3. Juni 2023

Da ich gera­de im Netz einen Dia­log mit einem Zeit­ge­nos­sen führ­te, der die Ansicht ver­trat (oder fin­gier­te), so etwas wie die Bol­sche­wo­ken exis­tie­re nicht, stel­le ich heu­te einen Vor­trag online, den ich vor ein paar Wochen vor einem Zir­kel jun­ger unwo­ker Men­schen hielt. Das The­ma lau­tet: Was ist Mil­li­ar­därs­so­zia­lis­mus, wie und war­um funk­tio­niert er? Die Bewe­gung der Woke­ness als die Lin­ke unse­rer Zeit und aktu­el­le Mas­ke des Mar­xis­mus spielt dabei eine zen­tra­le Rolle.

Der Text ist ziem­lich lang, und es gibt ein paar Über­schnei­dun­gen mit einer Rede zum The­ma Glo­ba­lis­mus, die ich wäh­rend des Wahl­kamp­fes 2021 hielt.

Also:

 

Ich möch­te heu­te zu Ihnen über ein Phä­no­men spre­chen, das nach mei­ner – und nicht nur mei­ner – Ansicht zur Beschrei­bung unse­rer Gegen­wart essen­ti­ell ist: den Mil­li­ar­därs­so­zia­lis­mus. Der Begriff klingt im Grun­de ja wie ein Oxy­mo­ron, ein höl­zer­nes Eisen, ein run­des Qua­drat. Wie und vor allem war­um soll­ten Mil­li­ar­dä­re Sozia­lis­ten wer­den? Im klas­si­schen Mar­xis­mus gal­ten Kapi­tal und Arbeit als Gegen­sät­ze oder, wie es damals hieß, Grund­wi­der­sprü­che. Was soll das also sein: Milliardärssozialismus?

Die­ses Kom­po­si­tum taucht erst­mals, wie ich mei­ne, bei Oswald Speng­ler auf, 1920, in sei­ner Schrift „Preu­ßen­tum und Sozia­lis­mus“. Dort stellt er den Mil­li­ar­därs­so­zia­lis­mus der Angel­sach­sen dem Beam­ten­so­zia­lis­mus der Preu­ßen bzw. der Deut­schen gegen­über. Ich zitie­re den ent­spre­chen­den Passus:

„ ‚Unglei­che Ver­tei­lung des Reich­tums‘ ist die echt eng­li­sche Pro­le­ta­rier­for­mel; so sinn­los sie uns klingt, so wahr ist sie für ein Lebens­ide­al, das dem zivi­li­sier­ten Wikin­ger allein lebens­wert ist. Man soll­te also, auch mit Rück­sicht auf die groß­ar­ti­ge Aus­bil­dung die­ses Ide­als im Typus des Yan­kee, von Mil­li­ar­därs­so­zia­lis­mus und Beam­ten­so­zia­lis­mus reden. Zum ers­ten gehört ein Mann wie Car­ne­gie, der zuerst einen gro­ßen Teil des gesam­ten Volks­ver­mö­gens in Pri­vat­ver­mö­gen ver­wan­delt und ihn dann in glän­zen­der Wei­se ganz sou­ve­rän für öffent­li­che Zwe­cke aus­gibt. Sein Aus­spruch ‚Wer reich stirbt, stirbt ehr­los‘ ent­hält eine hohe Auf­fas­sung des Wil­lens zur Macht über die Gesamtheit.“

Den preu­ßi­schen Beam­ten­so­zia­lis­mus las­sen wir heu­te links lie­gen, für uns ist allein der Mil­li­ar­därs­so­zia­lis­mus von Inter­es­se. Die­ser Typus Mensch stiehlt sich laut Speng­ler zuerst sein Pri­vat­ver­mö­gen zusam­men und gibt es dann osten­ta­tiv für öffent­li­che Zwe­cke aus, um zu herr­schen. Sein Motiv ist der Wil­le zur Macht. Der Mil­li­ar­därs­so­zia­lis­mus ist ein Aus­druck des Wil­lens zur Macht. Der Mil­li­ar­där spielt den Sozia­lis­ten, um zu herr­schen. War­um kann er nicht aus­schließ­lich als Mil­li­ar­där herr­schen? War­um muss er eine Rol­le spie­len? Wer oder was nötigt ihn dazu?

Die Ant­wort stand bereits 1920 bei Speng­ler: Es ist die Öffent­lich­keit. Heu­te, hun­dert Jah­re spä­ter, ist die­ser Öffent­lich­keit eine Macht zuge­wach­sen, neben der sich die Red­ner­tri­bü­ne und die ers­ten Rund­funk­ge­rä­te der Zwi­schen­kriegs­zeit sehr beschei­den aus­neh­men, und es waren die Unter­neh­men von heu­ti­gen Mil­li­ar­därs­so­zia­lis­ten, die dafür die Tech­nik bereit­stell­ten. Man kann sagen: Die moder­ne Öffent­lich­keit und die Mil­li­ar­därs­so­zia­lis­ten haben sich gegen­sei­tig geformt. Sie bil­den heu­te eine Sym­bio­se. Das ist zum einen logisch, weil vie­le Prot­ago­nis­ten die­ser Sze­ne ihre Mil­li­ar­den – oder auch nur Mil­lio­nen – mit den elek­tro­ni­schen oder sozia­len Medi­en gemacht haben. Das scheint zum ande­ren unlo­gisch, weil sie sich dabei mit den Lin­ken – oder wie man sie heu­te nennt: den Woken – ver­bün­det haben, obwohl die Lin­ken doch gera­de die Super­rei­chen bekämp­fen und auf deren Ent­eig­nung drän­gen müssten.

Das war jetzt ein Knäu­el von Behaup­tun­gen, das nach einer Ent­wir­rung verlangt.

Zunächst ein­mal: Wer sind denn die­se Mil­li­ar­därs­so­zia­lis­ten? Da kom­men einem eine Hand­voll Namen in den Sinn, wie Bill Gates, Geor­ge Sor­os, Marc Zucker­berg, die Goog­le-Grün­der Ser­gey Brin und Lar­ry Page, Jeff Bezos (ama­zon), Michel Dell, Lar­ry Elli­son (Ora­cle), Ste­ve Bal­mer (Micro­soft) und Lar­ry Fink, der Chef von Black­rock. Die meis­ten davon sind durch das Inter­net auf­ge­stie­gen. Das sind alles Mil­li­ar­dä­re. Aber wie kom­me ich dar­auf, dass es Sozia­lis­ten sind?

Unse­re Mil­li­ar­därs­so­zia­lis­ten zäh­len aus­nahms­los zu den Glo­ba­lis­ten. Was wol­len die Glo­ba­lis­ten? Ihr Man­tra lau­tet: frei­er Fluss von Waren und Dienst­leis­tun­gen, frei­er Fluss von Infor­ma­tio­nen, frei­er Fluss von Men­schen. Schaf­fung der Einen Welt. In den Ohren vie­ler Zeit­ge­nos­sen klingt das ver­hei­ßungs­voll. Die Glo­ba­lis­ten, sagen sie, wol­len doch nur Gutes für die Mensch­heit und den Pla­ne­ten. Ande­re emp­fin­den das glo­ba­lis­ti­sche Pro­gramm als bedroh­lich. Alles, was die Völ­ker und Natio­nen in ihrer Eigen­art aus­macht, steht den Glo­ba­lis­ten im Wege: Gren­zen, Iden­ti­tä­ten, das Selbst­be­stim­mungs­recht der Völ­ker, die natio­na­le Sou­ve­rä­ni­tät, der Natio­nal­staat und des­sen Insti­tu­tio­nen. Was der Demos will, inter­es­siert sie nicht. Glo­ba­lis­ten sind Anti­de­mo­kra­ten, die Ihnen die Welt­de­mo­kra­tie versprechen.

