4. Februar 2024

– Was stellt Ihr Unter­neh­men her?
– Lip­pen­be­kennt­nis­au­to­ma­ten. Und Ihres?
– Designermaulkörbe.
– Na dann: Auf ein gro­ßes Geschäftsjahr!

***

Frank-Wal­ter Pahl-Rugen­stein­mei­er, unser aller Bun­des­prä­si­dent, aber noch lan­ge nicht der End­punkt jener geneig­ten Ebe­ne, die von Theo­dor Heuss zu einst­wei­len ihm führt, hat in einer Rede vor dem Indus­trie-Club (oder so ähn­lich) im Schloss Bel­le­vue gesagt: „Wir las­sen uns die­ses Land nicht von extre­mis­ti­schen Rat­ten­fän­gern kaputtmachen.”

Mit die­ser For­mu­lie­rung sorg­te er, wie ein Qua­li­täts­jour­na­list schrei­ben wür­de, für Wir­bel in den sozia­len Medi­en. Aus der rechts­po­pu­lis­ti­schen, ver­schwö­rungs­my­thi­schen und viel­falts­feind­li­chen Echo­kam­mer drang der #auf­schrei, der Bun­des­prä­si­dent habe die Wäh­ler rechts der Uni­on als „Rat­ten” bezeich­net. Dabei hat­te er, wenn man die­sen Satz for­mal­lo­gisch inter­pre­tiert, doch ledig­lich gesagt, dass er die Grü­nen, von denen wir uns gera­de das Land unter täti­ger Mit­wir­kung von Stein­mei­ers Genos­sen kaputt­ma­chen las­sen, nicht für extre­mis­ti­sche Rat­ten­fän­ger hält.

Nun gut, da war noch der Kon­text. Stein­mei­er bezog sich bei der Ver­wen­dung sei­ner Meta­pher aus­drück­lich auf die von Cor­rec­tiv ver­brei­te­te Mär oder auch inten­dier­te Lüge einer soge­nann­ten neu­en Wann­see­kon­fe­renz am dies­mal Lehnitz­see, indem er erklär­te: „Die Nach­rich­ten über Aus­bür­ge­rungs­plä­ne, wonach Rechts­extre­mis­ten Mil­lio­nen Men­schen, selbst deut­sche Staats­bür­ger, ver­trei­ben wol­len, die haben unser Land aufgerüttelt.”

Ist am Ende Genos­se Stein­mei­er selbst ein…?

Ach was! Sol­che feind­lich-nega­ti­ven Invek­ti­ven gegen unser Staats­ober­haupt füh­ren zwar noch nicht dahin, wohin sie eigent­lich füh­ren soll­ten, aber doch einst­wei­len zu der erkennt­nis­lei­ten­den Fra­ge, was der Begriff „Rat­ten­fän­ger” über­haupt (oder eigent­lich) meint. Er bezeich­net, lese ich auf einem ost­mär­ki­schen Fak­ten­che­cker­por­tal, „meta­pho­risch Per­so­nen, die durch Ver­füh­rung und Mani­pu­la­ti­on Men­schen für ihre Zwe­cke gewin­nen, in Anleh­nung an die Sage vom Rat­ten­fän­ger von Hameln”.

Ist also am Ende Genos­se Pahl-Rugen…?

Ruhe! Rat­ten­fän­ger, kön­nen wir immer­hin mit einem erleich­ter­ten Seuf­zer fest­stel­len, sind eigent­lich Men­schen­fän­ger. Und das mein­te auch der Genos­se im Schloss Bel­le­vue. Kei­ne Tier­me­ta­pher. Nirgends.

Aber hat die­ser wun­der­li­che bunt­ge­klei­de­te Mann mit der Pfei­fe, der irgend­wann im 13. Jahr­hun­dert der Sage nach in Hameln vor­stel­lig wur­de, nicht die Rat­ten aus der Stadt ent­fernt? Sonst hie­ße er ja der „Men­schen­fän­ger von Hameln”! Und wur­de dem bra­ven Rat­ten­fän­ger, einem lobens­wer­ten Vor­läu­fer des Schäd­lings­be­kämp­fers, der eine Stadt von einer Para­si­ten­pla­ge befrei­te, nicht sei­tens der Hamel­ner Obrig­keit danach der ver­spro­che­ne Lohn vor­ent­hal­ten, wes­halb er sich räch­te und die Kin­der entführte? 

