5. Mai 2022

Wenn zwei Par­tei­en im Lan­de um die Macht kämpf­ten, von denen die eine ankün­dig­te, eine Höl­le auf Erden zu schaf­fen, die ande­re indes ein Para­dies offe­rier­te, wür­de ich mich not­ge­drun­gen für das klei­ne­re Übel ent­schei­den und die Infer­no­par­tei wählen.

***

Es ist für einen kul­ti­vier­ten Men­schen nach wie vor schwer zu glau­ben, dass in Deutsch­land ers­tens über­haupt so etwas wie eine Kul­tur­funk­tio­närs­bü­ro­kra­tie enste­hen konn­te und dass zwei­tens eine kul­tu­rell völ­lig ahnungs­lo­se, kei­nes ori­gi­nel­len deut­schen Sat­zes fähi­ge Lus­ti­ge Per­son wie Clau­dia Roth Staats­mi­nis­te­rin für aus­ge­rech­net Kul­tur wer­den konnte.

Aber was wol­len Sie? Haben Sie noch nie eine Hoch­kul­tur unter­ge­hen sehen?

Eine der ers­ten Groß­ta­ten der grü­nen Hoch­kul­tur­frä­se war die Ankün­di­gung, sie wer­de die christ­li­che Kup­pe­lin­schrift auf dem teil­wei­se wie­der­erbau­ten Ber­li­ner Stadt­schloss nicht hin­neh­men. Ihr sei es „schlei­er­haft, wie man so eine Kup­pe­lin­schrift machen kann“, erklär­te Roth Anfang des Jah­res, wobei ich der aller­bun­tes­ten Grü­nen die­se Aus­sa­ge sogar abneh­me; ihr dürf­te rekord­haft Vie­les schlei­er­haft sein. „Und dann setzt man auch noch ein Kreuz oben­drauf als Beleg der gro­ßen Welt­of­fen­heit. Also, da will ich ran.“

Die Welt schreibt dazu:

Bün­di­ger kann man Clau­dia Roth nicht zusam­men­fas­sen: Die Kul­tur­ar­bei­ter sind ihr so wurst wie demo­kra­ti­sche Ent­schei­dun­gen mit fal­schem Aus­gang. Sie ist eine Ideo­lo­gin, und alles, was sie als Staats­mi­nis­te­rin tut, wird sym­bol­po­li­tisch und ideo­lo­gisch moti­viert sein; Haupt­sa­che, die Kul­tur des von ihr à cont­re cœur reprä­sen­tier­ten, lei­der noch – aber bald nicht mehr – so genann­ten Vol­kes bleibt nega­tiv kon­no­tiert. Nichts fuchst die­se Grimm­sche Gän­se­magd 2.0 mehr, als dass sie aus einem von wei­ßen, christ­li­chen Män­nern geschaf­fe­nen Kul­tur­kreis bzw. „mie­sen Stück Schei­ße” stammt. Wobei ich ange­sichts der Tat­sa­che, dass sie die­ses Amt aus­üben kann, bezüg­lich der Klas­si­fi­zie­rung ’schlands als mie­ses Stück Schei­ße (Vogel­schiss?) kon­ze­die­ren muss: Wo sie recht hat, hat die Mam­sell recht.

Der idea­le Punkt, von dem aus die gesam­te deut­sche Geschich­te immer wie­der in den ver­dien­ten Orkus gehe­belt wer­den kann, sind natür­lich die Hitlerjahre.

Mit Kul­tur hat die soge­nann­te „Erin­ne­rungs­kul­tur” frei­lich wenig zu tun, es ist viel­mehr ein Erin­ne­rungs­to­t­emis­mus, ein Erin­ne­rungs­he­xen­sab­bat, ein schwar­zer Kult.

