22. Februar 2023

Es ist doch immer­hin Treue im Hass.

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Die­ses Urteil dürf­te in der Tat weg­wei­send sein.

Und zwar wegen eines pikan­ten, aber erwart­ba­ren – und von der ARD sofort her­vor­ge­ho­be­nen – Zusatzes.

Dafür wer­den ARD, ZDF und vor allem der Ver­fas­sungs­schutz schon die pas­sen­den Berich­te appor­tie­ren. In Sach­sen zum Bei­spiel sind die Erben von Horch & Guck auf einem guten Weg.

Denn dafür ist ein Ver­fas­sungs­schutz doch da! Das auf­fäl­li­ge Unter­sich­blei­ben­wol­len vie­ler soge­nann­ter Flücht­lin­ge, ihre osten­ta­ti­ve Ableh­nung, sich in die Gesell­schaft der Schwei­ne­fleisch­fres­ser, Chris­tus­an­be­ter und Frau­enraus­las­ser zu inte­grie­ren, ist übri­gens unbe­denk­lich. Nur der Hin­weis auf jeg­li­che Eigen­tüm­lich­kei­ten die­ser Kli­en­tel muss als „anti­mus­li­mi­scher Ras­sis­mus” ver­folgt werden.

Mit ruhi­gem, fes­ten Tritt, vor­wärts und alles ver­ges­sen, mar­schiert ’schland ins Grü­ne Reich.

Mit der Begriff­sa­mö­be „Anti­fa­schis­mus” kön­nen Äuße­run­gen oder poli­ti­sche Bestre­bun­gen ad libi­tum als ver­fas­sungs­wid­rig inter­pre­tiert wer­den. Wer sich gegen die­se Art von Gesin­nungs­dik­ta­tur aus­spricht, kann schließ­lich nur – q. e. d. – ein Faschist sein.

Sozia­lis­mus bedeu­tet, dass der Staat einen nir­gend­wo in Ruhe lässt, dass er über­all Gesin­nungs­kon­trol­len durch­führt und kol­lek­ti­ves Wohl­ver­hal­ten erzwingt. Des­we­gen rich­ten sie immer mehr Mel­de­stel­len ein, wo der wach­sa­me Woke sei­nen Nach­barn, Kol­le­gen oder Kom­mi­li­to­nen anonym ver­pfei­fen kann – und zwar expli­zit für „Taten” unter­halb jeg­li­cher juris­ti­schen Relevanz.

Die­ses Denun­zia­ti­ons­por­tal gehört zur Ama­deu-Anto­nio-Stif­tung, deren Che­fin A. Kaha­ne bekannt­lich einst heim­lich für die Sta­si spit­zel­te und es jetzt ganz unge­niert öffent­lich tun darf – neu­er­lich mit staat­li­cher Unter­stüt­zung. Die Stif­tung wird staat­lich ali­men­tiert, und zwar auf sie­ben­stel­li­gem Niveau, 2018 etwa flos­sen laut Wiki­pe­dia 2,77 Mil­lio­nen Euro aus Steu­er­mit­teln auf die Kon­ten der links­ra­di­ka­len Schnüffeltruppe.

Das ist aber nur ein Klacks im Ver­gleich zu dem, was die Par­tei­stif­tun­gen auf ihre hohen Kan­ten geschau­felt bekommen.

Bei „Chan­cen­gleich­heit” han­delt es sich um eine lin­ke Lieb­lings­flos­kel, unge­fähr wie „Mit­spra­che”. Ist sie erreicht, bleibt sie der eige­nen Kli­en­tel vorbehalten.

Um eine sol­che Grund­la­ge zu schaf­fen, haben die, wie sie sich selbst gern nen­nen, „demo­kra­ti­schen Par­tei­en” jetzt Zeit und eine siche­re Mehr­heit im Bun­des­tag, außer­dem den VS an der Kan­da­re und die Öffent­lich­keit im Rücken.

Wet­ten, dass?

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Die Bun­des­tags­vi­ze­prä­si­den­tin twit­tert der­weil rechts­extre­me Parolen.

