7. Januar 2022

„Wenn die Lich­ter aus­ge­hen, gehen die Fackeln an.”
(Leser ***)

***

Zur Ein­stim­mung auf den auch im kom­men­den Jahr unend­lich dehn­ba­ren Leit­plap­per­be­griff des Epöchleins:

Ein Mar­tin Sell­ner wird 2022 wie­der mehr dis­kri­mi­niert wer­den als zehn schwar­ze anti­ras­sis­ti­sche Akti­vis­ten in Deutsch­land wäh­rend ihres gesam­ten Lebens.

***

Eigen­ver­ant­wort­li­che haben längst „Sprach­kri­ti­ker” zur „Flos­kel des Jah­res” gewählt.

Das letz­te „Unwort des Jah­res” hieß übri­gens „Coro­na-Dik­ta­tur”.

Eine Staats­ge­walt, die so um sich schlägt – aller­dings nur gegen wei­che Zie­le, ich kom­me gleich dar­auf – kann nicht im Recht sein.

Und eine Regie­rung, in der sich sol­che Horror­clowns tum­meln, eben­falls nicht.

Der Gesund­heits­mi­nis­ter begrün­det die Not­wen­dig­keit einer Impf­pflicht damit, dass die Imp­fung über­flüs­sig wer­den könn­te – kanns­te nich erfin­den, wie der Ber­li­ner zu sagen pflegt.

Auch Gesin­nungs­jour­na­lis­ten, die, ange­fan­gen beim Staatsfernsehen …

… über die Lokal­pres­se (hier: Münch­ner Mer­kur) …

– „Schwur­beln ist das neue Jüdeln” (Leser ***) – bis in die letz­ten Kapil­la­ren der Content-Kuli-Organe, …

… gegen Skep­ti­ker und ande­re Abweich­ler von der rei­nen, wenn­gleich bis­wei­len etwas irr­lich­tern­den Leh­re het­zen, kön­nen eben­falls nicht im Recht sein. Falls das jeman­den trös­tet, der den Bon­zen­kol­laps von 1989 nicht live erle­ben durfte.

***

Der Quo­teni­ro­ke­se von der Relo­ti­us­spit­ze gräbt der­weil die Kriegs­tas­ta­tur aus.

Den Teig­wanst ver­langt es ersicht­lich nach Skalps, aber da er zu fei­ge ist, sie sich sel­ber zu holen, will er die Staats­macht aufhetzen.

***

Die schlägt um sich geht ver­ant­wor­tungs­voll gegen Regie­rungs­kri­ti­ker vor.

Ich weiß nicht, in wel­cher deut­schen Stadt sich der fol­gen­de Zwi­schen­fall zutrug (Kemp­ten im All­gäu, ist sich Leser *** sicher); aus dem Video, von dem ich die Höhe­punk­te abscreen­schoss, geht ledig­lich her­vor, dass die Dame mit dem Hünd­chen die Beam­ten belei­digt haben soll, indem sie die Coron­maß­nah­men als schwach­sin­nig bezeich­ne­te (was sie bestritt, bis man sie end­lich festnahm).

Kein schö­ner Land in die­ser Zeit.

Immer­hin der Hund kam frei, blieb aber aus fal­scher Anhäng­lich­keit in der Nähe der Hetzerin.

„Man kann Deutsch­land nur mit gebro­che­nem Her­zen lieben.”
(Frank-Wal­ter Pahl-Rugensteinmeier)

PS: Leser *** schickt mir einen You­tube-Link zum Video, bestä­tigt den Ort, weist dar­auf hin, dass es schon acht Mona­te alt ist, und schreibt: „Es ist immer schwie­rig sol­che Vor­gän­ge ein­zu­ord­nen, wenn man die Vor­ge­schich­te nicht erken­nen kann, aber was mir per­sön­lich in den letz­ten Jah­ren nicht mehr gefällt ist die­ses ‚reflex­haf­te Fes­seln’ von Men­schen wie hoch­kri­mi­nel­le Gewalt­tä­ter, selbst wenn nur die Per­so­na­li­en fest­ge­stellt wer­den sollen.”