Die Plä­ne für einen wei­te­ren, zen­tra­len „Gedenk­ort” (tat­säch­lich han­delt es sich um eine Ankla­ge­stät­te mit poli­ti­scher Impli­ka­ti­on) stam­men nicht oder nur mit­tel­bar von den Grü­nen, sie rei­chen schon in die Mer­kel­jah­re zurück, doch die Sozis regier­ten bekannt­lich mit, und an der Staats­spit­ze stand eine ger­ma­no­pho­be grü­ne Sozia­lis­tin. Es gibt zwar die rea­len Schre­cken­sor­te, die Kon­zen­tra­ti­ons­la­ger, und fürs Sym­bo­li­sche bereits die Zep­pe­lin­wie­se der Zer­knir­schungs­si­mu­lan­ten in unmit­tel­ba­rer Reichs­tags­nä­he – ich bit­te um Par­don für wie­der­hol­te Selbst­zi­ta­te – sowie Gedenk­stät­ten oder ‑schau­en ohne Ende, aber die Wun­de der NS-Ver­gan­gen­heit soll ja immer frisch und eiternd gehal­ten wer­den, was in einer soge­nann­ten Medi­en­ge­sell­schaft am bes­ten an immer neu­en Orten bzw. mit immer neu­en Events funk­tio­niert, über die dann auf allen Kanä­len berich­tet und so die Ankla­ge in die Wohn­stu­ben getra­gen wird; außer­dem muss die Aka­de­mi­ker­über­pro­duk­ti­on der Uni­ver­si­tä­ten irgend­wo­hin abflie­ßen. Die soge­nann­te Ver­gan­gen­heits­be­wäl­ti­gung, so auf­rich­tig sie von vie­len ein­zel­nen auch emp­fun­den wor­den sein mag, trug von Anfang an ein instru­men­tel­les, der Erpres­sung des kon­ser­va­ti­ven poli­ti­schen Spek­trums die­nen­des Gepräge.

Spä­tes­tens jetzt ist Dum­mer­jans Fra­ge fäl­lig, ob ich etwa gegen das Geden­ken an die Opfer der Natio­nal­so­zia­lis­ten sei? Was mich per­sön­lich betrifft: mei­ne Sache. Offi­zi­ell: kei­nes­wegs. Ich bin nur gegen das höchst selek­ti­ve und damit recht pie­tät­lo­se Geden­ken, das ande­re Kin­der­lei­chen­ber­ge sou­ve­rän igno­riert – man erkennt die Absicht, und man ist ver­stimmt –, und ich bin vor allem dage­gen, dass irgend­wer, der beim anti­fa­schis­ti­schen High Noon zuerst „Nazi!” geru­fen hat, ande­re zum Gedenk­dienst (und zur Finan­zie­rung des­sel­ben) nötigt.

Streu­en Sie Asche auf Ihr Haupt! – Bit­te nach Ihnen!
(Ich weiß, ich weiß, der bra­ve Deut­sche kann sich von der schwe­ren his­to­ri­schen Schuld nur indi­vi­du­ell rei­ni­gen, indem er sie anklagt und damit für das Kol­lek­tiv verstetigt.)

