R. I. P.

Ich lese eben, dass Gün­ter Masch­ke gestor­ben ist. Wie schreck­lich. Die Rei­hen lich­ten sich. Man ist wie­der ein Stück einsamer.

Er war ein wahr­haft frei­er, ori­gi­nel­ler und amü­san­ter Kopf. Wir tra­fen uns eher spo­ra­disch bei Freun­den oder auf der Buch­mes­se und kor­re­spon­dier­ten in loser Fol­ge. Als ich ihn zuletzt besuch­te, im Som­mer 2020 in sei­ner Frank­fur­ter Woh­nung, brach­te ich die­sen Wein mit.

Schön wär’s. Er labo­rier­te bereits seit Jah­ren an einer Art Amok-Dia­be­tis, was ihn aber nicht davon abhielt, sich von Zeit zu Zeit gut abend­län­disch den Freu­den des Tranks zu ergeben.

Damals such­te ich ihn auf, um ihn für eigen­tüm­lich frei zu inter­view­en. Wahr­schein­lich war es sein letz­tes Interview.

Dem Gespräch – Sie fin­den es auf der Web­sei­te von ef – prä­lu­dier­te ein kur­zes Por­trät. Ich neh­me den trau­ri­gen Anlass, um es noch ein­mal mit freund­li­cher Geneh­mi­gung von Licht­schlag zu ver­öf­fent­li­chen; inso­fern ver­liert der Ein­stiegs­satz sei­ne Gültigkeit.

 

Nein, es gibt kei­nen spe­zi­el­len Anlass, über Gün­ter Masch­ke zu schrei­ben: kein Jubi­lä­um, kei­ne neue Publi­ka­ti­on, kei­nen Skan­dal. Grün­de dage­gen gibt es zuhauf. Der gebür­ti­ge Erfur­ter ist einer der bril­lan­tes­ten Köp­fe, den die­se Repu­blik her­vor­ge­bracht hat, was auf den ers­ten Blick in einem gewis­sen Wider­spruch zu sei­nem ledig­lich eso­te­ri­schen Ruhm ste­hen mag; auf den zwei­ten Blick ist es schon recht. In einem Land, des­sen Öffent­lich­keit sich förm­lich gegen jeden frei­en Geist, jeden ori­gi­nel­len Gedan­ken, jede nicht­strom­li­ni­en­för­mi­ge Pro­vo­ka­ti­on – man ver­zei­he die con­tra­dic­tio in adiec­to – ver­schwo­ren hat, ist der „ein­zi­ge ech­te Rene­gat der Acht­und­sech­zi­ger-Bewe­gung“ (so durch­aus indi­gniert Jür­gen Haber­mas) ein Wun­der­tier, das man gar nicht oft genug bestau­nen kann, vol­ler Freu­de, dass es so etwas über­haupt noch gibt.

Masch­kes Bio­gra­phie ist geron­ne­ne deut­sche Nach­kriegs­ge­schich­te. Da man sie nicht gera­de als bekannt vor­aus­set­zen kann, sei ihr Ver­lauf hier grob skiz­ziert. Masch­ke kam im Janu­ar 1943 zur Welt, sein leib­li­cher Vater fiel ein Jahr spä­ter an der Front, der Sohn hat ihn nie ken­nen­ge­lernt. Als Adop­tiv­kind eines Tex­til­un­ter­neh­mers sie­del­te Masch­ke nach dem Krieg von Mit­tel­deutsch­land nach Trier um. 1960 trat er, damals Lehr­ling bei einer Lebens­ver­si­che­rung, in die ver­bo­te­ne KPD ein. „Kom­mu­nist zu sein, war damals im katho­li­schen Trier die bes­te Mög­lich­keit, die Won­nen des Pro­vo­ka­teurs zu genie­ßen“, erin­ner­te er sich spä­ter. Nach ver­gleich­ba­ren Freu­den auf der ande­ren Sei­te des poli­ti­schen Spek­trums zu suchen, „war schon auf­grund mei­nes gelieb­ten Adop­tiv­va­ters, Jahr­gang 1892, unmög­lich“; er war akti­ver Anti-Nazi gewe­sen. „Eine Iden­ti­fi­ka­ti­on mit der Bun­des­re­pu­blik war auch nicht mög­lich, da mein Adop­tiv­va­ter die Poli­tik Ade­nau­ers, beson­ders in der natio­na­len Fra­ge, scharf ablehnte.“

Der Jung­kom­mu­nist zog nach Tübin­gen und hei­ra­te­te dort 1965 Johan­na Ens­s­lin, die Schwes­ter von Gud­run Ens­s­lin (er war ins­ge­samt drei­mal ver­hei­ra­tet). In Tübin­gen stu­dier­te er kurz­zei­tig Phi­lo­so­phie bei Ernst Bloch und arbei­te­te als Redak­teur der Stu­den­ten­zei­tung „Noti­zen“. 1964 schloss er sich der links­ra­di­ka­len „Sub­ver­si­ven Akti­on“ und danach dem SDS an. Er ver­wei­ger­te den Wehr­dienst und ent­zog sich der dro­hen­den Ver­haf­tung durch Aus­rei­se, zuerst nach Paris, dann nach Wien. Dort trat er der „Kom­mu­ne Wien“ bei, orga­ni­sier­te Viet­nam-Demos und lud Theo­dor Ador­no zu Vor­trä­gen. Nach einer Demons­tra­ti­on wur­de der „Dutsch­ke von Wien“ am 9. Okto­ber 1967 ver­haf­tet. Man droh­te ihm die Aus­lie­fe­rung nach Deutsch­land an, wor­auf Masch­ke kurz­ent­schlos­sen bei der kuba­ni­schen Bot­schaft um poli­ti­sches Asyl bat.

In Kuba lern­te er Fidel Cas­tro ken­nen, gab Deutsch­un­ter­richt – zu sei­nen Schü­lern gehört der Schwer­ge­wichts­bo­xer und drei­fa­che Olym­pia­sie­ger Teó­filo Ste­ven­son (der „kuba­ni­sche Muham­mad Ali“ schlief aber, erschöpft vom Trai­ning, meis­tens ein) – und zog in die Zucker­rohr-Ern­te­schlacht. Cas­tro for­der­te den deut­schen Genos­sen auf, ihm ein Dos­sier über die Stu­den­ten­be­we­gung auf der ande­ren Sei­te des Atlan­tiks zu schrei­ben; nach­dem er es gele­sen hat­te, habe der Maxi­mo Lider gezürnt: „Das taugt alles nichts! Das ist Hedo­nis­mus! Eine Revo­lu­ti­on ist kei­ne Din­ner­par­ty!“ (Der letz­te Satz wird gemein­hin Mao zuge­schrie­ben, doch Masch­ke ver­si­chert, ihn aus dem Mun­de Cas­tros gehört zu haben.)

Sein bis heu­te exzel­len­tes Spa­nisch brach­ten ihm zunächst die Frau­en bei. Den kuba­ni­schen Lyri­ker Heber­to Padil­la, den Masch­ke erst­mals ins Deut­sche über­setz­te, muss der Lebens­wan­del des deut­schen Bon­vi­vants nach­hal­tig beein­druckt haben; er dich­te­te: „Heu­te schläft er mit den Wei­bern von Havan­na – jeden Tag / eine ande­re, wenn es geht. Einer gan­zen Schiffs­la­dung Nege­rin­nen / sagt er, kön­ne er´s besor­gen / in einer Nacht …“

Doch der rea­le Sozia­lis­mus ernüch­ter­te den schil­lern­den Ale­mán schnell. Im Som­mer 1968 besuch­te eine Dele­ga­ti­on des SDS Kuba. „Ich atme­te auf, end­lich wür­de ich über all das spre­chen kön­nen, was mich ver­wirr­te und bedrück­te“, erin­nert er sich spä­ter. „Doch die­se Leu­te, die ‚Si‘ nicht von ‚No‘ unter­schei­den konn­ten, wuss­ten im Gegen­satz zu mir alles über die Zucker­in­sel.“ Sie hät­ten ihm erklärt, dass das, was er für ernst­haf­te Pro­ble­me hielt, „nur die unver­meid­li­chen Män­gel einer Über­gangs­ge­sell­schaft“ sei­en. Wie sein Freund Padil­la geriet auch Masch­ke mit dem Regime in Kon­flikt. Wie immer hat­te er den Mund nicht hal­ten kön­nen und offen die herr­schen­den Zustän­de kri­ti­siert. Eines Tages erschie­nen zwei Mili­tär­po­li­zis­ten bei ihm mit den Wor­ten: „So, chi­co (Klei­ner), jetzt geht’s zum Flug­ha­fen!“ Er durf­te nichts mit­neh­men, nicht ein­mal ein Foto oder ein Notiz­buch. „Sie pack­ten mich in einen alten VW-Käfer, steck­ten mir eine Zigar­re zu – die übli­che kuba­ni­sche Mischung aus leicht bru­ta­ler Jovia­li­tät und vul­gä­rem Charme –, und los ging’s. Sie sag­ten: ‚Chi­co, du hast viel von Cuba ver­stan­den!‘ Es wur­de eine ziem­lich lus­ti­ge Fahrt.“ Wie er spä­ter erfuhr, hat­te eine Grup­pe um einen frü­he­ren Gue­ril­la-Chef und zeit­wei­sen Minis­ter einen Staats­streich geplant; da Masch­ke Kon­takt zu den Ver­schwö­rern unter­hielt, ver­ur­teil­te man ihn in absen­tia zu zehn Jah­ren Gefängnis.