Aus der Sicht die­ser Leu­te muss auf unse­rem Pla­ne­ten ein umfas­sen­der Gro­ßer Aus­gleich her­bei­ge­führt wer­den, der sowohl die Lebens­ver­hält­nis­se, den Reich­tum (ihren eige­nen aus­ge­nom­men), die Res­sour­cen und letzt­lich sogar die gene­ti­sche Aus­stat­tung der Völ­ker betrifft. Nur die­se von einer Welt­re­gie­rung diri­gier­te glo­bus­wei­te Anglei­chung der Lebens­ver­hält­nis­se wer­de Mensch und Erde ret­ten kön­nen. Die ganz har­ten Hun­de unter den Gleich­ma­chern wün­schen sich sogar den pla­ne­ta­ri­schen Ein­heits­men­schen, die ulti­ma­ti­ve Pro­me­na­den­mi­schung. Dann gäbe es näm­lich kei­nen Ras­sis­mus mehr. Die­ser Vor­schlag ist so plau­si­bel wie die Idee, sämt­li­che Rot‑, Weiß- und Rosé­wei­ne der Erde zusam­men­zu­kip­pen, um den neid­frei trink­ba­ren Welt­ein­heits­wein herzustellen.

Wir frag­ten: Wer sind die Glo­ba­lis­ten? Unse­re Gesin­nungs­gou­ver­nan­ten haben den Begriff längst auf den Index der schmut­zi­gen Wor­te gesetzt. Sie benut­zen dafür den Bau­ern­fän­ger­trick – par­don, Bäue­rin­nen- und Bau­ern­fän­ge­rin­nen und ‑fän­ger­trick –, sie benut­zen also den Trick, den Begriff mit der Mär von der „jüdi­schen Welt­ver­schwö­rung” in eins zu set­zen und ihn so anti­se­mi­tisch zu kon­ta­mi­nie­ren. Wer von Glo­ba­lis­ten spricht, ist dem­zu­fol­ge ein Anti­se­mit. Mari­na Weis­band, die deut­sche Gre­ta, hat get­wit­tert: „Glo­ba­lis­ten ist ein Code­wort für Juden.“ Wenn Sie sich erin­nern an die Mil­li­ar­dä­re, die ich auf­ge­zählt habe, dar­un­ter waren in der Tat fünf Juden, aber auch drei Larrys.

Schau­en wir nach ande­ren Per­so­nen, die zur glo­ba­lis­ti­schen Eli­te gehö­ren. Neben den bereits genann­ten Inter­net-Grö­ßen fal­len einem sofort Namen ein wie Klaus Schwab, Joe Biden, Barack Oba­ma, Hil­la­ry Clin­ton, Al Gore, Kama­la Har­ris, Jus­tin Tru­deau, Antó­nio Guter­rez, Manu­el Bar­ro­so, Ange­la Mer­kel, Emma­nu­el Macron, Alex­an­der De Croo, Rishi Sunak, San­na Marin oder Chris­ti­ne Lag­ar­de. Und als deut­sches Boden­per­so­nal Anna­le­na B. und ihre Trup­pe. („We pene­tra­te the cabi­nets“, hat Klaus Schwab getönt.) Beson­ders vie­le Juden waren das jetzt nicht; streng­ge­nom­men nicht einer. Las­sen Sie sich also nicht ins Bocks­horn jagen.

Übri­gens wür­de auch ein Olig­arch wie Michail Cho­dor­kow­ski zu den Mil­li­ar­därs­so­zia­lis­ten gehö­ren, wenn Russ­land unter west­li­chen Ein­fluss gera­ten wäre; dann wäre er heu­te wohl dabei, unter dem Label „Demo­kra­ti­sie­rung“ das gesam­te woke, glo­ba­lis­ti­sche Pro­gramm in Russ­land durchzuziehen.

Der Name Elon Musk soll­te in die­sem Zusam­men­hang fal­len und zugleich erfreu­li­cher­wei­se wie­der nicht. Man kann der reichs­te Mann der Welt sein, man kann glo­bal agie­ren, und muss trotz­dem kein Glo­ba­list sein, kein Geg­ner der Völ­ker, aber viel­leicht täu­sche ich mich ja auch. Wir soll­ten nach Big Data auf Big Phar­ma schau­en, auf inzwi­schen viel­mil­li­ar­den­schwe­re Unter­neh­men wie Pfi­zer oder Biontech (Adres­se: An der Gold­gru­be 12, Mainz), über­haupt auf die WHO. Sodann auf die UNO und die EU. Das sind alles Ten­ta­keln des glo­ba­lis­ti­schen Kra­ken. Und nicht zu ver­ges­sen Big Money: EZB, Welt­bank, IWF, Black­Rock, Gold­man Sachs, Inves­to­ren wie War­ren Buf­fet etc. pp. Sodann die Diver­si­ty-Groß­händ­ler Hol­ly­wood und Dis­ney. In den Füh­rungs­eta­gen sämt­li­cher inter­na­tio­nal agie­ren­der Unter­neh­men sit­zen Glo­ba­lis­ten. Auch die gro­ßen Medi­en­häu­ser wer­den von Glo­ba­lis­ten geführt, vor allem gehö­ren sie Glo­ba­lis­ten. Im Übri­gen ist es völ­lig aus­sichts­los, auf der einen Sei­te die Glo­ba­li­sie­rung zu fei­ern, aber gleich­zei­tig auf der ande­ren ihren Beför­de­rern und Nutz­nie­ßern kei­ne Bezeich­nung zuzu­ge­ste­hen bzw. deren Exis­tenz als Ver­schwö­rungs­theo­rie abzu­tun. Es gibt Glo­ba­lis­ten, und sie selbst machen kein Hehl daraus.

Die Glo­ba­lis­ten sind stein­rei­che oder zumin­dest poli­tisch ein­fluss­rei­che Welt­ver­bes­se­rer, die sich mit lin­ken Welt­ver­bes­se­rern zusam­men­tun, weil sich bei­de Sei­ten für beru­fen hal­ten, das Schick­sal des Pla­ne­ten in die Hand zu neh­men. Natür­lich ver­trägt sich das präch­tig mit den Geschäfts­in­ter­es­sen der einen und den ideo­lo­gi­schen Moti­ven der ande­ren Sei­te. Die einen ver­die­nen gut, die ande­ren füh­len sich gut. Die­se Ver­bin­dung aus Rei­chen und Lin­ken ist die bizarrs­te Alli­anz, seit­dem das Deut­sche Kai­ser­reich Lenins Bol­sche­wi­ken unter­stütz­te, um sich die Ost­front vom Hal­se zu schaffen.

Ein kon­kre­tes Bei­spiel. Habecks Ex-Staats­se­kre­tär Patrick Graichen war sie­ben Jah­re lang Geschäfts­füh­rer bei dem Lob­by­ver­ein „Ago­ra Ener­gie­wen­de“, sei­ne Geschwis­ter Vere­na und Jakob Graichen arbei­ten bis heu­te in die­sem Öko-Insti­tut, wie auch die Fri­day for Future-Mit­or­ga­ni­sa­to­rin und Kli­ma­ak­ti­vis­tin Car­la Reemts­ma, die im Auf­sichts­rat sitzt. Wer steht hin­ter der Ago­ra? Ein ver­schach­tel­tes Sys­tem von Stif­tun­gen, das bei der „Child­rens Invest­ment Fonds Foun­da­ti­on“ in Lon­don endet. Die wie­der­um wird finan­ziert von dem Hedge­fonds des bri­ti­schen Mil­li­ar­därs Chris­to­pher Hohn. Der ist auch Haupt­geld­ge­ber der Kli­ma­ex­tre­mis­ten von Extinc­tion Rebel­li­on. Sein Hedge­fonds ver­dient Geld mit Hypo­the­ken und Immo­bi­li­en in euro­päi­schen und ame­ri­ka­ni­schen Großstädten.