Ein alter Spar­ta­kist gibt Entwarnung:

„Sagen Sie
Ihm, daß er für die Träu­me sei­ner Jugend
Soll Ach­tung tra­gen, wenn er Mann sein wird.”
(Schil­ler, „Don Car­los”, der Pro­to-Mao­ist Posa spricht)

***

Freund *** berich­tet, die Poli­zei­prä­senz am Ode­ons­platz beim letz­ten Münch­ner Spa­zier­gang habe ihn an Leip­zig Anfang Okto­ber 1989 erinnert.

Was uns in die intel­lek­tu­el­le Pro­vinz der Parellel­zie­hun­gen führt. Zunächst in Geor­ge Orwells „Farm der Tie­re”, wo bekannt­lich alle gleich sind, nur ein paar noch etwas glei­cher als die anderen.

Als­dann in die Silvesternacht.

Auf die­ser Web­sei­te gibt ein Video­mit­schnitt Auf­schluss dar­über, was ohne­hin jeder weiß (wes­halb in jenem Seg­ment der Wahr­heits- und Qua­li­täts­pres­se, das über­haupt dar­über berich­te­te, kul­tur­sen­si­bel dar­auf ver­zich­tet wur­de, auch das noch zu the­ma­ti­sie­ren), näm­lich wel­che Kli­en­tel genau das Ver­bot miss­ach­te­te und vor wem die Poli­zei kapi­tu­lier­te (ein paar von den Jungs tru­gen immer­hin Masken).

Der köst­li­che Bernd Zel­ler scherz­te bereits, dass hier erst rich­tig was los wäre, wenn sich die „Spa­zier­gän­ger” unter die „Par­ty- und Event­sze­ne” misch­ten. Na los doch!

Hal­ten wir fest: Die Staats­macht geht „mit aller Här­te”, wie es der lin­ke Jour­na­list aus dem Unter­stand sei­nes Groß­raum­bü­ros for­dert, gegen bio­deut­sche Pro­vo­ka­ti­ons­spa­zier­gän­ger vor, dar­un­ter älte­re Damen, Kin­der und Behinderte.

Vor der migran­ti­schen Event­sze­ne indes zieht die VP den Schwanz ein. Wer sei­ne Ruhe vor den Büt­teln haben, unge­stört essen und unmas­kiert ein­kau­fen will, muss sich also in die Migran­ten­be­zir­ke beque­men. Oder sich bei den Alt­par­tei­en um ein Man­dat bewer­ben, da drückt man auch ein Auge zu (aller­dings gibt es dort scha­ren­wei­se Hysteriker:innen, die den Mas­ken­sitz kon­trol­lie­ren und nach stren­ge­ren Maß­nah­men rufen; so locker wie die Kana­ken sind die Sozen bei wei­ten nicht).

Hier zeich­nen sich die neu­en Ord­nun­gen des Behe­mo­th ab, das Neben­ein­an­der ver­schie­de­ner Struk­tu­ren mit ver­schie­de­nen Rechts­rah­men. Zum einen ist die Bevöl­ke­rungs­ko­hor­te mit dem edlen Hin­ter­grund jün­ger und viri­ler als das mono­kul­tu­rel­le Per­so­nal aus den Kar­tof­fel­plan­ta­gen, hat also bereits im kör­per­li­chen Sin­ne weni­ger Bam­mel vor der Staats­ge­walt. Hier­zu­lan­de übli­che Sank­tio­nen, etwa des Arbeit­ge­bers, der Uni­ver­si­tät, des Ver­eins oder irgend­wel­cher Behör­den, schre­cken die meis­ten von ihnen so wenig wie die Medi­en und der Twit­termob – zumin­dest nicht im ver­gleich­ba­ren Maße wie Bio­deut­sche –, weil sie in ihrer Par­al­lel­ge­sell­schaft gut und ger­ne und ohne deut­sche Denun­zi­an­ten als Nach­barn leben, also ohne Sor­ge um ihren Ruf haben zu müs­sen, weil sie meis­tens auch dort arbei­ten, Straf­be­feh­le ein­fach igno­rie­ren, Vor­stra­fen als belang­los emp­fin­den, Geld­bu­ßen nicht zah­len kön­nen bzw. signi­fi­kant oft auf Staats­kos­ten leben, also der Hund sich in einem sol­chen Fal­le in den Schwanz beißt. Außer­dem eilen Brü­der, Cou­sins und Volks­ge­nos­sen stracks hel­fend her­bei, wenn irgend­ein Beam­ter einem der Ihren ans Leder oder an die Besitz­tü­mer will. Weil sie sich nicht ein­schüch­tern las­sen, wird ihre Dis­zi­pli­nie­rung schei­tern. Natür­lich wis­sen das die­je­ni­gen, die hier schon län­ger regie­ren, und sie haben ihren Frie­den damit gemacht (ein paar sym­bo­li­sche und medi­en­wirk­sa­me „Schlä­ge” gegen die „Clans” sol­len davon ablen­ken). In Tei­len West­eu­ro­pas exis­tie­ren längst par­al­le­le Rechtsordnungen.

