8. November 2022

Ich wür­de dem „Kampf” gegen „rechts” eine gewis­se Aner­ken­nung nicht ver­sa­gen, wenn er jemals in Unter­zahl stattfände.

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Bis­lang konn­te mir mit Aus­nah­me eines Zyni­kers nie­mand erklä­ren, war­um im bes­ten Deutsch­land aller Zei­ten kaum noch deut­sche Kin­der gebo­ren wer­den, jeden­falls sehr viel weni­ger als in all den schlech­te­ren Deutsch­lands davor.

(Der Zyni­ker mein­te: Eben. Das Bes­te kommt bekannt­lich zuletzt.)

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Jemand sag­te: Die Deut­schen ver­lie­ren inzwi­schen ihre Krie­ge sogar dann, wenn ihre Ver­bün­de­ten sie gewinnen.

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Bernd Zel­ler. Man soll­te ihn nach wie vor den Gött­li­chen nennen.

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Aus Bel­la Ita­lia zurück, kommt einem die deut­sche Mas­ken­tra­ge­rei schon ziem­lich bescheu­ert vor. „Noch unter jedem Regime gehör­te der Maul­korb zur kor­rek­ten deut­schen Stra­ßen­be­klei­dung”, notier­te Johan­nes Gross. Es gibt wirk­lich kei­nen ande­ren Grund. Ich bin geneigt, das nicht nur beknackt, son­dern vor allem beschä­mend zu finden.

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Es ist löb­lich, wie rasch, wider­spruchs­los und in kol­lek­ti­ver Beflis­sen­heit unse­re Öffentlichkeitsarbeiter:*_Innenx nicht nur das Mas­ken­tra­gen pro­pa­gie­ren, son­dern auch die Gebo­te der Gen­der­spra­che erfüllen.

Aber Beflis­sen­heit mag gut sein, Kon­trol­le ist bes­ser, denn es pas­sie­ren immer noch Unacht­sam­kei­ten – oder Mikro­boy­kot­te? –, die noch nicht in ihre Löcher zurück­ge­jag­te Hete­ro­nor­ma­ti­vi­täts­fa­schis­ten als Schwä­che inter­pre­tie­ren könn­ten. So ver­mel­de­te die ARD die Ent­de­ckung eines Schwar­zen Loches, 1600 Licht­jah­re von der Erde ent­fernt und damit zum Zurück­ja­gen unge­eig­net, und zwar anfangs noch in kor­rekt gegen­der­ter Begrifflichkeit:

Das heißt Schlan­gen­tra­gen­der! Wie oft muss das denn noch gebimst wer­den, zur Henker:in!

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Die Auf­re­ge­rin der ver­gan­ge­nen Woche war ein ARD-Kommentar.

Der Autor ist ein soge­nann­ter No-Name, eine Nach­wuchs­hetz­kraft, das heißt, dass sein Kom­men­tar vor dem Erschei­nen von ande­ren Redakteur:*_Innen, etwa vom/von der Leiter:*_In des Korrespondent:*_Innenbüros, von einem/einer Ressortleiter:*_In der Hei­mat, vom C*vD und weiß der Him­mel von wem gele­sen – und durch­ge­winkt – wur­de. Der Gevat­ter durf­te also ver­mu­ten, mit sol­chen For­mu­lie­run­gen durch­zu­kom­men, viel­leicht sogar wei­ter nach vorn. Das ver­rät eini­ges über das Gesin­nungs­kli­ma in die­ser Anstalt.

Danisch ver­mu­tet, dass die öffent­lich-recht­li­chen Sen­der eng mit dem Links­ex­tre­mis­mus ver­quickt sind. Man glaubt es.

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Der Süd­deut­sche Beob­ach­ter, Organ des Minis­te­ri­ums für Wahr & Falsch (MiWa­Fa), teilt mit:

Die Ver­lags­ma­na­ge­rin – das sind die mit den Flip­charts und den Ziel­grup­pen  – Julia Jäkel (Gru­ner & Jahr, Ber­tels­mann, Holtz­brinck), eine Karya­ti­de der kri­ti­schen Medi­en­viel­falt, steht nicht allein auf, statt sich vor den Zen­sur­ab­schaf­fungs­fa­schos weg­zu­du­cken – die Rei­hen der Gebe­ne­dei­ten unter den Öffent­lich­keits­wei­bern schlie­ßen sich.

