10. Juni 2022

Deutsch­land ent­wi­ckelt sich schwung­voll von einer Beleh­rungs­de­mo­kra­tur in eine Erzie­hungs­dik­ta­tur. Die täg­li­che Popa­gan­da dringt bis in die letz­ten Poren der Gesell­schaft. Regen­bo­gen­fah­nen vor Regie­rungs­ge­bäu­den und auf öffent­li­chen Plät­zen, vor Thea­tern, an Uni­ver­si­tä­ten, Regen­bo­gen­far­ben in der Wer­bung, in Unter­neh­men, in der Schu­le, kon­kur­rie­rend mit Ukrai­ne­flag­ge und Ukrai­ne­far­ben, aber bei­des zusam­men dann recht lücken­los, sodann Kli­ma­wan­del, Letz­te Genera­ti­on, Erderhitzung …

… Kampf gegen Rei­che, Kampf gegen den Kapi­ta­lis­mus, Kampf gegen Kin­der, Kampf gegen toxi­sche Män­ner, Kampf gegen Ras­sis­mus, Kampf gegen „rechts”, der ent­tarn­te Rech­te des Tages, die Kon­takt­schuld der Woche, das fal­sche Wort, der fal­sche Satz, die fal­sche Bemer­kung, das fal­sche Pos­ting des Tages, Dis­kri­mi­nie­rung aller­or­ten, gefähr­li­che Impf­geg­ner, gefähr­li­che Schwur­b­ler, gefähr­li­che Quer­den­ker, gefähr­li­che Rech­te, Nazis, Schuld der Wei­ßen, Kolo­nia­lis­mus, Post­ko­lo­nia­lis­mus, Schuld der Wei­ßen, Euro­zen­tris­mus, Gen­der­spra­che, Ewig­gest­ri­ge gegen Gen­der­spra­che, noch mehr Dis­kri­mi­nie­rung, Unter­drü­ckung der LBGTQ (Schuld der Wei­ßen), zu wenig Frau­en in Füh­rungs­po­si­tio­nen, zu wenig Geld für Frau­en, zu wenig Hil­fe für Flücht­lin­ge, Unge­rech­tig­keit, Sexis­mus, der, die oder das Trans­se­xu­el­le des Tages (Schuld der Wei­ßen)… Es wird nie­mals enden.

„Län­der­spie­le gegen Ras­sis­mus” ist zufäl­lig gut getrof­fen. Deutsch­land spielt nicht mehr gegen Eng­land, son­dern bei­de gemein­sam gegen Ras­sis­mus. Wer nicht kniet, ist so gewiss ein Ras­sist, wie der­je­ni­ge, der nicht hüpft, ein Nazi.

Sol­che Ritu­al­zwän­ge sind kei­ne Peti­tes­sen. Die Spie­ler müs­sen sich öffent­lich ernied­ri­gen, weil eine Wei­ge­rung ihre Kar­rie­re mehr oder weni­ger been­den wür­den. Man den­ke an Joshua Kim­mich und sei­ne Zwei­fel am Sinn einer Imp­fung, die defi­ni­tiv nicht vor Anste­ckung schützt und viel­leicht krank macht: Der Bub war wochen­land mul­ti­me­dia­les Frei­wild. Heil Pfizer!

Die Ideo­lo­gi­sie­rung des Fuß­balls, über­haupt des Sports, ist eine Unter­wer­fung. Die­ses Nie­der­knien vor dem Anpfiff und vor den Augen von Mil­lio­nen ist ein Pran­ger. Es ist ekel­er­re­gend. Es ist tota­li­tär. Es ist Gesinnungsterror.

Übri­gens:

(Netz­fund)

Zur all­täg­li­chen poli­ti­schen Dres­sur gehört auch die – völ­lig unre­prä­sen­ta­ti­ve – Diver­si­fi­zie­rung, Mise­ra­bi­li­sie­rung und pädogo­gi­sche Ver­frea­kung der Werbung.

Ich hat­te die bei­den obe­ren Bil­der, die­se rei­zen­de Meta­mor­pho­se der Frau vom Blick­fang zum Pol­ler, vom Sex­ob­jekt zum anti­se­xis­ti­schen Schutz­wall, hier schon ein­mal im Sor­ti­ment, aber man wird zuge­ben: Etwas fehl­te noch. (Etwas fehlt immer noch, näm­lich der Blick auf die Rute von Blondchen.)