Hal­ten wir für die künf­ti­ge Ver­wen­dung des Gleich­nis­ses fest: Der Rat­ten­fän­ger ist ein Mensch, der Nütz­li­ches tut, betro­gen wird und Rache nimmt. Inso­fern sei hier der Bun­des­prä­si­dent mit sei­ner Wort­wahl aus­drück­lich in Schutz genom­men. Der Begriff „Rat­ten­fän­ger” mag auf die AfD­ler näm­lich durch­aus zutref­fen. Wie ihr his­to­ri­scher Hamel­ner Vor­läu­fer bemü­hen sie sich, das Land von einer des­sen Lebens­grund­la­gen ver­zeh­ren­den Pla­ge zu befrei­en, und wie jenem wird man ihnen den Lohn und die Aner­ken­nung dafür verweigern. 

Frei­lich: Man hat­te ihnen auch kei­nen Lohn versprochen.

***

Die FAZ-Magd, soviel noch zu ihr, ver­tritt auf wider­stän­di­ge Wei­se recht unkon­ven­tio­nel­le Posi­tio­nen, wird aber vom sanft- und lang­mü­ti­gen Her­aus­ge­ber­quin­tett des Frank­fur­ter Zen­tral­or­gans für poli­ti­sche Hiero­sko­pie aus womög­lich Alters­durch­schnitts­sen­kungs­grün­den noch geduldet.

Aber da sitzt jedes Wort!

***

Apro­pos Cor­rec­tiv-Lügen.

Doch was wol­len die denn? Cor­rec­tivnomen est omen.

All­mäh­lich bricht das schmu­cke Lügen­ge­bäu­de die­ser Lai­en­s­ta­si zusam­men; der Jurist Ulrich Vos­ger­au, ein Teil­neh­mer der Ver­an­stal­tung, will den Pro­pa­gan­da­ver­ein wegen Falsch­dar­stel­lung ver­kla­gen, der Eigen­tü­mer des Land­hau­ses Adlon demen­tiert die gesam­te soge­nann­te Bericht­erstat­tung als Ver­such eines publi­zis­ti­schen „Meu­chel­mords” und hat sei­ner­seits einen Rechts­an­walt mit der Ange­le­gen­heit beauf­tragt. Wie es aus­schaut, könn­te die gan­ze Cho­se auf den Tat­be­stand der üblen Nach­re­de hinauslaufen.

Wenn sich das bewahr­hei­tet – und ich traue die­sen bei­den Her­ren und einem wei­te­ren mir bekann­ten Teil­neh­mer des Tref­fens mehr als einer extrem lin­ken Agit­prop­trup­pe –, dann hät­te auf­grund von übler Nach­re­de eine in der Geschich­te der Bun­des­re­pu­blik bei­spiel­lo­se Kam­pa­gne gegen die Oppo­si­ti­on statt­ge­fun­den, dann hät­te es auf­grund von übler Nach­re­de die zah­len­mä­ßig größ­ten und oben­drein staat­lich orga­ni­sier­ten Demons­tra­tio­nen in der bun­des­re­pu­bli­ka­ni­schen Geschich­te gege­ben, dann hät­ten auf­grund von übler Nach­re­de nahe­zu sämt­li­che Medi­en, die staats­fi­nan­zier­ten vor­an, eine Par­tei und ihre Anhän­ger ver­un­glimpft, dann hät­te auf­grund von übler Nach­re­de der Bun­des­prä­si­dent Wäh­ler die­ser Par­tei rhe­to­risch in die Nähe von Schäd­lin­gen gebracht (unge­fähr wie ein 1940 in den deut­schen Kinos aus­ge­strah­ler Film; Gott wie ich die­se Ver­glei­che lie­be), dann hät­ten der Kanz­ler und zahl­rei­che Regie­rungs­po­li­ti­ker auf­grund von übler Nach­re­de nicht nur die Teil­neh­mer des Tref­fens, son­dern auch die AfD in die NS-Nach­fol­ge gerückt oder gleich direkt als Nazis dif­fa­miert, gemein­sam mit den Schau­spie­lern des Ber­li­ner Ensem­bles und vie­len ande­ren Staats- und Regie­rungs­ko­mö­di­an­ten, dann hät­ten auf­grund von übler Nach­re­de Teil­neh­mer des Tref­fens ihre Jobs ver­lo­ren und, um das Übel auf die Spit­ze zu trei­ben: Dann hät­te Peter Slo­ter­di­jk auf­grund von übler Nach­re­de in ganz unphi­lo­so­phi­scher Hast sei­ne Mit­glied­schaft im Ver­ein deut­sche Spra­che gekün­digt, weil ein Vor­stands­mit­glied des besag­ten Ver­eins eben­falls am Lehnitz­see anwe­send war.

