24. Februar 2022

Vor­wärts und nicht ver­ges­sen: Mit der Behaup­tung, sie sei­en Anti­fa­schis­ten und damit a prio­ri auf der rich­ti­gen Sei­te, haben die Kom­mu­nis­ten in der DDR ihre Tyran­nei begründet.

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Hät­ten die Bour­bo­nen recht­zei­tig das elen­de Los des Vol­kes beklagt, Frau­en und Homo­se­xu­el­le mit Quo­ten geför­dert, das Hof­per­so­nal diver­si­fi­ziert, das Zere­mo­ni­ell gegen­dert und Post­ko­lo­nia­lis­mus-Stu­di­en gespon­sert, sie säßen wohl heu­te noch in Versailles.

(Auch ein Hin­weis für Putin, кстати.)

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Nach­dem er bei sich daheim die Bür­ger­rech­te für Opo­si­tio­nel­le abge­schafft und dafür Metho­den ange­wen­det hat, wie sie dem rus­si­schen Auto­kra­ten bis­lang noch nicht ange­las­tet wer­den konn­ten – Kon­ten­sper­run­gen und Aus­rei­se­ver­bo­te im gro­ßen Stil für Oppo­si­tio­nel­le –, bekun­de­te Jus­tin Tru­deau, Kana­das elas­tischs­te Ten­ta­kel des glo­ba­lis­ti­schen Kra­ken, sei­ne tief­emp­fun­de­ne Abnei­gung gegen auto­kra­ti­sche Methoden.

Ein Meme bringt die Cau­sa Tru­deau auf den Punkt.

Ande­re Netz­wer­ker gehen mit ihren Memes viel zu weit; die­ser Ver­gleich etwa ist eine ent­setz­li­che Rela­ti­vie­rung, spe­zi­ell auch aus der War­te von Tru­deaus Hair­dresser.

Apro­pos: „Nach der geschei­ter­ten Arden­nen­of­fen­si­ve wur­de das Haar des Füh­rers schüt­te­rer.” (Aus den Memoi­ren von Hit­lers Fri­seur, auf­ge­zeich­net von Woo­dy Allen.)

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Bemer­kens­wert ist ein Arti­kel, den die eher den Woken zuzu­rech­nen­de Huf­fing­ton Post im Dezem­ber 2014 ver­öf­fent­lich­te, ein knap­pes Jahr bevor unser auto­ri­tä­rer Beau Pre­mier­mi­nis­ter wurde.

Tru­deau, schreibt der Kom­men­ta­tor, sei „der Mann, der zugab, dass er ‚Chi­nas basa­le Dik­ta­tur bewun­dert’. Das war nicht nur ein sar­kas­ti­scher Kom­men­tar – er erklär­te ernst­haft, dass er die Dik­ta­tur bewun­de­re, weil sie Din­ge schnel­ler erle­di­gen könne. (…)
Allein die Vor­stel­lung, dass ein Kan­di­dat Tru­deaus (Andrew Les­lie in Orlé­ans – M.K.) mit poli­zei­li­chem Ein­grei­fen durch­ge­setzt wur­de, ist beängs­ti­gend. Es zeigt, dass Tru­deau Chi­nas Dik­ta­tur nicht nur bewun­dert – er wür­de eine prak­ti­zie­ren, wenn er die Mög­lich­keit hätte. (…)
Die Libe­ra­le Par­tei ist unter Jus­tin Tru­deau zu einer Des­po­tie gewor­den. Der Füh­rer die­ser Par­tei tut, was er will, wann er will, und nie­mand wagt es, ihm kri­ti­sche Fra­gen zu stel­len. Jetzt, da wir wis­sen, dass Tru­deau sei­ne Par­tei wie ein Dik­ta­tor führt, müs­sen wir uns fra­gen: Gibt es Anzei­chen dafür, dass er als Füh­rer von Kana­da nicht das­sel­be tun wür­de? (…) Könn­te man einem Pre­mier­mi­nis­ter Tru­deau ver­trau­en, dass er Ent­schei­dun­gen zum Woh­le des Lan­des trifft, nicht nur für sein per­sön­li­ches Selbst­wert­ge­fühl? Wür­de Tru­deau die Poli­zei rufen, um sei­ne Vor­stel­lun­gen durch­zu­set­zen? Hof­fen wir, dass wir nie die Gele­gen­heit bekom­men, die­se Fra­gen zu stellen.”
Tja, das war wohl seherisch.

