13. Juni 2022

Ein wei­ßer Indi­ge­ner hat es in Deutsch­land wie über­haupt im Wes­ten (Ame­ri­ka ist eine hal­be Aus­nah­me) aus­schließ­lich mit Regie­run­gen zu tun, die ihn in sei­ner sexu­el­len, eth­nisch-kul­tu­rel­len, reli­giö­sen und natio­na­len Iden­ti­tät all­mäh­lich aus­lö­schen und in eine homo­ge­ni­sier­te, nivel­lier­te, andro­gy­ne, Käfer und Heu­schre­cken fres­sen­de Ein­heits­mensch­heits­pam­pe ver­rüh­ren wol­len. War­um soll­te man die­sen Staa­ten ver­trau­en und ihnen zum Bei­spiel Zugriff auf pri­va­te Daten oder die Kon­trol­le sei­ner Gesund­heit erlauben?

***

Sol­che pene­tran­ten Pane­gy­ri­ken an Staats- und Par­tei­funk­tio­nä­re klin­gen mir von alters her vertraut.

Wobei Gevat­ter Alex­an­der auf einer Schleim­spur daherg­litscht, wel­che schon vor Jah­ren sein Kom­pa­gnon Ulf Pos­ch­ardt leg­te, als er die grim­me Baba zur „Füh­re­rin der frei­en Welt” und „Iko­ne des Wes­tens” nobi­li­tier­te. Immer wie­der und ganz gegen mei­nen Wil­len „lesend, daß der Zeitungsmann/keinen deut­schen Satz mehr kann” (Peter Hacks), bin ich immer­hin über die Dar­rei­chungs­form – Tele­gramm-Stak­ka­to in der Über­schrift samt Bezahl­schran­ke – recht glück­lich, zumal von den sie­ben gewähl­ten Wor­ten nur vier rei­ner Bull­shit sind (ich zäh­le bei die­ser faden Per­son den Ter­mi­nus „gewürzt” unbe­dingt dazu). Unter klas­sisch ver­steht man bekannt­lich etwas Voll­ende­tes, Mus­ter­haf­tes, über­zeit­lich Gül­ti­ges, an Mer­kel ist noch weni­ger klas­sisch als an ihrem Amts­nach­fol­ger sexy; einer Per­son mit ihrer migra­ti­ons- und ener­gie­po­li­ti­schen Zer­stö­rungs­bi­lanz Ver­ant­wor­tungs­ethik anzu­dich­ten ist unge­fähr so, als prie­se jemand das Zart­ge­fühl eines mon­te­ne­gri­ni­schen Abbruch­un­ter­neh­mens; das mög­li­che Vor- oder auch Zuhan­den­sein von Mut­ter­witz kol­li­diert bei Mer­kel wie­der­um mit einem gro­tes­ken Unver­mö­gen, sich aus­zu­drü­cken; außer­dem ist der Mut­ter­witz an den gesun­den Men­schen­ver­stand gekop­pelt. Was unser Ver­häng­nis im Hosen­an­zug dage­gen jah­re­lang dar­bot, war ein sadis­ti­scher schwar­zer Humor, gerich­tet an die Adres­se derer, die so indo­lent waren, sie 16 Umläu­fe lang zu ertra­gen. Zum Bei­spiel ihr hin­ter­sin­ni­ger Vor­schlag, wie die Deut­schen mit der ille­ga­len Mas­sen­ein­wan­de­rung und der Sor­ge vor einer Isla­mi­sie­rung ihres Lan­des umge­hen soll­ten: Mehr Block­flö­te spie­len! Mehr ara­bi­sche Län­der besu­chen! Oder die Ant­wort, die sie mit ost­block­funk­tio­närs­ar­ti­gem Zynis­mus in einer Fra­ge­run­de einer Frau erteil­te, die sie auf die vie­len Ver­ge­wal­ti­gun­gen durch Nu-sind-se-halt-da ange­spro­chen hat­te: „Straf­de­lik­te sind bei uns verboten.”