In Deutsch­land wur­de der unfrei­wil­li­ge Heim­keh­rer aus dem Zug her­aus ver­haf­tet. Wegen Fah­nen­flucht saß er ein Jahr in Lands­berg am Lech ein. Heu­te amü­siert er sich über die Tri­as der pro­mi­nen­tes­ten Lands­berg-Häft­lin­ge: Hit­ler – Masch­ke – Hoe­neß. Zur sel­ben Zeit ver­büß­te dort ein Unter­neh­mer sei­ne Stra­fe, der einen beträcht­li­chen Geld­be­trag für die Gefäng­nis­bi­blio­thek stif­te­te. Mit des­sen Ver­wen­dung wur­de der lite­ra­tur­kun­di­ge Links­ra­di­ka­le beauf­tragt. Wenn Uli Hoe­neß im Knast zufäl­lig Hork­hei­mer gele­sen haben soll­te, ulkt Masch­ke, dann ver­dan­ke er das ihm. Ihn habe das Ein­ge­sperrt­sein übri­gens nicht im Gerings­ten gestört, denn in Lands­berg habe er in Ruhe lesen kön­nen. Bis heu­te besitzt der Mann das Talent, sich tage­lang in Lek­tü­ren zu ver­sen­ken, ohne das Zim­mer zu wech­seln. Sei­ne Woh­nung und sein Kel­ler ver­sin­ken in Büchern. „Ich war schon früh ein mani­scher Leser, doch zuwei­len“, räumt er ein, „weht mich der Ver­dacht an, dass ich mich dumm gele­sen habe.“

Es gibt bekannt­lich Men­schen, die ihre Gesin­nung wie ihr Hemd wech­seln und sich jeder neu­en Regie­rungs­li­nie kom­pli­ka­ti­ons­los anpas­sen kön­nen. Ein authen­ti­scher Mar­xist indes ver­mag sich nur schwer von sei­ner Reli­gi­on zu lösen. Sei­ne Glau­bens­ent­zugs­er­schei­nun­gen trie­ben Masch­ke sogar für kur­ze Zeit in die SPD-Mit­glied­schaft. „Man glaubt als Kom­mu­nist nicht an ein Leben ohne Unter­stand“, beschreibt er sein sozi­al­de­mo­kra­ti­sches Metha­don­pro­gramm. Der Mar­xist lei­de oft jah­re­lang, wenn sich sein Glau­be auf­lö­se. „Der übli­che Lin­ke dage­gen, des­sen ‚Theo­rie‘ stets etwas Schweb­stoff­ar­ti­ges hat, der den Hedo­nis­mus im Bestehen­den sucht, dem es weni­ger um die Macht­fra­ge als um einen ande­ren Lebens­stil geht, der kommt mit der deka­den­ten Gesell­schaft ganz gut zurecht.“

Die all­mäh­li­che Abkehr des Unter­stands­su­chers vom Mar­xis­mus „ging ein­her mit dem Stu­di­um des Wer­kes von Carl Schmitt“, belehrt uns die Wiki­pe­dia. Hier muss frei­lich ein­ge­fügt wer­den, dass der Mann offen­bar sämt­li­che irgend­wie rele­van­ten Staats­recht­ler des 20. Jahr­hun­derts gele­sen hat und gesprächs­hal­ber Namen zitiert, die allen­falls noch ein paar Spe­zia­lis­ten kennen.

Masch­ke über­setz­te den spa­ni­schen Phi­lo­so­phen und Diplo­ma­ten Dono­so Cor­tés und den kolum­bia­ni­schen Apho­ris­ti­ker Nicolás Gómez Dávi­la, bei­des Erz­ka­tho­li­ken, ins Deut­sche und publi­zier­te vor allem zu staats- und völ­ker­recht­li­chen The­men – immer in einem blen­den­den, bei­ßen­den Stil. Sein Genera­tio­nen-Essay „Die Ver­schwö­rung der Flak­hel­fer“ (1985), der mehr über den men­ta­len Zustand der alten BRD erklärt als gan­ze his­to­ri­sche Regal­me­ter, hebt etwa an mit dem Satz: „Die Bun­des­re­pu­blik, halb ordent­li­cher Indus­trie­hof, halb Nah­erho­lungs­zo­ne mit regel­mä­ßig ent­leer­tem Papier­korb, die­ses hand­tuch­brei­te Rest­land, des­sen Bewoh­ner nach Harm­lo­sig­keit gie­ren, ist zugleich das Land, in dem jeder zum Ver­fas­sungs­feind des ande­ren wer­den kann.“

Masch­kes Sym­pa­thien für Latein­ame­ri­ka als reni­ten­ter Hin­ter­hof der USA blie­ben von sei­nen kuba­ni­schen Erfah­run­gen nicht nur unbe­rührt – „Cas­tro hin oder her, ich sehe in ihm einen Hel­den, ja, einen Katechon gegen die Ein­heit der Welt; dass den USA die Lust auf mili­tä­ri­sche Inter­ven­tio­nen in Latein­ame­ri­ka ver­gällt wur­de, ist auch sein Ver­dienst“ –, das erweck­te Inter­es­se für Staats­rechts­fra­gen öff­ne­te dem exi­lier­ten Exi­lan­ten viel­mehr neue Türen dort­hin. An der Mari­ne­schu­le von La Pun­ta (Peru) such­te man einen Dozen­ten, und zwar „jeman­den, der Spa­nisch konn­te, etwas von Carl Schmitt ver­stand und rechts war. Da gab es nur einen.“ In den fol­gen­den Jah­ren lehr­te Masch­ke dort Theo­rie und Stra­te­gie der Par­ti­sa­nen­be­kämp­fung und nahm selbst an Gefech­ten gegen den links­ter­ro­ris­ti­schen Sen­de­ro Lumi­no­so („Leuch­ten­der Pfad“) teil.

Einem Gefechts­ein­satz des Dozen­ten auf Sei­ten der perua­ni­schen Armee ver­dan­ken wir eine köst­li­che Anek­do­te. Sie spielt Anfang 1992 in Ayacucho, der Haupt­stadt der gleich­na­mi­gen Pro­vinz, wäh­rend der Hoch-Zeit des Bür­ger­kriegs. „Wir wur­den mit­ten in der Stadt vom Sen­de­ro mit Gra­nat­wer­fern beharkt, ein ziem­lich über­ra­schen­der Gebrauch. Ich stand vor einer ver­las­se­nen Buch­hand­lung mit zahl­rei­chen Ein­schüs­sen im Mau­er­werk, der Buch­händ­ler hat­te sich wohl ver­dün­ni­siert, das Fens­ter war halb ver­hängt mit einer Jalou­sie, die an einer Stel­le kaputt war. Man konn­te also in das Schau­fens­ter lin­sen, und da lag, in zwei Bän­den, die spa­ni­sche Aus­ga­be der ‚Theo­rie des kom­mu­ni­ka­ti­ven Han­delns‘, das Haupt­werk des Jür­gen Haber­mas. Ich bekam einen Lach­an­fall, was mei­ne Kame­ra­den sehr verwirrte.“

Necki­scher­wei­se ergab sich ein­mal auf einem Emp­fang der Stadt Frank­furt („da wur­de ich noch ein­ge­la­den“) ein kur­zer Wort­wech­sel zwi­schen dem eta­tis­ti­schen Dis­si­den­ten und dem Staats­phi­lo­so­phen. Masch­ke sprach Haber­mas auf des­sen Behaup­tung an, Krieg sei „ver­zerr­te Kom­mu­ni­ka­ti­on“, und erklär­te in der ihm eige­nen laut­star­ken Hei­ter­keit: „Völ­lig falsch! Krieg ist die unver­zerr­tes­te Wei­se der Kom­mu­ni­ka­ti­on!“ Über die Reak­ti­on des Tran­szen­den­tal­de­mo­kra­ten liegt nur das Zeug­nis Masch­kes vor, es lau­tet: „Schief­mäu­lig schimp­fend ent­fern­te sich unser Ther­si­tes.“ In sei­nem Essay „Sankt Jür­gen und der tri­um­phie­ren­de Dra­che“ stellt Masch­ke ach­sel­zu­ckend die Fra­ge, war­um man sich über­haupt mit einer Theo­rie befas­sen soll­te, die jeden Tag durch die Nach­rich­ten „auf so beque­me wie dras­ti­sche Wei­se wider­legt“ werde.

