil­li­ar­därs­so­zia­lis­mus ver­wen­det. Ist das nicht ein höl­zer­nes Eisen? Das Phä­no­men erscheint nur auf den ers­ten Blick absurd. Sozia­lis­mus bedeu­tet vor allem, die Ent­wick­lung der mensch­li­chen Gesell­schaft für plan­bar zu hal­ten. Dar­aus folgt, dass man, wie der bedeu­ten­de Sozia­list A. Hit­ler ein­mal erklär­te, die Unter­neh­men nicht ent­eig­nen muss – es genügt, wenn sie sich gehor­sam in die staat­li­chen Plä­ne ein­fü­gen. Viel wich­ti­ger sei es, so noch­mals Hit­ler, die Men­schen von Kinds­bei­nen an staat­lich zu sozia­li­sie­ren. Das ver­band die Natio­nal­so­zia­lis­ten mit den Sowjet­kom­mu­nis­ten, und das ver­bin­det die heu­ti­ge soge­nann­te Zivil­ge­sell­schaft mit der dama­li­gen Volks­ge­mein­schaft. Natür­lich funk­tio­niert die staat­li­che Dres­sur heu­te viel smar­ter als damals, sie wirkt viel weni­ger zen­tral gesteu­ert. Aber sie funk­tio­niert. Auch die heu­ti­gen Mana­ger und Unter­neh­mens­füh­rer vom Schla­ge eines Josef Käser – der sich aus Pro­vinz­ler­ehr­geiz Joe Kae­ser nennt – sind in der Zeit­geist­brü­he gegart wor­den und machen brav mit. Kae­ser hat Lui­sa Neu­bau­er einen Sitz im Auf­sichts­rat von Sie­mens Ener­gy ange­bo­ten. Das ist unge­fähr so, als wenn der Papst einen Talib­an­füh­rer in den Kar­di­nals­rat beruft.

Die Unter­neh­mens­len­ker kön­nen und wür­den es nicht mehr wagen, sich gegen den Gesin­nungs­ter­ror der soge­nann­ten Zivil­ge­sell­schaft zu wen­den, denn nicht nur Pro­fes­so­ren, Poli­ti­kern, Publi­zis­ten oder Künst­lern droht das Kar­rie­re­en­de beim ers­ten fal­schen Satz, auch ein Mana­ger wäre im Nu sei­nen Job los und ver­schwän­de von den Ein­la­dungs­lis­ten der Schi­cke­ria. Es ist der kol­lek­ti­vis­ti­sche Schwarm der Zivil­ge­sell­schaft, der inzwi­schen die öffent­li­che Mei­nung beherrscht. Er ent­schei­det, was gut und was böse ist. Er ver­teilt Repu­ta­ti­on oder erkennt sie ab. Er gibt Per­so­nen zum Abschuss frei. Und die Glo­ba­lis­ten füt­tern die­sen Schwarm, teils aus ihrem Pri­vat­ver­mö­gen, teils aus den Steuertöpfen.

Das führt uns zur letz­ten Fra­ge: Wie wer­den die Glo­ba­lis­ten vor­ge­hen? Zunächst ein­mal schei­nen sie Coro­na als Chan­ce und Blau­pau­se für künf­ti­ge Frei­heits­ein­schrän­kun­gen erkannt zu haben. Coro­na hat sich als ein fabel­haf­ter Anlass erwie­sen, gan­ze Bevöl­ke­run­gen ein­zu­schüch­tern und gan­ze Wirt­schafts­zwei­ge gefü­gig zu machen. Ich sage nicht, dass sie das von lan­ger Hand geplant haben. Aber Gele­gen­heit macht Diebe.

Nach­dem man uns im Namen der Volks­ge­sund­heit die Grund­rech­te genom­men hat, wird man sie uns nicht mehr zurück­ge­ben im Namen der Welt­kli­ma­ret­tung. Das Bun­des­ver­fas­sungs­ge­richt hat die CO2-Hypo­the­se bereits zum Staats­ziel erho­ben und ent­schie­den, dass Grund­rechts­ein­schrän­kun­gen zu Nutz und From­men künf­ti­ger Genera­tio­nen ver­hält­nis­mä­ßig sei­en. Außer­dem wer­den wir erle­ben, wie die inne­re Auf­lö­sung der Natio­nen durch die Migra­ti­on von Kul­tur­frem­den immer wei­ter vor­an­ge­trie­ben wird. Sie wer­den die Antirassismus‑, Bunt­heits- und Diver­si­täts-Hys­te­rie nie­mals abklin­gen las­sen – der soge­nann­te Anti­ras­sis­mus ist ja zu 80 Pro­zent nichts ande­res als Neid auf Wei­ße –, und damit wer­den sie die Gesell­schaft in immer klei­ne­re Grup­pen spal­ten. Je mehr sol­che Grup­pen mit Son­der­in­ter­es­sen exis­tie­ren, des­to leich­ter las­sen sich gegen­ein­an­der aus­spie­len. Und man wird natür­lich die natio­na­len Par­la­men­te immer wei­ter entmachten.

