29. Mai 2022

Heu­te wür­de man Kas­san­dra eine Ver­schwö­rungs­theo­re­ti­ke­rin nennen.

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In Deutsch­land lie­fern sich Rechts­ex­tre­mis­ten und Rechts­ex­tre­mis­mus­for­scher einen Stu­pi­di­täts­wett­be­werb, mit leich­ten Vor­tei­len für die Forscher.

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„Die­je­ni­gen Ideen, die bei den Men­schen am rasches­ten auf Zustim­mung sto­ßen, die wil­des­te Begeis­te­rung her­vor­ru­fen und am zähes­ten fest­ge­hal­ten wer­den, sind immer die schwach­sin­nigs­ten. Dies gilt seit der Zeit, als sich der ers­te ‚fort­ge­schrit­te­ne’ Goril­la Unter­wä­sche über­streif­te, die Stirn in Fal­ten leg­te und sich auf sei­ne ers­te Vor­trags­rei­se begab; es wird so blei­ben, bis die Göt­ter die­ser Far­ce end­lich müde sind.”
Hen­ry Lou­is Mencken

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Las­ter­haf­te Men­schen sind fast immer ange­neh­me­re und nach­sich­ti­ge­re Zeit­ge­nos­sen als über­zeu­gungs­durch­glüh­te. Man befin­det sich unter Trin­kern in bes­se­rer Gesell­schaft als unter Agitatoren.

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„Wenn Sie nicht wis­sen, wie man das zweit­höchs­te Amt im Staat ergat­tert, hier ein Rat­schlag: Lau­fen Sie, wie Clau­dia Roth, bei einer Demo mit, bei der ‚Deutsch­land, Du mie­ses Stück Schei­ße‘ skan­diert wird. Dann ist Ihnen der Stuhl des Bun­des­tags­vi­ze­prä­si­den­ten sicher. Bun­des­kanz­le­rin wird man am sichers­ten, wenn man am Wahl­abend die Deutsch­land­fah­ne ent­fernt. Die Haupt­stadt regiert man am bes­ten, wenn man vor­her sei­ne Dok­tor­ar­beit gefälscht hat. In die CSU-Spit­ze kom­men Sie über den Umweg des Ver­kehrs­mi­nis­ters, wenn Sie einen Dok­tor­ti­tel geführt haben, der in Deutsch­land gar nicht erlaubt ist. Für ein hohes Minis­ter­amt soll­ten Sie sich gemein machen mit Urkun­den­fäl­schern. Zumin­dest, was den Lebens­lauf und Ihre Bücher betrifft. Soll­ten Sie jedoch in einem Lokal ver­keh­ren, in dem jemand sitzt, der jeman­den kennt, der mit jeman­dem ver­wandt ist, der eine Kol­le­gin hat, deren Onkel die AfD gewählt hat, dann haben Sie schlech­te Karten.”
(Peter Hah­ne zugeschrieben)

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Ein Hin­weis an alle Konsensualisten.

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In letz­ter Zeit hat sich auf der Rech­ten – aber kei­nes­wegs nur dort –, „ein Nar­ra­tiv ver­fes­tigt”, das auch Besu­cher des Klei­nen Eck­la­dens längst geläu­fig sein dürf­te: dass näm­lich eine von Mil­li­ar­dä­ren gespon­ser­te glo­ba­lis­ti­sche Eli­te in einer nur auf den ers­ten Blick bizar­ren Alli­anz mit der inter­na­tio­nal­so­zia­lis­ti­schen Lin­ken an der all­mäh­li­chen Ent­mach­tung der natio­na­len Par­la­men­te, der Auf­lö­sung der (wei­ßen) Völ­ker und ihrer Natio­nal­kul­tu­ren und der Errich­tung einer Glo­bal Gover­nan­ce arbei­tet, weil die Ret­tung der Mensch­heit vor Kli­ma­wan­del, Ras­sis­mus, Sexis­mus, Krieg, Seu­chen und sozia­ler Unge­rech­tig­keit samt der Tro­ckung aller Trä­nen auf Erden nur durch eine Gro­ße Trans­for­ma­ti­on der Welt­wirt­schaft und die­se wie­der­um allein ver­mit­tels einer zen­tra­len pla­ne­ta­ri­schen Steue­rungs­in­stanz bewerk­stel­ligt wer­den können.

Klingt ver­rückt und ist es wohl auch, ist aber Kon­sens von Gates bis Zucker­berg, von Soros bis Klaus Schwab, von Mer­kel bis Oba­ma, von Guter­res bis Bar­ro­so, von Tru­deau bis Arden, von Macron bis Bezos, von Lagar­de bis zu Slee­py Joe etc. ad nau­seam pp.

Hier gibt es ein bezir­zen­des Pot­pour­ri von iden­ti­schen State­ments die­ser baum­schu­len­haft iden­ti­schen Figuren.

Zum Club gehö­ren auch ein deut­sches Schnat­te­rinchen aus dem Völ­ker­recht und ein ver­schwö­rungs­theo­re­ti­scher Kinderbuchautor.