Mit einem Wort, der größ­te poli­ti­sche Skan­dal in der Geschich­te der Bun­des­re­pu­blik, was die Zahl der durch ihn mobi­li­sier­ten Men­schen betrifft, wäre das Ergeb­nis von übler Nach­re­de. Wenn es noch Rich­ter in Ber­lin gäbe, müss­ten sie dies irgend­wann fest­stel­len. Sie müss­ten dann sta­tu­ie­ren, dass Hun­dert­tau­sen­de Deut­sche wegen übler Nach­re­de, das heißt Des­in­for­ma­ti­on, die auf sämt­li­chen Kanä­len und teil­wei­se unter der Ver­wen­dung von Steu­er­gel­dern flä­chen­de­ckend ver­brei­tet wur­de, gegen die ver­leum­de­te Oppo­si­ti­on auf die Stra­ße gin­gen. Wir sprä­chen dann von Vor­gän­gen, wie man sie nur aus Dik­ta­tu­ren kennt.

Soll­te der Ver­fas­sung­schutz das Land­haus tat­säch­lich ver­wanzt haben, wie da und dort geunkt wur­de, dann wer­den die­se Pro­to­kol­le wohl inzwi­schen ver­schwun­den sein. Viel­leicht suchen sie aber gera­de fie­ber­haft (wie ein Jour­na­list for­mu­lie­ren wür­de) nach dem einen „Hase, du bleibst hier!”-Schnipsel.

***

Hin­ter der bür­ger­li­chen Lar­ve, könn­te ein Zeit-Redak­teur – wenn auch nur in ande­rem Zusam­men­hang – schrei­ben, kommt immer mehr die auto­ri­tä­re Frat­ze zum Vorschein.