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Aber der kana­di­sche Fant genießt vie­le Sympathien.

Jene zum Beispiel.

Als der „Black lives matter”-Plebs zün­del­te, ran­da­lier­te und plün­der­te, waren die alten Tan­ten bei der Zeit aus siche­rer Fer­ne ganz ent­zückt darüber.

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Jede Betrach­tung eines Kon­flik­tes irgend­wo in der Welt soll­te mit der Fra­ge begin­nen, was für das eige­ne Land dar­aus folgt (solan­ge es noch eins gibt).

Wenn es nicht kalt wird – wie Sie sehen, geneig­ter Leser (m/w/d), kön­nen Sie nicht tie­fer fal­len als in die Hän­de der aktu­el­len Bun­des­re­gie­rung. Anfang Febru­ar 2021 war ich meh­re­re Tage in Leip­zig ein­ge­schneit, weder in Rich­tung Mün­chen noch nach Ber­lin ver­kehr­te ein Zug, und bemer­kens­wer­ter­wei­se fuh­ren in den Stra­ßen von „Klein-Paris” (Goe­the) die gan­ze Zeit auch kei­ne Räum­fahr­zeu­ge. Die Stadt­ver­wal­tung, erfuhr ich spä­ter, habe nicht damit gerech­net, dass es über­haupt noch ein­mal kalt wer­den und so rich­tig Schnee fal­len kön­ne auf unse­rer über­hitz­ten Erde, wes­halb sie die gesam­te, auch beim schie­ren Her­um­ste­hen nicht gera­de bil­li­ge Räum­tech­nik „abge­mie­tet” hat­te. (Bei der Mär, ein Teil des ein­ge­spar­ten Gel­des sei in eine Kapel­le zu Ehren der Hl. Gre­ta in der Tho­mas­kir­che geflos­sen, han­delt es sich wahr­schein­lich um rech­te Hetze.)

Wenn es nun aber doch kalt wird? Robert Habeck, Bun­des­mi­nis­ter für Welt­ver­ede­lung, fand bei Maisch­ber­ger die rich­ti­gen Worte:

Vor allem ist es nicht seins. Wobei, am Ende womög­lich doch seins.

„Das knap­pe rus­si­sche Erd­gas treibt in Deutsch­land und Euro­pa die Strom­prei­se nach oben. Wäh­rend Ver­brau­cher nun die stei­gen­den Kos­ten stem­men müs­sen, freu­en sich beson­ders die Betrei­ber von geför­der­ten Wind­kraft­an­la­gen: Sie kön­nen sat­te Zusatz-Gewin­ne ein­strei­chen”, schreibt der Focus.

In irgend­ei­ne Wind­müh­le wird der Robert doch inves­tiert haben, od’r?

