30. Mai 2023

Durch die recht­zei­ti­ge Lek­tü­re der gro­ßen toten Autoren wäre ein erheb­li­cher Teil der aktu­el­len Lite­ra­tur­pro­duk­ti­on zu ver­hin­dern gewesen.

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„Attes­tiert man dem Neger, er sei genau wie der Wei­ße, wäh­rend er es doch nicht ist, so tut man ihm ins­ge­heim schon wie­der Unrecht an.”
Ador­no, „Mini­ma Moralia”

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Unser größ­ter Bun­des­prä­si­dent aller Zei­ten (Grö­BaZ) hält aus­nahms­los bedeu­ten­de Reden, die jeden Pas­tor vor Neid ergrü­nen las­sen, doch zu wirk­lich impo­san­ter Form läuft Genos­se Pahl-Rugen­stein­mei­er auf, wenn er die Bra­ven unter sei­nen Lands­leu­te mah­nen und vor den bzw. dem Bösen war­nen kann.

Der Grö­BaZ „sprach von einer ‚Kon­ti­nui­tät der rechts­extre­men und ras­sis­ti­schen Gewalt’ in Deutsch­land und warn­te davor, rechts­extre­me Struk­tu­ren hier­zu­lan­de zu unter­schät­zen”, stimmt die Zeit ins prä­si­dia­le Tre­mo­lo ein.

Die­se rechts­extre­men Struk­tu­ren sind der­ma­ßen ver­fes­tigt, dass sich deren Prot­ago­nis­ten sogar schon mit dem Rol­la­tor auf die Stra­ße trau­en und Kal­le Lau­ter­bach ent­füh­ren wol­len! Inter­es­sant ist, dass Pahl-Rugen­stein­mei­er offen­bar auch den All­tags­ras­sis­mus der Will­kom­me­nen stan­te pede dem Rechts­extre­mis­mus zuschlägt, aber wenn’s denn der Inte­gra­ti­on dient…

Wei­ter die Zeit: „Stein­mei­er wand­te sich gegen die Behaup­tung, dass in Deutsch­land ledig­lich ‚ver­blen­de­te Ein­zel­tä­ter’ ihr Unwe­sen trieben.”

Ein­zel­tä­ter, psy­chisch labi­le und unse­rer Hil­fe bedürf­ti­ge zumal, kom­men aus­schließ­lich aus dem Ori­ent oder des­sen Glie­de­run­gen wie jener Soma­li­er, der in Lud­wigs­ha­fen zwei Maler mas­sa­krier­te und vor ein paar Tagen im straf­recht­li­chen Sin­ne frei­ge­spro­chen wur­de. Der infor­mel­le Zen­tral­rat der Ein­zel­tä­ter hat wie­der­holt erklärt, dass er kei­ne Wei­ßen und erst recht kei­ne Almans aufnimmt.

„Die Struk­tu­ren dahin­ter und die Ideo­lo­gie der Täte­rin­nen und Täter wur­den lan­ge über­se­hen, igno­riert, teils auch ver­drängt”, sag­te Stein­mei­er auf der Gedenk­ver­an­stal­tung. „Ich nen­ne das: Terror.”

Also er meint Solin­gen vor 30 Jah­ren, nicht Lud­wigs­ha­fen vor sie­ben Monaten.

Rechts­extre­me Erb­sen­zäh­ler könn­ten jetzt ein­wen­den, dass der nie­der­träch­ti­ge Brand­an­schlag in Solin­gen tat­säch­lich nur von einem Täter ver­übt wur­de – die drei ande­ren Ver­ur­teil­ten „bra­chen am 25. Mai 2023, kurz vor dem 30-jäh­ri­gen Jah­res­tag, ihr Schwei­gen, beteu­er­ten öffent­lich ihre Unschuld und ver­ur­teil­ten die Tat” (Wiki­pe­dia) –, aber die Struk­tu­ren dahin­ter und die Ideo­lo­gie der Täte­rin­nen und Täter wur­den lan­ge über­se­hen, igno­riert, teils auch ver­drängt, was schließ­lich zur Grün­dung der AfD sowie dazu führ­te, dass heut­zu­ta­ge land­auf, land­ab zu hören ist, die eigent­li­chen Ter­ro­ris­ten sei­en die­je­ni­gen, die jedes Jahr eine Groß­stadt aus über­wie­gend kul­tur­frem­den, anpas­sungs­un­wil­li­gen, auf dem Arbeits­markt schwer ver­mit­tel­ba­ren jun­gen männ­li­chen Pri­mär- und Sekun­där­an­alpha­be­ten ins Land las­sen. Oder sogar holen. Jeden­falls ram­men. Und das Gan­ze muss der deut­sche Steu­er­na­zi mit Wie­der­gut­ma­chungs­gel­dern bezahlen.