Sowohl bei der kuba­ni­schen Miliz als auch bei der Mari­ne­in­fan­te­rie in Peru sei es frei­er und weni­ger ängst­lich zuge­gan­gen als in Deutsch­land, resü­mier­te der Wahl-Latein­ame­ri­ka­ner spä­ter, denn: „Aus einem ver­zag­ten Hin­tern kommt kein fröh­li­cher Furz – und der Hin­tern war im demo­kra­ti­schen Deutsch­land ver­zag­ter als im tota­li­tä­ren Kuba und im auto­ri­tä­ren Peru.“

Anfang der 1980er frön­te der poli­ti­sche Sei­ten­wechs­ler als Mit­ar­bei­ter der „FAZ“, wo die ver­klemm­ten Popos schon damals auf eini­gen wich­ti­gen Ses­seln saßen. Mit einer gewis­sen Fol­ge­rich­tig­keit ende­te sein Auf­ent­halt dort auf­grund uner­wünsch­ter Ansich­ten. „Nach einer publi­zis­ti­schen Kon­tro­ver­se mit Jür­gen Haber­mas schied Masch­ke 1985 aus der ‚FAZ‘-Mitarbeit aus“, liest man auf der Wiki­pe­dia. Tat­säch­lich steck­te dies­mal nicht der herr­schafts­freie Kar­rie­ren­schnit­ter dahin­ter, son­dern Dolf Stern­ber­ger. Der Anlass war Masch­kes Nekro­log zum Tode von Carl Schmitt („Posi­tio­nen inmit­ten des Has­ses“, erschie­nen in der „FAZ“ vom 11. April 1985). Die­sen Arti­kel habe er zwei oder drei Jah­re zuvor beim dama­li­gen Chef des Feuil­le­tons, Gün­ther Rüh­le, ein­ge­reicht – „er akzep­tier­te ihn voll­stän­dig. Als er dann erschien, war der Teu­fel los, und in einer Zusam­men­rot­tung der Redak­teu­re – bis hin zum Fuß­ball-Frit­zen – empör­te sich der ehe­ma­li­ge Her­aus­ge­ber und immer noch sehr ein­fluss­rei­che Stern­ber­ger und schrieb dann einen dop­pelt so lan­gen Gegen­nach­ruf. Ich hat­te dar­auf­hin die Faxen dicke und kün­dig­te mei­ne Mit­ar­beit als ‚fes­ter frei­er Mit­ar­bei­ter‘ – so hieß das tat­säch­lich damals –, ich hät­te nie wie­der die alte Posi­ti­on erreicht. Zwar bemüh­ten sich Joa­chim Fest, Gün­ther Rüh­le und ande­re, mich bei der Stan­ge zu hal­ten, aber ich hat­te nach die­sem Tam­tam genug.“

Carl Schmitt – um nun end­lich den Teu­fel auf­tre­ten zu las­sen, mit des­sen Werk Masch­kes Leben so sym­bio­tisch ver­bun­den ist – hat­te der lin­ke Rene­gat 1979 ken­nen­ge­lernt. Heu­te gilt er als bes­ter und bele­sens­ter Ken­ner des schwe­fel­um­düns­te­ten Staats­recht­lers und „Kron­ju­ris­ten des Drit­ten Reichs“. Der Plet­ten­ber­ger hat­te einen Auf­satz Masch­kes, in dem es natür­lich um Schmitt ging, gele­sen und den Ver­fas­ser zu sich ins Sauer­land ein­ge­la­den. In der Tür ste­hend emp­fing er Masch­ke mit den Wor­ten, er habe noch 1932 ein Ver­bot der NSDAP gefor­dert, und 1936 sei er im SS-Blatt „Das Schwar­ze Korps“ für vogel­frei erklärt wor­den. Masch­kes repli­zier­te: „Aber Herr Schmitt, da lagen ja noch ein paar Jah­re dazwi­schen!“ Spä­ter ver­si­cher­te er dem Alten: „Mich inter­es­sie­ren Ihre Jah­re 1933 bis 1936 wenig. Man kann nicht sein gan­zes Leben lang unun­ter­bro­chen anstän­dig sein.“

Was folg­te, war eine sechs­jäh­ri­ge Freund­schaft mit vie­len Besu­chen in Plet­ten­berg, end­lo­sen Gesprä­chen, gele­gent­li­chen Besäuf­nis­sen und eini­gen Publi­ka­tio­nen, unter ande­rem des „Levia­than“ (sie­he das anschlie­ßen­de Inter­view). Die Frech­heit und rela­ti­ve Respekt­lo­sig­keit des Jün­ge­ren habe Schmitt bis­wei­len irri­tiert, berich­tet Masch­ke, doch zugleich habe der gro­ße Ver­fem­te begrif­fen, dass die­se schril­le Type sich für ihn in Stü­cke rei­ßen las­sen wür­de. „Die Het­ze gegen Schmitt und der Hass auf ihn sind auch dann ohne Belang, wenn alle Vor­wür­fe trif­tig wären – für den Rang eines gro­ßen Autoren sind das allen­falls faux frais.“

Für Masch­ke-Leser ist es durch­aus betrüb­lich, dass sich die­ser genia­le Schrei­ber im Diens­te ande­rer ver­zehr­te. Er selbst sieht es gelas­sen. In einem Inter­view erklär­te er, er sei „der hof­fent­lich sei­ne Pflicht erfül­len­de Die­ner gro­ßer Autoren“ gewe­sen. „Viel­leicht ist das Wort ‚Tout est dit‘ (‚Alles ist schon gesagt wor­den‘) falsch, aber es ist schon viel mehr und bes­ser gesagt wor­den, als wir es ver­mö­gen. Die Arbeit der Erschlie­ßung scheint mir oft wich­ti­ger und frucht­ba­rer als ein Sel­ber-Schrei­ben, wenn es nur auf Para­phra­sie­rung hinausläuft.“

So habe Schmitt gezeigt, dass man nur mit einem Feind Frie­den schlie­ßen kön­ne und dass dabei der Krieg nicht dis­kri­mi­niert wer­den dür­fe. Dage­gen ver­kün­de der pazi­fis­ti­sche Huma­ni­ta­ris­mus den gerech­ten Krieg, sogar den „Krieg, der alle Krie­ge been­det“, wobei nach Lage der Din­ge auf der ande­ren Sei­te nicht mehr der Feind steht, son­dern der Ver­bre­cher, mit dem man kei­nen Frie­den schließt, son­dern den man ver­nich­tet oder vor irgend­ein Gericht stellt. Masch­ke: „Eine christ­li­che Idee ist in die Hän­de von Frei­mau­rern und Men­schen­rechts­im­pe­ria­lis­ten gefal­len; die angeb­lich auf­ge­klär­te, gott- und auto­ri­täts­lo­se Welt bean­sprucht für sich die Insi­gni­en der Hei­lig­keit. ‚Gerech­ter Krieg‘ bedeu­tet heu­te ein Tech­no-Mas­sa­ker fast ohne eige­ne Ver­lus­te“ – wie bei­spiels­wei­se der Irak­krieg mit geschätz­ten 200.000 Toten und 500.000 ver­hun­ger­ten Kin­dern wegen des nach­fol­gen­den Embar­gos. Und Deutsch­land habe mit vie­len Mil­li­ar­den dabei gehol­fen, obwohl der Irak uns nie bedroh­te. Der Begriff der Men­schen­rech­te wer­de als ein Mit­tel zu schran­ken­lo­ser Ein­mi­schung miss­braucht – wobei sich die­ser Mecha­nis­mus inzwi­schen durch die Mas­sen­mi­gra­ti­on mit der­sel­ben Begrün­dung umkehre.

Das führt zum zwei­ten gro­ßen The­ma Masch­kes: den Schwä­chen des Grund­ge­set­zes (er wür­de es deut­lich här­ter for­mu­lie­ren). Im erwähn­ten Essay „Die Ver­schwö­rung der Flak­hel­fer“ hat er dar­ge­legt, woher der kol­lek­ti­ve deut­sche Ver­fas­sungs­schüt­zer­re­flex rührt und wor­auf es damit hin­aus­läuft: „Da nie­man­dem eine auch nur not­dürf­tig ver­bind­li­che Defi­ni­ti­on der Ver­fas­sung mög­lich ist, wird sie, anstatt der Boden zu sein, auf dem die (Rest-) Nati­on ihre Kräf­te zusam­men­fasst, der Boden, auf dem sie ihre Bür­ger­krie­ge austrägt.“

Von nun an, fährt der unbe­irr­ba­re Eta­tist fort, „konn­te jeder Ruf nach der ord­nen­den Hand des Staa­tes, nach einer das Gemein­wohl not­falls auto­ri­tär durch­set­zen­den Ver­wal­tung, als gefähr­lich, tota­li­tär, faschis­tisch und so fort denun­ziert wer­den. Die Gesell­schaft aber, die Frei­heit des Ein­zel­nen, um die es angeb­lich dau­ernd ging, viel stär­ker bedro­hend als der Staat bezie­hungs­wei­se des­sen Res­te, wur­de für sakro­sankt erklärt. Und so erfuhr der Staat nach sei­ner natio­nal­so­zia­lis­ti­schen auch noch sei­ne spät­li­be­ra­le Demontage.“

Man kann das heu­te sowohl am Bei­spiel der ille­ga­len Mas­sen­ein­wan­de­rung seit 2015 als auch bei der Trak­tie­rung der AfD durch den Ver­fas­sungs­schutz stu­die­ren. Das Wohl des Ein­zel­nen schließt längst nicht mehr nur deut­sche Staats­bür­ger ein, son­dern wird unter Indienst­nah­me des Men­schen­wür­de­dik­tums aus Arti­kel 1 belie­big über­dehnt, bei­spiels­wei­se durch Frau Mer­kel, die in einem Inter­view mit der „Zeit“ anno 2016 sta­tu­ier­te: „Wenn wir unser Men­schen­bild ernst neh­men, kann der Anspruch, dass die Wür­de des Men­schen unan­tast­bar sein soll, nicht an den deut­schen Staats­gren­zen enden – und auch nicht an den euro­päi­schen Außen­gren­zen.“ Gegen wen der Ver­fas­sungs­schutz vor­geht, ist längst eine rei­ne Macht­fra­ge im Kampf der Glo­ba­lis­ten gegen die Par­ti­ku­la­ris­ten gewor­den; es wäre schließ­lich auch umge­kehrt denk­bar, dass kei­nes­wegs die Geg­ner der Mas­sen­ein­wan­de­rung, son­dern deren Befür­wor­ter unter Beru­fung auf die Arti­kel 20 und 56 als Ver­fas­sungs­fein­de beob­ach­tet wer­den. Wie im Koran exis­tie­ren im Grund­ge­setz „sata­ni­sche Ver­se“: Stel­len, wo der Teu­fel ver­sucht, in den als hei­lig gel­ten­den Text ein­zu­grei­fen und ihn umzu­schrei­ben. Arti­kel 1 gehört gewiss dazu, näm­lich wenn Poli­ti­ker und dienst­ba­re Juris­ten anfan­gen, ihn von sei­nem Gel­tungs­be­reich zu lösen, der eigent­lich klar defi­niert ist: Er gilt auf deut­schem Staats­ge­biet – wo auch sonst? –, für deut­sche Staats­bür­ger und poli­tisch Verfolgte.

