Leben wir in Zeiten ohnegleichen?

Und wenn ja, was wür­de dar­aus folgen?/Eine Betrach­tung

 

Cham­fort berich­tet in einer sei­ner Anek­do­ten, Madame de Roche­fort sei gefragt wor­den, ob sie Lust hät­te, die Zukunft im vor­aus zu wis­sen. „Nein“, habe die lebens­klu­ge Dame erwi­dert, „sie ist der Ver­gan­gen­heit all­zu ähn­lich.“ Die­se Ant­wort bringt eine Welt­sicht zum Aus­druck, die man heu­te kon­ser­va­tiv nen­nen wür­de – näm­lich dass immer die glei­chen Spie­le gespielt wer­den, wenn auch in wech­seln­den Kos­tü­men –, und zwar in einer Zeit, als es den Begriff „kon­ser­va­tiv“ ver­mut­lich noch gar nicht gab. Madame de Roche­forts Wor­te beschrei­ben eine Über­zeu­gung, die jahr­hun­dert­lang galt, weil sie empi­risch immer wie­der neu bestä­tigt wur­de. Aller­dings fal­len die­se Wor­te am Vor­abend der welt­his­to­ri­schen Zäsur, mit wel­cher der Ver­such anhebt, sie von grund­auf zu widerlegen. 

Die Rede ist, natür­lich, von der Fran­zö­si­schen Revo­lu­ti­on. Es gab, im Zusam­men­spiel mit der sie beglei­ten­den indus­tri­el­len Revo­lu­ti­on, kei­nen tie­fe­ren Bruch in der Geschich­te. Damals begann sich alles umzu­keh­ren, was bis dahin galt, und heu­te sind die „Ideen von 1789“ zumin­dest in der west­li­chena Welt Gemein­gut, übri­gens auch bei den meis­ten, die sich für kon­ser­va­tiv hal­ten. Es han­delt sich bei die­sen „Ideen“ um ein Kon­glo­me­rat von Glau­bens­ar­ti­keln, die bekannt­lich eine unge­heu­re welt­his­to­ri­sche Kar­rie­re hin­ge­legt haben. Die fun­da­men­tals­ten sind der Glau­be an die prinz­piel­le Gleich­wer­tig­keit aller Men­schen, an die Demo­kra­tie als bes­te aller Staats­for­men und an die Not­wen­dig­keit per­ma­nen­ter Eman­zi­pa­ti­on, die not­falls mit Gewalt durch­ge­setzt wer­den muss, auf dass der gesell­schaft­li­che Fort­schritt nim­mer ende. 

Mit der Abschaf­fung Got­tes per Dekret, der öffent­li­chen Ermor­dung des Königs und gro­ßer Tei­le des Adels sowie der Ein­füh­rung eines neu­en Kalen­ders, begin­nend beim Jah­re Null, demons­trier­ten die jako­bi­ni­schen Revo­lu­tio­nä­re, wel­che Rol­le, wenn es nach ihnen gin­ge, fort­an der Tra­di­ti­on zukom­men soll­te. Sie waren der Über­zeu­gung, etwas prä­ze­denz­los Neu­es zu schaf­fen – bis ihre eige­nen Köp­fe roll­ten, doch in gewis­sem Sin­ne sogar dar­über hin­aus: Wenn­gleich Napo­le­on den revo­lu­tio­nä­ren Elan in his­to­risch gewohn­te Bah­nen lenk­te, blieb der Bruch mit allem Vor­he­ri­gen doch in der Welt. 

Damit wären die Wor­te gefal­len, um die es hier im Wesent­li­chen gehen soll: Die Fra­ge, ob wir inzwi­schen in prä­ze­denz­lo­sen Zei­ten leben, lässt sich, wenn über­haupt, nur vor dem Hin­ter­grund der Tra­di­ti­on beant­wor­ten, genau­er gesagt: vor des­sen Ver­schwin­den, vor dem Bruch mit allem Vor­he­ri­gen. – Wenn wir in prä­ze­denz­lo­sen Zei­ten leben, wür­de dies bedeu­ten, dass unse­re Pro­ble­me, Idea­le, Moral­vor­stel­lun­gen und Mög­lich­kei­ten – mit einem Wort: unser Men­schen­bild – so grund­le­gend ver­schie­den von allem wäre, was für unse­re Alt­vor­dern galt, dass uns sämt­li­che Tra­di­ti­on nichts mehr zu sagen hät­te. Wir hät­ten uns dann sozu­sa­gen von der bis­he­ri­gen Geschich­te abge­sto­ßen, unge­fähr so, wie sich Homo sapi­ens vom Nean­der­ta­ler abge­sto­ßen hat. In die­sem Fall wäre es mög­lich wenn nicht gar gebo­ten, dass alle phi­lo­so­phi­schen, reli­gö­sen, spi­ri­tu­el­len, meta­phy­si­schen Ver­bin­dun­gen zur Ver­gan­gen­heit gekappt wer­den. Die Geschich­te und ihr Stu­di­um wür­den uns nichts mehr ange­hen, weil das, was war, kei­ne Aktie mehr dar­an hät­te, was wird oder wer­den soll. Aus Geschich­te wür­de allen­falls „Fan­ta­sy”, ein schon heu­te erkenn­ba­rer Trend. Ein Satz wie: „Jahr­hun­der­te­al­te Bräu­che ver­lang­ten, daß sich die Fami­lie Sali­na am Tag nach der Ankunft ins Klos­ter San­to Spi­ri­to begab, um am Grab der seli­gen Cor­bè­ra zu beten“ (aus Giu­sep­pe die Lam­pe­du­sas Roman „Il Gat­to­par­do“), ver­lö­re jeg­li­chen Sinn. Wer jetzt fragt, was an die­ser Pro­ble­ma­tik inter­es­sant sein soll, schie­ne für den Anbruch prä­ze­denz­lo­ser Zei­ten zumin­dest gut gerüstet… 

Das Chris­ten­tum hat in unse­rem Welt­kreis die jüdi­sche Idee instal­liert, dass die Geschich­te eine Rich­tung besit­ze und auf einen fina­len Ter­min zusteue­re. In inner­welt­li­cher Form taucht die­ser Gedan­ke im Mar­xis­mus wie­der auf, wo qua­si das gesam­te Mensch­heits­ge­sche­hen bis zur pro­le­ta­ri­schen Revo­lu­ti­on zu einer Art Vor­ge­schich­te degra­diert wird, nach deren Ende die Mensch­heit ins Reich der Ver­hei­ßung ein­tritt. Geschich­te im her­kömm­li­chen Sinn, so lau­te­te die Idee, fän­de dann nicht mehr statt. Für unser The­ma ist die Vor­stel­lung fest­hal­tens­wert, dass am Ende des Zeit­pfeils ein neu­er, der ver­meint­lich prä­zen­denz­lo­se Zustand ein­tritt. Bekannt­lich lagen die Mar­xis­ten mit ihren Pro­phe­zei­un­gen falsch, es gab aber eine Rei­he ver­gleich­ba­rer Pro­gno­sen von Den­kern an der Zeit­gren­ze zwi­schen bür­ger­li­cher und Mas­sen­ge­sell­schaft. Erin­nert sei an Nietz­sches „letz­ten Men­schen“, der von sich behaup­tet, „das Glück erfun­den“ zu haben und der „am längs­ten lebt“, an Max Schelers „Welt­al­ter des Aus­gleichs“, das den „rela­ti­ven All­men­schen“ her­vor­brin­ge, an Hei­deg­gers „Welt­zi­vi­li­sa­ti­on“ als Ende aller Hei­mat oder an die „Nach­ge­schich­te“ vul­go „Post­his­toire“ des fran­zö­si­schen Den­kers Antoi­ne Cour­not, in der eine „sozia­le Kris­tal­li­sa­ti­on“ statt­fin­den wer­de, also eben das Ende des his­to­ri­schen Flus­ses. Zuletzt ver­kün­de­te bekannt­lich Fran­cis Fuku­ya­ma die The­se vom „Ende der Geschich­te“ im west­li­chen libe­ra­len Sys­tem. Egal, ob sol­che Theo­rien mit opti­mis­ti­schem oder pes­si­mis­ti­schem Duk­tus vor­ge­tra­gen wur­den, haben sie alle etwas gemein­sam: Sie ver­kün­den das Ein­tre­ten eines qua­li­ta­tiv völ­lig neu­en Weltzustands. 

