2. Januar 2024

„Nazi“ schimp­fen Sie mich? Zügeln Sie, Schelm, Ihre Zunge,
Fuchs­teu­fels­wild kann ich wer­den, nennt man mich Sozialist!
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Nach­dem wir erfah­ren durf­ten, dass wir 2023 das wärms­te Weih­nachts­fest seit min­des­tens 10.000 Jah­ren fei­er­ten: Lie­gen bereits Erkennt­nis­se über Sil­ves­ter vor?
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Flug­scham. Kon­sum­scham. Bau­scham. Böl­ler­scham. Besitz­scham. Begeh­rens­scham. Hete­ro­nor­ma­ti­vi­täts­scham. Vor­fah­ren­scham. Supre­ma­ties­cham. Weiß­seins­scham. Erb­schafts­scham. Penis­scham. Koh­len­di­oxid­scham. Ener­gie­ver­brauchs­scham. Atem­scham. Geschlech­ter­rol­len­ak­zep­tanz­scham. Fort­pflan­zungs­scham. Mut­ter­glücks­scham. Nachkommensscham.
Raum­be­an­spru­chungs­scham. Welt­durch­schnitts­tem­pe­ra­tur­scham. Ver­bren­nungs­mo­tor­er­fin­der­na­ti­ons­an­ge­hö­rig­keits­scham. Bil­dungs­be­sitz­scham. Gram­ma­tik­scham. Geschichts­scham. Kolo­ni­al­scham. Stil­scham. Toi­let­ten­pa­pier­be­nut­zungs­scham. Beklei­dungs­scham. Euro­pa­be­sitz­scham. Kul­tur­scham. Kul­tur­aneig­nungs­cham. Unter­schieds­scham. Unter­schieds­wahr­neh­mungs­scham. Daseins­scham. Existenzscham.
Bil­den Sie wei­te­re Beispiele!
Mit der „Dusch­scham” und der „Heiz­scham” schließt Lese­rin *** zwei ech­te Lücken bzw. am Ende wohl gar Bre­schen in mei­ner Aufzählung.
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Tref­fen­der Tweet von Alex­an­der Wendt.
Das war der Anlass:
Lus­tig ist es wohl nicht mehr, das Jour­na­lis­ten­le­ben. Und aufs Gan­ze gese­hen doch recht begrenzt. Schon heu­te sind es über­wie­gend Helo­ten, die die­se immer­glei­chen Tex­te ver­zap­fen, und bald wird die KI deren Pro­duk­ti­on übernehmen.
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Auf ein Kom­mu­ni­ka­ti­ons­pro­blem der Ber­li­ner Innen­be­hör­de hat­te noch vor Sil­ves­ter Bernd Zel­ler auf­merk­sam gemacht.
All­ge­mei­ne Erlei­che­rung herrsch­te am Neu­jah­res­tag dar­über, dass die ganz gro­ße Ran­da­le aus­ge­blie­ben war.
Es waren tat­säch­lich mehr als 230, näm­lich 390 Nicht- oder Unmen­schen – die „Men­schen” fei­er­ten ja fried­lich –, die in der Haupt­stadt einer Fest­nah­me zum Opfer fie­len. Aber nur pro for­ma, nur kurz.
„Die Neu­jahrs­aus­schrei­tun­gen waren ja etwas weni­ger krass als letz­tes Jahr (respek­ti­ve dop­pelt sovie­le Beam­te unter­wegs)”, schreibt Leser ***, „was die bei der ‚Par­ty­sze­ne’ um Nach­sicht bet­teln­de Ber­li­ner Poli­zei schon als gro­ßen Erfolg ver­bucht – außer viel­leicht die Beam­tin, der die Rem­mo-Toch­ter vors Auto gehüpft ist und die von ‚Unbe­kann­ten’ ver­prü­gelt wur­de, und den 15 ande­ren Poli­zis­ten, die z.T. schwer ver­letzt wur­den. Schmun­zeln muss­te ich aber schon kurz vor Sil­ves­ter, wie lus­tig die Schlag­zei­len sich ergänzen:
Das Demo­ver­bot wur­de ein­fach igno­riert, die Poli­zei hat kapi­tu­liert, die Poli­tik sowie­so, und das Gan­ze hat dann halt doch irgend­wie offi­zi­ell statt­ge­fun­den. Im Grun­de ist das Faust­recht. Das Straf­ge­setz­buch gilt bald nur noch für Leu­te aus dem ‚rech­ten’ Spek­trum. Stel­len Sie sich mal vor, jemand klebt sich aus Pro­test gegen die ille­ga­le Immi­gra­ti­on auf die Stra­ße? Stel­len Sie sich mal vor, Haus­be­set­zer wür­den ein lee­res Gebäu­de beset­zen, um dort eine ‚rech­te Kom­mu­ne’ zu grün­den? Das wäre alles ganz schnell been­det, und die vol­le Här­te des Geset­zes wür­de zum Tra­gen kommen.”
(Noch­mals Bernd Zel­ler.)
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PS: Im „Reichs­hauptslum” (Don Alphon­so) gilt das als Erfolg der Sicherheitsbehörden.
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Der Jah­res­rück­blick 2023 in einer Meldung.
„Vater ver­prü­gelt den Ver­ge­wal­ti­ger sei­ner Toch­ter”, kün­de­te Bild am 16. Oktober.

