23. Dezember 2021

Groß und gewaltig
Betrat Coro­na die Erde
Und nahm den Men­schen für eine Zeit
Die Angst
Vor dem ent­setz­li­chen Wan­del des Klimas
Und der Gat­tungs­gei­ßel Rassismus.

***

Das Foto des Jah­res. Dochdoch.

Die Pres­se gab wenig spä­ter Ent­war­nung: Es war gar nicht der Weihnachtsmann.

Der Fake-Niko­laus hat­te noch gro­ßes Glück, dass er gleich auf Anruf spur­te und die weib­li­che Devo­ti­ons­stel­lung ein­nahm. Wenn es nach einer Bun­des­tags­ab­ge­ord­ne­ten der Neo­so­zia­lis­ti­schen Din­gens­län­di­schen Ali­men­tier­ten­par­tei (NSDAP) gin­ge, hät­ten die All-Cops-Are-Bas­tards ihm gleich ordent­lich eins übergebraten.

Die Genera­ti­on Schnee­flöck­chen ent­deckt den inne­ren Fascho, wie nied­lich. (Wer mag, kann ja zur Kon­ter­ka­rie­rung ein paar grü­ne State­ments zum G 20-Gip­fel in Ham­burg her­aus­kra­men.) Danisch hat zu die­sem Per­sön­chen alles Not­wen­di­ge gesagt; da brauch ich’s nicht auch noch tun:

„Es ist unfass­bar, was für eine Gesell­schafts­schicht da in den Bun­des­tag gespült wurde.

Die Frau ist 28, hat (ohne Wehr­dienst) nicht mehr zustan­de­be­kom­men als einen Bache­lor in einem lächer­li­chen Fasel­fach, anschei­nend noch nie etwas gear­bei­tet, hat einen Sprach- und Schreib­stil, mit dem sich eine 15-Jäh­ri­ge bla­mie­ren wür­de, und sitzt nun mit einem sechs­stel­li­gen Gehalt im Bun­des­tag, ver­mut­lich über Lis­te, also nicht mal ein Wahl­kreis, für den sie ver­ant­wort­lich ist oder in dem sie sich bli­cken las­sen müss­te, schwätzt dum­mes, jung­grü­nes Zeug, will auf Demons­tran­ten mit Pfef­fer­spray und Poli­zei­ge­walt los­ge­hen, um den ‚Rechts­staat’ durch­zu­set­zen und soll nun als Gesetz­ge­ber tätig werden.

Das ist kein Bun­des­tag, das ist eine Ver­sa­ger­ko­lo­nie. Eine Ver­hö­hung jedes Men­schen mit IQ ober­halb der Klimaziele.

Haben die Grü­nen auch nur eine ein­zi­ge akti­ve Poli­ti­ke­rin, die ober­halb von lächer­lich rangiert?”

Die Trä­ger­en­ti­tät der nied­rigs­ten jemals in einem west­li­chen Par­la­ment gemes­se­nen Intel­li­genz hat zum Casus Weis­haupt eben­falls etwas geblubbert.

Dif­fe­ren­ziert meint: zwi­schen Schlag­stock und Pfefferspray.

***

Die Säu­be­run­gen gehen der­weil mun­ter weiter.

„Seit Mona­ten geplant” – nicht dass die Ver­schwö­rungs­Rech­ten das wie­der in den fal­schen Hals bekommen.

Man mun­kelt aller­dings, noch habe You­tube sei­ne Rech­nung ohne den Stein­hö­fel gemacht.

***

Grün­de zum Löschen fin­den sich immer.

Zur Sicher­heit bzw. Ver­träg­lich­keit der Imp­fun­gen gibt es hier und hier zwei inter­es­san­te Betrachtungen.

***

„Viel­leicht fin­den Sie ja ein­mal die Gele­gen­heit, in irgend­ei­ner Form auf die Grup­pe www.impfopfer.info hin­zu­wei­sen”, schreibt Leser ***. „An der www…-Adresse im Inter­net befin­det sich das Web­ar­chiv. In ers­ter Linie ist sie auf Tele­gram zu fin­den. Hat über 75.000 Mit­glie­der aus Öster­reich und Deutsch­land – und unge­zähl­te Ein­trä­ge über mög­li­che Fäl­le von uner­wünsch­ten Impfnebenwirkungen.

Auch wenn man von ein­zel­nen Schil­de­run­gen dort Abstri­che machen muss (mal feh­len Anga­ben über das Alter oder die Regi­on, oder die mög­li­chen Opfer sind recht alt, und es könn­ten daher leicht ande­re Grün­de für die Erkran­kun­gen vor­lie­gen etc.), in der Gesamt­be­trach­tung ver­fes­tigt sich aber der Ein­druck, in einen Abgrund zu blicken.”