PS: „Sie inter­pre­tie­ren das Cal­vin Klein Wer­be­mo­tiv von 2022 völ­lig falsch, es ist eher ein Zei­chen der Rück­kehr zur alt­her­ge­brach­ten Hete­ro­nor­ma­ti­vi­tät: Gibt es Schö­ne­res, als sich von einer Blon­di­ne den Bier­bauch strei­cheln zu las­sen?” (Leser ***)

Die stän­di­ge Pro­pa­gan­da gegen das ele­men­tars­te Iden­ti­täts­merk­mal der Men­schen, ihre Zwei­ge­schlech­tig­keit, ist der absto­ßends­te, weil am meis­ten dumm­dreis­te Teil des woken Erziehungsprogramms.
Als gäbe es in die­sem Land kei­ne tat­säch­li­chen Pro­ble­me, wer­den intims­te pri­va­te Nei­gun­gen, deren Befrei­ung aus den Ket­ten der bür­ger­li­chen Moral seit Jahr­zehn­ten als abge­schlos­sen gel­ten kann (zumin­dest außer­halb gewis­ser Ein­wan­de­rer-Com­mu­nities), ganz unma­nier­lich an die Öffent­lich­keit gezerrt und dort, sofern sie mehr­heits­fä­hig sind, dekon­stru­iert, ja patho­lo­gi­siert, sofern sie aber ins Patho­lo­gi­sche oder Devi­an­te ten­die­ren für vor­bild­lich und weg­wei­send erklärt. Pro­bie­ren Sie es doch wenigs­tens mal mit einem Gleich­ge­schlecht­li­chen, einer Tran­se, einem non­bi­nä­ren Pul­sar! Damit rei­ni­gen Sie sich zugleich vom Gene­ral­ver­dacht eine Pho­bie! – Aber es gibt ein über Jahr­mil­lio­nen evo­lu­tio­när model­lier­tes Instru­ment zur Unter­schei­dung nicht nur genieß­ba­rer von ver­dor­be­ner Nah­rung, son­dern auch des fal­schen Sexu­al­part­ners vom rich­ti­gen: den Ekel.
Die Pro­pa­gan­da­la­wi­nen wer­den vor­sätz­lich und mut­wil­lig auf die gro­ße Mehr­heit gek­ü­belt, die ein­fach in Ruhe leben und lie­ben möch­te und sich für die Exo­ten bzw. Freaks nicht die Boh­ne inter­es­siert und sie ganz sicher auch nicht dis­kri­mi­nie­ren will – eher ver­hält es sich inzwi­schen andersherum.
Das ist die Crux. Die­ses gan­ze quee­re und non­bi­nä­re und Trans­gen­der-Gedöns inter­es­siert eigent­lich nie­man­den, und die meis­ten ech­ten Trans­se­xu­el­len wol­len kei­nes­wegs öffent­lich dar­über reden. Es sind nur jene um Auf­merk­sam­keit schrei­en­den Betrof­fe­nen, denen eine nar­ziss­ti­sche Stö­rung zu attes­tie­ren kei­ne beson­de­re dia­gnos­ti­sche Kühn­heit erfor­dert, sowie eine pene­tran­te Schar woker Ner­ver, die sich als deren Spre­cher und Anwäl­te auf­spie­len, also eine gro­tes­ke Min­der­heit, die der gesam­ten Gesell­schaft ihre Bedin­gun­gen dik­tiert. Und nicht die Gesell­schaft, aber ihre Wort­füh­rer und soge­nann­ten Eli­ten bege­ben sich unters Joch und spie­len brav mit. Das ist nichts Beson­de­res, das tun sie seit Jahr­tau­sen­den in wech­seln­den Kos­tü­mie­run­gen, Oppor­tu­nis­mus ist ein Men­schen­recht, wahr­schein­lich das ein­zi­ge, aber beschä­mend und wider­lich ist es alle Jah­re wie­der doch, zumal wenn nicht Timur Lenk oder Süley­man der Präch­ti­ge die Regeln fest­le­gen, son­dern Recken wie Lanz und Böhmermann.
Und neu­er­dings auch die­ser Drachentöter.
In der Welt der Voll­jäh­ri­gen darf hier­zu­lan­de jeder Lie­be machen, wie er will – außer bis­wei­len und zuneh­mend öfter nicht unter Men­schen mit dem bunt­heits­för­der­li­chen daseins­ver­edeln­den Hin­ter­grund –, nie­mand wird in die­sem Land wegen sei­ner sexu­el­len Prä­fe­ren­zen benach­tei­ligt oder ver­folgt, außer mit­un­ter von Men­schen mit dem bunt­heits­för­der­li­chen daseins­ver­edeln­den Hin­ter­grund, die aber trotz­dem den gehirn­ge­wa­sche­nen Woken, deren kogni­ti­ve Dis­so­nanz bei der Wäsche auf Dau­er gestellt wur­de, hoch­will­kom­men sind.
***
Die Sache wird kri­mi­nell, wenn die Grü­nen Jugend­li­chen ein­re­den, sie könn­ten ihr Geschlecht frei wäh­len, und den Eltern dabei das Mit­spra­che­recht ent­zie­hen wol­len. (Hier ist übri­gens gera­de von Men­schen mit dem bunt­heits­för­der­li­chen daseins­ver­edeln­den Hin­ter­grund mehr Reni­tenz zu erwar­ten als von den Kar­tof­feln, aber unse­re feig­schlau­en Woken wer­den die ein­fach aus­spa­ren und in Ruhe las­sen; der Kampf für Diver­si­ty ist ja ledig­lich ein Kampf gegen Reinweiß.)
Zum Vori­gen und ange­le­gent­lich der viel­be­ka­kel­ten Sau­na­bil­der von Tes­sa Gan­se­rer, mit denen sich der grü­ne Bun­des­tags­ab­ge­ord­ne­te sou­ve­rän vom Ver­dacht einer nar­ziss­ti­schen Per­sön­lich­keits­stö­rung rein­wusch, schreibt Leser ***: „Das sich-Ver­tran­sen ist die bru­tals­te Form der Auf­merk­sam­keits­er­re­gung. Es ist ver­zwei­fel­ter Nar­ziss­mus, sich aus­stel­len als Lebens­ent­wurf. Ich habe zwei Trans­we­sen per­sön­lich ken­nen­ge­lernt. Bei­de haben mit ihrer Wand­lung ihre Pro­ble­me nicht gelöst. Es gab immer nur ein The­ma: Ich. Schau mich an, hör‘ mich an und fin­de mich gut. Denn bis­her hat alles, wohin es mich so getrie­ben hat, nicht gehol­fen: Ver­schie­de­ne Dro­gen und sexu­el­le Ori­en­tie­run­gen, Reli­gio­nen, Eso­te­rik, Mode, Tat­toos, Vega­nis­mus, Umwelt­schutz – nichts. Jetzt ver­su­che ich es so, und weil es jetzt um mei­nen gan­zen Kör­per geht, geht es um Alles. Und des­we­gen muss es stim­men. Ich befürch­te, dass du siehst, dass irgend­was mit mir nicht stimmt, also nicht der Wahr­neh­mung ent­spricht, die unse­re Gat­tung Mensch über Hun­dert­tau­sen­de von Jah­ren ent­wi­ckelt hat, um zu dem zu wer­den was sie jetzt ist, aber das ist egal. Mehr noch: das ist mein Trick. Wie ein Georg Bas­elitz stel­le ich dei­ne ver­an­lag­ten und erwor­be­nen inne­ren Bil­der, Con­chi­ta Bart die Frau mit Wurst, auf den Kopf, und dann hab‘ dich da, wo ich dich haben will: in Reak­ti­on. Dann kann ich dir aller­lei erzäh­len. Trans­frau­en sind Frauen.