Die Grü­nen wer­den von den ame­ri­ka­ni­schen Demo­kra­ten gesteu­ert, und hin­ter der gesam­ten woken Pro­pa­gan­da ste­hen Geld­ge­ber aus dem Groß­ka­pi­tal. Geor­ge Sor­os hat mit sei­ner Open Socie­ty-Stif­tung über­all Fin­ger und Geld im Spiel, wo lin­ker Diver­si­ty-Agit­prop in Gesell­schaf­ten gedrückt wird. Die Kli­makle­ber der „Letz­ten Gene­ra­ti­on“ wer­den wie­der­um von der Ölmil­li­ar­därs­er­bin Aileen Get­ty finan­ziert. Wiki­pe­dia führt sie als „Phil­an­thro­pin“.

Bei Danisch las ich, wie die gan­ze Sache funk­tio­nie­ren könn­te – ich kann das weder veri­fi­zie­ren noch fal­si­fi­zie­ren, aber es klingt plau­si­bel: Kaum habe man den soge­nann­ten Kli­ma­schutz per Bun­des­ver­fas­sungs­ge­richt­be­schluss zur Pflicht gemacht und per Ampel­re­gie­rung zum Gesetz, müs­sen Mil­lio­nen von Bür­gern, die dach­ten, sie hät­ten eine Immo­bi­lie als Alters­ver­sor­gung, wo man doch schon kei­ne Ren­te mehr erwar­ten kön­ne, die Umrüs­tung finan­zie­ren, oder man nimmt ihnen das gan­ze Haus weg. In den USA ver­wan­del­ten Groß­in­ves­to­ren Städ­te ganz absicht­lich in Shit­ho­les, San Fran­cis­co zum Bei­spiel, weil das die ein­fachs­te, bil­ligs­te und vor allem effek­tivs­te Metho­de sei, im gro­ßen Stil Grund­stü­cke zu kau­fen. Auf ein­mal näm­lich stürz­ten die zuvor schwin­del­erre­gend hohen Kauf- und Miet­prei­se ab, weil die Leu­te in Scha­ren die Gegend ver­las­sen und ver­kau­fen wol­len – oder müs­sen. Eine Ent­eig­nung wäre recht­lich viel zu pro­ble­ma­tisch, lang­wie­rig und unsi­cher. Also flu­te man die Stadt mit „Gesin­del“, las­se es die Geschäf­te plün­dern – und schon lee­re ein gro­ßer Exodus eine der ehe­mals schöns­ten Städ­te der USA. Wenn man genug davon habe, set­ze man ein­fach wie­der einen rech­ten Bür­ger­meis­ter ein.

„Das gan­ze Links­ge­ham­pel“, schreibt Danisch, „als Dum­men­fang für das Großkapital.“

Und aus­ge­rech­net in dem Augen­blick, wo die Deut­schen durch Ver­fas­sungs­ge­richt und Regie­rung dazu ver­pflich­tet wur­den, das Welt­kli­ma zu ret­ten, und nun schnellst­mög­lich alles auf Wär­me­pum­pen umstel­len müs­sen, kauft ein ame­ri­ka­ni­sches Unter­neh­men den größ­ten deut­schen Wär­me­pum­pen­her­stel­ler, Viess­mann, ein­fach so auf.

Ich zitie­re wei­ter Danisch: „Auch im Bun­des­ver­fas­sungs­ge­richt sit­zen ame­ri­ka­nisch gebü­gel­te Rich­ter wie etwa Susan­ne Baer. Objek­tiv betrach­tet ist und kann die gar nichts, und trotz­dem ist sie irgend­wie die Kar­rie­re­lei­ter ganz hoch gefal­len, Hono­rar­pro­fes­sur in den USA, Pro­fes­sur bei Geor­ge Sor­os, ein­ge­kauf­te Pseu­do­pro­fes­sur in Ber­lin und Ver­fas­sungs­rich­te­rin. Made in USA. Dann klappt das auch mit dem Kli­maur­teil, selbst wenn das Bun­des­ver­fas­sungs­ge­richt sei­ne Kom­pe­ten­zen dabei mei­len­weit über­schrit­ten hat. Das gan­ze Ding ist von einer ver­blüf­fend klei­nen Grup­pe von Leu­ten ver­blüf­fend bil­lig ein­ge­fä­delt wor­den, um den Zwang, sich ent­we­der für Beträ­ge um 100.000 Euro sein Haus ver­wär­me­pum­pen zu las­sen (Gewinn in die USA) oder ganz zu ver­kau­fen (Black­rock, Blackstone und wie sie alle hei­ßen). Und die Migra­ti­on hilft da wohl auch.

Mit­ten­drin: Stroh­mann Habeck. Eben­so wie die Ver­fas­sungs­rich­te­rin Susan­ne Baer wur­de auch Anna­le­na Baer­bock von den USA hochgepumpt.

Wir wer­den gera­de als Land im Gan­zen aus­ge­plün­dert. Wir wer­den deindus­tria­li­siert, geplün­dert, über­nom­men, ver­drängt. Auf das Niveau von Syri­en und Irak run­ter­ge­zo­gen. Und auf dem Weg dort­hin noch alles abge­zo­gen, was irgend­wie noch einen Wert hat. Ob Fahr­zeug­tech­nik, Robo­ter, Solar­tech­nik oder Wär­me­pum­pen. Oder eben auch Pri­vat­ver­mö­gen oder Immo­bi­li­en­be­sitz. Deutsch­land wird gera­de im Gan­zen wie jedes Hedge-Fund-Opfer über­nom­men und ausgeschlachtet.“

Die Lin­ken schla­gen die Bre­schen, durch die das Groß­ka­pi­tal ein­mar­schiert. Dafür erhal­ten sie einen beschei­de­nen Anteil der Beute.

Wie der Name schon sagt, den­ken Glo­ba­lis­ten im pla­ne­ta­ri­schen Maß­stab. Alles, was sie ankün­di­gen, ist sze­ni­sches XXL. Als pro­ba­tes­ten Hebel haben sie den Kli­ma­wan­del erkannt. Hans-Joa­chim Schellnhu­ber, Vor­sit­zen­der des wis­sen­schaft­li­cher Bei­rats der Bun­des­re­gie­rung „Glo­ba­le Umwelt­ver­än­de­rung”, Mit­glied des Welt­kli­ma­ra­tes und zeit­wei­se Bera­ter der Welt­bank, trom­melt seit Jah­ren für eine „Gro­ße Trans­for­ma­ti­on“ der gesam­ten Indus­trie­ge­sell­schaft, um das Kli­ma zu ret­ten. Klaus Schwab, Grün­der und Vor­sit­zen­der des Welt­wirt­schafts­fo­rums in Davos, auf des­sen Gäs­te­lis­te man alle fin­det, die poli­tisch und wirt­schaft­lich einen Namen haben, phan­ta­siert vom „Gre­at Reset”.

Die­ser „Gro­ße Neu­start”, ver­spricht Schwab, wer­de „die Grund­la­gen für eine gerech­te­re, nach­hal­ti­ge­re und wider­stands­fä­hi­ge­re Zukunft” schaf­fen. „Wir müs­sen die Wirt­schaft in dem kur­zen noch ver­blei­ben­den Zeit­fens­ter dekar­bo­ni­sie­ren“, sta­tu­iert Schwab. Im Diens­te die­ses edlen Zie­les flie­gen er und sei­ne Mil­lio­närs- bzw. Mil­li­ar­därs­freun­de mit ihren Pri­vat­jets unter ande­rem regel­mä­ßig nach Davos. Jedes Land der Erde müs­se sich am „Gre­at Reset” betei­li­gen, ver­kün­det der Trä­ger aller Bun­des­ver­dienst­kreu­ze von ein­fach bis mit Eichen­laub. „Alle Aspek­te unse­rer Gesell­schaf­ten und Volks­wirt­schaf­ten” müss­ten „umge­stal­tet” wer­den. „Die glo­ba­le Gesund­heits­kri­se hat die feh­len­de Nach­hal­tig­keit unse­res alten Sys­tems in Bezug auf den sozia­len Zusam­men­halt, den Man­gel an Chan­cen­gleich­heit und Inklu­si­vi­tät offen­ge­legt. Auch kön­nen wir den Miss­stän­den von Ras­sis­mus und Dis­kri­mi­nie­rung nicht den Rücken kehren.“

Damit hat der Welt­wirt­schafts­fo­rums­vor­sit­zen­de die wich­tigs­ten Punk­te der glo­ba­lis­ti­schen Agen­da umris­sen: Pan­de­mie­be­kämp­fung, Welt­kli­ma­ret­tung, „Anti­ras­sis­mus”, Glo­ba­le Migra­ti­on, Frie­de, Freu­de und nicht zu ver­ges­sen: den gut ver­rühr­ten Eier­ku­chen der Bra­ve New World.

