6. Februar 2022

„Apo­ca­lyp­se No. Ich zie­he Leu­te vor, die in der War­te­schlan­ge zur Beför­de­rung in eine höhe­re Besol­dungs­grup­pe nicht mit Welt­un­ter­gän­gen drängeln.”
Weil’s neu­lich so schön war, noch­mals Her­mann L. Gremliza

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Mit jedem Tage, den der Herr wer­den lässt, nei­ge ich stär­ker dazu, mei­ne Zeit­ge­nos­sen nicht nach ihren Ansich­ten zu beur­tei­len, son­dern nach ihrem Ver­hal­ten, nach der Art und Wei­se, wie sie ihre Ansich­ten ver­tre­ten, für sie kämp­fen oder sie verheimlichen.

Oppor­tu­nis­mus ist ein Men­schen­recht, sofern er pas­siv und dis­kret bleibt. Vor­aus­ei­len­der, aggres­si­ver, denun­zie­ren­der Oppor­tu­nis­mus ist kei­ne nor­ma­le Anpas­sungs­re­ak­ti­on mehr, son­dern der Ver­such, sich nach vorn zu drän­geln, indem man Nicht­an­ge­pass­te und Anders­mei­nen­de ding­fest zu machen, zu exkom­mu­ni­zie­ren, ihnen Scha­den zuzu­fü­gen sucht. Die­ser Oppor­tu­nis­mus hat (fast) nie mit der kon­kre­ten Gesin­nung zu tun, in deren Namen der aggres­si­ve Ange­pass­te die Falsch­mei­ner auf­spürt. Es han­delt sich viel­mehr um ein rei­nes Rudel­ver­hal­ten, das auf Beloh­nung und Beför­de­rung abzielt.

Wie vie­le unse­rer ganz ohne Sati­re­ab­sicht Mei­nungs­bild­ner genann­ten Mei­nungs­nach­plap­pe­rer wür­den die Mei­nung, die sie als ihre aus­ge­ben, in der Öffent­lich­keit auch denn noch äußern, wenn sie Nach­tei­le davon hätten?

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Die SPD-Pres­se­stel­le Redak­ti­ons­netz­werk Deutsch­land bei der Psy­cho­pa­tho­lo­gi­sie­rung von Regierungskritikern.

Sel­ten hat eine Regie­rung auf die Erklä­rung ver­zich­tet, dass ihre Miss­bil­li­ger eine Min­der­heit von iso­lier­ten Per­so­nen sei­en. Aber bis die ers­ten roten Regimes errich­tet wur­den, lehr­te die mar­xis­ti­sche Klipp­schu­le noch, dass das Sein das Bewusst­sein bestim­me und sämt­li­che Über­zeu­gun­gen und Anschau­un­gen mate­ri­el­le – im wei­tes­ten Sin­ne öko­no­mi­sche – Ursa­chen besä­ßen. Herr­schen Lin­ke* indes sel­ber, erklä­ren sie sol­che Ursa­chen ent­we­der für bos­haf­te Ver­dre­hun­gen ihrer Geg­ner oder für Hirn­ge­spins­te psy­chisch labi­ler Therapiebedürftiger.

Das ver­leiht allen offi­zi­el­len Deu­tun­gen der rech­ten Oppo­si­ti­on in die­sem Lan­de ihre spe­zi­el­le Lang­wei­lig­keit und Uner­sprieß­lich­keit, ins­be­son­de­re seit dem Will­kom­mens­kul­tur­bruch anno 2015: Nie gibt es hand­fes­te Grün­de für Regie­rungs­rü­ge, immer sind es nur die Übel­wol­len­den oder die Nicht­wis­sen­den, die sich in die­ser paralym­pi­schen Dis­zi­plin aus­to­ben. Sogar ermor­de­te deut­sche Mäd­chen fal­len nicht unter Tat­sa­chen, son­dern ihre blo­ße Erwäh­nung bezeugt fal­sche Moti­ve. Ein mög­li­cher- und sogar begrün­de­ter­wei­se vom Sein ver­stimm­tes Bewusst­sein exis­tiert nicht mehr, das Sein heißt offi­zi­ell: bes­tes Deutsch­land aller Zei­ten, und wer das anders sieht, ist ent­we­der böse oder verrückt.

