7. Dezember 2021

„Der Staat des Guten beerbt die Civi­tas Dei.”
Phil­ip­pe Muray

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Die welt­an­schau­li­che Beur­tei­lung der Küns­te hat die ästhe­ti­sche voll­kom­men ersetzt. Kein moder­nes Kunst­werk wird nach ästhe­ti­schen Kri­te­ri­en beur­teilt. Das ist der Grund, war­um es kei­ne miss­ra­te­ne moder­ne Kunst gibt, son­dern allen­falls unge­zeig­te unmoderne.

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Sämt­li­che Recht­schreib­re­for­mer eint die Zwangs­vor­stel­lung, die Aus­nah­me durch die Regel erset­zen zu müs­sen. Aber was wäre mensch­li­cher als die Ausnahme?

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Unse­re Paro­le sei: Ein Welt­volk, ein Welt­staat, eine Weltführung!

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Der Auf­stand der Dege­ne­rier­ten, Devi­an­ten und Unfrucht­ba­ren gegen die bio­lo­gi­sche Ver­fasst­heit des Men­schen ist das letz­te, lei­der aus­ster­ben­de Sati­re­for­mat der west­li­chen Hemisphäre.

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Ich habe kei­nen Zwei­fel, dass die­ses Bun­des­ver­fas­sungs­ge­richt auch eine Isla­mi­sche Repu­blik als grund­ge­setz­kon­form ein­stu­fen wür­de, sofern sich die Regie­rung auf die Kli­ma­zie­le, den Glo­ba­len Migra­ti­ons­pakt und die Wür­de des Geimpf­ten verpflichtete.

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Leser *** sen­det mir die­se Front­sei­te einer Gazet­te aus der Fröh­lich­keits­me­tro­po­le Köln.

Et hätt noch emmer joot jejange.

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„Wir blei­ben in Kontakt!”
(Romeo zu Julia)

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Unlängst begab es sich und trug sich zu, dass mit­ten in Dun­kel­deutsch­land Fackeln ent­zün­det wur­den, um die Fins­ter­nis zu ver­stär­ken. Empö­rung reg­te sich allerorten.

Ich bin der Letz­te, der poli­ti­sche Kund­ge­bun­gen vor Pri­vat­do­mi­zi­len gut­hei­ßen wür­de, doch die Fra­ge sei gestat­tet, war­um weder die Wahr­heits- und Qua­li­täts­me­di­en noch Poli­ti­ker des demo­kra­ti­schen Par­tei­en­blocks jemals Ent­set­zen arti­ku­lie­ren und Kon­se­quen­zen for­dern, wenn der­glei­chen vor den Schlupf­win­keln von AfD-Poli­ti­kern statt­fin­det, wo es sogar mit einer gewis­sen Regel­mä­ßig­keit geschieht und über­dies meist nicht beim „Auf­marsch” bleibt, weil der lin­ke Mob gern ent­glast, beschmiert oder demoliert.

Auch als die Höh­le des frisch gewähl­ten Thü­rin­ger Minis­ter­prä­si­den­ten Kem­me­rich Anfang Febru­ar 2020 von einer weit grö­ße­ren und gewalt­be­rei­te­ren Pro­test­meu­te als heu­er bela­gert wur­de, stell­ten sich sol­che Empö­rungs­re­fle­xe nicht ein.

Die schei­den­de Kanz­le­rin, die damals mit ihrer Aus­sa­ge, die Kem­me­rich-Wahl sei „unver­zeih­lich” und müs­se „rück­gän­gig gemacht” wer­den, die Cana­il­le ermu­tigt – wenn nicht in Marsch gesetzt – hat­te, ließ sich auch dies­mal nicht lum­pen und rügte:

Zitie­ren wir dazu, was die all­se­hen­de online-Sam­mel­stel­le zitiert: „Seit sei­ner Wahl sieht sich Kem­me­rich nach Anga­ben des FDP-Lan­des­vor­stands orga­ni­sier­tem ‚Hass in Form von Droh­brie­fen und Mas­sen­mails’ aus­ge­setzt. Eine ‚direk­te und unmit­tel­ba­re Bedro­hungs­la­ge’ habe dazu geführt, dass neben dem übli­chen per­sön­li­chen Schutz für den Minis­ter­prä­si­den­ten nun auch sein Wohn­haus und sei­ne Kin­der geschützt würden.”

Mit ande­ren Wor­ten: Die Fackel­züg­ler und Mer­kel sind Fleisch vom sel­ben Flei­sche, nur dass die einen han­del­ten, wäh­rend die ande­re anstiftete.

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Apro­pos.