Hei­mat? Iden­ti­tät? In der Ukrai­ne gibt es das also; sogar ein „Volk” exis­tiert dort! Wenn aber die Schwe­fel­par­tei oder die IB hier­zu­lan­de mit sol­chen Begrif­fen han­tie­ren, rufen KGE und Genoss*:_Innen nach dem Ver­fas­sungs­schutz. In einem Land, das sei­ne eige­nen Natio­nal­far­ben (jen­seits der Fuß­ball­tur­nie­re) ungern prä­sen­tiert, in dem jeder, der mit Schwarz-rot-gold her­um­läuft, ver­däch­tig ist, ein Sie-wis­sen-schon-was zu sein, hän­gen heu­te über­all Ukrai­ne­fah­nen, gera­de vor den Ein­rich­tun­gen der jeg­li­cher natio­na­ler Sym­bo­lik abhol­den Pro­gres­si­ven. Die waren im Janu­ar 2015 auch alle Char­lie. Das Bedürf­nis, sich zu iden­ti­fi­zie­ren, besteht sogar in die­sem Milieu. Haupt­sa­che, sie sind nicht – mit ande­ren Wor­ten: gera­de und stur­heil – deutsch!

Aber sobald die Ukrai­ner die Rus­sen von ihrem Ter­ri­to­ri­um ver­trie­ben haben und end­lich der west­li­chen Wer­te­ge­mein­schaft bei­getre­ten sind, wer­den die Bol­sche­wo­ken um den Preis des Wie­der­auf­baus auch dort ein bun­tes Regime instal­lie­ren, das den Ukrai­nern Hei­mat und Iden­ti­tät madig machen und die öffent­li­che Beru­fung dar­auf der­mal­einst sank­tio­nie­ren wird.

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„Lie­ber Herr Klo­novs­ky, anbei über­sen­de ich Ihnen einen Screen­shot aus dem Pro­gramm des öffent­lich-recht­li­chen deut­schen Qua­li­täts­sen­ders ‚3sat’.
Behan­delt wird das The­ma ‚rechts’. Der mitt­le­re Film han­delt von der ‚AfD’. Nächs­te Woche könn­te dann, der Aus­ge­wo­gen­heit wegen, das Glei­che zum The­ma ‚links’ gesen­det wer­den. Oder auch nicht? War­ten wir’s ab.
Mit herz­li­chen Grü­ßen aus der Haupt­stadt der Westukraine”

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Freu­en Sie sich auf den neu­en ZDF-Drei­tei­ler „Ein Mafio­so gegen die Mafia”!

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Frei­lich: Wo die Rus­sen recht haben, haben sie recht.

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Hier spricht der Sponsor.

Da Sie als Klo­novs­ky-Leser dem Klo­novs­ky-Ver­le­ger prin­zi­pi­ell sym­pa­thisch sind, gewährt Ihnen die Tho­mas-Hoof-Grup­pe einen Rabatt von fünf Pro­zent (außer bei Büchern). Bit­te bei der Bestel­lung ein­fach den Code „Actadiurna5“ eingeben.

(Das war eine Anzeige.)

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Eine Ärz­tin, mit der ich wäh­rend der „Pan­de­mie” ein wenig über Kreuz lag, weil sie als Prak­ti­ke­rin mit schwe­ren Ver­läu­fen kon­fron­tiert war, der­weil ich aus der Fer­ne vor allem auf den Miss­brauch des Aus­nah­me­zu­stands zur staat­li­chen Macht­er­wei­te­rung insis­tier­te (das klas­si­sche Luh­mann-Pro­blem der grund­ver­schie­de­nen Beob­ach­ter­per­spek­ti­ven), schreibt mir ihr Resü­mee über die Beson­der­heit des Coronavirus:

„Ich muss inter­ve­nie­ren, wenn die anfäng­li­che (inklu­si­ve Del­ta-) Vari­an­te als ’nicht mehr als eine Grip­pe’ bezeich­net wird, wäh­rend man die­se Bezeich­nung getrost ab der ‚Omikron’-Mutante ver­wen­den darf. Da trifft das tat­säch­lich auf nahe­zu alle Pati­en­ten zu. Ich weiß, wozu die Poli­tik die­se Pan­de­mie nutz­te und noch heu­te nutzt, und ich weiß auch, dass es ihnen um alles ging, nur nicht um Gesund­heit oder Schutz der Bevöl­ke­rung, schon gar nicht um eine ‚Über­las­tung’ des Gesundheitssystems.