* Links bedeu­tet hier, fol­gen­de Zie­le gut­zu­hei­ßen: Kon­trol­le des Mark­tes, staat­li­che Len­kung der Gesell­schaft und gro­ßer Tei­le der Wirt­schaft, Umver­tei­lung – „sozia­ler Aus­gleich” – über Steu­ern, Schlei­fung von sozia­len, eth­ni­schen, kul­tu­rel­len, sexu­el­len Unter­schie­den und der ihnen zugrun­de lie­gen­den Tra­di­tio­nen, Erhe­bung des Kol­lek­tivs über den Ein­zel­nen mit dem Staat als Erzie­her und Gleich­heits­ge­ne­ra­tor, Ent­dif­fe­ren­zie­rung der Gesell­schaft – „Diver­si­tät” – bis zur Schaf­fung einer pla­ne­ta­ri­schen mul­ti­kul­tu­rel­len Gesellschaft.

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„Der Jour­na­list ist kein Schwär­mer, der einem Ide­al nach­jagt, son­dern Lie­fe­rant einer Ware. Wird er auf Rei­sen geschickt, um Greu­el zu mel­den, mel­det er Greu­el. Lie­fert er nicht, tut’s ein anderer.”
Aber­mals: Gremliza.

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Wie man weiß, sind intel­lek­tu­ell eher schlich­te Men­schen sorg­lo­ser und lebens­zu­frie­de­ner als die Kame­ra­din­nen und Kame­ra­den jen­seits der zwei­ten Stan­dar­ab­wei­chung. Damit dürf­te die Paro­le vom bes­ten Deutsch­land ever plau­si­bel erklärt sein: Sowohl der kon­ti­nu­ier­lich sin­ken­de durch­schnitt­li­che IQ derer, die in ihrer Gesamt­heit momen­tan zufäl­lig deut­sches Ter­rio­ri­um besie­deln, als auch die geis­ti­ge Ver­fasst­heit der aktu­ell Regie­ren­den soll­ten ihr eine erfreu­li­che Lebens­dau­er bescheren.

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Der Schlaus­ten eine beklei­det, wie man sagt, den Pos­ten der Innen­mi­stress und droht von dort­her seit Amts­an­tritt den Ver­fas­sungs­fein­den (jetzt bit­te kei­ne aka­de­mi­schen Debat­ten dar­über, ob wir über­haupt eine Ver­fas­sung haben!):

Dass die Gevat­te­rin mit zwei­er­lei Maß misst, darf man ihr nicht vor­wer­fen, denn genau das spül­te sie ja in die­ses Amt.

Man wird ihr groß­zü­gig verzeihen.

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Die Aller­hells­te beklei­det bekannt­lich den Pos­ten des Außen­amts­chefs. Ihr vor allem sei die­ses sich selbst erklä­ren­de Pout­pour­ri gewidmet.

Die­ses Mes­sen mit zwei­er­lei Maß hat aus­schließ­lich damit zu tun, dass unse­re Woken sich tat­säch­lich im Besitz der Wahr­heit wäh­nen; wer hier­bei eine kogni­ti­ve Dis­so­nanz emp­fin­det, ist eines ganz sicher nicht: links.

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„Es lie­ße sich mit ihren nich­ti­gen Mei­nun­gen leich­ter leben, wenn man den Jour­na­lis­ten nicht immer­fort erklä­ren müßte, was sie eigent­lich hat­ten sagen wollen.”
Wie­der: Gremliza

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Fal­sche Überschrift.

Es muss hei­ßen: „Wie das fort­schritt­li­che Eng­land Men­schen, die sich dem weib­li­chen Geschlecht zuord­ne­ten, schon zur Wen­de vom 18. zum 19. Jahr­hun­dert gleichbehandelte”.

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Ein Leser schreibt mir, ihm lägen seriö­se „gele­ak­te” Infor­ma­tio­nen vor, dass die ÖVP zu Ostern den „Free­dom Day Aus­tria” aus­ru­fen und alle Maß­nah­men been­den wol­le, einen Koali­ti­ons­bruch in den Kauf nehmend.

Ob ich das glau­be, mag zwar belang­los sein, aber: Ich tu’s nicht.

Gleich­wohl ist die Coro­na-Front okzid­ent­weit ins Rut­schen geraten.