Had­mut Danisch hat­te zuletzt Fotos von Mäd­chen mit abope­rier­ten Brüs­ten gezeigt. Die west­li­che Form der Geni­tal­ver­stüm­me­lung, Ampu­ta­tio­nen total divers. In der­zei­ti­gen Sta­di­um der Ver­wir­rung hilft Schock­the­ra­pie sehr gut, bit­te ver­zei­hen Sie die Deut­lich­keit. Die schlecht gebas­tel­ten Geni­ta­li­en vie­ler Trans­we­sen sind grau­sam, ekel­haft. Wie bei abge­trie­be­nen Föten soll­te man durch Bil­der und einer genau­en Beschrei­bung der Pro­ze­du­ren zei­gen, wor­um es geht. Dort: Tötung des Kin­des im Ute­rus durch Che­mie und bra­chia­le Gewalt, hier: Wir bas­teln dir irgend­wie eine Mumu, aber glau­be nicht, dass du dort irgend­was füh­len wirst außer Schmer­zen. Du wirst nie wie­der eine natür­li­che Sexua­li­tät haben. Sei ein­fach zufrie­den mit dem Loch, das du jetzt da hast. Eine Kol­le­gin mei­ner Frau hat eini­ge davon gese­hen, in einer Ber­li­ner Kli­nik, die sich auf die Repa­ra­tu­ren der Geschlechts­bas­te­lei­en spe­zia­li­siert hat. Grau­sam. Ent­zün­de­te, aus­ge­sack­te, mit Fis­teln ver­se­he­ne Harn­lei­ter, abge­stor­be­ne Haut­trans­plan­ta­te (Nekro­sen), neue künst­li­che Darm­aus­gän­ge (Colo­s­to­ma). My body my choice. Viel­leicht wür­de das den einen oder die ande­re Iden­ti­täts­su­chen­de zum Umden­ken anregen.”