Aber unse­ren roten und grü­nen Wun­den­ein­sal­zern geht und ging es nie – sei­en wir fair: sel­tens­ten­falls – um die his­to­ri­schen Opfer, son­dern viel­mehr um deren rou­ti­nier­te Instru­men­ta­li­sie­rung im poli­ti­schen Macht­kampf. Ein teuf­li­scher Mecha­nis­mus gebie­tet, dass in Deutsch­land „nur Macht bekommt, wer an der Ver­ste­ti­gung der deut­schen Ohn­macht arbei­tet” (Gün­ter Masch­ke). Die Wur­zel der deut­schen Ohn­macht ist die Schuld der NS-Täter­ge­nera­ti­on, aus ihr wächst alle deut­sche Poli­tik. Die­se Ban­di­ten sind zwar durch­weg tot, doch sie haben, erklärt man uns, alles, was deutsch ist, auf Ewig­keit mit ihren Unta­ten kon­ta­mi­niert. Die Deut­schen tra­gen den NS-Virus sozu­sa­gen als kol­lek­ti­ves men­ta­les Erbe und müs­sen durch ritua­li­sier­ten Gedenk­dienst dage­gen immu­ni­siert wer­den (das mit dem men­ta­len Erbe glau­be ich inzwi­schen; es ist aller­dings naiv zu mei­nen, die­se Men­ta­li­tät sei auf eine bestimm­te Ideo­lo­gie beschränkt). Die Schuld muss, unter dem Tarn­be­griff „Ver­ant­wor­tung”, ver­ste­tigt wer­den, damit grü­ne Minister:_*Innen poli­tisch nütz­li­che Gedenk­stät­ten eröff­nen kön­nen, bevor sie zum Ita­lie­ner gehen (obwohl der Ita­lie­ner es ja war, der den Faschis­mus erfun­den hat).

Aber nie­mand wird gezwun­gen, die­se Orte zu besu­chen! Ich bin mir zunächst nicht sicher, was die Jüngs­ten angeht.

Oben­drein muss ich die Errich­tung sol­cher musea­len Pran­ger mit mei­nen Steu­ern mit­fi­nan­zie­ren, und nur wer sich zu völ­li­ger Medi­en­ab­senz durch­ge­läu­tert hat, wird davon nicht behel­ligt. Außer­dem soll­te man den täter­volks­päd­ago­gi­schen Schand­ver­ste­ti­gungs­ort, den Clau­di Roth ankün­digt, nicht iso­liert betrach­ten, er ist Bestand­teil einer kon­zer­tier­ten Akti­on. Die Innen­mi­nis­te­rin Nan­ny Fae­ser hat bekannt­lich den „Kampf gegen rechts” zu ihrer Zen­tral­mis­si­on erko­ren, wobei sie „rechts” mög­lichst vage, nebu­lös und flu­ide defi­niert, damit auf der gro­ßen Ankla­ge­bank mög­lichst vie­le Oppo­si­tio­nel­le, Regie­rungs­kri­ti­ker und Grund­rechts­fan­ti­ker sowie natür­lich die gesam­te Schwe­fel­par­tei Platz fin­den. Was das mit dem Drit­ten Reich zu tun hat, liegt auf der Hand; indem man sämt­li­chen Oppo­si­tio­nel­len rechts der Regie­rung unter­stellt, sie sei­en ent­we­der selbst min­des­tens laten­te „Faschis­ten” bzw. Beinahe-„Nazis” oder unter­hiel­ten Kon­tak­te zu sol­chen, jeden­falls dro­he, wenn sie mehr Ein­fluss gewän­nen (gewön­nen?), eine Wie­der­kehr jener Schre­cken, die man in his­to­ri­schen Schand­schau­en gar nicht oft genug prä­sen­tie­ren kann und die ihre Vor­fah­ren nahe­zu kol­lek­tiv ver­üb­ten, wie uns der Spie­gel ohne die sonst übli­chen kul­tur­sen­si­blen Dif­fe­ren­zie­rungs­spe­renz­chen mitteilt:

… indem man dies unter­stellt, setzt man einen gro­ßen Teil des poli­ti­schen Spek­trums unter einen stän­di­gen Recht­fer­ti­gungs- und Distanzierungszwang.

