17. November 2022

Gute Autoren ver­lei­ten zum Lesen, weni­ger gute zum Schreiben.
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Im Kapi­ta­lis­mus gibt es schö­ne Din­ge für die Rei­chen und häss­li­che Din­ge für die Armen; im Sozia­lis­mus gibt es nur noch häss­li­che Dinge.
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„Zum The­ma ‚Hass­de­lik­te’ ” sen­det Leser *** zwei Zitate:
„Der Haß ist so gut erlaubt als die Liebe.”
(Georg Büch­ner, Brief an die Familie)
„Tief im Her­zen haß ich den Troß der Des­po­ten und Pfaffen,
     Aber mehr noch das Genie, macht es gemein sich damit.”
(Fried­rich Hölderlin)
„In einer aktua­li­sier­ten Form von Höl­der­lins Disti­chon”, schreibt ***, „könn­te man viel­leicht ‚Des­po­ten und Pfaf­fen’ erset­zen durch ‚bol­sche­wo­ki­schen Heuch­ler’, das ‚Genie’ durch ‚die Journaille’ ”.
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„Anti­ras­sis­ten” sind oft kin­der­lo­se Wei­ße, das heißt Zeit­ge­nos­sen, die nicht befürch­ten müs­sen, das Blut, zu des­sen Ver­gie­ßen sie indi­rekt mit­tel­fris­tig auf­for­dern, wer­de über sie – so schnell fließt es nicht – und ihre Kin­der kom­men. Es sind Eth­no­ma­so­chis­ten, die ihre eige­ne Eth­nie oder Ras­se kol­lek­tiv ankla­gen, das heißt den künf­ti­gen Ansprü­chen der ande­ren über­ant­wor­ten, und sich selbst damit aus die­sem Schuld­kol­lek­tiv davon­zu­steh­len hof­fen; wenn der Wes­ten der­einst so hin­rei­chend „durch­rasst” (Ede Stoi­ber) ist, dass Ver­sor­gungs­kri­sen oder auch blo­ße Umver­tei­lungs­be­dürf­nis­se sich regel­mä­ßig in Kämp­fen ent­lang eth­nisch-kul­tu­rel­ler Bruch­li­ni­en ent­la­den – der „Black lives matter”-Plündermob hat es vor­ge­führt –, wei­len sie nicht mehr auf die­ser Welt, und Nach­wuchs, um des­sen Wohl­erge­hen sie sich sor­gen müss­ten, haben sie nicht. Sie ster­ben aus, und wer aus­stirbt, dem ist die Zukunft der ande­ren eher gleich­gül­tig. Und beson­ders aus­ge­pich­te Aus­ster­ben­de wol­len über den Wie­gen der Künf­ti­gen gern noch den Fluch der drei­zehn­ten* Dorn­rös­chen-Fee ausstoßen.
* In der Rei­hen­fol­ge ihres Erschei­nens ist es die zwölfte.
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Peni­bel doku­men­tiert Wiki­pe­dia den Stamm­baum der His­to­ri­ke­rin und höhe­ren Toch­ter Rebek­ka Haber­mas. (Die Tan­te fehlt, sie ist womög­lich bereits ausgestorben.)
Was ver­schafft der Maid die Ehre, in mei­nem Bes­tia­ri­um auf­zu­tau­chen? Nun, sie hat sich auf ein Ste­chen mit dem His­to­ri­ker Egon Flaig eingelassen.
Die Erkun­di­gung, wie es Lin­ke mit der his­to­ri­schen Wahr­heit hal­ten, läuft ent­we­der auf eine Sati­re oder die Macht­fra­ge hin­aus. Bereits Haber­mas seni­or hat sich so kennt­nis­arm wie ideo­lo­gie­ge­trie­ben in einen His­to­ri­ker­streit ein­ge­las­sen (er ver­öf­fent­lich­te sei­ne Denun­zia­ti­ön­chen wei­land übri­gens auch in der Zeit wie heu­te sei­ne Filia, wäh­rend die Kon­kur­ren­ten in der FAZ publi­zier­ten, wobei zwi­schen den bei­den Gazet­ten kaum mehr ein Unter­schied in Sachen Gesin­nungs­ei­fer besteht), in dem es zumin­dest St. Jür­gen kei­nes­wegs um irgend­ei­ne geschicht­li­che Wahr­heit, son­dern, wie sein San­cho Pan­sa Hans-Ulrich Weh­ler spä­ter aus­plau­der­te, um die kul­tu­rel­le Hege­mo­nie ging. Im Fal­le des Haber­mas-Clans ist der aller­letz­te Apfel wohl nicht weit vom Stamm gefal­len. Ich zitie­re Flaig, bis die für mich aus sitt­li­chen Grün­den unüber­steig­ba­re Bezahl­schran­ke in den Ver­schluss fällt:
„Gegen mei­nen Auf­satz ‚Schul­dig gespro­che­ne Ver­gan­gen­heit’ hat Rebek­ka Haber­mas, His­to­ri­ke­rin an der Uni­ver­si­tät Göt­tin­gen, in der ‚Zeit’ vom 27. Okto­ber Ein­spruch erho­ben. Mein The­ma, eine Kri­tik des Begriffs ‚His­to­ri­sche Gerech­tig­keit’, igno­riert sie. Das Geschlän­gel ihrer Wider­wor­te rät mir von einer Ant­wort ab. (Her­vor­he­bung von mir – M.K.; offen­bar ganz der Papa, die pro­pe­re Maid!) Nicht schwei­gen kann ein His­to­ri­ker frei­lich zu zwei Behaup­tun­gen. Ers­tens leug­net Rebek­ka Haber­mas, dass die Aboli­ti­on der Skla­ve­rei eine euro­päi­sche Errun­gen­schaft ist. Sie nennt die­se ‚die soge­nann­te Skla­ven­be­frei­ung’. Doch die Aboli­ti­on kann nur leug­nen, wer sämt­li­che For­men von Unfrei­heit für Skla­ve­rei hält – von der Schuld­knecht­schaft über die Leib­ei­gen­schaft bis zur Zwangs­pro­sti­tu­ti­on – gegen alle Regeln sozio­lo­gi­scher Kate­go­rien­bil­dung und mit gro­tes­ker his­to­ri­scher Entdifferenzierung.

Mei­ne Kri­ti­ke­rin über­geht die maß­geb­li­chen Stu­di­en von Sey­mour Dre­scher (2009), Oli­vi­er Pétré-Gre­nouil­leau (2017) und ande­ren, wel­che den Cha­rak­ter die­ser ‚aboli­tio­nis­ti­schen Revo­lu­ti­on’ noch­mals erör­tert haben, eine Revo­lu­ti­on, die einen tie­fen Bruch in der Welt­ge­schich­te dar­stel­len dürf­te. Wie kann eine His­to­ri­ke­rin die­sen doku­men­tier­ten und erforsch­ten Sach­ver­halt bestrei­ten? Zwei­tens behaup­tet sie, dass die Skla­ve­rei ‚durch die Euro­pä­er in Afri­ka ein­ge­führt wur­de’. Sie igno­riert also Clau­de Mei­llas­soux eben­so wie Malek Che­bel und wischt die For­schung zur afri­ka­ni­schen Skla­ve­rei vom Tisch. Wie kann eine His­to­ri­ke­rin eine sol­che Unwahr­heit pro­pa­gie­ren? Kurz­um, es fragt sich, wie fake histo­ry in der Geschichts­wis­sen­schaft hof­fä­hig gewor­den ist.”

Na ja, es han­delt sich nicht um „Geschichts­wis­sen­schaft”, son­dern um die poli­ti­sche Durch­set­zung des woken Welt­bil­des auch in der Geschich­te, und dafür ist fake histo­ry gera­de recht. Weiß Flaig natür­lich sel­ber. Unse­re „Post­ko­lo­nia­lis­ten” wol­len eine Rei­he von Tat­sa­chen aus dem öffent­li­chen Bewusst­sein ver­ban­nen, etwa:

– dass es Skla­ve­rei in jedem Teil der Welt gab (und unter gewis­sen uns irgend­wie als vor­bild­lich ver­kauf­ten Men­schen­grup­pen noch immer gibt),
— dass der inner­schwar­ze Ras­sis­mus nicht weni­ger aus­ge­prägt war (und ist) als der Ras­sis­mus von Wei­ßen gegen­über Schwarzen,
— dass es fast aus­nahms­los Schwar­ze waren, die schwar­ze Skla­ven ein­fin­gen, um sie an der Küs­te dann an wei­ße, vor allem aber an mus­li­mi­sche Händ­ler zu ver­kau­fen, und
— dass Wei­ße es waren, und zwar aus­s­schließ­lich Wei­ße, die die Skla­ve­rei abschaff­ten. Als Zuga­be an his­to­ri­schen Zumu­tun­gen kommt dann noch die Tat­sa­che, dass der Kolo­nia­lis­mus aus der Bekämp­fung der mus­li­mi­schen Ver­skla­vung­spi­ra­te­rie durch die soge­nann­ten Bar­ba­res­ken­staa­ten resultierte.