Ich kann das nicht über­prü­fen; mag sich, wer will, ein Bild machen.

***

Die Lek­ti­on aus der neue­ren deut­schen Geschich­te lau­tet bekannt­lich: Nie wie­der! Aber nie wie­der was?

***

Nach­dem die DDR-Bon­zen ein (wie ich inzwi­schen weiß nur ca. 30jähriges) Bevor­mun­dungs­päu­schen ein­leg­ten, ver­such­te ich immer mal wie­der, mir jenen Men­schen­ty­pus vor­zu­stel­len, der mir in der Nach­fol­ge von Mar­got & Erich die Gren­zen mei­ner Selbst­be­stim­mung zu ver­kli­ckern ver­su­chen wer­de. Ich ahn­te, dass es pein­lich wer­den könne.

Sehr pein­lich.

Die­se Lori­ot-Figur ist übri­gens Theologe.

***

Und die Pein­lich­kei­ten stei­gern sich im Stundentakt.

„Der Lieb­ha­ber des Lächer­li­chen wird vom fort­schritt­li­chen Kle­rus nie enttäuscht.”
Don Nicolás

Um das zu ver­ste­hen, müs­sen Sie sich in das Got­tes­bild einer pro­tes­tan­ti­schen Pfäf­fin – also einer zer­knirsch­ten, kom­pen­sa­ti­ons­be­dürf­ti­gen Ungläu­bi­gen – ver­set­zen, die, da ihr sämt­li­che Wege über die Dächer ver­sperrt sind, in staat­li­chen Ver­lie­sen und zivil­ge­sell­schaft­li­chen Latri­nen nach tran­szen­den­ten Begrün­dun­gen ihrer Exis­tenz sucht.

***

Mit K. O.-Tropfen zur Repu­blik­flucht gezwungen:

***

„Ken­nen Sie”, fragt Leser ***, „schon die neue Bedeu­tung von ‚Nazi’?
Dahin­ter steckt jetzt nicht mehr nur

N icht
A n
Z uwanderung
I nteressiert

son­dern auch

N icht
A n
Z wangsimpfungen
I nteressiert

Was braucht man ein Grund­ge­setz, wenn man einen Ethik­rat hat?”

***

Das Virus mag vie­len Unglück­li­chen das Leben neh­men, doch nach der Pfei­fe von auto­ri­tä­ren Cha­rak­te­ren wie Söder oder Witz­fi­gu­ren wie Lau­ter­bach tan­zen zu müs­sen, nimmt einem gan­zen Land den Stolz.

(Ich weiß, der ist so gut wie unauf­find­bar, aber die Wür­de haben sie ja längst zum Ram­sch­ar­ti­kel gemacht, der jedem offi­zi­ell nach­ge­wor­fen wird, und die Ehre ist voll Nazi oder wenigs­tens Clan.)

***

Im Übri­gen ist es eigent­lich ganz ein­fach: Die Poli­zei agiert an der Gren­ze der Belas­tung und ist sel­ber mit Skep­ti­kern durch­setzt; flä­chen­de­cken­de bru­ta­le Gewalt wird sie nicht anwen­den. Die meis­ten Geimpf­ten haben sich den Gen­cock­tail ver­ab­fol­gen las­sen, weil sie wie­der rei­sen, ein­kau­fen, Sport trei­ben, in Loka­le, ins Kino oder ins Bor­dell gehen woll­ten; kei­ner von denen wür­de für die per­ma­nen­te Imp­fung „kämp­fen”. Die weni­gen Über­zeug­ten wer­den eben­falls nicht kämp­fen, weil es fast nur Jour­na­lis­ten, Aka­de­mi­ker­p­re­ka­riat­ler, Poli­tik­zu­ar­bei­ter, Twit­te­rer und ähn­li­che Wich­tel sind. Es müs­sen sich nur hin­rei­chend vie­le abwen­den und sagen: Ihr könnt mich mal.

(Netz­fund)

***

„Die Damen und Her­ren (wenn man die Baga­ge denn so ehren­haft bezeich­nen will), die hier und jetzt gera­de so um sich schla­gen, wis­sen noch gar nicht, was sie damit anrich­ten”, meint Leser ***. „Ärz­te, Pfle­ge­kräf­te und auch Pro­fes­so­ren sowie ande­re Fach­kräf­te sind welt­weit gesucht, und Coro­na wird nicht ewig dau­ern. Ich war erst am Frei­tag mit einem Neu­an­sied­ler hier in Uru­gu­ay ein Bier­chen trin­ken, er zieht end­gül­tig Anfang nächs­ten Jah­res hier­her, ein paar Mil­lio­nen schwer, Fir­ma kommt auch gleich mit und inves­tiert wird sowie­so. Ein paar Kum­pels (ähn­li­ches Kali­ber) tun es ihm in Fol­ge gleich, die packen alle schon ihre Con­tai­ner. Und das sind bei wei­tem nicht die ein­zi­gen. Waren es bis­her Leu­te mit Fami­li­en­an­bin­dung, Schwer­rei­che, Rent­ner oder Glücks­rit­ter, die sich hier­zu­lan­de ver­such­ten, kommt – mei­ner Beob­ach­tung nach – der­zeit die geis­ti­ge und finan­zi­el­le Eli­te (selbst erar­bei­tet) fast schon ange­flo­hen. Ich ver­mu­te, dass dies nicht nur für Uru­gu­ay gilt.