Sie haben ein hal­bes Men­schen­le­ben gebraucht, um die 1989er Wen­de rück­gän­gig zu machen. Aber war­um gera­de meins – und das auch noch zwei­mal, ver­teilt auf des­sen Anfang und Ende?
„Ges­tern war ich auf einer Ver­an­stal­tung des Gut­men­schen-Elb­hangs”, schreibt mir ein Dresd­ner mit Bür­ger­rechts­be­we­gungs­hin­ter­gund. „CDU um Kret­schmer säu­bert die Lan­des­lis­te. Alle alten Kon­ser­va­ti­ven raus, jun­ge Mer­kel­mä­del rein. Vor­be­rei­tung des umge­kehr­ten Thü­rin­ger Modells einer CDU-geführ­ten Regie­rung unter Dul­dung der Lin­ken. Das ist die kom­plet­te Umkeh­rung alles des­sen, wofür das Volk 1989 auf die Stra­ße gegan­gen ist.”
***
Ähn­li­che Beob­ach­tun­gen mach­te Leser *** auf dem „Euro­päi­schen Daten­schutz­tag” in Ber­lin: „Es war eine grü­ne Pro­pa­gan­da­ver­an­stal­tung ohne­glei­chen. Nicht mal mehr Sozis, geschwei­ge denn Ver­tre­ter der CDU oder der Wirt­schaft, waren ein­ge­bun­den. Es ging bei vier der acht Vor­trä­ge immer nur um den ‚Schutz der Demo­kra­tie’ und die ‚Nazis’. So etwas habe ich noch auf kei­nem bis­he­ri­gen Euro­päi­schen Daten­schutz­tag erlebt. Alex­an­dra Geese, MdEP (Grü­ne), war die Extrems­te. Da ging es nur als Auf­hän­ger um Daten­schutz, ansons­ten um den Kampf gegen ‚rechts’. Die­se Leu­te mer­ken in der Tat, dass ihnen die Fel­le davon­schwim­men, dass ihre Poli­tik, deren Wäh­ler­feind­lich­keit sie nicht ein­se­hen wol­len und kön­nen, zum Erstar­ken einer Kon­kur­renz führt, die sie exis­ten­ti­ell bedroht.”
***
Eine klei­ne Abschweifung.
(Aus Rolf Schnei­der, „Früh­ling im Herbst. Noti­zen vom Unter­gang der DDR”, Göt­tin­gen 1991; ich dan­ke Kame­rad *** für die Zusendung.)
***
Wie kom­men die Leu­te bloß immer auf die DDR-Vergleiche?
Zum ers­ten.
Ich habe die­ses Foto aus einer Schu­le, das mir eine Lese­rin schick­te, mit der Bemer­kung: „So sehen DDR-Schu­len anno 2024 aus” auf Twit­ter gepos­tet. Es gab bis­lang fast hun­dert­fünf­zig Kom­men­ta­re, und die gro­ße Mehr­zahl ver­stand die Par­al­le­len, eini­ge schick­ten auch Fotos von „Wand­zei­tun­gen” in DDR-Schu­len. Und dann gab es die­je­ni­gen, die miss­ver­ste­hen wol­len.
Es ist das übli­che Sche­ma das soge­nann­ten „Kamp­fes” – wäre es tat­säch­lich einer, fän­de er nicht statt – gegen „rechts”: Wir haben die Wahl zwi­schen Grün­rot und Faschis­mus! Und nichts dazwi­schen! Ich wün­sche mir Schu­len ohne Pro­pa­gan­da, ohne Gesin­nungs­druck, ohne Kol­lek­tiv­zwang, ohne Lip­pen­be­kennt­nis­se. Klar soweit?
Zum zwei­ten.
Zum drit­ten.
Sol­che Wirt­schafts­pro­fes­so­ren gab es in der DDR auch.
Enzo Weber ist, falls jemand zwei­fel­te, SPD-Mit­glied und sitzt im Wirt­schafts­po­li­ti­schen Bei­rat beim SPD-Parteivorstand.
In der Geschlos­se­nen Abtei­lung des Insti­tuts für Psy­cho­the­ra­pie Leip­zig erhielt der Schrift­stel­ler Cha­im (wei­land noch Hans) Noll, der sich Anfang der 1980er Jah­re dort auf­hielt, weil er eine psy­cho­so­ma­ti­sche Erkran­kung simu­lier­te, um sich dem Wehr­dienst bei der NVA zu ent­zie­hen, einen gewis­sen Ein­blick in die Welt derer, die der Real­so­zia­lis­mus geis­tig und see­lisch zer­stört hat­te. Beson­ders beein­druckt hat mich sei­ne Beschrei­bung eines „Dekans der Leip­zi­ger Uni­ver­si­tät, Pro­fes­sor für Poli­ti­sche Öko­no­mie”, wel­cher mit­un­ter „stumm auf sei­nem Bett­rand saß und wein­te”. Hät­te jemand die­sen DDR-Öko­nom in Stein gemei­ßelt, besä­ßen wir heu­te ein klas­si­sches alle­go­ri­sches Bild­nis der sozia­lis­ti­schen Wirtschaft.
Man mag die Hoff­nung auf­ge­ben, aber nicht das Ver­trau­en auf die Nemesis.
***
Leser ***, ein Zeit­ge­nos­se mit DDR-Migra­ti­ons­ge­schich­te, hat sich eine Schwe­jkia­de erdacht, mit wel­cher er nach eige­ner Aus­kunft den gan­zen Tag sei­ne Kol­le­gen nervt: „Man erset­ze das Wort Bür­ger durch Alt­par­tei­en und Poli­ti­ker. Etwa: Wir müs­sen die Poli­ti­ker und Alt­par­tei­en da abho­len, wo sie ste­hen. Natür­lich haben Sie Angst vor Ver­än­de­run­gen, aber für die gesell­schaft­li­che Akzep­tanz ist es wich­tig, die Sor­gen der Alt­par­tei­en ernst zu neh­men. Oder: Dass sich die Poli­ti­ker und Poli­ti­ke­rin­nen Sor­gen machen, bedeu­tet nach Ansicht der Ber­tels­mann-Exper­tin kei­nes­falls, dass sie die Remi­gra­ti­ons­maß­nah­men ablehnen.
Für die Klei­nen gibt es noch eine Auf­ga­be im Fach Gestalten/Sachkunde:
Male mit den Far­ben der NSADP ein Pla­kat in den Far­ben der ‚Anti­fa’.
Male mit den Far­ben der ‚Anti­fa’ ein Pla­kat in den Far­ben der NSDAP.
Male mit den Far­ben der ‚Anti­fa’ die Flag­ge von 1848 oder 1949. Als Hil­fe darfst Du auch die Far­ben der NSDAP nutzen.”
***
Zu Regens­burg, unweit des Schlos­ses derer von Thurn und Taxis, des­sen aktu­el­le Her­rin sich wegen ihrer katho­li­schen und womög­lich vor­kon­zi­lia­ri­schen Ansich­ten wei­gert, auf St. Emmer­am die Regen­bo­gen­fah­ne zu his­sen, und über­dies wegen will­kom­mens­kraft­zer­set­zen­der Bemer­kun­gen zur Migran­ten­schwem­me den Meu­ten­mut der woken Gemein­de auf sich zog, ja ver­gnügt auf sich lenk­te, ver­fass­te ein Schul­di­rek­tor einen Brief an die Eltern sei­ner letzt­lich ja irgend­wie Schutzbefohlenen.