Frag­te man mich, wie mit Zeit­ge­nos­sen umzu­ge­hen sei, die zu wis­sen vor­ge­ben, was gut für „die Welt” ist, ich wüss­te eine Ant­wort, die womög­lich tat­säch­lich gut für die Welt wäre. Aber wozu machen sich die­se Leu­te wich­tig? Was ist der Sinn die­ser Anma­ßung? „Glaub unser­ei­nem: die­ses Ganze/Ist nur für einen Gott gemacht”, spricht Mephis­to­phe­les zu einem Habeck der frü­hen Neu­zeit. Wenn jemand behaup­tet, er habe die Lösung für ein Welt­pro­blem, dann hat er oft­mals die Lösung für sein eige­nes. Die einen tun es fürs Geschäft, zur Meh­rung ihrer Fan­tas­til­li­ar­den, die ande­ren für – immer­hin – Haus, Eigen­tums­woh­nung, siche­re Alters­ver­sor­gung und regel­mä­ßi­ge Par­ty­ein­la­dun­gen, das Fuß­volk fürs – auch immer­hin – Her­den­be­ha­gen, und alle mit­ein­an­der für die Zuge­hö­rig­keit zu den mora­lisch geho­be­nen Kreisen.

Aber was den wirk­lich gefähr­li­chen Kern die­ser Welt­ord­nungs­schaf­fer betrifft –

Deutsch: „Ord­nung muss sein!”
Glo­ba­lis­tisch: „Welt­ord­nung muss sein!”

–, pfle­ge ich auf die Wozu?-Frage zu ant­wor­ten: Ich kann auch nicht ver­ste­hen, was Lenin und sei­ne Bol­sche­wi­ki gerit­ten hat, im Hand­streich ein Land zu über­neh­men, es in einen Bür­ger­krieg zu trei­ben, jahr­zehn­te­lang im Blut sei­ner Ein­woh­ner zu baden und es schließ­lich in der Selbst­zer­stö­rung enden zu las­sen. Aber ich weiß, dass es pas­siert ist, und ich bin mir sicher, dass die Moti­ve zumin­dest eini­ger die­ser Gangs­ter anfangs sogar halb­wegs gut und edel waren.

Nach mei­ner und kei­nes­wegs nur mei­ner Ansicht geht es in der Ent­wick­lung, die wir der­zeit erle­ben und die von der glo­ba­lis­ti­schen Klas­se vor­an­ge­trie­ben wird, um die Eta­blie­rung einer neu­en glo­ba­len Macht­ar­chi­tek­tur, in der eini­ge XXXL-Akteu­re der Wirt­schaft, vor allem die Daten- und Infor­ma­ti­ons­tech­no­lo­gie-Mil­li­ar­dä­re, gemein­sam mit aus­ge­wähl­ten NGOs, Think Thanks und Stif­tun­gen wie der Open Socie­ty von Onkel Geor­ge sowie von der glo­ba­lis­ti­schen Klas­se finan­zier­ten oder zumin­dest geneh­mig­ten Poli­ti­kern, wis­sen­schaft­li­chen Exper­ten und Medi­en­ver­tre­tern ent­schei­den­den Ein­fluss dar­auf neh­men, wie die Welt von mor­gen aus­se­hen soll. Die natio­na­len Poli­ti­ker hören schon jetzt mehr auf die­se glo­ba­le Eli­te als auf die in den natio­na­len Klau­su­ren leben­den Men­schen, von denen sie gewählt wur­den. Es ist, als wenn ein Baum samt Wur­zeln aus der Erde geris­sen und auf den Kopf gestellt wird, auf dass er im Wol­ken­ku­ckucks­heim der Glo­ba­lis­ten Luft­wur­zeln bilde.

Als das Hirn des glo­ba­lis­ti­schen Kra­ken gilt der­zeit das World Eco­no­mic Forum (WEF).

Ein typi­sches Mit­glied die­ses Welt­ret­tungs­zen­tral­ko­mi­tees, wel­ches in der ver­gan­ge­nen Woche wie­der ein­mal zu Davos zusam­men­kam, „ist ein glo­ba­les Unter­neh­men mit einem Umsatz von über 5 Mrd. US-Dol­lar”, belehrt uns Wiki­pe­dia. „Für das Jahr 2019 hat Bloom­berg ins­ge­samt 436 bör­sen­no­tier­te Unter­neh­men iden­ti­fi­ziert, die am Jah­res­tref­fen teil­ge­nom­men haben.”

(Nur kei­nen Neid, sol­len die viel­leicht mit dem Fahr­rad in die Alpen fahren?)

Was als äußerst­mög­li­che Unter­gren­ze des Umsat­zes der dort ver­sam­mel­ten Unter­neh­men 2,18 Bil­lio­nen Dol­lar ergä­be. In sol­chen Regio­nen bewe­gen sich auch die reichs­ten Tech-Mil­li­ar­dä­re unter den Top Ten der Ver­mö­gen­den der Erde, wobei die zusam­men noch etwas rei­cher sind, weil die­se Zah­len nicht den Umsatz ihrer Unter­neh­men, son­dern deren Wert beziffern.

Wür­de der WEF-Häupt­ling Klaus Schwab nichts wei­ter erklä­ren als: „Mei­ne Freun­de und ich wol­len mit den Tech­no­lo­gien der ‚Vier­ten indus­tri­el­len Revo­lu­ti­on’ und dem ‚Inter­net der Din­ge’ Geld ver­die­nen, viel Geld“, hät­te ich kein Pro­blem mit dem Mann. Aber die­se Albe­rich-Natur gibt vor zu wis­sen, was „die Welt“ – und zwar „jedes Land“ – jetzt drin­gend tun „muss“, näm­lich „sämt­li­che Aspek­te unse­rer Gesell­schaf­ten und Wirt­schaf­ten umge­stal­ten“. So haben die Jako­bi­ner, die Kom­mu­nis­ten und die Natio­nal­so­zia­lis­ten gere­det, so reden die Schur­ken in James-Bond-Fil­men, so reden Über­ge­schnapp­te wie Gre­ta und Lui­sa und die Schwur­b­ler der „Letz­ten Genera­ti­on“. So reden Irre. Wer­den die­se Irren aber im Gan­zen ein­fluss­rei­cher als bedeu­ten­de Wirt­schafts­na­tio­nen, ver­wan­deln sie sich in gefähr­li­che Irre.