Der Rechts­staat, sofern er über­haupt über­lebt, wird künf­tig ein Par­ti­ku­la­ris­mus unter ande­ren sein. Aller­dings soll­ten sich die­je­ni­gen, die dort leben, wo er in Res­ten exis­tiert, nicht zu früh freu­en: Die Welt, aus der die Spa­zier­gän­ger kom­men, muss natür­lich die Welt, aus wel­cher das Gros die Par­ty- und Event­sze­ne stammt, wei­ter brav ali­men­tie­ren, sonst legen sie erst rich­tig los, wie in den Pari­ser Ban­lieues zum Bei­spiel. Und kein Poli­zist wird sie dar­an hin­dern. Eher ver­an­stal­ten sie Haus­durch­su­chun­gen bei denen, die den lau­fen­den Ver­falls­pro­zess beim Namen nennen.

***

Auch die Dis­kri­mi­nie­rung von Unge­impf­ten wird sich in die­sen Bezir­ken nicht durch­set­zen las­sen. Mit wel­chen Fol­gen, ste­he dahin.

Ich zitie­re den aus dem Krei­se der anstän­dig geblie­be­nen Jour­na­lis­ten aus­ge­schlos­se­nen Reit­schus­ter: „Bereits mehr­fach habe ich auf mei­ner Sei­te über die mas­siv anstei­gen­de Übersterb­lich­keit in Deutsch­land berich­tet. Die Bun­des­re­gie­rung reagier­te auf Nach­fra­gen von mir dazu auf der Bun­des­pres­se­kon­fe­renz aus­wei­chend. Mei­ne Fra­ge dazu am Mon­tag wur­de gar nicht erst  ver­le­sen. Nun wird bekannt: Gab es im Sep­tem­ber und im Okto­ber jeweils rund 7.000 Todes­fäl­le mehr als im Durch­schnitt der vor­he­ri­gen vier Jah­re, so stieg die­se Zahl im Novem­ber noch­mals an, auf mehr als 15.000 Tote mehr als in den Vor­jah­ren. Quel­le für die­se Daten ist das Sta­tis­ti­sche Bun­des­amt. Da es in den betref­fen­den Mona­ten ’nur’ 10.000 Coro­na­to­te gab, sind zumin­dest rund zwei Drit­tel der Übersterb­lich­keit nicht durch das Virus zu erklä­ren. Erschre­ckend ist vor allem die Ten­denz, aber auch die blan­ke Zahl. Soll­te die Ent­wick­lung vom Novem­ber anhal­ten, könn­te das, auf einen Zwölf-Monats-Zeit­raum, 180.000 Todes­fäl­le mehr als in den Vor­jah­ren bedeuten.

Zu der gro­ßen Tabu-Fra­ge – Übersterb­lich­keit wegen der Impf­t­o­ten? – hat bereits am 26. Dezem­ber 2021 der Daten-Ana­lyst Dr. A. Weber eine aus­führ­li­che Ana­ly­se auf mei­ner Sei­te ver­öf­fent­licht (sie­he hier). Sein Fazit: ‚Der Beginn der Imp­fun­gen in der Alters­grup­pe 0 bis 40 fällt zusam­men mit einem Anstieg der Ster­be­fäl­le in die­ser Alters­grup­pe. Dies ist auf jeden Fall nicht leicht erklär­bar und ver­langt m.E. nach einer Untersuchung.’ ”

(Ich kann wirk­lich nur hof­fen, dass hier ein Fak­ten­che­cker mit Blut­grät­sche zur Stel­le ist!)