Die loka­le Pres­se mach­te aus der Mücke eines guten Rates den Ele­fan­ten einer Warnung.
Par­don, das war die fal­sche Schlag­zei­le, ich mei­ne die­se hier:
War­um in Grup­pen? Na klar doch, wegen: #wir­s­ind­mehr! Wobei das ange­sichts ande­rer grup­pen­wei­se Her­um­lun­gern­der nicht wirk­lich sicher ist.
Leser ***, der mich als ers­ter auf die­ses Schrei­ben auf­merk­sam mach­te, beglei­te­te es mit den Wor­ten: „Die gan­ze mora­li­sche Abar­tig­keit Deutsch­lands spie­gelt sich allein in einem Satz wider: ‚Die Schul­weg­si­cher­heit Ihrer Toch­ter liegt uns am Her­zen und soll­te aus gege­be­nem Anlass zuhau­se the­ma­ti­siert wer­den.’ Allen vor­an käme der Ver­dacht auf, vom Ver­fas­sungs­schutz beob­ach­tet zu wer­den, wenn das Pro­blem wirk­lich ein­mal von Grund auf zuhau­se the­ma­ti­siert wer­den wür­de, andern­falls liegt die­sen sinis­tren Figu­ren vor, sich auch noch anzu­ma­ßen, wir neh­men ihnen ab, dass das Wohl unse­rer Töch­ter ihnen am Her­zen lie­ge, wäh­rend sie nichts ande­res zustan­de­brin­gen, als gegen die­ses Pro­blem den Kampf gegen rechts zu ver­stär­ken und die ein­zi­ge Par­tei zu ver­teu­feln, die wirk­lich gegen die­se Umstän­de vor­ge­hen würde.
Das gan­ze Dilem­ma Deutsch­lands in nur einem Satz: die eigent­li­che Ohn­macht einer Schul­be­hör­de, die sich aus ihrer Ohn­macht auch noch her­aus­nimmt, mora­li­sche Rat­schlä­ge an die Eltern­schaft zu rich­ten, mit der gleich­zei­ti­gen, bis zur Ver­lo­gen­heit auf­dring­li­chen Art, dass ihnen die Töch­ter irgend­wie am Her­zen lie­gen wür­den, wäh­rend alle schu­li­sche Kraft auf­ge­wen­det wird ihnen bei­zu­brin­gen, dass ein bun­tes Land das vor­züg­lichs­te Deutsch­land wäre.”
Bemer­kens­wert ist auch der Wink, beim bevor­ste­hen­den Unter­stu­fen­ball wer­de die Stadt – ist Regens­burg eigent­lich ein „siche­rer Hafen”? – „ver­stärkt Strei­fen­fahr­zeu­ge und Poli­zei­kräf­te im Umfeld der Schu­le ein­set­zen”. Aber war das je anders? Ich mei­ne: Unter­stu­fen­ball? Da wird doch sogar manch from­mer Grü­ner rollig.
Die Mit­tel­baye­ri­sche Zei­tung berich­tet der­weil: „Dass sein Schrei­ben im Inter­net gelan­det ist, beun­ru­higt den Schul­lei­ter. Meh­re­re Per­so­nen hat­ten ges­tern ein Bild davon auf X geteilt oder dar­aus zitiert. Auch rech­te Krei­se nut­zen den Brief laut Lind­ner für ihre Zwe­cke. Das wer­de man kei­nes­falls tole­rie­ren. Einen Satz wie­der­holt Lind­ner im Gespräch mit der MZ des­halb immer wie­der. ‚Es ist nie was pas­siert – und das soll so bleiben.’ ”
Ob der Mann die­ses kla­re Bekennt­nis zu den poli­ti­schen Zie­len des Rechts­po­pu­lis­mus beruf­lich über­lebt hat, war bei Redak­ti­ons­schluss noch nicht bekannt.
***
„Guten Tag, unse­re klei­ne Ort­schaft bekommt nun auch sei­ne Con­tai­ner für 40 Zuwan­de­rer. Der Woh­nungs­markt ist kom­plett abge­grast, eine letz­te Zwei­zim­mer­woh­nung, die man vor 5 Jah­ren nicht los­ge­wor­den wäre, bezahlt man mit 1100 Euro warm. Und weil das so ist, kommt die Ver­wal­tung dem Wäh­ler­auf­trag nicht nach, son­dern dem Regie­rungs­auf­trag, und stellt Wohn­con­tai­ner für naja,
400 000 Euro für 2 Jah­re auf. Spa­ren muss des­we­gen nie­mand, denn es kann vom Bund Geld abge­ru­fen werden.
Auch das Nahe­lie­gen­de wird berück­sich­tigt, es kom­men im Früh­jahr noch mehr, wes­we­gen man jetzt vor­plant, sonst geht man am Ende leer aus. Unser CDU-Bür­ger­meis­ter nimmt hier mit unge­bro­che­nem Wil­len zur Unter­wer­fung die Neu­be­sie­de­lung unse­res Ört­chens vor. Es sieht in sämt­li­chen Käf­fern der Umge­bung so aus.
Will man län­ger Leis­tungs­trä­ger und Gerüst einer sol­chen Poli­tik sein?”
***
Es gibt Schlagei­len, die wie ein Brenn­glas die Ten­den­zen eines gan­zen Epöch­leins bün­deln. Die Mit­tel­deut­sche Zei­tung mel­det:
Mag­de­bur­ger Fami­lie ent­führt Leip­zi­ger, weil der kein Geld zau­bern kann: Lascia­te ogni spe­ran­za, scritto­re sati­ri­co! Wie Sie zu Recht mut­ma­ßen, geneig­te Lese­rin, ist weder der Leip­zi­ger das, was Sie sich gemein­hin unter einem sol­chen vor­stel­len – trotz gele­gent­li­cher Voo­doo-Ver­su­che im inzwi­schen auf­ge­lös­ten Wirt­schafts­res­sort der SED-Bezirks­lei­tung hat sich die­se Tech­nik der Geld­ver­meh­rung dort nie eta­blie­ren kön­nen –, noch haben die Eltern der Mag­de­bur­ger Fami­lie bereits als Jugend­li­che an der Elbe z.B. Ent­füh­ren gespielt.
Es ver­hielt sich näm­lich so und trug sich fol­gen­der­ma­ßen zu: „Der 30-jäh­ri­ge Voo­doo-Mas­ter, Lio­nel N. aus Kame­run, erklär­te in sei­nem Geschäfts­mo­dell, er kön­ne wei­ßes Papier zu Geld machen. Sei­ne Zuta­ten dafür sei­en beson­de­re Che­mi­ka­li­en, Beschwö­rungs­for­meln und natür­lich ech­tes Geld. Die­se Masche funk­tio­nier­te laut der Poli­zei auch – bis er an die fal­sche Fami­lie geriet. Fami­lie M. aus Syri­en, die aktu­ell in Mag­de­burg lebt, über­gab dem Afri­ka­ner 15.000 Euro, um die Sum­me zu ver­viel­fäl­ti­gen. Abzüg­lich der Pro­vi­si­on soll­te das ver­mehr­te Geld dann am 10. Janu­ar zurück­ge­ge­ben wer­den. Als Lio­nel N. gegen 12 Uhr aber nicht im Mag­de­bur­ger Mari­tim-Hotel erschien, wur­de Fami­lie M. skeptisch.”