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Damit wäre ich bei einer Buch­emp­feh­lung ange­langt: Leon Wil­helm Plöcks, „Men­schen­däm­me­rung. Coro­na und die Gro­ße Trans­for­ma­ti­on”, erschie­nen bei Manu­scrip­tum (und dort auch ver­sand­kos­ten­frei erhält­lich).

Der Name des Autors ist ein Pseud­onym, ich weiß nicht, wer sich dahin­ter ver­birgt; beim War­um kommt man der Sache näher. Über den Zusam­men­hang zwi­schen Coro­na und der „Gro­ßen Trans­for­ma­ti­on” ist wohl nir­gends so gründ­lich spe­ku­liert wor­den. Plöcks schlägt einen wei­ten, schwin­del­erre­gen­den Bogen von den auto­ri­tä­ren Maß­nah­men gegen eine Pan­de­mie, die sich im Nach­hin­ein als weni­ger gefähr­lich ent­pupp­te als die zu ihrer Bekämp­fung ein­ge­lei­te­ten tem­po­rä­ren Staats­strei­che – wel­che in allen Län­dern des Wes­tens mit Aus­nah­me der USA zu emp­find­li­chen Frei­heits­ein­schrän­kun­gen und zur de-fac­to-Abschaf­fung der Bür­ger­rech­te geführt haben – bis zur dro­hen­den tota­len elek­tro­ni­schen Über­wa­chung des Pla­ne­ten im Zuge der kyber­ne­ti­schen Revo­lu­ti­on, und von dort wei­ter zu den Plä­nen eines beson­ders ambi­tio­nier­ten Zir­kels super­rei­cher Tech-Pio­nie­re, aus­ge­wähl­te Tei­le der Gat­tung Homo sapi­ens auf die nächs­te Evo­lu­ti­ons­stu­fe zu heben. Deren Stre­ben gel­te der künst­li­chen Opti­mie­rung des Men­schen, einer­seits durch Rege­ne­ra­ti­on und Höher­ent­wick­lung mensch­li­cher Zel­len, Orga­ne, ja der DNA über­haupt, ver­mit­tels der Bio­tech­no­lo­gie, zum ande­ren durch die immer wei­te­re Ver­schmel­zung von Mensch und Maschi­ne. Das klingt nach Sci­ence Fic­tion, ist aber, so Plöcks, nichts ande­res als ein „Zu-Ende-Den­ken” des­sen, was sich momen­tan noch im Lar­ven­sta­di­um, wenn das bio­lo­gisch alt­mo­di­sche Bild gestat­tet ist, präsentiert.

Immer­hin wer­de die­se Ent­wick­lung mit Mil­li­ar­den­bud­gets vor­an­ge­trie­ben; Stamm­zel­len­for­schung, gene­ti­sche Mani­pu­la­ti­on von Orga­nis­men und Viren, Xeno­trans­plan­ta­ti­on, künst­li­che Her­stel­lung von Gewe­be, Nano­bots, sub­ku­ta­ne Chips, die Ver­knüp­fung bio­lo­gi­scher Zel­len mit Hard­ware, all das exis­tie­re ja längst. Die Mit­glie­der der „Infop­lu­to­kra­tie” ver­bin­de zumin­dest eine Prä­mis­se: „die Reduk­ti­on des mensch­li­chen Geis­tes auf ein infor­ma­ti­ons­ver­ar­bei­ten­des Sys­tem”. Dar­aus folgt im Umkehr­schluss die Über­zeu­gung, dass die prak­tisch unbe­grenz­te und des­halb den Men­schen an Leis­tungs­fä­hig­keit him­mel­weit über­tref­fen­de KI den mensch­li­chen Geist ablö­sen kön­ne und müs­se. Und zwar in nicht sehr fer­ner Zeit. Bereits 2004 hat­te der Goog­le-Grün­der Ser­gey Brin die Her­stel­lung einer selbst­den­ken­den und ‑ler­nen­den Maschi­ne zum obers­ten Ziel sei­nes Unter­neh­mens erho­ben – die Fra­ge aller Fra­gen bleibt, ob und wann „Sky­net” oder „HAL” ein eige­nes Bewusst­sein entwickeln…

Die Tech-Mil­li­ar­dä­re ver­füg­ten mit ihrem Reich­tum, Ein­fluss und Know-how sowie der für sie typi­schen „Nei­gung zu ehr­gei­zi­gen bahn­bre­chen­den Pro­jek­ten”, zitiert Plöcks eine 2018 erschie­ne Dis­ser­ta­ti­on namens „A Histo­ry of Trans­hu­ma­nism”, über „eine noch nie dage­we­se­ne Macht”.

Bald wird die KI, soviel ist sicher, unse­re Autos steu­ern, unse­re Kin­der unter­rich­ten, unse­re Krank­hei­ten dia­gnos­ti­zie­ren, unse­re Krie­ge füh­ren und – wer zwei­felt noch dar­an? – auch unse­re Kör­per kon­trol­lie­ren. Die soge­nann­te Indus­trie 4.0, ein Pro­jekt des WEF, grün­de, so Plöcks, auf vier Axiomen:

  • Es wird alles auto­ma­ti­siert, was auto­ma­ti­siert wer­den kann;
  • Immer mehr Auf­ga­ben wer­den von Maschi­nen über­nom­men. Die ver­schie­de­nen Tech­no­lo­gien (von der KI bis zur Nano­tech­no­lo­gie) ver­schmel­zen zur Ununterscheidbarkeit;
  • Mensch­li­che Arbeit wird über­flüs­sig, es gibt immer mehr Arbeitslose;
  • Es gewin­nen die­je­ni­gen Län­der oder spä­ter Unter­neh­men, die bei der KI vorn sind („Digi­ta­ler Darwinismus”).