Das Schau­spiel, dem wir hier im Par­kett bei­woh­nen, han­delt zunächst ein­mal nicht von den bösen Rus­sen, son­dern von den dum­men Deut­schen. Die grü­ne soge­nann­te Ener­gie­po­li­tik, also die Ver­brei­tung einer aus­schließ­lich für ihre Pfaf­fen und Inves­to­ren lukra­ti­ven Kli­ma­ret­tungs­re­li­gi­on, hat Deutsch­land auf die Ver­sor­gung mit Ener­gie ange­wie­sen, die teil­wei­se im Aus­land pro­du­ziert wird. Nicht die Rus­sen tra­gen die Schuld dar­an, dass wir von rus­si­schem Gas abhän­gig sind, wenn es doch kalt wird. Es sind außer­dem nicht nur die Rus­sen, die voll­ende­te Tat­sa­chen schaf­fen, son­dern die Amis des­glei­chen, und wir stün­den auch dann dumm da, wenn wir kei­ne ame­ri­ka­ni­sche Außen­mi­nis­te­rin hät­ten. Das US-Estab­lish­ment will nicht, dass Deutsch­land von rus­si­schem Gas abhän­gig wird, es will nicht, dass sich Russ­land und Deutsch­land annä­hern und am Ende noch gute Bezie­hun­gen unter­hal­ten. Es gibt seit ca. 1917 nur ein Man­tra der spä­ter auf die NATO über­tra­ge­nen US-Außen­po­li­tik: Ein Bünd­nis zwi­schen Russ­land und Deutsch­land muss um jeden Preis ver­hin­dert wer­den – „die Rus­sen drau­ßen, die Deut­schen am Boden” , wie Has­tings Ismay, der ers­te NATO-Gene­ral­se­kre­tär, lako­nisch for­mu­lier­te. Bei­de zusam­men und am Ende noch in einem wie auch immer aus­ge­stal­te­ten Bünd­nis mit Chi­na wür­den den Noch-Hege­mon zu einer raum­frem­den peri­phe­ren Macht degra­die­ren. Bes­ser, Deutsch­land schafft sich ab, als dass so etwas geschieht (und wie man sieht, waren sie in the long run weder untä­tig noch erfolg­los). Ein Eura­si­en völ­lig ohne US-Kon­trol­le, man hal­te von ihr, was man will, wäre jeden­falls der Alp­traum der ame­ri­ka­ni­schen und neu­er­dings auch der glo­ba­lis­ti­schen Eliten.

Aus die­sem Grund war sogar Trump und ist erst recht die Biden-Admi­nis­tra­ti­on gegen Nord Stream 2. Die Ukrai­ne gilt seit dem Zusam­men­bruch des Sowjet­im­pe­ri­ums, wie man in Zbi­gniew Brze­zinskis Buch „Die ein­zi­ge Welt­macht” nach­le­sen – und allein schon im Regis­ter anhand der Häu­fig­keit ihres Auf­tau­chens fest­stel­len – kann, als der Fle­cken Erde, auf den es für die US-Fal­ken geo­stra­te­gisch ankommt, nicht nur direkt gegen Russ­land, son­dern auch mit Blick auf den Nahen Osten, wo sich Putin zuletzt so erfolg­reich ins Spiel mischte.

Ein­schal­tung für Ese­lin­nen: Ich stel­le mich nicht auf die Sei­te der Rus­sen. Ich stel­le mich aller­dings auch nicht auf die der Amis (es sei denn, der gött­li­che Donald tritt noch ein­mal an), denn aus Ame­ri­ka kommt aktu­ell all das Gift, wel­ches die west­li­che Zivi­li­sa­ti­on angreift und ihr Immun­sys­tem schlei­chend zer­stört: Poli­ti­cal Cor­rect­ness, Iden­ti­ty Poli­tics, LBGTQ*-Verherrlichung samt Abwer­tung der Fami­lie, Dis­kre­di­tie­rung des wei­ßen Man­nes und der von ihm geschaf­fe­nen Tech­nik und Kul­tur usf.

* Ohne Q gin­ge es freilich.

Das Pro­blem besteht nun dar­in, dass eine deut­sche Ent­schei­dung gegen Russ­land auto­ma­tisch auf eine für Ame­ri­ka hin­aus­läuft, auch und gera­de ener­gie­po­li­tisch – und das ist eben dumm. Ein Land muss in sol­chen Fra­gen immer eine Alter­na­ti­ve haben. Die Ener­gie­ver­sor­gung ist für jeden moder­nen Staat eine exis­ten­ti­el­le Ange­le­gen­heit, jede Abhän­gig­keit führt im Kon­flikt­fall in die poli­ti­sche Erpress­bar­keit. Das ohren­be­täu­ben­de Schwei­gen der poli­tisch-media­len Laut­spre­cher in Kein-schö­ner-Land zur tat­säch­lich mög­li­chen Lösung des Pro­blems – Rück­nah­me des Atom­aus­stiegs, Bau neu­er Kraft­wer­ke, was auch im Sin­ne der hit­zig ersehn­ten Welt­kli­ma­ret­tung plau­si­bel wäre – zeigt uns indes, dass Deutsch­land, nun folgt wie­der­um mein Man­tra, von den dümms­ten Poli­ti­kern regiert wird, die die­se Repu­blik je her­vor­ge­bracht hat.