Fae­ser und Roth ver­ei­nen sich gewis­ser­ma­ßen zum Zwei­fron­ten­krieg gegen die „Rech­ten”, die eine stellt sie in der Gegen­wart mit Poli­zei und Ver­fas­sungs­schutz, die ande­re stößt ihnen mit Schand­schau­en aus der Ver­gan­gen­heit in den Rücken. „Den” Deut­schen soll vor Augen geführt wer­den, dass Deutsch­sein ein Makel ist – „Die Bür­de des Deut­schen ist unan­tast­bar”, wie mir ein Leser schrieb –, sie sol­len außer­dem begrei­fen, wie aus­sichts­los es ist, gegen die anti­fa­schis­ti­schen Kar­tell­par­tei­en zu oppo­nie­ren; sie sol­len gefü­gig gemacht wer­den für jede Art Poli­tik gegen ihre vita­len Inter­es­sen, jeder Gedan­ke an natio­na­le Iden­ti­tät und Selbst­be­stim­mung soll ihnen aus­ge­trie­ben wer­den – den­ken Sie an die NS-Ver­bre­chen! An den NSU! Und an Hanau! –; vor allem sol­len sie sich in demü­ti­ger Zer­knir­schung der fort­ge­setz­ten Migra­ti­on aus dem Ori­ent fügen und kei­nes­falls auf­mu­cken, denn nur so kön­nen sie ihre his­to­ri­sche Schuld abtra­gen ihre his­to­ri­sche Ver­ant­wor­tung wahr­neh­men. Die Deut­schen sol­len die all­mäh­li­che Erset­zung ihres zu den in der besag­ten Aus­stel­lung gezeig­ten sin­gu­lä­ren Ver­bre­chen fähi­gen Vol­kes durch u.a. mus­li­mi­sche Phi­lo­se­mi­ten, wie sie sich unlängst in Ber­lin ver­sam­melt haben, hin­neh­men wie ein Natur­ge­setz bzw. einen Führerbefehl.

Es ist übri­gens inter­es­sant, wie im „Kampf gegen rechts” immer mehr die DDR-Dik­ti­on wie­der­kehrt. Als ich gemein­sam mit Jan von Flo­cken das 1991 bei Ull­stein erschie­ne­ne Buch „Sta­lins Lager in Deutsch­land” schrieb, das sich unter ande­rem mit der Wei­ter­nut­zung der Nazi-Kon­zen­tra­ti­ons­la­ger Buchen­wald und Sach­sen­hau­sen durch die Sowjets beschäf­tigt, stell­te ich das ers­te Kapi­tel unter die Über­schrift „Die Aus­trei­bung des Faschis­mus mit dem Sta­li­nis­mus” und sta­tu­ier­te: „Das ver­häng­nis­vol­le Zusam­men­fal­len von Anti­fa­schis­mus und Sta­li­nis­mus wur­de der ent­schei­den­de Fak­tor bei der Instal­lie­rung eines neu­en Unrechts­re­gimes im Ost­teil Deutschlands.”

Ein Rezen­sent schrieb damals, man erken­ne an der gewähl­ten Begriff­lich­keit – „Faschis­mus” statt Natio­nal­so­zi­als­mus – den in der DDR Sozia­li­sier­ten (übri­gens auch an der For­mu­lie­rung „Ost­teil Deutsch­lands”; die Erwäh­nung der wirk­li­chen Ost­ge­bie­te war in der Zone tabu; es war nicht alles schlecht). In der Tat haben die DDR-Vög­te den Begriff Natio­nal­so­zia­lis­mus nicht ver­wen­det, ja aus einer Art Inzest­scheu gemie­den; dort­zu­lan­de war stets die Rede vom „Faschis­mus” oder „Hit­ler­fa­schis­mus”. Und heu­te kehrt die DDR-Sprach­re­ge­lung suk­zes­si­ve zurück, aus dem näm­li­chen Grund: um dem „Anti­fa­schis­mus” sei­nen extre­mis­ti­schen Haut­gout zu neh­men und ihn dem Publi­kum als legi­ti­men Ver­bün­de­ten der sich selbst so titu­lie­ren­den „demo­kra­ti­schen Par­tei­en” gegen die min­des­tens kryp­to­fa­schis­ti­sche Oppo­si­ti­on zu verkaufen.

Etwa beim Deutsch­land­funk Kul­tur, den Sie und ich so gedul­dig zwangssponsern.