Zur Imp­fung möch­te ich an die­ser Stel­le nur kurz sagen, dass es ein medi­zi­ni­sches Ver­bre­chen ist. Ohne die Ver­zah­nung von Regie­run­gen, Big Tech und Kapi­tal hät­te man die Gen­the­ra­pie längst vom Markt neh­men müssen.

Das medi­zi­ni­sche Ursprungs­vi­rus betref­fend, stimmt mich aber durch­aus nach­denk­lich, dass die­sel­ben Men­schen, die rich­ti­ger­wei­se erken­nen, welch desas­trö­ses Poten­ti­al die Covid 19-Imp­fung hat (das Spike-Pro­te­in des Cov19-Virus) und sämt­li­che nega­ti­ven Kon­se­quen­zen zu recht mit der Imp­fung ver­lin­ken, sich äußerst schwer tun, dem Ursprungs­vi­rus in der Blut­bahn ähn­lich schä­di­gen­des Poten­ti­al zuzu­trau­en. Offen­bar ist es eine rein prak­ti­sche medi­zi­ni­sche Erfahrungssache.

Auch bei der ers­ten Vari­an­te, wie spä­ter bei Del­ta, merk­te ein Groß­teil der Infi­zier­ten ent­we­der nichts oder kaum etwas von der COVID-19-Infek­ti­on. Ein wei­te­rer Teil erkrank­te etwas hef­ti­ger, die Sym­pto­me jedoch ähnel­ten beim mit­tel­schwer erkrank­ten Pati­en­ten stark der Sym­pto­ma­tik eines grip­pa­len Infek­tes. Auch dies kann man unter ‚typisch Grip­pe’ sub­su­mie­ren. Die leicht Erkrank­ten beschrie­ben es als mil­de Erkältung.

Auch beim schwe­ren Ver­lauf gab es eine Par­al­le­le zur Grip­pe. Immun­sup­p­ri­mier­te, mul­ti­mor­bi­de sowie hoch­be­tag­te Pati­en­ten gal­ten als Hoch­ri­si­ko­grup­pen, da sie auf­grund der Abwehr­schwä­che ohne­hin nahe­zu jedem Infekt schutz­los aus­ge­lie­fert sind. Der schwe­re Ver­lauf einer Grip­pe jedoch hat in punc­to Patho­lo­gie, Krank­heits­leh­re, nichts mit dem schwe­ren (!) Ver­lauf einer COVID-19-Infek­ti­on zu tun. Bei der Grip­pe stirbt der schwer erkrank­te Pati­ent fast immer an einer Lun­gen­ent­zün­dung, ver­ur­sacht durch eine bak­te­ri­el­le (!) Super­in­fek­ti­on. Der Pati­ent ist durch das Grip­pe­vi­rus extrem geschwächt und zieht sich dann sehr leicht (meist befin­den sie sich im Kran­ken­haus) eine töd­li­che Lun­gen­in­fek­ti­on mit den dort zahl­reich vor­han­de­nen Bak­te­ri­en zu. Man stirbt dann streng genom­men nicht an der Grip­pe, son­dern an der bak­te­ri­el­len Lungenentzündung.

Das Covid 19-Virus aber hat­te das Poten­ti­al, selbst in kür­zes­ter Zeit töten zu kön­nen. Ganz ohne bak­te­ri­el­le Hilfe!

Nicht jeder Pati­ent ist am Virus ver­stor­ben, selbst­ver­ständ­lich nicht, vie­le Ver­stor­be­ne hat­ten eine beglei­ten­de Covid-Infek­ti­on, die kei­nen schwe­ren Ver­lauf ver­ur­sach­te und dann fol­ge­rich­tig auch nicht ursäch­lich zum Tode führ­te. Wenn (!) es aber ursäch­lich zum Tode führ­te, tat es dies auf eine so schnel­le und aggres­si­ve Art und Wei­se, wie man das im kli­ni­schen All­tag so noch nie beob­ach­tet hat.

Die schwer betrof­fe­nen Pati­en­ten ‚dropp­ten’ nach Anga­ben mei­ner dama­lig dienst­ha­ben­den Kol­le­gen ganz plötz­lich, die meis­ten sogar ohne erkenn­ba­re Atem­not (was bis dato noch nie beob­ach­tet wor­den war und auch bis heu­te noch nicht zufrie­den­stel­lend wis­sen­schaft­lich erklärt wer­den kann), inner­halb weni­ger Stun­den auf so nied­ri­ge Sau­er­stoff­sät­ti­gungs­wer­te, dass man sie sofort intu­bie­ren muss­te, woll­te man über­haupt ver­su­chen, ihr Leben zu ret­ten. Ohne sofor­ti­ge Intu­ba­ti­on wären die­se Pati­en­ten alle ver­stor­ben. So hat­ten sie zumin­dest eine 50%ige Überlebenschance.