Men­schen mit dem öko­lo­gi­schen Fuß­ab­druck gan­zer afri­ka­ni­scher Klein­städ­te haben den mäch­tigs­ten Trend der Zeit erkannt und wol­len sich pri­vat mög­lichst unge­scho­ren durch die dro­hen­den Kata­rak­te einer „anti­ras­sis­ti­schen”, anti­markt­wirt­schaft­li­chen, anti­west­li­chen Kul­tur­re­vo­lu­ti­on navi­gie­ren – was am bes­ten gelingt, wenn man ein­fach an der Spit­ze mit­mar­schiert. Das ist das Betriebs­pro­gramm des Milliardärssozialismus.

Der Deal zwi­schen den Rei­chen und den Lin­ken läuft so, dass die Groß­un­ter­neh­men sich als Voll­stre­cker des woken Zeit­geis­tes anbie­ten und die Lin­ken sie dafür in Ruhe las­sen. West­li­che Unter­neh­men haben heu­te mehr Angst vor Image­ver­lus­ten durch den Twit­ter­mob als vor stei­gen­den Ener­gie­prei­sen. Des­halb his­sen sie Regen­bo­gen­fah­nen, kämp­fen gegen „rechts”, eta­blie­ren in ihren Fir­men das gesam­te Diversity‑, Quoten‑, Gender‑, LGBTQ‑, Anti­dis­kri­mi­nie­rungs- und Migra­ti­ons­will­kom­mens­ge­döns, irgend­wann viel­leicht auch die tole­ran­te Kan­ti­nen­tren­nung in halal und haram.

Neh­men wir als Bei­spiel Black­Rock, den welt­größ­ten Asset Mana­ger mit zehn Bil­lio­nen Dol­lar ver­wal­te­tem Ver­mö­gen – das ist das Zwei­ein­halb­fa­che des deut­schen BIP. Der Auf­sichts­rats­vor­sit­zen­de Lar­ry Fink ist Sym­pa­thi­sant der Demo­kra­ti­schen Par­tei und ein Ver­trau­ter von Hil­la­ry Clin­ton, Joe Bidens wich­tigs­ter wirt­schafts­po­li­ti­scher Bera­ter Bri­an Deese war zuvor bei Black­Rock „Glo­bal Head of Sus­tainable Inves­t­ing“. Nach der Leh­man-Plei­te und der Ban­ken­kri­se bekam auch Black­Rock ein Image­pro­blem, wes­halb sich die Füh­rungs­eta­ge ent­schloss, fort­an für eine gerech­te­re, kli­ma­freund­li­che­re und nach­hal­ti­ge­re Welt ein­zu­tre­ten. Seit­her ver­kauft sich Black­Rock als woke. Die Agen­da ver­birgt sich im Kür­zel ESG: Envi­ron­men­tal Social Gover­nan­ce. Die Unter­neh­men, deren Ver­mö­gen Black­Rock ver­wal­tet, müs­sen gewis­se Kri­te­ri­en erfül­len: Frau­en­quo­ten im Vor­stand, Min­der­hei­ten­ver­tre­ter in Füh­rungs­po­si­tio­nen, Diver­si­ty-Klau­seln bei den Mit­ar­bei­tern. Black­Rock trom­melt für Gen­der­ge­rech­tig­keit und Kli­ma­schutz, betreut aber in Län­dern, wo kei­ner hin­schaut, auch Pro­jek­te der Erd­öl­in­dus­trie. Black­Rock zwingt die Unter­neh­men, deren Ver­mö­gen es ver­wal­tet, zu einer grö­ße­ren eth­ni­schen und geschlechts­spe­zi­fi­schen Diver­si­tät in Vor­stän­den und Beleg­schaf­ten und stimmt gegen Direk­to­ren, die nicht ent­spre­chend han­deln. Ein Unter­neh­men, das sich so auf­führt bzw. kos­tü­miert, ist prak­tisch immun gegen anti­ka­pi­ta­lis­ti­sche Pro­pa­gan­da. Auf die­se Wei­se sickern links­ideo­lo­gi­sche Inhal­te in die Wirt­schaft und gefähr­den die unter­neh­me­ri­sche Frei­heit. Bes­ser kann man die neue Alli­anz aus Rei­chen und Lin­ken nicht ver­deut­li­chen. Dass der deut­sche Oppo­si­ti­ons­füh­rer ein Black­Rock-Mann war bzw. ist, run­det, wie ein Qua­li­täts­jour­na­list schrei­ben wür­de, die Sache ab.

Ein­schub: Sehr hörens­wert zum The­ma sind die Ein­las­sun­gen der Bun­des­tags­ab­ge­ord­ne­ten Bea­trix von Storch.

Die Com­pli­ance-Vor­schrif­ten von Goog­le, Face­book et al. sind ein­drucks­vol­le Bei­spie­le für den woken Kapi­ta­lis­mus. In all die­sen Fir­men darfst du als Ange­stell­ter kein fal­sches Wort sagen, nichts, was als ras­sis­tisch, sexis­tisch, ableis­tisch, frau­en­feind­lich, homo­phob, isla­mo­phob, trans­phob, diver­so­phob und weiß die Geie­rin was noch alles ver­stan­den wer­den könn­te. Wer sich nicht poli­tisch kor­rekt äußert, wird gar nicht erst ein­ge­stellt, und dank der Spu­ren, die jeder im Netz hin­ter­lässt, gilt das auf Jah­re rück­wir­kend. Das ist ein Vor­ge­schmack auf die gleich­ge­schal­te­te Welt der Glo­ba­lis­ten. Die­sem Dik­tat müs­sen sich sogar die Mil­li­ar­dä­re unter­wer­fen. Wenn Bill Gates mor­gen twit­tern wür­de, Frau­en sei­en düm­mer als Män­ner oder Tran­sen sei­en psy­chisch gestört, oder wenn er das Wort „Neger“ aus­sprä­che, wäre er mora­lisch erle­digt und könn­te sein Geld irgend­wo auf einer ein­sa­men Insel zäh­len. Das Regime der Woke­ness ist so tota­li­tär wie jenes der Jako­bi­ner oder der Bol­sche­wi­ki. Die Lin­ken spa­ren die Mili­ar­därs­so­zia­lis­ten bei ihrer per­ma­nen­ten Sys­tem­kri­tik ein­fach aus, nicht­so­zia­lis­ti­sche Mil­li­ar­dä­re wie Elon Musk natür­lich nicht. Sie wol­len ohne­hin den Kapi­ta­lis­mus nicht mehr stür­zen, son­dern bewirt­schaf­ten. Die Lin­ke ist nicht mehr der Wider­sa­cher des Kapi­ta­lis­mus, son­dern sein Parasit.