Denn Anti­fa­schis­mus ergibt ja nur einen Sinn, wenn es Faschis­ten gibt.

Die SPD kämpft, zumin­dest ihrer Eigen­wahr­neh­mung zufol­ge, seit 1863 gegen den „Faschis­mus”, was ent­we­der auf ein bemer­kens­wer­tes Anti­zi­pa­ti­ons­ver­mö­gen oder auf einen veri­ta­blen post­trau­ma­ti­schen Dach­scha­den zurück­zu­füh­ren ist.

Ich weiß nicht, wie vie­le deut­sche Sozi­al­de­mo­kra­ten Sie ken­nen, die gegen Mus­so­li­ni gekämpft haben; ich muss passen.

Jeden­falls ähnelt die Situa­ti­on heu­te inso­fern jener in der DDR, als sich die roten Frei­heits­fein­de wie­der durch ihr Anti­po­den­tum zu den brau­nen zu legi­ti­mie­ren suchen, was heu­te noch gro­tes­ker ist als sei­ner­zeit, denn damals gab es immer­hin noch geschla­ge­ne Nazis, wäh­rend die heu­ti­gen fast samt und son­ders hal­lu­zi­nier­te sind. Wie­der bezeich­nen sich die Herr­schen­den als „Anti­fa­schis­ten” und rücken die Kon­ser­va­ti­ven, Rech­ten, Natio­na­len, Liber­tä­ren, über­haupt jede Oppo­si­ti­on in die Nähe irgend­ei­nes nicht näher defi­nier­ten „Faschis­mus”. Des­we­gen kann Nan­ny Fae­ser Gast­bei­trä­ge in Anti­fa-Peri­odi­ka schrei­ben und als Minis­te­rin den Links­ex­tre­mis­mus zur Peti­tes­se down­gra­den, denn aus ihrer Sicht han­delt es sich ja um die eige­ne Boden­trup­pe im Kampf gegen die AfD, Quer­den­ker, „Reichs­bür­ger”, Prep­per, Kapi­ta­lis­ten, Waf­fen­be­sit­zer, Mei­nungs­frei­heits­frömm­ler und Rechtsstaatsfaschos.

Die cou­ra­gier­ten Racker von der Anti­fa wol­len schließ­lich nur ver­hin­dern, dass sich sol­che Greu­el wie­der­ho­len, wie sie in der Gedenk­stät­te zur deut­schen Erobe­rungs­ge­walt gezeigt wer­den, die Frl. Roth dem­nächst mit einer ein­dring­li­chen War­nung vor dem im Gegen­satz zu manch ande­rem noch frucht­ba­ren Schoß eröff­nen wird.

***

Hass – die­ser Aspekt wird oft unter­schla­gen – rich­tet sich gemein­hin von unten nach oben. Wo er nicht gestillt wer­den kann und zum ohn­mäch­ti­gen Hass wird, sucht er sich Um- und Schleich­we­ge, also ein Ven­til, und mit den (a)sozialen Medi­en steht ihm heu­te ein recht kom­mo­des Ven­til zur Ver­fü­gung. Ein Gut­teil des soge­nann­ten Has­ses ist ohn­mäch­ti­ger Wider­spruch, der sich nicht anders zu arti­ku­lie­ren weiß.

„Man zieht nicht in die wei­te Welt, um Böse­wich­ter aus­fin­dig zu machen, die man mit Grund und mit Genuß wird has­sen kön­nen; man haßt nur das Böse, das irgend­wie an einen her­an­tritt, in den Lebens­kreis des Sub­jek­tes ein­dringt und dort womög­lich auch ‚Scha­den’ stif­tet”, befand der Phi­lo­soph Aurel Kol­nai in sei­nem „Ver­such über den Haß”.

