5. Januar 2023

„Um 1485 tauch­ten die ers­ten schwar­zen erwach­se­nen Eunu­chen im Osma­ni­schen Reich auf. Die meis­ten von ihnen stamm­ten aus Äthio­pi­en und aus der Regi­on um den Tschadsee. Spä­ter wur­den auch Kna­ben aus ande­ren Regio­nen des Schwar­zen Kon­ti­nents die­ser ent­setz­li­chen Ver­stüm­me­lung ihrer Geschlechts­or­ga­ne unter­zo­gen, die maxi­mal ein Vier­tel derPati­en­ten’ über­leb­te. Da das Ziel die­ses pro­gram­mier­ten Völ­ker­mor­des vor allem dar­in bestand, sich mit afri­ka­ni­schen Skla­ven zu umge­ben, die kei­ne Nach­kom­men her­vor­brin­gen kön­nen, wur­den in den meis­ten Fäl­len leich­te, ledig­lich zur Sterili­tät der Män­ner füh­ren­de Ope­ra­tio­nen durch­ge­führt. Spä­ter ging man in zahl­rei­chen ara­bo­mus­li­mi­schen Län­dern zur völligen Ent­man­nung der Afri­ka­ner über, um auch der gerings­ten sexu­el­len Bezie­hung vor­zu­beu­gen. Dies führ­te zu einer hohen Sterb­lich­keits­ra­te.

(Tidia­ne N’ Diaye, „Der ver­schlei­er­te Völ­ker­mord. Die Geschich­te des mus­li­mi­schen Skla­ven­han­dels in Afri­ka”, Rowohlt, Ham­burg 2010, S. 182)

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Die Deut­schen, hieß es frü­her, könn­ten sich bis in die letz­te Minu­te der Nach­spiel­zeit stei­gern. Dass auch 2023 noch wei­te­re intel­lek­tu­el­le Stei­ge­run­gen mög­lich sind, zeich­net sich bereits in den ers­ten Tagen des neu­en Jah­res ab. Lei­der wis­sen wir nicht, ob bereits die Nach­spiel­zeit läuft und wie lan­ge sie dau­ern wird.

Der Zusam­men­hang zwi­schen Tem­pe­ra­tur und Aggres­si­vi­tät ist ver­mut­lich bestür­zend uner­forscht, weil bereits die Fra­ge­stel­lung als ras­sis­tisch gilt, denn die Bewoh­ner der wär­me­ren Welt­ge­gen­den müss­ten dann auto­ma­tisch als ran­da­le­af­fi­ner ein­ge­stuft wer­den. Aber sei’s drum, der wei­ßen­ge­mach­te Kli­ma­wan­del wird jeden­falls die Gewalt­nei­gung der ande­ren Groß­grup­pen immer wei­ter anstacheln.

PS: Hät­te die Sechs­te Armee bei höhe­ren Tem­pe­ra­tu­ren stär­ker ran­da­liert, statt zu kapi­tu­lie­ren? (Klar hät­te sie.)

Zwei gro­ße zeit­ge­nös­si­sche Denker:*_Innen, bei­de in der sozi­al­de­mo­kra­ti­schen Hoch­be­ga­bungs­för­der­trup­pe enga­giert, woll­ten sich bei der erwei­ter­ten Ursa­chen­for­schung für die neu­er­li­che Sil­ves­ter­kir­mes nicht lum­pen lassen.

Saw­san „the brain” Che­bli schlüpf­te dafür zuerst in ihre Pumps, sodann in die favo­ri­sier­te Rol­le Luhmanns.

Der „gan­ze ras­sis­ti­sche Mist” besteht eigent­lich nur der Erwäh­nung des daseins­ver­edeln­den Hin­ter­grunds die­ser Lau­ser, die sich emo­tio­nal von Deutsch­land abge­wen­det haben, weil sie nicht wie die Bio-Kar­tof­feln ran­da­lie­ren dür­fen, ohne sofort auf ihre Her­kunft redu­ziert zu wer­den, wodurch alles schlim­mer wird. Viel­leicht wäre es am bes­ten, wenn weder die Poli­zei, noch die Sani­tä­ter, noch die Feu­er­wehr, noch irgend­wel­che Medi­en über­haupt in die­se Gebie­te ein­drän­gen. Dann käme der gan­ze ras­sis­ti­sche Mist nicht auf – und die emo­tio­na­le Abwen­dung womög­lich zum Stillstand.