Die Außen­mi­nis­te­rin der Her­zen – zumin­dest jener der Washing­to­ner Demo­kra­ten –, unse­re Anna­le­na B., erklär­te am 18. August 2020 in der Schau des Gevat­ters Lanz: „Wir hat­ten vor einem hal­ben Jahr Thü­rin­gen. Da stan­den wir kurz davor, dass ein Nazi, dass jemand, der nicht auf dem Boden des Grund­ge­set­zes steht, in einem unse­rer Bun­des­län­der zum Minis­ter­prä­si­den­ten gewählt wird.”

Dar­auf­hin Lanz: „Das stimmt, ja.”

Mit der Par­tei des damals ver­se­hent­lich gewähl­ten „Nazis” koaliert Baer­bock inzwi­schen. Natür­lich hat unser Schnat­te­rinchen das gar nicht so gemeint. Sie ist dem Framing ihres eige­nen poli­tisch-ideo­lo­gi­schen Milieus bis zur Auto­sug­ges­ti­on erle­gen, unge­fähr wie ihre Par­tei­ge­nos­sin und Co-Törin Kat­rin Göring-Eckardt, als sie kund­tat, die Nazis hät­ten die Dresd­ner Frau­en­kir­che zer­stört. Mer­ke: Es genügt nicht, „Hetz­jag­den” in Chem­nitz her­bei­zu­lü­gen, man muss zudem noch die Asso­zia­ti­on schaf­fen, Dani­el Hil­lig sei von Neo­na­zis umge­bracht worden.

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Damals bei den Wild­beu­te­rin­nen der Geröllheimer.

Dass Jäge­rin­nen pari­tä­tisch betei­ligt waren, haben bestimmt For­schen­de her­aus­ge­fun­den; die For­scher von ehe­dem tru­gen ja das gene­risch-patri­ar­cha­li­sche Brett vorm Kopf.

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Zum Coro­na-Block, ein­sei­tig und unaus­ge­wo­gen, ja ‑gego­ren wie gewohnt.

Kame­rad ***, der mir die­sen Link sand­te, kom­men­tiert: „Wohl offe­ne Sabo­ta­ge in den Behör­den, anders ist so ein tota­ler Stuß nicht zu erklä­ren, urko­misch, wohl öster­rei­chi­scher Humor. Ob Kurz mit der Stra­te­gie ‚Take-the-money-and-run’ schon über die Gren­ze ist?”

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Wir erle­ben der­zeit – angeb­lich (also bis die Fak­ten­fin­der ein­schrei­ten) – eine merk­wür­di­ge Häu­fung außer­ge­wöhn­li­cher Todesfälle.

Die Schwur­b­ler bil­den sich ein, sie hät­ten eine Idee. (Hof­fent­lich haben sie nicht wie­der recht wie beim Impf­zwang oder ihren para­no­iden Erkennungschip-unter-der-Haut-Thesen:

„Der all­ge­mei­ne Trend, Mikro­chips mit per­sön­li­chen Infor­ma­tio­nen unter die Haut zu implan­tie­ren, hat sich in den letz­ten Jah­ren ent­wi­ckelt und in Schwe­den an Popu­la­ri­tät gewon­nen. Die Leu­te dort began­nen, die Chips zu ver­wen­den, um sich ohne Schlüs­sel Zugang zu ihren Häu­sern, Büros, Fit­ness­stu­di­os und mehr zu ver­schaf­fen”, mel­det News­week.)

Sie ver­ste­cken ihre Ant­wort aber hin­ter bemüh­tem Spott auf die logi­sche, völ­lig natür­li­che und des­halb offi­zi­el­le Erklärung.

Wer’s glaubt. Also wer meint, dass die­se Spin­ner mehr von der Welt ver­ste­hen als bei­spiels­wei­se die New York Times.

Aber, aber!

„In Ame­ri­ka wur­de die Food & Drug Admi­nis­tra­ti­on gemäß einem Free­dom of Infor­ma­ti­on Act gezwun­gen, die Daten über den Pfi­zer-Impf­stoff her­aus­zu­ge­ben. In den ers­ten 90 Tagen der Ein­füh­rung gab es 42.086 Neben­wir­kun­gen und 1.223 Todes­fäl­le.” (Wei­ter hier.)
Kon­se­quen­zen? Doch nicht mit­ten in der Seuche!
Im Schwur­b­ler­sprech:
Die Hee­res­grup­pe Mit­te hat auch kei­ne kor­rek­ten Ver­lus­te gemel­det, schon gar nicht als der Rus­se an der Reichs­gren­ze stand. Das hät­te doch die gan­ze Hei­mat­front ins Rut­schen gebracht.
Die steht heu­te bol­zen­fest und nahe­zu geschlossen!
Kei­ne roten Lini­en mehr! Die Füh­rung schützt das Recht das Volk die Bevöl­ke­rung die Geimpften!
Wo ist Wenck? Zur Stelle!

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Dass die Imp­fung ver­läss­lich schützt, zeigt sich hier.

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Wie konn­te ich Huschel­chen nur sta­tu­ie­ren, es gebe gar kei­ne Nazis mehr?