***

PS zum Vori­gen. Leser *** zitiert mei­ne Wor­te: „Die­ses gan­ze quee­re und non­bi­nä­re und Trans­gen­der-Gedöns inter­es­siert eigent­lich nie­man­den”, um ihnen wie folgt zu widersprechen:

„Ich darf Ihnen aus pri­va­tes­tem Krei­se berich­ten, dass dies lei­der mit­nich­ten so ist. Bei allen Men­schen wer­den über Gerech­tig­keits­er­zäh­lun­gen Instink­te akti­viert.  Für Nai­ve oder Lebens­un­er­fah­re­ne kann eine domi­nan­te Gerech­tig­keits­er­zäh­lung nur das durch Mas­se veri­fi­zier­te Ergeb­nis der mit ihrer behaup­te­ten Ver­nunft sein. Es bleibt ihnen ver­bor­gen, dass Gerech­tig­keits­er­zäh­lun­gen rei­ne Macht­de­mons­tra­tio­nen sind. Bei ihnen wird nur der ehren­haf­te Beschüt­zer­in­stinkt akti­viert. Sol­che Men­schen gibt es in über­gro­ßer Zahl, denn Ver­stand ist stets bei weni­gen nur gewe­sen. Aus tiefs­tem Her­zen spre­chen sie die Vor­ga­be nach, es gin­ge doch nur um Sicht­bar­ma­chen derer, die bis­her immer rück­sichts­los in den Ver­zweif­lungs­schat­ten gedrängt wur­den. Damit wür­de nie­man­dem etwas weg­ge­nom­men. Die Regen­bo­gen­flag­ge – doch nur ein Aus­druck dafür, dass wir durch unse­re staat­li­chen Insti­tu­tio­nen die­ser fort­schritt­li­chen Über­ein­kunft Aus­druck ver­lei­hen wol­len. Denn was von einem A gewünscht ist und nie­man­dem scha­det, darf nicht von einem B abge­lehnt werden.

Die Schlaue­ren spü­ren die damit aus­ge­drück­te Ver­än­de­rung der Macht­ver­hält­nis­se.  Ver­än­de­rung heißt Unsi­cher­heit heißt Angst und akti­viert den Über­le­bens­in­stinkt. Die­se Angst baut sich ab, wenn man an eige­ne Stär­ke glau­ben kann, und wie könn­te man sich sei­ner Stär­ke siche­rer sein als durch Mit­tun an der Ernied­ri­gung des­sen, was zuvor selbst noch als stark galt?

Was ich sagen will: Ich glau­be, dass es nie­man­den nicht inter­es­siert, so wie man nicht nicht kom­mu­ni­zie­ren kann.  Auch das generv­te Weg­gu­cken­wol­len ist Aus­druck des Aus­ge­setzt­seins, es ist Pfei­fen im Wal­de, eine instink­ti­ve Ersatz­hand­lung, weil man sei­ne Macht­lo­sig­keit spürt, denn andern­falls wür­de man dem Spuk ein Ende bereiten.”

***

Auch der lan­ge Marsch in die Digi­talknecht­schaft hat offen­bar ein wich­ti­ges Zwi­schen­ziel erreicht.