Wir sind am Ende mit unse­rem klei­nen Exkurs über den Dis­si­den­ten und las­sen selbst­ver­ständ­lich ihm das letz­te Wort. „Man muss sei­ner Fah­ne treu blei­ben, auch wenn das Schiff sinkt. Die Welt­stun­de ist an unse­rem Volk vor­bei­ge­gan­gen, und wir sind – einst­wei­len noch – Fel­la­chen de luxe“, schreibt Masch­ke. „Sor­ge dich nicht um Pro­se­ly­ten, küm­me­re dich nicht um die Wirk­sam­keit dei­ner Wor­te, den­ke nicht an Nut­zen, äuße­re dich – und Schluss“, fasst er sein exis­ten­tia­lis­ti­sches Cre­do zusam­men. „Nicht die Hoff­nung bemü­hen. Nur die Selbst­ach­tung ist wichtig.“

Das Inter­view ver­lief unge­fähr so (das ist die offi­zi­el­le Ver­si­on; wir muss­ten aus Grün­den von Tole­ranz, Mei­nungs­plu­ra­lis­mus und Frie­de-Freu­de-Eier­ku­chen ein biss­chen streichen).

ef: Herr Masch­ke, was wür­de Carl Schmitt zu „Black Lives Mat­ter“ sagen?

Masch­ke: Ich glau­be, er wür­de ein paar mehr oder weni­ger gute Wit­ze dar­über machen.

ef: Er wür­de die­se Bewe­gung nicht für bedroh­lich halten?

Masch­ke: Allen­falls im Sin­ne der Fest­stel­lung von Geh­len: Allem, was noch steht, wird das Mark aus den Kno­chen gebla­sen. Und dazu dient noch „Black Lives Matter“.

ef: Und was hal­ten Sie von der Sache?

Masch­ke: Ich fin­de es lächer­lich, wegen Vor­fäl­len auf ame­ri­ka­ni­schen Stra­ßen hier in Deutsch­land zu demons­trie­ren. Ich bin ja ein Extre­mist der Nicht­ein­mi­schung; wenn in Frank­reich der Kan­ni­ba­lis­mus tobt, aber es wer­den kei­ne Deut­schen auf­ge­fres­sen, dann geht es uns einen Dreck an.

ef: Auf der Gegen­sei­te agie­ren aber Kan­ni­ba­len der Ein­mi­schung, die sich nicht zu Unrecht als glo­bal han­deln­des Kol­lek­tiv empfinden.

Masch­ke: Der Mon­dia­lis­mus oder die Glo­ba­li­sie­rung sind Tat­sa­chen, gewiss, aber mich inter­es­sie­ren die­se Vor­fäl­le nur in Bezug auf unser Ver­hält­nis zu den USA. Sie wer­den ja stän­dig dazu ani­miert, sich eine Mei­nung über Din­ge anzu­quä­len, von denen Sie im Grun­de nichts oder sehr wenig wis­sen. Die Infor­ma­ti­ons­grund­la­ge soll dann allen Erns­tes das sein, was in der Zei­tung steht. Ich habe dazu kei­ne Meinung.

ef: Das ist eine Privatgelehrtenposition.

Masch­ke: Ja, sicher. Ich ver­ste­he ent­we­der nichts oder ich ver­ste­he nur zu gut. Ich habe kein Inter­es­se, jahr­zehn­te­lang die­sel­ben Debat­ten zu füh­ren, mit den­sel­ben Leu­ten oben­drein. Was soll das?

ef: Ist es Ihnen auch egal, ob Trump wie­der­ge­wählt wird? Oder ob die Demo­kra­ten viel­leicht schnell noch Michel­le Oba­ma nominieren?

Masch­ke: Die USA blei­ben uns immer feind, das wird hier nur nicht erkannt. Ich bin der Ansicht, wir müs­sen mit Russ­land ein Arran­ge­ment fin­den. Die Angel­sa­chen haben immer eine deutsch-rus­si­sche Alli­anz gefürch­tet. Also soll­te man das tun.

ef: Russ­land schafft es nicht, eine soli­de Volks­wirt­schaft auf die Bei­ne zu stel­len. Wenn die Boden­schät­ze ein­mal auf­ge­braucht sind, wird es ein unbe­deu­ten­des Schwel­len­land mit einer bedeu­ten­den Armee sein.

Masch­ke: Wir stei­gen mit noch grö­ße­rer Sicher­heit ab. Euro­pa kön­nen Sie ver­ges­sen. Die EU wird zwar wei­ter bestehen in irgend­ei­ner Form als admi­nis­tra­ti­ver öko­no­mi­scher Kör­per, aber sie wird als Welt­macht­fak­tor nicht exis­tie­ren kön­nen. Man erlebt es immer wie­der auf Dis­kus­sio­nen, dass einer aus­ruft: „Das ist doch nicht der Unter­gang des Abend­lan­des!“ Ich möch­te dann immer ant­wor­ten: „Mein Herr, das Abend­land ist am 4. August 1914 unter­ge­gan­gen, ist das noch nicht zu Ihnen durch­ge­drun­gen?“ Euro­pa wird zu einer Ver­samm­lung dritt- oder viert­klas­si­ger Mäch­te her­ab­sin­ken. Das ist unab­wend­bar, weil es kein euro­päi­sches „Wir“ gibt, das hat die soge­nann­te Flücht­lings­kri­se gezeigt. Außer­dem ver­lässt eine Atom­macht den Bund. Und dann sagt Frau von der Ley­en, die EU müs­se die Spra­che der Macht ler­nen. Und nie­mand im Ple­num lacht! Ich mei­ne, auch die Dumm­heit soll­te ihre Gren­zen haben. Wir haben kei­ne gemein­sa­me Armee, sie ist ja auch nicht mög­lich, wir haben kein „Wir“, wir sind uns nicht ein­mal dar­über einig, wer unser Feind ist, wir neh­men alle Fuß­kran­ken auf, mal ganz davon abge­se­hen, was demo­gra­phisch los ist. Die Homo­ge­ni­tät des Bun­des, wo ist die? Es gibt kei­ne Euro­pa-Idee. Was ver­eint einen Fin­nen mit einem Sizilianer?

ef: Ein Pro­gres­sist wür­de sagen: die Idee der Menschrechte.

Masch­ke: Das ist der größ­te Unsinn. Der Mensch hat so vie­le Rech­te wie ein Gür­tel­tier, sag­te Vacher de Lapouge. Als Mensch habe ich über­haupt kei­ne Rech­te. Ich habe Rech­te als Deut­scher oder als Fran­zo­se oder als Eng­län­der und so wei­ter. Die Men­schen­rech­te sind etwas Fata­les. Man wird wegen ihnen hand­lungs­un­fä­hig. Die­se For­de­run­gen ken­nen ja kei­ne Gren­zen. Es ist wie bei der Frau­en­eman­zi­pa­zi: Die hat auch kei­ne Gren­zen. Wenn Sie eine For­de­rung erfül­len, folgt die nächs­te und so immer weiter.

ef: Mit Russ­land zusam­men wären wir im Sys­tem Putin. Was wäre dar­an bes­ser? Was wür­de uns das bringen?

Masch­ke: Die haben die Roh­stof­fe, wir die Wirt­schaft. Die haben außer­dem eine wun­der­ba­re Waf­fen­tech­nik, die sie trotz der wirt­schaft­li­chen Schwie­rig­kei­ten erhal­ten. Wir hät­ten einen blo­cka­de­fes­ten Raum. Wir müs­sen ja mit Krieg rech­nen irgendwann.

ef: Gegen wen?

Masch­ke: Schau­en Sie ins Süd­chi­ne­si­sche Meer. Mir hat ein Bekann­ter erzählt, dass in der chi­ne­si­schen Armee­zei­tung geschrie­ben wird: „Wir sind dazu da, um Krieg zu füh­ren, nicht, um den Frie­den zu sichern oder nur zur Ver­tei­di­gung.“ Der Krieg wird ganz klar bejaht. Das fin­det man in west­li­chen Län­dern nicht. Das Pro­blem der Chi­ne­sen ist, dass sie kei­ne ver­kauf­ba­re Kul­tur haben, dass sie in ihrer gan­zen Umge­bung unbe­liebt sind, dass sie Indi­en als Feind haben. Aber die Welt wird immer wie­der neu ver­teilt. Man glaubt nur, es wäre heu­te anders.

ef: Sie reden von Krieg. Ist nicht die Bür­ger­kriegs­wahr­schein­lich­keit höher? Allein wenn man sieht, was sich in den USA zusammenbraut.

Masch­ke: Ich kann nur mit den Ach­seln zucken. Bür­ger­krieg ist etwas ande­res als ein paar gewalt­sa­me Demos. Bür­ger­krieg impli­ziert die Auf­spal­tung der Armee und der Polizei.

ef: Sie sagen, die Euro­pä­er sind sich nicht einig, wer der Feind ist. Wer ist es denn? Hat Deutsch­land Feinde?