Nun, ich habe immer zu unter­schei­den ver­sucht zwi­schen Anhän­gern, Ver­brei­tern und Durch­set­zern der natio­nal­so­zia­lis­ti­schen Welt­an­schau­ung – und Zeit­ge­nos­sen mit einer Nazi-Men­ta­li­tät. Zwei­fel­los ist weder der Kari­ka­tu­rist noch der Zeit-Staats­freund noch die ZDF-Pro­pa­gan­dis­tin ein „Nazi” im Wort­sin­ne. Nur im Habi­tus, da sind es gera­de­zu Pracht­na­zis, in ihrer Auto­ri­täts­hö­rig­keit, ihrem beflis­se­nen der-Füh­rung-Ent­ge­gen­ar­bei­ten, ihrem guten Gewis­sen im Schutz der Vie­len und ihrem ver­setzt-ver­klemm­ten Sadis­mus gegen die offi­zi­ell zur Bekämp­fung Freigegebenen.

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„Der Glau­be an die Gefähr­lich­keit eines Mikro­or­ga­nis­mus in Ver­bin­dung mit dem Glau­ben an die Wahr­heit eines All­heil­mit­tels aus Mainz, An der Gold­gru­be, treibt hier Blü­ten, die mich an das Täu­fer­reich zu Müns­ter erinnern.
Was mei­nen Sie: Wer wird sich in den Käfi­gen wie­der­fin­den, wenn die Stadt­mau­ern fal­len? Funk­tio­nie­ren soll­ten die Din­ger ja noch…”
(Leser ***)

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Leser *** erzählt „gern aus mei­ner Zivi­zeit, klei­nes Kran­ken­haus in Ham­burg, Inne­re. Als blo­ßer Zivi durf­te ich natür­lich nicht grim­me Maß­nah­men maß­voll­zie­hen, aber zugu­cken durf­te ich. Es gibt für einen zar­ten Jüng­ling Anfang Zwan­zig nichts Schö­ne­res, als einer kna­cki­gen Schwes­ter zuzu­schau­en (vor­neh­mer aus­ge­drückt: dabei zu assis­tie­ren), wenn die einem Pati­en­ten mit so einem komi­schen Schlauch­ge­rät die Lun­ge absaugt. Das Geräusch ist ein Genuß, bes­ser als die­se komi­sche Kif­fer­mu­sik von Pink Floyd aus über­teu­er­ter Ste­reo­an­lan­ge, und eben­so der Matsch, der sich in gehal­te­ner Nie­ren­scha­le dann ansam­melt. Herr­lich auch, dem Pati­en­ten (oder der Pati­en­tin) nach voll­ende­tem Heil­an­griff beim Abta­keln behilf­lich zu sein. Also: Kathe­ter raus, Intu­ba­ti­on raus, Zugän­ge raus, den gan­zen Elek­tro­kram weg, je nach Recy­clings­wür­dig­keit gen Ste­ri oder Son­der­müll. Die Pati­en­ten traf man spä­ter oft wie­der, wohl­tem­pe­riert-kühl in Beglei­tung zwei­er Her­ren (in dem Gewer­be hat­te man es nicht so mit Frau­en­quo­te) mit Vor­lie­be für eher gedeck­te Klei­dungs­far­be und groß­vo­lu­mi­ge Fahrzeuge.
Will damit sagen: Wenn mir so ein Poli­ti­kas­ter daher­kommt und rum­blökt, die­se bösen Impf­leug­ner (also bei­spiels­wei­se ich) soll­ten mal die Inten­siv besu­chen und das Elend erle­ben, dann qua­ke ich zurück, daß ich der­lei ver­mut­lich häu­fi­ger gese­hen hab als all die Lau­ter­bach­rie­sen und ‑zwer­ge zusam­men­ge­nom­men. Und das nicht auf ‚Inten­siv’, son­dern auf schnö­der Inter­ner. Ich war übri­gens zu Zei­ten der ‚Wie­der­ver­ei­ni­gung’ Zivi auf Sta­ti­on. Da gab es noch kein Covid-19, aber es gab über­füll­te Zim­mer, Pati­en­ten auf dem Flur und Schich­ten ohne Pau­se. November/Dezember = vol­les Haus.
Um es kurz zu fas­sen: Die der­zei­ti­ge Ver­lo­gen­heits­pro­pa­gan­da kotzt mich an.”
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„Papa, wann endet Corona?”
„Unmit­tel­bar nach dem ers­ten gro­ßen Black­out, mein Sohn.”
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Was gibt’s Posi­ti­ves, Genos­se? Zum Bei­spiel die­sen gera­de­zu sehe­ri­schen Bei­trag des Spie­gel unmit­tel­bar vor der Regierungsbildung.
Sie wer­den die Ant­wort erra­ten. Wenn nicht, sind Sie wahr­schein­lich überqualifiziert.
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