Ganz anders, aus­schlie­ßend anders, sieht ein Par­tei­ge­nos­se der jah­re­lan­gen Abwen­dungs­be­ob­ach­te­rin die Sache; min­des­tens einer der bei­den muss dane­ben­lie­gen. Viel­leicht auch beide.

Theo­re­tisch könn­te es durch­aus sein, dass sich auch Rechts­ex­tre­me in den ver­gan­ge­nen Jah­ren emo­tio­nal von Deutsch­land „abge­wen­det” haben, aber die wer­den doch mit dem Wie­der­auf­kom­men des gan­zen ras­sis­ti­schen Mists nicht plötz­lich ein Pro­blem haben?

Mein Kom­pro­miss­vor­schlag unter Ein­be­zie­hung der Erd­er­wär­mungs­the­se: Wer sei­nen CO2-Aus­stoß nicht senkt, trägt letzt­lich Schuld dar­an, dass der gan­ze ras­sis­ti­sche Mist wie­der auf­kommt, und ist prak­tisch rechts­ex­trem. Doch, so geht es.

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Einst­wei­len aber kommt der ras­sis­ti­sche Mist tat­säch­lich auf.

In Ver­bin­dung mit Gewalt­phan­ta­sien, feucht geträumt.

Ich kann als Ehren-Het­man der Rechts­po­pu­lis­ten allen Kana­ken ver­si­chern, dass ihnen kei­ne Gefahr dro­hen wür­de, allen­falls eine Befris­tung der Sozi­al­leis­tun­gen und die Abschie­bung von ech­ten Übel­tä­tern. Nicht ein­mal einem Lin­ken wür­de nach der Macht­über­nah­me der Rech­ten jemand ein unge­wa­sche­nes Haar krüm­men. Nur die Staats­kne­te wür­de die­sen Him­mels­trü­bern und ihren Stif­tun­gen nicht mehr wie Man­na zuflie­ßen. Sie müss­ten ihr Geld ver­die­nen wie ande­re auch, das heißt, sie hät­ten sich zu über­le­gen, was sie tun kön­nen, damit ande­re dafür frei­wil­lig bezah­len. Ich weiß, das ist hart, und das Bür­ger­geld als Belo­hung für ihre schie­re Exis­tenz wür­den die Rechts­po­pu­lis­ten eben­falls strei­chen. Leider.

Wer aber ist die Maid mit der Panik vor dem Gal­gen einer­seits und dem not­durf­ts­na­hen Drang, ver­bal auf ande­rer Leu­te Wer­te zu schei­ßen, ande­rer­seits? Dank Goog­le und der Schrott­sam­mel­stel­le weiß ich’s: Jas­min Kuhn­ke ist „eine deut­sche Come­dy- und Buch­au­torin sowie Social-Media-Akti­vis­tin des Anti­ras­sis­mus”. Ein ech­tes soge­nann­tes Allein­stel­lungs­merk­mal also! Da sie auch als exklu­si­ve Anti­ras­sis­tin den Ras­sis­mus braucht wie die Flam­me den Sauer­stoff oder Karl Lau­ter­bach eine neue Viren­mu­ta­ti­on, setzt sie sol­che Tweets ab und führt, wie ange­le­gent­lich der Frank­fur­ter Buch­mes­se 2021, immer neue Adap­tio­nen des Mär­chens von der Prin­zes­sin auf der Erb­se auf, damals indem sie einen Auf­tritt auf der Mes­se mit der Begrün­dung absag­te, sie füh­le sich von rech­ten Buch­ver­la­gen „bedroht”, ihre Teil­nah­me wäre nur unter „beson­de­ren Schutz­maß­nah­men“ möglich.

Auf dem Frank­fur­ter Autoren­strich waren drei Ver­la­ge ver­tre­ten, die sich als irgend­wie rechts ein­ord­nen las­sen. Von dort erklang jenes teils fröh­li­che, teils bedroh­li­che Häm­mern, ohne das sich Gal­gen nun mal nicht her­stel­len las­sen; Bran­chen­ken­ner mun­kel­ten frei­lich, man habe nur Bücher­re­ga­le auf­ge­stellt. Den­noch: Wenn die drei gefähr­li­chen Ver­la­ge nicht ver­schwin­den, wird Jas­min Kuhn­ke auch die­ses Jahr lär­mend nicht auf der Buch­mes­se erschei­nen, obwohl sie zu den fünf­hun­dert bes­ten anti­ras­sis­ti­schen Roman­au­torin­nen des Lan­des gehört. Statt­des­sen wird sie via Twit­ter auf die Wer­te derer schei­ßen, aus denen Ras­sis­mus her­aus­zu­kit­zeln – und gleich­zei­tig die unge­heue­re Gefahr zu beplär­ren, in wel­cher sie sich wegen der Ras­sis­ten befin­det – ihr schä­bi­ges Geschäfts­mo­dell zu sein scheint.