Das Modell des Zeit­pfeils kon­kur­riert bekannt­lich mit jenem des Rades bzw. der Zyklen, wie es spe­zi­ell in Asi­en vor­herrscht (hier­zu­lan­de denkt man in die­sem Zusa­men­hang vor allem an die Geschichts­mor­pho­lo­gie Oswald Speng­lers); viel­leicht gehö­ren bei­de auch auf geheim­nis­vol­le Wei­se zusam­men. Wer woll­te aus­schlie­ßen, dass unser Zustand, der hier als womög­lich prä­ze­denz­los ange­spro­chen wur­de, tat­säch­lich bloß einen abge­lau­fe­nen Zyklus dar­stellt, an des­sen Ende der Kol­laps des west­li­chen Wirt­schafts­sys­tems steht, dem eine Völ­ker­wan­de­rung und ein neu­es Mit­tel­al­ter fol­gen? Die­se Vor­stel­lung ist nicht abwe­gig, aber intel­lek­tu­ell lang­wei­lig – von so apar­ten Details abge­se­hen, dass es dann kei­ne Grü­nen und kein Gen­der-Main­strea­ming mehr gäbe. Das­sel­be gilt für das mög­li­che Ende aller Geschich­te durch die Selbst­ab­schaf­fung des Men­schen­ge­schlechts, die Prä­ze­denz­lo­sig­keit schlecht­hin – nur wen wür­de das noch inter­es­sie­ren? Gehen wir also davon aus, dass der Mensch ver­mit­tels der Tech­nik und der Wirt­schaft wei­ter­hin auf die­sem Pla­ne­ten das auf­recht erhält, was man gemein­hin Fort­schritt oder Ent­wick­lung nennt. 

Zunächst liegt auf der Hand, dass in einem ein­fa­chen Sin­ne prä­ze­denz­los in der Welt­ge­schich­te vie­les war, ob nun Faust­keil, Pfeil, Rad oder Ein­baum, Artil­le­rie­gran­te oder Ver­ben­nungs­mo­tor. Hier geht es nicht um die vie­len bei­spiel­lo­sen Neue­run­gen, von denen die Geschich­te voll ist; „prä­ze­denz­los“ meint in unse­rem Zusam­men­hang: alle bis­he­ri­ge Geschich­te über­stei­gend. Eine neue Tech­no­lo­gie wür­de nur dann einen bei­spiel­los neu­en Welt­zu­stand her­bei­füh­ren, wenn sie einen tota­len Para­dig­men­wech­sel, eine grund­le­gen­den Wan­del der Con­di­tio huma­na aus­löst. Com­pu­ter und Inter­net bil­den frag­los eine Zäsur ers­ten Ran­ges, die in ihren Wir­kun­gen nur mit der Ein­füh­rung der Schrift und der des Buch­drucks ver­gleich­bar sein dürf­te – immer­hin gibt es mit dem „Rech­ner“ jetzt ein Ding, das in einer Wei­se an der Kom­mu­ni­ka­ti­on teil­nimmt wie bis­lang nur das Bewusst­sein. Aber ob die­ser tech­no­lo­gi­sche Sprung in die welt­ge­schicht­li­che Prä­ze­denz­lo­sig­keit führt, bleibt offen. 

Ande­re Sprung­bret­ter in womög­lich unge­ahn­te Welt­zu­stän­de befin­den sich durch die künst­li­che Intel­li­genz zumin­dest im Reiß­brett­sta­di­um. Ob es dem Men­schen jemals gelingt, das Altern zu besie­gen, wie man­che Wis­sen­schaft­ler pro­phe­zei­en, ste­he dahin; soll­te tat­säch­lich eines Tages ein Alters-Gen ent­deckt wer­den, käme es wohl zu einem Methu­sa­lem-Kom­plott, wel­ches die­sen Namen auch ver­dien­te. Aber bereits die deut­li­che Ver­zö­ge­rung des Alterns als Mas­sen­phä­no­men wäre ein prä­ze­denz­lo­ser Ein­griff in das bio­lo­gi­sche Uhr­werk der Gat­tung. Voll­ends prä­ze­denz­los wäre, wenn Men­schen begän­nen, die Erde zu ver­las­sen und ande­re Pla­ne­ten zu besie­deln. Bei­des ist noch Sci­ence fic­tion, bei­des sind uralte Mensch­heits­träu­me. Neu und für unser The­ma zumin­dest als eine Art Hin­ter­grund­rau­schen rele­vant ist, dass sie nicht mehr nur von Phan­tas­ten, son­dern auch von Prak­ti­kern geträumt wer­den. Am Ran­de: Die abseh­ba­re Umwand­lung der Fau­na und Flo­ra des Pla­ne­ten in eine ein­zi­ge Plan­ta­ge zum aus­schließ­li­chen Nut­zen der unan­ge­foch­te­nen Herr­scher­spe­zi­es Mensch läuft ent­we­der auf eine Kata­stro­phe oder auf einen unver­gleich­lich neu­en Zustand hinaus. 

Im Fol­gen­den wer­den – weni­ger kon­zis als viel­mehr kon­zen­trisch – prä­ze­denz­los erschei­nen­de Ein­zel­phä­no­me­ne gelis­tet, die alle mit­ein­an­der zusam­men­hän­gen, wes­halb ihre Rei­hen­fol­ge eher belie­big ist. Die Beant­wor­tung der Fra­ge, ob sie ins­ge­samt einen prä­ze­denz­lo­sen Zustand erge­ben, sei jedem selbst anheimgestellt. 