Schon heu­te stam­men zwei Drit­tel aller Geset­ze und Ver­ord­nun­gen, die der Bun­des­tag abseg­net, aus Brüs­sel. Ich ent­sin­ne mich, dass Hei­ko Maas ein­mal in einer Talk­show zu den Euro­pa­wah­len einen AfD-Poli­ti­ker frag­te, war­um er über­haupt für ein Par­la­ment kan­di­die­re, das die AfD am liebs­ten auf­lö­sen wür­de. Die rich­ti­ge Gegen­fra­ge wäre gewe­sen: War­um kan­die­ren Leu­te wie Sie für den Bun­des­tag, wenn sie ihn zugleich schlei­chend abschaf­fen? Noch eine bis zwei Legis­la­tu­ren, dann ist der Bun­des­tag ein macht­lo­ses Ope­ret­ten­par­la­ment. Dann hat in jedem EU-Mit­glieds­land einen Ver­fas­sungs­putsch statt­ge­fun­den. Dann ist die EUdSSR Wirklichkeit.

Auch wenn die Ten­ta­keln der glo­ba­lis­ti­schen Kra­ke bis nach Chem­nitz rei­chen, ist der Feind, den wir bekämp­fen, in Chem­nitz gar nicht fass­bar. Der Bun­des­tag ist unser letz­ter Ver­tei­di­gungs­ring gegen die all­mäh­li­che Erdros­se­lung der Natio­nen und Natio­nal­staa­ten. Nur weil es die Bestre­bun­gen der glo­ba­lis­ti­schen Klas­se gibt, die Völ­ker auf­zu­lö­sen, gibt es den Rechts­po­pu­lis­mus. „Der Popu­lis­mus ist der Schrei der Völ­ker, die nicht ster­ben wol­len“, sagt Phil­ip­pe de Vil­liers, Vor­sit­zen­der der natio­nal­kon­ser­va­ti­ven Par­tei Mou­ve­ment pour la Fran­ce. Ich will, dass die­ser Schrei noch lau­ter und viel­stim­mi­ger wird. Des­we­gen kan­di­die­re ich für den Bun­des­tag. Ich will nicht den Tag erle­ben, an dem man die Auf­schrift „Dem deut­schen Vol­ke“ vom Gie­bel des Reichs­tags­ge­bäu­des heruntermeißelt.

Mei­ne Damen und Her­ren, zum Teu­fel mit den Ver­ein­heit­li­chern und Welt­gleich­schal­tern! Es leben die Völ­ker die­ser Erde! Es lebe die herr­li­che Viel­falt der euro­päi­schen Natio­nen! Es leben ihre Kul­tu­ren, ihre Sit­ten, ihre Eigen­ar­ten, ihre Spra­chen! Es leben die Unter­schie­de! Es lebe Deutschland.

 

PS: Der Begriff „Mil­li­ar­därs­so­zia­lis­mus” stammt mei­nes Wis­sens von David Engels.

Leser *** weist mich dar­auf hin, dass bereits Oswald Speng­ler die­sen Begriff geprägt habe, in „Preu­ßen­tum und Sozia­lis­mus”; ich schlug also in mei­ner Aus­ga­be (Mün­chen 1920) nach und fand dies.

Ich hat­te mir das Wort bei der Lek­tü­re vor vie­len Jah­ren sogar ange­stri­chen, aber damals offen­bar nicht als hin­rei­chend bedeu­tend emp­fun­den, um es mir zu mer­ken. Ja, der bra­ve Speng­ler hat prak­tisch Alles geahnt.

PPS: Ein Vor­trag ist zeit­lich begrenzt, so dass ich auf den in die­sem Zusam­men­hang eigent­lich unver­zicht­ba­ren Aspekt der Zen­tral­ban­ken und des staat­li­chen Papier­geld­mo­no­pols nicht ein­ge­hen konnte.

