1. September 2023

„Falsch-Geld ist Geld. Punkt.”
(Leser ***)

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„Um das Jahr 2023 geriet der deut­sche Poli­ti­ker X. in den Ruch der Friedenstreiberei.”
(Aus einer alten Chronik)

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Deut­scher Alltagsrassismus
(Mün­chen. Eige­ner Bericht)
Am U‑Bahnhof Lehel hat gegen 18.15 Uhr ein betrun­ke­ner wei­ßer Tracht­ler einen jun­gen Mann mit Migra­ti­ons­ge­schich­te beim Ein­stei­gen in die U5 rüde zur Sei­te gedrän­gelt. Der Staats­schutz ermittelt.

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Hat eigent­lich irgend­ei­ne deut­sche Fuß­bal­le­ri­na noch nicht ihren Abscheu über die­sen spa­ni­schen Sie­ger­eh­rungs­ka­pe­rer und knut­schen­den Ver­ge­wal­ti­ger geäußert?

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(Netz­fund)

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Der Auf­re­ger der Woche ist natür­lich die Fra­ge, ob der Chef der Frei­en Wäh­ler in Bay­ern, Hubert Aiwan­ger, sei­ne Mit­glied­schaft in der Waf­fen-SS hät­te ver­heim­li­chen dür­fen, nur weil er damals min­der­jäh­rig war.

Meh­re­re Leser aus dem poren­tie­fer gehirn­ge­wa­sche­nen Teil unse­res Elter-2-Lan­des schi­cken mir erstaun­lich ähn­li­che Schil­de­run­gen jener Psy­cho­mo­to­rik, die sol­che „Scher­ze” her­vor­ge­bracht haben könn­te. Exem­pla­risch sei Leser *** zitiert:

„Die Cau­sa Aiwan­ger hat mich an Epi­so­den aus mei­nem Pro­vinz­gym­na­si­um erin­nert, das bis auf weni­ge Aus­nah­men von stramm links­grü­nem Lehr­per­so­nal domi­niert war. Ich hät­te z.B. mit einem RAF-T-Shirt zur münd­li­chen Abitur­prü­fung gehen kön­nen und damit sicher kaum Kri­tik geern­tet. Ein Franz-Josef-Strauß-Hemd­erl hät­te hin­ge­gen in jedem Fall Abzü­ge ver­ur­sacht. Die maxi­ma­le Pro­vo­ka­ti­on gegen­über dem Lehr­per­so­nal war schon damals, irgend­et­was ‚Rech­tes’ zu machen. ‚Links’ ließ sich nicht mehr stei­gern. Vom Süd­pol kann man sich eben nur nach Nor­den bewe­gen, sag­te unse­re Erdkundelehrerin.
Eine Leh­re­rin hat­te in der 10. Klas­se gefor­dert, man sol­le einen Auf­satz gegen die Todes­stra­fe schrei­ben. Ein Mit­schü­ler, der ent­geg­ne­te, er sei aber dafür, wur­de coram publi­co rüde abge­kan­zelt. Er wur­de – auch wegen ande­rer dem Lehr­per­so­nal unge­neh­mer Mei­nungs­äu­ße­run­gen – kurz danach vor die Wahl gestellt, nicht ver­setzt zu wer­den, oder (was er dann auch tat) das Gym­na­si­um zu wech­seln, mit 16 Jah­ren. Er mach­te spä­ter auf einem ande­ren Gym­na­si­um Abitur und wur­de ein erfolg­rei­cher Pilot, zuerst bei der Bun­des­wehr (die damals noch flug­taug­li­ches Gerät hat­te) und dann bei einer Schwei­zer Lini­en­flug­ge­sell­schaft. Ein Leh­rer, der Mathe­ma­tik und Latein unter­rich­te­te, hat­te die Ange­wohn­heit, den Klas­sen­raum zu betre­ten, die Tafel zu öff­nen und fünf bis zehn Minu­ten über das Drit­te Reich zu spre­chen. Eines Tages betrat er den Klas­sen­raum, öff­ne­te die Tafel und fand dort ein gro­ßes mit Krei­de gemal­tes Haken­kreuz vor. Die Fra­ge, wer das gewe­sen sei, beant­wor­te­te eine Mit­schü­le­rin umge­hend mit: ‚Ich!’, und die Fra­ge, war­um sie das getan habe (ich erin­ne­re den Wort­laut nicht genau nach 40 Jah­ren), sinn­ge­mäß so, dass sie es leid sei, anstatt Fach­un­ter­richt einen immer­glei­chen ‚Geschichts­un­ter­richt’ ertra­gen zu müs­sen. Zu besag­ter Mit­schü­le­rin wäre zu sagen, dass sie einen Eltern­teil mit 100% ‚Migra­ti­ons­hin­ter­grund’ hat­te und bald nach der Schu­le einen Asyl­be­wer­ber aus einem ande­ren Kon­ti­nent gehei­ra­tet hat, mit dem sie noch heu­te liiert ist.
So waren die 1980er im Wes­ten, als bei Ihnen Frau Mer­kel FDJ-Sekre­tä­rin war.
Zur zeit­li­chen Ein­ord­nung wäre noch grob zu sagen, dass Joseph Fischer damals wohl noch mit der RAF sym­pa­thi­sier­te, Pahl-Rugen­stein­mei­er mit finan­zi­el­ler Unter­stüt­zung der DDR schrieb und Gedächt­nis-Scholz als Juso in Wit­ten­berg vor FDJ-Gran­den tief knicks­te. Win­fried Kret­sch­mann war noch stram­mer Kom­mu­nist, zusam­men mit Trit­tin, der dazu mit Cohn-Ben­dit Pädo­phi­lie pro­pa­gier­te. Tem­po­ra mutan­tur, nos et mut­amur in illis.”
Man könn­te lan­ge fort­fah­ren, die Kar­rie­ren der Grü­nen und Roten begin­nen meis­tens in links­ra­di­ka­len, links­extre­men, kryp­to­kom­mu­nis­ti­schen, neo­mar­xis­ti­schen, von Umstür­zen träu­men­den, aber in jedem Fal­le fremd­fi­nan­zier­ten Milieus, nur: Wer steigt schon gern in eine Kloa­ke? Unter Zivi­li­sier­ten soll­te frei­lich als aus­ge­macht gel­ten, dass Äuße­run­gen eines Min­der­jäh­ri­gen, egal ob links oder rechts, die drei­ßig Jah­re zurück­lie­gen, poli­tisch als voll­kom­men irrele­vant ein­zu­stu­fen sind, und, wenn sie oben­drein nicht ein­mal von ihm stam­men, nur mit Äch­tung derer zu beant­wor­ten sind, die sol­che Unter­stel­lun­gen verbreiten.
PS: Die „Ver­gan­gen­heits­be­wäl­ti­gung” war die Säku­lar­re­li­gi­on der BRD, doch auch in der DDR ver­kör­per­te das Haken­kreuz den Gip­fel der Pro­vo­ka­ti­on. Es ist völ­lig nor­mal, dass Hei­lig­keit, vor allem ange­maß­te, Blas­phe­mie erzeugt, gera­de bei jun­gen Menschen.