Omi­kron ist nicht nur ver­gleichs­wei­se harm­los, son­dern führt durch sei­ne hohe Anste­ckungs­fit­ness immer mehr zur Her­denim­mu­ni­tät. Obwohl man uns x‑fach ver­si­chert hat, die Gefähr­lich­keit von Coro­na nur­mehr noch an den har­ten Fak­ten Sterb­lich­keit und Hos­pi­ta­li­sie­rung zu mes­sen, läuft das Inzi­den­zen­ge­plärr mun­ter wei­ter; dabei sind die hohen Zah­len Infi­zier­ter im Sin­ne der all­ge­mei­nen Immu­ni­sie­rung eine gute Nach­richt. Medi­zi­nisch ist das The­ma „durch”. Poli­tisch noch lan­ge nicht. Wir wer­den uns auf mona­te­lan­ge Rück­zugs­ge­fech­te der poli­ti­schen Klas­se ein­zu­stel­len haben, die Recht zu behal­ten wünscht, ihre Impf­do­sen los­wer­den und am Ende als heroi­scher Pan­de­mie­tö­ter daste­hen will.

Etwa so:

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Noch­mals ein – drei­fa­ches – da capo zur Fra­ge: Waren die Natio­nal­so­zia­lis­ten Sozia­lis­ten? (Sor­ry, aber wenn der Bub sich erst mal fest­ge­bis­sen hat…)

Eins.

Zwei.

Ein freund­li­cher Mensch schenk­te mir Denis de Rouge­monts „Jour­nal aus Deutsch­land 1935–1936”, ein trotz sei­ner Kür­ze emi­nen­te Auf­schlüs­se über die deut­sche Men­ta­li­tät im All­ge­mei­nen sowie deren Indienst­nah­me durch Hit­ler und die Sei­nen im Beson­de­ren lie­fern­des Buch. Da sich der Autor des The­mas in einer Mischung aus Distan­ziert­heit, Wiss­be­gier, Fas­zi­na­ti­on, Abscheu und ent­täusch­ter Lie­be annimmt, gewinnt er tat­säch­lich Erkennt­nis­se (ich wer­de auf die­ses Buch zurück­kom­men). Der seit 1930 in Paris leben­de Schwei­zer lehr­te 1935/36 auf Ver­mitt­lung von Otto Abetz, des spä­te­ren deut­schen Bot­schaf­ters im besetz­ten Frank­reich, als außer­plan­mä­ßi­ger Dozent für Fran­zö­sisch an der Uni­ver­si­tät Frank­furt am Main. Die heu­te von den Sozia­lis­ten tabui­sier­te Fra­ge beschäf­tig­te sei­ner­zeit jeden ver­stän­di­gen bzw. ver­stan­des­be­gab­ten Zeit­ge­nos­sen, also auch de Rouge­mont; er schrieb:

„Ich kam mit der Über­zeu­gung aus Paris, der Natio­nal­so­zia­lis­mus sei eine ‚rech­te’ Bewe­gung, ein letz­ter Ver­such, den Kapi­ta­lis­mus und die bür­ger­li­chen Pri­vi­le­gi­en zu ret­ten. (…) Ich begeg­ne vie­len Ange­hö­ri­gen des Bür­ger­tums. Ich muss zuge­ben, dass sie alle gegen das Regime sind. Es ist ein ver­klei­de­ter Bol­sche­wis­mus, wie­der­ho­len sie (…) Sie bekla­gen sich dar­über, dass alle Refor­men zuguns­ten der Arbei­ter und der Bau­ern erfol­gen, dass die Höhe der Steu­ern sich zu einer Beschlag­nah­me des Kapi­tals ent­wi­ckelt hat und dass das Fami­li­en­le­ben zer­stört wird, die Auto­ri­tät der Eltern unter­gra­ben wird und die Reli­gi­on ver­fälscht, aus dem Erzie­hungs­we­sen eli­mi­niert und durch tau­send heim­tü­cki­sche Mit­tel metho­disch ver­folgt wird. (…) Es gelingt mir, ihnen das Geständ­nis zu ent­lo­cken, dass der brau­ne Bol­sche­wis­mus in ihren Augen weni­ger schreck­lich sei als der rote. Es hat kei­ne Mas­sa­ker gege­ben. Alles geschieht auf fort­schritt­li­che und ordent­li­che Weise.
Bald wer­den sie kein Ver­mö­gen mehr haben, aber unter den neu­en Her­ren wer­den sie ihre Titel und Ämter behalten.”