Was nicht ins Welt­bild der Haber­ma­se – Vater wie Toch­ter – passt, das wol­len sie aber nicht wahr­ha­ben. Es geht die­sem Men­schen­schlag nicht um die Geschich­te als sol­che, son­dern, in den Wor­ten des Kom­mu­ni­ka­ti­ons­theo­lo­gen und Tran­zen­den­tal­de­mo­kra­ten vom Starn­ber­ger See, um deren „öffent­li­chen Gebrauch”. Um Sprach­spie­le, Begriffs­be­set­zun­gen, seman­ti­sche Hüt­chen­spie­ler­tricks, Wol­ken­schie­be­rei zum elen­den Zwe­cke der Dis­kurs­herr­schaft. Das Spe­zi­al­ge­biet von Rebek­ka Haber­mas ist übri­gens „Geschlech­ter­ge­schich­te”; wo ich her­kom­me, ver­such­te die­ser Typus zu herr­schen, indem er die „Geschich­te der Arbei­ter­be­we­gung” erforsch­te. Man hat es mit durch­a­li­men­tier­ten Not­süch­ti­gen* zu tun.

Vor ein paar Jah­ren ver­öf­fent­lich­te Rebek­ka Haber­mas ein Buch des Titels „Skan­dal in Togo. Ein Kapi­tel deut­scher Kolo­ni­al­ge­schich­te”. Es behan­delt – im Sin­ne einer Doku­men­ta­ti­on – das (angeb­li­che) Ver­bre­chen eines jun­gen deut­schen Kolo­ni­al­of­fi­ziers namens Georg Schmidt im Jahr 1906. Ihm wur­de vor­ge­wor­fen, eine jun­ge Togo­le­sin ver­ge­wal­tigt zu haben, die, wie der kana­di­sche Kolo­nia­lis­mus­his­to­ri­ker Bruce Gil­ley aus­führt, „in jun­gen Jah­ren an einen Togo­le­sen zwangs­ver­hei­ra­tet wur­de, der sie wie­der­um an Schmidt aus­ge­lie­hen hat­te. Die Ver­ge­wal­ti­gungs­vor­wür­fe sei­tens deut­scher katho­li­scher Mis­sio­na­re vor Ort rich­te­ten sich gegen Schmidt, nicht aber gegen den ein­hei­mi­schen Ehe­mann wegen Zuhäl­te­rei oder Poly­ga­mie. Der Skan­dal wur­de von der Ber­li­ner Pres­se breit­ge­tre­ten und im Reichs­tag unter­sucht. Es erging Ankla­ge gegen Georg Schmidt, der im spä­te­ren Pro­zess zwar frei­ge­spro­chen wur­de, aber durch Ein­wir­kung des Gou­ver­neurs sei­ne Arbeits­stel­le verlor.”
Was die­ser Fall unfrei­wil­lig doku­men­tiert, ist zum einen die offen­kun­di­ge Unüb­lich­keit sol­cher Delik­te, zum ande­ren das ver­gleichs­wei­se hohe Maß an Rechts­si­cher­heit in der „Mus­ter­ko­lo­nie” Togo­land – gemes­sen selbst­re­dend nicht an den heu­ti­gen (wenn­gleich durch­aus im Ver­we­sen begrif­fe­nen) rechts­staat­li­chen Ver­hält­nis­sen im Wes­ten, son­dern an den Zustän­den in Togo­land vor dem Ein­tref­fen der Kolo­nis­ten. „Bei Ankunft der Deut­schen”, notiert Gil­ley, „war Togo­land vol­ler ehe­ma­li­ger Skla­ven, die die Bri­ten im ehe­ma­li­gen König­reich Ashan­ti an der Gold­küs­te befreit hat­ten und die sich nun ohne Lebens­grund­la­ge wie­der­fan­den. Vie­le mel­de­ten sich frei­wil­lig als Leib­ei­ge­ne der Häupt­lin­ge von Togo­land. Als die Deut­schen die Leib­ei­gen­schaft 1907 ver­bo­ten, frag­ten die Häupt­lin­ge, was sie mit den ehe­ma­li­gen Skla­ven machen soll­ten. Lasst sie sich als Lohn­ar­bei­ter oder im Arbeits­dienst ver­din­gen, war die Ant­wort. Der nie­der­säch­si­sche Ent­de­cker und Medi­zi­ner Lud­wig Wolf über­zeug­te den König von Daho­mey, sei­ne Skla­ven nicht bei den all­jähr­li­chen Opfer­ri­ten zu mas­sa­krie­ren, son­dern in der Land­wirt­schaft einzusetzen.”
So ging es zu, als wei­ße Supre­ma­tis­ten eine uralte Hoch­kul­tur unterbrachen!

„Wur­den die Ein­woh­ner von Togo­land unter ihren vor­ko­lo­nia­len Herr­schern sys­te­ma­tisch ver­ge­wal­tigt, geplün­dert, aus­ge­raubt und ver­sklavt, erleb­ten sie unter den deut­schen Kolo­ni­al­her­ren eine kur­ze, glück­li­che Pha­se, in der eine ein­zi­ge angeb­li­che Ver­ge­wal­ti­gung durch einen ein­zi­gen Kolo­ni­al­be­am­ten Gegen­stand einer aus­führ­li­chen Unter­su­chung und öffent­li­cher Debat­ten bis in den Reichs­tag nach Ber­lin hin­ein war, bis hin zum Pro­zess und beruf­li­chen Kon­se­quen­zen” (Gil­ley).

Neben­bei: Der Bund der – schwar­zen – deut­schen Togo­län­der (die sich selbst als Deut­sche bezeich­ne­ten), wand­te sich nach dem Ers­ten Welt­krieg mit der For­de­rung an den Völ­ker­bund, man wün­sche die deut­sche Kolo­ni­al­herr­schaft zurück. Nennt sich wahr­schein­lich Stock­holm-Syn­drom. Aber sie ahn­ten ja nicht, wer in Deutsch­land ein­mal regie­ren, Geschichts­bü­cher schrei­ben und die Schutz­trup­pe mit Wei­bern bzw. Tran­sen spi­cken würde.

Mad. Haber­mas behaup­te­te übri­gens, das von den Deut­schen ins Werk gesetz­te „Togo­er Baum­woll­pro­jekt” müs­se, „wie so vie­le ande­re kolo­ni­al­wirt­schaft­li­che Unter­neh­mun­gen, als geschei­tert gel­ten”. In der Rei­hen­fol­ge der wich­tigs­ten Export­gü­ter von Togo liegt die Baum­wol­le heu­te laut Wiki­pe­dia mit einem Anteil von 27 Pro­zent auf Platz 2.

* Der Begriff stammt von Nietz­sche („Die fröh­li­che Wissenschaft”).