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Ihre TV-Gebüh­ren bei der Arbeit.

„Wochen­lang haben die Vor­wür­fe gegen Ramm­stein-Sän­ger Till Lin­de­mann die Schlag­zei­len beherrscht, nun hat die Ber­li­ner Staats­an­walt­schaft die Ermitt­lun­gen nach kur­zer Zeit ein­ge­stellt. Es habe sich kein hin­rei­chen­der Tat­ver­dacht erge­ben”, mel­det der rbb. „Was bedeu­tet die Ein­stel­lung der Ermitt­lun­gen und wel­che Signal­wir­kung hat sie? Dar­über spre­chen wir mit der Rechts­an­wäl­tin Chris­ti­na Clemm, die sich seit fast 30 Jah­ren für Opfer von sexua­li­sier­ter Gewalt einsetzt.”

Ja, was bedeu­tet es eigent­lich, wenn ein mul­ti­me­di­al Vor­ver­ur­teil­ter und Rufer­mor­de­ter plötz­lich unschul­dig ist? Hat sich die Staats­an­walt­schaft über­legt, wel­che Aus­wir­kun­gen das auf, ers­tens, die Moral der Medi­en­schaf­fen­den und, zwei­tens, die Opfer tat­säch­li­cher sexu­el­ler Über­grif­fe hat? Wer­den die­se Frau­en damit nicht prak­tisch zum zwei­ten Mal ver­ge­wal­tigt? Muss­te man Lin­de­mann wirk­lich lau­fen las­sen, nur weil es kei­ne Bewei­se gegen ihn gibt? Ist es nicht höchs­te Zeit, umzu­den­ken? Fra­gen über Fragen…

Auch ein Hal­tungs­schaf­fen­der vom NDR macht sich tief­schür­fen­de oder zumin­dest tie­fer­lie­gen­de Gedanken.

Zitat: „Für Drep­per ist es wich­tig klar­zu­stel­len, dass die Ein­stel­lung des Ver­fah­rens ‚kei­nen Frei­spruch’ bedeu­te, auch wenn das in der öffent­li­chen Wahr­neh­mung mög­li­cher­wei­se anders ankom­me. Die Ein­stel­lung der straf­recht­li­chen Ver­fol­gung stel­le nicht die Rich­tig­keit oder die Recht­mä­ßig­keit der Bericht­erstat­tung infrage.”

Die Buben vom Recher­cher­ver­bund haben näm­lich jun­ge Frau­en getrof­fen, die mit ihnen nor­ma­ler­wei­se nie reden wür­den, aber von „Men­schen aus dem Umfeld von Lin­de­mann gezielt ange­spro­chen” und auf Ramm­stein-After­show­par­tys ein­ge­la­den wor­den waren, wo sie … – oh là là. Ange­sichts sol­cher neid­erre­gen­den Unge­heu­er­lich­kei­ten hält unser Don Drep­per die Ver­fah­rens­ein­stel­lung durch die Staats­an­walt­schaft für null und nich­tig; nur weil es nicht expli­zit im Straf­ge­setz­buch ver­bo­ten ist, darf der Lin­de­mann es sich doch nicht ein­fach hin­ter der Büh­ne von einer attrak­ti­ven Frau besor­gen las­sen als sei er Bono, Grö­ne­mey­er oder Rihan­na! „Man wirft ihm Din­ge vor, die scham­los sind”, zitiert der NDR den Woma­ni­zer Heri­bert P. vom Süd­deut­schen Beob­ach­ter als juris­ti­schen Sach­ver­stän­di­gen. „Scham­lo­sig­keit als sol­che ist kein Straftatbestand.”

Sonst säße der Heri­bert doch schon seit Jah­ren in Landsberg!

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Scham­lo­sig­keit ist wahr­schein­lich die Grund­vor­aus­set­zung für eine Büh­nen­kar­rie­re. Erst recht für eine poli­ti­sche und journalistische.

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Wer oder was das Attri­but dreist ver­dient, muss täg­lich neu aus­ge­han­delt werden.