„Der ‚Füh­rer des Unter­neh­mens’ darf sei­ne Arbei­ter nicht ent­las­sen, aber die­se dür­fen auch nicht strei­ken. Der sozia­le Frie­den wur­de durch die Fixie­rung der gegen­sei­ti­gen Pflich­ten auf einem höchst dürf­ti­gen, aber sta­bi­len Gerech­tig­keits­ni­veau erreicht.”

„Die Nazis haben ver­stan­den, dass der Wirt­schafts­so­zia­lis­mus nur die Hälf­te einer Dok­trin ist: Der Staat wird erst Herr über das Geld sein, wenn er Herr über die Men­schen ist.”

„Ihr ‚Natio­na­lis­mus’ (im bür­ger­li­chen Sin­ne) ist für sie ein Pro­pa­gan­da­mit­tel, ein Mit­tel, die Rech­ten zu ver­füh­ren und dem Aus­land Angst zu machen; aber die dahin­ter ste­hen­den Vor­stel­lun­gen des Regimes sind der strengs­te Staats­so­zia­lis­mus, der je erträumt wur­de; nicht ein Bour­geois wird das überleben.”

Das ist der Kern. Die Natio­nal­so­zia­lis­ten besa­ßen nicht genug Zeit, um die Gesell­schaft bis in die letz­te Pore nach ihren Vor­stel­lun­gen umzu­ge­stal­ten; hät­ten sie den Krieg gewon­nen, wäre das Ende der Bour­geoi­sie besie­gelt gewe­sen, ein­fach nach dem Recht des Stär­ke­ren. War­um hät­ten die NS-Bon­zen dann noch eine Klas­se von Unter­neh­mern an ihrer Sei­te dul­den sol­len? Wer hät­te sie dar­an hin­dern kön­nen, die­se Kon­kur­renz durch deren „Ein­glie­de­rung in die Volks­ge­nos­sen­schaft” zu beseitigen?

De Rouge­mont stellt die Fra­ge, wel­cher Art die Metho­den sei­en, derer sich das NS-Regi­mer bedient, und antwortet:

„Mei­ner Ansicht nach sind es jako­bi­ni­sche Metho­den. Denn es han­delt sich nicht dar­um, die­sem star­ren Bür­ger­tum einen Grup­pen­sinn ein­zu­häm­mern, den es bereits hat, son­dern einen Sinn für den Staat, den es nicht hat.” Die Natio­nal­so­zia­lis­ten bezeich­net er als „Jako­bi­ner im Braun­hemd”, den Natio­nal­so­zia­lis­mus als „ein deut­sches Jako­bi­ner­tum”. Bei­de Extre­mis­men gemein­sam sei­en „die Kon­trol­le der Men­schen, die Ein­eb­nung des Ver­stan­des, die Ver­gött­li­chung der Mas­sen und die Abschaf­fung der Indi­vi­du­en”, aus ihnen spre­che „der­sel­be zen­tra­lis­ti­sche Geist; die­sel­be Zwangs­vor­stel­lung des ein­heit­li­chen Blocks, der Nati­on, die als die Mis­sio­na­rin der Idee ange­se­hen wird; der­sel­be Sinn für sym­bo­li­sche Fes­te zur ‚Erzie­hung’ der Men­schen; der­sel­be Arg­wohn gegen ‚Indi­vi­du­en’ und gegen jeg­li­ches ‚Pri­vat­in­ter­es­se’.”

Nichts ist durch­sich­ti­ger inter­es­sen­ge­lei­tet als die kom­mu­nis­ti­sche Theo­rie, die Nazis sei­en nur die Mario­net­ten des Groß­ka­pi­tals. In der Kriegs­wirt­schaft war der Staats­so­zia­lis­mus bereits her­ge­stellt. Um die Kapi­ta­lis­ten zu ein­fa­chen Volks­ge­nos­sen gleich­zu­schal­ten und de fac­to zu ent­eig­nen, das heißt kom­plett der staat­li­chen Kon­trol­le zu unter­wer­fen, fehl­te allein der „End­sieg”.