Die Mensch­heit, ora­kelt der Autor in gebo­te­ner Düs­ter­nis, „wird in einen Teil gespal­ten, des­sen Opti­mie­rung als loh­nens­wert, und einen ande­ren, bei dem die­se als Zeit‑, Geld- und Ener­gie­ver­schwen­dung erscheint”. Und dann?

In Michel Hou­el­le­becqs Roman „Ele­men­tar­teil­chen” erschafft der Mole­ku­lar­bio­lo­ge Michel Dje­r­zinski, eine der bei­den Haupt­fi­gu­ren, eine neue geschlechts­lo­se Men­schen­ras­se, die sich durch Klo­nen ver­mehrt, ihren Ener­gie­be­darf durch Pho­to­syn­the­se deckt und weder Alter noch Tod kennt. Über die „Men­schen der alten Ras­se” heißt es dort: „Ihre Fort­pflan­zungs­quo­te ver­rin­gert sich von Jahr zu Jahr, und ihr Aus­ster­ben scheint heu­te unab­wend­bar zu sein. Ent­ge­gen allen pes­si­mis­ti­schen Vor­aus­sa­gen voll­zieht sich die­ses Aus­ster­ben bis auf ver­ein­zel­te gewalt­tä­ti­ge Hand­lun­gen, deren Zahl immer mehr abnimmt, sehr friedlich.”

Solch ein fried­fer­ti­ges kol­lek­ti­ves Ver­lö­schen erscheint auf den ers­ten Blick schwer glaub­lich, gera­de für die spä­ten Nach­kom­men der Goten; viel eher wäre doch mit Auf­stän­den, Plün­de­run­gen, der Ver­wüs­tung von Labo­ren und Gated Com­mu­nities, Mord und Tot­schlag, ja mit einer glo­ba­len Revo­lu­ti­on der depra­vier­ten Mehr­heit zu rech­nen. Aber es gibt zwei Fak­to­ren, die tat­säch­lich für die Ver­si­on Hou­el­le­becqs spre­chen. Zunächst ein­mal wer­den die Trans­hu­ma­nen sich gegen die Zurück­ge­blie­be­nen mit der KI, mit Satel­li­ten, Robo­tern und voll­au­to­ma­ti­sier­ten Waf­fen ver­schie­dens­ter Schlag­kraft und Tücke schüt­zen, etwa mit Droh­nen in der Grö­ße von Wes­pen, aus­ge­stat­tet mit einem töd­li­chen Gift, der DNA sowie dem Auf­ent­halts­ort der Ziel­per­son, und ein Kampf gegen Maschi­nen ent­nervt auch den enga­gier­tes­ten Kämp­fer, bis er sich end­lich ins Unver­meid­li­che schickt. Zum ande­ren könn­ten die Neu­men­schen den alten allein durch ihre opti­mier­ten Kör­per auf eine Wei­se über­le­gen sein – man ver­glei­che ein heu­ti­ges Hol­ly­wood-Star­let, sei­ne Haut, sein Haar, sein Gebiss, sei­ne Mus­ku­la­tur, sei­ne Fit­ness, sei­ne sexu­el­le Attrak­ti­vi­tät, mit einer ein­fa­chen Arbei­te­rin –, dass die Akzep­tanz der eige­nen Min­der­wer­tig­keit der­einst habi­tu­ell wird und Aus­ster­ben für sie einer Erlö­sung gleichkommt.

Jeden­falls arbei­ten die Trans- und Post­hu­ma­nis­ten des Sili­con Val­ley an der Ver­wirk­li­chung die­ser, je nach Sicht­wei­se, Uto- oder Dys­to­pie – sofern nie­mand die­se Leu­te stoppt. „Ein durch gen­tech­ni­sche Mani­pu­la­ti­on, Nano­bots, Implan­ta­te und Pro­the­sen opti­mier­ter – trans­hu­ma­ner – Mensch wird sei­ne Opti­mie­rung zu kei­nem Zeit­punkt als voll­endet betrach­ten”, spe­ku­liert der Dia­gnos­ti­ker der dro­hen­den Men­schen­däm­me­rung. Es gehe die­sen Amok­läu­fern des Fort­schritts um nichts Gerin­ge­res als auf­zu­hö­ren, Men­schen zu sein, um statt­des­sen „Göt­ter einer mit Hil­fe der KI gene­rier­ten Welt zu wer­den”. Und es sei „ganz sicher nicht ihre Absicht, so vie­le Göt­ter zu erschaf­fen, wie es heu­te Men­schen auf dem Pla­ne­ten gibt”.

Plöcks The­se lau­tet wie gesagt, dass die­se Zukunft längst begon­nen und die Coro­na­pan­de­mie den Ein­stieg in die glo­ba­le Über­wa­chung ermög­licht habe, den ers­ten Schritt in eine künf­ti­ge kyber­ne­ti­sche Dik­ta­tur – egal, ob es nun inten­diert oder nach dem Mot­to Gele­gen­heit macht Die­be geschah. „Unter Beru­fung auf eine Pan­de­mie und den Infek­ti­ons­schutz wird ein tota­li­tär ent­glei­sen­des Überwachungs‑, Kon­troll- und Steue­rungs­sys­tem errichtet.”