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So sind wir denn beim The­ma. Ich frag­te im letz­ten Ein­trag nach dem Namens­ge­ber des Plo­ceus rubi­gi­no­sus trothae, eines afri­ka­ni­schen Weber­vo­gels. Es war leicht zu erra­ten, und vie­le haben es erra­ten: Die gesuch­te Per­son ist Lothar von Tro­tha, eine durch­aus ver­häng­nis­vol­le Figur der deut­schen Geschich­te. Der Gene­ral­leut­nant aus dem alten, im Saa­le­kreis behei­ma­te­ten Adel­ge­schlecht gilt Pro­gres­sis­ten (wie z.B. Rebek­ka Haber­mas) als ein typi­scher Ver­tre­ter des preu­ßi­schen Mili­ta­ris­mus, oben­drein als Mas­sen- oder gar Völ­ker­mör­der. Die Schrott­sam­mel­stel­le stellt ihn mit einer, wie ich inzwi­schen zu wis­sen mei­ne, Mythe vor, näm­lich: „Sein ‚Ver­nich­tungs­be­fehl’ gilt als Grund­la­ge für den Völ­ker­mord an den Here­ro und Nama.” Die Sam­mel­stel­le schreibt übri­gens auch: „Der Erlass wur­de im Dezem­ber 1904 auf Bit­ten der Reichs­lei­tung von Kai­ser Wil­helm auf­ge­ho­ben. Im Reichs­tag und der deut­schen Öffent­lich­keit war es zu star­ken Pro­tes­ten gekom­men.” Hier folgt also der Blitz dem Don­ner; von Trothas Pro­kla­ma­ti­on kam erst am 25. Mai 1905 im Reichs­tag zur Spra­che, das heißt acht Mona­te, nach­dem sie erlas­sen, und fünf Mona­te, nach­dem sie annul­liert wor­den war; zuvor war sie der Öffent­lich­keit unbe­kannt. Soviel zum Grad der Serio­si­tät, wie er uns bei die­sem The­ma auf Schritt und Tritt begeg­nen wird.
Der Gene­ral, der den mode­ra­ten, libe­ra­len und ein­ge­bo­re­nen­freund­li­chen Theo­dor Leut­wein als Chef der Schutz­trup­pe ablös­te, um den Auf­stand der Here­ro nie­der­zu­schla­gen, hat­te sich in Deutsch-Ost­afri­ka und wäh­rend des Boxer­auf­stands den Ruf eines gna­den­lo­sen „har­ten Hunds” erwor­ben. Ich fand es inter­es­sant, dass die­ser auch optisch so grob­schläch­tig wir­ken­de Mensch natur­wis­sen­schaft­lich inter­es­siert war und in Afri­ka für deut­sche Muse­en Vögel, Pflan­zen und Mine­ra­li­en sam­mel­te – bei den dor­ti­gen Trans­port­ver­hält­nis­sen ein zumin­dest unprak­ti­sches Geschäft –, dass er sich zudem als Geo­graph betä­tig­te und die sehr unvoll­stän­di­gen Kar­ten der Trup­pe kor­ri­gier­te; zudem war er auch noch ein lei­den­schaft­li­cher Foto­graph, nein, Photograph.
Das Bild, das die deut­sche Öffent­lich­keit vom Feld­zug gegen die Here­ro anno 1904 besitzt – die zuvor bei ihrer Emeu­te weit über hun­dert deut­sche Sied­ler mas­sa­kriert und ver­stüm­melt hat­ten –, beruht zunächst ein­mal auf dem Zusam­men­wir­ken von anti­ka­pi­ta­lis­ti­scher SED-Geschichts­schrei­bung und anti­deut­scher bri­ti­scher Kriegs­pro­pa­gan­da. Das bedeu­tet zwar nicht auto­ma­tisch, dass die­ses Bild falsch ist, aber doch mit hoher Wahr­schein­lich­keit. Wäh­rend das ers­te soge­nann­te „Stan­dard­werk” zur Kolo­ni­al­ge­schich­te der eben erwähn­ten Mus­ter­ko­lo­nie Togo­land aus der Feder des Ost­ber­li­ner His­to­ri­kers Peter Sebald, Mit­glied der Aka­de­mie der Wis­sen­schaf­ten der DDR, stamm­te und die übli­chen staats­of­fi­zi­el­len Kli­schees ver­brei­te­te (nach dem Fall der Mau­er hat Sebald offen­bar eini­ge Kor­rek­tu­ren vor­ge­nom­men), über­nahm der DDR-His­to­ri­ker Horst Drechs­ler die­se Rol­le in der Behand­lung des „Kampf(es) der Here­ro und Nama gegen den deut­schen Impe­ria­lis­mus” (so der Titel sei­ner Habilitationsschrift).
Auch hier ist die Schrott­sam­mel­stel­le im Bil­de und wie immer, wenn es um Lin­ke geht, völ­lig unkri­tisch: „Drechs­ler zähl­te in der DDR zu den pro­fi­lier­tes­ten For­schern auf dem Gebiet der deut­schen Kolo­ni­al­ge­schich­te. Auch inter­na­tio­nal war er ein aner­kann­ter Fach­mann. Sei­ne Habi­li­ta­ti­ons­schrift wur­de auf Initia­ti­ve der Ver­ein­ten Natio­nen in den 1980er Jah­ren in eng­li­scher, fran­zö­si­scher, rus­si­scher und spa­ni­scher Spra­che publi­ziert. Davon ging die Ein­schät­zung der deut­schen Akti­on gegen die Here­ro und Nama als Völ­ker­mord aus, die in der Bun­des­re­pu­blik zuerst Hel­mut Bley und Jür­gen Zim­me­rer auf­ge­grif­fen haben.” Man sieht, auch Tei­le der BRD-Geschichts­schrei­bung haben „geis­ti­ge Weg­be­rei­ter” und „Steig­bü­gel­hal­ter”. Drechs­ler genoss das Pri­vi­leg, dass er vie­le Akten des Kai­ser­reichs zu den Kolo­nien selek­tiv aus­wer­ten durf­te, die sich in Ost­ber­li­ner Archi­ven befan­den, wobei er kei­nes­wegs nur dem Reich, son­dern auch der Bun­des­re­pu­blik den poli­ti­schen Pro­zess zu machen such­te (mit dem übli­chen Vor­wurf der „Kon­ti­nui­tät”).
Der DDR-His­to­ri­ker benutz­te für sein Werk zudem das bri­ti­sche „Blau­buch”, eine vor dem Ende des Ers­ten Welt­kriegs in weni­gen Mona­ten zusam­men­ge­schus­ter­te Pro­pa­gan­da­schrift mit Zeug­nis­sen auf dem Level der angeb­li­chen „Bel­gi­en­greu­el” der Reichs­wehr anno 1914 (auf Bajo­net­te gespieß­te Babys u. dgl. m.), deren Zweck dar­in bestand, die Deut­schen als Kolo­ni­al­macht unmög­lich zu machen und Deutsch-Süd­west künf­tig bri­ti­scher Herr­schaft anheim­zu­stel­len. Kein seriö­ser His­to­ri­ker hat die­ses Mach­werk je als Quel­le behandelt.
Schrei­ten wir in medi­as res, also zum – angeb­li­chen – Völ­ker­mord an den Here­ro. Die offi­zi­el­le Ver­si­on lau­tet (ich wäh­le als Exem­pel Horst Grün­der, „Geschich­te der deut­schen Kolo­nien”, Pader­born 2018): „Schließ­lich gelang es der Stra­te­gie Leut­weins, dass sich die Haupt­mas­se der Here­ro am Water­berg fest­setz­te, wo sie nach dem Kom­man­do­wech­sel im Ober­be­fehl der Schutz­trup­pe von Gene­ral­leut­nant von Tro­tha in einer Kes­sel­schlacht am 11. 8. 1904 ver­nich­tet bzw. an der Durch­bruch­stel­le in die was­ser­ar­me Oma­he­ke getrie­ben wur­de.” Als Beleg folgt ein Zitat aus dem Gene­ral­stabs­werk (des­sen Ver­fas­ser in Ber­lin saßen, nicht am Water­berg): „Kei­ne Mühen, kei­ne Ent­beh­run­gen wur­den gescheut, um dem Feind den letz­ten Rest sei­ner Wider­stands­kraft zu rau­ben; wie ein halb zu Tode gehetz­tes Wild war er von Was­ser­stel­le zu Was­ser­stel­le gescheucht, bis er schließ­lich wil­len­los ein Opfer der Natur sei­nes eige­nen Lan­des wur­de. Die was­ser­lo­se Oma­he­ke soll­te voll­enden, was die deut­schen Waf­fen begon­nen hat­ten: Die Ver­nich­tung des Hererovolkes.”
(Abbil­dung aus dem eben zitier­ten Buch, eine ande­re Kolo­nie mit noch libe­ra­le­rer Lebens­wei­se betreffend.)
Ich hat­te immer mei­ne Zwei­fel, ob eine Gesell­schaft wie das Kai­ser­reich einen lupen­rei­nen Völ­ker­mord hin­be­kommt, und bei mei­ner Bespre­chung von Bruce Gil­leys Buch „Ver­tei­di­gung des deut­schen Kolo­nia­lis­mus” unk­te ich statt­des­sen von einem „Mas­sa­ker”. Dar­auf­hin sand­te mir ein freund­li­cher Mensch zur Beleh­rung ein paar Bücher zu, nach deren Lek­tü­re und eini­gen Folg­elek­tü­ren ich eini­ger­ma­ßen sprach­los war – es aber, wie Sie sehen, nicht mehr bin. Dazu gehör­te der Bericht von Maxi­mi­li­an Bay­er, Haupt­mann unter Leut­wein und von Tro­tha, „Mit dem Haupt­quar­tier in Süd­west­afri­ka” (Ber­lin 1909), eine detail­lier­te Schil­de­rung des Feld­zugs, den Bay­er an vor­ders­ter Front bestrit­ten hat­te, bevor er in den Stab von Trothas beru­fen wur­de. Ich zitie­re drei Pas­sa­gen, die vom objek­ti­ven Cha­rak­ter sei­nes tage­buch­ar­ti­gen Berichts zeu­gen mögen:
„Ich kroch auch in einen Pon­tock (eine Hüt­te in einem erober­ten Herero­dorf – M. K.) und blieb dar­in so lan­ge, als ich es ohne ein­zu­at­men aus­hal­ten konn­te, denn alle Woh­nun­gen der Here­ros stin­ken so inten­siv und wider­lich nach ran­zi­gem Fett, über­säu­er­ter Milch und unge­gerb­ten Häu­ten, daß uns Euro­pä­ern ein Schau­dern ankommt. Der­sel­be durch­drin­gen­de Geruch haf­tet auch an jedem Gegen­stand, der den Ein­ge­bo­re­nen gehört, und schließ­lich auch an den Here­ros selbst, ohne Unter­schied des Alters und Geschlechts. Bei­läu­fig bemerkt, behaup­ten die Here­ros ganz das­sel­be von uns und lie­ben es durch­aus nicht, daß Wei­ße ihre Hüt­ten betre­ten, weil die schlech­te Aus­düns­tung der Euro­pä­er sich im Pon­tock festsetze!“ –

„Plötz­lich sah er sich einer lan­gen Ver­schan­zung des Fein­des gegen­über; ein hef­ti­ges Gewehr­feu­er schlug der klei­nen Abtei­lung ent­ge­gen; rasch ent­wi­ckel­te sich die ers­te Feld­kom­pa­gnie. Gleich­zei­tig bra­chen die Here­ros schon her­vor; sie ver­lie­ßen den siche­ren Dor­nen­ver­hau und die Schüt­zen­grä­ben und lie­fen her­an; doch nicht als eine wil­de, dich­te Mas­se, wie die Der­wi­sche bei Omdurman, son­dern in lan­ger Schüt­zen­li­nie, geduckt und in Sprün­gen, mit gro­ßer Geschick­lich­keit und unter Aus­nut­zung jeder Deckung. Schließ­lich stürm­ten sie mit Hur­ra!, vor­an ein Here­ro mit gezo­ge­nem Degen und in deut­scher Offi­ziers­uni­form. Hin­ter der Schüt­zen­li­nie schrien und tanz­ten die Here­ro­wei­ber und feu­er­ten die Krie­ger zum Kampf an.“ –

„Dabei wur­den dem Geg­ner schwe­re Ver­lus­te zuge­fügt, zumal die­ser mit einer Tap­fer­keit vor­stürm­te, die uns Ach­tung und Bewun­de­rung ein­flöß­te. Man sage über die Here­ros, was man will, aber mutig waren sie, und sie wuß­ten zu sterben.“ –

Ich kom­me noch auf den Haupt­mann zurück.