Masch­ke: Ja, selbst in der EU. Zu einem wah­ren Aus­bruch der Feind­schaft kommt es, wenn Deutsch­land nicht mehr zah­len kann. Dann wer­den wir wie­der die Nazis sein.

ef: Und war­um sind die Ver­ei­nig­ten Staa­ten unser Feind?

Masch­ke: Weil sie den Krieg dis­kri­mi­nie­ren, indem sie unfä­hig zum Frie­dens­schluss sind. Die Ame­ri­ka­ner könn­ten nur gerech­te Krie­ge ver­ant­wor­ten, in denen ihnen alles erlaubt ist, weil sie ja gegen Ver­bre­cher Krieg füh­ren. Mit Ver­bre­chern aber schließt man kei­nen Frie­den, son­dern man ver­nich­tet sie, gestal­tet ihre Län­der nach ame­ri­ka­ni­schen Vor­stel­lun­gen um und hin­ter­lässt dort Mili­tär­ba­sen. Die­se Wen­dung zum dis­kri­mi­nie­ren­den Kriegs­be­griff zer­stör­te das alte Völkerrecht.

ef: Gilt das auch unter Trump?

Masch­ke: Auch. Immer­hin hat er kei­ne Lust auf mili­tä­ri­sche Inter­ven­tio­nen. Ich weiß nicht, wie der Appa­rat um ihn besetzt ist, ob er stän­dig Leu­te raus­schmei­ßen muss, weil sie ihm an den Lebens­nerv gehen. Aber ich fin­de ihn manch­mal schon sehr clow­nesk und bizarr.

ef: Die meis­ten Rech­ten sagen, der Islam ist der Feind.

Masch­ke: Wenn es nicht gelingt, die Reli­gi­on, wel­che es auch sei, zu dis­zi­pli­nie­ren, ist sie immer gefähr­lich. Die Fra­ge ist, ob der Islam, der ja kei­ne Ein­heit­lich­keit besitzt, an der moder­nen Welt zer­bricht oder die­se an ihm. An und für sich sehe ich das gelas­se­ner als vie­le Freun­de. Hier vor mei­ner Tür wim­melt es von Mus­li­men. Die sind prak­tisch Athe­is­ten, sie haben null Inter­es­se an der Reli­gi­on, außer bei Schwei­ne­wurst, da hört der Spaß auf. Bei einem beträcht­li­chen Teil redu­ziert sich die Reli­gi­on auf Speisevorschriften.

ef: Und die Frau­en, die als Besitz ver­tei­digt werden.

Masch­ke: Das ken­ne ich auch schon anders. Ich sehe, wie die Frau­en auf der Stra­ße ihre Män­ner förm­lich niederkartätschen.

ef: Das sind dann die, die schon län­ger hier leben.

Masch­ke: Wahr­schein­lich.

ef: Ist Deutsch­land eine Demokratie?

Masch­ke: Man ver­wech­selt das immer, man sagt: Demo­kra­tie, das sei­en Men­schen­rech­te, die Rech­te der Oppo­si­ti­on, Mei­nungs­frei­heit, Pres­se­frei­heit und Pipa­po, doch das sind libe­ra­le Ideen, kei­ne demo­kra­ti­schen. Frank­reich war 1793 auch eine Demo­kra­tie. Wenn gesagt wird, die Rot­haa­ri­gen müs­sen alle auf­ge­hängt wer­den, und die Mehr­heit das will, ist das ein demo­kra­ti­scher Akt. Die Demo­kra­tie ist nur eine Metho­de – sie hat gar kei­nen Inhalt.

ef: Doch, den Demos.

Masch­ke: Dann ist es immer­hin der Demos eines Vol­kes. Selbst das Grund­ge­setz ist das Grund­ge­setz eines Vol­kes, es gilt für das deut­sche Volk, für nie­mand ande­res, so steht es dort geschrieben.

ef: Wenn jetzt die seit 2015 hier ille­gal Her­ein­ge­schnei­ten ein­fach ein­ge­bür­gert wer­den, dann gehö­ren sie zum deut­schen Volk.

Masch­ke: Eben. Dann haben wir den Salat.

ef: Damit wird der Begriff „deut­sches Volk“ ziem­lich schwammig.

Masch­ke: Das ist er schon. Das ist eine „Bevöl­ke­rung“.

ef: Die frü­her oder spä­ter so par­ti­ku­la­ri­siert wird, dass sie kei­nen gemein­sa­men Wil­len mehr bil­den kann.

Masch­ke: Das ist das Ziel. Damit kom­men wir zu die­sen berühm­ten Ver­schwö­rungs­theo­rien, die angeb­lich samt und son­ders Lügen sind. Ich wür­de eher von Auf­klä­rung spre­chen. Ver­schwö­run­gen müs­sen ja nicht mit­ter­nachts auf Pra­ger Fried­hö­fen statt­fin­den, die gibt’s in jedem Turn­ver­ein, egal, wie man das nennt, zum Bei­spiel „Intri­ge“. Herr Kohl sprach vom „Ost­küs­ten­netz­werk“. Ich kann das Poli­ti­sche ohne Ver­schwö­run­gen gar nicht den­ken. Man muss den Begriff nur ent­pa­the­ti­sie­ren. Als Poli­ti­ker schnap­se ich dies und das mit mei­nen Leu­ten aus, und dann über­le­ge ich, wie ich es der dum­men Bevöl­ke­rung ver­kau­fe. Da muss ich zuerst viel ver­spre­chen – wenn ich der Bevöl­ke­rung sage, sie soll die Schnau­ze hal­ten, arbei­ten und sich mit weni­ger zufrie­den­ge­ben, möch­te ich mal die Wäh­ler­zah­len sehen – und dann nach den Wah­len die meis­ten Ver­spre­chen bre­chen. Weil es nach Kas­sen­la­ge gar nicht anders geht! Ich muss mich zuerst vor dem „obers­ten Sou­ve­rän“, wie der Sprach­künst­ler Kohl das Volk nann­te, wäl­zen, und dann muss ich ihm das Fell über die Ohren zie­hen. Das ist der Mecha­nis­mus des Sys­tems. Schum­pe­ter sagt: Demo­kra­tie ist Herr­schaft durch Lüge. Das ist wahr­schein­lich auch eine Ver­schwö­rungs­theo­rie? In der deut­schen Demo­kra­tie hat ein Poli­ti­ker nur Macht, wenn er an der deut­schen Ohn­macht arbeitet.

ef: Wenn Sie sich ent­schei­den müss­ten zwi­schen den Optio­nen Chi­na, also voll­über­wach­ter Staats­ka­pi­ta­lis­mus mit Tech­no­lo­gie- und Sicher­heits­ver­spre­chen, Kali­fat und libe­ra­ler Wes­ten, was wür­den Sie wählen?

Masch­ke: Wer regiert? Ver­ste­hen Sie, ich bin in die­ser Fra­ge ganz nihi­lis­tisch. Ich wer­de oft kon­sul­tiert, auch von Jün­ge­ren, die wis­sen wol­len, wie es wird, und mein Gla­mour hat stark nach­ge­las­sen, weil ich denen nichts eröff­ne. Die sind ja meis­tens bemüht und pro­tes­tie­ren gegen dies und das, und dann sind sie ganz erbost, dass sie nicht Beam­te wer­den kön­nen, weil der Ver­fas­sungs­schutz sie doch mal notiert hat. Dafür, dass die Beam­te wer­den dür­fen, kämp­fe ich jeden­falls nicht. Und dann gibt es Leu­te, die wol­len irgend­wann von Anne Will ein­ge­la­den wer­den. Wenn die das mach­te, wäre bei denen die Luft schon raus. Ich wür­de das an Anne Wills Stel­le sofort tun.

ef: Das geht ja nicht. Man braucht einen Teu­fel. Einer muss die­se Rol­le spie­len, damit die Guten jeman­den haben, gegen den sie sich zusam­men­rot­ten können.

Masch­ke: Ja, klar. Es gibt einen inter­es­san­ten Men­schen, Klaus Kun­ze, ein jun­ger Rechts­an­walt, des­sen Man­tra lau­te­te: Wir sind die ver­fas­sungs­treue Rech­te. Irgend­wie ist das nicht ange­kom­men. Die Sata­ni­sie­rung die­ser über­wie­gend harm­lo­sen Gestal­ten geht inzwi­schen sehr weit. Der nor­ma­le Bür­ger lässt sich schnell auf­het­zen und wie­der­holt, was ihm jour­na­lis­tisch ser­viert wird. Das ist zum Teil rei­ne Het­ze, und dann kla­gen die immer über Het­ze. Letzt­lich ist es eine rie­si­ge Pro­jek­ti­ons­ma­schi­ne: Man wirft dem klei­nen schwa­chen Feind das vor, was man sel­ber mit gro­ßen Macht­mit­teln tut. Sie müs­sen nur die­se Flücht­lings­po­li­tik fatal fin­den, dann sind Sie schon der „Het­zer“ oder der „Frem­den­feind“. Aber der Frem­de ist – oft – der Feind. Das sagt schon die Phi­lo­lo­gie, wenn man in alle mög­li­chen Spra­chen steigt.

ef: Zumin­dest ist er fremd.