Die­se The­se, die unter soge­nann­ten Schwur­b­lern auf ver­schie­de­nen intel­lek­tu­el­len Niveaus zir­ku­liert, wird in den offi­zi­el­len Ver­laut­ba­run­gen bekannt­lich als Ver­schwö­rungs­theo­rie dis­kre­di­tiert, aber für eine Ver­schwö­rung ist der Pro­zess inzwi­schen all­zu offen­kun­dig. Außer­dem hat­ten die „Ver­schwö­rungs­theo­re­ti­ker” mit den meis­ten ihrer Ora­kell­al­le­rei­en ja recht, ob es nun die geplan­te Impf­pflicht betraf oder die, vor­sich­tig for­mu­liert, nicht unbe­dingt siche­re Wir­kung der Impfstoffe,

deren mys­te­riö­se Nebenwirkungen,

die nie­mals über­las­te­ten Intensivstationen,

die Wir­kungs­lo­sig­keit der Lockdowns,

die Kol­la­te­ral­schä­den der Maßnahmen,

bis hin zu den Grund­rechts­be­schnei­dun­gen und der Ein­schüch­te­rung der Maßnahmekritiker.

Ich erlau­be mir an die­ser Stel­le eine Abschwei­fung in den Einzelfall.

Der Arzt und Not­fall­me­di­zi­ner Bran­den­burg habe „Anfang April Post vom Ber­li­ner Staats­schutz bekom­men”, berich­tet die Welt (ansons­ten aber kein ver­ant­wor­tungs­vol­les Wahr­heits- und Qua­li­täts­me­di­um). „In dem Schrei­ben wur­de er dar­über infor­miert, dass man beab­sich­ti­ge, ihm die Waf­fen­be­sitz­kar­te und den Jagd­schein zu ent­zie­hen und ihm damit die Waf­fen – vier Lang- und zwei Kurz­waf­fen –, die er besitzt, abzu­neh­men. Der Grund dafür, so führ­ten die Beam­ten aus, sei­en Äuße­run­gen Bran­den­burgs zur Pan­de­mie, die teils sicher­heits­ge­fähr­dend gewe­sen sei­en und mit denen er zu zivi­lem Unge­hor­sam auf­ge­ru­fen habe. (…) Bran­den­burg wur­de in dem Schrei­ben auf­ge­for­dert, bis Anfang Mai Stel­lung zum geplan­ten Wider­ruf der Waf­fen­be­sitz­kar­te zu neh­men. Über sei­nen Anwalt bat er um eine Frist­ver­län­ge­rung und um Akten­ein­sicht. Am ver­gan­ge­nen Mon­tag dann stürm­ten SEK-Beam­te und wei­te­re Ein­hei­ten – auf der Suche nach einem Sturm­ge­wehr – die Woh­nung Bran­den­burgs. Auch in die Woh­nung sei­ner Mut­ter und sei­nes Bru­ders rück­ten die Beam­ten ein. Ins­ge­samt wur­den vier Woh­nun­gen und ein Fahr­zeug durch­sucht. Die Beam­ten beschlag­nahm­ten Daten­trä­ger, ein Elek­tro­im­puls­ge­rät, eine Luft­druck­waf­fe, vier Lang­waf­fen, Muni­ti­on, lee­re Impf­am­pul­len, Kle­bee­ti­ket­ten und einen Blan­ko-Impf­aus­weis aus Liechtenstein.
Ein Sturm­ge­wehr wur­de nicht gefunden.”
Gesche­hen im bes­ten Deutsch­land, das es je gab. So sehen „offe­ne” Gesell­schaf­ten im End­sta­di­um aus.
Auf sei­nem Tele­gram-Kanal ver­öf­fent­lich­te Bran­den­burg eine Benach­rich­ti­gung, die ihm Face­book zukom­men ließ.
Und kom­men­tier­te: „Was wäre der Staats­ter­ro­ris­mus der Poli­zei ohne den flan­kie­ren­den Tech-Faschis­mus der Konzerne?”

Mit den soge­nann­ten Coro­na-Ver­schwö­rungs­theo­rien ver­hält es sich unge­fähr so wie mit dem soge­nann­ten Gro­ßen Aus­tausch, quatsch, dem Per­so­nal­wech­sel mit beschränk­tem Ser­vice­an­ge­bot, also der Repla­ce­ment Migra­ti­on: Als Ver­schwö­rungs­theo­re­ti­ker gilt erst, wer die­se vor aller Augen ablau­fen­den Pro­zes­se kri­ti­siert; wer sie aber gut­heißt – ob nun als Mer­kels „Gro­ße Trans­for­ma­ti­on noch zu unse­ren Leb­zei­ten”, Schwabs „Gre­at reset” oder eben Habecks „neue Welt­ord­nung” –, der darf sie getrost the­ma­ti­sie­ren, ohne dass ihm die Poli­zei mor­gens einen Haus­be­such abstat­tet. Es han­delt sich um Bei­spie­le für die übli­che kogni­ti­ve Dis­so­nanz, die den Men­schen täg­lich zuge­mu­tet, die ihnen unter die Nase gerie­ben, ins Gesicht gespuckt wird, auf dass sie ihr Haupt sen­ken, „zwei plus zwei gleich fünf” mur­meln und an die­ser erzwun­ge­nen Schi­zo­phre­nie all­mäh­lich irre wer­den wie unter der chi­ne­si­schen Was­serfol­ter. Obwohl bis­wei­len sogar offi­zi­el­le Stel­len von dem inzwi­schen erreich­ten Stand der Will­kom­mens­kul­tur Zeug­nis ablegen.