Ob die damals ange­wand­te stan­dard­mä­ßi­ge Beatmungs­the­ra­pie von der Inten­si­tät der Beatmung her nun ide­al war oder nicht, wur­de dann wochen­lang flam­mend dis­ku­tiert. Die behan­deln­den Ärz­te wur­den von hun­der­ten Hob­by­pro­fes­so­ren als „Mör­der“ bezeich­net. Dabei wur­de außer acht gelas­sen, dass sie ohne Beatmung hun­dert­pro­zen­tig ver­stor­ben wären.

Das Virus war neu und unbe­kannt. Nie­mand konn­te zu die­sem Zeit­punkt wis­sen, ob die ein­zig recht­lich für uns zuläs­si­ge Stan­dard­be­atmung nun per­fekt auf das Virus abge­stimmt war oder nicht. Nie­mand war ‚Exper­te’ für ein gera­de ent­schlüpf­tes Labor­vi­rus aus Chi­na. Die ein­zi­gen, die einen schwe­ren Ver­lauf über­haupt beur­tei­len konn­ten, waren Kli­ni­ker, die in ers­ter Rei­he die­se Pati­en­ten betreu­ten. Sie alle waren noch nie mit einem sol­chen Ver­lauf kon­fron­tiert wor­den. Sämt­li­che mit For­schungs­prei­sen deko­rier­ten Ses­sel-Viro­lo­gen und Mikro­bio­lo­gen in allen Ehren, aber kei­ner von denen hat auch nur einen ein­zi­gen Pati­en­ten behan­delt, der auf­grund eines schwe­ren Ver­lau­fes mit SarsCov19 auf der Inten­siv­sta­ti­on lag.

Kurz­um, wir hät­ten die­se Para­me­ter zur Beatmung damals gar nicht ändern dür­fen, ohne selbst dafür recht­lich belangt wer­den zu kön­nen. Das sind vor­ge­schrie­be­ne Beatmungs­drü­cke, die man nicht ein­fach so nach Lust und Lau­ne expe­ri­men­tell ver­än­dern darf. Sie ret­te­ten immer­hin im Schnitt der Hälf­te der inten­siv­pflich­ti­gen Pati­en­ten das Leben.

Bei die­sem Virus waren auch im Gegen­satz zur Grip­pe nicht nur mul­ti­mor­bi­de und betag­te Pati­en­ten von einem schwe­ren Ver­lauf betrof­fen. Salopp zusam­men­ge­fasst, kann­te man bis dato nur den klas­si­schen Fall der Grip­pe beim älte­ren oder mul­ti­mor­bi­den Men­schen, der auf­grund schwa­cher Immun­ab­wehr, mit dem Grip­pe­vi­rus infi­ziert, kei­nem Bak­te­ri­um mehr trot­zen konn­te und der an der klas­si­schen Todes­ur­sa­che im Alter ver­starb, der bak­te­ri­el­len Pneu­mo­nie. Nun aber sah man jun­ge gesun­de Men­schen, Sport­ler, Dia­be­ti­ker oder mit­tel­mä­ßig über­ge­wich­ti­ge 20–40 jäh­ri­ge Pati­en­ten auf Sta­ti­on, die inner­halb weni­ger Stun­den der­ma­ßen schnell im Sau­er­stoff­ge­halt her­un­ter­rausch­ten, dass mei­ne Kol­le­gen fas­sungs­los dane­ben stan­den und die Welt nicht mehr ver­stan­den. Was pas­sier­te mit die­sen Leu­ten? Was ‚konn­te’ die­ses Virus?