Die­ses Phä­no­men erscheint nur den­je­ni­gen absurd, die Sozia­lis­mus mit der Ent­eig­nung der Kapi­ta­lis­ten gleich­set­zen. Der kon­ser­va­ti­ve ame­ri­ka­ni­sche Jour­na­list und Pio­nier der Ver­schwö­rungs­theo­rien Gary Allen – er starb 1986 – schrieb sehe­risch: „Wenn man ver­steht, dass der Sozia­lis­mus kein Pro­gramm zur Ver­tei­lung des Wohl­stands ist, son­dern eine Metho­de zur Kon­so­li­die­rung und Kon­trol­le des Reich­tums, dann ist das schein­ba­re Para­do­xon, dass super­rei­che Män­ner den Sozia­lis­mus för­dern, kein Para­do­xon mehr. Kom­mu­nis­mus, oder genau­er gesagt Sozia­lis­mus, ist kei­ne Bewe­gung der unter­drück­ten Mas­sen, son­dern der Wirtschaftselite.“

Sozia­lis­mus ist ein Kon­troll- und Unter­drü­ckungs­pro­gramm mit einer steu­ern­den Herr­schafts­eli­te an der Spit­ze. Sozia­lis­mus bedeu­tet aber vor allem, an zwei Din­ge zu glau­ben: dass die Ent­wick­lung der mensch­li­chen Gesell­schaft plan­bar ist, und dass sich die­se Plä­ne nur rea­li­sie­ren las­sen, indem der Staat die Men­schen zu einem Kol­lek­tiv sozia­li­siert. Dar­aus folgt, dass man, wie der bedeu­ten­de Sozia­list A. Hit­ler ein­mal erklär­te, die Unter­neh­men nicht ent­eig­nen muss – es genügt, wenn sie sich gehor­sam in die staat­li­chen Plä­ne ein­fü­gen. Viel wich­ti­ger sei es, so noch­mals Hit­ler, die Men­schen von Kinds­bei­nen an staat­lich zu orga­ni­sie­ren. Das ver­band die Natio­nal­so­zia­lis­ten mit den Sowjet­kom­mu­nis­ten, und das ver­bin­det die heu­ti­ge soge­nann­te Zivil­ge­sell­schaft mit der dama­li­gen Volks­ge­mein­schaft. Man muss sich auch von der alten lin­ken Theo­rie ver­ab­schie­den, dass die Wirt­schaft den Staat steu­ert. Es ist ein soge­nann­tes Wech­sel­spiel, das Ver­hält­nis von Staat und Kapi­tal ist rezi­prok, wobei der Staat im Zwei­fels­fall die Wirt­schaft dominiert.

Hier ist ein Ein­schub fällig.

Immer wie­der kann man hören und lesen, die deut­sche Gesell­schaft sei sozi­al unge­recht,  markt­ra­di­kal, neo­li­be­ral, ganz Expo­nier­te spre­chen gar von „Raub­tier­ka­pi­ta­lis­mus“. Wie kön­ne ich da von „Sozia­lis­mus“ reden? Nun, wer Deutsch­land als „markt­ra­di­kal” oder „neo­li­be­ral“ bezeich­net, ist ent­we­der selbst ein Sozia­list oder ein Witz­bold. Das Papier­geld­mo­no­pol: staat­lich (Zen­tral­ban­ken). Das Ren­ten­sys­tem: staat­lich. Das Gesund­heits­sys­tem: staat­lich. Das Bil­dungs­sys­tem: staat­lich. Dazu ein Staats­fern­se­hen mit inzwi­schen zehn Mil­li­ar­den Jah­res­bud­get und kla­rem Pro­pa­gan­da­auf­trag. Der Arbeits­markt: gewerk­schaft­lich, also staat­lich regu­liert. Immer stär­ke­re Ein­grif­fe in die Ver­trags­frei­heit über Quo­ten und Diver­si­ty-Klau­seln. Der Woh­nungs­markt: eben­falls staat­lich regu­liert. Die Ener­gie­po­li­tik: staat­lich über Sub­ven­tio­nen gesteu­ert. Die Agrar­po­li­tik: des­glei­chen. Ein Steu­er- und Abga­ben­sys­tem mit Sät­zen bis zu 50 Pro­zent. Die Staats­quo­te über 50 Pro­zent. Dazu kom­men Aber­tau­sen­de Betrie­be in kom­mu­na­lem bzw. staat­li­chem Eigen­tum, an der Spit­ze die Bahn. Der mit Abstand größ­te Etat im Bun­des­haus­halt ist der für Arbeit und Sozia­les, 2023 liegt er bei 166 Mil­li­ar­den Euro und umfasst ein Drit­tel des gesam­ten Haus­hal­tes. Bil­dung und For­schung bekom­men übri­gens 21 Mil­li­ar­den. Die BRD ist ein semiso­zia­lis­ti­scher Staat auf rumpf­markt­wirtschft­li­cher Grund­la­ge mit zuneh­mend levan­ti­ni­schem Antlitz.

Über­haupt sind es die Staa­ten, die heu­te über enor­me, his­to­risch unver­gleich­li­che Steu­er­auf­kom­men das meis­te Geld umschla­gen, was allein die „Green deal”-Billion der EU zeigt. Wür­de man die zehn reichs­ten Deut­schen ent­eig­nen, wie Lin­ke träu­men, hier mal unter­stellt, deren Besitz läge, wie Lies­chen Mül­ler glaubt, prak­tisch bar im Tre­sor, könn­te Deutsch­land nicht ein­mal zwei Jah­re lang davon die Ren­ten bezah­len und unge­fähr sechs bis sie­ben Jah­re lang für die momen­ta­nen Kos­ten der Migra­ti­on auf­kom­men. Es sind die Staa­ten, die die Men­schen beherr­schen, sie über Steu­ern aus­plün­dern, wie es kein Mon­arch je gewagt hät­te, die sie aus­schnüf­feln, zen­sie­ren, bevor­mun­den, in das Gat­ter von Regeln und Vor­schrif­ten sper­ren, die Zusam­men­set­zung der Bevöl­ke­run­gen ver­än­dern, das Kli­ma „ret­ten” und dafür dem­nächst wei­te­re Ent­eig­nun­gen und Frei­heits­ein­schrän­kun­gen durch­set­zen werden.

Streng­ge­nom­men müss­te man sagen: Es ist der tie­fe Staat, der Deep Sta­te, der heu­te in den west­li­chen Gesell­schaf­ten regiert. Wie Sie wis­sen, gehört der Deep Sta­te genau wie der Bevöl­ke­rungs­aus­tausch oder die Exis­tenz einer glo­ba­lis­ti­schen Klas­se zu den Ver­schwö­rungs­theo­rien, die inzwi­schen „Ver­schwö­rungs­my­then“ genannt wer­den müs­sen. Die Medi­en, die gro­ßen­teils eben­falls zu ihm gehö­ren, bezeich­nen den Deep Sta­te euphe­mis­tisch als Zivil­ge­sell­schaft. Die­ses Gewirr aus Par­tei­sub­or­ga­ni­sa­tio­nen, Stif­tun­gen, NGOs – eigent­lich GOs –, sub­ven­tio­nier­ten Kul­tur­ein­rich­tun­gen, tra­di­tio­nel­len und sozia­len Medi­en, Kir­chen, Gewerk­schaf­ten, Uni­ver­si­tä­ten, Think Tanks, Influen­cern und nicht zuletzt der Anti­fa wuchert wie ein Myzel, bestimmt das gesell­schaft­li­che Kli­ma und degra­diert die Par­la­men­te immer mehr zu Mario­net­ten­thea­tern des Zeitgeistes.

Der soge­nann­te Kapi­ta­lis­mus ver­wan­delt sich zuneh­mend in eine Feu­da­lo­lig­ar­chie. Es gibt immer weni­ger Markt, immer mehr staat­li­che Ein­grif­fe in den Markt, eine immer grö­ße­re Kon­zen­tra­ti­on von Kapi­tal in immer weni­ger Hän­den, eine immer enge­re Ver­bin­dung der poli­ti­schen Eli­ten mit den Unter­neh­men und der Unter­neh­men mit der soge­nann­ten Zivil­ge­sell­schaft. Die Alli­anz aus Super­rei­chen und inter­na­tio­nal­so­zia­lis­ti­schen Lin­ken strebt den neu­en und dies­mal mög­lichst glo­ba­len Sozia­lis­mus an, der sich dies­mal als Ret­tung der Mensch­heit vor der Kli­ma­ka­ta­stro­phe, dem Virus der Sai­son, dem Welt­hun­ger, dem Ras­sis­mus der Wei­ßen und der sozia­len Unge­rech­tig­keit aus­gibt. Das Zusam­men­wir­ken von Geld­adel und Moraladel lässt sich gut an der post­mo­der­nen „Kon­zep­ti­on” des Men­schen illus­trie­ren, die von Links­in­tel­lek­tu­el­len ent­wor­fen wur­de. Die­ser Mensch hat kei­ne natio­nal oder kul­tu­rell umgrenz­te Iden­ti­tät mehr. Er ist letzt­lich substanz‑, geschichts‑, tra­di­ti­ons- und geschlechts­los, ein lee­rer Daten­trä­ger, den Regie­rung und Arbeit­ge­ber nach Belie­ben neu beschrei­ben und pro­gram­mie­ren können.