Und das muss, ja wird sich ändern! Eines Tages soll die­ses Land jenen fröh­li­chen Ein­wan­de­rern gehö­ren, die anders essen, anders beten, anders schlach­ten, sich anders klei­den, anders ihr Geschäft ver­rich­ten, anders spre­chen – auch anders recht­spre­chen (resp. Recht spre­chen) – als die­je­ni­gen, deren ras­sis­ti­sche, frem­den­feind­li­che, sexis­ti­sche, trans­pho­be, paläo‑, prä‑, pro­to- und post­ko­lo­nia­lis­ti­sche Vor­fah­ren all die Städ­te, Kathe­dra­len, Barock­kir­chen, Schlös­ser, Bur­gen, Vil­len, Brü­cken, Ver­kehrs­we­ge, Park­an­la­gen, Uni­ver­si­tä­ten, Fabri­ken etc. gebaut haben, die per se nie­man­dem gehö­ren, wes­halb die Neu­bür­ger mäh­lich Besitz davon ergrei­fen (die Fabri­ken viel­leicht aus­ge­nom­men). Die Kar­tof­fel geht, der Fel­la­che bleibt.

Bis dahin gehört Deutsch­land nie­man­dem, das heißt, die Deut­schen haben inzwi­schen kei­ne Hei­mat mehr. Allen­falls die Neu­deut­schen eine Heymat. Ob Frau Forou­tan das­sel­be auch über bzw. im Iran schrie­be oder über die Tür­kei oder Sau­di-Ara­bi­en? Das kön­nen Sie ruhig fra­gen, geneig­te Lese­rin mit wahr­schein­lich Nazi­hin­ter­grund, aber erwar­ten Sie kei­ne Ant­wort, son­dern ach­ten Sie auf den Tro­cken­ne­bel, mit dem die Maid ihre magi­sche Migra­ti­ons­show beginnt!

„Das letz­te Jahr­zehnt hat Deutsch­land demo­gra­phisch stark ver­än­dert. Die Diver­si­tät, die vor allem mit Migra­ti­on ver­bun­den wird, hat sich aus­ge­wei­tet. Im Wind­schat­ten der jahr­zehn­te­lan­gen Debat­ten dar­um, ob Deutsch­land ein Ein­wan­de­rungs­land ist oder nicht, haben auch ande­re zen­tra­le Fra­gen von Min­der­hei­ten­rech­ten an Sicht­bar­keit gewon­nen. Dazu gehö­ren Debat­ten um Gleich­stel­lung zwi­schen Mann und Frau – auch in sprach­li­cher Hin­sicht –, sexu­el­le Iden­ti­tät und Trans­gen­der, aber auch Umver­tei­lungs­fra­gen, Ost-Auf­ar­bei­tun­gen oder Armut und Kin­der­grund­si­che­run­gen. All die­se Debat­ten rüt­teln an Selbst­ver­ständ­lich­kei­ten und Posi­tio­nen, die Men­schen über Gene­ra­tio­nen gelebt haben.”
Die Diver­si­tät hat sich aus­ge­wei­tet, und im Wind­schat­ten der Debat­ten haben zen­tra­le Fra­gen an Sicht­bar­keit gewon­nen, die an Selbst­ver­ständ­lich­kei­ten rüt­teln – Sie mer­ken, auch in sprach­li­cher Hin­sicht wird hier eini­ges gebo­ten. Schließ­lich ist Frau Forou­tan sowohl die Lei­te­rin des Ber­li­ner Insti­tuts für empi­ri­sche Inte­gra­ti­ons- und Migra­ti­ons­for­schung als auch des Deut­schen Zen­trums für Inte­gra­ti­ons- und Migra­ti­ons­for­schung, über­dies Poli­tik- und Sozi­al­wis­sen­schaft­le­rin, im Ehren­amt empi­ri­sche Ger­ma­nis­tin und Inte­gra­ti­ons­poe­tin, vor allem aber: Zau­ber­künst­le­rin. Als sol­che weiß sie, dass sie von ihrem eigent­li­chen Trick ablen­ken muss, damit er gelingt; des­we­gen spricht sie von Gleich­be­rech­ti­gung, Trans­gen­der, Armut und „Ost-Auf­ar­bei­tun­gen”, wäh­rend es ihr tat­säch­lich um Migra­ti­ons­pro­pa­gan­da geht und um nichts außer­dem – davon lebt sie –, wes­halb sie den unüber­seh­bar im Pro­sze­ni­um wuch­ten­den Ele­phan­ten der Migra­ti­ons­be­gleit­schä­den vor den Augen eines immer weni­ger stau­nens­be­rei­ten Publi­kums unter Trom­mel­wir­bel von der Büh­ne ver­schwin­den zu las­sen versucht:
„Das Hin­ter­fra­gen und Dis­ku­tie­ren von Selbst­ver­ständ­lich­kei­ten ist nicht kon­flikt­frei und war es auch in der Ver­gan­gen­heit nicht.”
Gehört die­se enor­me und enorm küh­ne Fest­stel­lung nicht irgend­wo in einen Fel­sen gemetzt, sagen wir in Mek­ka? Anders gefragt: Sitzt beim Focus nie­mand mehr, der die­ser Autorin am Tele­fon freund­lich sagt, dass sogar der Focus bei aller sons­ti­gen Wahl­lo­sig­keit sei­nen ver­blie­be­nen Lesern kei­ne Bin­sen­sup­pe ver­ab­reicht, bei deren Zube­rei­tung sogar ChatGBT ers­te Spu­ren eines Pein­lich­keits­emp­fin­dens ent­wi­ckeln würde?
„Wenn so getan wird, als sei der Umgang mit Geschlech­ter­ge­rech­tig­keit, Diver­si­tät und Mul­ti­kul­tu­ra­li­tät ein neu­mo­di­scher ‚woker’ Ansatz, dann sei dar­an erin­nert, dass schon im Grund­ge­setz von 1949 um die Plu­ra­li­tät in Deutsch­land gerun­gen wur­de, bis der all­ge­mei­ne Gleich­heits­grund­satz in § 3 Abs. 1 GG fest­schrieb, dass alle Men­schen vor dem Gesetz gleich sind.”
Die Väter und drei­ein­halb Müt­ter des Grund­ge­set­zes hat­ten nicht nur die Rui­nen des Welt­krie­ges, son­dern auch Geschlech­ter­ge­rech­tig­keit, Diver­si­tät und Mul­ti­kul­tu­ra­li­tät im Blick? Nun, das galt nicht ein­mal für ihre alli­ier­ten Vor­mün­der, die geis­tig noch viel zu nor­mal waren, um sich den Schlupf­wes­pen­stich der Diver­si­tät als fina­le Ner­ven­gift­ver­ab­rei­chung an den deut­schen Zom­bie auch nur vor­stel­len zu kön­nen. Das GG rich­te­te sich mit allen sei­nen Grund­rechts­ga­ran­tien und Men­schen­wür­de­be­schwö­run­gen aus­schließ­lich gegen den tota­li­tä­ren Staat; mit Diver­si­tät und Mul­ti­kul­tu­ra­li­tät hat­te das nicht die Boh­ne zu tun, und die Tat­sa­che, dass alle Men­schen vor dem Gesetz gleich sind oder sein soll­ten, war 1949 im Wes­ten nichts Neu­es; das hat­ten bereits die schlim­men alten Preu­ßen seit Fri­de­ri­cus im Sinn.
„Grund­sät­ze wie die Reli­gi­ons­frei­heit, Mei­nungs­frei­heit, Ver­samm­lungs­frei­heit oder das Recht auf die freie Ent­fal­tung der Per­sön­lich­keit sind offen­si­ve Bekennt­nis­se zu ‚Mul­ti­kul­tu­ra­li­tät’ – beschlos­sen im Jahr 1949, lan­ge bevor Migra­ti­on die Debat­ten im Land zu prä­gen begann.”
Soso, Reli­gi­ons­frei­heit, Mei­nungs­frei­heit und Ver­samm­lungs­frei­heit wur­den 1949 „beschlos­sen”, nicht etwa wie­der­her­ge­stellt; man merkt, auch als His­to­ri­ke­rin wäre für die Lady im bes­ten Deutsch­land aller Zei­ten eine Quo­ten­stel­le drin. Wenn die­se Frei­hei­ten aber „offen­si­ve Bekennt­nis­se zur Mul­ti­kul­tu­ra­li­tät” sind, wird man fra­gen müs­sen, war­um sie ein­zig und allein in der west­li­chen Kul­tur gel­ten, wo sie erfun­den wur­den, und sodann, war­um die West­ler sich heu­te weis­ma­chen las­sen müs­sen, dass Ein­wan­de­rer aus auto­ri­tä­ren, tole­ranz­frei­en, wis­sen­schafts­ab­hol­den Kul­tu­ren die­se Frei­hei­ten schät­zen und nicht viel­mehr eines Tages abschaf­fen wer­den. Weil für sie die „Bunt­heit” nur die deka­den­te Zwi­schen­stu­fe vor der Rein­heit ist.
„Schon 1848 war die Idee eines Grün­dungs­deutsch­lands mul­ti­kul­tu­rell, mul­ti­re­li­gi­ös und multisprachlich.”