Umge­kehrt wür­de ich den Böh­mer­män­nern und Hen­g­amehs bei ihren auf den ers­ten Blick so hass­erfüllt wir­ken­den Tira­den kei­nen wirk­li­chen Hass unter­stel­len. Sie wis­sen genau, dass sie nach unten kübeln – die­se Figu­ren wären viel zu fei­ge für den umge­kehr­ten Fall –; wahr­schein­lich wer­den sol­che Leu­te von einem Gefühls­ge­misch aus Wut über unbot­mä­ßi­ge Anders­mei­nen­de und simp­lem Sadis­mus angetrieben.

PS: „Mir dünkt, all die­se Immu­ni­sie­rungs­ver­su­che tau­gen ähn­lich viel wie die Coronaimpfungen…
Und wie wir in den ver­gan­ge­nen 2 Jah­ren erle­ben durften,
machen sie womög­lich die Men­schen nur noch anfäl­li­ger für jenen men­ta­len Virus,
den sie eigent­lich bekämp­fen wollen…

Wir bräuch­ten weni­ger Gedenk­or­te als Orte,
an denen wir uns von unse­rer kol­lek­ti­ven men­ta­len Erblast
und all den Zwangs­neu­ro­sen und Psychosen,
die ihr entsprießen,
zu befrei­en vermögen.
Wenn Kin­der mißraten,
liegt das dann in ers­ter Linie an den Kindern –
oder an den Vätern,
die nicht vermochten,
ihre Vor­stel­lungs­bil­der an sie weiterzugeben?”
(Leser ***)

***

„Unse­re Macht ist die Angst der anderen.”
Also sprach der Genos­se Erich Miel­ke in den bereits post­he­roi­schen Zei­ten des Anti­fa­schis­mus, und an sei­ne geflü­gel­ten Wor­te fühl­te ich mich beim Anschau­en die­ses Vide­os erin­nert; es fol­gen ein paar Sequenzen.

Offen­bar ist den Min­der­brü­dern und Bet­sch­wes­tern des Ordens vom reset­te­ten Leben aber nicht auf­ge­fal­len, dass sie den eigent­li­chen Hor­ror in ihrem Par­dies­ver­hei­ßungs­teil offe­rie­ren, wenn auch nur auf eine Wüs­ten­re­gi­on beschränkt (wobei wir uns ener­gie­po­li­tisch gern in die Hän­de der Staa­ten mit Wüs­ten­an­bin­dung bege­ben, wenn wir nur end­lich den Klau­en Putins ent­ron­nen sind):

„Ever­yo­ne has a role to play”: In der ers­ten Hälf­te mei­nes Lebens hör­te ich die­se fro­he Bot­schaft auf rus­sisch und auf deutsch. Be rea­dy!

PS: Leser *** ist „beim Anschau­en des von Ihnen ver­link­ten WEF-Vide­os zum Gre­at Reset auf­ge­fal­len, dass es eine inter­es­san­te Drei­tei­lung hat: Es beginnt mit Bil­dern von der­zei­ti­gen Pro­ble­men (und unter Aus­las­sung des Hin­wei­ses, dass die WEF-Cli­que an die­sen Miss­stän­den eine deut­lich grö­ße­re Ver­ant­wor­tung trägt als die zu reset­ten­den Bür­ger), die in einem far­bi­gen Fin­ger kul­mi­nie­ren, der die Reset­tas­te drückt, wor­auf­hin im zwei­ten Teil ein Pot­pour­ri der nütz­li­chen Idio­ten feil­ge­bo­ten wird, dem man sich bit­te anzu­schlie­ßen habe (‚jeder hat eine Rol­le’) um dann schließ­lich in die Uto­pie zu mün­den, die selt­sa­mer- wie bezeich­nen­der­wei­se kei­ner­lei Men­schen ent­hält. Die Natur atmet auf, weil wir nicht mehr da sind. Nun, das wird tat­säch­lich eine schö­ne neue Welt, nur wer­den wir sie als pla­ne­tar Abge­trie­be­ne kaum genie­ßen kön­nen. Wenn der Jet­set mit dem Reset durch­kommt, wird der gan­ze Pla­net zur Busi­ness­lounge, aber für uns Nicht­teil­neh­mer gilt ja ohne­hin ‚Vor­freu­de ist die schöns­te Freude’.”