Ers­te behan­deln­de Ärz­te aus der vor­ders­ten Krank­heits­front in New York ver­mu­te­ten, dass es sich beim schwe­ren Ver­lauf in Wahr­heit um eine Erkran­kung der Gefä­ße han­del­te. Sie soll­ten recht behal­ten. Dies erklärt auch, war­um ins­be­son­de­re Men­schen mit Gefäss­erkran­kun­gen einem erhöh­ten Risi­ko aus­ge­setzt waren. Bekam die­ses Virus damals die Mög­lich­keit, sein vol­les Poten­ti­al ent­fal­ten zu kön­nen und nicht bereits erfolg­reich in den obe­ren Atem­we­gen abge­wehrt zu wer­den, sah man eine mas­si­ve Ent­zün­dung in den Blut­ge­fä­ßen der Pati­en­ten. Zahl­rei­che Throm­ben und Durch­blu­tungs­stö­run­gen, vor­wie­gend in den Lun­gen der Pati­en­ten (theo­re­tisch aber in nahe­zu allen Orga­nen), waren die Fol­ge. Es kam in Fol­ge zur mas­si­ven Ein­wan­de­rung von Abwehr­zel­len, die wie­der­um einen inflamm­a­to­ri­schen sep­ti­schen Zustand her­vor­rie­fen, der die Pati­en­ten mit dem Leben bedrohte.

Einen wich­ti­gen Punkt möch­te ich noch ergän­zen. Die ers­ten bei­den Virus­va­ri­an­ten zeig­ten an man­chen Orten (Chi­na, Ita­li­en, NYC, auch Por­tu­gal war zu einem Zeit­punkt schwer betrof­fen) eine außer­or­dent­lich hohe Anzahl schwe­rer Fäl­le. Das kann­te man von kei­nem ein­zi­gen grip­pa­len Virus (Aus­nah­me spa­ni­sche Grip­pe) in die­ser geball­ten Form in nahe­zu allen erwach­se­nen Alters­grup­pen. An die­sen Orten gab es auch kein ande­res Virus. Es war die Erst­va­ri­an­te von COVID-19.

Wie lässt sich das erklä­ren? Je höher die Virus­last, des­to schwe­rer der Ver­lauf. Gab es Umstän­de, in denen das Virus unge­bremst in dicht besie­del­ten Wohn­ge­gen­den in Umlauf gebracht wer­den konn­te, waren die Viren­men­gen, mit denen die Betrof­fe­nen kon­fron­tiert waren, deut­lich höher als bei den ‚Stan­dard­in­fi­zier­ten’. Dadurch kam es zu einer deut­li­chen Zunah­me der beschrie­be­nen schwe­ren Verläufe.

Oft wedeln die ‚Das war nichts ande­res als die Grippe’-Fanatiker (auf 95–98 Pro­zent der von den Erst­va­ri­an­ten Betrof­fe­nen traf das kli­nisch ja auch zu, aber eben nicht auf das Poten­ti­al und auf die Patho­lo­gie des schwe­ren Ver­lau­fes die­ses Virus), mit den Excess-mor­ta­li­ty-Sta­tis­ti­ken des Jah­res 2020. Es konn­te in Deutsch­land kei­ne signi­fi­kan­te Über­sterb­lich­keit fest­ge­stellt wer­den. Den­noch sind es exakt die genann­ten Gebie­te in Ita­li­en, USA und Por­tu­gal, die im Jah­re 2020 sehr wohl eine signi­fi­kan­te Über­sterb­lich­keit auf­wei­sen. Auch starb in die­sen Bal­lungs­ge­bie­ten eine immens hohe Anzahl an behan­deln­den Ärz­ten. Die Viren­men­ge war schlicht in vie­len Fäl­len zu hoch, als dass man bei die­sen Fäl­len einen schwe­ren Ver­lauf ver­hin­dern konnte.

‚Ster­ben­de’ behan­deln­de Ärz­te und zwei Prä­si­den­ten (GB und USA) auf Inten­siv­sta­tio­nen hat noch kei­ne ein­zi­ge Grip­pe­epi­de­mie der letz­ten Jahr­zehn­te her­vor­brin­gen kön­nen. Ja, für die meis­ten Pati­en­ten äußer­te sich Cov19 kli­nisch (!) wie eine Grip­pe. Das Virus selbst aber war vor der Omi­kron­va­ri­an­te in sei­nem patho­ge­nen Poten­ti­al mit kei­nem Grip­pe­vi­rus (mit Aus­nah­me der spa­ni­schen Grip­pe) vergleichbar.”

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Leser ***, eben­falls Arzt, reagiert auf die Vor­red­ne­rin mit dem Hin­weis auf die­sen Text bei ach­gut.