Man sieht: Die rich­ti­gen Fra­gen sind wert­los, wenn sie nicht von den Rich­ti­gen gestellt werden.

Eine gab lei­der Fer­sen- und Fer­sin­nen­geld (der­weil sie ihres vom Spie­gel hof­fent­lich noch ein­streicht), aber die Arme lei­det unter der Elfen­krank­heit Long Covid, auch Kong Covid genannt, die bei Spe­zi­al­be­gab­ten gele­gent­lich das Sprach­zen­trum befällt.

Das Mastodon ist ein Vor­läu­fer bzw. geis­ti­ger Weg­be­rei­ter des Ele­fan­ten. Dru­kos sind Drun­ter­kom­men­ta­re. Und Löcher sind für die­je­ni­gen, die dort­hin zurück­ge­prü­gelt gehören.

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Netz­fund:

Offen­bar nicht alle Träume.

Wäh­rend der Kommunismus/Sozialismus/Wokismus zu hun­dert Pro­zent men­schen­ge­macht ist, weiß man’s beim Kli­ma­wan­del nicht auf den Pro­zent­punkt genau. Wie­der­um hun­dert­pro­zen­tig men­schen­ge­macht indes ist die Wahr­neh­mung des Kli­ma­wan­dels als Problem.

Mit jeder Mil­li­on, die die­se Gat­tung zulegt, gibt es eine Mil­li­on wan­deln­de Kli­ma­sen­so­ren mehr. Wer von der Bevöl­ke­rungs­ex­plo­si­on in Afri­ka und dem Ori­ent schweigt, soll vom Kli­ma­wan­del nicht spre­chen. Erstaun­li­cher­wei­se wächst die Bevöl­ke­rung gera­de in jenen Welt­ge­gen­den enorm, die angeb­lich am meis­ten unter dem Kli­ma­wan­del lei­den. Von des­sen Bewirt­schaf­tern – sie selbst bezeich­nen sich gern als Bekämp­fer – geht wahr­schein­lich mehr Gefahr aus als vom Kli­ma­wan­del sel­ber; wenn man sie an die Macht kom­men lässt, wer­den sie einen glo­ba­len Öko-Bol­sche­wis­mus errich­ten und den Pla­ne­ten in Hun­ger und Armut stür­zen. Und das Kli­ma wird sich trotz­dem mun­ter wei­ter wandeln.

Haupt­sa­che, es reicht fürs Zuckerfest.

„Sol­len sie doch Käfer essen!”
(Apo­kryph, Hil­de Schwab zugeschrieben)

Wo bleibt das Posi­ti­ve, Genos­se? Hier:

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Noch zum Vorigen.

Wir machen mit
bei der Ret­tung der Erde…

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Einen Blick in die zwei­te Zukunft erlau­ben uns gewis­se Vor­fäl­le mit „rund 200 Men­schen” (Pas­sau­er Neue Pres­se), die sich „an Hal­lo­ween” in Linz zutrugen.

Afgha­nen und Syrer wer­den bevor­zugt auch von die­ser Bun­des­re­gie­rung ins Land geholt (bzw. erst die Söh­ne als Brü­cken­kopf­er­rich­ter her­ein­ge­las­sen, dann deren Groß­fa­mi­li­en nach­ge­holt). Net­flix ist ja schon da. Es kann also losgehen.

O‑Ton KGE: „Zunächst ein­mal muss man aner­ken­nen, dass die Polen weit mehr als eine Mil­li­on ukrai­ni­sche Geflüch­te­te auf­ge­nom­men und ver­sorgt haben, sie sor­gen für Auf­nah­me in Schu­le und Kin­der­gär­ten und küm­mern sich um Unter­brin­gung. Gleich­zei­tig wer­den die Men­schen, die aus Kriegs­ge­bie­ten wie Syri­en, Afgha­ni­stan oder Irak kom­men, nicht in glei­cher Wei­se unterstützt.”

Womög­lich weil in der Ukrai­ne tat­säch­lich Krieg herrscht und die Flücht­lin­ge von dort nicht über­wie­gend jun­ge Män­ner sind, die sich von den Ukrai­nern oben­drein dadurch unter­schei­den, dass sie mehr­heit­lich die west­li­che Kul­tur zwar ableh­nen, sich aber von den Unrei­nen ali­men­tie­ren las­sen wol­len, weil ihnen das zusteht und auch Hartz IV von Allah kommt. Und wenn man ihnen das ver­wei­gert, dann ist es ja klar, dass sie Aggres­sio­nen auf­bau­en, die sich dann, wie in Linz, in gerech­tem Zorn auf die Ungläu­bi­gen – oder sagt man: Rat­ten? – entladen.