Drei.

Der Wirt­schafts­wis­sen­schaft­ler Lud­wig von Mises, Ver­tre­ter der „Öster­rei­chi­schen Schu­le”, einer der bedeu­tends­ten Öko­no­men des 20. Jahr­hun­derts, der als Jude in die USA emi­grier­te, hat schon früh gute öko­no­mi­sche Argu­men­te für den sozia­lis­ti­schen Cha­rak­ter der brau­nen Dik­ta­tur vor­ge­tra­gen. Einer sei­ner Schü­ler, der Wirt­schafts­pro­fes­sor Georg Reis­man, führt dazu aus:

„Grund der Annah­me, Nazi-Deutsch­land sei kapi­ta­lis­tisch gewe­sen, ist die Tat­sa­che, dass die meis­ten Unter­neh­men in Nazi-Deutsch­land for­mal in pri­va­ten Hän­den ver­blie­ben. Mises betont hin­ge­gen, dass das Pri­vat­ei­gen­tum an den Pro­duk­ti­ons­mit­teln unter den Nazis nur dem Namen nach exis­tier­te, dies Eigen­tum aber tat­säch­lich beim Staat lag.

Denn der deut­sche Staat, nicht der nomi­nel­le Pri­vat­ei­gen­tü­mer, ver­füg­te über alle wesent­li­che Macht an den Pro­duk­ti­ons­mit­teln: der Staat bestimm­te, was in wel­cher Men­ge und auf wel­che Art zu pro­du­zie­ren war und wem die Pro­duk­te zuge­teilt wer­den soll­ten; er bestimm­te auch, wel­che Prei­se zu ver­lan­gen, wel­che Gehäl­ter zu bezah­len und wel­che Divi­den­den oder ande­re Ein­kom­men den nomi­nel­len Pri­vat­ei­gen­tü­mern zu bezie­hen erlaubt waren. Die Posi­ti­on der angeb­li­chen Pri­vat­ei­gen­tü­mer, so zeigt Mises, war im wesent­li­chen auf die Rol­le von Emp­fän­gern staat­li­cher Gehäl­ter beschränkt.

Das ‚de fac­to staat­li­che Eigen­tum an den Pro­duk­ti­ons­mit­teln’, wie Mises es bezeich­ne­te, war eine logi­sche Fol­ge grund­le­gen­der kol­lek­ti­vis­ti­scher Prin­zi­pi­en der Nazis, wonach Gemein­nutz vor Eigen­nutz geht und das Indi­vi­du­um bloß als Mit­tel für die Zwe­cke des Staa­tes da ist. Wenn schon das Indi­vi­du­um nur für den Staat da sein soll, dann natür­lich auch das Eigen­tum des Indi­vi­du­ums. So wie das Indi­vi­du­um dem Staat gehört, so gehört die­sem auch das Eigen­tum des Individuums.

Doch was den real exis­tie­ren­den Sozia­lis­mus in Nazi-Deutsch­land erst rich­tig besie­gel­te, war die Ein­füh­rung von Preis- und Lohn­kon­trol­len im Jah­re 1936. Die­se wur­den als Ant­wort auf die Infla­ti­on des Geld­an­ge­bots ein­ge­führt, die das Regime seit sei­ner Macht­er­grei­fung Anfang 1933 betrieb. Die Nazi-Regie­rung ließ immer mehr Geld dru­cken, um die immens anstei­gen­den Staats­aus­ga­ben zu finan­zie­ren, die für öffent­li­che Arbei­ten, Sub­ven­tio­nen und Wie­der­be­waff­nung erfor­der­lich waren.”

(Wei­ter hier.)

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Noch zum Vorigen.

Zum Zitat aus Karl Iwa­no­witsch Albrechts Buch „Der ver­ra­te­ne Sozia­lis­mus” (Acta vom 2. Febru­ar) sand­te mir Leser *** die­se Kopie des Vor- (oder Nach)satzes zur 15. Auf­la­ge in Nazideutschland:

Ich „zoo­me” auf die Widmung.

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Leser *** macht mich auf die­se Stu­die aufmerksam.

In Auf­trag gege­ben wur­de sie vom Bun­des­mi­nis­te­ri­um für Bil­dung und For­schung, ver­öf­fent­licht im August 2020.