Aber mer­ke: Hartz IV, heu­te stolz „Bür­ger­geld” genannt, kommt nicht vom deut­schen Steu­er­zah­ler, son­dern von Allah.

Die rechts­extre­men Struk­tu­ren begin­nen – oder enden, wer weiß das schon – mitt­ler­wei­le in der säch­si­schen (!) Staatskanzlei.

Aber hat das denn tat­säch­lich etwas mit einem vor 30 Jah­ren in Solin­gen began­ge­nen Ver­bre­chen zu tun? Doch doch. Der Wind und Ihr Bun­des­prä­si­dent wis­sen die Antwort.

„Dem Staat und des­sen Sicher­heits­be­hör­den sprach Stein­mei­er eine beson­de­re Ver­ant­wor­tung im Kampf gegen Rechts­extre­mis­mus, Ras­sis­mus und jede Form von Men­schen­feind­lich­keit zu. (…) ‚Fas­sungs­los’ mache Stein­mei­er vor die­sem Hin­ter­grund, dass sich ‚ein­zel­ne Ange­hö­ri­ge von Sicher­heits­be­hör­den’ in rech­ten Chat­grup­pen orga­ni­sier­ten. Das kön­ne und dür­fe der Staat nicht dulden.”

Mer­ke, zum ers­ten: Aus der Tat von Solin­gen folgt (30 Jah­re spä­ter), dass der Staat „rech­te” Chat­grup­pen, im Gegen­satz zu lin­ken, grü­nen, woken, iden­ti­täts­po­li­ti­schen, radi­kal­is­la­mi­schen, end­zeit­sek­tie­re­ri­schen, in den Behör­den nicht dul­den darf. Rech­te, nicht etwa ver­fas­sungs­feind­li­che, extre­mis­ti­sche, nein, rech­te. Wer so for­mu­liert, ist kein lupen­rei­ner Demo­krat, aber das ist ja sowie­so mei­ne Rede: In sei­nem Her­zen ist nie­mand Demo­krat, und wem das Herz voll ist, dem geht halt zuwei­len der Mund über.

„Stein­mei­er sprach auch von der Ver­ant­wor­tung des Ein­zel­nen, etwa beim täg­li­chen Sprach­ge­brauch. ‚Mit Wor­ten’, sag­te der Bun­des­prä­si­dent, kön­ne man ‚das Gewalt­po­ten­zi­al einer Gesell­schaft akti­vie­ren.’ All­zu oft habe man erlebt, dass Wor­te zu Taten gewor­den sei­en. ‚Wenn Poli­ti­ker glau­ben, ver­bal um den rech­ten Rand buh­len zu müs­sen, wenn auch Poli­ti­ker die Gren­zen zwi­schen dem Unsag­ba­ren und dem Unsäg­li­chen ver­schie­ben, dann befeu­ern sie damit auch die Gewalt.’ ”

Die Gren­zen zwi­schen dem Unsag­ba­ren und dem Unsäg­li­chen – das ist so sub­til, so tief, so phi­lo­so­phisch, dafür wäre eigent­lich der Witt­gen­stein-Preis fäl­lig („Das Unsäg­li­che mar­kiert sowohl die Gren­zen mei­ner Spra­che als auch mei­ner Tole­ranz”). Aber die Ele­ganz, mit der unser Grö­BaZ von einem drei Jahr­zehn­te zurück­lie­gen­den Ver­bre­chen den Bezug zur Spra­che der Gegen­wart her­stellt, ist viel­leicht noch preiswürdiger.