Ergän­zend:

(hier)

Natür­lich wie­der Sachsen.

Gehen Sie wei­ter! Hier gibt es nichts zu sehen!

***

Und wei­ter zur mys­te­riö­sen Übersterblichkeit.

(Hier)

(Hier)

(Hier)

Wahr­schein­lich wird sich alles bald aufklären.

***

Der­weil in einem ande­ren Land.

***

Kanns­te nich erfin­den, Fort­set­zung. Der noto­ri­sche Lügen­leug­ner Maaßen soll die CDU verlassen.

Maaßen hat­te bei­spiels­wei­se wie­der­holt behaup­tet, dass in Chem­nitz kei­ne Hetz­jag­den auf Aus­län­der statt­fan­den oder dass es in sei­ner Par­tei um die Mei­nungs­frei­heit nicht zum Bes­ten bestellt sei.

„Die sich wie Per­len an einer Ket­te rei­hen­den Aus­rei­ßer haben das Fass zum Über­lau­fen gebracht”: Was so redet, kann nicht im Recht sein.

(Zel­ler? Auf zum Limbo!)

***

Ges­tern Abend sah ich mir im öffent­lich-recht­li­chen TV die Doku­men­ta­ti­on über die Ereig­nis­se am Washing­to­ner Kapi­tol an, die unse­re Schmie­ren­ko­mö­di­an­ten von der Ham­bur­ger Relo­ti­us­spit­ze zur „schlimms­ten Kri­se seit dem ame­ri­ka­ni­schen Bür­ger­krieg” emporjazzten.

Ich muss ein­räu­men, dass der Film viel sach­li­cher war als die Wahr­heits­aus­schüt­tungs­pres­se und sich nahe­zu sämt­li­cher Wer­tun­gen ent­hielt, mit Aus­nah­me derer, die von den Inter­view­ten geäu­ßert wur­den. Ich muss über­dies geste­hen, dass mich der „Sturm auf das Kapi­tol”, wie der Film und die offi­zi­el­le Ver­si­on der Ereig­nis­se hei­ßen, auch im Nach­hin­ein nicht beson­ders empört – Klio will schließ­lich etwas zu erzäh­len haben –, zumal die­ser Sturm eher ein Lüft­chen war und sich inso­fern kaum von jenem auf die Bas­til­le oder auf das Win­ter­pa­lais unter­schied, als ihn sei­ne Legen­de heu­te schon übertrifft.

Im Peters­bur­ger Win­ter­pa­lais tag­te am 8. Novem­ber 1917 die Pro­vi­so­ri­sche Regie­rung, zur Ver­tei­di­gung des Gebäu­des gegen die anrü­cken­den Bol­sche­wi­ken stand nur eine Hand­voll Offi­ziers­schü­ler und Kosa­ken zur Ver­fü­gung, es fie­len ein paar Schüs­se, eini­ge Fens­ter­schei­ben gin­gen zu Bruch, am Ende waren sechs Tote zu bekla­gen. Der „Sturm” wur­de nach­träg­lich von der Sowjet­pro­pa­gan­da erfun­den. War das, was am 6. Janu­ar in Washing­ton geschah, ein „Sturm”?