Masch­ke: Gegen die­se Tat­sa­che gibt es die Flos­kel: „Wir sind alle Men­schen.“ Eigent­lich gibt es gar kei­ne Men­schen. Der Mensch ist Zoo­lo­gie. De Maist­re hat gesagt: „Ich habe noch nie Men­schen gese­hen, immer nur Deut­sche, Ita­lie­ner, Fran­zo­sen, Rus­sen.“ Mon­tes­quieu hat zwar behaup­tet, dass es in Per­si­en Men­schen gebe – ver­glei­che die „Let­tres per­sa­nes“ –, ich weiß es nicht, ich war nicht dort, ich kann nichts dazu sagen. Das mei­ne ich. „Mensch“ ist kein poli­ti­scher Begriff. „Mensch­heit“ ist kein poli­ti­scher Begriff.

ef: Die gro­ße Hoff­nung der Lin­ken lau­tet, dass sich die Völ­ker der­einst zur Mensch­heit vereinheitlichen.

Masch­ke: Die glau­ben, es gebe nur eine Aus­le­gung davon, wohin die Rei­se geht. Zum Bei­spiel Herr Wes­ter­wel­le, der hat eine schwach­sin­ni­ge Dis­ser­ta­ti­on geschrie­ben über die Jugend­or­ga­ni­sa­tio­nen der Par­tei­en, erschie­nen bei Nomos, der pre­dig­te: „Bil­dung, Bil­dung über alles.“ Er mein­te, dass Bil­dung über­all zu den glei­chen Ergeb­nis­sen füh­ren muss, dass Bil­dung aus jedem einen libe­ra­len West­ler macht. Dabei wis­sen wir doch, dass das nicht stimmt. In mei­nen Auf­satz „Das bewaff­ne­te Wort“ habe ich gezeigt, wie der Sen­de­ro Lumi­no­so („Leuch­ten­der Pfad“) in Peru von der Bil­dungs­ex­plo­si­on pro­fi­tier­te. Die­se Gue­ril­la und Ter­ror­or­ga­ni­sa­ti­on war viel gebil­de­ter als der Durchschnitt.

ef: Bil­dung kann in jede poli­ti­sche Anschau­ung münden.

Masch­ke: Ja, natür­lich. Wobei wir noch von der Qua­li­tät der Bil­dung reden müs­sen. Von arbeits­lo­sen Bache­lors wird es hier bald nur so wim­meln. Das hat mit voll­kom­men betrü­ge­risch nach oben kor­ri­gier­ten Abitur­no­ten zu tun. Die­se Bevöl­ke­rung wird angeb­lich immer klü­ger! Ich habe 1960 noch ein Begab­tenab­itur gemacht nach mei­ner Leh­re, vor­her war ich an einer Mit­tel­schu­le bei Trier, die­se Schu­le wur­de 1940 gegrün­det, und in 20 Jah­ren hat es eine Eins in Deutsch gege­ben – für mich. Heu­te bekommt jeder Depp eine Eins. Wenn ich die Klas­sen­ar­bei­ten von jun­gen Schü­lern sehe, da wird mit Eins Minus beno­tet, wofür wir eine Drei bekom­men hät­ten. Eine gan­ze Genera­ti­on wächst in die­sem Betrug auf. Mit zwölf sind die schon Betrü­ger. Sie wer­den mora­lisch kor­rum­piert, und die Damen und Her­ren Päd­ago­gen machen mit.

ef: Das Ziel ist die Ein­eb­nung aller Differenzen.

Masch­ke: Ja. Weil „wir alle Men­schen sind“, wie die erwähn­te Flos­kel heißt. Eines der sinn­lo­ses­ten Wor­te in die­sem Zusam­men­hang ist: „unter­pri­vi­le­giert“. Wie­so „unter“? Sol­len alle Pri­vi­le­gi­en haben? Was heißt denn Privileg?

ef: Wenn man pri­vi­le­giert ist, tut man gut dar­an, die Unter­pri­vi­le­gie­rung zu bekla­gen. Das hät­ten die fran­zö­si­schen Aris­to­kra­ten recht­zei­tig tun sol­len. Rei­che, die heu­te lin­ke For­de­run­gen unter­stüt­zen, wol­len viel­leicht nur ihren Hals retten?

Masch­ke: Meis­tens sind die Leu­te ja in sich selbst nicht logisch. Sie mer­ken auch nicht, wenn sie gegen ihre Maxi­men ver­sto­ßen. Ich weiß nicht, wer das erst­mals for­mu­liert hat, aber ich fin­de die For­mu­lie­rung benei­dens­wert: Die Leu­te lügen nicht, die sind ver­lo­gen. Wenn man heu­te behaup­tet, „die Poli­ti­ker lügen alle“: Das könn­ten die gar nicht, Men­schen kön­nen nicht unun­ter­bro­chen lügen, son­dern sie müs­sen ver­lo­gen sein. Das ist etwas anderes.

ef: Zur Ver­lo­gen­heit gehört wohl die kogni­ti­ve Dis­so­nanz, also die Fähig­keit, unge­rührt ein­an­der aus­schlie­ßen­de Din­ge zu behaup­ten. Etwa dass es kei­ne Ras­se gebe, aber Ras­sen­un­ru­hen und Ras­sis­mus gibt es doch. Eine schwar­ze kana­di­sche BLM-Anfüh­re­rin hat gera­de erklärt, die Wei­ßen sei­en Unter­men­schen, Weiß­sein beru­he auf Gendefekten.

Masch­ke: Natür­lich gibt es so etwas. Neu­lich schrieb auch irgend­ein schwar­zer Intel­lek­tu­el­ler in der „FAZ“, die Schwar­zen müss­ten jetzt kämp­fen, es gebe gar kei­ne Mög­lich­keit der Zusam­men­ar­beit mit den Wei­ßen. Dabei funk­tio­niert das ja zum Teil sehr gut, wie ich unter ande­rem in Kuba erlebt habe. Zwar gab es dort in man­chen Pro­vin­zen deut­li­chen Ras­sis­mus, in Havan­na und in Ost­ku­ba aller­dings nicht. Und man darf nicht ver­ges­sen, dass auch Ras­sen­kämp­fe inner­halb der Schwar­zen statt­fin­den. Die Völ­ker sind auch ver­schie­den begabt. Aber es darf kei­ne Bega­bungs­un­ter­schie­de geben. Davon abge­se­hen, dass eine gerech­te Gesell­schaft lang­wei­lig wäre, furcht­bar lang­wei­lig, ist die Ein­eb­nung sämt­li­cher Dif­fe­ren­zen unmög­lich. Sie kom­men mit ihren Gleich­heits-Zoll­stö­cken und mes­sen und sie­he, da ist immer noch etwas ungleich. Wie bei die­sen Frau­en­quo­ten: Die Frau­en stel­len in den Par­tei­en 25, 26 Pro­zent der Mit­glie­der, doch jetzt sol­len sie die glei­chen Chan­cen haben wie die Männer.

ef: Die Frau­en­quo­te ist eine Art Straf­zoll auf Män­ner, sagt der Blog­ger Had­mut Danisch.

Masch­ke: Der Reiz die­ser For­de­run­gen besteht natür­lich dar­in, dass sie uner­füll­bar sind. Wir wis­sen ja: Der Neid wird nicht gerin­ger, wenn die Gleich­heit wächst. Den Mul­ti­mul­ti­mil­lio­när benei­de ich ja nicht, ich benei­de den Nach­barn, der ist eigent­lich nicht klü­ger ist als ich, aber er fährt das bes­se­re Auto und hat eine drei Qua­drat­me­ter grö­ße­re Woh­nung. Je mehr Dif­fe­ren­zen abge­schafft wer­den, des­to mehr wächst der Neid – wie Dif­fe­ren­zen immer bleiben.

ef: Was uns wie­der zum Ras­sis­mus führt.

Masch­ke: Ja, aber das ist die totes­te aller Hosen, fin­de ich. Der Frem­de ist eine Tat­sa­che. Man weiß, die Kul­tu­ren sind ver­schie­den – aber das allein genügt ja. Das Zusam­men­le­ben ist schwie­ri­ger, als man meint. Es gibt Leu­te, die füh­ren jah­re­lang einen Pro­zess, weil ein Zweig mei­nes Birn­bau­mes über die Grenz­mau­er auf ihren Gar­ten wächst, und die­sel­ben Leu­te sagen: Die­se Zuwan­de­rer, das sind doch alles Men­schen, mit denen gibt es doch kein Pro­blem. Aber gegen den urdeut­schen Nach­barn füh­ren sie einen end­lo­sen Guerillakrieg.

ef: Die Tole­ranz wächst mit dem Abstand zum Problem.

Masch­ke: Das ist ganz wich­tig. Sehen Sie sich mal die Häu­ser von Pro­pa­gan­dis­ten der Wel­co­me-Poli­tik an, die könn­ten doch Migran­ten auf­neh­men! Davon ist nichts bekannt. Aber sie emp­feh­len ihren Lands­leu­ten die Aus­rei­se, wenn ihnen die Ein­wan­de­rung miss­fällt. Die Aggres­si­vi­tät nährt sich durch die angeb­li­che Men­schen­freund­lich­keit. Hin­zu kommt – da sage ich auch nichts Neu­es, aber es gibt bana­le Wahr­hei­ten, die man immer wie­der­ho­len muss –, dass die meis­ten Leu­te ja gar nicht den­ken wol­len, das übli­che Pare­to-Phä­no­men, der Mensch schützt ratio­na­le Grün­de vor für jeden Unsinn. Das funk­tio­niert wie von selbst, wir brau­chen heu­te nicht mal einen Goe­b­bels dafür. Der muss­te mor­gens noch per Fern­schrei­ben fest­le­gen: Die­ses Wort darf nicht ver­wen­det wer­den, jenes Wort bedeu­tet das und das. Heu­te pas­siert das ganz von selbst. Goe­b­bels wäre heu­te arbeits­los. (lacht)

ef: Sind Sie Rassist?