Natür­lich funk­tio­niert die staat­li­che Dres­sur heu­te viel smar­ter als in der DDR oder im Drit­ten Reich, und sie wirkt auch weni­ger zen­tral gesteu­ert. Aber sie erzeugt auf sub­ti­le Wei­se ein ähn­li­ches Her­den­ver­hal­ten. Auch die heu­ti­gen Mana­ger und Unter­neh­mens­füh­rer vom Schla­ge eines Josef Käser – der sich aus Pro­vinz­ler­ehr­geiz Joe Kae­ser nennt – sind in der Zeit­geist­brü­he gegart wor­den. Kae­ser hat Lui­sa Neu­bau­er einen Sitz im Auf­sichts­rat von Sie­mens Ener­gy ange­bo­ten. Das ist unge­fähr so, als wenn der Papst einen Tali­ban­füh­rer in den Kar­di­nals­rat beruft.

Das mag vor­aus­ei­len­der Gehor­sam gewe­sen sein, doch kann sich ein Unter­neh­men unter einem sol­chen gesell­schaft­li­chen Kon­for­mi­täts­druck anders als woke ver­hal­ten? Es ver­sucht, das zu tun, was Unter­neh­men eben tun: sei­ne Pro­duk­te zu ver­kau­fen und sich den Bedürf­nis­sen des Mark­tes anzu­pas­sen. Ich erin­ne­re an den schon etwas zurück­lie­gen­den Fall des Gui­do Baril­la, der in einem Inter­view gesagt hat­te – das war 2013 –, sein Unter­neh­men unter­stüt­ze die klas­si­sche Fami­lie; wenn das Homo­se­xu­el­len nicht gefal­le, könn­ten sie ande­re Nudeln kau­fen. Es folg­te der übli­che Sturm der Ent­rüs­tung, damals noch ohne Skalp. Die Bot­schaft war aber klar: Wem die schö­ne neue Welt der Diver­si­ty nicht gefällt, der soll min­des­tens die Klap­pe hal­ten. Des­we­gen prä­sen­tie­ren sich die meis­ten Unter­neh­men heu­te im dop­pel­ten Sin­ne woke, in den inter­nen Regu­la­ri­en wie in der Kom­mu­ni­ka­ti­on nach außen. Schließ­lich kön­nen sie jeder­zeit ver­pfif­fen wer­den. Wenn ein ein­zel­ner namen­lo­ser Twit­te­rer „Ras­sist!“ rufen kann, ist er für die­sen Moment mäch­ti­ger als der Chef eines DAX-Kon­zerns. Mode und Zeit­geist dik­tie­ren Hand­lun­gen. Des­we­gen tau­chen wie auf Polit­bü­ro­be­fehl in der Wer­bung heu­te über­all schwar­ze oder ander­wei­tig diver­se Models auf. Des­we­gen gen­dern Unter­neh­men inzwi­schen beflis­sen oder suchen nach männlich/weiblich/diversen Mit­ar­bei­tern. Des­we­gen wirbt ein Geträn­ke­her­stel­ler wie Vol­vic damit, dass er Unicef unter­stützt, des­we­gen trom­melt eine Braue­rei wie Krom­ba­cher für die Ret­tung des Regen­walds – ein Voll­rausch ret­tet einen Baum –, des­we­gen ver­si­chert die Deut­sche Bahn ihren Kun­den, dass sie in der Ers­ten Klas­se mit Öko­strom fah­ren und gera­de dort an der Kli­ma­ret­tung teil­ha­ben. Des­we­gen hat L’Oréal die Begrif­fe „weiß“ und „auf­hel­lend“ von sei­nen Kos­me­tik­pro­duk­ten ent­fernt. Und und und.

Die Unter­neh­mens­len­ker wür­den es nicht mehr wagen, sich gegen den Gesin­nungs­ter­ror der soge­nann­ten Zivil­ge­sell­schaft zu wen­den, denn nicht nur Pro­fes­so­ren, Poli­ti­kern, Publi­zis­ten oder Künst­lern droht das Kar­rie­re­en­de beim ers­ten fal­schen Satz, auch ein Mana­ger wäre im Nu sei­nen Job los und ver­schwän­de von den Ein­la­dungs­lis­ten der Schi­cke­ria. So fiel zum Bei­spiel der Twit­ter­mob über den Grün­der der US-Fit­ness­mar­ke Cross­Fit her, Greg Class­man heißt der Mann. Er hat­te den Tweet einer Gesund­heits­ein­rich­tung „Ras­sis­mus ist ein Pro­blem in der öffent­li­chen Gesund­heit“ – Hash­tag: Black­Li­ve­s­Mat­ter – iro­nisch kom­men­tiert mit den Wor­ten: „It’s Floyd-19“ und sich von Leu­ten, die unsin­ni­ge Qua­ran­tä­ne­maß­nah­men unter­stütz­ten, Beleh­rung über den Umgang mit Ras­sis­mus ver­be­ten. Die Hexen­jagd endet mit dem sozia­len Tod; Class­man muss­te als CEO sei­nes Unter­neh­mens zurücktreten.

Im Mai 2022 stürm­te ein SEK die Woh­nung des Ber­li­ner Arz­tes und Coro­na­maß­nah­men-Kri­ti­kers Paul Bran­den­burg. Zuvor war Bran­den­burg in einem amt­li­chen Schrei­ben dar­über infor­miert wor­den, dass man ihm die Waf­fen­be­sitz­kar­te und den Jagd­schein und damit die Waf­fen, die er besitzt, zu ent­zie­hen geden­ke, weil sei­ne Äuße­run­gen zur Pan­de­mie sicher­heits­ge­fähr­dend gewe­sen sei­en. Auch in die Woh­nung sei­ner Mut­ter und sei­nes Bru­ders rück­ten die Beam­ten ein. Zu die­sem Zeit­punkt hat­te ihn Twit­ter längst gesperrt, You­tube und Face­book lösch­ten sei­ne Ein­trä­ge. Bran­den­burgs Kom­men­tar: „Was wäre der Staats­ter­ro­ris­mus der Poli­zei ohne den flan­kie­ren­den Tech-Faschis­mus der Konzerne?”

Stel­len Sie sich vor, irgend­ein deut­scher Mana­ger wür­de sich mit eini­gen Posi­tio­nen der AfD ein­ver­stan­den erklä­ren – sei­ne Ent­las­sung wäre eine Fra­ge von Minu­ten. Aller­dings sit­zen Mana­ger nicht zufäl­lig dort, wo sie sit­zen; sie wis­sen genau, wem und wann sie zu parie­ren haben.

Unter­neh­mer benut­zen die woke Ideo­lo­gie, um sich und ihren Fir­men eine „moder­ne“, „pro­gres­si­ve“ Fas­sa­de zu geben. Das Kli­ma in den meis­ten Unter­neh­men – und in den staat­li­chen Behör­den sowie­so – ist heu­te des­halb nach­hal­tig ver­gif­tet. Jede per­sön­li­che Äuße­rung wird zu einem Eiertanz.