Mer­ke denn, zum zwei­ten: Aus der Tat von Solin­gen – erwähn­te ich schon, dass sie drei­ßig Jah­re zurück­liegt? was mei­nen Sie, was 2046 am Breit­scheid­platz abge­hen wird! – folgt, dass Poli­ti­ker nun­mehr gewarnt sind, ver­bal am rech­ten Wäh­ler­rand zu buh­len (frü­her: zu fischen), weil sie damit Gewalt befeu­ern. Mit Wor­ten lässt sich näm­lich, anders als mit Mas­sen­mi­gra­ti­on, Woh­nungs­knapp­heit und Aus­plün­de­rung der Indi­ge­nen, das Gewalt­po­ten­ti­al einer Gesell­schaft aktivieren.

(Netz­fund)

Wei­ter im Text: „Vor­ur­tei­len und Dis­kri­mi­nie­run­gen im All­tag sei ent­schlos­sen ent­ge­gen­zu­tre­ten. Die­se gebe es etwa bei der Job­su­che, bei der Woh­nungs­su­che oder bei der Fahrkartenkontrolle.”

Vom ras­sis­ti­schen Brand­an­schlag zur ras­sis­ti­schen Fahr­kar­ten­kon­trol­le und zurück: Das ist rhe­to­risch so kühn wie gekonnt. Wenn­gleich es einen Vor­läu­fer und geis­ti­gen Weg­be­rei­ter gibt, näm­lich unse­ren „Ted­dy” Ador­no, der in der „Mini­ma Mora­lia” fast wört­lich notier­te: „Das Zufalls­ge­spräch mit dem Kon­trol­leur in der Eisen­bahn, dem man, damit es nicht zum Streit kommt, auf ein paar Sät­ze zustimmt, von denen man weiß, dass sie schließ­lich auf einen Mord hin­aus­lau­fen, ist schon ein Stück Verrat.”

Schluss­wort der Zeit: „Dar­über hin­aus wünsch­te sich Stein­mei­er ‚Mit­men­schen, die an einer Bus­hal­te­stel­le ein­grei­fen, wenn ein Mäd­chen ras­sis­tisch beschimpft und atta­ckiert wird …’ ” – passt auch eine jun­ge Mut­ter im Schwimmbad?

…  „und ‚wider­spre­chen, wenn Lügen, Hass und Het­ze am Arbeits­platz oder in sozia­len Netz­wer­ken, im Haus­flur oder am Stamm­tisch ver­brei­tet werden.’ ”

Natür­lich, das sind gro­ße Wor­te, sie ver­lan­gen Mut und Hal­tung, denn wie jeder weiß, setzt sich der­je­ni­ge, der im Haus­flur die Wahr­heit oder in der Öffent­lich­keit ein Mäd­chen ver­tei­digt, das ras­sis­tisch beschimpft und atta­ckiert wird, der Gefahr einer Mes­ser­at­ta­cke oder eines Angriffs der rasch per Hän­di her­bei­ge­ru­fe­nen Ver­wand­ten des dadurch gereiz­ten Rechts­extre­mis­ten aus.

Wenn wir schon im Angst­raum des öffent­li­chen Nah­ver­kehrs ange­kom­men sind – jede pass­deut­sche Frau kennt doch das Pro­blem, wenn sie spät­abends in der lee­ren Bahn sitzt und denkt: „Hof­fent­lich steigt jetzt kein Reichs­bür­ger ein” –, muss auch der Pro­blem­be­zirk Hal­te­stel­le erwähnt wer­den, wo zuletzt wie­der­holt Men­schen, sogar Kin­der, von Ras­sis­ten und Rechts­extre­mis­ten auf die Glei­se „geschubst” wor­den sind. Ras­sis­ten und Rechts­extre­mis­ten haben auch Schaff­nern­de, Fahr­kar­ten­kon­trol­lie­ren­de oder (am Steu­er) Bus­fah­ren­de ange­grif­fen und zum Teil schwer ver­letzt. Weil ihre Struk­tu­ren lan­ge über­se­hen, igno­riert, teils auch ver­drängt wur­den. Drei­ßig Jah­re nach Solin­gen ist das ein Skan­dal, wor­auf unser Grö­BaZ end­lich hin­ge­wie­sen hat!

Wo aber Gefahr ist…

Angeb­lich ist der Umvol­kungs-Tweet wie­der gelöscht wor­den. War wohl noch zu früh.