***

Ich wer­de nicht umhin­kom­men, schrei­ben meh­re­re Leser, mich zum Ukrai­ne-Kon­flikt zu äußern. Aber war­um? Nur weil sich Anna­le­na B., sofern sie wirk­lich so heißt, dazu äußert? Ich will jeden­falls kei­nen Krieg, ich wer­de die­je­ni­gen Kräf­te unter­stüt­zen, die kei­nen Krieg wol­len; ich weiß, dass die Ukrai­ne das Recht hat, sich um eine Mit­glied­schaft bei der NATO zu bewer­ben, aber die NATO hat das Recht, die­ses Ansin­nen abzu­leh­nen, um Krieg zu ver­mei­den; sie ist den Rus­sen seit 1990 weit genug auf die Pel­le gerückt.

Dass die Ukrai­ne Aus­land sei, ist einem Rus­sen nicht leicht zu ver­mit­teln. Tsche­chow hat dort, wo in der deut­schen Über­set­zung „Ukrai­ne” steht, im Ori­gi­nal „Malo­ros­si­ja” geschrie­ben, Klein­russ­land; die Sän­ge­rin singt eine „klein­rus­si­sche Roman­ze”, den Gym­na­si­al­leh­rer erin­nert der ange­neh­me Klang der „klein­rus­si­sche Spra­che” an das Alt­grie­chi­sche und so wei­ter. Bis vor kur­zem fuhr man im Rus­si­schen auch nicht в Украину, in die Ukrai­ne, son­dern на, an die Ukrai­ne, also prak­tisch an den Rand Russ­lands. Für die meis­ten Rus­sen ist die Ukrai­ne ein Teil ihres Lan­des, und his­to­risch ist sie das ja unstrit­tig seit der Kie­wer Rus. Als ein selb­stän­di­ges Staats­ge­bil­de nach heu­ti­gen Maß­stä­ben gibt es die Ukrai­ne erst seit 1919, doch das Land wur­de damals sofort als Sowjet­re­pu­blik in die UdSSR ein­ge­glie­dert. Aber das sind natür­lich kei­ne Argu­men­te im Sin­ne des Völkerrechts.

Sol­che lie­fert dan­kens­wer­ter­wei­se einer der eben genann­ten Leser, ein Jurist, gleich mit. Der soge­nann­te Ukrai­ne­kon­flikt bewe­ge sich „in einem Ant­ago­nis­mus zwi­schen zwei, genau genom­men drei völ­ker­recht­li­chen Grund­nor­men”, meint er: „Einer­seits das Usur­pa­ti­ons- und Gewalt­ver­bot nach Art. 2 Nr. 4 der UN-Char­ta, and­rer­seits das Selbst­be­stim­mungs­recht der Völ­ker nach Art. 1 Zf. 2 der UN-Char­ta und das Recht auf Selbst­ver­tei­di­gung nach Art. 51. Das Selbst­be­stim­mungs­recht ermög­licht es einem Volk, einen Natio­nal­staat zu bil­den oder sich in frei­er Ent­schei­dung einem ande­ren Staat anzu­schlie­ßen. Genau das ist mit der Grün­dungs­er­klä­rung der von einer rus­si­schen Mehr­heit bevöl­ker­ten ‚Volks­re­pu­bli­ken’ Donezk und Luhansk gesche­hen. Die ARD-Tages­schau bezeich­net die­se, offen­bar um sie zu dele­gi­ti­mie­ren, als ’selbst­er­nann­te’ Staa­ten, unter­läßt es aber, zu erklä­ren, von wem denn eigent­lich heut­zu­ta­ge Staa­ten ernannt wer­den. Etwa vom Papst – oder von einer aus dem Völ­ker­recht kom­men­den Trampolinspringerin?