Auf die­se Wei­se beherrscht und kon­trol­liert der kol­lek­ti­vis­ti­sche Schwarm der Zivil­ge­sell­schaft die öffent­li­che Mei­nung. Er ent­schei­det, was gut und was böse ist. Er ver­teilt Repu­ta­ti­on oder erkennt sie ab. Er gibt Per­so­nen zum Abschuss frei. Und die Glo­ba­lis­ten füt­tern die­sen Schwarm, teils aus ihrem Pri­vat­ver­mö­gen, teils aus den Steu­er­töp­fen. Es han­delt sich, wie gesagt, um eine Symbiose.

Das Ziel der glo­ba­lis­ti­schen Klas­se ist die all­mäh­li­che Ent­mach­tung der natio­na­len Par­la­men­te, die Auf­lö­sung der (wei­ßen) Völ­ker und ihrer Natio­nal­kul­tu­ren und die Errich­tung einer Glo­bal Gover­nan­ce, weil die Ret­tung der Mensch­heit vor Kli­ma­wan­del, Ras­sis­mus, Krieg und sozia­ler Unge­rech­tig­keit samt der Trockung aller Trä­nen auf Erden nur durch eine Gro­ße Trans­for­ma­ti­on der Welt­wirt­schaft und die­se wie­der­um allein ver­mit­tels einer zen­tra­len pla­ne­ta­ri­schen Steue­rungs­in­stanz bewerk­stel­ligt wer­den kann. Weil sich Pro­ble­me angeb­lich nicht mehr natio­nal lösen las­sen, spon­sert die glo­ba­lis­ti­sche Klas­se den soge­nann­ten Doo­mis­mus, die Welt­un­ter­gangs­ora­ke­lei. Je schlim­mer die Lage, des­to zen­tra­lis­ti­scher muss schließ­lich die Lösung sein. Fri­days for Future heißt: Hüp­fen für den Globalismus.

Nach­dem man uns im Namen der Volks­ge­sund­heit die Grund­rech­te genom­men hat, wird man sie uns nicht mehr zurück­ge­ben im Namen der Welt­kli­ma­ret­tung. Außer­dem wer­den wir erle­ben, wie die inne­re Auf­lö­sung der Natio­nen durch die Migra­ti­on von Kul­tur­frem­den immer wei­ter vor­an­ge­trie­ben wird. Sie wer­den die Antirassismus‑, Bunt­heits- und Diver­si­täts-Hys­te­rie nie­mals abklin­gen las­sen, und damit wer­den sie die Gesell­schaft in immer klei­ne­re Grup­pen spal­ten. Je mehr sol­che Grup­pen mit Son­der­in­ter­es­sen exis­tie­ren, des­to leich­ter las­sen sie sich gegen­ein­an­der aus­spie­len. Sind die natio­na­len Par­la­men­te zur Kulis­se geschrumpft, weil die eigent­li­chen Ent­schei­dun­gen in glo­ba­lis­ti­schen Gre­mi­en statt­fin­den, gibt es kei­ne Adres­sa­ten für poli­ti­sche Pro­tes­te mehr. Nie­mand ruft mehr „Wir sind das Volk!“.  Ein paar Unru­hen da und dort küm­mern die Glo­ba­lis­ten nicht, weil sie von Frag­men­tier­ten aus­ge­hen. Das sind dann ledig­lich Pro­ble­me für die betrof­fe­nen Anwoh­ner, die dar­un­ter lei­den, für die Poli­zis­ten, die ihre Kno­chen hin­hal­ten, und für die Kär­cher­trupps, die danach auf­räu­men müssen.

Wir erle­ben die Eta­blie­rung einer neu­en glo­ba­len Macht­ar­chi­tek­tur, in der eini­ge XXL-Akteu­re der Wirt­schaft, vor allem die Daten- und Infor­ma­ti­ons­tech­no­lo­gie­mil­li­ar­dä­re, gemein­sam mit aus­ge­wähl­ten NGOs, Think Tanks und Stif­tun­gen wie der Open Socie­ty von Onkel Geor­ge sowie einer Hand­voll von der glo­ba­lis­ti­schen Klas­se finan­zier­ter oder zumin­dest geneh­mig­ter Poli­ti­ker, Wis­sen­schaft­ler und Medi­en­ver­tre­ter dar­über ent­schei­den, wie die Welt von mor­gen aus­se­hen soll. Als ein Hirn des glo­ba­lis­ti­schen Kra­ken – die Kopf­fü­ßer haben bekannt­lich meh­re­re Gehir­ne – gilt das erwähn­te World Eco­no­mic Forum. Wer auf der Web­sei­te des WEF die Sei­te der Part­ner anklickt, stößt auf alles, was in der Wirt­schafts­welt Rang und Namen hat. Allein die Stich­pro­be unter dem Buch­sta­ben A ergibt über 120 Part­ner, dar­un­ter Ama­zon, Ali­baba, Air­bus, Alli­anz, Astra Zene­ca oder AXA.

Das typi­sche Mit­glied die­ses Welt­ret­tungs­zen­tral­ko­mi­tees, wel­ches regel­mä­ßig zu Davos zusam­men­trifft, „ist ein glo­ba­les Unter­neh­men mit einem Umsatz von über 5 Mrd. US-Dol­lar”, belehrt uns Wiki­pe­dia. „Für das Jahr 2019 hat Bloom­berg ins­ge­samt 436 bör­sen­no­tier­te Unter­neh­men iden­ti­fi­ziert, die am Jah­res­tref­fen teil­ge­nom­men haben.” Was als äußerst­mög­li­che Unter­gren­ze des Umsat­zes der zuletzt dort ver­sam­mel­ten Unter­neh­men 2,18 Bil­lio­nen Dol­lar ergä­be. In sol­chen Regio­nen bewe­gen sich auch die reichs­ten Tech-Mil­li­ar­dä­re unter den Top Ten der Ver­mö­gen­den der Erde.

Wür­de der WEF-Häupt­ling Klaus Schwab nichts wei­ter erklä­ren als: „Mei­ne Freun­de und ich wol­len mit den Tech­no­lo­gien der ‚Vier­ten indus­tri­el­len Revo­lu­ti­on’ und dem ‚Inter­net der Din­ge’ Geld ver­die­nen, viel Geld“, hät­te ich kein Pro­blem mit dem Mann. Aber die­se Albe­rich-Natur gibt vor zu wis­sen, was „die Welt“ – und zwar „jedes Land“ – jetzt drin­gend tun „muss“, näm­lich „sämt­li­che Aspek­te unse­rer Gesell­schaf­ten und Wirt­schaf­ten umge­stal­ten“. So haben die Jako­bi­ner, die Kom­mu­nis­ten und die Natio­nal­so­zia­lis­ten gere­det, so reden Über­ge­schnapp­te wie Gre­ta und Lui­sa und die Schwurb­ler der „Letz­ten Gene­ra­ti­on“. So reden Wahnsinnige.

Nun kom­men aber bra­ve Zeit­ge­nos­sen und sagen: War­um soll­ten die­ser ambi­tio­nier­te Mann und Schöp­fer einer neu­en, gerech­te­ren, öko­lo­gi­sche­ren Welt­ord­nung irgend­et­was Böses im Schil­de füh­ren? Ich pfle­ge auf die­se Fra­ge zu ant­wor­ten: Ich kann auch nicht ver­ste­hen, was Lenin und sei­ne Bol­sche­wi­ki gerit­ten hat, im Hand­streich ein Land zu über­neh­men, es in einen Bür­ger­krieg zu trei­ben, jahr­zehn­te­lang im Blut sei­ner Ein­woh­ner zu baden und es schließ­lich in der Selbst­zer­stö­rung enden zu las­sen. Aber ich weiß, dass es pas­siert ist, dass es immer wie­der pas­sie­ren kann, und ich bin mir sicher, dass die Moti­ve die­ser Gangs­ter anfangs sogar halb­wegs gut und edel waren.