Zitat: „Die durch­aus pro­vo­kan­te Schluss­fol­ge­rung die­ses Arti­kels, die in den bri­ti­schen Medi­en bereits im Juli 2020 als Mög­lich­keit dis­ku­tiert wur­de, ist, dass vie­le älte­re Pati­en­ten nicht, wie behaup­tet, an den Fol­gen einer SARS-CoV-2-Infek­ti­on ver­stor­ben sind, son­dern durch die ärzt­li­chen Maß­nah­men vom Leben zum Tode beför­dert wur­den – iatro­gen, wie der Fach­aus­druck dafür lau­tet. Und auch in den USA wei­sen die Zah­len dar­auf hin, dass unzäh­li­ge Men­schen durch ’stra­te­gi­sche Früh­in­tu­ba­ti­on’ und ande­re medi­zi­ni­sche Ein­grif­fe ums Leben gebracht wurden.”

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Noch zum Vorigen.

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Wie wir wis­sen, ist Coro­na vom nächs­ten Mensch­heits­feind abge­löst und voll­stän­dig ersetzt worden.

Wo aber Gefahr ist, …

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Wech­seln wir zuletzt ins Vergnügliche.

In einer Kon­tra­funk-Kolum­ne habe ich vori­ge Woche gegen die Kri­mi­na­li­sie­rung des Tabak­ge­nus­ses durch die Gesund­heits­kom­mis­sa­re ange­pre­digt (ab 44.20). Wer mag, kann den Text im Fol­gen­den nachlesen.

Zu den ver­läss­lich schö­nen Momen­ten einer Gesel­lig­keit gehört jener, an wel­chem die Aschen­be­cher auf den Tisch kom­men und geraucht wird. Rau­chen ist ein emi­nen­tes Ver­gnü­gen, zumal in Ver­bin­dung mit einem Rot­wein, einem Port­wein oder, spä­ter dann, einem Whis­ky – Geträn­ken, die den Rachen emp­fäng­lich machen für den wür­zi­gen Geschmack des Rau­ches und dem nächs­ten Zug sei­nen Weg gewis­ser­ma­ßen mit Rosen aus­streu­en. Auch eine Maß Dun­kel­bier im som­mer­abend­li­chen Bier­gar­ten ver­eint sich erfreu­lich mit dem Aro­ma des Rauchwerks.

Hier ist kei­nes­wegs vom zwei­fel­haf­ten Ver­gnü­gen des Ziga­ret­ten­rau­chens die Rede. Die Ziga­ret­te emp­fin­de ich in die­sem Gen­re als not­dürf­ti­gen Ersatz, als eine Art Tofu. Oder, um den Ver­gleich in die Welt der Geträn­ke zu tra­gen: Die Ziga­ret­te ver­hält sich zur Zigar­re wie ein Beck’s‑Bier zu einem Pre­mier Cru aus dem Bor­de­lais. Ich hal­te es für Unsinn, den Rauch min­der­wer­ti­gen, klein­ge­häck­sel­ten Tabaks, der zudem noch in Papier ein­ge­wi­ckelt ist, zu inha­lie­ren – man­che sau­gen ihn sogar bis in die Spit­zen ihrer Lun­gen ein –, so oft ich es als jun­ger Mann selbst getan haben mag. Ab einem gewis­sen Alter ist der Mensch aber nicht mehr nur für sein Gesicht ver­ant­wort­lich, son­dern auch für das, was und wie er raucht. Was mich betrifft: Ich habe zurück­ge­fun­den zur Zigar­re (und zum Ziga­ril­lo) wie der ver­lo­re­ne Sohn, nach­dem ich jah­re­lang bei den Nicht­rau­chern die Schwei­ne gehü­tet bezie­hungs­wei­se mich zwi­schen­zeit­lich mit Men­thol-Ziga­ret­ten getrös­tet habe.