Augen­schein­lich erweckt die schie­re Beschleu­ni­gung heut­zu­ta­ge die Vor­stel­lung von etwas Prä­ze­denz­lo­sem, auch inso­fern, als die Klüf­te zwi­schen den Genera­tio­nen tie­fer klaf­fen denn je, weil immer mehr „Infor­ma­ti­on“ hin­ein­pas­sen muss. Die Nach­kom­men wer­den ihren Eltern immer schnel­ler immer unähn­li­cher. „Schau­en Sie sich Ihr Kind genau an“, ora­kel­te der IT-Guru Ray Kurz­weil, „wenn es erwach­sen ist, wird nahe­zu nichts auf der Welt mehr so sein wie heu­te.“ Anders­her­um: Prä­ze­denz­los ist die Geschwin­dig­keit, mit wel­cher der Mensch heu­te kul­tu­rel­le Ver­lus­te hin­neh­men und sich neu­en Kon­stel­la­tio­nen anpas­sen oder sich von ihnen über­ren­nen las­sen muss. 

Aus der Beschleu­ni­gung resul­tiert eine Kom­ple­xi­tät und ver­wir­ren­de Unüber­schau­bar­keit der moder­nen Welt, die sich eben­falls als bei­spiel­los beschrei­ben lässt. Wir leben in einer „Form gesell­schaft­li­cher Selbst­or­ga­ni­sa­ti­on, die sowohl auf der mikro­lo­gi­schen als auch auf der makro­lo­gi­schen Ebe­ne sehr viel mehr Varia­tio­nen zulässt, als wir es bis­her gewohnt sind“, notiert der Kul­tur­theo­re­ti­ker Dirk Baecker und pro­phe­zeit die Ent­ste­hung von „Milieus der Lebens­füh­rung, die nie­mand sich bis­her vor­stel­len kann“. 

Seit der Mit­te des ver­gan­ge­nen Jahr­hun­derts häu­fen sich Signal-Ereig­nis­se, die alle­samt Epo­chen­schwel­len mar­kie­ren: die Atom­bom­be, die Erfin­dung der Pil­le, die bemann­te Raum­fahrt, der Blick auf die Erde von außen, die Mond­lan­dung, die Ent­de­ckung des gene­ti­schen Codes, die ers­te Geschlechts­um­wand­lung, das Klon­schaf Dol­ly, die Ent­schlüs­se­lung des mensch­li­chen Genoms, der Sieg des Com­pu­ters „Deep Blue“ über Schach­welt­meis­ter Gar­ri Kas­parow… Es war ein­mal mög­lich, etwa vom Stand­punkt Hegels, Dar­wins, Freuds, Marx’ oder Rudolf Stei­ners, kom­plet­te Gesell­schafts­mo­del­le zu kon­stru­ie­ren. Das wür­de heu­te nie­mand mehr ver­su­chen. Kein Kopf kann das glo­ba­le Gesche­hen mehr zusam­men­den­ken. Luh­manns Sys­tem­theo­rie beweist eher die­se Aus­sa­ge als das Gegen­teil, indem sie das nahe­zu unüber­brück­ba­re Zugleich inkom­men­sura­bler Struk­tu­ren beschreibt, in denen jeweils eige­ne Kom­mu­ni­ka­ti­ons­mus­ter wal­ten. Peter Slo­ter­di­jk ver­wen­det in sei­ner „Sphären“-Trilogie, einer Uni­ver­sal­ge­schich­te des mensch­li­chen In-der-Welt-Seins, für unse­ren Gesell­schafts­bau die Meta­pher des Schaums: „Wir ver­ste­hen unter ‚Gesell­schaft’ ein Aggre­gat aus Mikro­sphä­ren (Paa­re, Haus­hal­te, Betrie­be, Ver­bän­de) ver­schie­de­nen For­mats, die wie die ein­zel­nen Bla­sen in einem Schaum­berg anein­an­der gren­zen und sich über- und unter­ein­an­der schich­ten, ohne für­ein­an­der wirk­lich erreich­bar noch von­ein­an­der effek­tiv trenn­bar zu sein.“ Slo­ter­di­jk kon­sta­tiert ein „Abklin­gen des zen­tri­schen Deli­ri­ums (anthro­po, eth­no, ego, logo)“ und den Über­gang in eine „elas­ti­sche Seinsweise“. 

Das Ver­schwin­den des einen Zen­trums führt frei­lich direkt in ein poly­zen­tri­sches Deli­ri­um. Man kann dies leicht an den ver­schie­de­nen öko­no­mi­schen Theo­rien zei­gen, die alle die­sel­be Welt­wirt­schaft ver­geb­lich zu erfas­sen suchen, aber noch bes­ser an der Poli­tik, die in ihrer Rhe­to­rik des­to elas­ti­scher wird, je unkal­ku­lier­ba­rer ihre Wir­kun­gen und vor allem unbe­ab­sich­tig­ten Neben­wir­kun­gen wer­den. In gewis­sem Sin­ne ist jeder moder­ne Poli­ti­ker ein tra­gi­scher Mensch: Sobald er han­delt, wird er schul­dig – er ahnt nur noch nicht, wor­an. Es war zu allen Zei­ten so, dass gro­ße Han­deln­de wenig vom erreich­ten, was sie beab­sich­tig­ten – man den­ke nur an Napo­le­on, Lenin, Chur­chill oder Hit­ler –, aber heu­te ist es so gut wie sicher; Frau Mer­kel wird in zwan­zig Jah­ren ein Lied davon zu sin­gen wissen. 

Wenn man sich über­legt, wel­che Fak­to­ren in die­sem Zeit­raum unse­re Gesell­schaft beein­flus­sen wer­den: Finanz­kri­sen, Infla­tio­nen, Zusam­men­bruch der EU oder Ret­tung der EU, mit wel­chen poli­ti­schen Kon­flik­ten und mone­tä­ren Fol­gen auch immer, Ener­gie­be­schaf­fungs­pro­ble­me, Ernäh­rungs­be­schaf­fungs­pro­ble­me, „nor­ma­le“ Migra­ti­on via Kreiß­saal und Fami­li­en­nach­zug, „ver­schärf­te“ Migra­ti­on aus Afri­ka und Nah­ost, men­schen­ge­mach­te Erd­er­wär­mung als Ideo­lo­gie oder als Fak­tum (man weiß nicht, was fol­gen­rei­cher wäre), in einer immer dich­ter bevöl­ker­ten Welt all­zeit dro­hen­de Pan­de­mien, Über­fi­schung der Mee­re, Zer­sie­de­lung der Öko-Sys­te­me, isla­mi­scher Fun­da­men­ta­lis­mus in har­ter, sprich ter­ro­ris­ti­scher, und wei­cher, sprich infil­tra­ti­ver Form, Links- und Rechts­ex­tre­mis­mus, das Aus­grei­fen Chi­nas mit sei­nem Pro­duk­ti­ons- und Ener­gie­hun­ger, der Rück­zug der USA aus der euro­päi­schen Poli­tik, ein mög­li­cher ato­ma­rer Nah­ost­kon­flikt, das glo­ba­le Noma­di­sie­ren der Wirt­schaft und der Qua­li­fi­zier­ten, die immer wei­te­re Tech­ni­sie­rung und Elek­tro­ni­sie­rung des All­tags, die immer dich­te­re Ver­net­zung von immer mehr Per­so­nen und Insti­tu­tio­nen, die Gen­tech­nik mit ihren unge­ahn­ten Mög­lich­kei­ten der Opti­mie­rung des Men­schen, die künst­li­che Intel­li­genz mit ihren unge­ahn­ten Mög­lich­kei­ten, ein men­schen­un­ab­hän­gi­ges Den­ken zu erzeu­gen, immer weni­ger Arbeit für Men­schen, weil immer mehr von Maschi­nen und Com­pu­tern geleis­tet wird, dazu Über­al­te­rung, Kri­mi­na­li­tät, Vers­lu­mung, Analpha­be­ten­tum, über­dehn­te Sozi­al­sys­te­me… – hal­ten wir an die­ser Stel­le erschöpft inne. Es gibt, wie es scheint, tat­säch­lich nur noch auf Treib­sand errich­te­te Schäume. 