Für die „Idee” eines postot­to­ni­schen „Grün­dungs­deutsch­lands” soll­te unse­rer Migra­ti­ons­as­tro­lo­gin wohl doch ein Lehr­stuhl für Rest­deut­sche Geschich­te an der Ber­li­ner Hum­boldt-Uni gene­rös quo­tiert und kul­tur­sen­si­bel zuge­schanzt werden.

„39 kul­tu­rell unter­schied­li­che, nicht zu einem Land gehö­ren­de Fürs­ten­tü­mer und Freie Städ­te, die sich zum Teil jahr­hun­der­te­lang wegen reli­giö­ser Dif­fe­ren­zen bekriegt hat­ten und die zudem unter­schied­li­che Spra­chen spra­chen, beschlos­sen, ein Deutsch­land unter einem Dach zu grün­den. Die Spra­chen die­ses Lan­des waren Sor­bisch, Rus­sisch, Pol­nisch, Fran­zö­sisch, und Deutsch.”

Und zwar in die­ser Rei­hen­fol­ge! Deutsch war Min­der­hei­ten­spra­che, obwohl die Mehr­heit deutsch sprach, aber eben so grund­ver­schie­den, dass sich bis heu­te Hes­sen und Bran­den­bur­ger über­wie­gend auf Sor­bisch ver­stän­di­gen, Schwa­ben und Sach­sen bevor­zugt auf Rus­sisch, bis Anna­le­na es ver­bo­ten hat; nun haben sie den Salat bzw. ihre Ruhe und ler­nen Ara­bisch. Hal­ten wir fest: 1848 woll­ten sich nicht deut­sche Klein­staa­ten mit gemein­sa­mer Kul­tur, Geschich­te, Spra­che – und ein paar anders­spra­chi­gen Kleinst­min­der­hei­ten dar­in, die aber alle Deutsch konn­ten – zunächst infor­mell ver­ei­nen, son­dern kul­tu­rell total unter­schied­li­che Regio­nen, in denen ver­schie­de­ne Spra­chen gespro­chen wur­den, zur mul­ti­kul­tu­rel­len deut­schen Nati­on zusam­men­fü­gen, um spä­ter der Diver­si­tät und spe­zi­al­be­gab­ten Migra­ti­ons­hin­ter­grund­ver­edel­ten aus dem Ori­ent Tür und Tor zu öffnen.

„Auch wenn der Hor­ror der Homo­ge­ni­tät im Drit­ten Reich der Nazis einen Groß­teil der Viel­falt ver­nich­tet hat­te, waren bis Mit­te der 1970er Jah­re bereits 11 Mil­lio­nen Migran­ten nach Deutsch­land eingewandert.”