Masch­ke: Das ent­schei­de ich ja nicht (lacht). Ich glau­be nicht. Unter den Cas­tro-Leu­ten auf Kuba galt ich als „Petro­le­ro“. So nennt man dort einen Wei­ßen, der ger­ne mit schwar­zen Frau­en schläft.

ef: Das ist viel­leicht eine beson­ders sub­ti­le Form des Rassismus.

Masch­ke: Es ist immer­hin so, dass jeder zeu­gungs­fä­hi­ge Mann der Welt mit jeder gebär­fä­hi­gen Frau der Welt ein Kind zeu­gen kann. Das ist nicht uninteressant.

ef: Sie gel­ten oder gal­ten zumin­dest als Natio­nal­re­vo­lu­tio­när. Korrekt?

Masch­ke: Ich galt eher als Französling.

ef: Was ist mit die­sem Rät­sel­wort gemeint?

Masch­ke: Das hat Hans-Diet­rich San­der mir vor­ge­wor­fen; dem war man schon ver­däch­tig, wenn man Fran­zö­sisch sprach. Ich habe einen gewis­sen anti­ger­ma­ni­schen Affekt. Das hängt mit den gerin­gen Spon­ta­ni­täts­fä­hig­kei­ten der Deut­schen zusam­men. Wie Bis­marck bemerk­te: „Den Deut­schen fehlt ein Schuss Sekt im Blut.“ Sie sit­zen zu lan­ge auf dem Klo, die­se Deut­schen. Oder wie Hei­ne sag­te: „Sie haben den Stock ver­schluckt, mit dem man sie einst geprü­gelt.“ Die Fran­zo­sen sind die Welt­meis­ter der Schi­ka­ne, wir sind die Welt­meis­ter der Denun­zia­ti­on. Aber ich habe beschlos­sen, mich gegen kein Volk mehr auf­het­zen zu las­sen – was etwas ande­res ist als die „Wel­co­me-Kul­tur“.

ef: Ein Volk, das Mer­kel und mehr­heit­lich Schwarz-Grün wählt – muss man sich dafür noch in die Bre­sche schlagen?

Masch­ke: Es weiß natür­lich nicht, was es will. Es kann sagen: Uns geht’s ja noch gut. Sehen Sie, Max Weber wird oft dar­ge­stellt als der Ahn­herr der par­la­men­ta­ri­schen Demo­kra­tie, aber wir wis­sen, dass das ein knall­har­ter Macht­be­ja­her war. Sei­ne Kri­tik am Wil­hel­mi­nis­mus galt eben nicht dem angeb­li­chen Auto­ri­ta­ris­mus, son­dern der Unfä­hig­keit zu einem wirk­li­chen Impe­ria­lis­mus. Er kri­ti­sier­te den Wil­hel­mi­nis­mus, weil der kei­ne Macht­po­li­tik trieb. Weber woll­te eine Demo­kra­ti­sie­rung, um den Impe­ria­lis­mus zu stär­ken und damit die bes­ten Leu­te ins Par­la­ment kom­men. Har­ry Graf Kess­ler schil­dert, wie Bis­marck, nach­dem er gefeu­ert war, in sei­nen Vor­trä­gen immer wie­der man­tra­ar­tig vor­trug: Wir sind jetzt satu­riert. Und Kess­ler beschreibt die Ent­täu­schung der jun­gen Leu­te im Publi­kum, meis­tens Stu­den­ten. Ach so, das war‘s jetzt? Weber woll­te mehr Demo­kra­tie, aber um die Macht der Nati­on zu stei­gern, eine Füh­rer­de­mo­kra­tie. Wahr­schein­lich waren die 36 süßen Klein­staa­ten das uns Gemä­ße. Wir konn­ten ja 1871 vor Kraft kaum lau­fen, und dann konn­ten wir nichts damit anfan­gen. 1939 waren wir schon schwä­cher als 1914, auch wenn das Niveau der Gene­rä­le im Drit­ten Reich höher war als 1914 bis 18, wenn man absieht von einem Genie wie von der Goltz. In den 50er Jah­ren hat­ten wir noch ein „take off“, wirt­schaft­lich sowie­so, auch in den Geis­tes­wis­sen­schaf­ten gab es vie­le inter­es­san­te Sachen. Aber heu­te ist die­ses Land auch intel­lek­tu­ell erledigt.

ef: Gibt es Zeit­ge­nos­sen, die Sie für lesens­wert halten?

Masch­ke: Ich hal­te sehr viel von Enzens­ber­ger, trotz eini­ger Dumm­hei­ten, die er geschrie­ben hat, etwa über den armen Sad­dam Hus­sein als Wie­der­gän­ger Hit­lers. Der Mann ist ein gro­ßer Lyri­ker, behaup­te ich, und wenn er wei­ter nichts getan hät­te, als César Val­le­jo und Wil­liam Car­los Wil­liams zu über­set­zen, wäre er bedeu­ten­der als die meis­ten ande­ren. An sei­nen Geburts­tag erschien in der „FAZ“ eine gan­ze Sei­te über ihn, aber es kamen weder der Lyri­ker noch der Über­set­zer in die­sem Arti­kel vor. Er kann sehr viel. Ich habe ihn ken­nen­ge­lernt, der besaß oder besitzt bei aller Arbeit eine für mich gera­de­zu unheim­li­che Schweiß­lo­sig­keit. Er kann sogar mit Geld umge­hen. Enzens­ber­ger könn­te einen Kurs machen: „Wie fah­re ich mit einer Plas­tik­tü­te drei Jah­re um die Welt, mache dabei auch noch Geld und orga­ni­sie­re eine zehn­bän­di­ge Lyrik-Antho­lo­gie auf Tun­gusisch.“ Er ist von äußers­ter Elo­quenz, er kommt ja aus Kauf­beu­ren, das ist eigent­lich eine sehr mund­fau­le Gegend, das scheint mir fast eine Art Über­kom­pen­sa­ti­on. Aber sonst? Es sind ja alle tot.

ef: Füh­len Sie sich geis­tig vereinsamt?

Masch­ke: Ich habe ein Pro­blem damit, dass sie alle tot sind. Ich hat­te immer ein gro­ßes Talent für älte­re, mir gegen­über durch­aus väter­li­che Freun­de. Das begann mit mei­nem Adop­tiv­va­ter, den ich extrem ver­eh­re, Wal­ter Masch­ke, Jahr­gang 1892, Unter­neh­mer, Strick­wa­ren­pro­du­zent. Mei­nen leib­li­chen Vater ken­ne ich nicht, der ist 1944 gefal­len. Als Jugend­li­cher war ich Kom­mu­nist. Mit 16, ich war noch Lehr­ling bei der Nürn­ber­ger Lebens­ver­si­che­rung in Trier, habe ich den Oster­marsch auf­ge­zo­gen, wir wur­den auf der Stra­ße bespuckt, das gab mir natür­lich enor­men Auf­trieb. Die katho­li­sche „Trie­ri­sche Lan­des­zei­tung“ schrieb damals: „Der stadt­be­kann­te Gün­ter Masch­ke woll­te die Anwe­sen­den vor den Ost­kar­ren span­nen.“ Mei­nem Vater aber war das völ­lig wurscht.

ef: Sie haben in einer schö­nen Wen­dung über ihn gesagt, er sei den Mei­nun­gen ande­rer Leu­te mit mons­trö­sem Des­in­ter­es­se begegnet.

Masch­ke: Und das als Unter­neh­mer! Über­le­gen Sie mal, wie sich die meis­ten Unter­neh­mer heu­te auf­füh­ren. Er sag­te nur: „Du wirst schon sehen.“ Und als ich aus Kuba zurück­kam, sag­te er: „Hast du gese­hen? Es ist eben schei­ße mit dem Kom­mu­nis­mus.“ Er hat mich nicht erzo­gen, son­dern er war für mich der Held, das Bei­spiel. Ich hat­te immer älte­re Freun­de, Schmitt, Juli­en Freund, Gün­ter Anders, mit dem war ich sehr eng – Anders konn­te einem übri­gens auf die Ner­ven gehen, weil er die­sen unbe­zwing­ba­ren Trieb zum Bon­mot hat­te, das wur­de irgend­wann fade, fünf Stun­den Bon­mots am Stück, das hält nie­mand aus. Und heu­te sind sie alle tot. Es sind alle tot, der Juli­an Freund, Roman Schnur, der Geh­len, den ich vom intel­lek­tu­el­len Zuschnitt und von der Bedeu­tung viel­leicht für wich­ti­ger als Schmitt hal­te. Den fin­de ich schon enorm, auch an Des­in­vol­tu­re. Auch mein Freund Moh­ler ist schon lan­ge dahin­ge­gan­gen. Moh­ler hat­te übri­gens drei gro­ße Biblio­the­ken zusam­men­ge­stellt, eine zur Kon­ser­va­ti­ven Revo­lu­ti­on, die hat er an die Japa­ner ver­kauft, eine zur fran­zö­si­schen Rech­ten, die hat die Uni­ver­si­tät Pots­dam gekauft, und dann hat­te er noch Tau­sen­de von Bän­den über Kunst, davon hat er nichts ver­kauft. Moh­ler sag­te: „Ich habe einen Teil mei­nes Lebens an die Poli­tik ver­geu­det, ich hät­te mich viel mehr um die Kunst küm­mern müssen.“

ef: Sind Sie eigent­lich katholisch?