Als Mer­kel auf dem Höhe­punkt ihres will­kom­mens­kul­tu­rel­len Amok­laufs bei Anne Will im Ers­ten Pro­gramm des DDR-Fern­se­hens ein Inter­view gab, lau­te­te die abschlie­ßen­de Fra­ge der Mode­ra­to­rin: „Frau Bun­des­kanz­le­rin, wenn wir es geschafft haben, was genau haben wir dann erreicht? Was ist das Ziel?” Mer­kel tat zunächst so, als ver­stün­de sie die Fra­ge nicht, Anne Will muss­te sie wie­der­ho­len. Dann erwi­der­te die Kanz­le­rin mit einem Lächeln: „Na mög­lichst vie­le Men­schen in Deutsch­land!” – Wenn die Staats­chefin eines der am dich­tes­ten besie­del­ten Län­der der Erde erklärt, das Ziel ihrer Poli­tik sei, noch mög­lichst vie­le Men­schen ins Land zu holen, und dies in pra­xi vor allem jun­ge männ­li­che Analpha­be­ten sind, dann ist das kein Mut­ter­witz, son­dern macht­ge­schütz­ter, dia­bo­li­scher, aber auch ver­dien­ter Hohn.

Ich habe kei­ne Ahnung, was unse­re Har­py­ie – Allah schen­ke ihr ein über­lan­ges Leben! – dies­mal im TV geäu­ßert hat, ich las ein paar Zusam­men­fas­sun­gen und will es hei­li­gnüch­tern dabei bewen­den las­sen. Ganz sicher hat­te ihr Auf­tritt nichts mit dem zu tun, was die­se Über­schrift sug­ge­riert, weil das so sehr wider ihre Natur wäre wie ein Auf­tritt als Tan­go­tän­ze­rin. Aber die Ver­dre­hung der Wirk­lich­keit, das Durch­ein­an­der­wer­fen von Begrif­fen und Kri­te­ri­en, eine auf Per­ma­nenz gestell­te kogni­ti­ve Dis­so­nanz, das Mes­sen mit zwei­er­lei Maß, all das ist den meis­ten Genos­sen Medi­en­schaf­fen­den längst Stan­dard und habi­tu­ell gewor­den. Wie in jener Zukunft, aus der ich komme.

***

Apro­pos. Im Straf­ge­setz­buch der DDR stand geschrieben:

Aufs Dis­kri­mi­nie­ren kamen bereits die SED-Juris­ten! Man konn­te also damals bei­spiels­wei­se den Genos­sen Hon­ecker, das Minis­te­ri­um für Staats­si­cher­heit oder eben die gesam­te DDR mit Wor­ten dis­kri­mi­nie­ren, aber die füh­ren­den Genos­sen und ihre Schild & Schwert-Trup­pe wuss­ten sich schon ihrer Haut zu weh­ren! Heu­te nennt sich die­sel­be Straf­tat „Ver­fas­sungs­schutz­re­le­van­te Dele­gi­ti­mie­rung des Staa­tes”. So bezeich­net das Bun­des­amt für Horch und Guck einen neu­en Delikt­ty­pus, und wer sich die­ser Schuld wür­dig erweist, kann es für­der­hin in den Jah­res­be­richt der Schlapp­hü­te schaf­fen. Anlass sind fürs ers­te die Pro­tes­te der soge­nann­ten Quer­den­ker gegen die staat­li­chen Coro­na-Restrik­tio­nen, poli­tisch nicht so ein­fach nach links oder rechts ein­zu­ord­nen­de Ver­ge­hen, wes­halb sie kur­zer­hand als „staats­feind­lich” rubri­ziert werden.