Als die jun­ge Frau und der Sie­ben­und­ddrei­ßi­gen­der „in der Woh­nung eines Freun­des des Man­nes” über­nach­te­ten, soll er sie ver­ge­wal­tigt und geschla­gen haben, berich­tet die Gazet­te. „Am nächs­ten Mor­gen ver­ließ die 19-Jäh­ri­ge die Woh­nung, wur­de jedoch vom 37-Jäh­ri­gen ver­folgt, der sie auf der Stra­ße mit einem Mes­ser bedrohte.”

Was gewis­se Schluss­fol­ge­run­gen über Nam’ und Art des 37-Jäh­ri­gen zulässt, die aber nicht ver­all­ge­mei­nert wer­den dür­fen, und auch ein Gene­ral­ver­dacht gegen 37-Jäh­ri­ge ist unstatthaft!

In ihrer Not habe die Maid ihren Vater ange­ru­fen, der sofort mit dem Auto zu ihr eil­te und unter­wegs die Poli­zei alar­mier­te. Als der Papa und der mut­maß­li­che Schän­der auf­ein­an­der­tra­fen, sei die Situa­ti­on eska­liert. „Bei die­ser Aus­ein­an­der­set­zung schlug der 47-Jäh­ri­ge mehr­fach mit einem von ihm mit­ge­führ­ten Holz­stock auf den 37-Jäh­ri­gen ein“, heißt es im Poli­zei­be­richt. Der ande­re han­tier­te, wie gemel­det, mit einem Messer.

Wer den Vater wegen Kör­per­ver­let­zung anzeig­te – der „37-Jäh­ri­ge” selbst? die Poli­zei? Rena­te Kün­ast? der Münch­ner „Ver­ein für Tole­ranz und gegen Ras­sis­mus”? –, steht nicht im Arti­kel. Eben­falls nicht im Arti­kel steht, wie der Mann sich hät­te ver­hal­ten sol­len, damit er sich kei­ne Anzei­ge ein­fängt. Dem ande­ren gut zure­den, so von Mann zu „Mann”, even­tu­ell, wenn das nicht gehol­fen hät­te, die Toch­ter erst­ver­sor­gen? Recht­fer­ti­gen eine – ledig­lich mut­maß­li­che – Ver­ge­wal­ti­gung und ein dro­hen­des Mes­ser die „Mit­füh­rung” eines Holz­stocks? Steckt nicht der Vor­satz dahin­ter, ihn auch ein­zu­set­zen und das staat­li­che Gewalt­mo­no­pol in Fra­ge zu stellen?