Neun­zig Pro­zent davon waren Deut­sche, was die Inte­gra­ti­on wegen der ver­schie­de­nen Spra­chen, Kul­tu­ren und Reli­gio­nen nicht so ein­fach mach­te wie jene im Gefol­ge des Gast­ar­bei­ter­an­wer­be­ab­kom­mens, als vor allem Tür­ken fünf Jah­re nach dem „Wirt­schafts­wun­der” anfin­gen, Deutsch­land wie­der aufzubauen.
„Heu­te haben fast 30 Pro­zent der Bevöl­ke­rung einen Migra­ti­ons­hin­ter­grund. 40 Pro­zent der selbst Zuge­wan­der­ten sind in den letz­ten zehn Jah­ren ins Land gekom­men. Und auch wenn viel von männ­li­cher Zuwan­de­rung die Rede ist, ist der Unter­schied zwi­schen ein­ge­wan­der­ten Frau­en (47 Pro­zent) und Män­nern (53 Pro­zent)  nicht so groß, wie es das Bauch­ge­fühl oder die zum Teil toxi­schen Debat­ten um Kri­mi­na­li­tät, Gewalt und Inte­gra­ti­on ver­mu­ten lassen.”
Mer­ke: Nicht die impor­tier­te Kri­mi­na­li­tät, nicht Gewalt und Segre­ga­ti­on sind „toxisch”, son­dern die Debat­ten dar­über. Vom Sin­ken des IQ durch Ein­wan­de­rung – in den soge­nann­ten klas­si­schen Ein­wan­de­rungs­län­dern, wo Ras­sis­ten mit dis­kri­mi­nie­ren­den Kri­te­ri­en selek­tie­ren, wer her­ein­darf, steigt er über­ra­schen­der­wei­se – will unse­re Gold­su­che­rin gar nicht erst spre­chen. Im Übri­gen – der nächs­te Dum­men­fang­ver­such – ist die Sta­tis­tik allein des­halb nahe­zu aus­ge­gli­chen, weil aus der Ukrai­ne fast nur Frau­en und Kin­der gekom­men sind (kampf­fä­hi­gen Män­nern ist die Aus­rei­se ver­bo­ten), wäh­rend die jun­gen, viri­len, kräf­ti­gen und geschlechts­not­dürf­ti­gen Anti­po­den fast alle aus dem Ori­ent und aus Afri­ka hereinschneien.
Lei­der wol­len die ras­sis­ti­schen Ukrai­ne­rin­nen die­se hirn­star­ken Heiß­blüt­ler meis­tens nicht zum Beschä­ler; des­halb müs­sen die Armen mit­un­ter nicht nur anders spre­chen, essen und beten, son­dern, wenn sich kei­ne deut­sche Jog­ge­rin auf­trei­ben lässt, auch anders liebhaben.
Die­ses Phä­no­men nennt sich Ame­lo­ta­tis­mus und kann nur von Wei­ßen erfun­den wor­den sein.
Das sind aber gro­ße Aus­nah­men, lie­be Kin­der, Ein­zel­fäl­le, nichts als Einzelfälle.
Sei es wie es sei, auch die Sodo­mie gehört zu Deutsch­land. Wie jetzt jener Pony­lieb­ha­ber, den der gro­ße Fried­rich zur Infan­te­rie ver­setzt hät­te. Denn, wie Frau Forou­tan statuiert:

„Deutsch­land ist das Land sei­ner Ein­woh­ner und Einwohnerinnen.”

Kor­rekt for­mu­liert: Deutsch­land ist das Land all derer, die einen Auf­ent­halts­ti­tel besit­zen oder aus ande­ren Grün­den nicht abge­scho­ben wer­den kön­nen. (Die Grün­de sit­zen u.a. in der Bundesregierung.)

„Es gehört nie­man­dem per se, weil er oder sie Urah­nen hat­ten, die schon immer hier gelebt haben. Eta­blier­ten­rech­te pral­len also auf Neu­aus­hand­lun­gen und Erwar­tun­gen der Gleich­be­hand­lung – jenes grund­ge­setz­li­che Ver­spre­chen, das in Arti­kel 3 des Grund­ge­set­zes ver­an­kert ist.”

Wie Sie sehen, ist unse­re Kom­men­ta­to­rin eine Mul­ti­be­ga­bung, auch juris­tisch erschließt sie neben­her Neu­land. Nicht mehr nur Arti­kel 1 GG gilt heu­te für jeden Men­schen auf Erden, der nach ’schland wan­dern will, son­dern auch Arti­kel 3. Und der Kli­ma­be­schluss des BVerfG sowieso!

„Gegen­wär­tig kippt die­se Kon­flikt­dy­na­mik jedoch in stark min­der­hei­ten­feind­li­che Positionen.”

Und das völ-lig grund-los! Etwa weil man­che indi­ge­nen Tro­glo­dy­ten sich auf­re­gen, dass in ein 500-Seelen-bzw.-Nazis-Dorf eben­so­vie­le schmu­cke Asyl­for­de­rer ein­zie­hen sollen.

„Dies mag auch ein Grund dafür sein, dass so vie­le nach Deutsch­land ein­ge­wan­der­te Fach­kräf­te ange­ben, wie­der aus­wan­dern zu wollen.”