Der nun­mehr wohl end­gül­tig zum Regie­rungs­schutz umge­wan­del­te Ver­fas­sungs­schutz fin­giert also eine aku­te Bedro­hung der Bun­des­re­pu­blik durch feind­lich-nega­ti­ve Per­so­nen, die mit ihrer Agi­ta­ti­on oder auch bloß ihren Zwei­feln das „Ver­trau­en in den Staat” (und des­sen Ver­tre­ter) erschüt­tern könn­ten. Die­ses Ver­trau­en haben die Elter 1 und 2 des Grund­ge­set­zes zwar nicht auf­ge­schrie­ben, aber gemeint; sinn­ge­mäß: Das Ver­trau­en in den Staat ist unan­tast­bar. Unmit­tel­bar nach den Nazi­jah­ren konn­te man das so direkt nicht for­mu­lie­ren. Heu­te ist es end­lich so weit. Die Abwehr­rech­te des Staa­tes gegen den Bür­ger sind aus ihrem tie­fen Schlaf geschreckt wor­den. Ver­trau­en Sie dem Staat oder miss­trau­en Sie ihm lei­se, sonst kön­nen Sie was erleben!

Bei­sei­te gespro­chen: Dass die Deut­sche Bank mit dem Slo­gan „Ver­trau­en ist der Anfang von allem” warb, bis die Ban­ken­kri­se auch dem Frömms­ten den Zynis­mus die­ser Paro­le ver­kli­cker­te, darf als Mus­ter ver­stan­den wer­den – nur war damals schlimms­ten­falls Ihr Geld weg, wäh­rend es mor­gen Ihre Frei­heit sein wird.

Was wirft das Bun­des­amt für nun offen­bar doch all­mäh­lich Staats­si­cher­heit den Que­ru­lan­ten vor, dass für sie die Grund­rech­te der Meinungs‑, Ver­samm­lungs- und womög­lich auch Wis­sen­schafts­frei­heit nicht mehr gel­ten sol­len? Das: „Sie machen demo­kra­ti­sche Ent­schei­dungs­pro­zes­se und Insti­tu­tio­nen von Legis­la­ti­ve, Exe­ku­ti­ve und Judi­ka­ti­ve ver­ächt­lich, spre­chen ihnen öffent­lich die Legi­ti­mi­tät ab und rufen zum Igno­rie­ren behörd­li­cher oder gericht­li­cher Anord­nun­gen und Ent­schei­dun­gen auf.“

Mar­co Gal­li­na hat das VS-State­ment bei Tichy aus­ge­wer­tet und fol­gert aus den soeben zitier­ten Kri­te­ri­en: „Nach die­ser Defi­ni­ti­on wäre so ziem­lich jeder Ita­lie­ner in den Prä-Coro­na-Jah­ren ein Fall für den Ver­fas­sungs­schutz gewe­sen – oder eben auch die Bür­ger­rechts­be­we­gung in der DDR.” Und, wenn ich das ein­wer­fen darf, die gesam­te 68er Bewe­gung, der Sym­pa­thi­san­ten­sumpf der Baa­der-Mein­hof-Ban­de, über­haupt die Grünen.

„Dass der Ver­fas­sungs­schutz es tat­säch­lich wagt, ange­sichts der im Jahr 2021 maß­geb­lich von einer ver­fas­sungs­recht­lich nicht vor­ge­se­he­nen, direk­to­ri­ums­ähn­li­chen Bund-Län­der-Kon­fe­renz von ‚demo­kra­ti­schen Ent­schei­dungs­pro­zes­sen’ zu reden”, fährt Gal­li­na fort, „in denen ja gera­de Insti­tu­tio­nen der Legis­la­ti­ve sich dem Votum von Exper­ten oder Räten beug­ten und die vor­pre­schen­den Ent­schei­dun­gen gewis­ser Minis­ter­prä­si­den­ten zum Leit­stern mach­ten, steht dabei noch auf einem ganz ande­ren Blatt.”