His­to­risch ein­zig­ar­tig ist die inzwi­schen erreich­te Syn­chro­ni­tät der Welt. In der zwei­ten Hälf­te des vori­gen Jahr­hun­derts ent­stand durch die Nach­rich­ten­elek­tro­nik und den Flug­ver­kehr eine bis­lang unge­kann­te Wahr­neh­mung von glo­ba­ler Gleich­zei­tig­keit; plötz­lich emp­fan­den sich Men­schen über Kon­ti­nen­te hin­weg als „Genera­ti­on“, und heu­te wird der gesam­te Glo­bus durch Pop­mu­sik, Mas­sen­me­di­en und Sport­er­eig­nis­se auf syn­chron gestellt. Die suk­zes­si­ve Ver­brei­tung des Eng­li­schen als Welt­spra­che, gewis­ser­ma­ßen die begin­nen­de Auf­he­bung der baby­lo­ni­schen Sprach­ver­wir­rung, ist ein sym­bio­ti­scher Bestand­teil die­ses Pro­zes­ses. Als Kehr­sei­te voll­zieht sich ein seman­ti­sches Arten­ster­ben, wie es noch nie zu beob­ach­ten war, etwas Prä­ze­denz­lo­ses also zugleich im Wer­den wie im Vergehen. 

Die Syn­chron­schal­tung des Glo­bus bedeu­tet, bei aller Ungleich­zei­tig­keit der tech­no­lo­gi­schen und sozia­len Zustän­de, eine wie­der­um his­to­risch sin­gu­lä­re Total­herr­schaft der Gegen­wart (sofern wir nur jene Zeit in den Blick neh­men, die uns als irgend­wie „geschrie­be­ne“ Geschich­te gilt; die Stein­zeit war auch eine Total­herr­schaft der Gegen­wart). Der moder­ne Mensch lebt außer­halb der Geschich­te, jedoch nicht so wie der Bau­er des Mit­tel­al­ters, des­sen Leben sich in natur­haf­ten Zyklen voll­zog, in denen nichts nor­ma­ler war als der Wech­sel der Genera­tio­nen und das Wachs­tum sei­ner Vieh­be­stän­de, son­dern er beginnt die Fähig­keit zu ver­lie­ren, in Genera­tio­nen zu den­ken, er betrach­tet sich nicht mehr als Zwi­schen­glied einer Ket­te, die Ver­bin­dung zum Ges­tern ist abge­ris­sen, und ob er je eine zum Mor­gen her­stel­len wird, hängt von bio­gra­fi­schen Zufäl­len ab. Er denkt die Enkel nicht nur nicht mehr mit, er glaubt oft­mals gar nicht mehr an sie – wobei man zuge­ste­hen muss, dass wir erst­mals in der Geschich­te einen Punkt erreicht haben, wo sich die Lebens­welt eines mög­li­chen Enkels kom­plett unse­rer Vor­stel­lungs­kraft ver­sperrt. Dem moder­nen west­li­chen Mensch sind der Süd­ame­ri­ka­ner oder der Indo­ne­si­er sei­ner Gegen­wart näher und ver­trau­ter als der deut­sche Bür­ger des spä­ten 19. Jahr­hun­derts, vom preu­ßi­schen Frei­wil­li­gen des Jah­res 1813 zu schwei­gen, denn die­se Men­schen essen das­sel­be Fast­food wie er, sie sehen die­sel­ben Fil­me, hören die­sel­be Musik und träu­men die­sel­ben Träume. 

Dass sich die Ange­hö­ri­gen eines Vol­kes oder eines Kul­tur­krei­ses stär­ker von ihren Vor­fah­ren getrennt füh­len als von ande­ren zeit­ge­nös­si­schen Völ­kern und Kul­tur­krei­sen, ist welt­his­to­risch bei­spiel­los. Die Zeit trennt mehr als der Raum, weil es den Raum nicht mehr gibt. Die moder­nen Ver­kehrs- und Kom­mu­ni­ka­ti­ons­mit­tel haben ihn auf­ge­ho­ben. Zugleich dekla­riert die moder­ne Men­ta­li­tät die Gegen­wart als den aktu­el­len Aggre­gat­zu­stand einer noto­risch anzu­stre­ben­den Zukunft und damit zur ein­zig gül­ti­gen Zeit, außer­halb derer sich auf­zu­hal­ten etwas für Spin­ner oder Fins­ter­män­ner ist. 

Das heißt, dass die Ver­wur­ze­lung in der Zeit qua­si täg­lich schwä­cher wird, weil die­se Wur­zeln stän­dig abster­ben. Die Men­schen haben aus dem Pro­gress der Medi­zin, der Tech­nik, der Wirt­schaft und der Unter­hal­tungs­in­dus­trie den Schluss gezo­gen, dass neu = gut ist, und nichts mehr alt sein darf, was inzwi­schen sogar für die Küns­te und die Gesell­schafts­theo­rien gilt. Ein­zel­ne Retro-Moden und das Gere­de von – typi­scher­wei­se: neu­er – Bür­ger­lich­keit kön­nen nicht davon ablen­ken, dass die­se Gesell­schaft zutiefst neo­ma­nisch denkt bzw. „tickt“. Die Revo­lu­ti­on ist qua­si auf Per­ma­nenz gestellt. Des­halb wer­den einem heut­zu­ta­ge die Klas­si­ker, wenn über­haupt, stets mit der Bei­fü­gung ange­dient, sie sei­en hoch­ak­tu­ell. Neu­heit und Aktua­li­tät sind Wer­te an sich gewor­den; „gest­rig“ ist ein Schimpf­wort, stei­ger­bar zur Exkom­mu­ni­ka­ti­ons­for­mel „ewig­gest­rig“. Alle tra­di­tio­nel­len Gesell­schaf­ten wan­del­ten in den Spu­ren ihrer Alt­vor­dern, wir ver­wi­schen sie – wenn wir nicht gera­de damit beschäf­tigt sind, jene zu ver­ur­tei­len, die sie hin­ter­lie­ßen. Auch das dürf­te welt­his­to­risch sin­gu­lär sein. 