Ein­ge­bet­tet in aller­lei ande­re wol­ki­ge Zukunfts­sze­na­ri­en wird dort S. 33 f. die­ses präsentiert:

Ich zitie­re auszugsweise:

„In den 2030er-Jah­ren beginnt in Deutsch­land ein digitales, par­ti­zi­pa­tiv aus­ver­han­del­tes Punk­te­sys­tem, das Anrei­ze zur Ver­hal­tens­än­de­rung bie­tet. Im Zuge des Auf­stiegs Chi­nas wur­den Punk­te­sys­te­me als Instru­ment der Poli­tik­steue­rung welt­weit mit einer Mischung aus Bewun­de­rung und Ableh­nung kon­tro­vers dis­ku­tiert. Auch libe­ral-demo­kra­ti­sche Län­der debat­tie­ren dar­über, ob und in wel­cher Form ein sol­ches Sys­tem über­nom­men wer­den sollte. (…)

Nach lan­gen hoch­kon­tro­ver­sen Debatten ent­schied sich in Deutsch­land die Poli­tik, mit einem zen­tra­len digi­ta­len Punk­te­sys­tem zu arbei­ten, das demo­kra­ti­schen Spiel­re­geln folgt, auf Bonusanrei­zen beruht, die Bür­ge­rin­nen und Bür­ger ein­bin­det – und auf frei­wil­li­ge Teil­nah­me setzt. Das Prin­zip der Freiwil­lig­keit war in der Debat­te vor der Ein­füh­rung zen­tral. Kri­ti­ke­rin­nen und Kri­ti­ker beton­ten immer wie­der, dass auch ein frei­wil­li­ges Sys­tem sozia­len Druck zur Teil­nah­me erzeu­ge – zum Bei­spiel durch sozia­le Netz­wer­ke und die dort vor­herr­schen­de Kul­tur des Ver­glei­chens – und damit eine Uto­pie sei. (…)

Die Zustim­mung zu die­sem Punk­te­sys­tem stieg in Deutsch­land auch durch die Dyna­mik des Kli­mawan­dels. Dies erzeug­te Hand­lungs­druck zum Gegensteu­ern, wobei sich ein Punk­te­sys­tem als effi­zi­en­ter Steue­rungs­me­cha­nis­mus zum Umgang mit den Fol­gen des Kli­ma­wan­dels entpuppte. (…)

Durch das Punk­te­sys­tem wur­de … die räum­li­che Mobi­li­tät von Arbeits­kräf­ten effi­zi­ent organisiert. (…)

Das Punk­te­sys­tem stößt bei einer Mehr­heit der Bevöl­ke­rung in den 2030er Jah­ren auf Zustim­mung, da es nach dem Emp­fin­den vie­ler in einer kom­ple­xe­ren und aus­dif­fe­ren­zier­te­ren Gesell­schaft eine ver­bin­den­de Ori­en­tie­rungs­funk­ti­on für ver­schie­de­ne gesell­schaft­li­che Grup­pen einnimmt. (…)

Das Punk­te­sys­tem an sich wird nur noch von einer Min­der­heit infra­ge gestellt.” 

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Apro­pos: Ver­schwö­rungs­theo­rien sind immer auch eine Fra­ge des Zeitpunkts.

(Link)

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Viel und undif­fe­ren­ziert war in letz­ter Zeit von „Lügen­pres­se” die Rede bzw. das Geschrei, wenn der rech­te Mob die hohen Stan­dards der Wahr­heits- und Qua­li­täts­pres­se miss­zu­ver­ste­hen mut­wil­lig sich den Anschein gab.

Dabei lügt die Pres­se fast nie; die Genos­sen Medi­en­schaf­fen­den las­sen bis­wei­len nur über­flüs­si­ge Infor­ma­tio­nen weg. Wenn zum Bei­spiel ein Jour­na­list über mich schrie­be: „In sei­nem Bücher­re­gal steht ‚Mein Kampf’ neben Cham­ber­lains ‚Grund­la­gen des XIX. Jahr­hun­derts’ ”, dann wäre das (vom Wört­chen „neben” abge­se­hen, denn das hat Cham­ber­lain nicht ver­dient) eine durch nichts und nie­man­den anfecht­ba­re Aus­sa­ge. Nicht ein­mal der bekann­te schlim­me Win­kel­ad­vo­kat Stein­hö­fel könn­te das leisten.