Der Blog­ger Nor­bert Häring schreibt unter Beru­fung auf einen nor­we­gi­sche Web­sei­te: „Das nor­we­gi­sche Sta­tis­tik­amt SSB will den größ­ten Betrei­ber von digi­ta­len Bezahl­ter­mi­nals, Nets, ver­pflich­ten, ihm alle Daten der über die Ter­mi­nals abge­wi­ckel­ten Kar­ten­zah­lun­gen zu über­mit­teln. Sie ent­hal­ten Namen, Adres­sen, Kauf­da­tum und Prei­se der ein­zel­nen Pro­duk­te. Außer­dem sol­len die vier größ­ten Ein­zel­han­dels­ket­ten ver­pflich­tet wer­den, den regie­rungs­amt­li­chen Sta­tis­ti­ke­rin­nen und Sta­tis­ti­kern die digi­ta­len Kas­sen­be­le­ge zu über­ge­ben, aus denen her­vor­geht, wel­che Pro­duk­te die jewei­li­gen Bür­ger gekauft haben.”

Prak­tisch las­sen sich sol­che Daten zwar von der Regie­rung miss­brau­chen, aber theo­re­tisch regie­ren für immer die Guten, zumin­dest im Westen.

„Die Sta­tis­ti­ker sind sich zwar bewusst, dass das Vor­ha­ben sehr tief in die Pri­vat­sphä­re der Nor­we­ger ein­greift, aber es sei ja nur für sta­tis­ti­sche Zwe­cke und die Sta­tis­ti­ker sei­en ver­trau­ens­wür­dig und den siche­ren Umgang mit heik­len Daten gewöhnt. Und das Gesetz ver­bie­te, die Daten zu einem ande­ren Zweck als sta­tis­ti­schen zu nut­zen. Das gebe den Bür­ger die Garan­tie, dass das auch nicht passiere.”

Die Garan­tie, soso. Die Bür­ger­rech­te waren vor Coro­na, vor dem Klim­wan­del, vor dem Auf­kom­men der Rechts­po­pu­lis­ten, vor dem Ukrai­ne­krieg und wer weiß, was als nächs­tes kommt, auch garan­tiert. Für Tei­le der deut­schen Gesell­schaft, denen die Poli­zei mor­gens die Türen ein­tritt, wenn sie nicht frei­lig auf­tun, gel­ten sie längst nicht mehr.

Man mag sich fra­gen, war­um die Skan­di­na­vi­er für sozia­lis­ti­sche Gesell­schafts­spie­le beson­ders emp­fäng­lich sind. Vor Jah­ren ver­such­te es mir ein in Nor­we­gen leh­ren­der Medi­zin­pro­fes­sor mit der sozia­len Nai­vi­tät die­ser Nord­men­schen zu erklä­ren – es ging damals um ein mil­lio­nen­schwe­res nor­we­gi­sches För­der­pro­gramm für Sin­ti und/oder Roma, an des­sen Ende sowohl das Geld als auch die Zigeu­ner spur­los ver­schwun­den waren –, die in ihren rau­hen, dünn besie­del­ten Län­dern nie hin­rei­chend gro­ßes Miss­trau­en zu ihren Mit­men­schen auf­ge­baut hät­ten; der Frem­de sei dort eher ein gern gese­he­ner Gast denn ein Feind und außer­dem sei man gene­rell auf Koope­ra­ti­on ange­wie­sen gewe­sen. (Die Argu­men­ta­ti­on könn­te aber auch als Begrün­dung von Frem­den­scheu funktionieren.)

Jeden­falls will der nor­we­gi­sche Staat wis­sen – sofern die Infor­ma­tio­nen zutref­fen (und wenn sie heu­te nicht stim­men, dann wird es mor­gen der Fall sein) –, was die Bür­ger essen und trin­ken, wel­che Ärz­te sie besu­chen, wel­che Waren sie kau­fen. Gut, das weiß Goog­le längst, doch erst die Ver­bin­dung mit der bar­geld­lo­sen Zah­lung und den staat­li­chen Macht­mit­teln schafft das per­fek­tes­te Über­wa­chungs­sys­tem aller bis­he­ri­gen Zeiten.

„Den Mil­li­ar­därs­so­zia­lis­mus in sei­nem Lauf,
hält weder Ochs noch Esel auf.”
(Leser ***)

***

Ver­läss­lich gran­di­os: Bernd Zeller.