Prä­ze­denz­los im Sin­ne des alten dia­lek­ti­schen Kniffs, dass Quan­ti­tät ab einem Punkt in eine neue Qua­li­tät umschlägt, ist inzwi­schen die schie­re Zahl der Men­schen. Mit einer gewis­sen Rat­lo­sig­keit sieht man zu, wie es „der Mensch­heit gegen­wär­tig gelingt, sich auf einem Kom­ple­xi­täts­ni­veau und mit einer Bevöl­ke­rungs­zahl zu repro­du­zie­ren, die als evo­lu­tio­när unwahr­schein­lich zu beschrei­ben eine Unter­trei­bung ist“ (Dirk Baecker). Das Zeit­al­ter der Mas­sen, viel­fach mit kul­tur­pes­si­mis­ti­schem Unter­ton ange­kün­digt, ist end­gül­tig ange­bro­chen. Bemer­kens­wert dabei ist, dass die­ser Fest­stel­lung in der Umpols­te­rung des heu­ti­gen Zeit­geis­tes nichts Bedroh­li­ches oder zumin­dest kul­tu­rell Pro­ble­ma­ti­sches mehr eig­net. Beden­ken gegen die Men­schen­mas­sen wer­den heu­te allen­falls noch aus öko­lo­gi­scher Sicht ange­mel­det, der Mas­sen­mensch an sich scheint kein The­ma mehr zu sein, ver­mut­lich weil sich inzwi­schen jeder die ega­li­tä­re Zwangs­ja­cke ange­zo­gen hat. Die Bewoh­ner der Metro­po­len sind Scha­ren loser Ein­zel­ner gewor­den, Berufs­no­ma­den ohne spe­zi­el­le Hei­mat, viel­leicht bald auch ohne Hei­mat­ge­fühl. Der Ort sei­ner Her­kunft bin­det den Men­schen nicht mehr. Das moder­ne Indi­vi­du­um lässt die Groß­fa­mi­lie eben­so hin­ter sich wie die his­to­ri­schen Groß­kol­lek­ti­ve – Stand, Klas­se, Volk, Nati­on –, für die es kei­ne Loya­li­tä­ten mehr emp­fin­det, und orga­ni­siert sich in wech­seln­den Inter­es­sens­ver­bän­den. Wer nicht zur her­kunfts­lo­sen, fle­xi­blen Mas­se gehö­ren will, lebt zuneh­mend mit dem Gedan­ken, er habe irgend­wie den Zug ver­passt bzw. gene­rell als Ange­hö­ri­ger einer auf Ent­wick­lungs­per­ma­nenz genorm­ten Gat­tung versagt. 

Doch auch den erfolg­reich fle­xi­blen Gat­tungs­ver­tre­tern ste­hen nar­ziss­ti­sche Krän­kun­gen unge­ahn­ten Aus­ma­ßes bevor. Dass die Mög­lich­keit, Men­schen zu klo­nen, aus der Sci­ence-Fic­tion-Lite­ra­tur in die Wirk­lich­keit gewan­dert ist, bringt die wach­sen­de Ver­fal­len­heit des Mas­sen­men­schen an die Tech­nik ide­al­ty­pisch zum Aus­druck. Noch sind zwar Men­schen­klo­ne Theo­rie, aber wer zwei­felt ernst­haft dar­an, dass sie bald eben­so Rea­li­tät sein wer­den wie Robo­ter und Ava­tare bereits heu­te? Das explo­si­ons­ar­ti­ge Wachs­tum der künst­li­chen Intel­li­genz und ihrer Trä­ger­sys­te­me hat unse­rer Epo­che den ver­rä­te­ri­schen Namen „Com­pu­ter­zeit­al­ter“ beschert. Vom Welt­all aus betrach­tet, könn­te man durch­aus einen Kampf zwi­schen den­ken­der Bio­mas­se und rech­nen­der Tech­no­sphä­re um die Ener­gie­res­sour­cen eines Pla­ne­ten kon­sta­tie­ren. Hol­ly­wood, wie stets der Zeit vor­aus, hat es längst getan („Ter­mi­na­tor“, Matrix“ etc.). Wenn Homo sapi­ens sei­ne Macht der­mal­einst an sei­ne elek­tro­ni­schen  Geschöp­fe ver­lö­re, dürf­te gewiss von etwas Prä­ze­denz­lo­sem gespro­chen werden. 

Die moder­ne Gesell­schaft unter­schei­det sich von allen vor­he­ri­gen Ord­nun­gen dadurch, dass sie durch nichts ande­res mehr for­miert wird als durch das Geld, und nichts ande­res als das Geld bil­det inzwi­schen den Unter­schied zwi­schen Arm und Reich, Oben und Unten. Mit ande­ren Wor­ten: Die Luxus­vor­stel­lun­gen eines Staats­chefs und eines Ghet­to-Rap­pers unter­schei­den sich kaum mehr, am wenigs­ten, wenn der Staats­chef Ber­lus­co­ni heißt. Man kann dies Gleich- und also Mas­sen­haft­wer­den ver­deut­li­chen am Weg­fall bzw. am Nicht­mehr­ent­ste­hen reprä­sen­ta­ti­ver Figu­ren, wie sie die his­to­ri­schen Epo­chen her­vor­ge­bracht haben: Kai­ser, Papst, Mönch, Rit­ter, Guts­herr, Kauf­mann, Mar­schall, Dich­ter. Als reprä­sen­ta­ti­ve Figur unse­rer Zeit kämen wohl allen­falls der TV-Mode­ra­tor oder der Nerd in Fra­ge. Dazu passt die suk­zes­si­ve Abschaf­fung des Dynas­ti­schen, das inzwi­schen fast nur noch in Fami­li­en­un­ter­neh­men zu fin­den ist. Es gibt kaum mehr Men­schen mit Ahnen­ga­le­rien. Erbe ist kein geis­tig-sitt­li­cher Begriff mehr, wie er es jahr­tau­sen­de­lang immer (auch) war, son­dern ein rein materieller. 

In vie­ler­lei Hin­sicht ohne­glei­chen ist auch die moder­ne Archi­tek­tur. Ihre welt­his­to­ri­sche Neu­ar­tig­keit besteht dar­in, dass sie einer­seits imstan­de war, die Behau­sungs­fra­ge, die in der gesam­ten Geschich­te für die unte­ren Klas­sen eine höchst pre­kä­re war, zu lösen, aber ande­rer­seits sogar in ihren staats­of­fi­zi­el­len Bau­ten die urar­chi­tek­to­ni­schen Zie­le Reprä­sen­ta­ti­vi­tät und Dau­er auf­ge­ge­ben hat. Der NS-Bau­meis­ter Albert Speer hat das archi­tek­to­ni­sche Den­ken um den pit­to­res­ken Aspekt des „Rui­nen­wer­tes“ berei­chert, der in unse­rem Zusam­men­hang etwas Evi­den­tes gewinnt: Wäh­rend die his­to­risch reprä­sen­ta­ti­ven Bau­ten, ob nun die sume­ri­sche Zik­ku­rat oder die Tem­pel von Ang­kor wat, die Rit­ter­burg, der goti­sche Dom oder das his­to­ris­ti­sche Opern­haus ästhe­tisch anspre­chen­de Rui­nen abge­ben – oder abgä­ben –, wäre moder­ne Archi­tek­tur als Rui­ne sofort an ihrer her­vor­ste­chen­den Abscheu­lich­keit zu identifizieren. 