Wenn die dort leben­de Bevöl­ke­rungs­mehr­heit (gleich ob schon län­ger oder erst zuge­wan­der­te) der Rus­si­schen Föde­ra­ti­on bei­tre­ten möch­te, steht ihr das nach der UN-Char­ta zu. Natür­lich ist das ein Fall von Sezes­si­on, aber die­se Fäl­le hat­ten wir in frü­he­rer und jün­ge­rer Zeit reich­lich, ob fried­lich oder nicht. Und wenn dann der Aus­gangs­staat die Sezes­sio­nis­ten mit mili­tä­ri­schen Mit­teln an der Umset­zung ihres Vor­ha­bens hin­dern will, kommt es nor­ma­ler­wei­se zum Bür­ger­krieg wie in den USA 1861–1865 oder in Jugo­sla­wi­en 1991–2001. Hier aller­dings kann sich Ruß­land, nach dem Bei­tritt der bei­den sezes­sio­nier­ten Gebie­te, auf den Stand­punkt stel­len, daß sein eige­nes Ter­ri­to­ri­um ange­grif­fen wird, und vom Recht auf Selbst­ver­tei­di­gung nach Art. 51 der UN-Char­ta Gebrauch machen. Man mag von Putin und die­sem sei­nen Manö­ver hal­ten was man will, aber ich kann in die­sem Kon­zept kei­nen Feh­ler ent­de­cken. Bemer­kens­wer­ter­wei­se argu­men­tie­ren auch die Medi­en und die Poli­ti­ker dar­an vorbei.

BTW: Wir sehen hier die Blau­pau­se für Abläu­fe, die auch Deutsch­land irgend­wann tref­fen kön­nen. Wenn bei­spiels­wei­se ein über­wie­gend von Tür­ken bewohn­tes zusam­men­hän­gen­des abgrenz­ba­res Gebiet ent­steht, kann es nach dem glei­chen Mus­ter ablau­fen. (Aller­dings ent­fal­len dann in die­sem Gebiet die von den schon län­ger hier Leben­den erbrach­ten Zuwen­dun­gen aus den ande­ren Gebieten.)”

Wenn die aktu­el­len Mel­dun­gen stim­men, dass rus­si­sche Trup­pen auf Kiew vor­rü­cken, ist das aller­dings nich­tig; dann muss Russ­land ver­ur­teilt und sank­tio­niert werden.

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By the way.

„Im Lau­fe des Jah­res 2021 haben die USA zwi­schen 12 und 26 Mil­lio­nen Bar­rel Roh­öl bzw. Erd­öl­pro­duk­te pro Monat aus Russ­land impor­tiert – aus dem­sel­ben Land, gegen das wir immer wie­der neue Sank­tio­nen ver­hän­gen, um Wla­di­mir Putins ter­ri­to­ria­le Ambi­tio­nen ein­zu­he­gen. (…) Im ver­gan­ge­nen Früh­jahr erreich­ten die Impor­te von rus­si­schem Öl den höchs­ten Stand seit einem Jahr­zehnt; im August wur­de Russ­land zum zweit­größ­ten Ölex­por­teur in die Ver­ei­nig­ten Staa­ten. Den­ken Sie, das könn­te ein Grund dafür sein, dass Putin so zuver­sicht­lich ist?”

(Hier.)

Muss wohl was Per­sön­li­ches sein.

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An der Ver­fol­gung von Min­der­hei­ten fin­det nur ein klei­ner, per­ver­ser Teil der Mehr­heit wirk­lich Ver­gnü­gen. Die meis­ten ande­ren haben bloß Angst davor, ver­se­hent­lich der ver­folg­ten Min­der­heit zuge­rech­net zu werden.

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Sogar der FAZ fiel auf, dass der bei Arte aus­ge­strahl­te Doku­men­tar­film über die Heim­su­chung im Hosen­an­zug, was Duk­tus und Mach­art betrifft, eben­so­gut im DDR-Fern­se­hen hät­te gelau­fen sein können.

„Die Kanz­le­rin weiß, was zu tun ist, die ande­ren wis­sen es nicht”, notiert die Gazet­te. „Die Minis­ter­prä­si­den­ten wis­sen es in der Coro­na-Pan­de­mie nicht, Uni­ons­po­li­ti­ker nicht in der Flücht­lings­kri­se. Sie wir­ken wie Dep­pen, auch im Bild, be­fragt wer­den sie nicht. Ein­zig Ursu­la von der Ley­en gehört der Par­tei an, die sich Ange­la Mer­kel als Vehi­kel gesucht hat.