Der Begriff „Fach­kräf­te” ist seit sei­ner sati­ri­schen Erwei­te­rung 2015 ff. doch etwas unscharf gewor­den. Des­we­gen herrscht die auf den ers­ten Blick absur­de Situa­ti­on, dass wegen der Aus­wir­kun­gen der „Fachkräfte”-Einwanderung Fach­kräf­te fern­blei­ben, obwohl bei­de Grup­pen nicht wirk­lich in kon­kur­rie­ren­den Bran­chen tätig sind.
„Wenn die extre­me Migra­ti­ons­feind­lich­keit der AfD wei­ter­hin von der CDU flan­kiert wird, kann es pas­sie­ren, dass in dem Moment, in dem der Schal­ter wie­der umge­legt und der von Jens Spahn ange­streb­te Stopp rück­gän­gig gemacht wer­den soll, das migran­ti­sche Gold bereits sei­ne Wege gewech­selt hat, und zwar in Staa­ten, die zwar nicht will­kom­mens­freund­li­cher, aber zumin­dest näher und ähn­li­cher sind.”

Das „migran­ti­sche Gold” ist, von jenen paar Nug­gets abge­se­hen, die Madame für ihr Pala­ver all­mo­nat­lich in die Schür­ze gewor­fen bekommt, ganz offen­kun­dig etwas ande­res als jene Gold­stü­cke, die hier weni­ger auf der Stra­ße lie­gen als viel­mehr lun­gern. Ich wür­de, und das sogar jauch­zend-froh­lo­ckend, eine Mil­li­on der Letz­te­ren ver­schen­ken, aber kein Land der Welt mag sich die­ses Pyrit, auch Nar­ren­gold genannt, andre­hen las­sen, am wenigs­ten jene Län­der, die es glück­lich los­ge­wor­den sind. Ech­tes migran­ti­sches Gold kommt kaum mehr nach ’schland; was soll man in einem Land, das sei­ne Wirt­schaft abwi­ckelt, des­sen Unis im inter­na­tio­na­len Ver­gleich abschmie­ren, des­sen Bah­nen nicht pünkt­lich fah­ren, des­sen Innen­städ­te und Ver­kehrs­we­ge ver­wahr­lo­sen, das bei der Digi­ta­li­sie­rung um eine Epo­che zurück­liegt, von Regu­lie­run­gen erdros­selt wird, wo man kei­ne Woh­nung fin­det und in dem die Steu­ern so absurd hoch sind wie die Heizungs‑, Strom- und Benzinpreise?

„Die Zeit ist reif für eine Kom­mis­si­on, die dem defä­tis­ti­schen, von Miss­trau­en und Abwehr gepräg­ten migra­ti­ons­po­li­ti­schen Kanon ein neu­es Leit­bild ent­ge­gen­setzt. Fes­tung Euro­pa war ges­tern – heu­te brau­chen wir die Pla­za Euro­pa, den Markt­platz der Zukunft, um uns nicht mora­lisch und öko­no­misch ins Dun­kel zu manövrieren.”

„Wir” brau­chen – einen sol­chen Satz spre­chen in der Regel Men­schen aus, die auf Kos­ten ande­rer leben, und sol­chen ali­men­tier­ten Men­schen, die ja genau des­halb ali­men­tiert wer­den, weil sie mit ihrer Arbeit oder ihren Ideen nie auf dem frei­en Markt über­le­ben könn­ten, fällt am Ende immer ein, ali­men­tier­te Kom­mis­sio­nen für ihre ali­men­tier­ten Gleich­ge­sinn­ten zu fordern.

Dass ein sol­cher Bull­shit über­haupt von einem, nun ja, eta­blier­ten Medi­um ver­öf­fent­licht wird, scheint mir ein wei­te­res Indiz dafür zu sein, wie die­ses Land intel­lek­tu­ell in Rich­tung Shit­ho­le abdrif­tet. Wobei die Shit­ho­les zwar vie­le unan­ge­neh­me Eigen­schaf­ten haben mögen, aber ali­men­tier­te Sozialwissenschaftler*:_Innen, die einem Mär­chen erzäh­len, gibt es dort immer­hin nicht.

***

Sie erken­nen ‚Ihr’ Land nicht mehr? Dann haben Sie etwas falsch ver­stan­den. Oder haben Sie noch nie eine Hoch­kul­tur unter­ge­hen sehen?

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Mein Pro­blem mit der Glos­sie­rung sol­cher immer­glei­chen Tex­te besteht dar­in, dass die Inter­es­sier­ten und die Esel unter mei­nen Lesern dar­aus eine Aver­si­on gegen Ein­wan­de­rer zu kon­stru­ie­ren pfle­gen, die nicht mei­ne Sache ist, im Gegen­teil, ich fän­de das Land mit „der Vor­lie­be für Zäu­ne, Rei­hen, Mit­tel­mä­ßig­keit” (Nabo­kov) ohne frem­des Blut schwer erträg­lich, ich mag die meis­ten mei­ner Lands­leu­te nicht, die deut­sche Hoch­kul­tur war nie das Werk der Deut­schen, son­dern ihrer in der Regel „umstrit­te­nen” und ver­höhn­ten Bes­ten, aber ich weiß bei Ein­wan­de­ren zu unter­schei­den zwi­schen sol­chen, die ein Segen sind, und jenem Gesin­del, des­sen Exis­tenz eine freund­li­che Sozi­al­päd­ago­gik weg­zu­dis­ku­tie­ren ver­sucht, obwohl jeder die­ser Wohl­mei­nen­den sofort die Stra­ßen­sei­te wech­selt, wenn ihm ein paar Exem­pla­re entgegenkommen.

Mein Traum einer künf­ti­gen Ent­mi­schung bei­der Ingre­di­en­zi­en sieht des­halb auch kei­ne eth­ni­sche, son­dern eine kul­tu­rell-zivi­li­sa­to­ri­sche Schei­dung vor; eine inner­deut­sche Zwei-Staa­ten-Lösung. Klingt ver­rückt, aber mich im Frack über eine Base­ler Bal­kon­brüs­tung leh­nen, das bekä­me ich fürs ers­te hin.