Aus der prak­ti­schen, abwasch­ba­ren, ein­zig auf die kör­per­li­chen Bedürf­nis­se der Insas­sen abge­stel­len moder­nen Archi­tek­tur ist etwas ver­schwun­den, das vor­her in den Bau­ten und in den Köp­fen der Men­schen omni­prä­sent war: Gott. Der suk­zes­si­ve kol­lek­ti­ve Ver­zicht auf Gott – oder das Gött­li­che – ist eben­falls his­to­risch bei­spiel­los. Bis­lang glaub­te der Mensch sich in einem Zusam­men­hang gebor­gen, er leb­te in der Hoff­nung, dass mit ihm etwas gemeint sei. Die tran­szen­den­ten Ange­bo­te der Reli­gio­nen ver­lie­ren aber, zumin­dest in der west­li­chen Welt, zuneh­mend an Reiz oder gar Ver­bind­lich­keit. Rein prak­tisch hat das mit dem Sie­ges­zug der Medi­zin und des Sozi­al­staa­tes zu tun, also dem Sin­ken der exis­ten­ti­el­len Ris­ken bzw. ihrer sozi­al­tech­ni­schen Abfe­de­rung. Ein prä­ze­denz­lo­ser Zustand wäre hier erreicht, wenn es gelän­ge, den Schmerz, spe­zi­ell den see­li­schen, sinn­su­chen­den – inclu­si­ve Lie­be, Zorn und Tran­szen­denz­be­dürf­nis – durch die Ent­de­ckung hirn­struk­tu­rel­ler oder bio­che­mi­scher Aus­lö­ser gänz­lich abzu­schaf­fen. Einst­wei­len bleibt die Wun­de des Sinns frei­lich offen, wovon die aktu­el­len Ersatz­re­li­gio­nen zeu­gen, vom Kult um die Demo­kra­tie und die sozia­le Gerech­tig­keit bis zur grü­nen Apokalypse. 

Zwei sich eigent­lich aus­schlie­ßen­de Phä­no­me­ne des Mas­sen­zeit­al­ters sind die Auf­wei­chung der Pri­vat­sphä­re bei gleich­zei­ti­gem Ver­lust der sozia­len Kon­trol­le, wel­che ja, mit einer schö­nen For­mu­lie­rung Egon Frie­dells dar­in besteht, dass jeder des Ande­ren Irren­wär­ter ist. In beson­de­rem Maße betrifft die Auf­wei­chung des Pri­va­ten die Sphä­re des Sexu­el­len. Die Befrei­ung der Sexua­li­tät von nahe­zu sämt­li­chen Kon­ven­tio­nen und sitt­li­chen Regeln ist bei­spiel­los; alle bis­he­ri­gen Gesell­schaf­ten haben der Ent­fes­se­lung des Eros vie­le Rie­gel vor­ge­scho­ben, weil sie die Fol­gen ahn­ten. Der sexu­ell befrei­te Mensch, so lau­te­te bekannt­lich eine lin­ke Ver­hei­ßung, wer­de der schlecht­hin freie Mensch sein, frei von Pri­va­te­go­is­men und repres­si­ven bzw. auto­ri­tä­ren Cha­rak­ter­zü­gen. Die­se Pro­gno­se oder Wet­te hat sich als haar­sträu­ben­der Unsinn erwie­sen, die sexu­el­le Befrei­ung führ­te nicht in die ent­span­nen­de Ver­ge­sell­schaf­tung des Sexus, son­dern direkt in des­sen kon­kur­renz­kampf­ver­schär­fen­de Ver­pri­va­ti­sie­rung und ent­zau­bern­de Ver­sport­li­chung. Zugleich wur­de er ent­dä­mo­ni­siert. Jeder Vier­zehn­jäh­ri­ge weiß heu­te, was ein Gang-Bang ist. Das Resul­tat ist eine scham­freie Zur­schau­stel­lung des Sexu­el­len, und zwar kei­nes­wegs nur durch die geschäfts­mä­ßig betrie­be­ne Por­no­gra­phie, son­dern von ganz nor­ma­len Leu­ten, wie sie in allen vor­he­ri­gen Gesell­schaf­ten als schwach­sin­nig oder gar kri­mi­nell gegol­ten hätte. 

An die­ser Stel­le lässt sich ein kur­zer Per­spek­tiv­wech­sel ins über­zeit­lich-Evo­lu­ti­ons­theo­ri­sche ein­schal­ten. Ohne auf die merk­wür­di­ge, schon Dar­win irri­tie­ren­de Abkehr des Men­schen vom Stan­dard­mo­dell: schö­nes, wer­ben­des Männ­chen auf der einen, wäh­len­des, unschein­ba­res Weib­chen auf der ande­ren Sei­te ein­zu­ge­hen, kann doch fest­ge­hal­ten wer­den, dass Attrak­ti­vi­tät, durch die evo­lu­ti­ons­bio­lo­gi­sche Bril­le gese­hen, stets repro­duk­ti­ve Fit­ness signa­li­siert hat. Das Stich­wort dazu lau­tet: Pfau­en­rad. Beim heu­ti­gen west­li­chen Men­schen frisst der Auf­wand, der für das – um im Bild zu blei­ben – Pfau­en­rad­schla­gen getrie­ben wird, buch­stäb­lich die Res­sour­cen auf, die für die Repro­duk­ti­on erfor­der­lich wären. Frau­en nahe­zu jeden Alters ent­wi­ckeln ein im Grun­de „sexu­al­dar­wi­nis­ti­sches“ Inter­es­se an der Opti­mie­rung und am Erhalt ihrer Schön­heit, das aber zugleich ihrer Fort­pflan­zung ent­ge­gen­steht. Sie wer­den durch Selb­st­op­ti­mie­rung immer attrak­ti­ver – und immer unfrucht­ba­rer. Sie sen­den per­ma­nent sexu­el­le Signa­le aus, aber sie wol­len sich allen­falls spä­ter und maß­voll fort­pflan­zen. Der schnel­le kör­per­li­che Ver­schleiß durch die tra­di­tio­nel­le Rol­le als Mut­ter und Ehe­frau ist für vie­le eman­zi­pier­te Frau­en eine grö­ße­re Kata­stro­phe als die Kin­der­lo­sig­keit. Im femi­nis­ti­schen Schrift­tum zir­ku­liert für das Phä­no­men des weib­li­chen Attrak­ti­vi­täts­kul­tes der Begriff „beau­ty trap“: An ihrer Schön­heit arbei­ten­de Frau­en, heißt das, las­sen sich vom sexua­li­sier­ten Blick der Män­ner beherr­schen. Doch Schlank­heit, Sport­lich­keit und ver­län­ger­te Jugend­lich­keit – die wich­tigs­ten Resul­ta­te ihrer kör­per­li­chen Selbst­ver­ede­lung – ver­tra­gen sich erstaun­lich gut mit dem femi­nis­ti­schen Ide­al einer eman­zi­pier­ten, das heißt: mit den Män­nern kon­kur­rie­ren­den Frau, weil sie eben Müt­ter­lich­keit hin­aus­schie­ben oder ganz aus­schlie­ßen. Tat­säch­lich haben weib­li­che Kör­per­schön­heit, weib­li­che Eman­zi­pa­ti­on und weib­li­che Unfrucht­bar­keit par­al­lel zuge­nom­men. Ich bin geneigt, auch das für prä­ze­denz­los zu halten. 