Sodann las ich die Auf­satz­samm­lung „Der Wahr­heit eine Gas­se” von Hin­rich R. Schnei­der-Water­berg (Swa­komund, Nami­bia, 2018), eines deutsch­stäm­mi­gen Far­mers, Poli­ti­kers und His­to­ri­kers aus Nami­bia, der in die­sem Jahr lei­der ver­stor­ben ist. Er spielt übri­gens die Haupt­rol­le in einem erstaun­lich neu­tra­len Arti­kel des Spie­gel-Süd­afri­ka­kor­re­spon­den­ten Bar­tho­lo­mä­us Grill aus dem Jah­re 2016 (dem gewiss Wie­der­gut­ma­chungs­ar­ti­kel mit der DDR- und Wiki­pe­dia-Ten­denz gefolgt sind).

Schnei­der-Water­bergs Rekon­struk­ti­on der Ereig­nis­se lau­tet zusam­men­ge­fasst wir folgt: Was die Deut­schen „Schlacht am Water­berg” und die Here­ro „Kämp­fe von Hama­ka­ri” nen­nen, war kei­ne Schlacht, son­dern eine Abfol­ge zer­streu­ter Gefech­te, vor allem kei­ne Kes­sel­schlacht – der deut­sche „Kes­sel” war bei 1400 Mann, davon ein Gut­teil krank und/oder unter­ver­sorgt, sowie 40 Kilo­me­tern Gesamt­front­län­ge inmit­ten eines von sta­chel­draht­ar­ti­gen Dorn­bü­schen durch­zo­ge­nen Gebie­tes, das die Here­ro sehr gut und die Deut­schen über­haupt nicht kann­ten, ohne­hin eine Wunsch­vor­stel­lung –, und es war auch kein deut­scher Sieg. Die Here­ro sei­en kei­nes­wegs geschla­gen wor­den. Viel­mehr habe die stra­te­gi­sche Initia­ti­ve bis zuletzt bei den Here­ro gele­gen, sie sei­en der Schutz­trup­pe stets einen Zug vor­aus gewe­sen, und ihr Abzug durch die Oma­ha­ke-Tro­cken­sa­van­ne sei nicht unmit­tel­bar von den deut­schen Ver­fol­gern erzwun­gen wor­den; viel­mehr habe sich das Volk, vor die Wahl zwi­schen Unter­wer­fung und Frei­heit mit dem Risi­ko des Ver­durs­tens gestellt, für die Frei­heit ent­schie­den, wobei sämt­li­che heu­te kur­sie­ren­den Opfer­an­ga­ben Phan­ta­sie­zah­len seien.
Fach­his­to­ri­ker könn­ten ein­wen­den, dass Schnei­der-Water­berg gar nicht vom Fache gewe­sen sei. Dafür war er emi­nent orts­kun­dig, sein Anwe­sen befin­det sich qua­si in Sicht­wei­te des Schlacht­fel­des, was gera­de für das Ver­ste­hen die­ses Krie­ges wegen der dort herr­schen­den extre­men kli­ma­ti­schen, geo­gra­phi­schen, vege­ta­ti­ons­spe­zi­fi­schen Bedinun­gen und deren Ein­fluss auf die mensch­li­che Gesund­heit bedeu­tend ist; außer­dem sprach er die Spra­che der Here­ro und stand von klein­auf an mit Ange­hö­ri­gen die­ses Vol­kes auf ver­trau­tem Fuße; nicht zuletzt erschloss er bis­lang unbe­kann­te Quel­len, wäh­rend der 0815-Fach­his­to­ri­ker die Quel­len in der Regel nur von ande­ren His­to­ri­kern abschreibt und neben­her auch allen mög­li­chen Unsinn ver­ste­tigt. Zum Bei­spiel wer­te­te Schnei­der-Water­berg das bis­lang unver­öf­fent­lich­te Kriegs­ta­ge­buch von Trothas aus. Im foto­gra­phi­schen, nein: pho­to­gra­phi­schen Nach­lass des Gene­rals mach­te er den vor­hin ange­deu­te­ten Fund, näm­lich die Auf­nah­me eines an der Sei­te eines Schutz­trup­pen­ma­jors rei­ten­den eng­li­schen Offi­ziers, den er als Oberst F. J. A. Trench iden­ti­fi­zier­te, der als bri­ti­scher Atta­ché 1904 und 1905 beob­ach­tend bei der Trup­pe weil­te und regel­mä­ßi­ge Berich­te nach Lon­don sand­te. Schnei­der-Water­berg trieb auch die­se als „ver­trau­lich” ein­ge­stuf­ten Berich­te im Public Record Office in Lon­don auf und ver­öf­fent­lich­te sie aus­zugs­wei­se (sie sind im Hin­blick auf die spä­ter errich­te­ten deut­schen Lager für die über­le­ben­den Here­ro bedeut­sam, indem sie sowohl schlech­te als auch gute Zustän­de dort bezeu­gen, was jeden­falls die The­se eines inten­dier­ten Gefan­ge­nenster­bens widerlegt).
Bereits zwei Tage nach den Kämp­fen von Hama­ka­ri, schreibt Schnei­der-Water­berg, am 13./14. August, sei die deut­sche Ver­fol­gung zusam­men­ge­bro­chen, weil sich das zwei­te Feld­re­gi­ment unter Oberst Deim­ling bei sei­nem Vor­stoß nicht ver­pro­vi­an­ti­siert hat­te und vor dem Ver­hun­gern bezie­hungs­wei­se Ver­durs­ten stand; hun­der­te von Pfer­den und Zug­tie­ren waren ein­ge­gan­gen. Wäh­rend­des­sen setz­ten die Here­ro das Step­pen­gras in Brand, ver­gif­te­ten die Was­ser­stel­len mit Vieh­ka­da­vern und ver­grö­ßer­ten ihren Vor­sprung ins Uner­reich­ba­re. In sei­nem Kriegs­ta­ge­buch frag­te von Tro­tha am 19. Sep­tem­ber: „Wo sind die Here­ro geblie­ben?“ Am 30. Sep­tem­ber notier­te er: „Ver­fol­gen tue ich nicht mehr. Bas­ta!“ Der Geg­ner, den er mit letz­ten Kräf­ten zur Ent­schei­dungs­schlacht stel­len woll­te, war – verschwunden.

Am 1. Okto­ber hat­ten die Deut­schen alle Vor­rä­te auf­ge­braucht, Typhus und Ruhr dezi­mier­ten die Trup­pe immer mehr, an die­sem Tag starb der 27. Offi­zier im Ver­lau­fe des Feld­zugs. Pfer­de und Zug­och­sen gin­gen mas­sen­haft ein, die Nach­schub­ver­sor­gung funk­tio­nier­te kaum noch. An ein Wei­ter­mar­schie­ren war nicht mehr zu den­ken. In die­ser Lage erst fabri­zier­te von Tro­tha sei­ne berüch­tig­te „Pro­kla­ma­ti­on an das Volk der Here­ro”! Mit Hil­fe zwei­er Dol­met­scher wur­de sie über­setzt, sodann ver­viel­fäl­tigt, am 2. Okto­ber von ihm selbst der Trup­pe vor­ge­le­sen. Am 3. Okto­ber ließ von Tro­tha unge­fähr 30 Alte, Frau­en und Kin­der mit Kopien der Pro­kla­ma­ti­on aus dem Lager in die Oma­he­ke trei­ben, auf dass sie ihr Volk infor­mier­ten – nie­mand weiß, ob einer die­ser Tod­ge­weih­ten über­leb­te –; danach brach er mit Stab und Trup­pe zum Rück­zug nach Windhoek auf. Zu die­sem Zeit­punkt hat­te der Anfüh­rer der Here­ro, Samu­el Mahere­ro, die Tro­cken­sa­van­ne längst durch­quert und befand sich, wie Schnei­der-Water­berg recher­chiert hat, bereits seit Tagen in Bri­tisch-Bet­schua­naland, 300 Kilo­me­ter wei­ter nordöstlich.

Um der Lese­freund­lich­keit wil­len fol­gen nun drei Punkte.

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Da ich nicht weiß, ob Sie die Pro­kla­ma­ti­on parat haben, sei sie hier eingerückt.

„Ich, der gro­ße Gene­ral der deut­schen Sol­da­ten, sen­de die­sen Brief an das Volk der Here­ro. Die Here­ros sind nicht mehr deut­sche Unter­ta­nen. Sie haben gemor­det und gestoh­len, haben ver­wun­de­ten Sol­da­ten Ohren und Nasen und ande­re Kör­per­tei­le abge­schnit­ten, und wol­len jetzt aus Feig­heit nicht mehr kämp­fen. Ich sage dem Volk: Jeder der einen der Kapi­tä­ne an eine mei­ner Sta­tio­nen als Gefan­ge­nen ablie­fert, erhält 1000 Mark, wer Samu­el Maha­re­ro bringt, erhält 5000 Mark. Das Volk der Here­ro muß jedoch das Land verlassen.
Wenn das Volk dies nicht tut, so wer­de ich es mit dem Groot Rohr dazu zwin­gen. Inner­halb der Deut­schen Gren­ze wird jeder Here­ro mit oder ohne Gewehr, mit oder ohne Vieh erschos­sen, ich neh­me kei­ne Wei­ber und Kin­der mehr auf, trei­be sie zu ihrem Vol­ke zurück oder las­se auf sie schie­ßen. Dies sind mei­ne Wor­te an das Volk der Hereros.
Der gro­ße Gene­ral des mäch­ti­gen deut­schen Kaisers.