Mir ist bei der Doku­men­ta­ti­on auf­ge­fal­len, dass unter den Angrei­fern eine bemer­kens­wert hohe Affekt­kon­trol­le herrsch­te – immer unter dem Aspekt, dass wir von einem „Sturm” spre­chen und um die Trep­pen und Ein­gän­ge tat­säch­lich ein Kampf statt­fand. Durch sie kam an die­sem Tag nie­mand unmit­tel­bar zu Tode (über die Toten gleich). Ver­gli­chen mit den Aus­schrei­tun­gen, Plün­de­run­gen, Brand­stif­tun­gen und Tötun­gen im Rah­men der „Black lives matter”-Krawalle war die Erstür­mung des Par­la­ments kein beson­ders schreck­li­ches Ereig­nis. Mit Aus­nah­me der Fens­ter und Türen, durch wel­che die Angrei­fer ein­dran­gen, ging bemer­kens­wert wenig Inven­tar zu Bruch. Hät­te die Anti­fa ein ver­gleich­bar reprä­sen­ta­ti­ves Gebäu­de für ein paar Stun­den in ihre Hän­de bekom­men, sie hät­te es in einem deut­lich ande­ren Zustand hin­ter­las­sen. Es wur­den eini­ge his­to­risch bedeut­sa­me Kunst­wer­ke beschä­digt, dar­un­ter übri­gens eine Mar­mor­sta­tue von Tho­mas Jef­fer­son – ja, genau: der mie­se wei­ße Skla­ven­hal­t­erprä­si­dent, der, wie alle Grün­der­vä­ter, auf der Abschuss­lis­te der Lin­ken und ihrer demo­kra­ti­schen Reprä­sen­tan­ten (und ‑onkels!) steht. Andern­orts ist das Pro­blem längst gelöst.

Wäh­rend die BLM-Ran­da­lie­rer und ande­re Woke in Über­see Denk­mal auf Denk­mal schlei­fen oder wenigs­tens beschmie­ren, ver­hiel­ten sich die Trumpis­ten im Kapi­tol ver­gleichs­wei­se gesit­tet. Die meis­ten Sach­be­schä­di­gun­gen an Kunst­wer­ken enstan­den nicht durch Van­da­li­si­mus, son­dern durch Trä­nen­gas, Pfef­fer­spray und Feu­er­lösch­mit­tel. Zu kei­ner Zeit for­mier­te sich so etwas wie ein rasen­der Mob, den es wirk­lich nach Blut und Zer­stö­rung gelüs­te­te, im Gegen­teil, gera­de aus den Rei­hen der Ein­dring­lin­ge kamen immer wie­der Auf­for­de­run­gen zur Dees­ka­la­ti­on. Als sie die Poli­zei­sper­ren durch­bro­chen und das Gebäu­de prak­tisch erobert hat­ten, erlo­schen die Aggres­sio­nen der Aggres­so­ren. Augen­schein­lich wuss­ten die spon­ta­nen Haus­be­set­zer nicht, was jetzt noch zu tun wäre. Die meis­ten die­ser zum Teil durch­aus sym­pa­thi­schen Nar­ren waren ja nicht der Ansicht, dass sie das Par­la­ment angrif­fen, son­dern dass sie es ver­tei­dig­ten, wovon die zahl­rei­chen pro-ame­ri­ka­ni­schen, pro-frei­heit­li­chen Aus­ru­fe zeug­ten. Ein Gut­teil die­ser Böse­wich­te mein­te, die Demo­kra­tie zu schüt­zen – ihre Demo­kra­tie. Der Sturm ging schließ­lich in Dis­kus­sio­nen mit den Kapi­tol­scops über.

Sowohl die Angrei­fer als auch die Ver­tei­di­ger sind ja Fleisch vom sel­ben Flei­sche, die eli­tä­re Par­al­lel­ge­sell­schaft saß im Sit­zungs­saal und wur­de schließ­lich über einen Not­aus­gang in eine Art XXL-Panic room in Sicher­heit gebracht. So wie sich im Novem­ber 1917 Gevat­ter Keren­ski recht­zei­tig aus dem Stau­be mach­te (angeb­lich in Frau­en­klei­dern), war dies­mal Nan­cy Pelo­si als ers­te ver­schwun­den. Wäh­rend sowohl die Angrei­fer als auch die Poli­zis­ten in den Inter­views völ­lig authen­tisch erschie­nen, wirk­ten die State­ments der Poli­ti­ker oft geküns­telt und inter­es­sen­ge­lei­tet. Recht unglaub­wür­dig fand ich die nach­träg­lich behaup­te­te Todes­angst zwei­er weib­li­cher Abge­ord­ne­ter der Demo­kra­ten (zumal im Film noch eine Ver­bin­dung zu den ein­ge­schlos­se­nen Tod­ge­weih­ten des 11. Sep­tem­ber gezo­gen wur­de); viel­leicht bang­ten die Ladies ja tat­säch­lich um ihr Leben, wirk­lich bedroht wäre es auch dann nicht gewe­sen, wenn der Mob in den Sit­zungs­saal ein­ge­drun­gen wäre, bevor die Abge­ord­ne­ten aus ihm flo­hen. Ein zumin­dest nach­träg­lich muti­ger Kon­gress­ab­ge­ord­ne­ter gab zu Pro­to­koll, er hät­te sich mit Klau­en und Zäh­nen gewehrt – unter ande­rem ver­si­cher­te er, er wäre so weit gegan­gen, den Angrei­fern die Augen aus­zu­ste­chen –; ein paar Mit­ar­bei­te­rin­nen (von Pelo­si?) hat­ten sich in ein Büro ein­ge­schlos­sen, waren dort unter die Tische gekro­chen und berei­te­ten sich angeb­lich auf das Schlimms­te vor. Nie­mand inter­es­sier­te sich für sie.