In allen Bil­dern die­ses Film wider­spie­gelt sich, dass Ange­la Mer­kel im­mer das Rich­ti­ge tat. … die Foto­gra­fin Her­lin­de Koelbl zollt ihr Respekt, die Jour­na­lis­tin Kris­ti­na Dunz erzählt, wie Ange­la Mer­kel sich gegen Donald Trump behaup­te­te. Die Akti­vis­tin Lui­sa Neu­bau­er doziert, dass Mer­kel ihr Mög­lichs­tes getan habe … Der Schau­spie­ler Ulrich Mat­thes schil­dert die pri­va­te Ange­la Mer­kel, die wit­zig und herz­lich sei. Chris­ti­ne Lagar­de, The­re­sa May und Her­fried Münk­ler sind voll des Lo­bes. Und schließ­lich hören wir die Sozi­al­wis­sen­schaft­le­rin Nai­ka Forou­tan über Mer­kel sagen: ‚Sie hat Deutsch­land auf eine neue geschicht­liche Schie­ne gesetzt. Nach 2015 hat sich plötz­lich welt­po­li­tisch die Per­spek­ti­ve auf die­ses Land ver­än­dert, und zwar wegen die­ser Kanz­le­rin, wegen die­sem einen Moment, in dem sie gesagt hat: Wir schaf­fen das.’

Spä­tes­tens da merkt man, dass die­se Hagio­gra­phie die Sicht auf eine Welt bezeugt, deren Dreh- und Angel­punkt die Bla­se Ber­lin ist und sonst nichts. Das Men­ta­li­täts­bild ist schon erschütternd.”

Im Film bemüht die Frem­den­füh­re­rin als Begrün­dung für die fol­gen­schwers­te, teu­ers­te und am meis­ten amts­eid­brü­chi­ge Tat ihres poli­ti­schen Lebens, die Grenz­öff­nung oder Grenz­of­fen­hal­tung 2015 ff., neu­er­lich ein Argu­ment, das inzwi­schen sogar der Ver­fas­sungs­schutz miss­braucht, um das völ­ker­recht­lich garan­tier­te Recht der Deut­schen auf Hei­mat zuguns­ten einer wei­te­ren Mas­sen­ein­wan­de­rung abzu­wer­ten und jede Beru­fung dar­auf als Ver­stoß gegen Arti­kel 1 GG zu diskreditieren.

Das ist natür­lich das Argu­ment von Bau­ern­fän­gern – kor­rekt: von Bäue­rin­nen- und Bau­ern­fän­ge­rin­nen- und fän­gern (man muss päd­ago­gi­sche Scher­ze wie­der­ho­len, bis sie „sit­zen”) –, denn zwar gilt das Grund­ge­setz nicht nur für Deut­sche, aber aus­schließ­lich auf dem Ter­ri­to­ri­um der Bun­des­re­pu­blik Deutsch­land. Die fak­ti­sche Abschaf­fung der Staats­gren­zen, ver­bun­den mit der Offer­te an alle Welt, in Deutsch­land Asyl zu bean­tra­gen und über die unrecht­mä­ßi­ge Dul­dung einen unrecht­mä­ßi­gen Bleibe-(und Versorgungs-)anspruch samt spä­te­rer Ein­bür­ge­rungs­mög­lich­keit zu erwer­ben, das war ein Ver­fas­sungs­putsch, ein aggres­si­ver Akt gegen den Sou­ve­rän des Grund­ge­set­zes (wenn die­ses Bei­na­he-Oxy­mo­ron gestat­tet ist), der sich gegen die Wür­de von Aber­tau­sen­den Men­schen, auf die Mer­kel ihren Amts­eid geleis­tet hat, rich­te­te – all die Er- und Ange­sto­che­nen, Ver­ge­wal­tig­ten, Über­fal­le­nen, Aus­ge­raub­ten, am Breit­scheid­platz Zer­malm­ten, für die Ali­men­tie­rung der oft nicht beson­ders selbst­ver­sor­gungs­ge­neig­ten oder ‑befä­hig­ten Neu­an­kömm­lin­ge zur Kas­se Gebe­te­nen, aus ihren Wohn­ge­bie­ten oder sogar Woh­nun­gen Ver­dräng­ten und was der­glei­chen impor­tier­te Uner­freu­lich­kei­ten mehr sind. Was Mer­kel die­sem Land hin­ter­las­sen hat, ist Unsi­cher­heit, wach­sen­de Unfrei­heit, Ero­si­on des Rechts­staa­tes, Ero­si­on der Mit­tel­schicht, Gesin­nungs­ter­ror, eine DDR-arti­ge Medi­en­land­schaft, Obdach­lo­sig­keit, Ver­fall der Infra­struk­tur, Alters­ar­mut, Isla­mi­sie­rung gan­zer Stadt­tei­le. Spra­chen wir schon von Atom­aus­stieg und Energiewende?