Fra­gen über Fra­gen. Fra­gen Sie des­halb am bes­ten nicht.
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Er habe eigent­lich gedacht, schreibt Leser ***, es sei all­ge­mein bekannt, dass der Ver­fas­sungs­schutz an Wei­sun­gen des Innen­mi­nis­te­ri­ums gebun­den ist. „Wie naiv von mir! Im Focus fin­det sich ein Arti­kel über das Inter­view von ZDF-Mann Mit­ri Sirin mit dem AfD­ler Bernd Bau­mann, in dem Sirin die­se Aus­sa­ge Bau­manns als ‚Quatsch’ bezeichnete.
Der nicht genann­te Focus-Autor stellt die Ange­le­gen­heit dar, ohne auf die eigent­li­che Sach­fra­ge ein­zu­ge­hen. Ist der Focus­ser zu däm­lich, einen schlich­ten deut­schen Geset­zes­text zu lesen?”
Näm­lich das Bun­des­ver­fas­sungs­schutz­ge­setz, wo geschrie­ben steht:
Was als dro­hen­der Angriff auf die ver­fas­sungs­mä­ßi­ge Ord­nung zu gel­ten hat, das defi­niert, wie man sieht, nicht der VS, son­dern der Bun­des­in­nen­mi­nis­ter, der­zeit eine gewis­se Nan­ny Fae­ser, an deren Unpar­tei­lich­keit und welt­an­schau­li­cher Objek­ti­vi­tät kein Zwei­fel besteht. Außer­dem ernennt der Innen­mi­nis­ter den Chef des Ver­fas­sungs­schut­zes und kann ihn (m/w/d) jeder­zeit abset­zen; so gesche­hen, wir erin­nern uns, im Fal­le des Hetz­jag­den­leug­ners Hans-Georg Maaßen.
„Ob die­se Behör­de in der Lage ist, von der poli­ti­schen Füh­rung unab­hän­gi­ge Bewer­tun­gen von Par­tei­en vor­zu­neh­men, dürf­te damit klar sein”, fährt Leser *** fort. „Da dies aber der brei­ten Öffent­lich­keit (und eini­gen Dep­pen beim Focus) nicht bekannt zu sein scheint, rege ich an, ob Sie nicht viel­leicht ein­mal in Ihrem Blog dar­auf hin­wei­sen könnten.”
Gern gesche­hen.
Ob die­se Tat­sa­che auch beim ZDF bekannt ist, las­se ich dahin­ge­stellt, da der Sen­der ja wie der VS der Bun­des­re­gie­rung unter­stellt und damit zu einer elas­ti­schen Rechts­aus­le­gung im Sin­ne der Oppo­si­ti­ons­de­le­gi­ti­mie­rung ermäch­tigt ist.
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„Chi­na macht es weit­ge­hend rich­tig”: Die glo­ba­lis­ti­sche Klas­se kün­dig­te bereits 2020 in einem ihrer Ver­laut­ba­rungs­or­ga­ne an, wohin die Rei­se geht.

Der Arti­kel, bevor die Bezahl­schran­ke zufällt, beginnt wie folgt:

„COVID-19 has embol­den­ed Ame­ri­can tech plat­forms to emer­ge from their defen­si­ve crouch. Befo­re the pan­de­mic, they were tar­gets of public outra­ge over life under their domi­ni­on. Today, the plat­forms are proud­ly col­la­bo­ra­ting with one ano­ther, and fol­lo­wing govern­ment gui­dance, to cen­sor harmful infor­ma­ti­on rela­ted to the coro­na­vi­rus. And they are using their pro­di­gious data-coll­ec­tion capa­ci­ties, in coor­di­na­ti­on with fede­ral and sta­te govern­ments, to impro­ve cont­act tra­cing, qua­ran­ti­ne enforce­ment, and other health mea­su­res. As Facebook’s Mark Zucker­berg recent­ly boas­ted, ‚The world has faced pan­de­mics befo­re, but this time we have a new super­power: the abili­ty to gather and share data for good.’ ”

„COVID-19 hat ame­ri­ka­ni­sche Tech­no­lo­gie­platt­for­men ermu­tigt, aus ihrer defen­si­ven Hal­tung her­aus­zu­kom­men. Vor der Pan­de­mie waren sie Ziel öffent­li­cher Empö­rung über das Leben unter ihrer Herr­schaft. Heu­te arbei­ten die Platt­for­men stolz zusam­men und fol­gen den Anwei­sun­gen der Regie­rung, um schäd­li­che Infor­ma­tio­nen im Zusam­men­hang mit dem Coro­na­vi­rus zu zen­sie­ren. Und sie nut­zen ihre enor­men Daten­er­fas­sungs­ka­pa­zi­tä­ten in Abstim­mung mit Bun­des- und Lan­des­re­gie­run­gen, um die Kon­takt­ver­fol­gung, die Durch­set­zung von Qua­ran­tä­ne­maß­nah­men und ande­re Gesund­heits­maß­nah­men zu ver­bes­sern. Mark Zucker­berg von Face­book prahl­te kürz­lich: ‚Die Welt war schon frü­her mit Pan­de­mien kon­fron­tiert, aber die­ses Mal haben wir eine neue Super­macht: die Fähig­keit, Daten für immer zu sam­meln und zu teilen.’“

Sie mei­nen es ja nur gut. Und genau das ist die schlech­test­mög­li­che Nachricht.