Was es eben­falls auf Erden noch nie gege­ben hat, ist der Ver­such, das bio­lo­gi­sche Geschlecht des Men­schen in Fra­ge zu stel­len, indem man es zur sozi­al erlern­ten oder von der Gesell­schaft erzwun­ge­nen Rol­le erklärt. Die­se auf den ers­ten Blick ver­rück­te Idee, eine extre­me Radi­ka­li­sie­rung des sozia­len Ega­li­ta­ris­mus, ist über das Sta­di­um einer blo­ßen Intel­lek­tu­el­len­phan­ta­sie hin­aus­ge­wach­sen, seit Medi­zi­ner in der Lage sind, Geschlechts­um­wand­lun­gen vor­zu­neh­men. So dis­po­ni­bel oder unwich­tig wie das bio­lo­gi­sche Geschlecht sol­len nach den Vor­stel­lun­gen femi­nis­ti­scher und homo­se­xu­el­ler Akti­vis­ten bekannt­lich auch bis­he­ri­ge bio­lo­gisch-geschicht­li­che Kon­stan­ten wie Hete­ro­se­xua­li­tät und Mut­ter­schaft sein. Momen­tan wür­de jeder Ver­such, der­glei­chen Hirn­ge­spins­te mehr­heits­fä­hig zu machen, schnell auf das Aus­ster­ben einer gan­zen Popu­la­ti­on hin­aus­lau­fen, wes­halb man sie nicht ernst­neh­men kann. Was aber, wenn es der Tech­nik gelän­ge, Retor­ten- oder Klon­ba­bys außer­halb des Mut­ter­lei­bes auf­wach­sen zu las­sen? Was, wenn die­se Wesen am Ende sogar ohne schwe­re psy­chi­sche und see­li­sche Stö­run­gen durch­kä­men? Wer hät­te vor 50 Jah­ren geglaubt, dass wir Eizel­len außer­halb der Gebär­mut­ter befruch­ten und damit sogar Impo­tenz ver­erb­bar machen kön­nen? Dass wir Erb­krank­hei­ten prä­na­tal bekämp­fen und Embryo­nen mit erwünsch­ten Eigen­schaf­ten aus­stat­ten kön­nen? Von hier ist es viel­leicht nicht weit bis zum Artensprung. 

Prä­ze­denz­los ist, nach Jahr­tau­sen­den des Man­gels, die Abschaf­fung des Hun­gers in unse­rem Welt­teil – geron­nen in der Nach­richt, die Zahl der Über­ge­wich­ti­gen habe auf dem Pla­ne­ten inzwi­schen die Zahl der Hun­gern­den über­stie­gen –, des­glei­chen die weit­ge­hen­de Abschaf­fung der Seu­chen, der Erb­krank­hei­ten und der Kin­der­sterb­lich­keit. Letz­te­re ging frei­lich ein­her mit einem rasan­ten Anstieg der Embryo­nen­sterb­lich­keit. Auch das hat es noch nie gege­ben, dass eine gan­ze Gesell­schaft aus rei­nem Pri­va­te­go­is­mus der nächs­ten Genera­ti­on einen prä­na­ta­len Krieg lie­fert, weil sie sel­ber mög­lichst kom­for­ta­bel und mög­lichst lan­ge leben will. 

Der Mensch ohne Hei­mat und ohne Hei­mat­ge­fühl, ein­zig dem Heu­te zuge­tan im fes­ten Glau­ben, dass alles Neue bes­ser sei als das täg­lich Ver­al­ten­de, ist ein struk­tu­rell „lin­ker“ Mensch, und zwar auf eine Wei­se links, dass Marx und Lenin mit ihren tra­di­tio­na­lis­ti­schen Kul­tur­prä­fe­ren­zen dane­ben wie Reak­tio­nä­re wir­ken wür­den. Man muss sich nur die CDU-Moder­ni­sie­rer oder Reform­ka­tho­li­ken anschau­en, um zu begrei­fen, wie sehr die­ser Typus bereits eta­bliert ist. War vor 2000, 500, ja 200 Jah­ren nahe­zu jeder Mensch „kon­ser­va­tiv“ (d. h. tra­di­ti­ons­ori­en­tiert), so ist heu­te nahe­zu jeder „links“ (d. h. fortschrittsgläubig). 

Die Ablö­sung von der Ver­gan­gen­heit und das Ver­schwin­den der volks­haf­ten, natio­na­len, stan­des- bzw. klas­sen­mä­ßi­gen Bin­dun­gen bedeu­tet gewis­ser­ma­ßen die welt­his­to­ri­sche Nie­der­la­ge, das Water­loo des Kon­ser­va­tis­mus und umge­kehrt den umfas­sen­den Sieg lin­ken Den­kens. Prak­tisch sieht dies so aus, dass auch die ver­meint­li­chen kon­ser­va­ti­ven Par­tei­en der Gegen­wart zumin­dest euro­pa­weit sowohl sozi­al­de­mo­kra­ti­sche als auch Beschleu­ni­gungs­par­tei­en sind. Seit 1789 sind die Welt­ge­schich­te und ihr Lauf der­ma­ßen mit sozia­ler und ega­li­ta­ris­ti­scher Rhe­to­rik durch­tränkt wor­den, dass der heu­ti­ge Aller­welts­de­mo­krat aus tie­fer Über­zeu­gung von sich behaup­ten kann, er sei doch gar nicht links. 

Nach der in vie­len kom­mu­nis­ti­schen Staa­ten herr­schen­den Unkal­ku­lier­bar­keit, auf wel­cher Sei­te des Sta­chel­drah­tes man als Lin­ker lan­den wer­de, hat die lin­ke Men­ta­li­tät in der Mas­sen­de­mo­kra­tie schließ­lich die ihr gemä­ße Staats­form gefun­den. Was die Klas­si­ker lin­ken Den­kens nicht ahn­ten, war, wie gut sich der Kapi­ta­lis­mus mit eman­zi­pa­to­ri­scher Poli­tik ver­lei­men las­sen wür­den. Ein „rech­tes“ Wirt­schafts­sys­tem, in dem alle „links“ sind: Auch das mutet prä­zen­denz­los an, zumal sich die gesam­te Welt, das rät­sel­haf­te Chi­na und die mus­li­mi­schen Län­der teil­wei­se aus­ge­nom­men, die­ses Kon­glo­me­rat mehr oder weni­ger zum Vor­bild zu neh­men scheint. Es gibt anschei­nend kei­nen bes­se­ren Ver­brei­ter lin­ken Den­kens, kei­nen bes­se­ren Humus für lin­ke Wert­vor­stel­lun­gen als den Kapi­ta­lis­mus; der ursprüng­li­che Tod­feind hat sich in die pro­fi­ta­bels­te Melk­kuh verwandelt. 