Zurück zum Buch. Plöcks meint, über den digi­ta­len Impf­nach­weis füh­re der Weg, auf dem die mensch­li­che Her­de ins Gat­ter einer „umfas­sen­den digi­ta­len Iden­ti­tät, die nichts ande­res als ein per­fek­tes glo­ba­les Über­wa­chungs­in­stru­ment dar­stellt”, getrie­ben wer­de. „Unter Beru­fung auf eine Pan­de­mie wird eine rie­si­ge gesell­schaft­li­che, ja glo­ba­le Labor‑, Trai­nings- und Mani­pu­la­ti­ons­um­ge­bung erzeugt. Die­se dient der psy­cho­so­zia­len Vor­be­rei­tung der Men­schen auf grund­le­gen­de Trans­for­ma­tio­nen ihrer Daseinswelt.”

Reka­pi­tu­lie­ren wir das mit den Maß­stä­ben der eben genann­ten Schi­zo­phre­nie: Wenn ein pseud­ony­mer Autor aus dem frag­wür­digs­ten aller hie­si­gen Sozio­to­pe so etwas schreibt, ist es Schwur­be­lei; wenn ein Klaus Schwab es tut, ist es… etc. pp. Schwabs Buch „Covid-19. The Gre­at Reset” erschien übri­gens am 9. Juli 2020. Covid-19 war am 11. März zur Pan­de­mie erklärt wor­den. Rech­nen wir jetzt die übli­chen Pro­ze­du­ren der Buch­druck­le­gung dazu: Lek­to­rat, Gegen­le­sen, Druck, Aus­lie­fe­rung, ist es ein frap­pie­rend kur­zes soge­nann­tes Zeit­fens­ter, in dem die­ses Opus ver­fasst wur­de. Ich galt lan­ge als ein Autor, der eine Maga­zin-Titel­ge­schich­te in erstaun­li­chem Tem­po zustan­de bringt; gegen Schwab und sei­nen Co-Autor bin ich eine Schnecke.

„Die Covid-19-Pan­de­mie war weit mehr Info­de­mie und Psy­cho­de­mie als eine bio­lo­gi­sche Seu­che”, schwur­belt Plöcks wei­ter und zitiert aus der Erklä­rung des G7-Gip­fels in Corn­wall im Juni 2021, in wel­cher die Schaf­fung eines „in der WHO zen­trier­ten glo­ba­len Gesund­heits­sys­tems“ gefor­dert wird, das künf­tig enger mit inter­na­tio­na­len Finanz­in­sti­tu­tio­nen ver­netzt wer­den sol­le; außer­dem müss­ten die Mög­lich­kei­ten der Daten­er­he­bung und ‑aus­wer­tung inten­si­ver genutzt wer­den. Plöcks: „Es soll also ein glo­ba­les Gesund­heits­sys­tem eta­bliert wer­den, das um eine mehr­heit­lich aus nicht­staat­li­chen zweck­be­stimm­ten Zuwen­dun­gen finan­zier­te Insti­tu­ti­on zen­triert und eng mit glo­ba­len Finanz­eli­ten ver­netzt ist und zudem umfas­sen­den Gebrauch von Big Data macht. Hier erüb­rigt sich ein wei­te­rer Kommentar.”

Spectrum.de zufol­ge sol­len im Jahr 2025 welt­weit ca. 150 Mil­li­ar­den ver­netz­te Mess­sen­so­ren im Ein­satz sein. Dadurch wür­de sich die Daten­men­ge alle 24 Stun­den ver­vier­fa­chen. Allein 2015 habe sich die Daten­men­ge mehr ver­grö­ßert als in der gesam­ten Mensch­heits­ge­schich­te davor – ich habe kei­ne Ahnung, wie man das misst; wie vie­le Daten pro­du­zier­ten die Abori­gi­nes im 12. Jahr­hun­dert? –, aber die Ten­denz ist klar. Und jetzt folgt ein prä­gnan­ter Merk­satz aus dem Buch, den Sie sich ein­rah­men sollten:

„Big Data führt unwei­ger­lich zu Big Brother.”

Der Autor, der übri­gens ein wei­te­res Buch über die hier schon oft the­ma­ti­sier­te Alli­anz aus glo­ba­lis­ti­schen Mil­li­ar­därs­so­zia­lis­ten und der bol­sche­wo­ken Lin­ken geschrie­ben hat, beschäf­tigt sich auch mit den geis­tig-men­ta­len Vor­aus­set­zun­gen der „Gro­ßen Trans­for­ma­ti­on”, die vor­nehm­lich das Werk oder bes­ser: Zer­stö­rungs­werk die­ser Lin­ken waren; des­we­gen besteht die schie­fe Alli­anz ja. „Post­hu­ma­nis­ti­sches, trans­hu­ma­nis­ti­sches und post­mo­der­nes Den­ken”, sta­tu­iert er, „ste­hen in Wechselwirkung.”