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Apro­pos Bernd Zel­ler: Der Bra­ve sand­te mir soeben die PDF-Ver­si­on der von ihm für lau pro­du­zier­ten und per­sön­lich aus­ge­tra­ge­nen Jena­er Senio­ren­zei­tung zu. Ich gestat­te mir, drei Kari­ka­tu­ren einzurücken.

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Hier spricht der Sponsor.

Salz ist Salz ist Natri­um­chlo­rid? Nein! Schme­cken Sie den Unterschied.
Unse­re Häl­li­schen Stein­sal­ze haben sich bei allen Ver­kos­tun­gen als erheb­lich run­der im Geschmack, weni­ger zuge­spitzt sal­zig und fähi­ger zum Ver­bund mit den Geschmacks­no­ten der zu wür­zen­den Spei­se erwie­sen. Es ist ein Unter­schied, der aller­dings sprach­lich schwer zu fas­sen ist, am bes­ten in einer musi­ka­li­schen Ana­lo­gie: Der rei­ne Sinus­ton ist immer schmer­zend, erst durch Ober­tö­ne wird er zum musi­ka­li­schen Wohl­klang. Das ergibt übri­gens auch eine ratio­na­le Erklä­rung für die höhe­re Geschmacks­ver­träg­lich­keit unse­rer Stein­sal­ze: Sie sind nicht raf­fi­niert, ent­hal­ten also noch alle Mine­ra­li­en und Spu­ren­ele­men­te, die sich ihnen im Lau­fe von 200 Mil­lio­nen Jah­ren bei­gesellt haben. (Dafür feh­len ihnen alle Zusatz­stof­fe und Rie­sel­hil­fen.) Also: Es ist ein Unter­schied. Pro­bie­ren Sie’s hier, und Sie wer­den uns beipflichten.

Da Sie als Klo­n­ovs­ky-Leser dem Klo­n­ovs­ky-Ver­le­ger prin­zi­pi­ell sym­pa­thisch sind, gewährt Ihnen die Tho­mas-Hoof-Grup­pe einen Rabatt von fünf Pro­zent. Bit­te bei der Bestel­lung ein­fach den Code „Actadiurna5“ eingeben.

(Das war eine Anzeige.)

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Was machen eigent­lich die Schwur­b­ler? Nun, genau das, was alle unfai­ren Sie­ger tun: noch einen Tref­fer nach­le­gen und noch einen und noch einen…

Aber sie tri­um­phie­ren zu spät, die Angst hat schon gesiegt.

Haha, fac­tum fie­ri infec­tum non potest.
(Plau­tus? Terenz?)

Aber wenn die Schwur­b­ler nun glau­ben, sie kom­men mit ihrer Impf­kraft­zer­set­zung durch, wer­den sie auf brei­te Bünd­nis­se von Zei­chen­set­zern stoßen!

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Mein Sohn, 8. Klas­se Gym­na­si­um, frag­te mich, was ich von der Fran­zö­si­schen Revo­lu­ti­on hal­te. Ganz oppor­tu­nis­ti­scher Papa, gab ich eine Einerseits-andrerseits-Antwort.

Sub spe­cie aeter­ni­ta­tis – viel­leicht sogar schon in hun­dert Jah­ren – wird man mög­li­cher­wei­se sagen: Damals setz­ten sich jene Ideen durch, die letzt­end­lich zum Unter­gang der wei­ßen christ­li­chen euro­päi­schen Zivi­li­sa­ti­on führ­ten. Ein Gedan­ke, der jeden Bol­sche­wo­ken eigent­lich ent­zü­cken müsste.

Dazu passt eine Anek­do­te aus den Tagen von Nixons Chi­na-Besuch anno 1972. Der US-Prä­si­dent – es kann auch sein, dass es Kis­sin­ger war – stell­te sei­nen Gast­ge­bern die­sel­be Fra­ge, wie sie mein Fili­us an mich rich­te­te. Pre­mier­mi­nis­ter Zhou Enlai soll lan­ge über­legt und dann geant­wor­tet haben, es sei zu früh, um dar­über ein abschlie­ßen­des Urteil zu fällen.

 

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