Die Bun­des­au­ßen­mi­nis­te­rin hat Coro­na, obwohl sie geimpft ist, aber wenn sie nicht geimpft wäre, hät­te sie mög­li­cher­wei­se nicht nur ihren Geschmacks­sinn ver­lo­ren, son­dern ihr gesam­tes Völ­ker­rechts­wis­sen ver­ges­sen und läge auf der Intensivstation.

Vor kur­zem hat Anna­le­na B. noch erklärt: „Die­je­ni­gen, die sich nicht imp­fen las­sen, kön­nen nicht die glei­chen Frei­heits­rech­te genie­ßen wie alle ande­ren, die sich imp­fen las­sen haben.” Schlimm genug, dass so ein Gim­pel­chen über­haupt über mei­ne Rech­te befin­den kann. Aber was jetzt, Gevatterin?

***

Apro­pos Intensivstation.

Nein. Man wird es als einen Erfolg der staat­li­chen Maß­nah­men verkaufen.

***

Apro­pos Imp­fen. So wie hin­ter der nächs­ten Bie­gung des Erfolgs­wegs die Ret­tung des Euro, des Kli­mas und die Umwand­lung aller Migran­ten in Fach­kräf­te lie­gen, wenn man den Weg nur kon­se­quent wei­ter beschrei­tet, ver­hält es sich auch beim Piek­sen.

Dass der Mann ohne jeden aka­de­mi­schen Leis­tungs­nach­weis im Sin­ne von ein­schlä­gi­gen Publi­ka­tio­nen trotz­dem etwas von sei­nem Fach ver­steht, soll­te sich der­weil her­um­ge­spro­chen haben. Dafür, dass die Medi­en uns den Buf­fo dau­ernd als jugend­lich-dram­ti­schen Hel­den ver­kau­fen, kann der Karl nix.

Irgend­was ist ja immer.

***

Die Wirt­schafts­wo­che ver­brei­tet der­weil Ver­schwö­rungs­theo­rien und lei­tet Was­ser auf die Müh­len der Schwurbler.

Aber was soll schon passieren?

(Wei­ter hier, deut­sche Schwur­b­ler spin­nen das Garn hier weiter.)

Merk­wür­dig auch die­ser Trend.

Die Autoren beru­fen sich auf die­se Meldung.

Die Aus­wir­kun­gen, heißt es, sei­nen allent­hal­ben zu spüren.

Das kann eigent­lich nur zwei Ursa­chen haben: Die Schwä­chung des sozu­sa­gen kol­lek­ti­ven Immun­sys­tems durch die Coro­na­maß­nah­men oder …

Zahl­rei­che Medi­zi­ner ver­si­chern mir gleich­wohl, dass sie auf die Imp­fung vertrauen.

Aber ich nicht.

***

Die Leu­gung des Holo­caust war einst das schlimms­te Gesin­nungs­de­likt, wel­ches man sich in der BRD zuschul­den las­sen konn­te, und auto­ma­tisch wur­den sol­che Leug­ner als „Rechts­ex­tre­me” klas­si­fi­ziert. Wenn Rech­te aber an die Shoa erin­nern, ist es den Wohl­ge­sinn­ten auch nicht recht.

Han­delt es sich um eine Art von Futterneid?

Das Holo­caust-Geden­ken, lesen wir, sei „zur Grund­la­ge einer Poli­tik uni­ver­sel­ler Men­schen­rech­te” gewor­den. „Jüngst ist jedoch eine neue Ent­wick­lung zu beob­ach­ten: Gedenk­phra­sen wer­den von genau jenen Akteur*innen auf­ge­sagt, die anti­de­mo­kra­ti­sche, xeno­pho­be und oft anti­se­mi­ti­sche Poli­ti­ken ver­fol­gen. Zunächst zeig­te sich die­ser Pro­zess am deut­lichs­ten in den USA unter Donald Trump, heu­te ist Putins Rede von der ‚Ent­na­zi­fi­zie­rung der Ukrai­ne’ das jüngs­te Beispiel.”