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„Mein Vater hat mir ein The­ma für eine neue lite­ra­tur­wis­sen­schaft­li­che Arbeit vor­ge­schla­gen: Die Rezep­ti­on ara­bi­scher Mär­chen in der deut­schen Linken.”
(Freund ***)

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Die sind sich offen­kun­dig für nichts mehr zu scha­de – aber was tut man nicht alles, um in die Medi­en, zu einem woken Ruf und an För­der­mit­tel zu kommen!

Bezie­hungs­wei­se eine Nuan­ce nicht­bi­nä­rer formuliert:

„Nicht-binä­res Geschlecht” ist kei­ne Sache, die sich objek­tiv defi­nie­ren lässt, son­dern ein sub­jek­ti­ves Emp­fin­den; es bedeu­tet, dass jemand sich nicht in das zwei­ge­teil­te Geschlech­ter­sys­tem ein­ord­nen kann oder will oder das zumin­dest behaup­tet, um sich wich­tig zu machen, wofür in der Bron­ze­zeit wahr­schein­lich aber weder genü­gend Bron­ze noch genü­gend Zeit vor­han­den war.

Die Gazet­ten räu­men ein: „Das bio­lo­gi­sche und sozia­le Geschlecht konn­te nur bei etwa 30 Pro­zent der unter­such­ten Indi­vi­du­en bestimmt wer­den.” Stimmt aber nicht; nur das bio­lo­gi­sche Geschlecht kann man wis­sen­schaft­lich ermit­teln, das sozia­le Geschlecht allen­falls mut­ma­ßen. Wie will nun aber ein auch noch so for­scher For­schen­der in Grä­bern, die zwi­schen 7500 und 3200 Jah­re alt sind, fest­stel­len, ob sich das dort lie­gen­de Ske­lett zu Leb­zei­ten nicht in das zwei­ge­teil­te Geschlech­ter­sys­tem ein­ord­nen konn­te oder woll­te? Anhand des Nagel­lacks? Des Kajal­stifts? Viel Zeit und Muße für Extra­va­gan­zen, Outings und Selbst­hil­fe­grup­pen­sit­zun­gen gab es wei­land ja nicht. Kein seriö­ser Archäo­lo­ge käme auf die Idee, das „sozia­le Geschlecht” eines der­ma­ßen alten Leich­nams zu behaupten.

Wenn man die Stu­die liest, stel­len sich einem die Din­ge schon deut­lich rela­ti­vier­ter dar. In nahe­zu jedem zwei­ten Absatz ver­si­chern die Autoren, dass sie nichts Genau­es wis­sen, etwa: „Howe­ver, the error mar­gins of tra­di­tio­nal methods of sex deter­mi­na­ti­on can­not be accu­ra­te­ly quan­ti­fied, hence the actu­al size of the ‘non-bina­ry mino­ri­ty’ is still lar­ge­ly uncertain.”

Oder: „Our case stu­dy also sug­gests cau­ti­on in inter­pre­ting the available evi­dence, as it shows that our know­ledge of pre­his­to­ric gen­der is lar­ge­ly based on insuf­fi­ci­ent, fre­quent­ly unve­ri­fia­ble and part­ly bia­sed data. Only rough­ly 30 per cent of all buri­als pro­vi­de enough data to compa­re bio­lo­gi­cal sex with archaeo­lo­gi­cal gen­der, while the remai­ning part is eit­her par­ti­al­ly deter­mi­ned or com­ple­te­ly undetermined.”

Über­setzt: „Auch unse­re Fall­stu­die legt Vor­sicht bei der Inter­pre­ta­ti­on der ver­füg­ba­ren Bewei­se nahe, da sie zeigt, dass unser Wis­sen über das prä­his­to­ri­sche Geschlecht (Gen­der) weit­ge­hend auf unzu­rei­chen­den, häu­fig nicht über­prüf­ba­ren und teil­wei­se vor­ein­ge­nom­me­nen Daten basiert. Nur etwa 30 Pro­zent aller Bestat­tun­gen lie­fern genü­gend Daten, um das bio­lo­gi­sche Geschlecht mit dem archäo­lo­gi­schen Geschlecht zu ver­glei­chen, wäh­rend der ver­blei­ben­de Teil ent­we­der teil­wei­se oder völ­lig unbe­stimmt ist.”