Aber was! Das war staat­li­ches Durch­re­gie­ren in nahe­zu Rein­kul­tur und ein Blick in die Zukunft eines öko­so­zia­lis­ti­schen Maß­nah­me­staa­tes! Denn dar­um geht es eigent­lich; die Coro­na-Maß­nah­men waren nur Vor­ge­plän­kel und Pro­be­lauf, dem die Kli­ma­ret­tung als die ganz gro­ße auto­ri­tä­re Gau­ne­rei fol­gen soll, mit der die ohne­hin nur iro­nisch zu ver­ste­hen­de läs­ti­ge „Mit­spra­che” des Demos auch als Geräusch been­det wird. Der Ver­fas­sungs­schutz warnt denn auch brav, „dass über die Coro­na­pan­de­mie hin­aus künf­tig ande­re gesell­schaft­li­che Kri­sen­si­tua­tio­nen von Ange­hö­ri­gen des Phä­no­me­n­be­reichs dazu genutzt wer­den, um staat­li­che Stel­len und poli­tisch Ver­ant­wort­li­che her­ab­zu­set­zen. Hier ist bei­spiels­wei­se eine ver­stärk­te The­ma­ti­sie­rung der poli­ti­schen Maß­nah­men zur Bewäl­ti­gung des Kli­ma­wan­dels durch Akteu­re des Phä­no­me­n­be­reichs in Betracht zu zie­hen. Hier­durch wird einem Ver­lust des Ver­trau­ens der Bevöl­ke­rung in die Funk­ti­ons­fä­hig­keit des demo­kra­ti­schen Staa­tes Vor­schub geleis­tet.” (Die­ses gefin­kel­te Deutsch!)

Damit tritt ein, was ein Leser, Jurist im Staats(!)dienst, am 29. April 2021 im Klei­nen Eck­la­den ankün­dig­te (per Acta ad aspe­ra):

„Den heu­ti­gen Tag muß man sich mer­ken, mehr noch als den 4. Sep­tem­ber 2015, denn er mar­kiert die Auf­lö­sung der bis­he­ri­gen Staats­grund­la­gen und den defi­ni­ti­ven, offi­zi­el­len Schritt in die Öko- oder Kli­ma-Dik­ta­tur”, schrieb der Mann damals. „Dik­ta­tur des­we­gen, weil Wider­wor­te ab sofort als ver­fas­sungs­feind­lich gelten.”
Die CO2-Erd­er­wär­mungs­the­se sei vom Bun­des­ver­fas­sungs­ge­richt mit sei­nem Beschluss an die­sem Tag jeg­li­cher Kri­tik ent­rückt, also sozu­sa­gen zur Staats­re­li­gi­on erho­ben wor­den. Ableh­nung, Zuwi­der­hand­lung, Infra­ge­stel­lung oder gar Oppo­si­ti­on fie­len nun­mehr unter „ver­fas­sungs­feind­li­che Bestre­bun­gen” und könn­ten jeder­zeit die Beob­ach­tung durch den Inlands­ge­heim­dienst nach sich zie­hen. Wer die CO2-The­se öffent­lich in Fra­ge stel­le, erschei­ne künf­tig in den VS-Berich­ten. Der nächs­te logi­sche Schritt sei es dann, nach Art. 21 GG Par­tei­en, die einen sol­chen Stand­punkt ver­tre­ten, zu ver­bie­ten oder ihnen zumin­dest die Finan­zie­rung zu entziehen.
Auf die­se Wei­se sei ein „kal­ter Staats­streich” voll­zo­gen wor­den. „Die Kli­ma­l­eug­nung als Straf­tat wird kom­men – heu­te war der Startschuß!”
Was nun die „Ver­ächt­lich­ma­chung von demo­kra­ti­schen Ent­schei­dungs­pro­zes­sen und Insti­tu­tio­nen” betrifft, wird man gewiss bald einen Per­so­nen­kreis vor dem Ver­ächt­lich­ge­macht­wer­den zu schüt­zen begin­nen, der uns als für die­se Pro­zes­se zumin­dest ver­ant­wort­lich ver­kauft wird und in den besag­ten Insti­tu­tio­nen an füh­ren­den Posi­tio­nen her­um­sitzt. Zum Bei­spiel wird es dem­nächst bestimmt nur noch bei Stra­fe mög­lich sein, als ein lang­jäh­ri­ger Insas­se der „Ehe­ma­li­gen” bereits beim Anblick von Frau Fae­ser und Herrn Hal­den­wang in der Bun­des­pres­se­kon­fe­renz, noch vor dem ers­ten von ihnen gespro­che­nen Wort, nost­al­gi­sche Emp­fin­dun­gen zu ver­spü­ren, weil bei­de in ihrer unge­sun­den Wohl­ge­nährt­heit, ihrer brä­si­gen Prä­ten­tiö­si­tät und mit der wie von einem bos­haf­ten Expres­si­ons­ten model­lier­ten geis­tes­fer­nen Derb­heit ihrer Züge dem Typus des SED-Appa­rat­schiks glei­chen wie ein öffent­lich-recht­li­cher Come­di­an dem ande­ren – und die­se Emp­fin­dung auch noch öffent­lich zu artikulieren.
Genie­ßen Sie also die letz­ten Tage des Ver­ächt­lich­ma­chens Nichtoppositioneller!