In ein paar Jah­ren ist kei­ner mehr da bei euch in Deutsch­land, der die Par­ty mit­fei­ert, geschwei­ge denn einer, sie finanziert.”

Dazu passt die­se Sta­tis­tik, die ich auf dem Insta­gram-Kanal von Hen­nig Rosen­busch fand.

„War­um zie­hen die Leu­te dahin, wo man nichts gegen das lebens­ge­fähr­li­che Virus tut, statt dort zu blei­ben, wo man auf DIE Wis­sen­schaft hört?”, fragt der Jour­na­list. „Und war­um flüch­tet nie­mand aus den Durch­seu­chungs­staa­ten?” Die Haupt­zie­le Flo­ri­da (+264.000 Ein­woh­ner), Texas (+211.000) und Ari­zo­na (+120.000) wer­den von Repu­bli­ka­nern regiert; die Bun­des­staa­ten, aus denen die meis­ten Men­schen weg­zie­hen, Kali­for­ni­en (-429.000), New York (-406.000) und Illi­nois (-152.000), befin­den sich in den Hän­den der Demokraten.

***

Eine rech­ter Ver­schwö­rungs­my­thos behaup­tet – ich habe bei einer Fach­frau­ko­ry­phäe gele­sen, man dür­fe nicht Ver­schwö­rungstheo­rie sagen, weil das eine fal­sche Wis­sen­schaft­lich­keit sug­ge­rie­re, aber kann ein Mythos etwas behaup­ten? –, ein Mythos lau­tet also, in Deutsch­land fän­de so etwas wie eine Isla­mi­sie­rung statt. Obwohl bewähr­te Fak­ten­er­fin­der x‑fach bewie­sen haben, dass sich die Zahl der Mos­lems und Moscheen in den ver­gan­ge­nen zwan­zig Jah­ren kaum ver­dop­pelt hat, wächst die Schar der Rat­ten, die auf die rechts­po­pu­lis­ti­schen Fän­ger her­ein­fal­len, unge­fähr pro­por­tio­nal dazu.

Dabei ist die Lage halb­wegs entspannt.

Dort steht schwarz auf weiß: eine Min­der­heit. Eine Min­der­heit, die es nicht ein­mal fer­tig­bringt, die weni­gen mus­li­mi­schen Mäd­chen in ’schland all­täg­lich zu ernied­ri­gen. Wie soll sie es da schaf­fen, ein gan­zes Land vol­ler Kom­mis­sa­rin­nen, Frau­en­be­auf­trag­ten, Sol­da­tin­nen und Trak­to­ris­tin­nen zu islamisieren?

***

„Ach, bie­ten Mut­ter und Sohn einen herr­li­chen Anblick, da sie ein­an­der gegen­über­ste­hen und ein­an­der zurück­zu­drän­gen suchen: sie schiebt ihn in die Win­deln und er sie ins Grab; wahr­lich ein herr­li­cher Anblick…”
Milan Kun­de­ra, „Das Leben ist anderswo”

***

Eine Bemer­kung pro domo. Ich hat­te vor ein paar Mona­ten ange­kün­digt, dass noch in die­sem Jahr ein Band mit Erzäh­lun­gen aus mei­ner sau­be­ren Mol­ke­rei erschei­nen wer­de. Der Ter­min ver­zö­gert sich lei­der; der Ver­lag, dem ich die Tex­te ver­spro­chen habe, sehr klein, sehr erle­sen, sehr jüdisch, hat nur einen eben­falls klei­nen Makel: Er exis­tiert noch nicht. Opti­mis­ti­scher for­mu­liert: Er exis­tiert in sta­tu nas­cen­di. Da die erwähn­ten Erzäh­lun­gen alle­samt bereits leich­ten his­to­ri­schen Rost, oder, wie es im „Zauberberg”-Proömium heißt: Edel­rost ange­setzt haben – sie stam­men aus den Jah­ren 2009 und 2010, aus einer Traum­zeit, uner­mess­lich weit ent­fernt von der heu­ti­gen –, ist es aber gleich­gül­tig, ob sie noch ein paar Mona­te mehr auf ihr Publi­kum war­ten müs­sen. Und, sofern über­haupt, auch umgekehrt.

 

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