Das Haupt­pro­blem indes besteht dar­in, dass sie sug­ge­rie­ren, die Unter­schei­dung anhand der Grab­bei­ga­ben tref­fen zu können.

„We asses­sed sex based on osteo­lo­gi­cal ana­ly­sis and gen­der based on gra­ve goods, while enti­re­ly rely­ing on deter­mi­na­ti­ons pro­vi­ded in the publi­ca­ti­ons of each buri­al site. We found that in six buri­al sites out of seven the­re is a per­sis­tent mino­ri­ty of indi­vi­du­als who­se deter­mi­ned sex does not coin­ci­de with the gen­der that their respec­ti­ve gra­ve goods are sup­po­sed to signal.”

„Wir haben das Geschlecht (Sex) anhand osteo­lo­gi­scher Ana­ly­sen und das Geschlecht (Gen­der) anhand von Grab­bei­ga­ben beur­teilt und uns dabei aus­schließ­lich auf die Anga­ben in den Ver­öf­fent­li­chun­gen der ein­zel­nen Grab­stät­ten gestützt. Wir haben fest­ge­stellt, dass es in sechs von sie­ben Grab­stät­ten eine hart­nä­cki­ge Min­der­heit von Per­so­nen gibt, deren bestimm­tes Geschlecht nicht mit dem Geschlecht über­ein­stimmt, das ihre jewei­li­gen Grab­bei­ga­ben signa­li­sie­ren sollen.”

Nicht­bi­när wären dem­zu­fol­ge Frau­en mit männ­lich kon­no­tier­ten Grab­bei­ga­ben und umge­kehrt Män­ner mit weib­lich kon­no­tier­ten, aber in der gesam­ten Stu­die wird kein kon­kre­tes Bei­spiel genannt – mit Aus­nah­me eines Mes­sers, bei dem sich aber, wir sind in der Bron­ze­zeit, nicht genau defi­nie­ren lässt, ob es sich um ein Küchen‑, Jagd- oder Opfer­mes­ser han­delt. Aber ob eine Frau mit einem Mes­ser oder ein Mann mit Schmuck sich als nicht­bi­när emp­fan­den, wird sich nie­mals ermit­teln lassen. 

Statt­des­sen theo­re­ti­sie­ren die Autor:*_Innen der Stu­die durch­aus geschwät­zig und ver­wei­sen dabei sogar auf die gen­de­ris­ti­sche Ur-Törin Judith But­ler, was ein acht­ba­rer neo­li­thi­scher Ske­lett­hin­ter­las­ser nun wahr­lich nicht ver­dient hat: „Some may even ques­ti­on why we need to clas­si­fy sex and gen­der sepa­ra­te­ly in the first place (…), as the deve­lo­p­ment of the­se con­cepts in the socio­lo­gi­cal domain has moved towards the ack­now­led­ge­ment that bio­lo­gi­cal sex is as much soci­al­ly con­s­truc­ted as gen­der is (e.g. But­ler Refe­rence But­ler 1993).”

„Wir müs­sen auch den Bestä­ti­gungs­feh­ler berück­sich­ti­gen”, sprach wei­se Dr. Nico­la Ial­on­go vom Semi­nar für Ur- und Früh­ge­schich­te der Uni­ver­si­tät Göt­tin­gen. „Wir Men­schen nei­gen dazu, das zu fin­den, was wir fin­den wollen.”

***

Wenn wir bei den Absur­di­tä­ten sind: Pünkt­lich­keit und frü­hes Auf­ste­hen sind ras­sis­tisch, also weißengemacht.

Immer­hin, schrieb ein ande­rer Twit­te­rer, ist der strom­erzeu­gen­de Fern­se­her in Afri­ka erfun­den wor­den. Dabei wird es nicht blei­ben. Ähn­lich wie die Tür­ken nach dem Krieg Deutsch­land wie­der auf­ge­baut haben (wer­den), wer­den vie­le bedeu­ten­de Ideen und Erfin­dun­gen dem­nächst aus Afri­ka stammen.

Frü­her oder spä­ter wird das per Mehr­heits­ent­scheid festgelegt.