Die Unter­schie­de sind so beträcht­lich, dass sogar der fana­ti­sche Nicht­rau­cher, dem jeder Rauch unan­ge­nehm ist, sie sofort wahr­nimmt. Zigar­ren stin­ken nicht, son­dern ver­brei­ten einen aro­ma­ti­schen Geruch. Zigar­ren sind Hoch­kul­tur. Ihre Her­stel­lung ist ein Kunst­hand­werk. Erfah­re­ne Tabak­mi­scher fügen Ein­la­ge, Um- und Deck­blatt aus ver­schie­de­nen Taba­ken zu einem Gesamt­kunst­werk. Jede Zigar­re besitzt Indi­vi­dua­li­tät und unter­schei­det sich von ihren Schwes­tern. Zigar­ren sind leben­di­ge Wesen. Das fili­gra­ne, an die Haut des Men­schen erin­nern­de Geäder des Deck­blat­tes ver­rät es, und wer sie nicht art­ge­recht lagert, dem ster­ben sie unter der Hand weg.

Nach dem Deck­blatt ver­dient die Bauch­bin­de unse­re Auf­merk­sam­keit. Ähn­lich wie die Wein­eti­ket­ten erzäh­len die­se Ban­de­ro­len von der Her­kunft des Lab­sals, sie regen den Geschmack und die Phan­ta­sie an; eine Zigar­re ohne Bauch­bin­de wirkt regel­recht nackt. Man­che Zeit­ge­nos­sen sam­meln die­se viel­far­bi­gen Zier­rin­ge wie Brief­mar­ken oder wie Insek­ten – tat­säch­lich sehen die Ban­de­ro­len mit ihren sym­me­trisch aus­ge­klapp­ten Flü­geln im Album ja wie Schmet­ter­lin­ge aus. Ich war als Kind, wei­land zu DDR-Zei­ten, ein­mal bei einem Men­schen zu Besuch, der eine Kol­lek­ti­on von Zigar­ren­kis­ten und Bauch­bin­den besaß, und fas­zi­niert betrach­te­te ich die exo­ti­schen Moti­ve, beroch die Käst­chen, und vor mei­nem inne­ren Auge ent­stand eine Welt aus Plan­ta­gen, Kara­wa­nen, Häfen und Handelskontoren.

Die lee­ren Behält­nis­se ver­ström­ten immer noch den Geruch ihres längst in Rauch auf­ge­gan­ge­nen eins­ti­gen Inhalts. Genie­ßer bezeich­nen den soge­nann­ten Kalt­ge­ruch der Zigar­ren als Bou­quet, ana­log zum Wein, und wie jener, wenn auch nicht in ver­gleich­ba­rer Brei­te, haucht die Zigar­re ihr spe­zi­fi­sches Odeur aus. Typi­sche Zigar­ren­aro­men sind Zeder, Süß­holz, Heu, Moos, Leder, Bit­ter­scho­ko­la­de, Nuss und getoas­te­tes Brot. Eine gute Zigar­re will zunächst beschaut, beschnup­pert und betas­tet wer­den, bevor man sie anschnei­det und anbrennt. Der Genuss einer Zigar­re erfor­dert zual­ler­erst Muße.

Dar­aus fol­gen nun eini­ge Maxi­men für den Umgang mit dem Tabak.

Man soll aus­schließ­lich zum Ver­gnü­gen rau­chen, weil es einem mun­det, nicht unter irgend­ei­nem Druck.

Man soll beim Rau­chen sit­zen, mit einem aus­rei­chen­den Vor­rat an Zeit.

Man soll zum Rau­chen trinken.
Es ist nicht gut, dass der Mensch beim Rau­chen allein sei – am bes­ten assis­tiert der Tabak einem schö­nen Gespräch –, aber wenn doch, dann möge er erst recht dazu trin­ken, auf dass sich ein assis­tier­tes Selbst­ge­spräch entfalte.

Und: Man soll den Rauch nicht inha­lie­ren. Die Zigar­re ist für den Gau­men gemacht, der Rauch darf den Kehl­kopf sacht tou­chie­ren, aber wei­ter in den Leib soll er nicht vor­drin­gen; die Lun­ge schmeckt ohne­hin nichts. Nur Ahnungs­lo­se und ein paar Faki­re des Atmens rau­chen eine Zigar­re auf Lunge.

Das­sel­be gilt für Ziga­ril­los, die noch stär­ker als Zigar­ren sind. Im Grun­de ein Abfall­pro­dukt der Zigar­ren­her­stel­lung, tun sie gute Diens­te für Zwi­schen­durch, gewis­ser­ma­ßen für klei­ne­re Anläs­se, wobei ich wegen ihrer ver­gleichs­wei­sen Mil­de und weil sie nicht stän­dig aus­ge­hen die groß­for­ma­ti­ge­ren Exem­pla­re bevorzuge.