Die post­mo­der­ne „Kon­zep­ti­on” des Men­schen sehe für die­sen „kei­ne Iden­ti­tät, schon gar kei­ne objek­ti­vier­ba­re (wie etwa die Zuge­hö­rig­keit zu einem Volk qua Geburt)” vor, son­dern allen­falls ste­tig wan­del­ba­re Iden­ti­fi­ka­tio­nen. Indem sie auf „ein objek­ti­vier­ba­res Zen­trum des eige­nen Daseins ver­zich­tet, löst sie sich letzt­lich in substanz‑, ich- und geschichts­lo­se Bewe­gung auf, die weder Ziel noch Sinn noch irgend­ei­ne sie begrün­den­de, tra­gen­de, legi­ti­mie­ren­de oder umschlie­ßen­de Ein­heit kennt”.  Die „Dekon­struk­ti­on sämt­li­cher Grund­be­grif­fe des abend­län­di­schen Den­kens”, ver­bun­den mit der „Nega­ti­on von trans­ge­nera­tio­nal fort­be­stehen­den Gemein­schaf­ten” sowie einer „Gleich­set­zung von Gren­zen mit Frei­heits­be­rau­bung” habe einen Typus her­vor­ge­bracht, der einem lee­ren Daten­trä­ger glei­che, den man nach Belie­ben neu beschrei­ben und pro­gram­mie­ren kön­ne. Nichts ver­lei­he die­sem Men­schen­ty­pus noch Halt und Dau­er. Des­halb sei er bedeu­tend leich­ter zu mani­pu­lie­ren als ein in sei­ner Fami­lie, sei­ner Tra­di­ti­on und auch in sei­nem Glau­ben ruhen­der Zeit­ge­nos­se (typi­scher­wei­se hat sich sowohl im Drit­ten Reich als auch unter den Kom­mu­nis­ten das katho­li­sche Milieu als am wider­stands­fä­higs­ten erwiesen).

Mit einer erstaun­li­chen Hell­sich­tig­keit dia­gnos­ti­zier­ten die kana­di­schen Poli­tik­wis­sen­schaft­ler Arthur und Mari­loui­se Kro­ker in ihrem Buch „Hacking The Future“ bereits 1996: „Wir leben in einer ent­schei­den­den his­to­ri­schen Pha­se: der Ära des Post­hu­ma­nis­mus. Die­ses Zeit­al­ter ist cha­rak­te­ri­siert durch ein gna­den­lo­ses Bemü­hen sei­tens der vir­tu­el­len Klas­se, das Ver­las­sen des Kör­pers in Bausch und Bogen zu for­cie­ren, die sinn­li­che Wahr­neh­mung auf den Müll zu kip­pen und sie statt des­sen durch eine ent­kör­per­te Welt lee­rer Daten­strö­me zu ersetzen.”

Deren Haupt­funk­ti­on besteht also laut Plöcks dar­in, die glei­cher­ma­ßen trans­hu­ma­ne wie kyber­ne­tisch-dik­ta­to­ri­sche Pha­se der Netz­werks­ge­sell­schaft einzuleiten.

PS: Der ein­zi­ge grund­le­gen­de Ein­wand, den ich gegen das Buch habe, betrifft des (wahr­schein­lich eher aus der Lin­ken stam­men­den) Autors Ansicht, die von ihm beschrie­be­nen Ent­wick­lun­gen sei­en ein Werk des Kapi­ta­lis­mus resp. der ent­fes­sel­ten Markt­wirt­schaft. Das sind sie gera­de nicht. Was der­zeit abläuft, lässt sich wohl am bes­ten mit dem guten alten Label Sta­mo­kap – oder eben Mil­li­ar­därs­so­zia­lis­mus – etikettieren.

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Noch zum Vorigen.

(Hier.)

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Hier befan­den sich zwi­schen­zeit­lich drei Fotos des Todes­schüt­zen von Uval­de (Texas), von denen zwei, wie mich Leser *** belehr­te, gefälscht waren. Sachen gibt’s…

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Andre­as Audretsch, Grü­ne, sag­te im Bun­des­tag: „Mit die­sem Gesetz” – es geht um Grund­si­che­rung und Kin­der­so­fort­zu­schlag für jeden Men­schen auf Erden, der es nach Schlaraffen’schland schafft – „tun wir etwas, was in Deutsch­land noch nie zuvor getan wur­de: Wir ermög­li­chen Mil­lio­nen Men­schen, wenn sie zu uns kom­men, direkt in unse­re Sozi­al­sys­te­me zu kommen.”

Nun, das ken­nen wir in Deutsch­land, und von sei­nem Habi­tus erin­nert mich der Bub an ande­re jun­ge Män­ner, die etwas taten, was in Deutsch­land auch noch nie zuvor getan wur­de (mitt­le­rer Dienst­grad). Streng­ge­nom­men wur­de der­glei­chen nicht nur hier­zu­lan­de, son­dern nir­gends auf Erden je zuvor getan.

Die Sozi­al­sys­te­me funk­tio­nie­ren bekannt­lich nach dem Prin­zip: Wer ein­zahlt, erhält spä­ter im Bedarfs­fall etwas zurück, also nicht nach dem Prin­zip Blut, aber sehr wohl Boden, wie Alex­an­der Wendt das ein­mal schön auf den Punkt brach­te. Die Grü­nen wol­len die Ein­zah­ler, die sie mit Kli­ma­ab­ga­ben und Ener­gie­preis­er­hö­hun­gen offen­bar noch nicht genug schröp­fen, jetzt auch auf die­sem Wege ent­eig­nen, um vor­der­grün­dig irgend­wie aller Welt aber spe­zi­ell sich selbst zu einem gere­gel­ten Ein­kom­men zu ver­hel­fen. Ich kann eine gewis­se Wut vie­ler Indi­ge­ner auf einen sol­chen Fatz­ke und Hei­li­gen­schein­po­lie­rer, den sie ali­men­tie­ren und für des­sen Pen­si­ons­an­sprü­che sie der­mal­einst auf­kom­men müs­sen, obwohl er eine Poli­tik gegen ihre Inter­es­sen und gegen die ihrer Kin­der betreibt, ja sie förm­lich zu Die­nern ein­wan­dern­der Frem­der degra­diert, durch­aus ver­ste­hen. Als die Lan­des­ver­rats-Para­gra­phen for­mu­liert wur­den, kam kein Staats­recht­ler auf den Gedan­ken, dass die inne­re Zer­set­zung – man begreift die Grü­nen am bes­ten als feind­li­che Besat­zungs­macht – ein­mal so weit gehen könnte.