Die­ser Erlaß ist bei den Appells der Trup­pen mit­zu­tei­len mit dem Hin­zu­fü­gen, daß auch der Trup­pe, die einen der Kapi­tä­nen fängt, die ent­spre­chen­de Beloh­nung zuteil wird und das Schie­ßen auf Wei­ber und Kin­der so zu ver­ste­hen ist, daß über sie hin­weg­ge­schos­sen wird, um sie zum Lau­fen zu zwin­gen. Ich neh­me mit Bestimmt­heit an, daß die­ser Erlaß dazu füh­ren wird, kei­ne männ­li­chen Gefan­ge­nen mehr zu machen, aber nicht zu Grau­sam­kei­ten gegen Wei­ber und Kin­der aus­ar­tet. Die­se wer­den schon fort­lau­fen, wenn zwei­mal über sie hin­weg­ge­schos­sen wird. Die Trup­pe wird sich des guten Rufes des Deut­schen Sol­da­ten bewußt bleiben.“

Die Pro­kla­ma­ti­on war der Thea­ter­don­ner vor dem Abzug, wil­hel­mi­nis­ti­scher Pomp – von Tro­tha woll­te sein Schei­tern in Ber­lin als einen Sieg ver­kau­fen. Es gibt Äuße­run­gen des Gene­rals, die dar­auf hin­deu­ten, dass er tat­säch­lich über das rein Mili­tä­ri­sche hin­aus zur Ver­nich­tung mög­lichst vie­ler Here­ro bereit gewe­sen wäre, er besaß, wie der Chef des Gene­ral­sta­bes, Alfred von Schlief­fen, in einem Schrei­ben an Reich­kanz­ler Bern­hard von Bülow festell­te, „nur nicht die Macht, sie durchzuführen”.

Vom Water­berg bis nach Ozom­bo zo Vin­dim­ba, wo von Tro­tha sei­ne heu­te berüch­tig­te, aber völ­lig wir­kungs­lo­se Ver­kün­di­gung aus­gab, sind es etwa 220 Kilo­me­ter. Als die Schutz­trup­pe fast zwei Mona­te nach den Gefech­ten dort ankam, hat­ten sich Herero­trupps auf einem rie­si­gen Gebiet ver­teilt. Weder konn­ten noch woll­ten sie über­haupt zurück­flu­ten. Auch eine „Absper­rung” des Sand­felds – „Wochen­lang wur­de die Wüs­te abge­rie­gelt, jeder Rück­weg blo­ckiert“ (Spie­gel vom 11. Janu­ar 2004) – war logis­tisch und nach Lage der Kräf­te voll­kom­men unmög­lich. Die Oma­he­ke ist so groß wie die Schweiz, und die Trup­pe bestand am Ende nur noch aus ein paar hun­dert kampf­fä­hi­gen Män­nern. Vor allem kann nie­mand ein Gebiet absper­ren, der sich dar­aus zurückzieht.

„Für vie­le der tra­di­ti­ons­be­wuss­ten alten Here­ro, die zum Teil noch mit ‚dabei gewe­sen’ waren, war der Krieg mit den Deut­schen nach ihrem Abzug von Hama­ka­ri und dem Durst­trecks vom Sand­feld­rand zu Ende gegan­gen. Über einen Gene­ral von Tro­tha und einen Völ­ker­mord hat­ten sie erst zwei Genera­tio­nen spä­ter von Rück­keh­rern oder Ein­wan­de­rern gehört, die im Aus­land die­se Geschichts­kennt­nis­se erwor­ben hat­ten”, notiert Schneider-Waterberg.

Ein Kapi­tel in sei­nem Buch ist ein Gast­bei­trag der His­to­ri­ke­rin Bri­git­te Lau, Jahr­gang 1955, die an der Uni­ver­si­tät Kap­stadt Afri­ka­ni­sche Geschich­te stu­dier­te und 1982 For­schungs­be­auf­trag­te im Natio­nal­ar­chiv von Windhoek wur­de, das sie von 1991 bis zu ihrem frü­hen Tod durch einen Auto­un­fall im Jah­re 1996 lei­te­te. Die­ser Text – „Unge­wis­se Gewiss­hei­ten: der Here­ro-deut­sche Krieg von 1904” – ist in sei­nem Wahr­haf­tig­keits­fu­ror und sei­ner here­ro­freund­li­chen Bra­chia­li­tät von erre­gen­der Wir­kung. Er erschien erst­mals 1989.

„Von den deut­schen Kolo­nis­ten zu behaup­ten, dass sie das Hererovolk mit Erfolg nahe­zu ver­nich­te­ten und die übrig­ge­blie­be­nen ver­sklav­ten, bedeu­tet, sie zu über­le­gen­den Stra­te­gen und eis­kal­ten Mord­ma­schi­nen zu sti­li­sie­ren, die, bereits 1904, Aus­rot­tungs­stra­te­gien ver­folg­ten ähn­lich jenen, vor denen sich die gan­ze Welt 1939 – zu recht – fürch­te­te, sie zu Über­men­schen römi­schen Aus­ma­ßes zu machen, die uner­bitt­lich mit tod­brin­gen­den Arme­en in frem­der Fer­ne ope­rier­ten”, schreibt Lau. „Die Here­ro und Nama erschei­nen in der Rol­le hilf­lo­ser Opfer sol­cher Übermenschen.”

Und wei­ter: „Die mys­ti­fi­zie­ren­de Ver­wand­lung einer kom­ple­xen Rei­he von Abläu­fen, die eini­ge Herero­tra­di­tio­nen stolz als Sie­ge ver­kün­den, in ein Schreck­bild einer die Here­ro zer­mal­men­den, kalt­blü­ti­gen und super­tüch­ti­gen Ari­er­kriegs­ma­schi­ne muss einer gan­zen Genera­ti­on unkri­ti­scher Wis­sen­schaft­ler und Schrift­stel­ler – vie­le von ihnen West­deut­sche – zur Last gelegt werden.”

Die Zeit­ge­nos­sen der Schutz­trup­pe im Kai­ser­reich hät­ten noch ver­sucht, „eine ver­wirr­te, belang­lo­se und teu­re mili­tä­ri­sche Situa­ti­on zu recht­fer­ti­gen”. Ihr Drang, Kriegs­hel­den zu erschaf­fen, denen die Here­ro zum Opfer fie­len, sei „geschicht­li­cher Unsinn”, doch „einen Geno­zid dar­aus zu machen ein umso grö­ße­rer”. Die His­to­ri­ker, die dies taten, sei­en fast nie Nami­bia­ner und besä­ßen kei­ne Vor­stel­lung von den natür­li­chen Gege­ben­hei­ten dort­zu­lan­de (der Feld­zug fiel auf den nami­bi­schen Win­ter, die nahe­zu nie­der­schlags­freie Tro­cken­zeit, mit Tem­pe­ra­tu­ren von 25 Grad am Tage und null Grad in der Nacht).