Selbst­re­dend ist die Ent­schei­dung, die Gren­zen offen­zu­hal­ten – die Gren­zen, die sich angeb­lich nicht schlie­ßen lie­ßen, was aber nach dem Auf­tau­chen des Coro­na­vi­rus plötz­lich kein Pro­blem mehr war, außer natür­lich gegen Migran­ten; die ström­ten auch im ver­gan­ge­nen Jahr mun­ter wei­ter nach ’schland:

… – selbst­re­dend ist die­se Ent­schei­dung nicht auf Mer­kels Mist allein gewach­sen, son­dern sie geschah mit Rücken­de­ckung durch die ande­ren Füh­rer und Finan­ziers der glo­ba­lis­ti­schen Klas­se, was der Kanz­le­rin die flap­si­ge, alle Kri­tik abbü­geln­de Sicher­heit beim Rechts­bruch verlieh.

Wenn Arti­kel 1 GG prak­tisch welt­weit gilt, dann ist die­ser Arti­kel töd­lich für Deutsch­land, wie er für jedes Land töd­lich wäre, für jede staat­li­che Struk­tur, für jede Zivi­li­sa­ti­on. Nie­mand muss aus Ferns­ten­lie­be sei­ne eth­nisch-kul­tu­rel­le Ver­dän­gung anstre­ben oder gut­hei­ßen. Eine sol­che Situa­ti­on ein­kal­ku­liert zu haben, kann man aller­dings weder den Elter 1 und 2 des GG noch ihren alli­ier­ten Vor­mün­dern unter­stel­len. Das war ein ori­gi­nä­res Werk der Glo­ba­lis­ten, umrauscht vom Applaus der­je­ni­gen unter den mehr oder weni­ger schon län­ger hier Ein­ge­bo­re­nen, denen ganz offen­sicht­lich das Fell juckt.

(PS: Ich bit­te um Par­don dafür, dass ich mich wie­der­ho­le, aber die­je­ni­gen, auf die ich reagie­re, wie­der­ho­len sich stän­dig, und ich wie­der­ho­le mich meis­tens schöner.)

***

Wenn der klei­ne hin­ken­de Dok­tor aus Rheydt für eine „bun­te” Gesell­schaft hät­te wer­ben wol­len, ob er es ähn­lich pene­trant ange­stellt haben würde?

***

Ich hat­te unlängst zu einer Fort­füh­rung mei­ner ers­ten Stro­phe der „Ode an die Freu­de Viel­falt” auf­ge­ru­fen. Leser ***, an den Neben­wir­kun­gen einer Moder­na-Imp­fung labo­rie­rend, steu­er­te eine eigen­stän­di­ge Ver­si­on bei.

Spik­evax, Du Götterfunken,
mRNA-Fluidum.
Hät­te man bloß abgewunken
vor dem Pieks im Klinikum.

Und so liegt man nun darnieder,
weil es einen hat ereilt.
Und man hofft, es wer­de wieder,
wenn man im Spi­tal verweilt.

Wem der gro­ße Wurf gelungen,
Geboos­tert und geimpft zu sein,
hat das gro­ße Ziel errungen,
darf ins Restau­rant hinein.

Doch wenn sich nur eine Seele
Nase nicht bedeckt und Mund,
fliegt sie sogleich auf der Stelle
raus, wenn­gleich auch ohne Grund.

Auch wer ledig­lich genesen
mit den Kräf­ten der Natur,
zäh­let gleich­falls zu den Bösen
kann auf Gna­de hof­fen nur.

Hat die Imp­fung auch daneben
Neben­wir­kung bis zum Tod,
wird doch kein Regreß gegeben,
bis man steht vor sei­nem Gott.

 

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