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Leser ***, Jurist im Staats­dienst, schreibt: „Der Punkt ist nicht eine neue Stär­ke der AfD, son­dern die Schwä­che der CDU. Die macht kei­ne Oppo­si­ti­on, son­dern tut nur so, denn bekannt­lich will Merz gar kei­ne Poli­tik­än­de­rung, son­dern nur anstel­le der SPD mit den Grü­nen und der FDP Kanz­ler wer­den und deren Poli­tik fort­set­zen. Noch hat sich das in der Bevöl­ke­rung  nicht hin­rei­chend her­um­ge­spro­chen, vor allem, daß Merz als Statt­hal­ter des Zehn-Bil­lio­nen (!)-Kon­zerns Black Rock des­sen und damit eben­falls frem­de und nicht deut­sche Inter­es­sen ver­tritt und mit­hil­fe des par­tei­über­grei­fen­den Ago­ra-Kar­tells den gro­ßen Coup mit der Ent­eig­nung der deut­schen Immo­bi­li­en­be­sit­zer zuguns­ten von Black Rock und ande­ren Finanz­kon­zer­nen betrei­ben will. Was man nicht über­se­hen soll­te, ist die FDP, wel­che das Ent­eig­nungs­ziel zuguns­ten ihrer Kli­en­tel (nicht ihrer Wäh­ler!) noch viel kon­se­quen­ter, aber etwas raf­fi­nier­ter und ver­deck­ter umset­zen will als die Grünen.

Es bleibt die Fra­ge, wel­che Rol­le dem 2018 inthro­ni­sier­ten Dr. Har­barth in die­sem Spiel zuge­dacht war. Denn der Staats­streich des BVerfG mit der Umkeh­rung der Grund­rech­te von Abwehr­rech­ten des Bür­gers gegen den Staat zu Ein­griffs­rech­ten des Staa­tes gegen sei­ne Bür­ger und damit der Instal­lie­rung einer poten­ti­el­len (Klima-)Diktatur mit dem am 29. April 2021 ver­öf­fent­lich­ten Beschluß wäre dann kein Zufall, son­dern ein wich­ti­ger Bestand­teil des Ago­ra-Pla­nes. Dies wür­de es auch plau­si­bel machen, war­um ein Jurist wie Har­barth den ihm oktroy­ier­ten Text die­ses juris­tisch unter jedem Niveau lie­gen­den Beschlus­ses über­haupt ernst­haft behan­del­te (und über­nahm) und – was bis­her kaum wahr­ge­nom­men wur­de – ent­ge­gen jeder bis­he­ri­gen Recht­spre­chung des 1. Senats eine Grund­rechts­kla­ge gegen ein Gesetz über­haupt zuließ (Grund­rechts­kla­gen sind nur gegen Maß­nah­men auf­grund von Geset­zen zuläs­sig, nicht gegen die Geset­ze selbst, sofern die­se kei­ne unmit­tel­ba­ren Maß­nah­men ent­hal­ten), noch dazu im vor­lie­gen­den Fall, in wel­chem die Kla­ge sich nicht gegen angeb­li­che Ein­grif­fe durch das Kli­ma­schutz­ge­setz rich­te­te, son­dern im Gegen­teil auf die Behaup­tung und For­de­rung, dass die­ses Gesetz zu wenig Ein­grif­fe ent­hal­te und viel mas­si­ve­re Ein­grif­fe vor­se­hen müs­se. So ent­schied das BVerfG dann auch. Der gan­ze Twist wur­de in der Publi­zis­tik und in der Bevöl­ke­rung kaum bis nicht wahr­ge­nom­men. Ledig­lich die Fach­welt nahm zum Teil davon Kennt­nis. Dabei han­delt es sich um eine kras­se Umkeh­rung der Grund­rechts­la­ge in ihr Gegen­teil, und damit um die ver­fas­sungs­recht­li­che (Schein-)Legitimation für die nun­meh­ri­ge Ent­eig­nungs- und Ver­bots­po­li­tik unter der Ampel. Schö­ne neue Welt!”

PS: „Wer ver­mu­tet, daß Black­Rock nicht in der Lage sei, im Fal­le einer durch grü­ne Wirt­schafts­po­li­tik her­vor­ge­ru­fe­nen Markt­si­tua­ti­on den kom­plet­ten pri­va­ten Immo­bi­li­en­be­sitz in Deutsch­land schlicht auf­zu­kau­fen, ist wohl das Opfer einer Verschwörungstheorie.”
(Leser ***)

 

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