19. November 2021

Heu­te ist Frei­tag. Manch­mal pro­du­ziert die läs­ti­ge Volks­päd­ago­gik unfrei­wil­li­ge Komik.

Aber so etwas wäre nicht mehr drin.

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Gibt es eigent­lich auch Gewalt gegen Männer?

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Cior­an schreibt am 12. April 1969 in sein Tagebuch:

„Ich glau­be an die Zukunft der Schwar­zen. Die­se Wei­ßen, man hat letzt­lich genug von ihnen. Im übri­gen haben sie von sich selbst genug, sie geste­hen es ein und schrei­en es um die Wet­te hin­aus. Sie haben ihr Kapi­tal an Illu­sio­nen erschöpft, sie wis­sen nicht mehr, wor­an sie sich klam­mern sol­len; sie sind inner­lich besiegt; wenigs­tens die Leu­te im Wes­ten, weil die Rus­sen noch intakt zu sein scheinen.”

Das stimmt, sie haben ihr Illu­si­ons­ka­pi­tal erschöpft, aber sie machen noch immer gewal­ti­ge Illu­si­ons­schul­den. Irgend­wann wer­den die ande­ren sie eintreiben.

Der Ein­trag endet mit: „Aber die gel­be ‚Gefahr’ und die schwar­ze ‚Gefahr’ sind nicht inkom­pa­ti­bel: die einen wie die ande­ren reprä­sen­tie­ren, was man die Zukunft nen­nen kann.”

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Wenn ich gera­de bei Cior­an bin, im Novem­ber 1965 notier­te er: „Es gibt etwas Schlim­me­res als den Anti­se­mi­tis­mus: den Anti-Anti­se­mi­tis­mus.” Und Nietzsche?
Es gibt zumin­dest etwas noch Düm­me­res: die Anti­se­mi­tis­mus­for­schung. Und die hat längst sogar den bra­ven Fried­rich auf dem Kieker.

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Der „Kampf gegen rechts”, die­ser Kal­va­ri­en­berg der Charaktere.

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In einem gewis­sen Sin­ne könn­te man sagen, dass die Aus­rot­tung der Raub­tie­re durch den Men­schen eine Art zeit­ver­setz­te Blut­ra­che gewe­sen ist.

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Was gefragt wer­den muss (nach G. Grass):

Ich habe kei­nen Zwei­fel, dass der toxi­sche Teil der Zeit-Leser:innenschaft jetzt tief in sich gehen wird, sonst läsen sie ja nicht das der­zeit größ­te Ham­bur­ger Homo­phi­lenblatt. Ein – klei­ner – Makel sol­cher wohl­mei­nen­den gesell­schafts­the­ra­peu­ti­schen Win­ke besteht frei­lich oft dar­in, dass sie nicht ganz bis zu Ende durch­dacht sind. So tin­gel­te vor kur­zem eine les­bi­sche Maid und Evo­lu­ti­ons­bio­lo­gin mit ihrem Vor­schlag oder Wunsch – kann auch sein, dass sie es als Pro­phe­zei­ung ver­kauf­te – durch die Medi­en, die aus­schließ­lich weib­li­che Part­ner­wahl möge oder wer­de sich wie­der durch­set­zen, auch wenn das zur Fol­ge habe, dass die Mehr­heit der Männ­chen dann ohne Part­ne­rin (und Nach­kom­men) blei­be. Sie bedach­te nur nicht, dass dies logi­scher­wei­se auf Viel­wei­be­rei und ori­en­ta­li­sche Zustän­de hin­aus­lie­fe, womit die weib­li­che „Wahl” rasch ad absur­dum geführt wür­de (es sei denn, die Mädels der Zukunft hal­ten sich die Ker­le wie Zucht­bul­len in Zeugungsfarmen).