***

Höhe­punk­te der Will­kom­mens­kul­tur, Fortsetzung.

Wäh­rend sich Deutsch­land als belieb­tes Ziel für the­ra­pie­be­dürf­ti­ge psy­chisch Kran­ke – vor allem aus eigent­lich als aus­ge­gli­chen und in sich ruhend gel­ten­den ori­en­ta­li­schen Hoch­kul­tu­ren – eta­bliert hat …

… prä­fe­riert Ita­li­en, auch man­gels aus­rei­chen­der Mit­tel für die Sedie­rung der Kli­en­tel ver­mit­tels Hart­zo quat­tro, den (in ’schland nicht unbe­kann­ten) Will­kom­mens­gol­ga­t­ha­weg der gele­gent­li­chen Grup­pen­bil­dung ohne gleich­na­mi­ge The­ra­pie. Da die hie­si­ge Wahr­heits- und Qua­li­täts­pres­se gewis­se Gescheh­nis­se am liebs­ten und lieb­lichs­ten See der Deut­schen aus schö­ner Gewohn­heit kul­tur­sen­si­bel beschwie­gen hat, rei­che ich, von Lesern dar­auf auf­merk­sam gemacht, ein paar Impres­sio­nen vor allem aus der kaka­ni­schen Pres­se nach.

Der inter­es­sier­te Beob­ach­ter oder gar Betrof­fe­ne ist gehal­ten, sol­che nicht völ­lig über­ra­schen­den und nicht gera­de vor­gän­ger­lo­sen Zwi­schen­fäl­le zu Trends zu ver­dich­ten und jene in die Zukunft zu extra­po­lie­ren. Nach dem Wil­len fast aller Regie­run­gen West­eu­ro­pas mit der viel­falts­er­glüh­ten deut­schen vor­ne­weg sol­len sowohl sol­che Grup­pen als auch das Fähn­lein der auf­grund gewis­ser Lek­tü­ren psy­chisch Gestör­ten jahr­ein jahr­aus zah­len­mä­ßig ver­stärkt wer­den. Extra­po­lie­ren Sie denn also!

***

Auf den Punkt bzw. Strahl.

***

Was macht eigent­lich die Wahr­heits­pres­se? Na, ihrem Namen alle Ehre!

Zuschau­er gehen auf die Bar­ri­ka­den? Wegen wel­cher Ent­schei­dung? Ich zitie­re ergrif­fen (die Her­vor­he­bun­gen stam­men von mir) aus dem Arti­kel eines mut­maß­li­chen Volontärs:

Vie­le Fans der deut­schen Natio­nal­mann­schaft hat­ten für die Ent­schei­dung über­haupt kein Ver­ständ­nis. … Vie­le Fans der DFB-Elf hät­ten sich gewünscht, dass die deut­schen Spie­ler erneut ein paar star­ke Zei­chen gegen Dis­kri­mi­nie­rung set­zen – spe­zi­ell in Ungarn … So hat­ten eini­ge deut­sche Fans gehofft, dass Manu­el Neu­er wie zuletzt eine Kapi­täns­bin­de in Regen­bo­gen-Far­ben tra­gen wür­de. … Gera­de jetzt im ‚Pri­de Mon­th’ Juni hät­ten vie­le Fans sich über die­ses star­ke Zei­chen gefreut. … Zum ande­ren wäre es für vie­le Zuschau­er eine star­ke Ges­te gewe­sen, wenn das deut­sche Team vor Anpfiff erneut den Knie­fall prak­ti­ziert hät­te … Und so reg­ten vie­le Fans der DFB-Elf sich in den sozia­len Netz­wer­ken tie­risch über die­se Ent­schei­dun­gen der deut­schen Natio­nal­mann­schaft auf und war­fen dem Flick-Team man­geln­den Mut vor. Wir haben eini­ge Twit­ter-Kom­men­ta­re gesammelt.”

Näher­hin: neun. Mit neun woken State­ments aus der Bla­se des Twit­ter-Kom­menten­a­ri­ats weist das Qua­li­täts­blatt nach, dass vie­le Zuschau­er „auf die Bar­ri­ka­den” gegan­gen sind, weil die Mann­schaft, gera­de im Stolz­mo­nat (Fieral? Fier­i­dor?), nicht den Mut für einen Knie­fall besaß.

Die Hydra hat neun Köp­fe, der Engel Chö­re sind neun, neun ist die Zahl der Nazgûl, die Kat­ze hat neun Leben, über eine neun­te Sym­pho­nie kamen weder Schu­bert noch Beet­ho­ven noch Mah­ler noch Bruck­ner hin­aus, „Alle Neu­ne” fal­len beim Kegeln, und mit der neun­schwän­zi­gen Kat­ze soll gezüch­tigt wer­den, wer neun Bele­ge nicht für aus­rei­chend hält. Ach, du grü­ne Neune!

***

Lese­rin *** war mir behilf­lich, in der­sel­ben Sache das Hoch­pla­teau der noch regio­na­le­ren Wahr­heits­pres­se zu erklimmen.

„Sta­di­on der Übel­tä­ter”. Mer­ke: Haben die Leit- und Füh­rungs­me­di­en erst ein­mal jeman­den zum ver­ba­len Abschuss frei­ge­ge­ben, wird auch die Pro­vinz­pres­se mutig. Was hät­ten sie geschrie­ben, wenn die Par­tie in Mos­kau gespielt wor­den wäre?

Wenn sich der deut­sche Press­strolch rich­tig sicher fühlt – ich ver­ste­he nur nicht, war­um eigent­lich –, schickt er sei­nen inne­ren klei­nen Nazi wie­der Gassi.

***

In wel­cher Beklei­dung wird unse­re Mut­mann­schaft bei der WM in Katar drei­mal schnei­dig in die Knie sin­ken? Die ers­ten Ent­wür­fe lie­gen vor.

(Netz­fun­de.)

***

– Ist die Bun­des­re­pu­blik schlim­mer als die DDR?
– Nein, natür­lich nicht. Aber sie hat das Zeug, es zu werden.

 

Vorheriger Beitrag

10. Juni 2022

Nächster Beitrag

Eine Mitteilung an meine Leser

Ebenfalls lesenswert

16. Mai 2022

Nach­dem die Göt­ter die Lose gewor­fen hat­ten, nah­men die Sozi­al­aus­schüs­se ihre Arbeit auf. *** Diver­si­ty bedeu­tet, dass auch…

18. April 2022

„Der Glet­scher droht zu schmelzen.“ Wem? *** Maxi­me für Her­ren: Nach unten buckeln, nach oben treten. *** Man…

Dienstag war Podcast-Tag!

In der gest­ri­gen Fol­ge beschäf­tig­te ich mich mit der Skla­ve­rei, die von wei­ßen Män­nern zwar kei­nes­wegs erfun­den, aber…