Apro­pos. Ein gro­ßes Pro­blem besteht dar­in, dass ich über die Moti­ve, über­haupt den Geis­tes­zu­stand von Leu­ten wie Schwab ledig­lich spe­ku­lie­ren kann. Ich weiß nichts über sie. Nie­mand weiß etwas über sie. Es lie­gen kei­ne Stu­di­en und kei­ner­lei empi­ri­sche Daten über sie vor. „Die wirk­li­chen Eli­ten sind die­je­ni­gen, deren Sozio­lo­gie nie­mand zu schrei­ben wagt“, sagt Carl Schmitt. Sie alle ken­nen den Typus des Böse­wichts in den James-Bond-Fil­men. Die­se Schur­ken sind immer hoch­in­tel­li­gent, zugleich ein biss­chen irre, stink­reich und manisch macht­be­ses­sen. Und der Witz ist: Es gibt sie wirk­lich. Man muss sich ledig­lich von der Idee lösen, sie sei­en böse. Tat­säch­lich sind sie wohl eher gut. Es han­delt sich um umge­kehr­te Teu­fel: Sie sind ein Teil von jener Kraft, die stets das Gute will und stets das Böse schafft. Wie gesagt: Ich spe­ku­lie­re nur.

Viel­leicht lässt sich die Motiv­la­ge sol­cher Super­rei­chen auf die For­mel brin­gen: Geschäft plus Sinn. Die Mit­glie­der des Davo­ser Jet­sets besit­zen einer­seits Geld ohne Ende und enor­men Ein­fluss auf Unter­neh­men, Regie­run­gen, Medi­en und Par­tei­en, sie kön­nen sich als „Lea­der of the Pla­net“ emp­fin­den – in Tom Wol­fes „Fege­feu­er der Eitel­kei­ten“ nen­nen sich die­se Figu­ren „Mas­ters oft the Uni­ver­se“ –, ande­rer­seits sind sie gelang­weilt, in ihrer Abge­ho­ben­heit iso­liert und wol­len ihrem Leben einen tie­fe­ren Sinn ein­schrei­ben. Es han­delt sich um eine Art Über­men­schen­sehn­sucht. In die­ser Lage ste­hen sie natür­lich Ein­flüs­te­run­gen offen – die Super­rei­chen sind ja nicht zwin­gend super­in­tel­li­gent; außer­dem ist die Welt viel zu kom­plex für jeden Einzelkopf.

Ich nei­ge über­dies dazu, die Bewe­gung der Woke­ness als Geburt einer neu­en Welt­re­li­gi­on zu inter­pre­tie­ren. Es han­delt sich um eine inner­welt­li­che Erlö­sungs­re­li­gi­on. Auch rei­che Römer sind vor 1700 Jah­ren vor dem Kreuz auf die Knie gefal­len. Gegen die Ver­hei­ßun­gen und Zwän­ge des Zeit­geis­tes sind auch Mil­li­ar­därs­so­zia­lis­ten macht­los. Ich kann nicht aus­schlie­ßen, dass ein Bill Gates von sich glaubt, er sei ein Heils­brin­ger für die Müh­se­li­gen und Bela­de­nen der Drit­ten Welt. Ande­rer­seits gibt es in die­sem Milieu sehr exklu­si­ve Zukunfts­ideen wie den Trans­hu­ma­nis­mus, die man mit allen Grün­den als men­schen­feind­lich bezeich­nen darf.

Die Akti­vis­tin Aya Veláz­quez, die zugleich als Escort-Girl arbei­te­te, sprach ein­mal über einen ihrer hoch­sol­ven­ten Kun­den, der zum Exzen­tri­kerzir­kel der Trans­hu­ma­nis­ten gehör­te. Was sie dar­über mit­zu­tei­len weiß, fin­de ich durch­aus erhel­lend. „Men­schen, die alles haben, fin­den kei­ne Befrie­di­gung mehr durch noch mehr Kon­sum und noch mehr Geld; das ein­zi­ge, was bei ihnen noch zu Glücks­ge­füh­len führt, ist das Emp­fin­den von Macht, von Stär­ke, das Über­win­den der eige­nen Schwä­che, ein Sich-selbst-als-gott­ähn­lich-erfah­ren. Daher ist der Trans­hu­ma­nis­mus für die Eli­ten eine so attrak­ti­ve Visi­on.” Er kön­ne sogar die „ein­fluss­reichs­te Ideo­lo­gie des 21. Jahr­hun­derts” wer­den. Bei die­sem Kun­den habe sie „einen sehr tie­fen Mensch­heits­e­kel” gespürt, ein „Her­ab­schau­en auf alles, was nicht so reich und erfolg­reich ist wie er. Sol­che Men­schen kön­nen sich gar nicht mehr vor­stel­len, dass in ande­ren Men­schen, die es auf der mate­ri­el­len Ebe­ne nicht so weit gebracht haben, über­haupt vali­de Bewusst­seins­vor­gän­ge gesche­hen.” In dem Gespräch mit ihm habe sie begrif­fen, „dass er Bewusst­sein als äthe­ri­sche Ein­heit ver­steht, die sich belie­big auf neue Sub­stra­te über­tra­gen lässt”. In sol­chen Per­so­nen lode­re ein „Hass auf die eige­ne End­lich­keit, auf den Ver­fall des eige­nen Kör­pers”. Bewusst­sein sei für sie „ein Aus­lauf­mo­dell, das sich eine neue Emer­genz­ebe­ne sucht”.

Ein beson­ders ambi­tio­nier­ter Zir­kel super­rei­cher Tech-Pio­nie­re plant, aus­ge­wähl­te Tei­le der Gat­tung Homo sapi­ens – für vie­le wird es nie rei­chen – auf die nächs­te Evo­lu­ti­ons­stu­fe zu heben. Es geht um die künst­li­che Opti­mie­rung des Men­schen, einer­seits durch Rege­ne­ra­ti­on und Höher­ent­wick­lung mensch­li­cher Zel­len, Orga­ne, ja der DNA über­haupt ver­mit­tels der Bio­tech­no­lo­gie, zum ande­ren durch die immer wei­te­re Ver­schmel­zung von Mensch und Maschi­ne. Das klingt nach Sci­ence Fic­tion, doch immer­hin wer­den die­se Ent­wick­lun­gen mit Mil­li­ar­den­bud­gets vor­an­ge­trie­ben. Stamm­zel­len­for­schung, gene­ti­sche Mani­pu­la­ti­on von Orga­nis­men und Viren, Xeno­trans­plan­ta­ti­on, künst­li­che Her­stel­lung von Gewe­be, Nano­bots, sub­ku­ta­ne Chips, die Ver­knüp­fung bio­lo­gi­scher Zel­len mit Hard­ware, all das exis­tiert ja längst. Der alte Adam mit sei­nen Gefüh­len, Lei­den­schaf­ten und Schwä­chen soll abge­tan, der mensch­li­che Geist auf ein infor­ma­ti­ons­ver­ar­bei­ten­des Sys­tem redu­ziert wer­den. Dar­aus folgt im Umkehr­schluss die Über­zeu­gung, dass die prak­tisch unbe­grenz­te und des­halb den Men­schen an Leis­tungs­fä­hig­keit him­mel­weit über­tref­fen­de KI den mensch­li­chen Geist ablö­sen kön­ne und müs­se. Bereits 2004 hat­te der Goog­le-Grün­der Ser­gey Brin die Her­stel­lung einer selbst­den­ken­den und ‑ler­nen­den Maschi­ne zum obers­ten Ziel sei­nes Unter­neh­mens erklärt.

Wenn ich vor­hin sag­te, die Woke­ness sei eine neue inner­welt­li­che Erlö­sungs­re­li­gi­on, der sich auch die meis­ten Super­rei­chen anschlie­ßen, dann ist der Trans­hu­ma­nis­mus sozu­sa­gen die tran­szen­den­te Reli­gi­on für die­se Kli­en­tel. Die Mil­li­ar­därs­so­zia­lis­ten wol­len den Sozia­lis­mus ja nicht für sich. Aber das ist ein ande­res Thema.

 

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