Was nun die Emp­feh­lung unse­res Sexu­althe­ra­peu­ten betrifft, die deut­schen Män­ner mögen sich mal anstän­dig anal durch­fie­deln las­sen, so wirft sie die Fra­ge auf, wer denn die Fied­ler sein sol­len? Bezie­hungs­wei­se die Ste­cher? Die jewei­li­gen Part­ne­rin­nen mit einem Umschnall­dil­do? Lei­der wol­len vie­le Ambos­se gar nicht Ham­mer spie­len, geschwei­ge denn sein, von Lisa Eck­art bis hin­un­ter zum Löwen­weib­chen. Rol­len­bil­der, über­all Rol­len­bil­der! Irgend­wann wäre das Reser­voir der ech­ten Schwu­len erschöpft, und ob über­haupt eine nen­nens­wer­te Zahl von denen scharf dar­auf ist, rol­len­fi­xier­te Heten zu mis­sio­nie­ren? Zumal es die meis­ten Ker­le bei der Vor­stel­lung, einen Mann zu pene­trie­ren bzw. von ihm pene­triert zu wer­den – und sei es ihr bes­ter Freund oder Bun­des­trai­ner! –, mit einem evo­lu­tio­när tief ver­wur­zel­ten Phä­no­men zu tun bekom­men, das bereits ihre Alt­vor­de­ren vor ver­dor­be­nen Spei­sen und den fal­schen Sexu­al­part­nern schütz­te: dem Ekel.

Wer also soll die Zeit-Leser im Anschluss an den von der Redak­ti­on ver­ab­folg­ten Hirn­fick pene­trie­ren? Viel­leicht mal bei den Erst­auf­nah­me­ein­rich­tun­gen fra­gen? Da ist immer­hin noch Druck auf dem Kes­sel. Und Not­durft! Bei­des zusam­men macht Men­schen zuwei­len wahl­los. Und sei­en wir mal ehr­lich: ob Zie­ge oder Zeit-Abon­nent…

PS: Leser *** schlägt als Rol­len­bild­the­ra­pie­raum eine über­be­leg­te Gefäng­nis­zel­le vor; da hät­te ich auch sel­ber drauf kom­men können.

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Rein wirt­schaft­lich war der Kolo­nia­lis­mus in Afri­ka erfolg­rei­cher als die Entwicklungshilfe.

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Ken­nen Sie Frau Dr. Ute Berg­ner, Physi­ke­rin, Abge­ord­ne­te im Thü­rin­ger Land­tag, frü­her FDP, nun­mehr „Bür­ger für Thü­rin­gen”? Ich kann­te sie bis heu­te mor­gen nicht, bis mir das Video ihrer vor­ges­tern im Land­tag gehal­te­nen Rede zuge­schickt wur­de. Wer die Wahr­heits- und Qua­li­täts­me­di­en an sich vor­bei­de­fi­lie­ren lässt, fin­det davon kei­ne Spur. Nur einem loka­len Kleinst­por­tal namens Süd­thü­rin­ger Rund­schau war eine Mel­dung wert, was eigent­lich in die Tages­schau und auf die Titel­sei­ten der Gazet­ten gehört:

„Im Anschluss an die Aktu­el­le Stun­de im Thü­rin­ger Land­tag hat die Land­tags­ab­ge­ord­ne­te Dr. Ute Berg­ner der Thü­rin­ger Gesund­heits­mi­nis­te­rin Hei­ke Wer­ner am Mitt­woch­abend eine Stu­die zur Übersterb­lich­keit in Deutsch­land über­reicht. Die dar­in ana­ly­sier­ten Daten bezie­hen sich auf den Zeit­raum vom 6. Sep­tem­ber 2021 bis 10. Okto­ber 2021. Sie basie­ren auf Ver­öf­fent­li­chun­gen des Sta­tis­ti­schen Bun­des­am­tes und des Robert-Koch-Insti­tuts. Dar­in kom­men die Wis­sen­schaft­ler Prof. Dr. Rolf Stey­er und Dr. Gre­gor Kapp­ler zu dem Schluss, dass die Übersterb­lich­keit in Deutsch­land in enger Kor­re­la­ti­on (Wech­sel­be­zie­hung) zur Impf­quo­te steht.”