15.000 Euro, Geld­über­ga­be im Hotel, man begreift sofort: Flücht­lin­ge. Im Unter­schied zu indi­ge­nen Mag­de­bur­ger Fami­li­en ist jene aus Syri­en noch eine rich­ti­ge, mit Söh­nen und Hel­fern (Cou­sins?), und die Mit­tel­deut­sche wech­selt auch stracks die soge­nann­te Begriff­lich­keit: „Da der syri­sche Fami­li­en­clan aus Alep­po den Ver­lust von 15.000 Euro nicht hin­neh­men woll­te, wur­de Rache geschwo­ren.” Die Syrer fuh­ren, „mit Sturm­hau­ben und Pis­to­le bewaff­net”, wahr­schein­lich vom Sozi­al­amt, schnapp­ten sich den Kame­ru­ner und ver­schlepp­ten ihn nach Mag­de­burg. „Hier­bei fie­len auch Schüs­se, berich­te­ten Augen­zeu­gen.” Ob der Kame­ru­ner Meis­ter die Kugeln even­tu­ell ver­hext hat­te, muss noch recher­chiert werden.

„In Mag­de­burg wur­de der Afri­ka­ner dann gefol­tert und gezwun­gen, das ergau­ner­te Geld wie­der auf­zu­trei­ben.” Er hat­te es aber inzwi­schen ver­se­hent­lich in Papier zurück­ver­wan­delt und konn­te es den zu Recht erbos­ten, wenn auch wohl ins­ge­samt etwas gut­gläu­bi­gen Syrern nicht wie­der aus­hän­di­gen. Die schlepp­ten ihn retour nach Leip­zig, stell­ten sei­ne Woh­nung auf den Kopf, doch der Filou hat­te längst mit einem Voo­doo-Trick die Poli­zei gerufen…