Den Juden­freund und bedin­gungs­lo­sen Isra­el-Unter­stüt­zer Trump zum Anti­se­mi­ten zu nobi­li­tie­ren, ist so drol­lig wie ent­lar­vend. Gera­de Isra­el als wehr­haf­ter Staat des jüdi­schen Vol­kes ist die­sen Figu­ren ja zuwi­der, die Uni­ver­sa­li­sie­rung des soge­nann­ten Holo­caust-Geden­kens – exak­ter: die Instru­men­ta­li­sie­rung der Shoa für uni­ver­sa­le woke Poli­tik – lässt ja gera­de für ihre Iden­ti­tät und über­haupt Exis­tenz kämp­fen­de (wei­ße) Völ­ker nicht gel­ten. So konn­te sich der Anti­zio­nis­mus als phi­lo­se­mi­ti­scher Opfer­kult mas­kie­ren und etablieren.

Die Ukrai­ne darf der­zeit die Aus­nah­me spie­len, aber wenn sie in die „west­li­che Wer­te­ge­mein­schaft” ein­ge­mein­det ist, wird man sie auch mul­ti­kul­tu­ra­li­sie­ren, ent­chris­tia­ni­sie­ren, ent­männ­li­chen, ent­weib­li­chen, ent­fa­mi­lia­ri­sie­ren, ins Iden­ti­täts­lo­se gen­dern und quee­ren und kri­tisch ent­wei­ßen bzw. gerneralverbunten.

„In wel­chem Ver­hält­nis”, fragt es aus der Ankün­di­gung wei­ter, „ste­hen die Ritua­li­sie­rung des Holo­caust-Geden­kens und der inter­na­tio­na­le Auf­stieg der radi­ka­len Rech­ten? Mit wel­chen unter­schied­li­chen Stra­te­gien ver­sucht die­se, das Geden­ken zu kapern – und was lässt sich dem entgegensetzen?”

Gedenk­ka­pe­rer, das ist Neu­dumm­deutsch der ehr­li­che­ren Sor­te, wie auch die „Ritua­li­sie­rung” und die „Gedenk­phra­sen” durch­aus von Ehr­lich­keit zeu­gen. Das lin­ke Holo­caust­ge­den­ken war ja immer nur eine Ritua­lie­rung öffent­lich gedro­sche­ner Phra­se zu Herr­schafts­zwe­cken. Und nun schrei­en die Die­be „Hal­tet den Dieb!” Kuri­os, kurios.

Es han­delt sich übri­gens um eine Ver­an­stal­tung der Haus der Kul­tu­ren der Welt, des Ein­stein Forums und des Zen­trums für Anti­se­mi­tis­mus­for­schung der Tech­ni­schen Uni­ver­si­tät Ber­lin, „kon­zi­piert” von drei Frau­en – wo es eine femi­nis­ti­sche Außen­po­li­tik gibt, ist die femi­nis­ti­sche Gedenk­po­li­tik nicht weit –, von denen aber nur zwei so mann­stoll sich, dass sie neben dem Namen ihres Ehe­gat­ten auch noch den ihres Vaters tra­gen müssen.

***

Die arme Frau Che­bli wird wegen ihrer sicht­ba­ren v.a. seman­ti­schen Kom­pe­ten­zen im Netz gemobbt.

Wir fol­gern dar­aus, dass, ers­tens, mus­li­mi­sche Frau­en sich in sicht­ba­re und unsicht­ba­re tei­len, wobei Letz­te­re die Mehr­heit bil­den („Und man sieht nur/Die bei Twitter,/Die im Nikab/sieht man nicht”, wie es in der Drei­dir­ha­m­oper heißt), sowie, zwei­tens, dass sich neben „Rech­ten” noch „ande­re Hater” im Netz tüm­meln, die gleich­wohl gemein­sam mit den „Rech­ten” und oben­drein sys­te­ma­tisch gegen sicht­ba­re Mus­li­min­nen vorgehen.

Mer­ke: Wer ein Opfer ist, kann sich nicht als eines stilisieren.

Wo aber rech­ter Hass ist, naht die ret­ten­de Genos­sin auch. Bezie­hungs­wei­se die femi­nis­ti­sche Innenpolitik.

Frau Slo­wik hat sich für höhe­re Auf­ga­ben emp­foh­len, indem sie im Novem­ber 2020 vor dem Bran­den­bur­ger Tor Was­ser­wer­fe­rin­nen gegen Quer­den­ken­de einsetzte.