Aus der Stu­die wird zitiert:

„Die Kor­re­la­ti­on beträgt + .31, ist erstaun­lich hoch und vor allem in einer uner­war­te­ten Rich­tung. Eigent­lich soll­te sie nega­tiv sein, so dass man sagen könn­te: Je höher die Impf­quo­te, des­to nied­ri­ger die Übersterb­lich­keit. Das Gegen­teil ist aber der Fall und dies bedarf drin­gend der Klä­rung. Eine Über­sterblichkeit ist in allen 16 Län­dern fest­zu­stel­len. Die Anzahl der vom RKI berich­te­ten Covid-Ster­be­fäl­le in dem betrach­te­ten Zeit­raum stellt durch­weg nur einen rela­tiv klei­nen Teil der Über­sterb­lichkeit dar und kann vor allem den kri­ti­schen Sach­ver­halt nicht erklä­ren: Je höher die Impf­quo­te, des­to höher die Übersterblichkeit.”

Es kann selbst­ver­ständ­lich auch eine Koin­zi­denz sein, das müss­te jetzt unter­sucht wer­den, denn wenn die­se The­se nicht fal­si­fi­ziert wird, bricht ein Kar­ten­haus namens Impf­schutz zusam­men. Und das wäre nur ein Anfang eines unge­heue­ren Skan­dals. Gott­lob wer­den das Staats­fern­se­hen und die gelenk­te Pres­se den Ball schön flach halten.

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Ent­war­nung, Entwarnung.

Er wäre auch ohne die Imp­fung ein­mal gestor­ben, viel­leicht nicht als Jun­ge, dafür aber mit hun­dert­pro­zen­ti­ger Sicherheit.

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Viel­leicht dass der eine oder ande­re in der Kom­mis­si­on anders als der Gesund­heits­mi­nis­ter sel­ber Kin­der hat?

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Des­halb: Wat mutt, dat mutt.

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„Sehr geehr­ter Herr Klo­n­ovs­ky, der Lock­down für alle, wie ihn Sach­sens MP Kret­schmer her­bei­sehnt, wird die Geimpf­ten noch mehr gegen die Unge­impf­ten auf­het­zen, und genau so ist es auch beab­sich­tigt. Der Tag wird kom­men, an dem die ers­ten Unge­impf­ten von Geimpf­ten zusam­men­ge­schla­gen wer­den und im Staats­funk dazu kom­men­tiert wird: ‚Gewalt kann nie­mals eine Lösung sein, ABER…!’

Das schreibt jemand, der geimpft ist und dem­nächst den ‚Boos­ter’ bekommt.”

PS: „Schon gesche­hen.” (Leser ***)

Da sie ihn oben­drein beklaut haben, neh­me ich an, hier wur­de das zeit­geis­tig Erlaub­te – wenn nicht Gebo­te­ne – mit dem Nutz­brin­gen­den verbunden.

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Apro­pos bekommen:

Und zwar „einen Büro­lei­ter, einen stell­ver­tre­ten­den Büro­lei­ter, zwei Fach­re­fe­ren­ten, drei Sach­be­ar­bei­ter und zwei Fah­rer”. Klar, dass jetzt über­all Rech­te, Wut­bür­ger, Quer­den­ker, Reichs­bür­ger und natio­nal­völ­ki­sche Sozia­lis­ten aus ihren Löchern gekro­chen kom­men und der Heim­su­chung a.D. das biss­chen Über­hang­kom­fort nicht gön­nen. Dabei hat Mer­kel groß­zü­gig auf wei­te­re drin­gend not­wen­di­ge Leib­die­ner ver­zich­tet, etwa auf einen Fri­seur, einen Schnei­der, eine Maniküre.

PS: „Viel­leicht soll­te sie sich bes­ser um Per­so­nen­schüt­zer küm­mern”, meint Leser *** besorgt.
Aber die bekommt sie doch vom BKA extra & sowieso!