Unter die­sem Aspekt bit­te ich die Besu­cher des Klei­nen Eck­la­dens zu einem klei­nen Abste­cher (den neh­men Sie bit­te nicht wört­lich) in einen ande­ren Saft­la­den, näher­hin zu Ach­gut, wo der besag­te Herr Stein­hö­fel eine Kor­re­spon­denz mit einem Zei­chen und Lücken set­zen­den Mit­ar­bei­ter der Stutt­gar­ter Zei­tung namens Sascha Mai­er doku­men­tiert hat, wel­che einen tie­fen Ein­blick in die erwähn­ten Qua­li­täts­stan­dards der Medi­en gewährt.

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„Sehr geehr­ter Herr Klo­n­ovs­ky, wenn die links­staat­lich legi­ti­mier­te Hilfs­po­li­zei (man schaue auf die ehe­ma­li­ge Hel­den­stadt Leip­zig) aus­ge­rech­net Kunst­wer­ke von ‚Frau­en mit Migra­ti­ons­hin­ter­grund’ in Dres­den vom Sockel stößt, haben wir die wohl deut­lich miß­ver­stan­den. So wie die Sys­tem­pres­se rich­ti­ger­wei­se von ‚Van­da­lis­mus’, nicht etwa von Links­ter­ro­ris­mus schreibt. Ganz im Sin­ne unse­rer neu­en ‚Innen­mi­nis­trie­ren­den’ Nan­cy (‚Nenn sie Pha­ser’) Fae­ser, die den unbeug­sa­men Mut, die ‚Zivil­cou­ra­ge’ besitzt, in einem kom­mu­nis­ti­schen Fisch­blatt mit dem bezeich­nen­den Namen ‚anti­fa’ zu reüs­sie­ren. Des­sen Her­aus­ge­ber im über­tra­ge­nen Sin­ne die SED war und ist.
Und mit den ‚täter*innen’ sind wohl kaum Rosa Luxem­burg, Hil­de Ben­ja­min, Mar­got Hon­ecker, Ange­la Mer­kel oder die bereits benann­te Bun­des­be­auf­tra­ge für Sta­li­nis­mus, Anti­fa-Nan­cy (allein der Vor­na­me ist eine Zumu­tung) Fae­ser gemeint.
Die BRD als Levia­than ist von den bekann­ten Para­si­ten roter, grü­ner und schwarz­gel­ber Far­be kom­plett befal­len und nahe­zu von innen auf­ge­fres­sen worden.
Obwohl ich, gemein­sam mit mei­nem Sohn und bald auch mei­nem Enkel, zu den Ewig­gest­ri­gen zäh­le, die als Staats­fein­de und Leug­ner zwei­mal die Woche zum unver­meid­li­chen Spa­zier­gang in Schwe­rin auf­bre­chen, nicht mehr glau­be, dass die­ses Staats­we­sen auf demo­kra­ti­schem Wege zu ret­ten ist. Wobei wir wie­der bei Hob­bes wären. Eines der bes­ten Bei­spie­le bil­den Sie und Ihre Ergeb­nis­se in Sach­sen (Direkt- vs. Brief­wahl) per­sön­lich. Der sehr bald ein­tre­ten­de Black­out wird wohl auch nur die wenigs­ten der ‚die Men­schen’ oder der ‚Bevöl­ke­rung’ auf die Stra­ße beför­dern. Die ent­spre­chen­den ‚Nar­ra­ti­ve’, ich nen­ne sie Mär­chen, sind ja bereits lan­ciert. Natür­lich wird alles dem ‚Markt’ und dem ‚Kapi­ta­lis­mus’ zuge­ord­net. Eigen­ar­ti­ger­wei­se hat­ten wir zu Zei­ten, als es noch einen zumin­dest rela­ti­ven Kapi­ta­lis­mus gab, eine sta­bi­le Ener­gie­ver­sor­gung zu güns­ti­gen Prei­sen. Selbst im ‚Land der Zukunft’, unse­rer gelieb­ten Dädä­err, gelang es Man­fred Hafer­burg und sei­nem ‚Kol­lek­tiv’, im KKW Greifs­wald im Ver­bund mit tau­sen­den zwangs­re­kru­tier­ten NVA-Sol­da­ten die nicht mensch­ge­mach­te Kata­stro­phe 1978/1979 abzu­wen­den. Heu­te gibt es kei­nen (beruf­lich akti­ven) Hafer­burg und auch kei­ne NVA mehr, die Bun­des­wehr ist wegen der getra­ge­nen Röcke, der Stö­ckel­schu­he und der im Feld feh­len­den Schmink­spie­gel lei­der nicht zu der­ar­ti­gen Ein­sät­zen geeignet.
Bleibt uns als auto­chtho­ne, deut­sche und zumin­dest deutsch­ar­ti­ge Bür­ger nur der Selbst­schutz. Wir sind durch die Tore getre­ten, hin­ter denen wir jede Hoff­nung fah­ren las­sen müssen.
Mit freund­li­chen Grüßen
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Dipl.Ing.”
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Leser *** wie­der­um „träum­te heu­te Nacht, dass Nän­zi Fäser Joe Käser hei­ra­tet. Womög­lich lag es an den Nach­wir­kun­gen von ‚Coro­na’?