Die Idee, die Oma­he­ke „abzu­rie­geln”, sei erst­mals bereits gegen Ende des amt­li­chen Kriegs­be­richts des Gene­ral­stabs auf­ge­taucht. Die­ser Bericht demons­trie­re aber ledig­lich die „Absicht, die Tat­sa­che zu beschö­ni­gen, dass sich die Trup­pe nach den Schlach­ten von Hama­ka­ri in voll­kom­me­ner Unord­nung und Ver­wir­rung befand und noch nicht ein­ge­se­hen hat­te, dass der Here­ro­krieg eigent­lich vor­über war”. Nach den unent­schie­den aus­ge­gan­ge­nen Gefech­ten habe die Schutz­trup­pe „nicht die lei­ses­te Ahnung davon” beses­sen, „dass die Here­ro aber­mals die Initia­ti­ve ergrif­fen hat­ten und als Nati­on einen Exo­dus ins Exil und in den Tod gewählt hat­ten, anstatt den Krieg fort­zu­set­zen mit der letzt­end­li­chen Aus­sicht auf ein Über­le­ben unter kolo­nia­ler Unterdrückung”.
Im Übri­gen, fährt Lau fort, sei es „unwahr­schein­lich”, dass die Deut­schen jemals geno­zid­ar­ti­ge Maß­nah­men geplant hat­ten, „denn zu jenem Zeit­punkt waren die deut­schen Sol­da­ten von Krank­hei­ten zer­mürbt und star­ben in gro­ßer Anzahl an Was­ser­man­gel oder unhy­gie­ni­schen Bedin­gun­gen, Typhus, Mala­ria, Gelb­sucht, durch Selbst­mord und, schein­bar dem schlimms­ten Mör­der, an chro­ni­scher Dys­en­te­rie (i.e. Ruhr – M. K.)”. Von den ins­ge­samt 20.867 deut­schen Kriegs­teil­neh­mern in Süd­west­afri­ka zwi­schen 1904 und 1907 „ver­lie­ßen” dem Sani­täts­be­richt zufol­ge 13.029 die Trup­pe; über 10.000 davon wur­den ver­wun­det oder krank nach Hau­se geschickt, der Rest sind wohl die Toten. Das deckt sich mit einer Bemer­kung von Haupt­mann Bay­er: „Schon Anfang Juni waren 10 Pro­zent unse­rer Abtei­lung krank, das war so viel, wie die Ver­lus­te eines schwe­ren Gefechts! Am 12. Juni betrug unse­re Stär­ke an Wei­ßen und nur noch 29 Offi­zie­re, 528 Unter­of­fi­zie­re und Rei­ter, vier Ärz­te, zwei Vete­ri­nä­re und zwei Post­be­am­te. Zu die­ser Zeit lagen bereits 83 Mann im Laza­rett, davon 61 Typhuskranke.”
Die Gesamt­zahl der direkt im Feld­zug gegen die Here­ro ein­ge­setz­ten Sol­da­ten betrug Lau zufol­ge maxi­mal 4700 Mann, „von die­sen sind 2000 oder 3000 gestor­ben”. Gene­ral von Tro­tha hät­te ein deut­scher Gene­ral Cus­ter wer­den können.
„Die Ver­fol­gung der Here­ro, die sich ent­schlos­sen hat­ten, kolo­nia­ler Unter­drü­ckung zu ent­flie­hen, indem sie als Volk in Rich­tung Bots­wa­na aus­wan­der­ten, wobei Tau­sen­de ent­setz­lich in der Wüs­te umka­men”, fährt Lau fort, „dau­er­te zehn Mona­te und bestand meist aus ergeb­nis­lo­sen Kund­schafts­zü­gen und dau­ern­der Suche nach Was­ser und Schutz vor der Son­ne, auf den Spu­ren von Lei­chen und tro­cke­nen oder ver­gif­te­ten Wasserlöchern.”
Der Sani­täts­be­richt zei­ge „nicht die Geschich­te einer gewal­ti­gen Kriegs­ma­schi­ne aus kalt­blü­ti­gen Kil­lern, son­dern ein (…) Bild des Elends, der Unfä­hig­keit, des Lei­dens und der Schwä­che. Es ist ein­fach nicht wahr, dass, sobald der Mor­gen des 12. August bei Hama­ka­ri grau­te, die deut­sche Trup­pe auf­brach, um die ent­flo­he­nen Here­ro ins Sand­feld zu trei­ben, damit sie dort umkä­men, wie es die gegen­wär­ti­ge Mythe angibt.”
Haupt­mann Bay­er erlag wohl im Stab einer nach­träg­li­chen Auto­sug­ges­ti­on, als er schrieb: „Die deut­schen Kolon­nen zogen der­art ost­wärts, dass die Flü­gel vor­ge­bo­gen waren, um dadurch dem Feind ein Aus­bre­chen nach Nor­den und Süden zu ver­weh­ren und ihn in das was­ser­lo­se Sand­feld zu drü­cken. Wir erwar­te­ten nicht, dass die Here­ros ohne ener­gi­sche Gegen­wehr die letz­ten Was­ser­stel­len am Ran­de der Oma­he­ke räu­men wür­den, son­dern rech­ne­ten mit einem Ver­zweif­lungs­kampf des unter­ge­hen­den Vol­kes hart am Ran­de der Wüs­ten­step­pe, bevor es in die­ser sei­nen Unter­gang fin­den muss­te.“ Frei­lich: Der Kampf blieb aus. Zu Gesicht bekom­men hat er den Feind nicht mehr, ledig­lich sein zurück­ge­las­se­nens, ver­en­den­des Vieh. Die Here­ro waren längst auf­ge­bro­chen, teils in die Frei­heit, teils in den Untergang.
Lud­wig von Estorff, der damals im Ran­ge eines Majors in der Schutz­trup­pe dien­te – er wur­de 1907 ihr Kom­man­deur und brach­te es spä­ter noch zum Gene­ral –, erhielt den Befehl, den Flie­hen­den wei­ter nach­zu­set­zen und sie von den Was­ser­stel­len tie­fer in die Oma­he­ke zu ver­trei­ben. Er traf nur noch auf ver­spreng­te Res­te des Vol­kes und war scho­ckiert ange­sichts des­sen, was er an Lei­den und Tod von Mensch und Vieh zu sehen bekam, doch „sei­ne Ent­rüs­tung über von Trothas unnach­gie­bi­ge Hal­tung”, kon­sta­tiert Lau mit der Küh­le eines Thu­ky­d­i­des, bezeu­ge ledig­lich „den tra­gi­schen Exo­dus einer stol­zen Nati­on, kenn­zeich­net sie aber nicht als pas­si­ves Opfer eines Genozids”.
In einem Post­scrip­tum erklär­te Bri­git­te Lau, sie habe auf ihren Arti­kel zwei extre­me Arten von Reak­tio­nen erhal­ten. Die ers­te kam von Sei­ten der Here­ro, „von Men­schen, die wirk­lich inter­es­siert und in zwei Fäl­len tief gerührt waren”. Dar­un­ter ein Brief von einem sehr alten Here­ro, „in dem die schreck­lichs­ten Details die­ser Flucht wie­der­ge­ge­ben wur­den: von Frau­en, die ihre Säug­lin­ge töte­ten, um ihren Män­nern die Milch ihrer Brüs­te zu über­las­sen, von Män­nern, die das Blut toter Rin­der tran­ken, von Men­schen, die selbst das Blut ande­rer Men­schen, die gera­de ver­hun­gert oder ver­durs­tet waren, nicht ver­schmäh­ten. Es war, als ob der Arti­kel bei nami­bi­schen Lesern Schleu­sen geöff­net hät­te. West­deut­sche Leser hin­ge­gen waren empört über die Anfech­tung der ‚wah­ren Leh­re’, die gewis­ser­ma­ßen auf dem Image des all­mäch­ti­gen deut­schen kai­ser­li­chen Mili­tärs beruh­te, das die Here­ro wie Unge­zie­fer ver­nich­tet habe.”

Das nen­ne ich mal eine Vol­te: Gera­de die Auf­recht­erhal­tung der Völ­ker­mord­the­se ent­springt dem ras­sis­ti­schen, post­ko­lo­nia­len Blick auf ein schwar­zes Volk, das sich ent­schie­den hat, lie­ber in der Oma­he­ke zu ver­durs­ten, als sich zu unter­wer­fen. Die einen sind stolz dar­auf, dass ihre Vor­fah­ren Frei­heit oder Tod gewählt haben, die ande­ren set­zen ihren per­ver­sen Stolz dage­gen, von Mas­sen­mör­dern abzu­stam­men, und das soll ihnen jetzt kein Bim­bo strei­tig machen. Lei­der und logi­scher­wei­se sind die Nach­fah­ren der Here­ro auf die­sen Zug auf­ge­sprun­gen; die in Aus­sicht ste­hen­den deut­schen Ent­schä­di­gungs­sum­men sind ein­fach zu ver­lo­ckend hoch.

***

Ich bin lei­der noch nicht fer­tig mit dem The­ma (viel­leicht behand­le ich es noch mal aus­führ­li­cher als Pod­cast). Eine ele­men­ta­re Fra­ge, die die Lei­te­rin des nami­bi­schen Natio­nal­ar­chivs eben­falls auf­warf, ist die nach der Zahl der Opfer. Laus Ant­wort lau­te­te: „Die Bevöl­ke­rungs­zahl der Here­ro vor dem Krieg ist ein­fach nicht bekannt.” Des­halb sei sowohl eine Aus­kunft über die Ver­lus­te als auch über die Zahl der Über­le­ben­den unmög­lich. Das ver­füg­ba­re doku­men­tier­te Beweis­ma­te­ri­al sei „erschre­ckend unvoll­stän­dig”, was von heu­ti­gen His­to­ri­kern indes sel­ten ein­ge­stan­den wer­de. Gro­ße Men­gen amt­li­cher Papie­re sei­en von süd­afri­ka­ni­schen Trup­pen wäh­rend der Besat­zungs­zeit von 1915 bis 1919 ver­nich­tet wor­den, dar­un­ter auch Archi­ve der Schutz­trup­pe, was umso bedau­er­li­cher sei, als die Dupli­ka­te vie­le die­ser Unter­la­gen im Deut­schen Mili­tär­zen­tral­ar­chiv zu Ber­lin „mit gro­ßer Wahr­schein­lich­keit” einem Bom­ben­an­griff wäh­rend des Zwei­ten Welt­krie­ges im Febru­ar 1945 zum Opfer fielen.

Stabs­haupt­mann Bay­er spricht in sei­nen Erin­ne­run­gen von 60.000 Here­ro, davon 6000 Krie­gern, die sich um den Water­berg ver­sam­melt hät­ten. Die­se Zahl, die natür­lich eine rei­ne Ver­mu­tung war, ist inzwi­schen ange­zwei­felt wor­den. Der rus­si­sche, nach Nami­bia aus­ge­wan­der­te His­to­ri­ker Niko­lai Mos­so­low (1901–1988) berich­te­te, er habe sich 1960 „mit dem alten Water­berg­kämp­fer W. Lorang auf der Farm Oka­waha (Klein Water­berg)” unter­hal­ten und ihn gefragt, ob er glau­ben kön­ne, dass damals 60.000 Here­ro ver­sam­melt waren. Des­sen Ant­wort war, dass „für eine so kolos­sa­le Men­schen- und Vieh­an­samm­lung das Was­ser nie­mals gereicht hät­te”. Bei den Wei­de­ver­hält­nis­sen und den vor­han­de­nen Was­ser­stel­len hät­ten „dort höchs­tens 30.000 Men­schen mit unge­fähr 10–12.000 Kopf Groß­vieh Platz fin­den” können.