PPS: Leser *** ergänzt: „Mer­kels Rent­ner­bü­ro hal­te ich nicht für über­be­setzt, ange­sichts der zu erwar­ten­den Schreib­ar­bei­ten: 3 Mit­ar­bei­ter gehen schon drauf für Sub­jekt, Prä­di­kat und Objekt; der Rest küm­mert sich um Neben­sät­ze, Recht­schrei­bung, kor­rek­tes Gen­dern u.v.m.”

***

His­to­ri­ker und geschicht­lich Inter­es­sier­te ste­hen oft vor der Fra­ge, wie sich anti­ke Geld­sum­men zu heu­ti­gen in Rela­ti­on set­zen las­sen. Was wären zum Bei­spiel die berühm­ten und heils­ge­schicht­lich hoch­be­deu­ten­den drei­ßig Sil­ber­lin­ge heu­te wert? Eine aktu­el­le Schät­zung lau­tet: unge­fähr 2,9 Mil­lio­nen Dol­lar. Soviel hat die „Bill & Melin­da Gates-Foun­da­ti­on” dem Spie­gel über­wie­sen, damit er schreibt, was sich Bil­ly­boy wünscht.

Und der Spie­gel liefert.

Die­se Bet­te­lei um die nächs­te Tran­che steht übri­gens unter der Überschrift:

Miss­ach­ten wir neben und hin­ter den gefähr­li­chen dop­pel­plus­un­gu­ten Ideen nicht die maß­geb­li­che Mit­schuld und Gefähr­lich­keit der Bauchgefühle!

***

Apro­pos Spie­gel. Claas Relo­ti­us – jeder hat eine zwei­te Chan­ce ver­dient – ver­brei­tet jetzt unter einem Ali­as­na­men Anlagetipps.

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Dass in Deutsch­land und ande­ren west­li­chen Län­dern eine angeb­li­che „Umvol­kung” statt­fin­de, ist eine kru­de rech­te Ver­schwö­rungs­theo­rie, deren infek­tiö­se Ver­brei­ter vom Ver­fas­sungs­schutz zu recht unter Qua­ran­tä­ne gestellt werden.

Kor­rekt muss es näm­lich hei­ßen: „Ver­brei­te­rung”. Dann klappt’s auch mit dem ost­deut­schen Nachbarn!

***

Ob sie wis­sen, was sie da zitieren?

***

Eine Lese­rin macht mich auf eine (jüdi­sche) Web­sei­te auf­merk­sam, auf wel­cher ein Schab­bes-Goj so unbe­ach­tet wie hero­isch sei­nen „Kampf” gegen „rechts” führt und bei­spiels­wei­se fragt:

Der Text ist nicht mehr ganz frisch, aber der Autor, ein eme­ri­tier­ter Pro­fes­sor für Sozi­al­psy­cho­lo­gie, hat mich auch in sei­ne brand­ak­tu­el­le Collation

auf­ge­nom­men, unter ande­rem unter dem Hieb- und Stich­wort „Anti­in­tel­lek­tua­lis­mus” (zu recht, die tra­hi­son des clercs läuft all­zeit ohne mich).