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Zur Erd­er­wär­mung als Aggressionsbrandbeschleuniger*:in passt eine genia­li­sche Zei­le aus der Wiki­pe­dia, die ich mir irgend­wann „auf Hal­de” kopiert habe und nun hier beiwuchte.

„Und ein Engel sprach: ‚Zitie­re sie’, und ich ging hin und zitier­te sie”, sag­te der­sel­be Gevat­ter, von dem der Aus­spruch stammt, man dür­fe nicht nur kei­ne eige­nen Gedan­ken haben, son­dern müs­se oben­drein auch noch unfä­hig sein, sie auszudrücken.

Ich leh­ne übri­gens jeden wis­sen­schaft­li­chen Kon­sens ab – Wis­sen­schaft und Kon­sens sind wie Feu­er und Was­ser –; ich leh­ne über­haupt jeden Kon­sens ab.

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Sie wer­den ihn gril­len mit dem Vor­wurf des „Bei­falls von der fal­schen Sei­te” – bekannt­lich ist jede Sei­te die fal­sche – und dem Ver­tre­ten von „AfD-Posi­tio­nen”. Und Frau Kuhn­ke wird ihm einen Gal­gen­berg zuwei­sen, wo er mit Man­sour dar­über strei­ten kann, wer neben ihr hän­gen muss.

(Hier)

Aber da Kida Kho­dr Rama­dan kein Bio-Deut­scher ist, kann es sogar pas­sie­ren, dass er nicht einknickt.

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Habe ich vor vie­len Jah­ren schon mal in einem Inter­view vorgeschlagen.

Ver­wen­dung fän­de sich.

Ich mei­ne selbst­ver­ständ­lich nicht Jour­na­lis­ten, son­dern #kli­ma­jour­nos im Sin­ne von: Schnauze!

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Hier spricht der Sponsor.

Nach der Weih­nachts­gans ist vor der Säch­si­schen Pekingente.
Die Säch­si­sche Peking­en­te ist eine Kreu­zung aus der Säch­si­schen Ente und der Deut­schen Peking­en­te. Die Tie­re kom­men aus einem Anwe­sen in Nord­hes­sen und wach­sen in rei­ner Frei­land­hal­tung auf. Das Fut­ter (Bio­land) stammt zu 90 Pro­zent aus dem Umkreis. Anders als moder­ne Mas­ten­ten, die auf Schnell­wachs­tum gezüch­tet sind, dau­ert der Flei­sch­auf­bau bei der Säch­si­schen Peking die dop­pel­te Zeit. Das Fleisch hat dafür eine ent­spre­chend bes­se­re Kon­sis­tenz und einen aus­ge­präg­te­ren Geschmack als jenes der Tur­bo­en­ten. Die Tie­re sind zehn Wochen alt und wie­gen im Durch­schnitt 1,9 Kilo. Sie wer­den tief­ge­fro­ren gelie­fert und hal­ten bis zu 500 Tage.
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(Das war eine Anzeige.)

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Leser *** mach­te mich auf eine bemer­kens­wer­te Klas­si­fi­ka­ti­on der lin­ken Per­sön­lich­keit als bio­lo­gisch-psy­chi­sches Syn­drom aufmerksam.

Um das „Pro­fil des durch­schnitt­li­chen Lin­ken” ist es dem­zu­fol­ge so bestellt:

„– Lin­ke glau­ben, dass das Leben grund­sätz­lich unfair ist, wahr­schein­lich auf­grund ihrer uner­wünsch­ten kör­per­li­chen Eigen­schaf­ten (Klein­heit, Häss­lich­keit, Schwä­che usw.).

– Dies ver­ur­sacht Neu­ro­ti­zis­mus und führt zu Selbst­be­ses­sen­heit und gehäs­si­gem Neid.