„Die­ser Pla­net wird mit hoher Wahr­schein­lich­keit ein Plu­ri­ver­sum blei­ben, nur muss man sich dar­in um die Deut­schen und die Euro­pä­er überhaupt gro­ße Sor­gen machen der­ge­stalt. Die Deut­schen sind ver­mut­lich noch zu zahl­reich, und unter ihnen eben zu vie­le vom rot-grünen Bil­dungs­sys­tem pro­du­zier­te Dumm­köp­fe und Mario-Barth-Gucker, haus­ge­mach­te und impor­tier­te Ali­men­tier­te, anti­deut­sche Intel­lek­tu­el­le und One-world-Spin­ner, um den Ernst der Lage zu erken­nen; die­ses Land bzw. Volk muss womög­lich ent­schie­den geschrumpft wer­den, auf dass es in einem bis dahin ohne­hin tri­ba­li­sier­ten Euro­pa wie­der Zusam­men­halt ent­wi­ckelt und sei­ne kol­lek­ti­ve Intel­li­genz im eige­nen Inter­es­se einsetzt.

Wie Isra­el und Paläs­ti­na könn­te auch die Bun­des­re­pu­blik eine Zwei-Staa­ten-Lösung anstre­ben. Der eine Staat soll von denen besie­delt wer­den, die an die Frei­heit und die ‚kon­ven­tio­nel­le’ Fami­lie glau­ben, die nicht an Sozia­lis­mus oder ’sozia­ler Gerech­tig­keit’, son­dern an Eigen­ver­ant­wor­tung inter­es­siert sind, die sich nicht den abson­der­li­chen Dik­ta­ten eines Zen­tral­ko­mi­tees mit Sitz in einer bel­gi­schen Klein­stadt unter­wer­fen, denen der Rechts­staat so hei­lig ist, dass sie ihn mit Gewalt gegen jeder­mann durch­set­zen, der ihn angreift, die einen welt­of­fe­nen Patrio­tis­mus pfle­gen und reli­gi­ös tole­rant sind, ohne sich ihre Tra­di­tio­nen weg­dis­ku­tie­ren zu las­sen, die Sozi­al­leis­tun­gen nur für wahr­haft Bedürftige zah­len und Zuwan­de­rer, die ihre Rech­nun­gen selbst bezah­len wol­len, will­kom­men hei­ßen, die ande­ren aber stracks vor die Tür set­zen. In den zwei­ten, den fort­schritt­li­chen, eman­zi­pier­ten, sozia­lis­ti­schen, ‚anti­ras­sis­ti­schen’ Staat mag dann der Rest zie­hen und, Gott befoh­len, sehen, wo er bleibt.”

(Acta diur­na vom 30. Novem­ber 2013)

Dazwi­schen muss natür­lich eine mäch­ti­ge, pracht­vol­le, gut bewach­te Gren­ze stehen.

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„Kamel­ge­ruch liegt über Europa.”
Paul Claudel

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Zum Arti­kel von Frau Forou­tan schreibt Leser ***: „Wie wür­de der Text aus­fal­len, wenn es um die Bewah­rung der kul­tu­rel­len Eigen­hei­ten eines Urein­woh­ner­stam­mes in Süd­ame­ri­ka gin­ge? Oder um das Land der Urah­nen ihrer Her­kunfts­fa­mi­lie, die dort ’schon immer gelebt haben’? Weiß Frau F. wovon sie spricht, wenn sie den ‚Hor­ror der Homo­ge­ni­tät’ fabu­liert? Hat sie jemals Hun­ting­ton gele­sen und geis­tig ver­ar­bei­tet? Sind ihr Begrif­fe wie Staats­bür­ger­schaft, Staats­ge­biet und Staats­recht inhalt­lich ver­füg­bar? Schließt sie ihre Haus­tür ab oder lässt sie jedes ‚migran­ti­sche Gold’ in ihren pri­va­ten ‚Pla­za Euro­pa’ und han­delt berei­chernd das Zusam­men­le­ben täg­lich neu aus, wäh­rend sie ihre ‚Selbst­ver­ständ­lich­kei­ten’ hin­ter­fragt, da sie ihr ‚per se’ gar nicht gehören?”

***

Fra­gen über Fragen.

Sie wis­sen, dass sie lügen, sie wis­sen, dass alle Welt weiß, dass sie lügen, und sie lügen trotz­dem. Irgend­wo habe ich gele­sen, dass Alex­an­der Sol­sche­ni­zyn den Zwang zur Lüge für das größ­te Unrecht hielt, das die Sowjet­dik­ta­tur ihren Unter­ta­nen antat, schlim­mer noch als die poli­zei­li­che Ver­fol­gung und das mate­ri­el­le Elend. 

***

Aber die sekun­die­ren­den Idio­ten sägen fidel wei­ter am eige­nen Ast, nur weil ein paar mick­ri­ge Krö­ten für sie abfallen.

Mal sehen, wie lan­ge die Sen­si­bel­chen die kogni­ti­ve Dis­so­nanz zwi­schen den erhoff­ten und den rea­len Tätern aushalten.

Bei den Impo­ten­ten ersetzt die prah­len­de Selbst­be­zich­ti­gung die Selbstbefriedigung.

(Quel­le)

Ich bin es müde, die­sen Dreck zu kom­men­tie­ren. Der Kolo­nia­lis­mus, die­ser Ein­bruch der wei­ßen Skla­ve­rei­ab­schaf­fer mit ihren Stra­ßen, Eisen­bah­nen, Kran­ken­häu­sern und Schu­len in die schwar­ze Hoch­kul­tur, hat Afri­ka um Äonen zurück­ge­wor­fen. Muss­te das wirk­lich sein? Ich fin­de, nein. Wir soll­ten uns gegen­sei­tig alles wie­der zurückgeben.

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Apro­pos: Sie erken­nen Ihr Land nicht mehr.