***

Noch zum Vorigen.

Coro­na ist (einst­wei­len) tot, es lebe der Kli­ma­wan­del! Das Robert-Koch-Insti­tut wech­selt nicht ganz unüber­ra­schend das Thema.

Und sie­he da:

***

Leser *** weist mich auf einen Film hin, der in den USA der­zeit, wie man sagt, Furo­re macht: „2000 Mules” („2000 Maul­tie­re”), und schreibt:

„Durch Auf­kauf von Geo­tra­cking-Daten ist man 2000 Leu­ten auf die Spur gekom­men, die nach gene­ral­stabs­mä­ßi­gem Plan für die US-Prä­si­dent­schafts­wahl 2020 von irgend­wel­chen NGO’s vor­ge­fer­tig­te Wahl­un­ter­la­gen in die ent­spre­chen­den Wahl-Brief­käs­ten ein­ge­wor­fen haben. Die ent­spre­chen­den Rou­ten­kar­ten mit Hal­te­punk­ten sind im Film zu sehen. Durch Kom­bi­na­ti­on mit Daten von Über­wa­chungs­ka­me­ras sieht man auch Bil­der der Akteu­re bei ihrer Hand­lung. Ohne die­se Akti­on wäre wohl ein ande­res Wahl­er­geb­nis ent­stan­den. Mal sehen, was das für Krei­se zieht. Sol­che Daten kann man in den USA offen­bar kau­fen, hat wohl über 1 Mio $ gekostet.”

Den Trai­ler zum Film gibt es hier.

News­week und die New York Post haben dar­über berichtet.

„Es gibt kei­ne Mög­lich­keit zu erfah­ren, für wen die Stim­men abge­ge­ben wur­den. Was wir aber wis­sen, ist, dass die Behaup­tung, 2020 sei ‚die sichers­te Wahl aller Zei­ten’, falsch ist”, zitiert News­week Cathe­ri­ne Engel­brecht, die Gründerin des Ver­eins „True the Vote”, der bei den Recher­chen mitwirkte.

„Als Maul­tie­re wer­den in dem Film bezahl­te oder unbe­zahl­te Wahl­hel­fer beschrie­ben, die im Jahr 2020 die Stimm­zet­tel in Ein­wurf­käs­ten steck­ten, die ein­ge­rich­tet wor­den waren, um den Wäh­lern inmit­ten der COVID-Pan­de­mie die Stimm­ab­ga­be zu erleich­tern”, schreibt News­week. „Die Cyber­se­cu­ri­ty & Infra­st­ruc­tu­re Secu­ri­ty Agen­cy der Regie­rung schreibt vor, dass Video­ka­me­ras die Wahl­ur­nen beob­ach­ten soll­ten, aber Engel­brecht erklär­te, dass in eini­gen Gebie­ten die Kame­ras in zufäl­li­ge Rich­tun­gen gedreht waren und kei­ne Akti­vi­tä­ten an den Urnen mit­schnit­ten. In ande­ren Fäl­len behaup­te­ten die Beam­ten, es exis­tie­re kein Video, das sie wei­ter­ge­ben könnten.”

Ui ui ui.

Der Fil­me­ma­cher D’Sou­za kün­dig­te meh­re­re Auf­füh­run­gen sei­nes Werks in ver­schie­de­nen Tei­len des Lan­des an; der Strei­fen soll auch über Salem Media, einen gro­ßen kon­ser­va­ti­ven Sen­der, zum Strea­ming ange­bo­ten wer­den. Aller­dings sei der­zeit unklar, so News­week wahr­schein­lich pro­phe­tisch, ob D’Sou­za dafür „eine so brei­te Öffent­lich­keit erhal­ten wird wie für sei­ne ers­ten drei Filme”.