Alle Jah­re wie­der erschei­nen zehn bis zwan­zig so lieb- wie meis­tens auch talent­los geschrie­be­ne Weg­werf-Jere­mia­den „gegen rechts”, mal unter die­sem, mal unter jenem tren­di­gen Eti­kett („Ras­sis­mus”, „Sexis­mus”, „Isla­mo­pho­bie”) und inzwi­schen mit einer Art Aus­lands­teil (Ungarn, Polen, Trump-Ame­ri­ka). In jeder Buch­hand­lung ist einer der Aus­la­ge­ti­sche voll damit, und die Web­sei­ten mit der­lei Inhal­ten las­sen sich kaum mehr zäh­len. Die­se Publi­ka­tio­nen sind prak­tisch unun­ter­scheid­bar und fast immer im Sti­le von Steck­brie­fen oder Sta­si­ak­ten abge­fasst, auf irgend­ei­nen das Über­füh­ren und Ding­fest­ma­chen über­stei­gen­den Erkennt­nis­ge­winn ver­zich­ten sie von vorn­her­ein. Ihr Zweck ist ein ande­rer, sie besche­ren den Autoren und ihrem Publi­kum das gute Gewis­sen, auf der rich­ti­gen Sei­te zu ste­hen, ein exor­zis­ti­sches Her­den­be­ha­gen, das Lust­ge­fühl kol­lek­ti­ver Gefah­ren­ab­wehr – Danisch ver­or­tet des­sen Sitz in der Amyg­da­la –, das in sei­ner voll­ende­ten Unge­fähr­lich­keit dem Kon­sum von Gru­sel­fil­men ähneln mag.

Für einen Eme­ri­tus, zudem einen, der Bücher über Nietz­sche geschrie­ben hat, mag es ver­gleichs­wei­se unwür­dig sein, sich dort ein­zu­rei­hen, aber jeder wie er kann. Die Kaf­ka-Lek­tü­re in der Jugend hat vie­le nicht davon abge­hal­ten, Staats­be­am­te zu wer­den, und so kann auch die Nietz­sche-Lek­tü­re an einem Beken­ner völ­lig fol­gen­los vor­über­zi­schen (das Ver­hält­nis des Pro­fes­sors zum Genie ist ohne­hin ein The­ma für Sati­ri­ker; es ähnelt jenem des Tier­prä­pa­ra­tors zur leben­den Krea­tur). Frei­lich, dass aus­ge­rech­net ein kern‑, knall- und wohl auch bio­deut­scher Pro­fes­sor nicht kor­rekt zitiert, muss ich Pola­cken­spross – wenn auch „Antis­la­wist” (so der Fant in sei­ner rech­ten Käfer­samm­lung) – hier doch rügen.
Der Gevat­ter schreibt näm­lich (und käst sich danach meh­re­re Absät­ze lang dar­über aus):
Tat­säch­lich stammt der frag­li­che Pas­sus aus einer – etwas län­ge­ren – Leser­zu­schrift, die wie­der­um ich zitie­re.
 