Apro­pos: Schau­en wir auf die Todes­op­fer. „Ins­ge­samt kamen infol­ge der Erstür­mung des Kapi­tols zehn Men­schen zu Tode, fünf Poli­zis­ten und fünf Ran­da­lie­rer”, heißt es auf der Schrottsammelstelle.

Es han­delt sich um die übli­che und wohl nicht ohne Inter­es­sen erfol­gen­de Ver­wechs­lung von Kau­sa­li­tät und Par­al­le­li­tät bzw. Koin­zi­denz. Unmit­tel­bar bei den Aus­schrei­tun­gen star­ben vier soge­nann­te Trump-Anhän­ger sowie ein Poli­zist, der zwei Schlag­an­fäl­le erlitt, aber weder direk­te Gewalt­ein­wir­kung durch die Ran­da­lie­rer noch eine all­er­gi­sche Reak­ti­on auf che­mi­sche Reiz­stof­fe haben sei­nen Tod ver­ur­sacht, wie die Aut­op­sie ergab. Die Trump-Unter­stüt­ze­rin und Air-For­ce-Vete­ra­nin Ash­li Bab­bitt wur­de von einem Ange­hö­ri­gen der Capi­tol Poli­ce erschos­sen, als sie im Inne­ren durch ein ein­ge­schla­ge­nes Fens­ter klet­ter­te, um in den Sit­zungs­saal des Kon­gres­ses ein­zu­drin­gen. Ein Ein­dring­ling starb an einem Herz­in­farkt, ein ande­rer an einem Schlag­an­fall, eine Frau an einer Über­do­sis Amphetamin.

Ein Trump-Anhän­ger, der kurz­zei­tig ver­haf­tet wor­den war, nahm sich spä­ter das Leben; eben­so begin­gen vier Poli­zis­ten, die am 6. Janu­ar im Kapi­tol Dienst getan hat­ten, „in den Tagen und Mona­ten danach Sui­zid” (Sam­mel­stel­le). Inwie­weit die­se fünf Per­so­nen wegen der Gescheh­nis­se Hand an sich leg­ten, ist offen­bar unge­klärt, es ist also nicht seri­ös, sie den Opfern des „Sturms” zuzu­schla­gen. Es könn­te ja auch sein, dass sich unter ihnen ein depri­mier­ter Trump-Anhän­ger befand. Womög­lich woll­te man bei den Toten nach­träg­lich eine Art Gleich­ge­wicht herstellen.

Sela, Psal­me­nen­de.

***

Noch zum Vori­gen. Wer sich die­se Bil­der aus Kasach­stan anschaut, wird, was die Gewalt­nei­gung der Angrei­fer betrifft, einen gewis­sen Unter­schied zur Erstür­mung des Kapi­tols erken­nen – und bei der Sym­pa­thie­ver­tei­lung sei­tens der west­li­chen soge­nann­ten Eliten.

***

War­um ich mich über den Vor­schlag ver­wun­de­re, die Bio­n­tech-Grün­der mit ihrem Kon­ter­fei auf den neu­en Euro­schein zu dru­cken, erkun­digt sich Leser ***. „Die Erfin­der einer wert­lo­sen Imp­fung auf wert­lo­sem Papier­geld, das passt doch!”