Damit wäre ich bei mei­nem vier­ten und letz­ten Gewährs­mann, Klaus Lorenz, Oberst­leut­nant der Bun­des­wehr, der mit sei­ner Magis­ter­ar­beit „Die Rol­le der Kai­ser­li­chen Schutz­trup­pe als Herr­schafts­in­stru­ment in Süd­west­afri­ka“, ein­ge­reicht und mit „Sehr gut” beno­tet im Jah­re 1999 an der Uni­ver­si­tät Ham­burg, alles bis­lang hier Vor­ge­tra­ge­ne quel­len­satt bestä­tigt (wer will, kann sich die Arbeit hier für 1,49 Euro her­un­ter­la­den). Auch Lorenz, der übri­gens 2001 ver­starb, war der Ansicht, die Zahl der Here­ro und damit auch der Toten müs­se deut­lich nied­ri­ger ange­setzt wer­den – es sei­en „kei­nes­falls 50–60.000 Here­ro am Water­berg ver­sam­melt” gewe­sen –; schon vor 1904 sei­en „gro­ße Tei­le in die unkon­trol­lier­ba­ren Wei­ten des süd­li­chen Afri­kas” aus­ge­wi­chen. Afri­ka­ni­sche For­scher haben inzwi­schen fest­ge­stellt, dass den Here­ro Rou­ten durch die Kala­ha­ri­wüs­te zwi­schen Nami­bia und Bots­wa­na bekannt waren und auch seit Jahr­hun­der­ten benutzt wurden.

Lorenz wie­der­um hat recher­chiert, dass zumin­dest die Here­ro-Füh­rer um Samu­el Mahere­ro einen mög­li­chen Exo­dus nach Osten schon vor dem Auf­stand ins Auge gefasst und mit den Eng­län­dern Kon­takt auf­ge­nom­men hat­ten. Ein Indiz dafür sei, dass bei der Mas­sa­krie­rung von Wei­ßen Bri­ten und Buren gezielt ver­schont wur­den: „Die­se Kampf­füh­rung gehör­te zum mili­tä­ri­schen Plan zur Durch­que­rung der Oma­he­ke mit dem Ziel, Asyl in Bri­tish Bet­schua­naland zu erhal­ten, wel­chen die Here­ro für den Fall zu gro­ßen Drucks durch die Schutz­trup­pe poli­tisch vor­be­rei­tet und abge­si­chert hatten.”

Die Rou­te durch die Oma­he­ke zum Nga­mi­see in das bri­ti­sche Bet­schua­naland, fährt Lorenz fort, „wur­de nach den Quel­len schon vor 1903 außer­halb der Regen­zeit von Here­ro­grup­pen unbe­kann­ter Stär­ke genutzt, um eben­so wie die Händ­ler mit ihren Her­den durch die was­ser- und weide­ar­men Gebie­te der Oma­he­ke in das frucht­ba­re Land am Nga­mi­see zu gelan­gen; benutzt wur­den die Tro­cken­fluss­bet­te des Epu­ki­ro und des Eiseb”. Von His­to­ri­kern aus­ge­wer­te­te bri­ti­sche und süd­afri­ka­ni­sche Quel­len hät­ten „wei­te­re Wege von Here­ro­grup­pen auf bri­ti­sches Gebiet” erge­ben. Das bedeu­te: „Es müs­sen mehr Was­ser­stel­len und begrenzt auch mehr Wei­de­grün­de als ange­nom­men in der Oma­he­ke vor­han­den gewe­sen sein, so daß für eine begrenz­te Zahl von Men­schen und Tie­ren Über­le­bens­mög­lich­kei­ten gege­ben waren.”

Lorenz spricht vom „Ende der Oma­he­ke-Legen­de”. Das war vor 23 Jahren.

Theo­re­tisch wäre damals schon ein His­to­ri­ker­streit fäl­lig gewe­sen; er ist es heu­te noch mehr. Ich fürch­te nur, da gibt es wenig zu strei­ten; des­halb muss wei­ter­hin damit gerech­net wer­den, dass Ver­leum­dun­gen, Stig­ma­ti­sie­run­gen, Aus­la­dun­gen und all die ande­ren bewähr­ten Instru­men­te der Can­cel Cul­tu­re gegen jene „Völ­ker­mord-Leug­ner” zum Ein­satz kom­men, die bloß nach Bewei­sen ver­lan­gen und Argu­men­te vortragen.

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Hier spricht der Sponsor.

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(Das war eine Anzeige.)

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Noch zum Vorigen.
Die Kon­zen­tra­ti­ons­la­ger, die in Deutsch-Süd­west nach dem kai­ser­li­chen Gna­den­er­lass für die Here­ro errich­tet wur­den, hat­ten ihr Vor­bild in den bri­ti­schen Kon­zen­tra­ti­ons­la­gern im Buren­krieg. Der Begriff ist durch die Natio­nal­so­zia­lis­ten im Nach­hin­ein so belas­tet wor­den, dass sich sofort fal­sche Asso­zia­tio­nen ein­stel­len. Kon­zen­tra­ti­ons­la­ger heißt zunächst nichts ande­res als Sam­mel­la­ger. Die Fra­ge, was die Deut­schen mit den unge­fähr 15.000 Here­ro hät­ten tun sol­len, die ver­sprengt und ihrer Her­den beraubt durchs Land zogen, als sie in pro­vi­so­ri­schen Lagern zu sam­meln, ist von nie­man­dem schlüs­sig beant­wor­tet worden.
Wäh­rend die Zustän­de in man­chen Lagern, zum Bei­spiel auf der Hai­fisch­in­sel in der Lüde­ritz­bucht, zum Teil dan­tesk war, vor allem wegen der Seu­chen, berich­te­te der erwähn­te bri­ti­sche Beob­ach­ter Oberst Trench über „920 Gefan­ge­ne, die Hälf­te davon Män­ner”, Ende 1905 in Swa­kop­mund, die „stark und gesund und sehr ver­schie­den von den unglück­li­chen Men­schen in der Lüde­ritz­bucht”, zum Teil auch „sehr gut ange­zo­gen” sei­en und tags­über in dem Städt­chen arbei­te­ten. Die Ursa­che der hohen Sterb­lich­keit in den Lagern war in jedem zwei­ten Fall Skor­but, ver­bun­den mit ein­sei­ti­ger Ernäh­rung; aller­dings ging es, wie wir gese­hen haben, der Schutz­trup­pe nicht bes­ser; es stand kein Mut­wil­le dahinter.
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Immer noch zum Vorigen.

Ein Tele­gramm aus dem Sand­feld, per Helio­graph – den­ken Sie an die Leucht­feu­er im Film „Der Herr der Rin­ge”, Teil III – über­mit­telt, dau­er­te eine Woche bis zur Kabel­sta­ti­on Oka­hand­ja und von dort noch­mals ein bis zwei Tage nach Ber­lin. Ein amt­li­ches Schrei­ben brauch­te sie­ben Wochen.

Der Chef des Gro­ßen Gene­ral­stabs erfuhr von der Pro­kla­ma­ti­on von Trothas durch ein Schrei­ben des Gene­rals, das die­ser Anfang Okto­ber abge­setzt hat­te und das irgend­wann im Novem­ber in Ber­lin ein­traf. Reichs­kanz­ler von Bülow und Sei­ne Majes­tät wur­den am 24. Novem­ber unter­rich­tet. Der Kai­ser weil­te im Harz und konn­te von Bülow erst am 29. Novem­ber ant­wor­ten, es kam zu einem Noten­wech­sel zwi­schen Kanz­ler und Kai­ser. Die Ent­schei­dung für die Rück­nah­me des Befehls mit dem ent­spre­chen­den Tele­gramm fiel am 9. Dezem­ber. Der „Weg der Gna­de” wur­de beschrit­ten, von Tro­tha gemaß­re­gelt und schließ­lich abberufen.

Dass es unter von Tro­tha zu Gefan­ge­nen­hin­rich­tun­gen und Über­grif­fen kam, ist unstrittig.

Die Here­ro waren ihrer­seits übri­gens nicht zim­per­lich. „Bei einem Patrouil­len­ritt”, erin­ner­te sich Haupt­mann Bay­er, „wur­de ein Leut­nant mit acht Mann nach kur­zer Gegen­wehr getö­tet. Nur zwei Mann waren, ver­wun­det, ent­kom­men. Die Here­ros hat­ten die Lei­chen der Gefal­le­nen vie­hisch ver­stüm­melt, ihnen die Augen aus­ge­sto­chen, die Hän­de abge­hackt, den Hals bis zum Wir­bel durchschnitten!”

***
Blei­ben wir beim Thema.
Zum inner­schwar­zen Ras­sis­mus, von dem ich wei­ter oben sprach, berich­tet Haupt­mann Bay­er: „Als ein gefan­ge­ner Schwar­zer erzähl­te, dass die Here­ros alle Berg­da­ma­ras und Busch­leu­te, die sie jetzt fin­gen, als Skla­ven behan­del­ten, hun­gern lie­ßen, nachts anbän­den, um ihr Ent­lau­fen zu ver­hin­dern, und vie­le tot­schlü­gen, war Bar­na­bas außer sich: ‚Here­ros immer Kaf­fern tot­ma­chen, Here­ros Fein­de, aber Here­ros zu stark.‘”

Die Here­ros waren Vieh­no­ma­den, auch sie waren in das Land ein­ge­wan­dert und hat­ten die dort Ansäs­si­gen – San, Ban­tus – ver­trie­ben oder umge­bracht, weil sie für ihre rie­si­gen Rin­der­her­den Wei­de­flä­chen brauch­ten; Sta­tus und Rang eines Here­ros bema­ßen sich an der Zahl sei­ner Rin­der. Jeden­falls waren sie nicht die Besit­zer des Lan­des, das vom deut­schen Kai­ser­reich damals als Schutz­ge­biet ver­wal­tet wurde.