– Sie ver­lie­ren jeg­li­che Rück­sicht auf Grup­pen­in­ter­es­sen und kon­zen­trie­ren sich aus­schließ­lich dar­auf, ihr eige­nes Anse­hen in der Gesell­schaft zu verbessern.

– Da sie im fai­ren Wett­be­werb nicht bestehen kön­nen, grei­fen sie zu hin­ter­häl­ti­gen, mani­pu­la­ti­ven und psy­cho­pa­thi­schen Strategien.

– Dies mani­fes­tiert sich in Ver­hal­tens­wei­sen wie Opferrolle/ Tugend­si­gna­li­sie­rung, Gas­ligh­t­ing und ande­ren For­men von Nöti­gung und emo­tio­na­lem Missbrauch.

– Um ihre schänd­li­chen und eigen­nüt­zi­gen Zie­le zu ver­schlei­ern, ver­kün­den sie eine uni­ver­sel­le Lie­be für die Mensch­heit, die Natur oder sogar das gesam­te mate­ri­el­le Universum.

– Sie arbei­ten mit ande­ren Aus­ge­sto­ße­nen und poten­zi­ell gefähr­li­chen Fremd­grup­pen zusam­men, um sich an ihren ver­meint­li­chen ‚Unter­drü­ckern’ zu rächen, womit sie nor­ma­le Men­schen meinen.

– Sie wer­den jedoch ger­ne ihre Freun­de und Ver­bün­de­ten ver­ra­ten (‚can­celn’), die sie so wenig schät­zen wie leb­lo­se Objek­te wie Stei­ne, um sozia­le Gewin­ne zu erzielen.

Lin­ke Ideo­lo­gie lässt sich also zusam­men­fas­sen als Ver­such, die sozia­le Lei­ter durch hin­ter­häl­ti­ge Tak­ti­ken zu erklim­men, wie etwa die Aus­schal­tung der Kon­kur­renz durch die För­de­rung von ‚Gleich­heit’, d. h. das Her­un­ter­zie­hen aller auf ihr Niveau.

Das Links­sein ist eine Stra­te­gie für Ver­lie­rer, um Macht und Res­sour­cen von Gewin­nern zu ergattern.

Die wich­tigs­te Erkennt­nis ist: Wenn es um Lin­ke geht, haben wir es nicht mit ehr­li­chen Men­schen zu tun, die das Bes­te für die Gesell­schaft wol­len, sich aber tra­gisch dar­über irren, wie dies erreicht wer­den kann. Sol­che Per­so­nen gibt es sicher­lich auf der Lin­ken, aber der durch­schnitt­li­che Lin­ke ist bos­haft, bös­ar­tig und rach­süch­tig. Sie kön­nen nicht begrün­det oder ratio­nal von ihren ‚Feh­lern’ über­zeugt wer­den, weil sie von tief ver­wur­zel­ten bio­lo­gi­schen und psy­cho­lo­gi­schen Pro­ble­men ange­trie­ben wer­den, die in vie­len Fäl­len nicht gelöst wer­den kön­nen. Sei­en Sie äußerst vor­sich­tig, wenn Sie mit ihnen umge­hen. Lin­ke wür­den sich nichts dabei den­ken, das Sys­tem zu benut­zen, um Ihr Leben zu zerstören.”

***

Coro­na ist zwar vor­bei und im Rück­blick ver­blüf­fend klein gewor­den, wie durch ein umge­kehr­tes Fern­rohr geschaut, und doch bleibt das The­ma, wenn der Kalau­er gestat­tet ist, viru­lent. Und wird es lan­ge blei­ben, denn die Kri­se war ein Exem­pel und hat uns eine beson­ders ein­dring­li­che Lek­ti­on über den auto­ri­tä­ren Cha­rak­ter erteilt.

Und über die kol­lek­ti­ve kogni­ti­ve Dissonanz.

Apro­pos Impfung.

Neme­sis.

Fra­gen über Fragen…

In der Deut­schen Bahn gilt immer noch die Maskenpflicht.

Wer bezahlt die Rech­nung? Kei­ne Sor­ge, der Staat.

Dele­gi­ti­mie­ren Sie sich!
Bit­te nach Ihnen!

***

War­um tan­zen die Men­schen? Weil sie ster­ben müssen.
Nietz­sches Zara­thus­tra woll­te nur an einen Gott glau­ben, der zu tan­zen ver­stün­de. Aber Unsterb­li­che tan­zen nicht.

 

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