„Das 48-jäh­ri­ge Fami­li­en­ober­haupt Jamal M., sei­ne zwei Söh­ne und zwei wei­te­re Hel­fer ste­hen nun vor dem Leip­zi­ger Land­ge­richt. Ihnen wird Gei­sel­nah­me, erpres­se­ri­scher Men­schen­raub und gefähr­li­che Kör­per­ver­let­zung vor­ge­wor­fen. Voo­doo-Meis­ter Lio­nel N. muss sich wegen Betrugs vor dem Gericht verantworten.”

Man kann die abs­trak­te Tri­ni­tät „Will­kom­mens­kul­tur” – „Fach­kräf­te­ein­wan­de­rung” – „Ein­bür­ge­rungs­in­itia­ti­ve” kaum anschau­li­cher mit Leben füllen.
(Auf den köst­li­chen Vor­fall mach­te mich Leser *** aufmerksam.)
***

Ver­le­ser des Tages: „Ange­spro­chen auf eine mög­li­che Teil­nah­me an Depor­ta­tio­nen sag­te der baye­ri­sche Minis­ter­prä­si­dent, er sei ‚grund­sätz­lich dafür offen’.”

Natür­lich stand dort: Demonstrationen.

***

Sehr zu mei­ner Erhei­te­rung trug die­se Mel­dung bei.

So geht es nun mal zu in Sek­ten. Des­we­gen nen­ne ich den Laden ja auch Süd­deut­scher Beobachter.

***

Kein Tag ohne Bernd Zeller.

Hélas!

 

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