Mon­tag und Diens­tag die­ser Woche hat­te ich ins­ge­samt vier ‚Corona’-Tests, zwei­mal ‚Anti­gen’ und zwei­mal ‚PCR’, davon je einer nega­tiv und einer posi­tiv. Die posi­ti­ven Tests wer­den wohl an das Gesund­heits­amt wei­ter­ge­lei­tet, mit dem man sich, obwohl es nicht erreich­bar ist, ‚in Ver­bin­dung set­zen’ soll. ‚Frei­tes­ten’ kann man sich selbst (!) und erhält dann von der Arzt­pra­xis, bei der der letz­te posi­ti­ve Test aus­ge­führt wur­de, ein sog. ‚Gene­se­nen­zer­ti­fi­kat’. Hier­zu genügt, dass man nach 5 Tagen gegen­über der Arzt­pra­xis auf Basis von Selbst­tests erklärt, dass man kei­ne Sym­pto­me mehr habe und die Selbst­tests nega­tiv seien.

Da schon mein letz­ter ‚PCR-Test’ nega­tiv war, habe ich nun ein sog. ‚Gene­se­nen­zer­ti­fi­kat’. Es wur­de von einer Arzt­pra­xis ver­lie­hen, aus­ge­stellt im Namen des ‚Robert-Koch-Insti­tuts’ und ist gül­tig ab dem 28.02.2022 (!). Das ‚Gene­sen’ dau­ert wohl noch etwas? Die Dame von der Arzt­pra­xis erzähl­te mir, das habe das ‚Robert-Koch-Insti­tut’ so fest­ge­legt. Die Dame am Emp­fang der Arzt­pra­xis frag­te mich auch, ob ich  geimpft sei, mein­te aber bevor ich rich­tig ant­wor­ten konn­te, das sei sowie­so egal, weil die meis­ten posi­tiv Getes­te­ten geimpft seien.

Ich habe auf die­se Wei­se einen tie­fen Ein­blick erhal­ten, wie die Infi­zier­ten­sta­tis­ti­ken zusam­men­kom­men, mit denen der soge­nann­te ‚öffent­lich-recht­li­che Rund­funk’ nun­mehr seit bald zwei Jah­ren die Men­schen sys­te­ma­tisch bom­bar­diert, ver­ängs­tigt und letzt­end­lich verdummt.

Robert Koch hat das alles nicht ver­dient. Das nach ihm benann­te Insti­tut soll­te in WDO (‚Wie­ler Dros­ten Over­dri­ve’) umbe­nannt wer­den, oder zumin­dest z.B. nach Flo­rence Fos­ter Jenkins, Dr. Fran­zis­ka Gif­fey oder halt Nän­zi Fäser.”

***

„Gegen­öf­fent­lich­keit bedeu­tet, daß der Redak­teur nicht weiß, wo das Kom­ma hingehört.”
Vor­erst letzt­ma­lig: Gremliza

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Heu­te ist der Tag des Herrn, und an einem sol­chen Tage soll sich der Mensch freu­en, auch vor­freu­en. Deshalb:

(Netz­fund)

Ahoi!

 

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