Am Ende zitiert Leser *** Sta­lin: „Wich­tig ist nicht, wer wählt, son­dern wer zählt!“ und ver­weist noch auf die merk­wür­di­gen Stimm­zahl­schwan­kun­gen bei der Stich­wahl zwi­schen Macron und Le Pen in Frank­reich. Aber längst haben ver­dien­te Fak­ten­che­cker Ent­war­nung signalisiert.

Ich wer­de mich hüten, irgend­wel­che Spe­ku­la­tio­nen anzu­stel­len. Der Ver­dacht jeden­falls ist begrün­det; die der­zeit in fast allen Län­dern des Wes­tens herr­schen­den glo­ba­lis­tisch ori­en­tier­ten Eli­ten sind an Demo­kra­tie im Sin­ne der Mit­spra­che des jewei­li­gen Demos nicht (mehr) inter­es­siert – im Gegen­teil, der unwis­sen­de, ego­is­ti­sche, sess­haft-stör­ri­sche, ras­sis­ti­sche, mit sei­nen Maul­wurf­sau­gen nicht zur glo­ba­len Per­spek­ti­ve begab­te Nor­mal­mensch, die­ser Viren­ver­brei­ter und Res­sour­cen­fres­ser, soll­te am bes­ten über­haupt nicht mehr votie­ren dür­fen, denn ihm fehlt ein­fach der Durch­blick. Für einen Glo­ba­lis­ten sind Wah­len, noch dazu natio­na­le, ein rück­stän­di­ger, kon­tra­pro­duk­ti­ver Zir­kus, der sei­nes­glei­chen an der Eta­blie­rung einer Glo­bal Gover­nan­ce hin­dert, mit der sich Pla­ne­ten­ret­tung und per­sön­li­ches Vor­an­kom­men so famos ver­bin­den lie­ßen. Aus die­ser Per­spek­ti­ve ist eine Wahl­fäl­schung oder ‑mani­pu­la­ti­on zuguns­ten des im post­na­tio­na­len Sin­ne geeig­ne­te­ren Kan­di­da­ten das, was Mar­xis­ten dem Fort­schritt auf die Sprün­ge hel­fen nannten.

***

Dem­nächst übri­gens in nahe­zu kei­nem Buchladen:

Wie gesagt, druck­fer­tig ist das Manu­skript schon ein Weil­chen, aber der­zeit herrscht aku­ter Papier­man­gel – Schuld sind zu glei­chen Tei­len Putin, der Rechts­po­pu­lis­mus und der Kli­ma­wan­del –, so dass ich noch um etwas Geduld bit­ten muss.

 

Total
13
Shares
Vorheriger Beitrag

1. Mai 2022

Nächster Beitrag

Warum ich nichts zur Ukraine schreibe

Ebenfalls lesenswert

28. September 2018

„Unter­ge­hen­de Gesell­schaf­ten küm­mern sich erfah­rungs­ge­mäß nicht um die Ursa­chen ihres Ster­bens – des­halb gehen sie ja unter. Aber…

Späterer 20.Oktober 2019

Mit­un­ter pas­sen Ort, Stim­mung, Jah­res­zeit und Musik so voll­endet zusam­men, dass es einem das Herz zer­knül­len könn­te vor…

Ein Jurist zur Impfpflicht

„Ver­fas­sungs­recht­lich wäre es kein Pro­blem, durch Bun­des­ge­setz eine ‚Impf­pflicht für alle’ ein­zu­füh­ren (ich refe­rie­re hier nur die Ein­schät­zung…

28. Januar 2018

Save the date, wie der Latei­ner sagt: Am Frei­tag, dem 9. März, fin­det die nächs­te musi­ka­lisch-lite­ra­ri­sche Soi­ree „Lebens­wer­te”…