Usw.
Ich habe die Bilanz das Ver­häng­nis­ses im Hosen­an­zug hier mehr­fach mit dem Nero­be­fehl ihres ähn­lich schlicht geklei­de­ten und beschei­den leben­den Amts­vor­gän­gers weni­ger ver­gli­chen denn eti­ket­tiert, aber das betraf ihre Gesamt­bi­lanz, nicht nur die Coro­na­maß­nah­men (die sind anders­wo ähn­lich über­ge­schnappt ins Werk gesetzt wor­den), denn ich will die­se zweit­schlimms­te – bzw. zwei­te schlim­me, es gibt ja sonst nur noch die Pro­vinz­ga­no­ven Wal­ter und Erich – Füh­rer­fi­gur der deut­schen Geschich­te doch nicht unter Wert han­deln! Nein, das gan­ze Desas­ter soll­te und soll es sein, wenn ich von „Schie­nen­wolf” und „Nero­be­fehl” sprach (und spre­che), vom Atom­aus­stieg über den Will­kom­mens­putsch mit sei­nen irrever­si­blen demo­gra­fi­schen, eth­nisch-kul­tu­rel­len und reli­giö­sen Fol­gen bis zu Mer­kels wirt­schaft­li­chen, struktur‑, finanz‑, ener­gie- und sym­bol­po­li­ti­schen Zer­stö­rungs­leis­tun­gen – es steht, ansatz­wei­se, sogar im kanz­ler­amts­na­hen Spie­gel.
Dazu die fak­ti­sche Abschaf­fung des Grund­rech­tes auf risi­ko­lo­se freie Mei­nungs­äu­ße­rung sowie die (fort­ge­setz­te) Defor­mie­rung des Bil­dungs­sys­tems zur wis­sen­schafts­ab­hol­den Post­struk­tu­ra­lis­ten- und Genderidiot:innenschmiede unter ihrer Fuch­tel, die Kor­rum­pie­rung und/oder Beschä­di­gung vie­ler Instan­zen, u.a. des Bun­des­ta­ges und des Bun­des­ver­fas­sungs­ge­richts, incl. der ers­ten, aber gewiss nicht letz­ten Rück­gän­gig­ma­chung einer demo­kra­ti­schen Wahl in der BRD etc. ad nau­seam pp. …
Die­se Per­son hat Deutsch­land so viel Scha­den zuge­fügt, das ich sie unge­scheut und bis mich der Teu­fel zu ihr holt mit dem Attri­but nero­nisch schmü­cken wer­de. Und selbst­re­dend wer­de ich sie ver­glei­chen, womit ich will, ob nun mit einem Rus­sen­pan­zer, einem Com­pu­ter­vi­rus, einem Ska­lar oder Freund Hein 88.
Das führt mich zum ein­zi­gen dia­log­wür­di­gen Ein­wand des für sein Enga­ge­ment erschüt­ternd unge­wür­dig­ten Pro­fes­sors: Ich, der ich über ande­rer Leu­te Fascho­lalie her­zö­ge, lit­te ja sel­ber dar­an. Dra­ma­ti­sie­re ich nicht oft genug zeit­ge­nös­si­sche Zustän­de durch unstatt­haf­te Ana­lo­gien zum Drit­ten Reich? Zum Bei­spiel, indem ich Mer­kel Nero­be­feh­le zuschrei­be oder die Alpen­praw­da als Süd­deut­schen Beob­ach­ter durch mein Dia­ri­um irr­lich­tern lasse?
Nun, zunächst ein­mal tu’ ich’s ohne jede Denun­zia­ti­ons­ab­sicht und vor allem ‑aus­sicht (bestün­de eine sol­che, ich lie­ße es im Hals­um­dre­hen). Sodann ist eine gewis­se iro­ni­sche Bre­chung auf die­sen Sei­ten nicht gänz­lich aus­ge­schlos­sen. Und letzt­lich beschrän­ken sich mei­ne Ana­lo­gie­schnur­ren fast aus­schließ­lich auf den Befund, dass die aktu­el­len „Anti-Faschis­ten”, „Anti-Ras­sis­ten”, „Post­ko­lo­nia­lis­ten” usf. eine Men­ta­li­tät ver­kör­pern und bedie­nen, derer sich bereits die ech­ten Nazis bei ihrer Jagd auf ein ande­res Sozi­al­wild bedien­ten, die fak­ti­sche Inkom­men­sura­bi­li­tät der Fol­gen hin oder her.
Neh­men wir die­se Beschrei­bung einer Talk­schau, die im Süd­deut­schen Beob­ach­ter zu lesen stand (es könn­te auch im Tages­spie­gel ste­hen, aber den gab es damals noch nicht):

Q. e.d.

Ich fin­ge an, den „Kampf” gegen „rechts” mit einem gewis­sen Wohl­wol­len zu betrach­ten, wenn er jemals in Unter­zahl statt­fän­de. Aber das wäre in die­ser Wich­tel­welt eine Con­tra­dic­tio in adiecto.

***

Hier ist nun ein Geständ­nis fäl­lig: Aus der ver­glei­chen­den Rück­schau unter ande­rem auf den Natio­nal­so­zia­lis­mus bezie­he ich die schö­ne Gewiss­heit, dass auch der zeit­ge­nös­si­sche kol­lek­ti­ve Eska­pis­mus ein­mal endet. (Er hat schon wie­der ver­gli­chen! Er hat schon wie­der verglichen!)

***

Gute Aus­sich­ten für Weih­nach­ten und für Nord­stream 2.

Die­ses Kli­ma! Alle Wetter!

Aber:

 

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