Saw­san Che­blis bemer­kens­wer­ter Weg in die Sicht­bar­keit führ­te über den Pos­ten der Ber­li­ner Grund­satz­re­fe­ren­tin für inter­kul­tu­rel­le Ange­le­gen­hei­ten – eine extra für sie geschaf­fe­ne und, wie alle fol­gen­den Kar­rie­re­sta­tio­nen auch, von Rech­ten, Hatern und ande­ren wenig sicht­ba­ren Deut­schen zwangs­fi­nan­zier­te Stel­le – und einen Job als ers­te Spre­che­rin des Aus­wär­ti­gen Amtes ohne diplo­ma­ti­sche Erfah­rung, Sinn und Ver­stand in den shit­s­torm­si­che­ren Hafen einer Staats­e­kre­tä­rin für „bür­ger­schaft­li­ches Enga­ge­ment und Inter-puh!-natio­na­les” bei der Ber­li­ner Senats­kanz­lei. Zuletzt zeig­te sie sowohl Hal­tung als auch Gesicht und setz­te oben­drein ein Zei­chen gegen rechts mit der über­fäl­li­gen soli­da­ri­schen Erklä­rung, der Anti­se­mi­tis­mus bedro­he vor allem auch Mus­li­me. (Unge­fähr wie das sexu­el­le Verlangen?)

Bei der Mel­dung, um den in Rede ste­hen­den „hoch­do­tier­ten Pos­ten” im Bun­des­in­nen­mi­nis­te­ri­um müs­se Che­bli mit Ara­fat Abou-Cha­ker kon­kur­rie­ren, han­delt es sich um ein von Rech­ten und Hatern sys­te­ma­tisch ver­brei­te­tes Gerücht, denn das ist ja ein sicht­ba­rer Mann.

***

Mög­li­che klei­ne Anfra­ge im Bun­des­tag: Wird das Bun­des­amt für Ver­fas­sungschutz ange­sichts der gera­de-für-uns-als-Deut­sche nicht unheik­len Sym­bo­lik, wel­cher sich Ange­hö­ri­ge der Asow-Bri­ga­den im Frei­heits­kampf der Ukrai­ne gegen den rus­si­schen Aggres­sor bedie­nen, bei gepos­te­ten Fotos von Asow-Kämp­fern in den sozia­len Medi­en eine Aus­nah­me in sei­ner Ver­fol­gung ver­fas­sungs­feind­li­cher Sym­bo­lik machen?

PS: Das Pro­blem ist gelöst!

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Mei­ne Bemer­kung zur Humor­fer­ne von Opti­mis­ten hat zwei Leser ani­miert, mir zu schreiben.

„Ihrem State­ment muss ich wider­spre­chen”, notiert Leser ***. „Ich selbst bin noto­ri­scher Pes­si­mist und tat­säch­lich für mein see­li­sches Über­le­ben auf einen oft schwar­zen, manch­mal zyni­schen, grund­sätz­lich aber ret­tend auf­blit­zen­den Humor ange­wie­sen. Mei­ne Frau hin­ge­gen ist der opti­mis­tischs­te Mensch, den ich ken­ne. Wenn sie lacht, was sie sehr gern tut, dann meist nicht über, son­dern wegen etwas. Merk­wür­di­ger­wei­se oft wegen etwas, das ich gesagt oder geschrie­ben habe, oder mei­net­we­gen wegen der Art, wie ein Hund bellt. Ihr Lachen – und damit ihr Humor – ist nie das Lachen am Abgrund, son­dern von einer benei­dens­wer­ten Herz­lich­keit, und ich lache für mein Leben gern mit ihr. Wie soll man die­sen, ihren Humor nen­nen? Arg­los? Naiv? Weiß statt schwarz? Bewah­re, das wäre ja wie­der­um ein Abgrund, an Ras­sis­mus natür­lich. Ich wür­de sagen, mei­ne opti­mis­ti­sche Frau hat einen kom­ple­men­tä­ren Humor. Ihrer ist ein Über­schwang, mei­ner eine Man­gel­er­schei­nung. Zusam­men geht’s.”

Leser *** wie­der­um möch­te „einen mei­ner Lieb­lings­wit­ze beitragen:
Sagt der Opti­mist: ‚Dies ist die bes­te aller mög­li­chen Welten.’
Sagt der Pes­si­mist: ‚Stimmt.’ ”

 

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