EUdSSR, das ist Grü­nen­herr­schaft plus elek­tro­ni­sche Zen­sur, wie unser Iljitsch sinn­ge­mäß meinte.

Die Grü­nen und ihre roten Milch­schwes­tern haben zwei Jah­re gebraucht, um das, was Mer­kel vom deut­schen Rechts­staat übrig ließ, auch noch abzuräumen.

***

The­men­wech­sel. Die „Welt­hirn­jau­che” (Karl Kraus) wabert nicht allein im Wes­ten. Für die Puti­nis­ten unter den Eck­la­den­be­su­chern, die mir in letz­ter Zeit auf den Wecker gehen, schich­te ich ein paar Beiß­höl­zer auf.

„Die rus­si­sche Pro­pa­gan­da erin­nert uns stän­dig dar­an, dass Kiew der Geburts­ort des rus­si­schen Staa­tes war, was durch­aus rich­tig ist. Die Kreml-Ideo­lo­gen lei­ten dar­aus ab, dass die Ukrai­ne rus­sisch ist, und begrün­den damit das Ver­schwin­den der ukrai­ni­schen Iden­ti­tät. Die Ukrai­ne sei von einem Groß-Russ­land absor­biert wor­den, das von Wla­di­wos­tok bis Lem­berg rei­che – mor­gen viel­leicht bis Minsk und Riga, und über­mor­gen bis nach War­schau. Aber wir kön­nen das Argu­ment auch umdre­hen. Es ent­spricht allen Erns­tes der his­to­ri­schen Wahr­heit, wenn man sagt, die Ukrai­ne sei nicht rus­sisch, son­dern Russ­land sei ukrainisch.”

Rémi Bra­gue, fran­zö­si­scher Phi­lo­soph, im aktu­el­len Tumult.

***

***

***
Noch­mals Flaig, ebenda.
Als Unpo­li­ti­scher und zwi­schen allen Stüh­len Sit­zen­der – jede Sei­te ist die fal­sche – sage ich dazu nichts. Ich will, dass bei­de ver­lie­ren, Nato-Biden samt sei­ner Mario­net­te im T‑shirt und Putin, nur das ukrai­ni­sche Volk soll sie­gen, das rus­si­sche sei­nen Frie­den fin­den, und die Grenz­re­gio­nen mögen sich per Volks­ab­stim­mung auf die eine oder ande­re Sei­te schlagen.
Aber:
„Ever­y­bo­dy knows the war is over,
Ever­y­bo­dy knows the good guys lost.
That‘s how it goes.
Ever­y­bo­dy knows.”
(Leo­nard Cohen)

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Leser *** moniert den Ver­gleich der rus­si­schen Wirt­schafts­leis­tung mit der ita­lie­ni­schen und sen­det mir die­sen Arti­kel.

Kern­aus­sa­ge: „Der Feh­ler bei die­sem Ver­gleich liegt jedoch dar­in, dass man sich auf die Mes­sung des nomi­na­len BIP selbst ver­lässt, da dabei die Wech­sel­kur­se und die Kauf­kraft­pa­ri­tät (KKP) nicht berück­sich­tigt wer­den, die Aus­kunft über den Lebens­stan­dard und die Pro­duk­ti­vi­tät (und von dort aus das Wohl­erge­hen pro Kopf – und wich­tig: den Res­sour­cen­ver­brauch) geben. Der renom­mier­te fran­zö­si­sche Öko­nom Jac­ques Sapir hat auf die Unzu­läng­lich­keit die­ser Kenn­zahl hin­ge­wie­sen und argu­men­tiert, dass das BIP Russ­lands, gemes­sen in Kauf­kraft­pa­ri­tä­ten (3,74 Bil­lio­nen US-Dol­lar im Jahr 2013, 4,81 Bil­lio­nen US-Dol­lar im Jahr 2021), näher am deut­schen BIP (3,63 Bil­lio­nen US-Dol­lar im Jahr 2013, 4,85 Bil­lio­nen US-Dol­lar im Jahr 2021) lie­ge als am ita­lie­ni­schen (2,19 Bil­lio­nen US-Dol­lar im Jahr 2013, 2,74 Bil­lio­nen US-Dol­lar im Jahr 2021). Dies ist ein ent­schei­den­der Unter­schied, und es ist sowohl rät­sel­haft als auch beun­ru­hi­gend, dass so vie­le wei­ter­hin den Ver­gleich zwi­schen Russ­land und Ita­li­en nachplappern.”

***

Was gibt’s Posi­ti­ves, Genos­se? Nun, das beispielsweise.

Ist nicht mehr ganz tau­frisch, aber so gran­di­os zeit­geist­ver­blö­det, dass ich es ein­fach ein­rü­cken muss.

***

Ein Wort pro domo. Nie­mals, ver­ehr­te Eck­la­den­be­su­cher, wür­de ich Ihnen, ange­sichts von Infla­ti­on, stei­gen­den Ener­gie­prei­sen und all den ande­ren grü­nen Zumu­tun­gen, eine nach­las­sen­de Zah­lungsmoral unter­stel­len. Aller­dings ver­zeich­ne ich zwar eine kon­stant hohe Zahl von Zuschrif­ten, aber eine gewis­se Abnah­me jener Obo­lus­se, die mich bei guter schlech­ter Lau­ne hal­ten sol­len. Das heißt, vie­le lesen für lau (ein herz­li­ches Vergelt’s Gott! an alle ande­ren!). Womög­lich ist auch so etwas wie eine wech­sel­sei­ti­ge Ermü­dung ein­ge­tre­ten; immer­hin träl­le­re ich mei­ne Rohr­spat­zia­den nun schon län­ger als ein Jahr­zehnt ins Kein­schö­ner­land. Soll ich die Bude mal für eine schöp­fe­ri­sche Pau­se dicht­ma­chen? Was mei­nen Sie?

 

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