PPPS und apro­pos A. Hit­ler und Sozia­lis­mus: Am Abend der März­wahl 1933 erklär­te der Füh­rer in klei­ner Run­de, ver­är­gert dar­über, dass die NSDAP die abso­lu­te Mehr­heit ver­fehlt hat­te, solan­ge Hin­den­burg lebe, wer­de er die­se deutsch­na­tio­nal-kon­ser­va­ti­ve „Ban­de” nicht los. Was ihn an den alten Eli­ten abstieß, war kei­nes­wegs deren Natio­na­lis­mus, son­dern ihr Anti­so­zia­lis­mus. Hit­ler nahm den Begriff Natio­nal­so­zia­lis­mus wört­lich: „Sozia­lis­mus kann nur sein im Rah­men mei­nes Vol­kes”, erklär­te er, denn es gebe „nur annä­hernd Glei­che in einem Volks­kör­per in grö­ße­ren Ras­se­ge­mein­schaf­ten, aber nicht dar­über hin­aus.” Es war kein oder allen­falls ein maß­vol­ler Eti­ket­ten­schwin­del, dass er sei­nen poli­ti­schen Kampf­bund „Arbei­ter­par­tei” nann­te. Als Hit­ler sich am 30. Novem­ber 1941 in einem sei­ner legen­där-berüch­tig­ten Mono­lo­ge der „Kampf­zeit” erin­ner­te, offen­bar­te er: „Mei­ne dama­li­ge Par­tei war doch zu neun­zig Pro­zent aus Links-Leu­ten zusam­men­ge­setzt. Ich habe nur Leu­te brau­chen kön­nen, die geprü­gelt haben.” In einer Rede zum 1. Mai 1927 hat­te der NSDAP-Chef ver­kün­det: „Wir sind Sozia­lis­ten, wir sind Fein­de der heu­ti­gen kapi­ta­lis­ti­schen Wirt­schafts­ord­nung für die Aus­beu­tung der wirt­schaft­lich Schwachen.”

Betrach­tet man das öffent­li­che Erschei­nungs­bild des Drit­ten Reichs, dann fin­det sich kaum ein Unter­schied zu den kom­mu­nis­ti­schen Dik­ta­tu­ren des Ost­blocks: Es gibt nur eine Par­tei; deren Herr­schaft ist abso­lut, wenn­gleich die wirk­li­che Macht (bis über Leben und Tod) von einem klei­nen Klün­gel inner­halb der Par­tei­füh­rung aus­ge­übt wird; das gesam­te gesell­schaft­li­che Leben ist nach mili­tä­ri­schem Mus­ter durch­or­ga­ni­siert, das Leben des Ein­zel­nen des­glei­chen; bereits die Kin­der ste­cken in Ein­heits­klei­dung; das Kol­lek­tiv ist abso­lut, der Ein­zel­ne dem­ge­gen­über nichts; eine Fül­le von zen­tra­lis­ti­schen Orga­ni­sa­tio­nen saugt die Men­schen auf und bestimmt über ihren Tages­ab­lauf, die öffent­li­che Mei­nung ist gleich­ge­schal­tet, rund um die Uhr läuft Pro­pa­gan­da, regel­mä­ßig gibt es Mas­sen­kund­ge­bun­gen und Auf­mär­sche, über­all sieht man Fah­nen, Paro­len und Uni­for­men etc. pp.

Sozia­lis­mus bedeu­tet Nivel­lie­rung der indi­vi­du­el­len Unter­schie­de durch Kol­lek­ti­vie­rung. „Wir sozia­li­sie­ren die Men­schen”, erklär­te Hit­ler gegen­über Her­mann Rau­sch­ning. Die Sozia­li­sie­rung der Ban­ken und Unter­neh­men sei dane­ben sekun­där: „Was ist das schon, wenn ich die Men­schen fest in eine Dis­zi­plin ein­ge­ord­net habe, aus der sie nicht her­aus­kön­nen?” Am 8. Sep­tem­ber 1937 notier­te Goe­b­bels in sein Tage­buch, der Füh­rer habe auf dem Par­tei­kon­gress „gegen wirt­schaft­li­che Eigen­mäch­tig­kei­ten” gewet­tert: „Wehe der Pri­vat­in­dus­trie, wenn sie nicht pariert. 4Jahresplan wird durch­ge­führt.” Im Mai des­sel­ben Jah­res hat­te Hit­ler im Duk­tus einer gro­ßen Amts­nach­fol­ge­rin erklärt: „Ich sage der deut­schen Indus­trie zum Bei­spiel: ‚Ihr müßt das jetzt schaf­fen’. … Wenn mir die deut­sche Wirt­schaft ant­wor­ten wür­de: ‚Das kön­nen wir nicht’, dann wür­de ich ihr sagen: ‚Gut, dann über­neh­me ich das sel­ber, aber das muß geschafft werden.’ ”

 

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