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Ande­re neu­es­te Nach­rich­ten von der inne­ren Front.

(Leser *** meint, das sei ein fünf Jah­re zurück­lie­gen­der April­scherz; dann neh­me ich ihn als Pro­gno­se zu den Akten; wer ver­mag heu­te noch Scherz, Sati­re, Iro­nie und tie­fe­re Bedeu­tung von­ein­an­der zu unterscheiden?)

Die Lage des Rot­wil­des scheint unse­ren Woken schließ­lich auf den zumin­dest bei den Frau­en unla­ckier­ten Nägeln zu brennen.

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Vom Rot­wild ist es nur ein klei­ner Schritt zu einem ande­ren, bis­lang eher scheu äsen­den Ver­tre­ter der höhe­ren Fauna.

In einer Man­ne­quin-Rekru­tie­rungs­schau geht es um Kör­per­form? Ja, geht’s noch?

Das ist ja, als redu­zier­te man Boxer auf ihre Schlag­kraft, Gewicht­he­ber auf die Las­ten, wel­che sie stem­men, Sprin­ter auf ihr Tem­po, Tenö­re auf ihre Stim­me und Mathe­ma­ti­ker aufs Rech­nen­kön­nen. Pfui Teufelin!

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Apro­pos. Im Gegen­satz zu den Olym­pi­schen Spie­len für Sport­ler mit kör­per­li­chen Behin­de­run­gen, die nur alle vier Jah­re ver­an­stal­tet wer­den, fin­den die jour­na­lis­ti­schen Paralym­pics täg­lich statt.

Teil­nah­me­vor­aus­set­zung ist, dass man, wie ein Klas­si­ker schreibt, nicht nur kei­ne eige­nen Gedan­ken haben darf, son­dern auch unfä­hig sein muss, sie auszudrücken.

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Ach, Zel­ler, was wäre das Leben ohne Sie?

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Ein Bekann­ter erzählt mir, dass er sei­ne Woh­nung in Ber­lin auf­ge­ben wer­de, obwohl sie eigent­lich sehr schön sei, wie der gesam­te Alt­bau, in den er vor Jah­ren gezo­gen ist. Aller­dings sei­en die bei­den Par­terre-Woh­nung an Asy­lan­ten ver­ge­ben wor­den; kei­ne Ukrai­ner, son­dern rich­ti­ge Flücht­lin­ge, ori­gi­nel­le und an Zahl zule­gen­de Grup­pen­men­schen aus dem Ori­ent. Seit­her habe auch die Ver­wahr­lo­sung und vor allem die Ver­mül­lung des Hau­ses beharr­lich zuge­nom­men, und ehe er mit sei­nen Beob­ach­tun­gen, die er, statt sich regie­rungs­fromm und kul­tur­sen­si­bel auf die Zun­ge zu bei­ßen, mit­un­ter zwang­haft aus­plau­de­re wie gera­de mir gegen­über, die Auf­merk­sam­keit der Poli­zei erre­ge, die mit immer grö­ße­rem Eifer gegen Hass, Het­ze und Falsch- bzw. zu fal­schen Ver­all­ge­mei­ne­run­gen Anlass geben­de Infor­ma­tio­nen vor­ge­he, zie­he er lie­ber um.

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Und zwar aus­schließ­lich Transfrauen!

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„Sie machen Idio­ten zu Ido­len, das ist DDR konkret.”
(Gerulf Pannach)

Ich fürch­te ja, wenn man Lau­ter­bachs Kopf ein­mal gewis­sen Pro­fis zur Unter­su­chung anheim­stellt, wird die feh­len­de aka­de­mi­sche For­mung des­sel­ben zu den am meis­ten ver­nach­läs­si­gens­wer­ten Befun­den zählen.

Das ist übri­gens unser hip­pes CDU-Vor­zei­ge­mä­del mit dem Hut, dem daseins­ver­edeln­den Hin­ter­grund und dem übli­chen Sozio­lekt, habi­tu­ell eher eine Grü­ne, aber zwi­schen Schwarz und Grün passt ja nicht mal eine Greenpeace-Mitgliedskarte.

Sogar zwi­schen Blau und Grün passt zuwei­len prak­tisch nichts.

Ich hof­fe, kei­ner der bei­den hat vom ande­ren oder von einem Drit­ten abge­kup­fert. Ande­rer­seits hat es ja weder der Anna­le­na B. noch der Gif­fey gescha­det, dass sie pla­gi­iert haben; die eine ist trotz­dem Außen­mi­nis­te­rin der Her­zen, die ande­re Bür­ger­meis­te­rin von Arm, aber sexy-Town gewor­den. Inso­fern muss sich also die CDU-Hut­stän­de­rin nicht grä­men. Da man die Mäg­de ohne­hin nicht mit irgend­wel­chen intel­lek­tu­el­len Fer­tig­kei­ten asso­zi­iert, wird man auch ihr nach­se­hen, dass sie bun­te Glas­per­len geklaut hat.

Außer­dem gibt es gera­de für woke soge­nann­te Geis­tes­wis­sen­schaft­le­rin­nen immer noch eine letz­te Option.

Chee­rio!

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Eine ent­fern­te rus­si­sche Bekann­te scheint mir frei­lich die prak­ti­ka­bels­te Alter­na­ti­ve zu eröff­nen; auf die Fra­ge, womit sie der­zeit ihre Tage ver­brin­ge, ant­wor­te­te sie: „Schieß­übun­gen und Ballett.”

 

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