Nicht prä­zen­denz­los ist das Aus­ster­ben von Völ­kern und Spra­chen, der Auf­stieg und Nie­der­gang von Kul­tu­ren und Ras­sen. Prä­ze­denz­los wäre dage­gen das Auf­ge­hen aller Völ­ker und Spra­chen in einem Welt­volk mit einer Welt­spra­che. Der wei­ße Mann hat 1000 Jah­re lang die Erde beherrscht; heu­te schämt er sich dafür, lei­det unter demi­ur­gi­scher Erschöp­fung und bringt sich suk­zes­si­ve um. Nur etwa jedes 50. Kind, das heut­zu­ta­ge zur Welt kommt, ist weiß; in den USA wer­den die Wei­ßen dem­nächst zur Min­der­heit. Euro­pas Anteil an der Welt­be­völ­ke­rung betrug anno 1900 25 Pro­zent, im Jahr 2000 waren es zwölf Pro­zent, 2050 wer­den es 7,6 sein. Im Jahr 1900 kamen in Deutsch­land 36 Gebur­ten auf 1000 Ein­woh­ner, heu­te sind es acht, knapp die Hälf­te davon Migran­ten­kin­der. Die­ser Trend hat alle euro­päi­schen Län­der erfasst. Spe­zi­ell die Intel­li­genz pflanzt sich kaum mehr fort. Der Zeit­geist hat sich der­art gedreht, dass die­ser kol­lek­ti­ve Selbst­fort­set­zungs­ver­zicht durch Hedo­nis­mus, Abtrei­bung, Ver­hü­tung, Glo­ri­fi­zie­rung der Homo­se­xua­li­tät und so wei­ter bei gleich­zei­ti­gem Bevöl­ke­rungs­im­port nicht als krank gilt, son­dern die Kri­tik dar­an. Von einer „Kul­tur des Todes“ sprach Bene­dikt XVI. In gewis­sem Sin­ne ist die­ser all­mäh­lich kol­lek­tiv­sui­zi­dal wer­den­de Zug des Wes­tens der gro­ße Wider­spruch zur Prä­ze­denz­lo­sig­keits-The­se, weil die in prä­ze­denz­los neue Lebens­for­men Auf­bre­chen­den womög­lich ein­fach aus­ster­ben. Dafür, dass das Zeit­al­ter der Mas­sen gleich­wohl nicht endet, sor­gen einst­wei­len die ande­ren. Man wird sehen. 

Die Enste­hung bei­spiel­lo­ser neu­er Welt­ver­hält­nis­se führt, wie gesagt, nur über grund­le­gen­de Ände­run­gen der Con­di­tio huma­na. Gott­fried Benn woll­te Anfang der 1930er Jah­re nicht dar­an glau­ben, als er, an die Adres­se sozia­lis­ti­scher Gesell­schafts­um­stürz­ler gerich­tet, fest­stell­te, „daß der Mensch in allen Wirt­schafts­sys­te­men das tra­gi­sche Wesen bleibt, das gespal­te­ne Ich, des­sen Abgrün­de sich nicht durch Streu­sel­ku­chen und Woll­wes­ten auf­fül­len las­sen, des­sen Dis­so­nan­zen sich nicht auf­lö­sen las­sen im Rhyth­mus einer Inter­na­tio­na­le, der das Wesen bleibt, das lei­det“. Zwan­zig Jah­re spä­ter klang er schon anders: „Es ist ein Irr­tum, anzu­neh­men, der Mensch habe noch einen Inhalt oder müs­se einen haben. Der Mensch hat Nah­rungs­sor­gen, Fami­li­en­sor­gen, Fort­kom­mens­sor­gen, Ehr­geiz, Neu­ro­sen, aber das ist kein Inhalt im meta­phy­si­schen Sin­ne mehr. (…) Es ist über­haupt kein Mensch mehr da, nur sei­ne Symptome“. 

Wie­der­um 60 Jah­re spä­ter, nach einer tech­no­lo­gi­schen Revo­lu­ti­on, die dem Men­schen gewis­ser­ma­ßen die Aus­la­ge­rung sei­ner gesam­ten Per­son in die vir­tu­el­le Welt­ver­knüp­fung ermög­licht, mag unser­ei­ner die­se Voll­zeit-Ver­netz­ten und Han­dy­s­to­che­rer aller­or­ten für när­ri­sche, fremd­be­stimm­te, sin­nen­feind­li­che und geist­lo­se Figu­ren hal­ten, wäh­rend sie tat­säch­lich die ers­te Wel­le einer kom­plet­ten Ver­än­de­rung der Welt sein könn­ten, die Avant­gar­de der Mensch-Maschi­ne bzw. des Maschi­nen­men­schen, eines ganz und gar unme­ta­phy­si­schen, reli­gi­ons­lo­sen und kunst­ab­hol­den Geschlechts fin­di­ger Netz­wer­ker, die sich als gleich­be­rech­tig­te Bestand­tei­le eines enste­hen­den Welt­ge­hirns begrei­fen, wel­ches mit lau­ter prak­ti­schen und fast nur vir­tu­el­len Din­gen beschäf­tigt ist. Tut sich unter uns der Boden zwi­schen zwei Epo­chen auf? Reißt die Geschich­te aus­ein­an­der? Ist die Ver­än­de­rung nicht weit radi­ka­ler, reicht der Riss nicht unend­lich tie­fer als zum Bei­spiel beim fina­len Nie­der­gang des Pha­rao­nen­rei­ches? Oder füh­len die kul­tu­rell Zurück­blei­ben­den heu­te bloß das­sel­be wie ein ägyp­ti­scher Prie­ser des drit­ten nach­christ­li­chen Jahr­hun­derts, der noch Hie­ro­gly­phen schrei­ben und lesen kann, wäh­rend rings­um­her das modi­sche und von ihm als heil­los pri­mi­tiv emp­fun­de­ne Grie­chisch siegt? 

Das Zurück­blei­ben gan­zer Genera­tio­nen ist im his­to­ri­schen Kon­text immer so nor­mal gewe­sen wie deren Kla­ge über die Ver­dor­ben­heit der nach­rü­cken­den Jugend, aber man konn­te stets davon aus­ge­hen, dass sich das Neue frü­her oder spä­ter auf dem Boden der – leicht modi­fi­zier­ten – Tat­sa­chen des Alten wie­der­fin­den wer­de, es war immer noch der­sel­be Boden, das­sel­be Land. Heu­te aber hat es zuwei­len den mäch­ti­gen Ein­druck, eine neue Kon­ti­nen­tal­drift habe eingesetzt… 

Bei die­sem Ein­druck muss es hier blei­ben. Der Autor hat­te ange­kün­digt, dass er die von ihm auf­ge­wor­fe­ne Fra­ge nicht wer­de beant­wor­ten kön­nen. Fra­gen wir abschlie­ßend nach dem Gegen­teil: Was ändert sich nicht, viel­leicht nie? „Die Son­ne wird immer schei­nen, und Bäu­me wer­den immer wach­sen, und Frau­en wer­den immer Kin­der haben“, hat Adolf Hit­ler ein­mal dar­auf geant­wor­tet. Par­don, es war Mao Tse-tung. So prä­zen­denz­los, dass wir den einen zitie­ren dürf­ten und den ande­ren auf ein­mal nicht mehr, wird sich auch der prä­ze­denz­lo­ses­te neue Welt­zu­stand nicht dar­bie­ten. Ohne den Teu­fel ver­mag die­ses Men­schen­ge­schlecht, ver­net­ze es sich, wie es will, so schnell nicht auszukommen. 

 

 

Erschie­nen in: eigen­tüm­lich frei, Juli 2012, S. 28–36

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