***
Und noch­mals zum Vorigen.
Ein Mis­sio­nar namens Kuhl­mann über­lie­fer­te das State­ment eines Here­ro: „An die­sem Krie­ge ist nicht die Trup­pe schuld, nein, gegen die haben wir nichts, die kann ruhig im Lan­de blei­ben. Die Schuld am Krie­ge tra­gen die Händ­ler, die quä­len uns immer.”
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Blei­ben wir bei der Bekämp­fung Eingeborener.
Wenn eine unna­tür­li­che, nicht orga­nisch gewach­se­ne, von der Mehr­heit der Men­schen nicht gewoll­te, aber ihnen per Zwang auf­ge­drück­te Sprech- und Schreib­wei­se vom Par­la­ment abge­lehnt wird, erklä­ren das von der Bevöl­ke­rung bezahl­te, aber in der Zeit­geist­brü­he gegar­te, wahr­schein­lich „Geistes”-Wissenschaftler zum „Ein­griff in die Frei­heit von Leh­re und Forschung”.
Krieg ist Frie­den. Frei­heit ist Sklaverei.
Mein Lehr­stuhl, mein Kampf­platz für die Sicht­bar­keit von Geschlechtsidentitäten.
***
Vom sel­ben Kali­ber ist der fol­gen­de Fall. Mer­ke: Wer sich dar­über beklagt, dass er gemobbt wird, will bloß sel­ber mob­ben. Trä­fe der Gesin­nungs­ter­ror, den sei­nes­glei­chen über alle aus­kü­beln, die sie als „rechts” mar­kiert haben, einen Fatz­ke wie Diez, man hör­te sein Grei­nen bis nach Cherson.
Faschist ist, wer gegen sein Gecan­celt­wer­den protestiert!
Das erin­nert mich an einen alten jüdi­schen Witz, der im Drit­ten Reich vor dem Krieg spielt. Ein Jude sitzt auf einer Park­bank und liest den Stür­mer. Ein ande­rer Jude kommt vor­bei und fragt: „War­um liest du denn die­ses Hetz­blatt?” Der ers­te Jude ant­wor­tet: „Ach, ich bekom­me es ein­fach nicht satt zu lesen, wie mäch­tig wir sind.”
***
Ein deut­sches Wahr­heits- und Qua­li­täts­me­di­um kom­men­tiert die Wah­len in Isra­el (bei denen übri­gens die Grü­nen aus der Knes­set geflo­gen sind; es ist halt was dran am Anti­se­mi­ten­ge­rau­ne, die Juden sei­en klü­ger als die Gojim).
Ist dem Spie­gel etwa auf­ge­fal­len, dass Anti­se­mi­tis­mus spei­oft von links kommt? Ach was! Nur eine Regie­rung, die Isra­el suk­zes­si­ve auf­löst, wird auch den Anti­se­mi­tis­mus dau­er­haft aus der zumin­dest ara­bi­schen Welt schaffen.
***
Lin­ke beim Dis­ku­tie­ren. Nicht von Bernd Zeller.
***
Der Leser hat das Wort.
Zu mei­ner Bemer­kung, dass kein Mensch in sei­nem Inners­ten Demo­krat sei, notiert Leser ***: „Ver­ehr­ter Herr Klo­n­ovs­ky, da war ich etwas frü­her als Sie beim The­ma, als mir im Sep­tem­ber 2019 in stil­ler Stun­de etwas aus der Feder floss, was ich zu Papier brach­te unter Pseudonym:

ich hat­te geglaubt
ich sei Demokrat
doch ich bin kein Demokrat
kann kei­ner sein
weil es Demo­kra­ten nicht gibt
des­halb, nur deshalb
bin ich auf Dauer
für Demokratie”

Ich lege, geehr­ter Herr ***, kei­nen Wert auf irgend­ein Copy­right, kann aller­dings mit einem Inter­view, das ich der Jun­gen Frei­heit gab und das am 16. Mai 2008 erschie­nen ist, gegenhalten:
Ihre Schluss­fol­ge­rung dar­aus ist die ein­zig plau­si­ble (ich erlaub­te mir auch schon, dar­auf hin­zu­wei­sen): Dass es kei­ne Demo­kra­ten gibt, ist das stärks­te Argu­ment für die Demo­kra­tie. Die Demo­kra­tie ist das par­la­men­ta­risch und ver­mit­tels der Gewal­ten­tei­lung orga­ni­sier­te Miss­trau­en gegen Herrschaft.
Genau das macht die­ses Gere­de von den „demo­kra­ti­schen Par­tei­en im Bun­des­tag” – außer der einen, die zwar auf demo­kra­ti­schem Wege dort­hin kam und die demo­kra­ti­sche Rol­le der Oppo­si­ti­on spielt, aber wozu brau­chen Demo­kra­ten eine Oppo­si­ti­on? – und den „demo­kra­ti­schen Wer­ten” – wel­che „Wer­te” soll­te ein rei­ner Modus der Mehr­heits­fin­dung haben? – so lächerlich.
***
„Ken­nen Sie”, fragt Leser *** und sen­det mir einen Arti­kel der Badi­schen Zei­tung, „zufäl­lig den Unter­schied zwi­schen ein­fa­chen ‚Grup­pen’ und ‚Grup­pen Her­an­wach­sen­der’, wie sie in der grün­sti­chi­gen süd­ba­di­schen Metro­po­le einen Pas­san­ten beraubt haben?
Wohin wach­sen die wohl?”
Nun, viel­leicht dorthin:
Das, was rot­grü­ne Poli­ti­ker und ihre Agit­prop­funk­tio­nä­re als „Hass und Het­ze” von „rechts” bekämp­fen, ist im Wesent­li­chen eine Reak­ti­on auf sol­che Zustän­de. Bekannt­lich wol­len Rote und Grü­ne noch mehr Ein­wan­de­rer die­ses Schla­ges nach Kein-schö­ner-Land holen, wor­un­ter sich natur­ge­mäß auch wei­te­re Mes­ser­fach­kräf­te befin­den werden.
Dadurch wie­der­um wird der „Rechts­ex­tre­mis­mus”, der heu­te schon mit Aber­tau­sen­den Beschimpfungs‑, Dis­kri­mi­nie­rungs- und struk­tu­rel­len Ras­sis­mus­op­fern die größ­te Gefahr für ’schland und die Mensch­heit dar­stellt, wach­sen und gedei­hen, wes­halb Nan­ny Nan­cy und ihre Anti­fa-Rest­les sowie die zu immer neu­en Haus­durch­su­chun­gen berei­te bra­ve Poli­zei den „Kampf” gegen „rechts” immer wei­ter for­cie­ren müs­sen. Bis –
***
Leser *** begrüßt mein Insis­tie­ren dar­auf, dass der Kli­ma­wan­del und vor allem des­sen Wahr­neh­mung mit dem explo­si­ons­ar­ti­gen Wachs­tum der Welt­be­völ­ke­rung zusam­men­hän­gen und schreibt: „Die Kli­ma­sek­te bestrei­tet, daß der men­schen­ge­mach­te Kli­ma­wan­del erst dadurch so rich­tig men­schen­ge­macht wird, daß die Men­schen immer mehr wer­den. Der Kli­ma­wan­del wer­de nicht von allen Men­schen gemacht, son­dern nur von den Rei­chen. Wel­che immer rei­cher wer­den. Da hilft nur noch die Kli­mare­vo­lu­ti­on. Die Rei­chen ent­eig­nen, das stoppt die Erd­er­wär­mung. Das Wachs­tum der Armen darf nicht behin­dert wer­den. Je mehr Arme, des­to weni­ger Rei­che. So sehen das die Klimasektierer.
Die Geg­ner der Kli­ma­sek­tie­rer argu­men­tie­ren lei­der nicht alle kor­rekt. So z.B. der von Ihnen vor­ge­stell­te Bjorn Lom­borg, der eine Eis­bär­lü­ge der Sek­tie­rer aus­ge­macht zu haben glaubt. Die Eis­bä­ren haben sich aber nicht ver­mehrt weil die Kli­ma­sek­tie­rer lügen, son­dern weil die Eis­bä­ren, nach­dem sie von der mit der Erd­be­völ­ke­rung eben­falls wach­sen­den Jäger­schaft wach­send dezi­miert wur­den, in den letz­ten Jahr­zehn­ten durch Jagd­be­schrän­kun­gen geschützt wur­den. So daß sie jetzt dahin gehen, wo sie schon mal waren. Der Ein­fluß der Jagd, und deren Anstei­gen durch das Wachs­tum der Jäger­schaft, auf die Eis­bär­po­pu­la­ti­on ist bekannt. Die Kli­ma­sek­te spe­ku­liert unter­des­sen lie­ber über den Ein­fluß schmel­zen­der Eis­schol­len. Und auch die Geg­ner der Sek­tie­rer inter­es­sie­ren sich nur für Eisschollen.”
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13. November 2022

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