***

Die Staats­fun­ker vom SWR tei­len mit:

Selbst­ver­ständ­lich gehört die­ses Ver­bot an den Pran­ger. Aber wer sel­ber dort hin­ge­hört, soll­te bes­ser die Klap­pe halten.

***

Der Sie­ben Schwa­ben einer ist ein Sozi.

Die Tie­fen­ver­lo­gen­heit und gera­de­zu ins Gesicht sprin­gen­de Pri­mi­ti­vi­tät sol­cher State­ments muss jeden erschüt­tern, der nicht die Ein­las­sun­gen der SED-Vög­te im Herbst 1989 mit grim­mi­gen Ver­gnü­gen lesen durf­te. Was so redet, kann nicht im Recht sein.

Wer sich über das in Schwe­fel­par­tei­zir­keln wal­ten­de Kin­der­gar­ten­ni­veau infor­mie­ren möch­te, dem emp­feh­le ich die­sen Mit­schnitt einer Dis­kus­si­on über die künf­ti­gen geo­po­li­ti­schen Optio­nen Deutsch­lands. Das Kin­der­gar­ten­gleich­nis ist inso­fern nicht schlecht gewählt, als die­se Rotz­löf­fel tat­säch­lich noch so frei­mü­tig reden, als hät­te ihnen nie eine staat­lich geprüf­te und zivil­ge­sell­schaft­lich gestähl­te Erzie­he­rin die Ohren dafür langgezogen.

***

Wie­der­vor­la­ge:

Acta vom 16. März 2021. Nie­mand soll behaup­ten, dass sie ihre ver­leum­de­ri­schen Hetz­jag­den nicht vor­her ankündigen.

***

Und es trat ein die Welt­se­kun­de des Usin­ger Anzeigers.

Wie hier schon ver­laut­bart, hat You­tube in der Nacht vom 22. auf den 23. Dezem­ber den gesam­ten Kanal der Ach­se des Guten gelöscht.
„Soll­ten Sie glau­ben, dass die­ser bis­her bei­spiel­lo­se Ein­griff in die Pres­se­frei­heit z.B. den Deut­schen Jour­na­lis­ten Ver­band (DJV) dazu bewegt hat, öffent­lich zu pro­tes­tie­ren, dann unter­lie­gen Sie einem Irr­tum”, schreibt der Anwalt Joa­chim Stein­hö­fel. „Im Gegen­teil, mit einem gera­de­zu infa­men Inter­view mit dem MDR zur Löschung erklär­te Mika Beus­ter, Bun­des­vor­stand des DJV und Repor­ter­chef des ‚Usin­ger Anzei­gers’ (ver­kauf­te Auf­la­ge 4.317):
‚Wir ste­hen für kri­ti­schen Jour­na­lis­mus und wir sind das Boll­werk gegen Angrif­fe auf den kri­ti­schen Jour­na­lis­mus. Aber es ist wirk­lich frag­lich, ob es sich hier um kri­ti­schen Jour­na­lis­mus han­delt. Die Pres­se­frei­heit ist hier nicht in Gefahr.’
Wir müs­sen uns selbst hel­fen. Wir müs­sen gericht­lich gegen You­Tube vor­ge­hen. Ob es tat­säch­lich erfor­der­lich sein wird, den Weg bis zum Bun­des­ver­fas­sungs­ge­richt zu beschrei­ten, ist offen. Aber wir müs­sen dar­auf vor­be­rei­tet und dafür aus­ge­stat­tet sein. Hier­für bit­ten wir Sie um Ihre Unter­stüt­zung durch Spenden.”

***

Nun hat sich auch mein lie­bes Weib mit dem Coro­na­vi­rus infi­ziert; wir rät­seln, tur­telnd und schnä­belnd wie nur je ein Sit­tich­pär­chen, mit wel­cher Vari­an­te. Aber die Auf­fri­schungs­in­fek­ti­on will par­tout nicht vor­stel­lig werden.

Hier kommt kei­ner lebend raus.

 

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