Masch­ke: Nein. In mei­ner Jugend war ich Pro­tes­tant. Wir wur­den nach dem Krieg nach Saar­burg bei Trier umge­sie­delt, und dann gab es in die­ser katho­li­schen Gegend auf ein­mal ein paar Hun­dert Pro­tes­tan­ten. Die Katho­li­ken mit ihren tol­len Pro­zes­sio­nen – dort war auch ein Wall­fahrts­ort – haben mich beein­druckt. Ich ging auch in den katho­li­schen Reli­gi­ons­un­ter­richt und woll­te Katho­lik wer­den. Mein Vater sag­te nur: „Na war­te mal ab.“ Als jun­ger Kom­mu­nist emp­fand ich es natür­lich als mei­ne Pflicht, aus der Kir­che aus­zu­tre­ten. Als ich zum zwei­ten Mal in gefähr­li­che Nähe zum Katho­li­zis­mus geriet – ich habe fünf Jah­re an der Über­set­zung und Kom­men­tie­rung von Dono­so Cor­tés gear­bei­tet –, kam das Zwei­te Vati­ka­num, und damals dach­te ich mir: „Das ist der Selbst­mord.“ Inzwi­schen nei­ge ich zum Athe­is­mus. Ich habe einen Freund, Phi­lo­soph, der ist noch so ein Athe­ist wie 1888 im Frei­den­ker­ver­ein und scheut auch vor den plumps­ten Argu­men­ten nicht zurück. Wir kön­nen natür­lich nicht klä­ren, ob es Gott gibt oder nicht, das ist eine Kin­der­fra­ge, aber von wirk­li­chem Inter­es­se ist das reli­giö­se Bedürf­nis. Ich bin ganz nihi­lis­tisch inzwi­schen. Da ist eben die kos­mo­lo­gi­sche Nul­li­tät des Men­schen, wie Blu­men­berg es nann­te, und irgend­wann wird ein­tre­ten, was Arno Schmidt in die Wor­te gefasst hat: „Das Expe­ri­ment Mensch, das stin­ki­ge, hat auf­ge­hört.“ Dann wird es auch kei­ne gesam­mel­ten Wer­ke geben und kei­ne His­to­ri­ker, son­dern nichts. Wir wer­den irgend­wie ver­glü­hen. Das steht womög­lich auch bevor, wenn es zehn Mil­li­ar­den Men­schen gibt. Der Mensch wird ein­mal auf­hö­ren zu existieren.

ef: Sie sind der ältes­te oder der am längs­ten gedien­te deut­sche Paria – kann man das so sagen?

Masch­ke: Paria?

ef: Sie sind iso­liert, ver­femt, wer­den nicht eingeladen …

Masch­ke: Gott, ja, ich bin schon aus­ge­glie­dert. Ich habe mich ja selbst ins Knie geschos­sen, in der „FAZ“ und im Ver­lag, ich habe zwei­mal mei­ne kom­plet­te öko­no­mi­sche Exis­tenz ver­lo­ren wegen Carl Schmitt. Das Geld für mei­ne Edi­ti­on Masch­ke kam vom Deut­schen Ärz­te­ver­lag, der in Geld schwamm. Denen habe ich den „Levia­than“ von Schmitt unter­ge­ju­belt. Ich woll­te die­ses Buch unbe­dingt her­aus­brin­gen, wozu Schmitt nie den Mut hat­te. Er woll­te sel­ber den Ver­trag zurück­neh­men, doch ich habe abge­lehnt. Das Buch wur­de ver­öf­fent­licht, und es gab gleich eine spa­ni­sche und fran­zö­si­sche Aus­ga­be. Im Jahr dar­auf hat mir der Ärz­te­ver­lag den Geld­hahn zuge­dreht. Und dann kam mein Bruch mit der „FAZ“ wegen mei­nes Nach­rufs auf Schmitt. Danach hat Dolf Stern­ber­ger mobi­li­siert gegen mich – nicht der Haber­mas, wie immer behaup­tet wird –, und schließ­lich habe ich gesagt: Schluss. Joa­chim Fest ver­such­te noch, mich umzu­stim­men, doch ich woll­te nicht mehr. Ich hät­te ja auch mei­ne frü­he­re Posi­ti­on nicht mehr hal­ten kön­nen. Jeden­falls bin ich zwei­mal total auf die Schnau­ze gefal­len. Finan­zi­ell geret­tet hat mich mei­ne Frau. Danach war ich in Ita­li­en sehr aktiv, in Latein­ame­ri­ka habe ich mis­sio­niert, das kann man wohl so sagen, in Peru vor allem. Ich woll­te gern als Pro­fes­sor an der Hoch­schu­le der Armee in Peru blei­ben, aber mei­ne Frau war nicht zur Über­sied­lung zu bewe­gen. Der Tod mei­ner Frau hat mich schwers­tens har­pu­niert, ich war 33 Jah­re mit ihr zusam­men und habe mich kei­ne 33 Stun­den mit ihr gezankt. Die letz­ten sie­ben Jah­re habe ich sie gepflegt, das war die Höl­le, in die­ser Zeit habe ich nichts geschrie­ben – ich hielt es nur aus, weil ich bis zuletzt in sie ver­liebt war.

ef: Hat­ten Sie jemals eine Opti­on auf eine Kar­rie­re, ich mei­ne: innerlich?

Masch­ke: Ich wuss­te schon, wie ich mich hät­te ver­hal­ten sol­len, aber das ging ein­fach nicht. Das kann ich nicht.

ef: Sie hät­ten mit­ma­chen kön­nen, mit Ihren Talen­ten wären Sie doch allen ande­ren über­le­gen gewe­sen, und am Ende hät­ten Sie ihnen ver­ra­ten, was Sie von ihnen halten.

Masch­ke: Ja, aber das macht der Mensch dann nicht. Der Mensch ist ja dank­bar. Mein Freund Hel­mut Qua­ritsch hat ein­mal über sei­ne Schü­ler gesagt: Wenn die Ker­le Refe­ren­da­re sind und jeden Tag raus­ge­schmis­sen wer­den kön­nen, sagen sie die unglaub­lichs­ten Sachen und sind zum geis­ti­gen Amok bereit. Wenn sie Pro­fes­sor sind und ihnen nichts mehr pas­sie­ren kann, wer­den sie auf ein­mal lamm­fromm. Ich erwi­der­te: Herr Qua­ritsch, dar­an sehen sie, dass die The­se von der mensch­li­chen Undank­bar­keit Blöd­sinn ist. Qua­ritsch gehör­te zur Genera­ti­on der, wie ich sie nann­te, „Forst­hoff-Schü­ler“, die haben geglaubt, sie könn­ten, nach­dem der NS end­lich vor­bei war, auf die­sem Flug­sand einen Staat bau­en. Denkste!

ef: Wenn man Ihnen abschlie­ßend die alber­ne Fra­ge stell­te: Was wol­len Sie eigentlich?

Masch­ke: Ich wür­de es begrü­ßen, wenn die Vor­stel­lung, die man ein­mal von der Uni­ver­si­tät hat­te, wie­der­ge­fun­den wür­de. Dass die Uni­ver­si­tät wie­der als ein Ort begrif­fen wird, wo ich hin­ge­he, um zu den­ken, in Ein­sam­keit und Frei­heit, ja, um frei zu spre­chen. Wo man sagt: Wir sit­zen zusam­men, wir ver­su­chen, etwas zu ver­ste­hen, des­we­gen mögen wir uns auch, wir haben kei­ne Angst, das oder das zu sagen – so unge­fähr wie sich das Herr Hum­boldt viel­leicht vor­stell­te. Davon habe ich noch einen Hauch gespürt im Abend­son­nen­schein der Geis­tes­wis­sen­schaf­ten an der Uni Tübin­gen, wo ich zwar nicht stu­diert habe, aber immer­hin Redak­teur der Stu­den­ten­zei­tung war, ich hielt sogar Refe­ra­te, bei Dah­ren­dorf zum Bei­spiel. Ich wün­sche mir, dass es das noch ein­mal gibt. Man trifft sich, weil man den gemein­sa­men Wunsch zum Den­ken hat, es geht um hoch­in­ter­es­san­te Sachen, und man schätzt jeden, der mit­den­ken will, auch wenn der auf ein­mal etwas sagt, was man sel­ber ganz falsch fin­det. Wir wis­sen, wie es frü­her tat­säch­lich war an der wil­hel­mi­ni­schen Uni­ver­si­tät – aber es war bes­ser als heu­te! In Ita­li­en habe ich das noch ansatz­wei­se in den 1970er Jah­ren erlebt – doch auch Ita­li­en ist heu­te von der poli­ti­schen Kor­rekt­heit auf­ge­fres­sen –, da war ich auf Kon­gres­sen, wo Lin­ke und Rech­te debat­tier­ten, das war sehr ange­nehm: „Ach so, Sie ver­su­chen auch zu den­ken, dann kom­men Sie rein, neh­men Sie Platz, wol­len Sie ein Glas Wein?“ Damals gab es hier und da noch so etwas wie eine Bru­der­schaft der geis­ti­gen Men­schen. Heu­te dage­gen besteht eine Feind­se­lig­keit gegen­über dem geis­ti­gen Men­schen, die bis zum Tod­hass reicht – und zugleich von „Bil­dung“ faselt.

Fahr hin, Kame­rad, und sei frei!

 

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