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Eine der Kern­for­de­run­gen der Grü­nen lau­tet, dass sich die rea­le Zusam­men­set­zung „unse­rer” Gesell­schaft aller­or­ten „abbil­den” müs­se. Klingt nett, ist aber frei­heits­feind­lich und ten­den­zi­ell totalitär.
Das meint: Wenn im Bay­reu­ther Fest­spiel­haus nicht hin­rei­chend vie­le Schwar­ze, Mos­lems, Asy­lan­ten, Tran­sen, Geschlechts­un­kla­re und Klin­go­nen sit­zen, hat der Laden einen „Nach­hol­be­darf” (die­ses gefin­kel­te Deutsch!), der, wenn die Wag­ner-Res­te­ram­pe es nicht von allein hin­be­kommt, staat­li­chen Druck zur Fol­ge haben wird. Will Frl. Roth dann viel­leicht Quo­ten ein­füh­ren und, wenn nicht genü­gend Kopf­tuch­mäd­chen sich für den „Par­si­fal” inter­es­sie­ren, Frei­kar­ten samt Frei­fahr­ten inclu­si­ve Halal-Pau­sen­bü­fett anbie­ten? Den ewi­gen Bay­reu­ther Spiel­plan erwei­tern und „Otel­lo” (aber ohne Black­fa­cing!), Mey­er­be­ers „Afri­ka­ne­rin”, „Die Ent­füh­rung in das Serail” (Neu­be­ar­bei­tung) sowie „Car­men” als „Schei­dung auf afgha­nisch” insze­niert anbie­ten? Die letz­ten staat­lich beein­fluss­ten oder gesteu­er­ten Bay­reuth-Besu­che gab es, neben­bei, von 1933 bis 1944.
Es geht eine Kul­tur­staats­mi­nis­te­rin in einem halb­wegs frei­en Land nichts an, wer bzw. wel­che Art Publi­kum wel­che Oper/welches Theater/welches Konzerthaus/ wel­ches Museum/ wel­che Aus­stel­lung besucht oder nicht besucht. Aber auch gar nichts.
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Leser *** möch­te eine Ergän­zung zu den vier Punk­ten bie­ten, die mei­ner Mei­nung nach die Tal­soh­le mar­kie­ren wer­den (Acta vom 31. Dezem­ber): „Ein unge­nannt blei­ben wol­len­der Freund schreibt:
5. Impf­pflicht gegen die nächs­te Pandemie,
6. Wie­der­ein­füh­rung der Wehr­pflicht und Neu­auf­la­ge von Bar­ba­ros­sa; die Trup­pen kom­men erst nach einem rus­si­schen A‑Waf­fen-Ein­satz zum Halten,
7. Abschaf­fung des Bargelds,
8. Steu­er­frei­heit für jeweils ein Jahr nach jedem Wech­sel des Geschlechts,
9. Fran­zis­kus stirbt, nach­dem er eine que­e­re Nach­fol­ge­rin nomi­niert hat,
10. das Bun­des­land Ber­lin erklärt Tür­kei-Bei­tritt; vor­läu­fi­ge Bun­des­haupt­stadt wird aus Kos­ten­grün­den Bonn,
11. Scholz erklärt erneut, er kön­ne sich an nichts erin­nern, auch nicht an die Frage,
12. UNO beschließt die Nicht­exis­tenz Israels.
Denn: Der Wahn­sinn wächst nicht mehr line­ar, son­dern expo­nen­ti­ell, was jetzt unvor­stell­bar erscheint, wird uns bis Jah­res­en­de nor­mal erschei­nen. Und er fügt ein Euri­pi­des-Zitat hin­zu: ‚Wen die Göt­ter ver­nich­ten wol­len, den machen sie zuerst wahnsinnig.’“

 

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