Wie beim Trin­ken muss beim Rau­chen unter­schie­den wer­den zwi­schen Sucht und Genuss. Es gibt Men­schen, die das nicht kön­nen. Das schlech­te Image des Rau­chens als gesundheits‑, ja lebens­ge­fähr­den­des Las­ter haben die Ziga­ret­ten­kon­su­men­ten zu ver­ant­wor­ten – bzw. jener Teil von ihnen, der stän­dig qual­men muss, sich schon mor­gens die ers­te ansteckt, dem­entspre­chend riecht und den Tag mit Wür­ge­hus­ten­an­fäl­len über dem Wasch­be­cken eröff­net. In mei­ner Jugend, als wirk­lich jeder rauch­te, als in sämt­li­chen Woh­nun­gen, Restau­rants, Dis­ko­the­ken, Büros und Bahn­hö­fen der Qualm stand, hat­te sich über­dies die kol­lek­ti­ve Mei­nung durch­ge­setzt, ein Rau­cher kön­ne gar nicht anders als stän­dig zur Ziga­ret­te zu grei­fen. Inzwi­schen hal­te ich das für eine Sug­ges­ti­on. Ich habe mir das Ziga­ret­ten­rau­chen, täg­lich und „auf Lun­ge“, vor drei­ßig Jah­ren abge­wöhnt; die erwähn­ten Ment­hol­zi­ga­ret­ten habe ich bereits, wie man sagt, gepafft, und das kei­nes­wegs täg­lich, son­dern nur bei Gele­gen­heit. Nahe­zu alle Rau­cher, die ich heu­te ken­ne, sind Gele­gen­heits­rau­cher. Vom Gele­gen­heits­rau­cher zum Genuss­rau­cher sind es nur ein paar Schritte.

Die Suchtrau­cher sind gemein­hin Ziga­ret­ten­rau­cher. Ihre Begier­de rich­tet sich auf das Niko­tin, das in mei­nem Ver­ständ­nis von Rau­chen über­haupt kei­ne Rol­le spielt. Zigar­ren machen allen­falls in einem Maße süch­tig wie gute Schu­he, Gemäl­de und Bücher.

Das Rau­chen gehört zu den gro­ßen Ver­gnü­gun­gen des Men­schen, und wie alle die­se Got­tes­ga­ben ist es tri­via­li­siert, demo­kra­ti­siert und patho­lo­gi­siert wor­den. Und natür­lich päd­ago­gi­siert. Das Ergeb­nis ist, dass auf einer Kis­te bes­ter David­off Win­s­ton Chur­chill oder Par­ta­g­as Lusi­ta­ni­as Auf­dru­cke wie „Rau­chen ist töd­lich“ oder „Rau­chen macht impo­tent“ pran­gen, obwohl das in bei­den Fäl­len nun wahr­lich so gut wie unmög­lich ist. Davon abge­se­hen, gehört es zur mensch­li­chen Frei­heit, sich rui­nie­ren zu dür­fen. „Ein­zig erbt ich den eige­nen Leib, lebend zehr ich den auf“, singt Sieg­fried in der „Göt­ter­däm­me­rung”. Ich wer­de nie­mals akzep­tie­ren, dass wegen der bedau­erns­wer­ten, aber per­sön­lich oft nicht unglück­li­chen Suchtrau­cher die Freu­den der Genuss- und Gele­gen­heits­rau­cher beschränkt oder sogar, wie in Neu­see­land, ver­bo­ten wer­den. Rau­chen ist doch gar zu ver­gnüg­lich, als dass man die­sen Gesund­heits­kom­mis­sa­ren und Kul­tur­ba­nau­sen das letz­te Wort über­las­sen dürfte.

„Ich glau­be“, hat mein alter Kame­rad Gün­ter Maschke gesagt, „dass Gott raucht.“ Wer wür­de dem Gro­ßen Eigen­bröt­ler die­ses Ver­gnü­gen nicht gönnen?

PS: Die neue Fol­ge von „Leib und Spei­se” ging übri­gens heu­te auf Sen­dung und kann hier nach­ge­hört wer­den; ich spre­che dies­mal über den Tisch und was dar­auf gehört (Frau­en ausgenommen).

 

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